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200 Jahre Bistum Speyer
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Speyerer Weihbischof als Dichter

Otto Georgens stellt Lesern des SPEYER-KURIER exklusiv sein von ihm verfasstes Gedicht zur Domnapffüllung vor

 

cr. Speyer- In Ergänzung unseres Beitrags „Am Pfingstmontag wird erstmals wieder der Domnapf gefüllt“ im SPEYER-KURIER vom 29. April 2017 hat uns der Speyerer Weihbischof Otto Georgens das von ihm zu diesem Anlass verfasste nachfolgende Gedicht zukommen lassen,

das wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchten:

 

 

Weinausschank aus dem Domnapf anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Neugründung des Bistums Speyer“ am 5. Juni 2017

Der Wein hat große Tradition,

man kennt ihn fast so lange schon,

als Menschen hier auf Erden leben,

er scheint drum auch von Gott gegeben,

weil er verwendet - noch bis heute,

zu braver Menschen Lust und Freude.

 

Natürlich macht uns auch Verdruss,

das Übermaß bei dem Genuss,

denn selbst das Beste kann auf Erden,

zum Übel und zur Sünde werden,

sollt’ irgendwann man nicht verstehen,

damit auch richtig umzugehen.

 

Als in dem alten deutschen Reich,

die Bischöfe noch Fürst zugleich,

da waren sie schon sehr bedacht,

dass man sehr gute Weine macht,

um Wein - gesegnet mit den Händen,

zur heil’gen Feier zu verwenden.

 

Doch ließen sie sich nicht verdrießen,

den Wein auch weltlich zu genießen

und gönnten ihn schon uns’ren Ahnen,

den Glaubensbrüdern - Untertanen,

damit der Wein auch die erfreut:

So ähnlich macht man es auch heut’!

 

Drum lässt man - um den Durst zu stillen,

mal ab und zu den Domnapf füllen.

Und auch - dass an den Gottesgaben,

die Menschen ihre Freude haben.

 

Man füllt den Napf - das ist bekannt,

bei Bischofsweihen - bis zum Rand,

auch sonst - aus Gründen - mancherlei,

ein Papstbesuch ist mit dabei,

so auch bei mancherlei Gedenken,

ist’s Brauch - hier Wein mal auszuschenken.

 

Auch diesmal muss ein Anlass sein,

für diesen Ausschank heut’ - vom Wein

und dieser Anlass ist ja klar:

Bistum Speyer zweihundert Jahr.

 

Und mich - der spöttisch - wie bekannt,

ja auch der “Woi Bischof” genannt,

mich treffen so die großen Ehren

mit euch den Domnapf bald zu leeren.

 

Der Wein ist gut, er wird uns schmecken

da brauchen wir uns nicht verstecken.

Dafür bürgt sicher jedenfalls

Die Bruderschaft vom Wein der Pfalz.

 

 

Dem Ordensmeister, der jetzt hier

sei ausgesprochen Dank dafür,

dass man den Napf mit Riesling füllt,

womit der erste Durst gestillt.

 

Die Gläser sind bereits parat,

herausgeputzt im Sonntagsstaat

die Helfer vom Verkehrsverein,

die schenken gern den Gästen ein.

 

Wir stoßen an, so ist es eben,

vom edlen Saft der Pfälzer Reben.

Was ist das doch `ne schöne Feier:

Hoch lebe unser Bistum Speyer!

Zum Wohl die Pfalz mit edlem Wein.

- Prost. Amen, ja, so soll es sein.

 

So woll’n wir nicht nur in Gedanken

Dem Herren, unsrem Schöpfer danken,

und ihm vertrauen, seiner Treu‘,

denn: Seht, er macht ja alles neu.

 

Wie immer schon an solchen Tagen,

sollt‘ man auch was zum Domnapf sagen:

Er stand - da sei man fest verwundert,

bereits im vierzehnten Jahrhundert,

da wurd’ er erstmals einst genannt,

obwohl er später dann verschwand.

 

Er kam und ging - im Zeitenlauf,

stets richtet man ihn wieder auf

und war - um’s nur mal zu vergleichen

in alter Zeit ein Hoheitszeichen.

 

Wem es gelang hierher zu flüchten,

den durft kein Weltlicher mehr richten,

die Kirche - wenn er drum begehrt,

hat ihm ab hier Asyl gewährt.

 

Es zeigen ein paar Worte schon:

Die Stelle hier hat Tradition,

das sollte bitte man bedenken,

denn nur um Wein hier auszuschenken,

der manchesmal nun jetzt da drin,

das macht wohl keinen großen Sinn.

 

Und trotzdem – Wein gibt’s hier und heute,

genießt ihn nun, ihr lieben Leute,

ihr all – die Guten und die Frommen,

kurz alle, die hierher gekommen,

mit gutem Mut – von Nah und Fern,

zum Wohl – im Namen unsres Herrn.

Drum will ich jetzt nicht weiter stören,

bedanke mich für’s zuzuhören.

09.05.2017


Theater-Tournee durch Pfalz und Saarpfalzkreis startet am 12. Mai

Stück des Chawwerusch Theaters erinnert an die Anfänge des neu gegründeten Bistums vor 200 Jahren – Premiere im Kurpfalzsaal in Edenkoben

Speyer- An Pfingsten feiert das Bistum Speyer das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung, genau 200 Jahre nach seiner Wiedererrichtung im Jahr 1817. Anlässlich dieses Jubiläums hat das Bistum Speyer ein Theaterstück in Auftrag gegeben. Das Werk „Wer die Wahrheit tut – Scheidewege des neuen Bistums“ des Chawwerusch Theaters aus Herxheim macht ein Stück Geschichte wieder lebendig.

Im Kurpfalzsaal in Edenkoben, am 12. Mai um 19 Uhr, feiert die neue Chawwerusch-Produktion Premiere. Das Stück beschäftigt sich mit der Neugründung des Bistums Speyer vor 200 Jahren und wird vom 12. Mai bis zum 10. Juni in allen Dekanaten des Bistums aufgeführt. Aus größtenteils historischen Persönlichkeiten hat der Autor Danilo Fioriti in Zusammenarbeit mit dem Chawwerusch Ensemble Theaterfiguren entwickelt, die jeweils ihre eigene Vision von einem christlichen Leben und der richtigen Gesellschaftsordnung verfolgen. Sie schaffen mit ihren Widersprüchlichkeiten, ihrem beharrlichen Verfolgen von Zielen und ihrer Komik einen direkten Zugang zur Vergangenheit. Der Zuschauer wird im besten Sinne unterhalten, auch wenn er kein Kenner der Kirchengeschichte ist.

Der Inhalt reicht von der Verwüstung des Doms in den französischen Revolutionskriegen bis zum Domweihjubiläum im Jahr 1861. Für den bayrischen Regierungspräsident Zwack (Monika Kleebauer) könnte alles so einfach sein, denn 1817 steht die Pfalz unter bayrischer Herrschaft und die katholische Kirche, dem Staat untergeordnet, ist ohne gesellschaftliche oder gar politische Macht. Aber anstatt einfach nur Gottesdienste zu halten, legt sich der neue Bischof Nikolaus Weis (Ben Hergl) mit dem Regierungspräsidenten an, um eine Antwort auf die aufkommende soziale Frage finden, das Bistum wieder mit funktionierenden Strukturen ausstatten und so nebenher den in Trümmern liegenden Speyerer Dom wieder aufbauen. Und als ob ein Störenfried nicht genug wäre, gibt es da auch noch den Pfarrer Franz Tafel (Thomas Kölsch) in Zweibrücken, der dem Vormärz nahesteht und Pfarrer Josef Nardini (Stephan Wriecz) in Pirmasens, der eigenmächtig einen Orden gründet. All das beutet viel Ärger für den Regierungspräsidenten. Aber die Fähigkeiten Weis’ als Stratege und sein politisches Gespür sorgen dafür, dass nach seiner Amtszeit das Bistum wieder aufgebaut ist und der Dom in neuem Glanz dastehen kann.

Die Frauen jener Zeit wurden von der Gesellschaft größtenteils an den Rand gedrängt. Aber in „Wer die Wahrheit tut“ sind sie es, die mehr als einmal dafür sorgen, dass sich die Dinge im Bistum positiv entwickeln. Die Figur der Katharina (Hanna Gandor) macht dabei sogar eine außergewöhnliche Entwicklung durch. Zunächst hat sie als vorlautes junges Mädchen aus dem Volk und als ledige Mutter scheinbar keinerlei Perspektive auf ein glückliches Leben. Doch dann führen die Umstände ihrer Zeit sie ins Kloster, wo sie sich mit viel Intelligenz und Fleiß Bildung aneignet und schließlich eine beliebte und angesehene Nonne wird. Insgesamt entfaltet sich ein buntes Panoptikum von Figuren, die in einem sinnenfreudigen Bühnenbild (Franziska Smolarek) die Vergangenheit zum Leben erwecken. Die Inszenierung von Regisseur Jürgen Flügge stellt gleichzeitig sicher, dass auch der im Heute lebende Zuschauer die Bezüge zu den aktuellen gesellschaftlichen Konflikten im historischen Stoff stets vor Augen hat.

„Wer die Wahrheit tut“ ist in doppeltem Sinn ein Jubiläumsstück: Zum einen ist es entstanden im Auftrag des Bistums zum 200jährigen Jubiläum, zum anderen ist es die 100. Chawwerusch-Produktion, die auf die Bühnenbretter gebracht wird.

Aufführungstermine und Aufführungsorte:

Dekanat Landau
Edenkoben, Kurpfalzsaal
Weinstraße 94
Freitag, 12.05.2017
Premiere

Dekanat Donnersberg
Göllheim, Haus Gylnheim
Hauptstraße 33
Samstag, 13.05.2017

Dekanat Pirmasens
Rodalben, Mozarthalle
Mozartplatz 1
Freitag, 19.05.2017

Dekanat Kusel
Kusel, Fritz-Wunderlich-Halle
Am Roßberg
Samstag, 20.05.2017

Dekanat Ludwigshafen
Ludwigshafen-Pfingstweide, Pfarrheim St. Albert
Madrider Weg 17
Sonntag, 21.05.2017

Dekanat Germersheim
Wörth-Maximiliansau, Tulla-Halle
Kronenstraße 12
Dienstag, 23.05.2017

Dekanat Speyer
Limburgerhof, Bürgerhaus
Burgunderplatz 2
Freitag, 26.05.2017

Dekanat Kaiserslautern
Kaiserslautern, Edith-Stein-Haus
Engelsgasse 1
Samstag, 27.05.2017

Dekanat Bad Dürkheim
Deidesheim, Stadthalle
Bahnhofstraße 1
Dienstag, 30.05.2017

Bistumsjubiläum Speyer
Speyer, Stadthalle
Obere Langgasse 33
Pfingstmontag, 05.06.2017

Dekanat Saarpfalz
St. Ingbert, Pfarrheim „Auf dem Hobbels“ - St. Josef
Hobbelsstraße 69
Samstag, 10.06.2017

Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr).

Eintrittskarten (Eintrittspreis: € 10,00 /ermäßigt: € 5,00) sind über ein zentrales Kartentelefon unter der Telefonnummer 06232 / 102-0 oder online über die Internetseite des Bistums Speyer (www.bistum-speyer.de) erhältlich, ebenso im Pfarrbüro am jeweiligen Veranstaltungsort.

Weitere Informationen:

http://www.chawwerusch.de/wer-die-wahrheit-tut-stueckinfo/

www.bistum-speyer.de

Text: is; Fotos: Helmut Duddenhöfer

09.05.2017


Am Pfingstmontag wird erstmals wieder der Domnapf gefüllt

Bistum feiert Jubiläum seiner Neugründung vor 200 Jahren

spk. Speyer- Mit einem ganz besonderen Geschenk zur Feier des 200-jährigen Jubiläums der Neugründung des Bistums Speyer wartete an diesem Freitag die „Weinbruderschaft der Pfalz“ im Rahmen eines Pressegesprächs im „Blauen Salon“ des Bischöflichen Ordinariats in Speyer auf. Der Ordensmeister der Vereinigung, Oliver Stiess, konnte nämlich ankündigen, dass am Pfingstmontag, dem 5. Juni - erstmals seit dem 950. Weihejubiläum der Kathedrale - wieder der Domnapf, der steinerne Napf vor dem Speyerer Gotteshaus - mit edlem Pfälzer Wein gefüllt und sein Inhalt dank der großzügigen Spende der Bruderschaft im Anschluss an das feierliche Pontifikalamt kostenlos an die Mitfeiernden ausgeschenkt werden wird.

Mit diesem Gottesdienst (und dem anschließenden Weinausschank), zu dem sich auf kirchlicher Seite neben zahlreichen Bischöfen benachbarter Diözesen auch der Nuntius des Apostolischen Stuhls in Berlin, Erzbischof Eterovic, sowie auf weltlicher Seite u.a. die Ministerpräsidentinnen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Malu Dreyer und Annegret Kramp-Karrenbauer ihre Teilnahme angekündigt haben, finden die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum des wiedererstandenen Bistums ihren Höhepunkt. Zuvor schon, am 16. Mai, wird das umfangreiche Jubiläums-Programm mit einem wissenschaftlichen Vortrag von Prof. Dr. Klaus Unterburger von der Universität Regensburg zum Thema „200 Jahre Neues Bistum Speyer“ eröffnet, ein Programm, das von zahlreichen weiteren Veranstaltungen, u.a. der Uraufführung des eigens zu diesem Anlass für das „Chawwerrusch Theater“ Herxheim verfassten Theaterstücks „Wer die Wahrheit tut – Scheidewege des neuen Bistums“ begleitet wird.

Seht, ich mache alles neu“ (Off 21,5) – unter dieses Leitwort haben die Verantwortlichen des Bistums diese zentrale Feier am Pfingstmontag gestellt, die genau 200 Jahre nach der Unterzeichnung des Bayerischen Konkordats stattfinden wird, mit dem das Bistum Speyer 1817 in den Grenzen des bayerischen „Rheinkreises“ wieder errichtet worden war. Zuvor schon war das frühere Fürstbistum Speyer in der Folge der Französischen Revolution im Jahr 1801 untergegangen.

Domnapf als historischer Blickfang vor der Kathedrale

Seine historische Aufgabe als Markstein zwischen den Hoheitsgebieten von Bischof und Stadt hat der steinerne Napf vor dem Speyerer Dom zwar längst verloren, doch hat ein beliebter Brauch aus dem Mittelalter die Zeitläufte überdauert: Bei besonderen kirchlichen Ereignissen, insbesondere bei der Weihe eines neuen Bischofs, wird der Domnapf noch immer "zu des Volkes Lust und Fröhlichkeit" mit einem "guten Fuder weißen oder roten Weines" gefüllt, wie der geschichtsbewußte Weihbischof und Dompropst Otto Georgens bei dem Pressegespräch zu der bevorstehenden Domnapffüllung berichten konnte. Erstmals urkundlich erwähnt worden sei die steinerne Schüssel im Jahr 1314, so Georgens - in ihrer jetzigen Gestalt stamme sie allerdings erst aus dem Jahr 1490.

Im Mittelalter markierte die steinerne Schüssel die Grenze zwischen der Freien Reichsstadt und dem Hochstift Speyer, in dem bischöfliches Recht galt. Ein in der Reichsstadt Verurteilter konnte so also Zuflucht im Herrschaftsbereich des Bischofs suchen und auf dessen Gnade hoffen. Für ihn wurde der Domnapf also auch zu einer Art Freiheitssymbol – ein frühes, gerade heute wieder heftig diskutiertes „Kirchenasyl“.

Vom Domnapf aus wurden in jener Zeit aber auch Urteile vollstreckt: „Böszüngige Weiber“ und „ungetreue Männer“ z.B. mussten, fast nackt, unter dem Gespött der Bevölkerung, einen sogenannten Schandstein am Hals vom Domnapf über die etwa 700 Meter lange heutige Maximilianstraße bis zum Altpörtel tragen. Auch der Pranger war damals neben dem Domnapf aufgestellt und im Jahr 1361, so berichtet der Chronist, schnitt man dort sogar einem Gotteslästerer die Zunge ab.

Zu Zeiten des Fürstbistums Speyer durften sich die Speyerer letztmals im Januar 1611 über eine Domnapffüllung freuen, als der neue Bischof Philipp Christoph von Sötern in die Stadt einzog. Anschließend verhinderten dann wohl Kriege wie der „Dreißigjährige Krieg“ und der „Pfälzische Erbfolgekrieg“ und die damit einhergehenden Zerstörungen größere Feiern. 1794 wurde der Domnapf von den französischen Revolutionstruppen gar ganz entfernt und durch den besagten „Freiheitsbaum“ ersetzt. Nach dem Anschluss der linksrheinischen deutschen Gebiete an Frankreich wurde das Fürstbistum schließlich säkularisiert. Doch schon um das Jahr 1822 rückte der Domnapf wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit, berichtete der Weihbischof weiter. Zunächst südlich vom Dom platziert erhielt „die Dumschissel“ - so der Kosenamen der Speyerer für „ihren Domnapf“ - im Rahmen der 900 Jahr Feier der Grundsteinlegung des Domes im Jahr 1930 wieder ihren angestammten, zentralen Platz vor der Kathedrale, wenige Meter nur von der Stelle entfernt, an der er schon im Mittelalter stand. Anlässe für Domnapffüllungen in den vergangenen zehn Jahren waren die Amtseinführung von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 2. März 2008 sowie das 950. Weihejubiläum des Domes am 20. Oktober 2011.

Die historische Bedeutung des Domnapfs erklärt auch eine Inschrift in lateinischer Sprache auf dem wulstartigen, bronzenen Reif am oberen Rand des Domnapfs; eine Bronzetafel zu Füssen des Steintrogs erklärt den Domnapf in einer zeitgemäßen Sprache, die Weihbischof Georgens, ein durchaus begabter Dichter, in eine feinsinnig gereimte Form gegossen hat.

Wurde der Wein in früheren Zeiten noch mittels Schöpfkellen aus einer dem Napf angepassten Metallwanne ausgeschenkt, so fertigten aus Anlass der 2000-Jahr-Feier der Stadt Speyer im Jahr 1990 Mitarbeiter der BASF-Kunststoffwerkstatt eine Schale aus glasfaserverstärktem Polyesterharz. Aus dieser wird heute – durchaus allerhöchsten hygienischen Ansprüchen entsprechend - der edle Rebensaft - jeweils rund 1400 Liter - über eine gläserne Ringleitung mit acht Zapfstellen in eigens zu den festlichen Anlässen gestaltete Gläser gefüllt.

Vermählung“ zwischen Ober- und Mittelhaardt - Rieslingweine aus Frankweiler und Mußbach zu edlem Cuvée verbunden

Bei dem Wein, der diesmal von der Weinbruderschaft der Pfalz gestiftet wird, handelt es sich um ein 2016er Riesling-Cuveé, das, so Bernhard Lidy von den Weingütern Lidy in Frankweiler (Südliche Weinstraße) „ohne Einsatz einer Pumpe oder anderer technischer Hilfsmittel auf traditionelle, herkömmliche Art aus zwei Riesling-Weinen bester Pfälzer Provenienz „vermählt“ worden seien“ - aus einem Riesling aus der Lage „Frankweiler Kalkgrube“ aus Lidys eigenem Weinbaubetrieb und einem zweiten Wein der gleichen Rebsorte aus der Lage „Gimmeldinger Meerspinne“, gelesen und ausgebaut im Keller des Weinguts Axel Schäfer Neustadt-Mußbach. „Dieser Wein hat eine wunderbare Harmonie auf der Zunge und im Gaumen“, bescheinigte der Ordensmeister der „Weinbruderschaft der Pfalz“, Oliver Stiess die Auswahl des Cuvées.

Den Ausschank des Weines am Pfingstmontag übernehmen auch in diesem Jahr wieder Mitglieder des Verkehrsvereins Speyer e.V., die, so ihr Vorsitzender Uwe Wöhlert, es „als eine große Ehre verstehen, diesen Dienst anlässlich des Bistumsjubiläums leisten zu dürfen“.

Insgesamt habe das Bistum Speyer auch zu dieser Gelegenheit wieder 10.000 Gläser produzieren lassen, die mit dem Logo des Bistumsjubiläums geschmückt, am Pfingstmontag ab 10.30 Uhr an drei Verkaufsständen auf dem Domplatz zum Preis von 3,00 Euro pro Stück verkauft werden. Wegen des auch bei dieser Domnapffüllung wieder zu erwartenden großen Interesses, so der Kanzleidirektor des Bischöflichen Ordinariats, Wolfgang Jochim, können pro Person nur maximal 6 Gläser abgegeben werden. Der Erlös aus dem Glasverkauf wird wieder einem wohltätigen Zweck zugeführt, der in Kürze bekannt gegeben wird. Der Wein selbst ist kostenlos - für Kinder und Erwachsene, die keinen Alkohol trinken möchten, gibt es auch Mineralwasser.

Der Ausschank aus dem Domnapf beginnt nach dem Pontifikalamt um circa 12 Uhr, sobald der Vorsitzende des Verkehrsvereins Speyer Uwe Wöhlert Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das erste Glas überreicht hat. Fotos: gc//Stadtarchiv Speyer

02.05.2017


Der Domnapf wir am Pfingstmontag wieder gefüllt

Chawwerusch Theater lässt Anfänge des neugegründeten Bistums Speyer wieder lebendig werden

Speyer- An Pfingsten feiert das Bistum Speyer das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung, genau 200 Jahre nach seiner Wiedererrichtung im Jahr 1817. Ein markantes Ereignis für die politische und kirchliche Geschichte im deutschen Südwesten, dem in den nächsten Jahren weitere 200-Jahre-Jubiläumsfeiern in den Bistümern Freiburg und Rottenburg-Stuttgart folgen werden.

Um auf anschauliche Weise an die Anfänge zu erinnern, hat das Bistum Speyer ein Theaterstück in Auftrag gegeben. Das Werk „Wer die Wahrheit tut – Scheidewege des neuen Bistums“ des Chawwerusch Theaters aus Herxheim macht für die Menschen in der Pfalz ein Stück ihrer Geschichte wieder lebendig. Zugleich behandelt das Stück die zeitlose Frage, was der richtige Weg des Christen in dieser Welt ist: Der Weg privater Frömmigkeit? Der Weg der praktischen Nächstenliebe? Der Weg der politischen Umgestaltung?

Worum geht es in dem Theaterstück?

1817 liegt der Speyerer Dom in Trümmern und der bayrische Löwe hat es sich in der Pfalz gemütlich gemacht. Eine unruhige Zeit voller gesellschaftlicher und politischer Veränderungen hat nicht nur den revolutionären Geist in einigen Menschen geweckt, sondern viele auch in tiefe Verunsicherung und in materielle Not gestürzt.

Da wird Nikolaus von Weis (Ben Hergl) der neue Bischof zu Speyer. Er will es gut machen – ein guter Hirte für die Menschen und ein erfolgreicher Kämpfer für die Kirche sein. Für die große Aufgabe des Wiederaufbaus des Bistums bekommt er Unterstützung von ganz unterschiedlichen Zeitgenossen: Da ist der heißblütige Franz Tafel (Thomas Kölsch), charismatischer Pfarrer in Zweibrücken. Im Kampf um mehr Gerechtigkeit und bessere Verhältnisse setzt er lieber auf die politischen Kräfte des Vormärz’ als auf die der katholischen Kirche. Das kann sein sanftmütiger Amtsbruder Josef Nardini (Stephan Wriecz) in Pirmasens gar nicht verstehen. Wie Bischof Weis ist er ein treuer Diener seiner Kirche, aber auch er ist entsetzt, wenn die einfachen Schuhmacher seiner Stadt im Wald wildern müssen, damit ihre Familien nicht verhungern - und dafür auch noch von der Obrigkeit ins Gefängnis gesteckt werden. Er gründet den mildtätigen Orden der armen Franziskanerinnen, in dem sich Agathe (Monika Kleebauer) und Katharina (Hanna Gandor) liebevoll um Kranke und Hungernde kümmern. Die beiden unterschiedlichen Frauen verbindet eine pragmatische Herangehensweise und große Einsatzbereitschaft. Und die sind auch nötig, um bei „ihrem“ Bischof oder „ihrem“ Pfarrer immer mal wieder den Blick auf das Wesentliche zu lenken.

Das Theaterstück „Wer die Wahrheit tut“ wird vom 12. Mai bis zum 10. Juni an insgesamt 11 Ort in der Pfalz und im Saarpfalzkreis gezeigt.

Weitere Informationen zum Theaterstück: http://www.chawwerusch.de/wer-die-wahrheit-tut-stueckinfo/

Weitere Informationen zu den einzelnen Aufführungen:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bistumsjubilaeum-2017/theaterstueck-wer-die-wahrheit-tut/

Text: Bistum Speyer; Foto: Chawwerusch Theater Helmut Dudenhöffer

22.03.2017