Speyer-Kurier
500 Jahre Reformation
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Ausstellung „Wege der Reformation“

Speyer- In 17 Stationen wird das Leben Luthers und die Reformation in der Gedächtniskirche zu Speyer für die ganze Familie gezeigt.

Die Ausstellung von Sigrid Kahler und Birgit Laible lädt ein, das Leben von Martin Luther nachzuempfinden,  in dem Sie in Bildern die Zeit um Luther lebendig werden lässt.

Vom 23.04.- 21.05.2017 in der Gedächtniskirche - geöffnet zu dem Öffnungszeiten der Kirche: dienstags bis freitags 1 1- 17 Uhr, Samstag 10 - 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 14 - 17 Uhr

Vernissage am Sonntag, den 23. April um 11:00 Uhr nach dem Gottesdienst mit Erläuterungen der Macherinnen; Finissage mit einer Führung für Familien am Sonntag, den 21. Mai, um 15:00 Uhr

Führungen für Gruppen können angefragt werden bei Gemeindediakonin Anja Bein, anja.bein@evkirchepfalz.de Text und Foto: lk

15.04.2017


Mensch zwischen Gott und Teufel

Großartiges Rockmusical  über Reformator Martin Luther zweimal in Stadthalle

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer- Nach einem heftigen Bühnengewitter mit Pauken und Trompeten aus dem Orchestergraben und einer Serie von Scheinwerferblitzen, die laut Legende sein Mönchsgelübde ausgelöst haben sollen, schlägt der unter seiner Kapuze verhüllte Augustinermönch Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Mit diesem Hammerschlag beginnt im Jahre 1517 die Reformation. Sein Ringen um religiöse Erkenntnis , die Suche  nach einer  Gerechtigkeit, die vor Gott gilt,  seine Selbstzweifel und  den inneren Kampf  des Reformators lässt das Rockmusical  „Luther – Mensch zwischen Gott und Teufel“ an zwei Abenden in der ausverkauften Stadthalle in beeindruckender Manier Szene für Szene  nachempfinden. Dieses Erlebnis ermöglicht die Evangelische Kirche der Pfalz, die eine Neuproduktion  des bereits 2011 uraufgeführten  Stücks durch den Verein Talent-Acker mitträgt.  Das Kaiserslauterer Autorenteam Lea Siegfried (Text und Regie) und Jonas Klamroth (Musik) erntet in Speyer  die Früchte  seiner Arbeit und wird mit frenetischem Beifall belohnt.

Wie einen Rockstar  umjubelt ihn am Ende das Volk mit „Martin, Martin!“-Sprechchören und ermuntert den spürbar von Selbstzweifeln geplagten  Theologieprofessor dazu, den eingeschlagenen Reforrmationsweg weiter zu beschreiten. Martin  Luther, energiegeladen und leidenschaftlich dargestellt vom jungen Benjamin Link, hat in seiner als Nonne aufgewachsenen Ehefrau Katharina seinen größten Befürworter.  Die junge  aus Frankenthal stammende Sopranistin Melanie Schlüter verdient sich für ihren glockenklaren Gesang und ihre Ausdruckskraft die Bestnote in dem rund 50 Laiendarsteller großen Ensemble aus der gesamten Pfalz.  Glanzpunkt der grandiosen Aufführung ist das einfühlsame Duett „Im Garten“, in dem die beiden sich das erste Mal bewusst annähern. Katharina hat es Luther auch zu verdanken, dass der Kirchenerneuerer nicht den Reizen der teuflischen Domina, exzellent verkörpert von Nora Beisel, erliegt. In seinem roten Gewand als Kardinal Cajetan überzeugend auch Jan Keller, der beim Reichstag erfolglos versucht, Luther zum Widerrufen seines Thesenpapiers zu bewegen.  Die überwiegend  lautstarke, aber auch mal nachdenklich stimmende balladeske   Musik  liefert eine achtköpfige Band, zu der neben E-Gitarren auch Geigen und Cello gehören.

„Luthers Geschichte ist eine über Glauben, Macht und Ohnmacht. Sie hat uns und ganz Europa bis heute geprägt“, meint die junge Autorin und Regisseurin des Musicals, Lea Siegfried. Auch der musikalische Leiter des Projekts, Jonas Klamroth, war von dem Stoff begeistert. Angeregt von dem Lutherfilm mit Joseph Fiennes begann er schon als Schüler, zum Thema zu komponieren. Die 16 Lieder des Rockmusicals  sind auf einer CD festgehalten.  Wer bedauert, nicht das jugendlich frisch inszenierte Luther-Rockmusical  erlebt zu haben, kann auf eine DVD zurückgreifen.  Es wäre zudem höchstverdient, wenn die spektakuläre Produktion noch einmal  live erlebt werden und das Ensemble weitere Verpflichtungen an Land ziehen könnte.

Info: Das Libretto wurde komplett überarbeitet, einige Szenen und Lieder neu geschrieben. Dank  umfangreicher Technik konnte  das Rockmusical als „echte Profiarbeit“ auf die Bühne der Stadthalle gebracht werden. Verschiebbare Kulissenelemente formieren  die fünf Tänzerinnen und 15 Chormitglieder  mrehrfach als Hintergrund  zu einem  Kreuz.

Auch  Autorin Lea Siegfried und  der 24 Jahre junge Komponist Jonas Klamroth sind inzwischen professionell aufgestellt. Sie gehören zu Talent-Acker e.V., der sich für die Nachwuchsförderung in Kunst und Kultur einsetzt.

Die rund 50 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne sind junge, semiprofessionelle Künstler. Die zehn Hauptrollen wurden (unter 150 Bewerbern) aufwändig gecastet. Der 16-jährige „Luther“, alias Benjamin Link, gewann den Wettbewerb Vocal Heroes. „Katharina“, 18 Jahre alt, alias Melanie Schlüter, profilierte sich beim Europäischen Jugend Musical Festival 2013. Nur der „Papst“ ist älter: Michael Marwitz ist 60 Jahre alt und als Kurt Sperling in der Lindenstraße bekannt.  Geprobt hat das Ensemble ein Jahr lang, nahezu an jedem Wochenende.  Foto:: © lk/ Landry

12.04.2017


„Das Gewissen ist der Kern der menschlichen Persönlichkeit“

Reformationsjubiläum: Festabend mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts

Speyer-  In einer demokratischen Gesellschaft ist nicht Gehorsam, sondern Verantwortung für die Gemeinschaft die vorrangige Pflicht des Einzelnen. Nur so kann nach den Worten des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, auch die im Grundgesetz verankerte Gewissensfreiheit gewährleistet werden. In seinem Vortrag zum Thema „Wie weit reichen die Grundrechte in Gewissenskonflikten?“ hob Voßkuhle die gesellschaftliche Herausforderung hervor, immer wieder in einen ethisch-moralischen Diskurs zu treten und sich so aktiv an einem offenen, demokratischen Willensbildungsprozess zu beteiligen. „Wir müssen auf Fehlentwicklungen und moralische Defizite in unserem Gemeinwesen aufmerksam machen“, appellierte Voßkuhle, der anlässlich des Reformationsjubiläums am Dienstag in Speyer den Festvortrag hielt.

Der von Harald Asel vom Rundfunk Berlin-Brandenburg moderierte Festabend war Abschluss und Höhepunkt des Europäischen Stationenweges und der Speyerer Kirchen-Kultur-Tage im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“. Mit einem Gebet und einer Schweigeminute zu Beginn des Festabends gedachte Kirchenpräsident Christian Schad der Opfer von Terror und Gewalt weltweit – und besonders der Christen in Ägypten, über die am Palmsonntag schreckliches Leid gekommen sei. Das Recht auf Religions- und Gewissensfreiheit könne nicht schwerer verletzt werden als dadurch, dass Menschen während ihrer Religionsausübung Gewalt angetan werde.

In Anlehnung an Luthers die Welt verändernden Satz auf dem Reichstag 1521 in Worms „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders“ stellte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts das Gewissen als „Kern der menschlichen Persönlichkeit“ heraus. Es gebe nicht nur „richtig“ oder „falsch“, sagte Voßkuhle. Vielmehr werde bei jeder Gewissensentscheidung der Einzelne „auf sich zurückgeworfen. Er muss die Verantwortung übernehmen“. Die Verfassung schütze nicht das Gewissen als solches. Geschützt würden vielmehr Gewissensbildung und Gewissensentscheidung. Damit ziele das Grundgesetz nicht nur auf die Freiheit des Gewissens, sondern auch auf die Unverletzlichkeit dieser Freiheit – „unantastbar“ und „unbedingt“.

Indes gebe es auch Grenzen der Gewissenfreiheit, sagte der Jurist und führte als Beispiel etwa die Schulpflicht („staatlicher Erziehungsauftrag“) an. „Freiheit als rechtliche Freiheit kann niemals schrankenlos und absolut sein, denn sie muss mit der Freiheit anderer zusammen bestehen. Keine Verfassungsnorm darf so verstanden werden, dass sie die Verfassung selbst zu umgehen erlaubt“, stellte Deutschlands oberster Richter klar.

Für die inhaltliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen bedarf es nach den Worten von Kirchenpräsident Christian Schad nicht nur des staatlichen Gewaltmonopols, sondern auch eines gesellschaftlichen Klimas der Toleranz. Gerade jetzt, wo in der Türkei, aber auch in einigen europäischen Ländern die Gewaltenteilung auf dem Spiel stehe, sei es „ein Gebot der Stunde, die Unverletzlichkeit der Freiheits- und Menschenrechte immer wieder neu bewusst zu machen“, sagte Schad in seiner Begrüßung der rund dreihundert Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Für diese demokratischen Werte hätten die Evangelischen Kirchen am Oberrhein auch im Vorfeld der in diesem Jahr stattfindenden Wahlen geworben. „Wir suchen den Dialog, gerade auch mit anderen Religionen und Weltanschauungen – und tragen zu einer Kultur der Aufmerksamkeit bei.“

Wahre Toleranz finde ihre Grenze aber an der Intoleranz, führte der Kirchenpräsident aus. „Gerade als Religionsgemeinschaften müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass die Inanspruchnahme von Religionsfreiheit Konsequenzen hat: Sie setzt das Ja zu den Bedingungen der Freiheit voraus.“ Der Europäische Stationenweg, der durch 68 Orte und 19 Länder führt, erinnere an diese gemeinsamen Überzeugungen und evangelischen Grundorientierungen, sagte der Kirchenpräsident.  Text und Foto: lk

Hinweis: Mehr unter: www.reformation2017.evpfalz.de, r2017.org, www.luther2017.de und www.diakonie2017.de

12.04.2017


Festabend mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts - Bilderalbum

Luther rockt die Reformation

Musikalischer Höhepunkt der Kirchen-Kultur-Tage vor ausverkauftem Haus

Speyer- Frenetischer Beifall, stehender Applaus, mehrere Vorhänge, Zugaben. Das Rockmusical „Luther – Mensch zwischen Gott und Teufel“ hat die 450 Zuschauer in der ausverkauften Stadthalle in Speyer begeistert. Das von Komponist Jonas Klamroth und der Librettistin Lea Siegfried geschriebene Stück war einer der Höhepunkte der Kirchen-Kultur-Tage aus Anlass des Reformationsjubiläums 2017. Für die Akteure auf und hinter der Bühne ging damit eine über eineinhalbjährige Vorbereitungs- und Probezeit überaus erfolgreich zu Ende.

Aus rund 150 Bewerbern hat die Projektleitung um Manager Marius Henkel, Cheftechniker Florian Fastnacht, Komponist Jonas Klamroth, den Regisseuren Daniel Korz und Lea Siegfried ein 60-köpfiges Ensemble gebildet, „das eine aufregende Reise mit uns angetreten ist“, wie die Mitglieder des Kernteams erklärten. Musikalisch gab Dirigent Simon Gräber den Takt an, sorgte für die notwendige Balance zwischen Bühne und Orchestergraben. In diesem waren von klassischer Besetzung mit Geigen und Cello, Klarinette, Trompeten und Posaunen bis zur rockigen  E-Gitarre und zum E-Bass, Schlagzeug und Keys alle Instrumente vertreten, um sowohl gefühlvolle Balladen wie härtere Töne anzuschlagen.

Im Boot dabei war die Evangelische Kirche der Pfalz, die das Projekt im Blick auf das Reformationsjubiläum mitentwickelt hat. „Wir wollten keine fremden Produktionen einkaufen, sondern jungen, talentierten und ambitionierten Künstlern die Chance geben, unter professionellen Bedingungen ein Gesamtkunstwerk zu schaffen“, erklärte der Reformationsbeauftragte der Landeskirche, Wolfgang Schumacher. Zur Produktion habe neben allen technischen und künstlerischen Fragen gerade auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Reformation gehört.

Viel Lob ernteten alle Beteiligten von den Zuschauern, die sich sicher waren, „dass wir  heute Künstler gesehen und gehört haben, deren Namen wir bald an Profitheatern lesen werden“, wie ein Ehepaar aus Landau sagte. Auch wenn sich die Akteure über die beiden ausverkauften Vorstellungen freuten, viele Kartenwünsche konnten nicht erfüllt werden. Für all diejenigen, die das Musical um Luther nicht live miterleben konnten, eine DVD geht bereits in den nächsten Wochen in Produktion, kündigte die Produktionsleitung an.

Infos zum Stück unter www.talentacker.de. Text lk; Foto: © lk/ Landry

09.04.2017


Luther rockt die Reformation - Bilderalbum

Kleiner Luther, großes Theater

Gemeinschaftsprojekt: Stadt, Protestantischer Kirchenbezirk und Chawwerusch-Theater bringen gemeinsam das Stationentheater „Der kleine Luther“ auf den Weg. Am Auftakttreffen nahmen (v.l.n.r.) Dekan Volker Janke, die Leiterin der städtischen Kulturabteilung, Sabine Haas, Projektleiterin Felix S. Felix vom Chawwerusch Theater, Bürgermeister und Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron und Projektleiter Thomas Kölsch vom Chawwerusch Theater teil. Gemeinschaftsprojekt: Stadt, Protestantischer Kirchenbezirk und Chawwerusch-Theater bringen gemeinsam das Stationentheater „Der kleine Luther“ auf den Weg. Am Auftakttreffen nahmen (v.l.n.r.) Dekan Volker Janke, die Leiterin der städtischen Kulturabteilung, Sabine Haas, Projektleiterin Felix S. Felix vom Chawwerusch Theater, Bürgermeister und Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron und Projektleiter Thomas Kölsch vom Chawwerusch Theater teil.
Erstes Gruppentreffen des Stationentheaters „Der kleine Luther“ des Chawwerusch Theaters

Landau- Der Countdown läuft: Im September und Oktober dieses Jahres führt das Chawwerusch Theater rund um die Landauer Stiftskirche das Stationentheater „Der kleine Luther“ auf. Veranstalter sind die Stadt und der Protestantische Kirchenbezirk Landau. Die rund 100 Amateurschauspielerinnen und Amateurschauspieler, die die Geschichte des früheren Landauer Stadtpfarrers Johannes Bader zum Leben erwecken, kamen jetzt zu einem ersten Treffen zusammen.

„Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Familientreffen mit neu angeheirateten Verwandten“, fasste Thomas Kölsch zusammen, der das Projekt „Der kleine Luther“ beim Chawwerusch Theater gemeinsam mit Felix S. Felix (Projektassistenz: Dagmar Brade) leitet. Viele der Spielerinnen und Spieler, die für das aktuelle Projekt ausgewählt wurden, haben bereits Chawwerusch-Theaterluft geschnuppert und sich etwa bei den beiden vorangegangenen Landauer Stationentheatern „Ziegelstein&Musenkuss“ und „Landauer Leben“ engagiert.

Beim ersten Treffen für den „Kleinen Luther“ wurden die Schauspielerinnen und Schauspieler in insgesamt fünf Gruppen eingeteilt, die jeweils von einem Chawwerusch-Profi angeleitet werden. Jede Gruppe bespielt eine Station. Erste Station wird der Platz vor dem Gemeindesaal der Stiftskirche sein, danach folgen die Stiftskirche selbst, der Rasenplatz hinter dem Gemeindesaal, der Gemeindesaal selbst sowie erneut die Stiftskirche. Jede Station bildet einen anderen Aspekt der Reformationszeit in Landau bzw. im Leben des damaligen Stadtpfarrers Johannes Baders, des „kleinen Luthers“, ab.

Beim ersten Treffen für den „Kleinen Luther“ wurden die rund 100 Amateurschauspielerinnen und -schauspieler, die das Leben des früheren Landauer Stadtpfarrers Johannes Bader zum Leben erwecken sollen, in Gruppen eingeteilt. Jede der fünf Gruppen bespielt im September und Oktober eine Station rund um und in der Stiftskirche.Landaus Bürgermeister und Kulturdezernent Dr. Maximilian Ingenthron nahm ebenfalls am ersten Gruppentreffen teil und zeigte sich begeistert vom Gemeinschaftsgeist, der durch den Gemeindesaal der Stiftskirche wehte. „Mein ausdrücklicher Dank als Kulturdezernent gilt den Schauspielerinnen und Schauspielern, die in den kommenden Monaten ihre Freizeit opfern, um den «Kleinen Luther» zu einem großen Erfolg werden zu lassen, sowie den Aktiven des Chawwerusch Theaters, die das Großprojekt professionell begleiten.“ Er sei überzeugt, dass sich die Landauerinnen und Landauer auf ein kulturelles Highlight im Herzen der Stadt freuen dürften, so Dr. Ingenthron. Vor 500 Jahren sei Weltgeschichte geschrieben worden, betonte der Kulturdezernent – die Schauspielerinnen und Schauspieler aus Landau und der Region würden diese nun in die Gegenwart transportieren und der Stadtgeschichte damit ihrerseits ein weiteres Kapitel hinzufügen. 

Dekan Volker Janke bekannte, für ihn gehe mit der nun beginnenden Realisierung des Stationentheaters ein Traum in Erfüllung. Janke war angesichts des Reformationsjubiläums auf das Chawwerusch Theater zugegangen und hatte ein gemeinsames Stationentheater rund um die Stiftskirche angeregt. Sein Dank gelte heute sowohl dem Herxheimer Theater-Ensemble als auch der Stadt Landau, die gemeinsam mit der Kirche als Veranstalter auftrete, so Janke. „Die Zeit der Reformation hat vor 500 Jahren die Welt verändert – durch unseren Stadtpfarrer Johannes Bader haben wir in Landau einen besonderen Bezug zur Reformation und den theologischen und kulturellen Veränderungen, die mit ihr einhergingen.“ Zugleich seien Fragen zu Themen wie Meinungs- und Religionsfreiheit heute aktueller denn je, so der Landauer Dekan.

Das Stationentheater „Der kleine Luther“ feiert am 21. September Premiere. Bis einschließlich 3. Oktober wird die Geschichte Johannes Baders an acht Tagen insgesamt 34 Mal aufgeführt. Karten für das Highlight im Landauer Lutherjahr sind voraussichtlich ab Mitte August erhältlich. Die fünf Schauspiel-Gruppen treffen sich in den kommenden Monaten an mehreren Wochenenden, um das Stationentheater einzuüben. 

Pressemitteilung der Stadt Landau in der Pfalz, des Chawwerusch-Theaters und des Protestantischen Kirchenbezirks Landau; Foto: Stadt Landau

30.03.2017


Von Druckern, Reformatoren und Bauernkriegen

Geschichte mal anders präsentieren, das hat sich Michael Landgraf auf die Fahne geschrieben

jüs. Lustadt- Die Zeit der Reformation in den Jahren 1500 bis 1529 hat er in einen historischen Roman gepackt, der den Titel „Der Protestant“ trägt. Passend zum Lutherjahr 2017, dachten sich der Gemeindepädagogische Dienst Germersheim, die Prot. Kirchengemeinde und die Gemeindebücherei Lustadt und holten gemeinsam mit der  Buchhandlung „Das Bücherherz“ den Neustadter Schriftsteller nach Lustadt. Und auch bei der Autorenlesung im vollbesetzten Rathaus setzte Landgraf auf unkonventionelle und anschauliche Mittel und Wege.

Im Gewand eines Druckermeisters aus Luthers Zeiten, umrahmt von Flöten- und Lautenmusik des Duos NORDVIND erzählte er Geschichtliches und Geschichten aus der Anfangszeit des Buchdrucks und der Reformation – gepaart mit Bildern und Textpassagen seines Romans. „Welches Tier hat keine Poren im Fell“ war nur eine der Fragen des Druckermeisters, als es darum ging, zu erklären, wie die Druckerschwärze auf das Papier kam.

Und natürlich durften auch ein  Ablassbrief, der Hexenhammer sowie eine der ersten in der Pfalz gedruckten Bibeln im Fundus bei der Präsentation nicht fehlen.

Landgraf verstand es in seiner Lesung ausgezeichnet, den Zuschauer in die Pfalz vor 500 Jahren zu entführen und die Zeit der Reformation und Bauernkriege plastisch näherzubringen. Sein Roman „Der Protestant“ spielt vornehmlich im Süden Deutschlands und vor allem an vielen bekannten Stätten der Kurpfalz. Hauptdarsteller des Romans ist Jakob Ziegler, Sohn eines Neustädter Weinhändlers. Zunächst in den Ängsten seiner Zeiten gefangen, begegnet der Protagonist dem Ablasshandel, aber auch Humanisten und Reformatoren, deren Ideen ihn ansprechen. Als Jurist beobachtete er Martin Luther bei der Heidelberger Disputation und beim Reichstag zu Worms. Er wird verstrickt in die Kriege gegen Franz von Sickingen und gegen die Bauern sowie in die Verfolgung der Täufer. Auf dem Speyerer Reichstag von 1529 gehört er zu den Protestanten, die sich gegen den Kaiser auf ihr Gewissen beriefen.

Landgrafs Ziel, dass die Leserinnen und Leser sich am Ende selbst ein Bild über die Zeit und die Anliegen der Reformation machen können, ging an diesem Abend voll und ganz auf.

In der Pause und im Anschluss an die szenische Lesung konnten die Zuhörer bei Brezel und Sekt mit Autor Michael Landgraf ins Gespräch kommen. Die Lustadter Buchhandlung „Das Bücherherz“ wartete mit entsprechenden Buchexemplaren auf und viele nutzen die Möglichkeit, eine Ausgabe zu erwerben und vom Autor signieren zu lassen, während die Gemeindebücherei ihre Pforten zur Nachtausleihe öffnete. „Eine rundum gelungene Veranstaltung“, war das Fazit der Ortsbeigeordneten Christine Vollrath, die sich am Ende der Lesung beim Autor und den Musikern herzlich bedankte. Foto: jüs

22.03.2017


Michael Landgraf präsentiert Geschichte mal anders - Bilderalbum

Aussöhnung ist eine Lebensaufgabe

Kirchenpräsident und Bischof: Ökumenisches Miteinander stets neu bezeugen

Otterberg- In einem Buß- und Versöhnungsgottesdienst am Sonntag in der Otterberger Abteikirche haben der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad und der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann im Reformationsjahr 2017 die Christen aller Konfessionen dazu aufgerufen, das ökumenische Miteinander immer wieder in konkretem Reden und Tun zu bezeugen. „Unsere Identität als Christen ist weit mehr als bloß eine abstrakte Idee. Sie muss sich zeigen und bewähren“, sagte Bischof Wiesemann in dem ökumenischen Gottesdienst aus Anlass des Jubiläums 500 Jahre Reformation. Unter dem Titel „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ gestalteten die Feier außerdem mit: der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen – Region Südwest (ACK), Pastor Jochen Wagner, Erzpriester Georgios Basioudis von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Ruth Raab-Zerger als Vertreterin der südwestdeutschen Mennonitengemeinden sowie die Otterberger Pfarrer Achim Dittrich (katholisch) und Harry Albrecht (evangelisch).

Die Bereitschaft, sich zu versöhnen, müsse die Grundhaltung jedes Christen sein, führten Kirchenpräsident Schad und Bischof Wiesemann in ihrer Dialogpredigt aus, in der sie auch persönliche Erfahrungen geglückter und misslungener Gemeinschaft schilderten. „Vorbei sind die Zeiten, in denen wir uns gegenseitig der Gewissheit der Hölle versicherten, statt der gemeinsamen Suche des Himmels. Von gestern ist der Fehlschluss, wonach wir aus dem Anderssein des Anderen nur die Überlegenheit des Eigenen ableiten konnten“, sagte Schad. Wo die Konfessionen im Namen Jesu versammelt seien, sei Gott mitten unter ihnen. „Freuen wir uns an der Vielfalt und demonstrieren wir glaubhaft die Fähigkeit zur Einheit“, so der Kirchenpräsident.

„Wir verschließen die Augen nicht vor dem, weswegen wir in der Vergangenheit aneinander schuldig geworden sind und es bis heute werden“, führte Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus. Die Bereitschaft, sich mit den Mitmenschen auszusöhnen, sei indes „mehr als nur ein punktuelles Geschehen. Sie ist eine Lebensaufgabe“. Die bewusste Aufarbeitung negativer Erfahrungen und das vergebende Wort seien heilsam, „weil sie helfen zu überwinden, was unserer sichtbaren Einheit noch im Wege steht“, sagte der Bischof. Das Reformationsjahr diene nicht dazu, Identität durch Abgrenzung zu gewinnen. „Wir feiern nicht uns, sondern Jesus Christus allein. So werden wir unserem gemeinsamen Auftrag gerecht“, erklärten Schad und Wiesemann.

Konkret haben sich in den Kirchengemeinden und Pfarreien bereits viele Menschen aufgemacht, im Laufe des Reformationsjahres 2017 einen ökumenisch-geistlichen Übungsweg gemeinsam zu gehen: Bis jetzt haben sich 24 Gruppen, davon sieben außerhalb der Pfalz, dem bundesweit einzigartigen Projekt unter dem Motto „zusammen wachsen“ angeschlossen. Sie wurden am Sonntag gesegnet und ausgesandt. Der Übungsweg gibt Impulse für persönliche Glaubensübungen und -erfahrungen und nimmt in der Form von Exerzitien im Alltag zentrale Themen der Reformation auf. Der dazu vom Institut für kirchliche Fortbildung bereits in zweiter Auflage herausgegebene spirituelle Leitfaden lade dazu ein, sich offen und neugierig auf den Weg zu machen und „in ökumenischer Gemeinschaft die geistigen Wurzeln, durch die wir zutiefst verbunden sind, zu erkunden“, heißt es im Vorwort.

Musikalisch umrahmten den Gottesdienst ein ökumenischer Projektchor und eine Bläsergruppe unter der Leitung des Bezirkskantors des katholischen Dekanats Kaiserslautern, Siegmar Junker, sowie der Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche der Pfalz, Jochen Steuerwald, an der Orgel. Die Abteikirche Otterberg gilt als Symbol für ein gelebtes ökumenisches Miteinander in der Pfalz. Jahrhundertelang feierten dort Katholiken und Protestanten ihre Gottesdienste unter einem Dach, aber bis 1979 durch eine Mauer getrennt. Seit 25 Jahren wird sie als Simultankirche von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt.

Hinweis: Das Übungsheft „zusammen wachsen. Ökumenisch-geistlicher Weg 500 Jahre Reformation“ kann beim Institut für kirchliche Fortbildung bestellt werden. Es kostet 10 Euro, bei einer Bestellung von zehn Exemplaren 8 Euro und von hundert Exemplaren 6 Euro.

Kontakt: Institut für kirchliche Fortbildung, Luitpoldstraße 8, 76829 Landau, Telefon 06341 / 55680571, E-Mail: info@institut-kirchliche-fortbildung.de. Mehr zum Thema: www.institut-kirchliche-fortbildung.de. lk/is; Foto: spk Archiv

12.03.2017


Ausstellung „Freiheit – Wahrheit – Evangelium“

Neuer Blick auf eine dramatische Zeit

„Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Württemberg“: Das ist der Titel der großen Ausstellung zum 500. Jubiläum der Reformation, die derzeit vom Landesarchiv Baden-Württemberg vorbereitet wird. Eröffnet wird die Schau im September 2017 in Stuttgart sowie in drei Klöstern, die damals eine wichtige Rolle spielten: in Maulbronn, Bebenhausen und Alpirsbach.

Stuttgart - Die Ausstellung wird ein Panorama der dramatischen ersten Phase der Reformation in Württemberg entfalten: Die Jahrzehnte am Beginn des 16. Jahrhunderts, als die neue Glaubenslehre Martin Luthers schließlich von Herzog Ulrich eingeführt wurde, stehen dabei im Zentrum. Ab dem 13. September wird im Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz mit zahlreichen spektakulären Exponaten eine Zeit sichtbar, in der die Menschen eine epochale Wende erlebten. Drei weitere Ausstellungen in den großen ehemaligen Klöstern Maulbronn, Bebenhausen und Alpirsbach eröffnen jeweils einen Tag später. In Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg zeigen sie, was mit der Einführung der Reformation in den Klöstern geschah – und auch, wie dramatisch und konfliktreich sich ihre Aufhebung abspielte.

WÜRTTEMBERG ALS FRÜHES BEISPIEL

Was Württemberg besonders interessant und zu einem brisanten Thema für eine solche Ausstellung im Jubiläumsjahr der Reformation macht: Nach Sachsen und Hessen war das Herzogtum eines der drei frühesten Territorien im deutschen Reich, das die Reformation einführte. Kurator Prof. Dr. Peter Rückert vom Landesarchiv Baden-Württemberg weist darauf hin, wie wichtig die Ergebnisse der jüngsten Forschung für die neue Ausstellung sind. Der Blick auf die Frühe Neuzeit hat sich in den letzten Jahren verändert. Peter Rückert erläutert: „Wie wichtig etwa der gezielte Einsatz der Medien für die enorm dynamische Entwicklung der Reformation war, weiß man jetzt aus aktuellen mediengeschichtlichen Untersuchungen.“ Neu wird auch der Fokus der Ausstellung sein: Sie nimmt die zeitgenössische Gesellschaft in den Blick und fragt nach den konkreten Einflüssen der neuen Lehre Martin Luthers in der württembergischen Bevölkerung. Weniger bekannte Lebensgeschichten werden sichtbar, etwa die des Reformators Ambrosius Blarer, der als junger Mann Mönch im Kloster Alpirsbach war. Und die Ausstellung zeigt auch die „Verlierer“ und die schwierigen Situationen, die sich aus dem politischen wie religiösen Streit um die Reformation ergaben. Damit erhält das historische Bild der Reformation eine markante Abrundung, welche die nachhaltige Durchsetzung der evangelischen Konfession in Württemberg konturiert.

ERÖFFNUNG AM 12. SEPTEMBER

Die Ausstellung, die sich an alle historisch Interessierten wendet, wird ab dem 13. September in Stuttgart zu sehen sein. Die Einzelschauen in den Klöstern eröffnen am 14. September in Maulbronn, am 15. September in Bebenhausen und am 16. September in Alpirsbach.

TERMINE. WEITERE INFORMATIONEN

 

Freiheit – Wahrheit – Evangelium. Reformation in Württemberg

Stuttgart, Kunstgebäude: 13.9.2017 – 19.1.2018

Kloster Maulbronn: 14.9.2017 – 19.1.2018

Kloster Bebenhausen: 15.9.2017 – 19.1.2018

Kloster Alpirsbach: 16.9.2017 – 19.1.2018

www.reformation-in-württemberg.de

Die Ausstellung wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.

Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und ein Aufsatzband.

Anlässlich des Reformationsjubiläums bilden die Institutionen an der Kulturmeile Stuttgart eine gemeinsame „Reformationsmeile“ mit einem vielseitigen Programm:

www.reformationsmeile-stuttgart.de

Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH

08.03.2017


„Zeit für offizielle Schritte auf dem Weg zur Ökumene“

Kirchenpräsident Schad schildert „ganz persönlichen Eindrücke“ vom Besuch bei Papst Franziskus im Vatikan – Speyer dem Pontifex als „Geburtsstadt des Protestantismus“ nahegebracht

spk. Speyer- Zutiefst beeindruckt und noch spürbar beseelt von der außerordentlich großen Herzlichkeit des katholischen Kirchenoberhauptes Papst Franziskus sowie seiner Bereitschaft, sich leidenschaftlich und hingebungsvoll mit dem Anliegen seiner Amtsbrüder von der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) für das Wachsen der Ökumene zu widmen, zeigte sich jetzt der Präsident der Evangelischen Landeskirche der Pfalz, Christian Schad. bei einem Pressegespräch unmittelbar nach seiner Rückkehr von einem Besuch im Vatikan, als dessen Höhepunkt Schad eine Privataudienz der Delegation unter der Leitung des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm bei dem katholischen Kirchenoberhaupt aus Anlass des Reformationsjubiläums 2017 bezeichnete.

Gerne erinnerte sich der Speyerer Kirchenpräsident bei dem Pressegespräch noch einmal an die langen Flure und prachtvollen Räume des Vatikans, die seine Besuchergruppe auf ihrem Weg zu dem Audienzsaal des Pontifex durchschreiten musste und die auch dem „nüchternen Pfälzer Protestanten“ Christian Schad wohl noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx und dem Leiter des „Päpstlichen Sekretariats für die Einheit der Christen“ und früheren Bischof von Basel, Kurienkardinal Kurt Koch habe das katholische Kirchenoberhaupt die deutschen Gäste schon am Eingang zum Audienzsaal mit großer Herzlichkeit empfangen und sich jeden einzelnen von Heinrich Bedford-Strohm in ihrer jeweiligen Funktion vorstellen lassen.

Kirchenpräsident Schad - evangelischerseits gemeinsam mit seinem katholischen Amtsbruder Bischof Karl Heinz Wiesemann zugleich auch Vorsitzender des Kontaktgesprächskreises zwischen der EKD und der Deutscher Bischofskonferenz sowie Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen in Deutschland (UEK) - erinnerte bei dem Treffen mit der regionalen Presse ein weiteres Mal daran, dass das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 das erste sei, „bei dem das reformatorische Erbe nicht in Abgrenzung zur katholischen Kirche herausgestellt werde“. Vielmehr – so habe es auch das Oberhaupt der katholischen Kirche wörtlich betont – gelte es in diesem Jahr vor allem, „die geistlichen und theologischen Gaben zu schätzen, die wir von der Reformation empfangen haben“. Beeindruckt zeigte sich der Kirchenpräsident aber auch von dem eindringlichen Appell des Papstes, den er gleichermaßen an katholische wie evangelische Christen gerichtet habe, auf dem Weg der Ökumene „weiter mutige Schritte“ zu gehen und dabei auch „neue Wege“ einzuschlagen. „Die Wirklichkeit der einen Taufe macht uns zu Brüdern und Schwestern in einer bereits versöhnten Verschiedenheit“, zitierte Schad den Papst weiter. Es sei deshalb die „unwiderrufliche Verpflichtung“ der christlichen Kirchen, gemeinsam das Evangelium zu bezeugen.

Sehr offen, so Schad weiter. seien indes aber auch noch „offene und schmerzhafte Punkte“ zur Sprache gekommen, wie etwa die Tatsache, dass es für konfessionsverschiedene Ehepaare katholischerseits noch immer keine „eucharistische Gastfreundschaft“ gebe.

Lesen Sie die Ansprache von Papst Franziskus im Wortlaut im SPEYER-KURIER

Kirchen können trotz unterschiedlicher Prägungen „Vorbild im Umgang mit Differenzen“ sein.

„Bei unserem Reformationsjubiläum wollen wir uns in diesem Jahr nicht auf Kosten der katholischen Kirche profilieren“, unterstrich Schad im weiteren Gesprächsverlauf. Vielmehr – und damit nahm er auch den Tenor der Ansprache des EKD-Ratsvorsitzenden auf - habe zwischen den Delegationsmitgliedern, dem Papst und den Vertretern des „Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen“ Einmütigkeit darüber geherrscht, „dass die Kirchen - trotz unterschiedlicher Prägungen - Vorbild im Umgang mit Differenzen“ sein könnten. Ziel des gemeinsamen Weges zur Ökumene dürfe allerdings ebenso wenig eine „diffuse Einheitskirche“ sein; wie bestehende Unterschiede nicht auf Dauer kirchentrennend bleiben müssten.

Schad: Reformationsjubiläum „Christusfest mit deutlichem ökumenischen“ Akzent

Wie verschiedentlich gemeldet, feiert die evangelische Kirche noch bis Ende Oktober dieses Jahres „500 Jahre Reformation“. Damit gedenkt sie der Veröffentlichung der 95 Thesen des Reformators Martin Luther am 31. Oktober 1517, mit denen dieser gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit auftrat. Dieser Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg gilt seit damals als Ausgangspunkt für die weltweite Reformation, die die Spaltung der abendländischen Kirche zur Folge hatte. Wie Schad hervorhob, werde dieser 500. Jahrestag und das gesamte Jubiläumsjahr deshalb als „Christusfest mit einem deutlichen ökumenischen Akzent“ gefeiert.

Ganz im Zeichen der Ökumene habe Papst Franziskus übrigens schon am 31. Oktober vergangenen Jahres auf Einladung des Lutherischen Weltbundes an der Eröffnung des Festjahres „500 Jahre Reformation“ im Dom der schwedischen Stadt Lund teilgenommen – in einem Gotteshaus, das übrigens den maßstabsgetreuen Nachbau des Speyerer Domes darstellt.

Lesen Sie die Ansprache des Ratsvorsitzenden der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, im Wortlaut im SPEYER-KURIER

In einem zweiten, persönlichen Gespräch zum Abschied habe Schad schließlich noch die Gelegenheit genutzt, dem katholischen Kirchenoberhaupt Speyer als „die Geburtsstadt des Protestantismus“ nahebringen und ihn mit der „Union“ evangelisch-lutherischer und reformierter Christinnen und Christen vertraut zu machen, die sich schon im Jahr 1818 zu einer Kirche zusammengeschlossen haben. Dabei habe er auf die Inschrift am Domportal hingewiesen, die mit ihrem Aufruf zum „Ut unum sint“ - „Auf dass alle eins seien“ (abgeleitet aus dem Johannes-Evangelium 17;11 ) schon früh zur Gemeinschaft aller Christinnen und Christen gemahnt habe.

Stimme erheben „gegen Mauern und Tendenzen der Abschottung und für die humanitäre Verpflichtung, Solidarität mit den Schwächsten zu zeigen“

Anlässlich des Empfangs in der Waldenser Kirche hielt Kirchenpräsident Christian Schad ein Grußwort.Wie Kirchenpräsident Schad weiter berichtete, habe zum Programm der Romreise auch ein Austausch mit der „Chiesa Evangelica Valdese“, der Evangelischen Waldenser Kirche und mit der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom gehört. In seinen Gottesdiensten habe er die heute noch „in Europa und der ganzen Welt spürbaren Impulse der reformatorischen Kirchen“ hervorgehoben. Zugleich habe er aber auch dafür geworben, dass Christen gemeinsam ihre Stimme erheben sollten „gegen Mauern und Tendenzen der Abschottung und für die humanitäre Verpflichtung - solidarisch mit den Schwächsten“, gerade auch mit denen, die auch heute auf der Flucht vor Krieg und Terror seien.

Lesen Sie die Predigt von Kirchenpräsident Schad im Wortlaut im SPEYER-KURIER

An der Delegationsreise der EKD hatten außer dem EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm, auch die stellvertretende Ratsvorsitzende Präses Annette Kurschus, die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, die Ratsmitglieder Andreas Barner, Präses Michael Diener, Bischof Markus Dröge, Elisabeth Gräb-Schmidt, Kirchenpräsident Volker Jung und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann teilgenommen. Foto: epd-bild; © L'Osservatore Romano; gc

09.02.2017


Kirchenpräsident Schad schildert „ganz persönlichen Eindrücke“ vom Besuch bei Papst Franziskus - Bilderalbum

 

Ansprache von Papst Franziskus

Anlässlich der Audienz einer Delegation  der Evangelischen Kirche in Deutschland im Vatikan  am 6. Februar 2017

Liebe Brüder und Schwestern,

mit Freude heiße ich Sie willkommen und begrüße Sie herzlich. Ich danke Herrn Landesbischof Bedford-Strohm für seine freundlichen Worte und freue mich über die Anwesenheit von Kardinal Marx: Dass der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz die Delegation der evangelischen Kirche in Deutschland begleitet, ist eine Frucht langjähriger Zusammenarbeit und Ausdruck einer im Laufe der Jahre gereiften ökumenischen Beziehung. Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diesem segensreichen Weg des geschwisterlichen Miteinanders vorankommen und mutig und entschlossen auf eine immer vollkommenere Einheit hin fortschreiten. Wir haben die gleiche Taufe: Wir müssen zusammen gehen, ohne müde zu werden!

Es ist bedeutsam, dass anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation evangelische und katholische Christen das gemeinsame Gedenken der geschichtsträchtigen Ereignisse der Vergangenheit zum Anlass nehmen, um Christus erneut ins Zentrum ihrer Beziehungen zu stellen. Gerade „die Frage nach Gott“, die Frage: „Wie kriege ich einen gnädigen Gott?“ war „die tiefe Leidenschaft und Triebfeder [des] Lebens und [des] ganzen Weges“ von Martin Luther (BENEDIKT XVI., Begegnung mit den Vertretern der evangelischen Kirche in Deutschland, 23. September 2011). Was die Reformatoren beseelte und beunruhigte, war im Grunde der Wunsch, den Weg zu Christus zu weisen. Das muss uns auch heute am Herzen liegen, nachdem wir dank Gottes Hilfe wieder einen gemeinsamen Weg eingeschlagen haben. Dieses Gedenkjahr bietet uns die Gelegenheit, einen weiteren Schritt vorwärts zu tun, indem wir nicht grollend auf die Vergangenheit schauen, sondern im Sinne Christi und in der Gemeinschaft mit ihm, um den Menschen unserer Zeit wieder die radikale Neuheit Jesu und die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes vor Augen zu stellen: genau das, was die Reformatoren in ihrer Zeit anregen wollten. Dass ihr Ruf zur Erneuerung Entwicklungen auslöste, die zu Spaltungen unter den Christen führten, war wirklich tragisch. Die Gläubigen erlebten einander nicht mehr als Brüder und Schwestern im Glauben, sondern als Gegner und Konkurrenten. Allzu lange haben sie Feindseligkeiten gehegt und sich in Kämpfe verbissen, die durch politische Interessen und durch Machtstreben genährt wurden, und scheuten bisweilen nicht einmal davor zurück, einander Gewalt anzutun, Bruder gegen Bruder. Heute hingegen sagen wir Gott Dank, dass wir endlich „alle Last […] abwerfen“ und brüderlich „mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken“ (Hebr 12,1–2).

Ich bin Ihnen dankbar, weil Sie vorhaben, mit diesem Blick gemeinsam in Demut und mit Freimut eine Vergangenheit anzugehen, die uns schmerzt, und in Kürze miteinander einen bedeutenden Akt der Buße und der Versöhnung zu vollziehen: einen ökumenischen Gottesdienst unter dem Leitwort „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“. So werden Sie – Katholiken und Protestanten in Deutschland – betend auf den starken Ruf antworten können, den Sie im Ursprungsland der Reformation gemeinsam vernehmen: in Gott das Gedächtnis zu reinigen, um innerlich erneuert und vom Heiligen Geist ausgesandt, dem Menschen von heute Jesus zu bringen. Mit diesem Zeichen und weiteren für dieses Jahr vorgesehenen Initiativen – der gemeinsamen Pilgerreise ins Heilige Land, der gemeinsamen Bibeltagung zur Vorstellung der neuen Bibelübersetzungen und dem ökumenischen Tag zum Thema der gesellschaftlichen Verantwortung der Christen – beabsichtigen Sie, dem Christusfest, das Sie anlässlich des Reformationsgedenkens gemeinsam feiern wollen, eine konkrete Gestalt zu verleihen. Mögen die Wiederentdeckung der gemeinsamen Glaubensquellen, die Heilung der Erinnerung in Gebet und Nächstenliebe sowie die praktische Zusammenarbeit bei der Verbreitung des Evangeliums und dem Dienst an den Mitmenschen Impulse sein, um noch rascher auf dem Weg voranzukommen.

Dank der geistlichen Verbundenheit, die sich in diesen Jahrzehnten des ökumenischen Miteinanders gefestigt hat, können wir das beiderseitige Versagen an der Einheit im Kontext der Reformation und der nachfolgenden Entwicklungen heute gemeinsam beklagen. Zugleich wissen wir – in der Wirklichkeit der einen Taufe, die uns zu Brüdern und Schwestern macht, und im gemeinsamen Hören auf den Geist – in einer bereits versöhnten Verschiedenheit die geistlichen und theologischen Gaben zu schätzen, die wir von der Reformation empfangen haben. In Lund habe ich am vergangenen 31. Oktober [2016] dem Herrn dafür gedankt und für die Vergangenheit um Vergebung gebeten. Für die Zukunft möchte ich unsere unwiderrufliche Verpflichtung bekräftigen, gemeinsam das Evangelium zu bezeugen und auf dem Weg zur vollen Einheit voranzuschreiten. Indem wir dies gemeinsam tun, kommt auch der Wunsch auf, neue Wege einzuschlagen. Immer mehr lernen wir, uns zu fragen: Können wir diese Initiative mit unseren Brüdern und Schwestern in Christus teilen? Können wir zusammen eine weitere Wegstrecke zurücklegen?

Die weiter bestehenden Differenzen in Fragen des Glaubens und der Ethik bleiben Herausforderungen auf dem Weg zur sichtbaren Einheit, nach der sich unsere Gläubigen sehnen. Der Schmerz wird besonders von den Eheleuten empfunden, die verschiedenen Konfessionen angehören. Besonnen müssen wir uns mit inständigem Gebet und all unseren Kräften darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse zu überwinden durch eine Intensivierung des theologischen Dialogs und durch eine Stärkung der praktischen Zusammenarbeit unter uns, vor allem im Dienst an denen, die am meisten leiden, und in der Fürsorge für die bedrohte Schöpfung. In einer Zeit, in der die Menschheit durch tiefe Risse verwundet ist und neue Formen von Ausschließung und Ausgrenzung erfährt, ruft die dringende Aufforderung Jesu zur Einheit (vgl. Joh 17,21) uns wie auch die gesamte Menschheitsfamilie auf den Plan. Auch daher ist unsere Verantwortung groß!

In der Hoffnung, dass diese Begegnung die Gemeinschaft zwischen uns weiter stärkt, bitte ich den Heiligen Geist, der Einheit schafft und erneuert, Sie auf Ihrem gemeinsamen Weg mit dem Trost, der von Gott kommt (vgl. 2 Kor 1,4), zu kräftigen und Ihnen seine prophetischen und kühnen Wege aufzuzeigen. Von Herzen rufe ich den Segen Gottes auf Sie alle und auf Ihre Gemeinschaften herab und bitte Sie, im Gebet an mich zu denken. Ich danke Ihnen sehr [und möchte Sie einladen, jetzt zusammen das Vaterunser zu sprechen]. © Copyright – Libreria Editrice Vaticana

09.02.2017


Rede vor Papst Franziskus am 6. Februar 2017

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland

„Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.“

Mit diesen Worten aus dem Ezechiel-Buch – es ist die ökumenische Jahreslosung 2017 in Deutschland - grüßen wir Sie sehr herzlich, hochverehrter Papst Franziskus und Bruder in Christus. Wir sind dankbar für die Möglichkeit, nach unserem ersten Treffen im April letzten Jahres und der Begegnung mit meiner Stellvertreterin Annette Kurschus vor wenigen Wochen nun mit einer Delegation der EKD Ihnen persönlich begegnen zu können. 

Eine besondere Freude ist es für uns alle, dass uns Kardinal Marx begleitet, ist dies doch Ausdruck einer tiefen ökumenische Verbundenheit unserer beiden Kirchen in Deutschland. Und diese Verbundenheit gründet nicht zuletzt in der Sehnsucht nach „einem neuen Herz und einem neuen Geist“, der nicht nur uns verbinden kann, sondern auch die Welt um uns herum verbinden kann in der Barmherzigkeit Gottes. 

I.

Barmherzigkeit - dieses Leitmotiv ihres Pontifikats ist für uns eng mit dem Geschenk der Gnade (sola gratia) verbunden. Es treibt  auch uns an, der Vergebung und der Güte weiten Raum zu geben.

Die Welt im Jahre 2017 braucht das gemeinsame Zeugnis der christlichen Kirchen. Wo Barmherzigkeit und Mitgefühl verweigert werden, bedroht die „soziale Sünde“ das Zusammenleben der Menschen. Unsere Mitmenschlichkeit soll eingemauert werden.

Ein neuer Populismus in verschiedenen Ländern überhöht die eigene Nation und grenzt große Gruppen von Menschen aus. Flüchtlinge sind keine „Flut“ und kein „Strom“. Sondern Menschen mit Würde, geschaffen zum Ebenbild Gottes. Verantwortlich handeln im christlichen Sinne heißt, mitzuhelfen, dass Menschen, die vor Terror und Gewalt fliehen, einen Ort finden, an dem sie sicher leben können. Im Namen Jesu Christi sind wir gemeinsam Botschafter der Barmherzigkeit gegen Angst, gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung. Die christlichen Kirchen sollten 2017 weltweit gemeinsam ihre Stimme erheben, um in unseren Ländern Mut zu machen, auch in Zukunft solidarisch mit Menschen auf der Flucht vor Terror und Krieg zu sein und die Lasten dabei so breit wie möglich zu verteilen. Die Länder in den Krisenregionen dieser Welt, die vielen Millionen Menschen Zuflucht geboten haben, gilt es zu stärken; und die Fluchtursachen gilt es in den Ländern, aus denen sie fliehen, zu bekämpfen. Mit Mauern, Zäunen oder Gleichgültigkeit kommt die internationale Staatengemeinschaft ihren humanitären Verpflichtungen nicht nach.

Unsere Welt muss sich auf den Weg machen - hin zu einem neuen Herz und zu einem neuen Geist der Buße und Umkehr. So wie es Martin Luther in seiner ersten These vor 500 Jahren auf den Punkt gebracht hat: „Unser ganzes Leben sei Buße“. 

II.

Die Erinnerung an die Ereignisse vor 500 Jahren beschäftigt unsere beiden Kirchen in Deutschland seit vielen Jahren; es ist ein „Wunder vor unseren Augen“ (Psalm 118, 23), dass wir nach so langer Zeit der Feindschaft und des gegenseitigen Verurteilens nun dieses Datum gemeinsam als Christusfest bedenken und feierlich gestalten können. Der Verweis auf Jesus Christus und der von ihm erwirkten Rechtfertigung des Sünders war vor 500 Jahren die entscheidende Intention der Reformatoren (solus Christus), sie ist auch heute das vornehmste Ziel aller Jubiläumsgestaltung. Denn in ihr gründen die kritischen Kräfte des reformatorischen Glaubens, der uns befreit, in die Verantwortung ruft, uns Gewissheit schenkt und unsere Liebe zur Bibel bis heute motiviert.

Es ist uns darum ein großes Anliegen, ein Gastgeschenk mitzubringen, das die theologische Basis dieser Überzeugung spiegelt: Die Hochschätzung der Heiligen Schrift (sola scriptura). Es ist mir eine Ehre, Ihnen heute eine besondere Ausgabe der jüngst revidierten Heiligen Schrift in der Übersetzung von Martin Luther zu überreichen. Die Lutherbibel prägt nicht nur Sprachempfinden und Bildreichtum, sondern trägt bis heute den neuen Geist der Barmherzigkeit und das lebendige Herz der Empathie in viele Herzen und Häuser. 

III.

Hochgeschätzter Papst Franzskus, nicht zuletzt auf der gemeinsamen Pilgerreise zu den Quellen unseres Glaubens in Israel und Palästina haben wir wieder erfahren, wie gut und auch belastbar unsere Gemeinschaft ist. Und doch mussten wir auch erfahren, wie schmerzhaft es ist, dass manche Differenzen zwischen unseren Kirchen uns und viele Menschen beschweren. In Familien ist das mitunter schmerzhafte Realität: Wer Kinder, Enkel und Freunde teilt, wird am Tisch des Herrn getrennt. Und so hat auch unsere gemeinsame Israel-Reise den Schatten bleibender Trennung am Tisch des Herren erfahrbar gemacht. Im Geist der Versöhnung haben wir bereits viele ökumenische Fortschritte erzielt, die unsere Ausstrahlungskraft und Glaubwürdigkeit vor der Welt (Joh 17,20) stärken.  Deswegen freuen wir uns sehr, wenn wir miteinander den Weg zu noch größerer eucharistischer Gemeinschaft suchen. Es gibt ein tiefes Bedürfnis so vieler Menschen, die Gemeinsamkeiten unserer Kirchen trotz bleibender Unterschiedenheit gestärkt zu sehen.

IV.

Unsere Kirchen empfinden dabei eine besondere Verantwortung für die Weiterentwicklung der Ökumene, denn bei uns in Deutschland brachen die Trennungen auf. Und wir sind davon überzeugt, dass wir ein neues Kapitel aufzuschlagen gerufen sind, um neue Wege zur Verständigung zu finden. Dabei wollen wir anknüpfen bei einer besonderen Versöhnungsgeschichte in unserem Land: Im Jahr 2007 konnte die sogenannte Magdeburger Tauferklärung in großer ökumenischer Gemeinschaft beschlossen werden, gemäß der alle Kirchen die auf den Namen Jesu Christi vollzogene Taufe gegenseitig anerkennen. Dies war ein bedeutsamer Schritt, ist doch die Taufe „das sakramentale Band der Einheit aller Christen“ (Unitatis redintegratio, 22). Die Taufe gliedert uns ein in den einen Leib Christi. Wir sind in ihm immer schon gemeinsam berufen, Zeugen*innen Jesu Christi und seiner Barmherzigkeit zu sein. Diesen Gedanken haben auch Sie, lieber Papst Franziskus, vor einem Jahr in besonderer Weise unterstrichen: Die Teilhabe am Taufsakrament bildet für alle Christen ein unlösbares Band. Wir sind ein „heiliges Volk“, auch wenn wir aufgrund unserer Sünden noch nicht völlig geeint sind: „Gottes Barmherzigkeit ist stärker als unsere Spaltungen“. Darum suchen wir einen vertieften Dialog mit Ihrer Kirche über die Taufe und ihre Bedeutung für weiterführende Wege der Ökumene. Wie damals mit Ihrem verehrten Vorgänger Johannes Paul II neue Gespräche im Blick auf die Frage der Lehrverurteilungen angeregt wurden, wollen wir heute gemeinsam einen neuen Ansatz suchen, um keine Stagnation in der Ökumene aufkommen zu lassen. Dafür wünschen wir uns Ihre Unterstützung. Denn unsere Situation in Deutschland ist eine durch die Leuenberger Konkordie von 1973 sehr besondere, sind doch in der EKD lutherische, reformierte und unierte Kirchen zusammengeschlossen, die in ein Gespräch mit den katholischen Geschwistern eintreten. So kann in der Konzentration auf Jesus Christus die Vielfalt theologischer Perspektiven und der Reichtum reformatorischer Einsichten einfließen in die Suche nach neuen gemeinsamen Wegen zur Versöhnung unserer Kirchen.

V.

Hochverehrter Papst Franziskus, Sie haben den Ton der Güte und Barmherzigkeit für jeden Menschen neu und stark erklingen lassen. Die Freude des Evangeliums, so haben Sie zu Beginn Ihres Pontifikates geschrieben, erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Wir sind als Geschwister in Christo dankbar für die klaren Orientierungen, die von Ihnen ausgehen. Denn die Konzentration auf den Kummer eines jeden Einzelnen und auf seine je konkrete Situation als gefallener, zerrissener, `lazarettbedürftiger´ Mensch ist auch unser zentrales Anliegen. Unsere Kirchen sind kein Selbstzweck, sondern gemeinsam die eine Kirche für andere. Wir rufen in versöhnter Verschiedenheit der geistlichen Gaben unserer Kirchen zusammen den Gott an, der uns allen ein neues Herz und einen neuen Geist geben will. Im Gebet und in dieser festen Hoffnung sind wir schon heute vereint.

09.02.2017


Predigt von Kirchenpräsident Christian Schad im Abendmahlsgottesdienst

Am 6. Februar 2017, in der Christuskirche der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom

Predigttext: Lukas 15, 11-32

Liebe Gemeinde!

Gibt es etwas Schöneres, als in der Epiphaniaszeit im Jahr des Reformationsjubiläums nach so reichen ökumenischen Begegnungen heute mit Papst Franziskus und Kardinal Koch einen Gottesdienst zu feiern, der uns als Christen am Tisch des Herrn zusammenführt – hier, in der Christuskirche der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom?!

Noch schmerzt die Trennung, die wir gerade bei der Feier des Abendmahles erfahren. Besonders die konfessionsverbindenden Paare und Familien sehnen sich hier nach sichtbarer Einheit. Darüber haben wir gesprochen!

Kein anderer als Martin Luther teilt diese Sehnsucht. Er betet in seinem Betbüchlein von 1522:
„Wir … bitten dich und flehen dich an: Du wollest durch den Heiligen Geist alles Zerstreute zusammenbringen, das Geteilte vereinen und ganz machen, wollest auch geben, dass wir uns zu deiner Einigkeit wenden, deine einzige, ewige Wahrheit suchen, von allem Zwiespalt lassen,
auf dass wir eines Sinnes gerichtet seien auf Jesus Christus.“

Freilich, seine Hinwendung zum Evangelium hat im 16. Jahrhundert neue Mauern entstehen lassen. Mauern, über die wir springen wollen: „Mit meinem Gott kann ich Mauern überspringen!“, so heißt es im 18. Psalm. Gott selbst also hilft uns dabei!

Er will, dass die jahrhundertealten Mauern zwischen unseren Kirchen eingerissen werden, damit es zur versöhnten Vielfalt kommen kann: zu Begegnungen zwischen uns Menschen und dem auf uns wartenden, immer neu auf uns zukommenden gnädigen Gott!

Denn Gott ist, wie der Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Wir haben die Lesung aus dem Lukasevangelium gehört. Und schon die Eingangsszene hat es in sich: „Ein Mensch hatte zwei Söhne.“ Der Jüngere von beiden sucht das Weite. Er lässt sich sein Erbe auszahlen und macht sich vom Acker. Und das ganz wörtlich: Er lässt den Acker zurück, den Boden, den Vater, den Bruder, das Haus, die Heimat. Er nimmt sein Erbe und geht. Hier haben wir das ganze Familiendrama: von Ablösung und Geschwisterrivalität, von Autoritätskonflikten und Freiheits-Sehnsucht.

Eine geradezu mythische Aufladung schwingt da mit: Sohn und Vater, Bruder und Bruder, Erbe und Scholle, Heimat und Fremde.

Es ist ein Männermythos – eng verwoben mit der patriarchalen Welt seiner Zeit. Und dennoch aktuell, durchlässig auch: für die Dramen der Töchter – und ihren Wunsch nach Emanzipation – und der Suche nach dem eigenen Weg.

Der jüngere Sohn zieht davon. Zieht in die Fremde, in das Land ohne Namen. Endlich frei sein von den Normen väterlicher Autorität! Endlich nicht mehr nur „das Gutsherrensöhnchen“ sein. Schluss mit dem ewigen Gemessen Werden am Älteren. Endlich entdecken, wer man selber ist: jenseits der Rollen, der Zuschreibungen und Erwartungshorizonte der Anderen.

Diese Freiheit ist ein hohes Gut: Sehnsucht aller Geknechteten dieser Erde, aller Abhängigen und Eingesperrten und auf Rollen, Stand und Tradition Fixierten.

„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan“,
mit diesem Ruf zur Freiheit begann auch die Reformation. So wollte Luther seine Kirche erneuern, sie zur Freiheit befreien: Sie nicht trennen – keine neue Kirche gründen, sondern sie re-formieren.

Die im 16. Jahrhundert dann doch entstandene Kirchenspaltung, sie ist zu beklagen. Und wie schmerzhaft sie ist, macht die fehlende Gemeinschaft am Tisch des Herrn jeder und jedem offenbar. Diese Wirkungsgeschichte aber darf nicht den Blick verstellen auf die Grundanliegen der Reformation, die als Ruf zur Freiheit und zur geistlichen Erneuerung heute neu zu hören sind.

Freilich, Luther hat erkannt: Die Freiheit, sie ist immer Verheißung und Abgrund zugleich. Denn das Leben reißt so leicht. Etwas schlingert, gerät aus der Spur und schon ist aus dem Freiheitsdrang ein Sturz in die Einsamkeit geworden.

Liebe Gemeinde, zahllos sind die Dramen, die aus missglückter Freiheit entspringen. Zahllos die Geschichten familiärer und politischer Niederlagen, in denen die Freiheit ihr Maß nicht findet und in Zerstörung umschlägt.

Eine Zeit lang lief alles gut auch: für den Sohn, in jenem fernen Land. Er fand einen Haufen junger Leute, die dachten, wie er. Einige hatten Geld, andere keins – das war egal. Man teilte alles und feierte viel: Schlug über die Stränge, kannte keine Grenzen, keine Verbote, kein Maß.

Als das Geld ausging, kümmerte sich jeder zuerst um sich selbst. Was mit einem freien Leben begann – mit Genuss in vollen Zügen –, gerät in Jesu Gleichnis bald auf eine abschüssige Bahn. Der Weg, der als Wanderung in die Freiheit begann, ist an sein Ende gekommen. Dass der verlorene Sohn dies erkennt, leitet die Wende ein.

Liebe Schwestern und Brüder, selbstverständlich ist das nicht! Wie oft klammern wir uns an Verhältnisse, die längst unhaltbar geworden sind: an Beziehungen, die uns ins Verderben stürzen, an Einsichten, deren Zeit längst abgelaufen ist. Wie oft klammern wir uns an Strukturen, die wir als überholt erkannt haben – auch in unseren Kirchen und Gemeinden. Wie viel Verdrossenheit und falsches Beharren gibt es, weil gehalten werden soll, was längst nicht mehr zu halten ist. Wie oft verbunkern wir uns in törichtem Trotz.

Es ist schwer, zuzugeben, dass man am Ende ist. Denn diese Einsicht ist – in einer auf Stärke und Unabhängigkeit versessenen Welt –  das Schlimmste!

Es heißt von dem Sohn, er sei „in sich gegangen“. Und: „In-sich-gehen“ meint, nach innen zu schauen: genau hinzusehen, was eigentlich los ist. Die Wahrheit nicht zu scheuen. Mich nicht selbst zu täuschen über meine Absichten, meinen Weg, meine Lage. Hinsehen auch dann, wenn es weh tut und die Scham zu brennen beginnt: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin nicht wert, dein Sohn zu heißen.“ Zweimal steht dieser Satz im Gleichnis.

Sind wir bereit, ihn zu hören? Oder möchten wir ihn am liebsten überspringen, um sogleich zum Vater zu schwenken, der dem Sohn – kaum hat er ihn am Horizont entdeckt – entgegenläuft?

Das ist ja das Umwerfende: Wie dieser alte Patriarch seine Würde fahren lässt und läuft, dass ihm die Kleider um die Beine wehen und die Arme sind weit ausgebreitet, ganz weit, so dass sich der Sohn in sie hineinwerfen, in sie hinein flüchten kann: „Alles ist wieder gut. Du musst gar nichts sagen – du bist wieder da, nichts anderes zählt!“

Unvermittelt befinden wir uns in einem Happy End und die Geschichte bekommt eine Süßlichkeit, einen kitschigen, falschen Ton. Aber so, liebe Gemeinde, geht das Gleichnis nicht! Groß steht da der Satz: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir!“ Ohne dieses Bekenntnis geht es nicht. Ohne die Einsicht in das Versagen, ohne die Einsicht, dass die Verlorenheit, in die der Sohn geraten ist, etwas mit seiner Schuld zu tun hat.

Aber schon höre ich die Abwehr: Muss das denn sein: diese Selbst-bezichtigung? Dieses verzweifelte Schlagen an die eigene Brust? Brauchen wir – im Jahr des Reformationsjubiläums – überhaupt einen zentralen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim?, so fragen entsprechend die Kritiker.

Von einer „Schuldkultur“ hat der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich gesprochen. Und er meinte damit jenen unrühmlichen Zusammenhang aus Christentum und Kirche auf der einen und autoritärer Erziehung auf der anderen Seite, mit dem Menschen klein und ängstlich und manipulierbar gemacht werden sollten. Es gibt in der Tat eine Missbrauchsgeschichte der Schuld: das ist wahr! Wir sollten das nicht vergessen. Es gibt aber auch die andere Gefahr und die heißt Oberflächlichkeit! Verlust jeder Tiefendimension. Verdrängung der dunklen Seiten, gerade auch in mir. Schuld wird dann nur noch außen gesucht: bei den Anderen, den Strukturen, den Verhältnissen.

Was aber uns selbst betrifft, das wird allenfalls unter dem Begriff: „Schuldgefühl“ abgehandelt – jenes unfruchtbare und beklemmende Rumoren, das einem das Leben vergällen kann und das man mit sich ‘rumschleppt, wie den eigenen Schatten, über den zu springen doch so schwer ist. Das Schuldbekenntnis, das der Sohn ausspricht, hat mit diesen Schuldgefühlen nichts zu tun. Das Schuldbekenntnis hier ist vielmehr ein Schritt zur Klarheit: das Ende der Selbsttäuschung, ein Blick in die Tiefe der eigenen Existenz. Erst dadurch wird der Weg frei: zum Vater!

Darum, liebe Schwestern und Brüder, ist es gut, auch die Schuldgeschichte unserer je eigenen Kirchenfamilien beim Namen zu nennen und Gott um Vergebung zu bitten. So haben kürzlich der Papst und Vertreter des Lutherischen Weltbunds in Lund offen benannt, was an Entwürdigendem zwischen uns stand. Und indem wir es als Schuld vor Gott bringen, wird auch der Weg zueinander und füreinander frei. Nichts soll sich mehr zwischen uns stellen: Versöhnung ist möglich!

Doch wir sind noch nicht am Ende. Da gibt es noch den anderen Sohn, den, der täglich seine Pflichten getan hat: der zu Hause geblieben ist, die Arbeit für den Bruder mit erledigt hat. Er sieht die Freude des Vaters, hört von der Vorbereitung des Festes und in ihm steigt die Wut hoch. Er kann es nicht verstehen: Hat er nicht den Hof am Leben gehalten? Hat er nicht den Vater versorgt und sich um alles gekümmert? Und nun kommt der Bruder zurück, zerlumpt und mit leeren Taschen und der Alte rennt ihm entgegen, lässt ein kostbares Gewand holen, Schuhe und Ring, und ein Fest soll es geben mit deftigem Braten. „Sollen sie doch aber ohne mich!“

Verstehen Sie ihn, diesen älteren Sohn? Ich verstehe ihn! Verstehe sein Verletztsein, seine Empörung. Es ist: wie eine große Ent-Täuschung. Denn er war der Täuschung aufgesessen, er sei der einzig wahre Sohn, der die Tradition der Familie am Leben erhält.

Das Herz des Vaters aber war größer, als er dachte: „Mein lieber Sohn, was mein ist, das ist auch dein. Du solltest fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden. Er war verloren und ist wiedergefunden.“

Am Ende, liebe Gemeinde, bleibt offen, ob der Erstgeborene sich versöhnen lässt: ob er sich einladen lässt und die Freude mit empfindet, die sein Vater ihm ans Herz legt; nein, Gott hört nicht auf, zu rufen. Auch uns ruft er heute zu: Lasst euch versöhnen!

All die falschen Bilder vom jeweils Anderen, all die Vorurteile gegen Protestanten, Katholiken, Orthodoxe, Freikirchler, sie sollen aus unseren Köpfen und Herzen weichen! Ein gemeinsames Fest soll gefeiert werden: wie das vorweggenommene Mahl im Reich Gottes: die versöhnte Gemeinschaft der Vielen, der Verschiedenen, die doch eins sind im Vaterhaus.

Und so, wie die Barmherzigkeit des Vaters den Alltag seiner Söhne verändert, so gehört auch für uns die Verantwortung für Notleidende zur not-wendenden Freiheit eines Christenmenschen.

Entsprechend formulierte Luther seine zweite These: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Und das bedeutet heute: die Verantwortung für Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror; die Verantwortung für Asylsuchende, die in Angst vor ihrer Abschiebung leben; für entwurzelte Menschen in unserer Stadt; für solche, die sich von unserer immer schneller verändernden Welt überfordert sehen; für verarmte Menschen, die nicht mehr mithalten können: mit den Anforderungen dieser Gesellschaft: Auch sie sollen die ausgestreckten Arme des Vaters spüren.

Freiheit und Dienst, liebe Schwestern und Brüder, gehören notwendig zusammen! Und so ist es unsere gemeinsame, unsere ökumenische Aufgabe das Evangelium klar zu bezeugen in Wort und Tat, damit alle etwas spüren von Gottes Barmherzigkeit, von seiner Gerechtigkeit und von seinem Frieden.

Amen.

09.02.2017


Schulterschluss im Wahl‐ und Reformationsjahr 2017

Evangelische Jugend der Pfalz und Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer vereinbaren enge Zusammenarbeit

v.l.: Florian Geith, Lena Schmidt, Carsten LeinhäuserSpeyer/Kaiserslautern- „Was  uns vereint, ist ein festes Zusammenstehen für eine starke Demokratie“. In den vergangenen Tagen trafen sich die Leitungen, Referentinnen und Referenten der Evangelischen Jugend Pfalz und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer in Kaiserslautern. Im Zentrum des jährlichen  Austausches standen die großen Herausforderungen, denen sich Demokratien aktuell weltweit stellen müssen. Die Vertreter der evangelischen und der katholischen Jugend sind überzeugt: Eine starke Demokratie ist Ziel allen jugendpolitischen Handelns der großen Kirchen in Deutschland. Beide Jugendvertretungen arbeiten seit Jahren eng vernetzt im Landesjungendring Rheinland‐Pfalz. Im Wahl‐ und Reformationsjahr 2017 möchten sie ihre Gemeinsamkeiten, insbesondere in der politischen Arbeit deutlich herausstellen und sich gemeinsam als Jugend der Kirchen positionieren.

„Wir beobachten sehr aufmerksam, wie sich undemokratisches Verhalten und Gedankengut ausbreitet, auf welchen fruchtbaren Boden es fällt und unsere Gesellschaft immer mehr aushöhlt. Konfessionelle Jugendverbände sind seit jeher „Schulen der Freiheits‐ und Demokratiefähigkeit“ und gerade jetzt gefordert, Jugendverbandsarbeit als Grundlage einer starken Zivilgesellschaft neu ins Bewusstsein zu rufen“, betont Florian Geith, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche Pfalz.

"Unsere Demokratie hat nur dann eine Zukunft, wenn sie jungen Menschen Räume bietet, sich zu beteiligen. Sie ist nur dann stark, wenn sie rechtspopulistischer Meinungsmache die Stirn bietet und für Gerechtigkeit und Freiheit eintritt", erklärt BDKJ‐Diözesanvorsitzende Lena Schmidt. "Wir machen das, weil uns die Botschaft Jesu dazu antreibt", ergänzt BDKJ‐Diözesanpräses Carsten Leinhäuser. "Weil sie uns davon überzeugt, dass Gott eine bunte, vielfältige Welt erschaffen hat. Keine eintönig‐ braune Welt, in der nur Ausgrenzung und Hass das Sagen haben."

"Schulterschluss Gruppe" Leitungen und ReferentenMit dem symbolischen Schulterschluss wollen die Jugendorganisationen beider Kirchen im Wahl‐ und Reformationsjahr ein deutliches Zeichen für Freiheit, Frieden und eine starke Demokratie setzen. Diese Anliegen haben durch den erstarkenden Rechtspopulismus und das große Misstrauen in die Medien im vergangenen Jahr deutlich an Brisanz gewonnen.  

Die Jugendorganisationen beider Konfessionen führen 2017 parallel zwei  Kampagnen durch: Am 16. September 2017 veranstaltet die Evangelische Jugend Pfalz anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ ein großes Jugendfestival in Kaiserslautern rund um die Stiftskirche. Es steht unter dem Motto "FreiTräume". Unter diesem Leitgedanken sind alle Gremien und Gruppierungen der Evangelischen Jugend Pfalz aufgerufen, eigene Beiträge zu entwickeln, so dass sich Evangelische Jugend an diesem Tag mit ihren Inhalten, Themen, Zukunftsvorstellungen und gesellschaftspolitischen Forderungen als lebendiger und zukunftsorientierter Jugendverband präsentieren  wird.  

Der BDKJ Speyer wird im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 mit der Aktion "Zukunftszeit" symbolisch 35.000 Stunden für ein buntes Land sammeln. Die Stundenzahl entspricht in etwa der Dauer einer Legislaturperiode des Deutschen Bundestages. Der BDKJ positioniert sich mit der bundesweiten Aktion für ein weltoffenes Deutschland. Der Abschlussevent der Zukunftszeit findet zeitgleich zum FreiTräume‐Festival am 16. September statt. Beide  Kampagnen verbindet das klare Ziel, als kirchliche Jugend gemeinsam politische Stärke zu zeigen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

> http://www.ev‐jugend‐pfalz.de/  
> www.bdkj‐speyer.de | zukunftszeit.bdkj‐speyer.de  

Text: BDKJ Speyer; Foto: (BDKJ Speyer/Evangelische Jugend Pfalz).

26.01.2017


„Luther in Laach“

Dr. Annette Gerlach (Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz) und Pater Dr. Augustinus Sander OSB (Benediktinerabtei Maria Laach) präsentieren den Flyer der Ausstellung Dr. Annette Gerlach (Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz) und Pater Dr. Augustinus Sander OSB (Benediktinerabtei Maria Laach) präsentieren den Flyer der Ausstellung "Luther in Laach".

Die Ausstellung der Benediktinerabtei Maria Laach und des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz als Beitrag zum Reformationsjahr

Koblenz- Im Jahr 2017 wird mit zahlreichen Veranstaltungen an die kirchlichen Reformimpulse erinnert, die vor 500 Jahren von Wittenberg aus ihren Anfang nahmen. Traditionsgemäß wird der zeitliche Beginn mit der Veröffentlichung der Ablassthesen Luthers am 31. Oktober 1517 in Verbindung gebracht.

Auch in Rheinland-Pfalz wird es Ausstellungen, Vorträge und vieles mehr geben. Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzen die Benediktinerabtei Maria Laach und das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz mit der gemeinsamen Ausstellung „Luther in Laach“. Sie wird vom 25. Juni bis 24. August 2017 in der historischen Jesuitenbibliothek des Klosters zu sehen sein und vom 21. September bis 31. Oktober 2017 im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Koblenz. Zum Jahresende wird sie zudem in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin gezeigt sowie Anfang 2018 im Landesbibliothekszentrum in Speyer. Kuratiert wird die Ausstellung vom Reformations- und Ökumenespezialisten Pater Dr. Augustinus Sander OSB in Kooperation mit der Leiterin des Landesbibliothekszentrums, Dr.  Annette Gerlach.

In der Ausstellung geht es hauptsächlich um zwei Fragen: "Woher hat Luther das, was er sagt?" und: "Was wurde aus dem, was Luther gesagt hat." Die Ursprungs- und die Wirkungsgeschichte(n) der Wittenberger Reformbewegung werden anhand ausgewählter Exponate veranschaulicht. Alle Exponate stammen aus der Bibliothek der Benediktinerabtei und zeigen somit ebenfalls anschaulich das Wachsen und die Besonderheit einer (historischen) Bibliothekssammlung.

Die Ausstellung präsentiert sowohl die innerkatholische Verortung der Reformanliegen Luthers (insbesondere auf dem Hintergrund seiner klösterlichen Prägung) als auch die unterschiedlichen Weisen der späteren Rezeption (reformkatholisch, konfessionell, polemisch, ökumenisch). Die Ausstellung gibt einen kritischen Impuls zum Reformationsgedenken, weil sie Luther weder isoliert und oberflächlich noch verklärend betrachtet.

In Maria Laach gibt es in den Monaten Juli und August ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung. Weitere Informationen sind den Websites der Veranstalter (www.maria-laach.de und www.lbz.rlp.de) zu entnehmen sowie dem Flyer, der der Öffentlichkeit nun erstmals präsentiert wurde.

Text und Foto: Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz

05.01.2017


Nachdenken über das eigene Selbstverständnis

Bilder und Impulse zum Glauben: Michael Landgraf (links) und Gerhard Hofmann. Bilder und Impulse zum Glauben: Michael Landgraf (links) und Gerhard Hofmann.

„Evangelisch – Was heißt das?“: Ausstellungs- und Buchprojekt zum Reformationsjubiläum

Speyer/Neustadt-  Freiheit, Glaube, Gewissen und Hoffnung sind protestantische Schlüsselbegriffe. Zum Start des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“ präsentieren das Religionspädagogische Zentrum Neustadt und das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz unter dem Titel „Evangelisch – was heißt das?“ eine Ausstellung, die zehn wesentliche Grundgedanken der Reformation visualisiert und erläutert. Die Schau wird am 12. Januar 2017 um 15 Uhr im Zentralarchiv in Speyer (Domplatz 6) eröffnet und läuft bis 31. Mai. Zeitgleich ist sie im Bibelmuseum in Neustadt (Stiftstraße 23) zu sehen.

Die Ausstellung basiert auf einem von dem Leiter des Religionspädagogischen Zentrums Neustadt, Michael Landgraf, und dem Neustadter Künstler Gerhard Hofmann erarbeiteten Heft gleichen Titels. Darin werden die reformatorischen Grundbegriffe mit Bibeltexten und aktuellen Aussagen in Beziehung gebracht. Das Reformationsjubiläum 2017 und das Gedenken an zweihundert Jahre Pfälzische Union 2018 gäben Anlass, über das eigene Selbstverständnis nachzudenken, erklären Landgraf und Archivdirektorin Gabriele Stüber.

Auslöser des Ausstellungs- und Buchprojektes war die Frage, was „Reformation heute“ bedeutet. „Texte, Bilder und Impulse laden ein, über den Glauben und über Lebensfragen ins Gespräch zu kommen“, sagt Landgraf. In einem über zwei Jahre währenden Prozess seien die Teilnehmer von Veranstaltungen der Erwachsenenbildung und Lehrerfortbildungen der Frage nachgegangen, was „evangelisch“ heißt. Dabei seien zehn Grundbegriffe ermittelt worden, die vor dem Hintergrund biblischer Grundlagen, der Reformation und ihrer aktuellen Bedeutung in dem vorliegenden Buch und in der Ausstellung beleuchtet würden: „Bibel“, „Christus“ und „Gottes Liebe“ als Basis, „Glaube“, „Freiheit“ und „Gewissen“ als Antrieb, „Bildung“ und „Gemeinschaft“ als Aufgabe sowie „Erneuerung“ und „Hoffnung“ als evangelischer Blick nach vorne. Der Neustadter Künstler Gerhard Hofmann gestaltete dazu die Bildmotive.

Träger des Projekts „Evangelisch – was heißt das?“ ist der Pfälzische Bibelverein, die Bibelgesellschaft der Evangelischen Kirche der Pfalz in Neustadt in Verbindung mit dem Religionspädagogischen Zentrum. Projektpartner ist das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Hinweis: Die Ausstellung „Evangelisch – Was heißt das?“ kann ab Juni 2017 von Gemeinden und öffentlichen Trägern ausgeliehen werden. Kontakt über Michael Landgraf, Telefon: 06321/33559, E-Mail: michael.landgraf@evkirchepfalz.de sowie Dr. Gabriele Stüber, Telefon: 06232/667-180, E-Mail: gabriele.stueber@evkirchepfalzde. Das Buch „Evangelisch – Was heißt das?“ ist erschienen in der Verlagsgemeinschaft Calwer-Verlag und Verlagshaus Speyer, ISBN 978-3-7668-4416-3, und ist im Buchhandel oder über die Verlage für 7,95 Euro (Staffelpreis ab zehn Exemplaren 6,50 Euro, ab 25 Exemplaren 4,95 Euro) erhältlich. Mehr zum Thema: www.religionsunterricht-pfalz.de und www.zentralarchiv-speyer.de.

Text und Foto: lk;

02.01.2017


Reformation 2017 - Veranstaltungen im Kirchenbezirk Germersheim

"ecclesia semper reformanda", die Kirche muss beständig reformiert werden, so lautet eine der zentralen Einsichten der Reformation. Im Jahr 2017 wird der 500. Jahrestag des Thesenanschlags in Wittenberg und des Beginns der Reformation gedacht.

Germersheim- Dieses Jubiläum lädt dazu ein zu feiern, zu erinnern und auf die Ereignisse von damals zurückzublicken.

Dieses Jubiläum lädt aber vor allem auch dazu ein, darüber nachzudenken und miteinander zu diskutieren, was Kirche und Glaube denn heute sein sollen. Wie sollen Kirche und Glaube heute in unserer modernen Gesellschaft aussehen? Sie sind herzlich dazu einladen mitzufeiern und mitzudiskutieren.

Die Gemeinden des Protestantischen Kirchenbezirks Germersheim haben zum Jubiläumsjahr "Reformation 2017" ein buntes und vielfältiges Programm aufgestellt mit Gottesdiensten und Musik, Kunst und Kulinarischem, Aktionen und Diskussionen.

In Lustadt selbst startet das Jubiläumsjahr am Mittwoch, den 15.03. um 19 Uhr mit einer Lesung des Buches „Der Protestant“ von Michael Landgraf in Kooperation mit der Bücherei und der Buchhandlung „Bücherherz“ im Rathaus statt.  Der Neustadter Autor und Pfarrer Michael Landgraf beleuchtet in seinem Roman die Zeit der Reformation in den Jahren 1500 bis 1529 und wird selbst aus seinem Buch Interessantes vorstellen.

Neben einem Bibeldinner in Schwegenheim am 23. April und dem Dekanatsfrauentag am 04. Mai in der Zeiskamer Fuchsbachhalle wird am Samstag Abend, dem 24. Juni vor der Apostelkirche das historische Singspiel: Tempora Reformanda – von Rittern, Bauern, Schriftgelehrten aufgeführt werden. Das „Historical“ spielt in der Zeit der Reformation und des Pfälzer Bauernkriegs 1525. Nicht nur der „Nussdorfer Haufen“ ist in Aufruhr. Reichsritter Franz von Sickingen und der 1504 in Rheinzabern geborene Pfarrer und Reformator Paul Fagius spielen neben einem aufständischen Bauernführer die Hauptrollen.Rebellen, Ritter und Schriftgelehrte werden in diesem mittelalterlichen Spektakelwieder belebt. Eine „Gaudi mit regionalem, kirchen-historischem Hintergrund".

Neben den zahlreichen Veranstaltungen steht den Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Germersheim für Veranstaltungen eine eigens kreiierte Kirchentür zur Verfügung. Die Thesen-Tür ist eine mobile Kirchentür, die durch die Gemeinden unseres Kirchenbezirks wandert. Sie lädt dazu ein, eigene Thesen zu Kirche und Glaube heute anzuschlagen.

Die Thesen-Tür kann für Veranstaltungen, Gemeindefeste usw. ausgeliehen werden. Am Ende soll ein Fotoband von allen Stationen zusammengestellt werden.

Alle Veranstaltungen des Reformationsjahres 2017 sind ein einer Veranstaltungsbroschüre zusammengefasst, die z.B. über die Pfarrämter und Gemeinden kostenlos erhältlich ist. Ebenfalls sind alle Termine zu finden auf der Webseite des Kirchenbezirks:

www.dekanat-germersheim.de bzw. auf der Seite: www.r2017.dekanat-germersheim.de

Herzliche Einladung!

22.12.2016


500. Luther-Geburtstag, Reformationsjubiläum und Protestation von 1529 in Gesamtschau zusammenführen

Prot. Dekanat Speyer und Stadt mit über 100 gemeinsamen Veranstaltungen dabei

cr. Speyer- Für Speyers Protestanten und alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt beginnen die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum 2017 nicht erst am Reformationstag, am 31. Oktober 2017 - nein, in Speyer startet dieses Jubiläumsjahr schon am 8. Januar 2017, wenn der im Elsass wirkende Pfarrer, Journalist und Autor Martin Graff in der Reihe der „Prominentenpredigten“ in der Speyerer Gedächtniskirche auf die Kanzel steigen wird. Das konnten jetzt Speyers Oberbürgermeister Hansjörg Eger und der Dekan des Protestantischen Kirchenbezirks Speyer, Markus Jäckle, bei der Vorstellung der unter ihrer Ägide entwickelten gemeinsamen Programminhalte zur Feier des 500. Geburtstages des Reformators Martin Luther bei einem gemeinsamen Pressegespräch im Dienstzimmer des Oberbürgermeisters im Speyerer Stadthaus ankündigen. Mit seiner Predigt zum Thema „Grenzgänger“, in der Martin Graff Antworten geben will auf die bis heute unverändert aktuelle Frage „Darf ich alles machen, was ich will?“ eröffnet der Prediger einen Reigen von mehr als 100 Veranstaltungen, die, verteilt über das ganze Jahr, in einer umfangreichen Broschüre des Dekanat Speyer zusammengefasst wurden. Hinzu kommen noch Veranstaltungen der Bibliothek der Protestantischen Landeskirche, des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz, des Landesarchivs, der Stadtbibliothek, des Stadtarchivs und des Kinder- und Jugendtheaters der Stadt Speyer sowie zahlreiche weitere private und vereinliche Aktivitäten. Kurzum, es wird im neuen Jahr flächendeckend mehr als genug Wissenswertes zum Thema „Martin Luther, Reformation und Protestation“ zu erfahren sein.

Doch damit sind wir auch schon bei einem Spagat, den die Verantwortlichen von Kirche und Stadt ins Jubiläumsjahr aushalten müssen: Denn eigentlich wird Speyer in diesem Jahr wohl, mehr als dem Luther-Geburtstag, der für die Stadt so bedeutsamen „Protestation“ vom 19. April 1529 gedenken, mit der sechs Landesfürsten und 14 Reichsstädte vor dem Reichstag zu Speyer für die Aufhebung des Edikts über die religiöse Selbstbestimmung eintraten, nach dem - „cui regio, cujus religio“ - allein der Landesfürst über die Religionszugehörigkeit seiner Untertanen zu bestimmen hatte. Mit ihrer Speyerer „Protestation“, ihrem „Einstehen für eine Sache“, wollten die Verfasser aber zugleich auch gegen die Verhängung der Reichsacht über den Reformator Martin Luther eintreten. Und damit wären wir auch schon bei dem großen „Zeitenwender“ Dr. Martinus Luther angelangt, der, obwohl nie selbst in Speyer weilend, der Stadt Speyer doch zu hohen Ehren wie zur Aufnahme in die Liste der „Lutherstädte“ verhalf, wo Speyer die einzige Stadt ist, die der Reformator nie besucht hat. Kein Wunder, dass die Veranstalter ihren Fokus auch für andere große Reformatoren wie Philipp Melanchton, Johannes Calvin, Huldrich Zwingli oder Martin Butzer öffnen werden.

Bei den Hauptereignissen – dem Luther-Geburtstag und der „Protestation von 1529“ - will eine ambitionierte Speyerer Laienspielgruppe um den Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Matthias Folz, mit dem Historienspiel „Verraten und Verkauft“ gerecht werden. Darin werden beide Ereignisse mit der nötigen künstlerischen Freiheit zu einem Stück zusammengefügt. Das Historienspiel selbst wird am 21.,22. und 23. April 2017 in der pittoresken Kulisse des „Paradiesgartens“ bei der Dreifaltigkeitskirche zur Aufführung gelangen.

Eine kleine Kostprobe aus diesem Stück überbrachten - zeitgemäß gewandet - Theater-Leiter Matthias Folz als „Bruder Martinus“ und Ralph Gölzer als „Protocollarius“ beim Reichstag vor den Teilnehmern des Pressegesprächs exklusiv zur Aufführung.

Theater jedoch nur eines von vielen Highlights dieses Jubiläumsjahres. Dazu kommen Theater-Spaziergänge zu den Stätten des Reichstags, Vorträge, Promi-Predigten u.a. mit dem Heimat-Poeten Michael Bauer, dem Politiker Dr. Gregor Gysi oder der Kabarettistin Alice Hoffmann u.a. Vorträge, sowie Podiums-Diskussionen mit so illustren Gästen wie Bundespräsident a.D. Dr. Christian Wulff, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle oder dem SZ-Journalisten Dr. Heribert Prantl.

Natürlich werden auch Fest- und Themen-Gottesdienste sowie Ausstellungen und große Musikereignisse wie die große Messe h-Moll von Johann Sebastian Bach am 1. November 2017 zum Glanz dieses Jubiläumsjahres beitragen.

Wie Dekan Jäckle betonte, will das Dekanat die Reformation nicht zum Gedenktag stilisieren, sondern damit Antworten auf die Frage geben, wie die Reformation in unsere heutige Gesellschaft hineinwirkt.

Oberbürgermeister Eger, der sich der Mitgestaltung des Jubiläumsjahres mit erkennbar großem Engagement und Leidenschaft widmet, zeigte sich abschließend für seine Stadt höchst erfreut darüber, welch außerordentlich großes Maß an hochrangigen Gästen die Veranstaltungsreihe zum Reformationsjubiläums in seine Stadt bringen wird.

Einen Gesamtüberblick über die Veranstaltungen des Reformationsjahres finden Sie unter www.reformation2017.evpfalz.de  Foto: cr

21.12.2016


500. Luther-Geburtstag, Reformationsjubiläum und Protestation - Bilderalbum

Lutherrock als Weihnachtsgeschenk

„Luther – Das Rockmusical. Mensch zwischen Gott und Teufel“ geht in den Vorverkauf

Speyer- Luther rockt die Stadt Speyer. Für die Aufführung des Musicals mit jungen Talenten am 8. und 9. April 2017 in der Stadthalle gibt es ab sofort Karten. Die Evangelische Kirche der Pfalz bringt das Stück des Vereins Talent-Acker e.V. in neuem Gewand und mit neuem Schwung auf die Bühne.

Der Stoff ist bühnenreif. Martin Luther hämmert 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Mit einem Hammerschlag 1517 beginnt die Reformation. Das Bild hat sich eingeprägt. Ein Mönch gegen den Rest der Welt, die er kräftig mit verändert hat. Dabei war er in seiner Art nicht weit vom Rockstar entfernt. Luther war leidenschaftlich, wortgewaltig, wütend, ungerecht: „Ein Mensch zwischen Gott und Teufel.“

„Luthers Geschichte ist eine über Glauben, Macht und Ohnmacht. Sie hat uns und ganz Europa bis heute geprägt“, meint die junge Autorin und Regisseurin des Musicals, Lea Siegfried. Auch der musikalische Leiter des Projekts, Jonas Klamroth, war von dem Stoff begeistert. Angeregt von dem Lutherfilm mit Joseph Fiennes begann er schon als Schüler, zum Thema zu komponieren. Es entstand „Luther – Das Rockmusical“, das bereits 2012 in erster Fassung aufgeführt wurde.

Zum 500. Jubiläum der Reformation wird das Stück aktuell inszeniert. Im Rahmen der Kirchen-Kultur-Tage zum Europäischen Stationenweg ist es am 8. und 9. April 2017 in der Stadthalle Speyer zu sehen, als Neuproduktion im Auftrag der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Das Libretto wurde komplett überarbeitet, einige Szenen und Lieder neu geschrieben. Die Stadthalle bietet zudem eine umfangreiche Technik, so dass das Rockmusical als „echte Profiarbeit“ auf die Bühne gebracht wird. Auch Siegfried und Klamroth sind inzwischen professionell aufgestellt. Sie gehören zu Talent-Acker e.V., der sich für die Nachwuchsförderung in Kunst und Kultur einsetzt.

Die rund 50 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne sind junge, semiprofessionelle Künstler. Die zehn Hauptrollen wurden aufwändig gecastet. Der 16-jährige „Luther“, alias Benjamin Link, gewann den Wettbewerb Vocal Heroes. „Katharina“, 18 Jahre alt, alias Melanie Schlüter, profilierte sich beim Europäischen Jugend Musical Festival 2013. Nur der „Papst“ ist älter: Michael Marwitz ist 60 Jahre alt und als Kurt Sperling in der Lindenstraße bekannt. Das Musical ist für Besucher jeden Alters geeignet. Ein jugendlicher Luther, eine provokante Teufelin, moderne Kulissen und historische Kostüme, E-Gitarren Sound, nachdenkliche und humorvolle Szenen sorgen für Kontraste.

Talent-Acker existiert seit 2012 in Kaiserslautern. Der Verein richtet unter anderem das Open Air Festival „Rock im Shop“ aus, das regionalen Bands eine Plattform verschafft. Mit dem Luthermusical hat sich der Verein ein weiteres ambitioniertes Projekt vorgenommen. „Wir machen ja alles selbst, Kostüme, Bühnenbild, Musik, Dramaturgie. Das ist eine Riesenherausforderung, aber auch eine Riesenfreude“, erläutert Produktionsleiter Florian Faßnacht.

Hintergrund: Allein der Glaube. Ein Gedanke, der seit 500 Jahren Menschen bewegt. Allein vor Gott stehen. Wie Martin Luther. Frei sein. Selber glauben, denken, handeln. Mit Luthers 95 Thesen 1517 in Wittenberg hat die Reformationsbewegung Kirche und Welt erfasst. Bis heute. Im Jahr 2017 wird national, international und ökumenisch nach den reformatorischen Kräften in Kirche und Gesellschaft gefragt. Glaubensfreiheit und Gewissensfreiheit bilden den Schwerpunkt der Evangelischen Kirche der Pfalz. Der Europäische Stationenweg gastiert vom 8. bis 11. April 2017 in der Stadt der Protestation, in Speyer. Neben diesem Höhepunkt sind zahlreiche weitere Veranstaltungen, Ausstellungen, Aktionen und Gottesdienste in den Gemeinden geplant. Im Jahr 2018 feiert die Landeskirche ihr 200-jähriges Jubiläum als „Kirche der Union“.

Hinweis: „Luther – das Rockmusical“, Aufführungen Samstag, 8. April 2017, 19.30 Uhr sowie Sonntag, 9. April, 16 Uhr, Stadthalle Speyer. Karten gibt es online unter www.reservix.de, Stichwort: „Speyer Luther Musical“ oder bei der Touristinformation Speyer, Maximilianstraße 11, 67346 Speyer, Telefon: 06232/142392. Eintritt für Erwachsene 12 Euro und Kinder 8 Euro. Gruppenpreise ab zehn Personen Erwachsene 10 Euro und Kinder 5 Euro.

Mehr zum Thema:
: www.talent-acker.de; www.reformation2017.evpfalz.de ; www.r2017.org und www.luther2017.delk

15.12.2016


Prominente predigen zu „9,5 Thesen“ in der Gedächtniskirche

Reformatorische Grundfragen heute - in Kunst, Kultur, Politik und Arbeitswelt

(Speyer) - (lk). Mit den 95 Thesen Martin Luthers hat die Reformation im Jahr 1517 ihren Lauf genommen. Er war so frei, Kritik zu üben, am Ablasshandel und an kirchlichen und gesellschaftlichen Missständen. Wie steht es heute um Glaubens- und Gewissensfragen, um das Verhältnis zu Freiheit, Leistung, Geld und Gott? Um diese Fragen dreht sich die Predigtreihe „9,5 Thesen“ im Jubiläumsjahr der Reformation. Ab Januar 2017 „predigt“ monatlich eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens im Gottesdienst der Speyerer Gedächtniskirche.

„Eine Reihe zu 95 Thesen wäre zu viel des Guten gewesen“, meint Hausherr und Dekan Markus Jäckle, „aber unsere 9,5 sollen Stoff zur Diskussion bieten“. Neun Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Politiker Gregor Gysi, Kabarettistin Alice Hoffmann, alias Vanessa Backes, oder Handwerkskammerpräsidentin Brigitte Mannert werden zu Wort kommen. „Gesucht waren Menschen, die eben keine professionellen Kanzelreden halten sondern aus ihrer Profession und Erfahrung heraus einen eigenen Akzent setzen“, erläutert Pfarrerin Mechthild Werner. Sie gab den Anstoß zur Reihe und entwickelte die Thesen zu Grundfragen der Reformation, die neben einschlägigen Zitaten Luthers den Vortragenden als Impuls an die Hand gegeben werden.

Frische Predigtgedanken bringen angehende Pfarrerinnen und Pfarrer der Landeskirche mit. Am 11. April, zum Festwochenende des Europäischen Stationenwegs in Speyer, befassen sie sich angesichts der Reformatorenfenster der Gedächtniskirche in kurzen „Fensterpredigten“ mit der provokativen, protestantischen These: „Wir sind Papst!?“

Den Auftakt der Reihe machen Martin Graff am 8. Januar und Michael Bauer am 12. Februar. Graff ist lutherischer Pfarrer aus dem elsässischen Münstertal, mehrfach ausgezeichneter Autor, Filmemacher und Kolumnist bei der „Rheinpfalz“. Sein letztes Buch befasst sich mit der Reformation und heißt „Der lutherische Urknall“. Er spricht zur These „Ich darf machen, was ich will!?“ Der Freiheitsgedanke und ein verantwortliches Miteinander in Europa stehen dabei im Mittelpunkt.

Michael Bauer ist Heimatdichter und Sprachkünstler. Bekannt ist er vor allem durch seine Figur „De klääne Pälzer“ und seine Stücke für das Chawwerusch-Theater in Herxheim bei Landau. Der katholische Christ aus Kaiserslautern stellt sich als preisgekrönter Schriftsteller, aber auch als Hörfunk- und Fernsehautor immer wieder den Fragen nach dem Woher, Wohin und Warum. „Ich darf so bleiben, wie ich bin!?“ Dieser These zwischen Selbstgerechtigkeit, Selbstperfektionierung und Gnade stellt sich Bauer im Februar auf seine eigene Weise.

Predigten zu „9,5 Thesen“ 2017 in der Gedächtniskirche Speyer, jeweils am zweiten Sonntag im Monat um 11 Uhr.

08. Januar

Martin Graff

  Grenzgänger

1.    Ich darf machen, was ich will!?

12. Februar

Michael Bauer

Heimatpoet

2.    Ich darf so bleiben, wie ich bin!? 

12. März

Britta Buhlmann

Direktorin Pfalzgalerie  

3.    Nicht ohne Gott!?

09. April

Fensterpredigten

Angehende PfarrerInnen

4.    Wir sind Papst!?

07. Mai

Gregor Gysi

Politiker, MDB

5.    Ich muss immer besser werden!?

11. Juni

Michael Kaufmann

Intendant Staatsphilharmonie

6.    Nicht ohne Lehrbuch!?

09. Juli

Alice Hoffmann

Kabarettistin

7.    Nicht ohne Bibel!? 

13. August

Werner Simon

GF Unternehmerverbände              

8.    Wir machen die Erde untertan!?                                               

10. September

Brigitte Mannert

Präsidentin Handwerkskammer

9.    Wir machen Politik!?

08. Oktober

Mechthild Werner

Pfarrerin   

9.5  Hier stehe ich ...!? Fazit der Reihe

Hintergrund: Allein der Glaube. Ein Gedanke, der seit 500 Jahren Menschen bewegt. Allein vor Gott stehen. Wie Martin Luther. Frei sein. Selber glauben, denken, handeln. Mit Luthers 95 Thesen 1517 in Wittenberg hat die Reformationsbewegung Kirche und Welt erfasst. Bis heute. Im Jahr 2017 wird national, international und ökumenisch nach den reformatorischen Kräften in Kirche und Gesellschaft gefragt. Glaubensfreiheit und Gewissensfreiheit bilden den Schwerpunkt der Evangelischen Kirche der Pfalz. Der Europäische Stationenweg gastiert vom 8. bis 11. April 2017 in der Stadt der Protestation, in Speyer. Neben diesem Höhepunkt sind zahlreiche weitere Veranstaltungen, Ausstellungen, Aktionen und Gottesdienste in den Gemeinden geplant. Im Jahr 2018 feiert die Landeskirche ihr 200-jähriges Jubiläum als „Kirche der Union“.

Mehr zum Thema: www.reformation2017.evpfalz.de; www.r2017.org und www.luther2017.de.

05.12.2016


Der kleine Luther - Eine Landauer Reformationsgeschichte in mehreren Stationen

Oberbürgermeister Thomas Hirsch (2.vl.) und Dekan Volker Janke (3.v.l.) unterzeichnen den Kooperationsvertrag für das Stationentheater „Der kleine Luther“. Das Chawwerusch Theater ist durch die Projektleiter Felix S. Felix und Thomas Kölsch vertreten.

Landau - Der Protestantische Kirchenbezirk Landau und die Stadt Landau in der Pfalz werden anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 in besonderer Weise an die Reformation erinnern. Mit einem Stationentheater des Chawwerusch Theaters rund um die Stiftskirche soll ein regionaler Beitrag zum Reformationsjahr entstehen.

Mit den Projekten „Ziegelstein und Musenkuss – 100 Jahre Jugendstil-Festhalle Landau“ und „Landauer Leben – ein Theaterweg durch die Jüdisch-Landauer Geschichte“ ist es dem Chawwerusch Theater in Kooperation mit der Stadt Landau in den vergangen Jahren gelungen, einen zentralen kulturellen Begegnungsort und regionale Geschichte aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.

An diese erfolgreiche Zusammenarbeit anknüpfend wird im kommenden Jahr die regionale Reformationsgeschichte in Szene gesetzt. Ziel des Projektes sind neue Blickwinkel auf und Erkenntnisse über eine Zeit sich überschlagender Ereignisse des Wandels: einer Stadt, einer Region und einer Religion. Eine Gesellschaft sieht sich mit radikalen Änderungen konfrontiert, die an den Grundfesten der „alten Ordnung“ rütteln. Verunsicherung greift um sich, Ängste werden geschürt, aber es entsteht auch völlig Neues. Neue Wege, Perspektiven, Glaubens- und Denkweisen tun sich auf, eine gesellschaftliche Situation der Herausforderung und Umbruchs, ähnlich unserer heutigen.

Erzählt wird die „große“ Geschichte, die nicht mehr und nicht weniger als die Welt veränderte, am Beispiel des ehemaligen Landauer Stadtpfarrers Johannes Bader. Baders Lebenslauf mit offenem Widerstand gegen die Missbräuche der römisch-katholische Kirche, Heirat und Bann weist starke Parallelen zu dem des großen Reformators auf. Deshalb wird dieses Projekt den Namen „Der kleine Luther“ erhalten.

Johannes Bader war ein mutiger, belesener, kluger und streitsüchtiger Mann, der im Jahre 1518 die Stelle des Pfarrers in der Landauer Stiftskirche antrat. 1517 hatte Luther in Wittenberg seine Thesen veröffentlicht. Kurz nach seiner Berufung fängt Bader an in Luthers Sinne zu predigen.

Daraufhin wurde er beim Bischof in Speyer angezeigt. 1523 und 1524 muss sich Bader in Speyer verteidigen. Er tut dies vehement, dennoch wird der Kirchenbann über ihn verhängt, sein freies Geleit aufgekündigt. Wohlgesinnte Landauer lassen ihn in einem Korb von der schwerbewachten Stadtmauer in Speyer herab und verhelfen ihm so zur Flucht.

Bader ist ein engagierter Kirchenmann und ein politischer Mensch, der viel publiziert  (so schreibt er unter anderem den ersten evangelischen Katechismus überhaupt) und der bis zu seinem Tod 1545 immer wieder Missstände anprangert.

Es ist eine außergewöhnliche und unruhige Zeit, auch in Landau. Gegenüber der Stiftskirche treffen sich die deutschen Ritter 1522 im „Haus zum Maulbeerbaum“ und gründen, unter Vorsitz von Franz von Sickingen, den „Deutschen Bund“. 1525, am Sontag Quasimodogeniti (23. April), rebellieren die Bauern von Nußdorf und reihen sich ein in das Ereignis, welches als „Bauernkrieg“ in ganz Süddeutschland für Unruhe sorgt.

Und so könnte es aussehen….

In den Nischen der Stiftskirche gehen die Ablasshändler ihren windigen Geschäften nach. Jeder hat sich auf eine bestimmt Sünde spezialisiert, jeder hat seine entsprechende Preisliste. In die mittelalterlich anmutenden Sünden haben sich aber auch ganz moderne Sünden und Verfehlungen eingeschlichen.

Posaunen sind vom Turm der Stiftskirche zu hören.
Es gehen Gerüchte um, eine hochgestellte Persönlichkeit werde in Landau erwartet. Die einen meinen gehört zu haben, dass Martin Luther auf dem Weg nach Straßburg in Landau Halt machen wolle, die anderen meinen zu wissen, dass der Bischoff von Speyer sich den Johannes Bader holen komme, wieder andere befürchten, dass der Franz von Sickingen die Stadt plündern wolle. Die Geschichte, Bader habe einer Bäuerin, die eine Gans unter dem Arm trug, das Sakrament reichen wollen, wobei die Gans die Hostie erhascht habe und so ungerechtfertigter Weise ein Tier das heilige Abendmahl erhalten habe, macht ebenfalls die Runde.

Hinter der Stiftskirche wird eine Beerdigungsgesellschaft aufgehalten, weil ein Protestant unmöglich in der gleichen Erde neben einem Papisten liegen könne.

Reaktionen

„Im Mittelpunkt des Stationentheaters steht die Person des Landauer Reformators Johannes Bader. Da sich in seiner Person und in Landau auf lokaler Ebene die Wittenberger Geschehnisse um Martin Luther wie in einem Brennglas spiegeln, haben wir ihn den „kleinen Luther“ getauft. An seiner Person, der Vereinigung der Ritter zum Landauer Bund und den Ereignissen rund um den Bauernkrieg in Nußdorf wollen wir die Bedeutung der damaligen Umwälzungen in Kirche und Gesellschaft für unsere heutige Zeit verdeutlichen, insbesondere die Errungenschaften der Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit für eine freiheitliche, offene und solidarische Gesellschaft.“ Dekan Volker Janke

„Ich freue mich, dass wir 2017 zum dritten Mal ein Stationentheater mit dem Chawwerusch Theater in Landau erleben dürfen. Zum dritten Mal wird Landauer Geschichte lebendig und ich bin mir sicher, dass „Der kleine Luther“ ein Highlight im Reformationsjahr sein wird. Die Reformation hat nicht nur die Geschichte der Kirche nachhaltig verändert, sondern auch die Stadtgeschichte Landaus in besonderer Weise geprägt. Insbesondere durch Johannes Bader war die Stadt von Beginn an in die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche dieser Zeit involviert. 2017 ehren wir den „kleinen Luther aus Landau“ nicht nur mit dem Stationentheater, sondern auch durch die Benennung des Johannes-Bader-Platzes neben der Stiftskirche. Beides soll die Bedeutung Baders für unsere Stadt noch einmal verdeutlichen und auf besondere Weise würdigen.“ Oberbürgermeister Thomas Hirsch

Spiel-und experimentierfreudige Mitwirkende gesucht

Für dieses außergewöhnliche Projekt können sich theaterbegeisterte Akteure (ab 16 Jahren) melden. Voraussetzung ist die Spielerfahrung aus einem früheren Projekt oder einer Theaterproduktion mit dem Chawwerusch Theater.
Da sicherlich mehr Anmeldungen eingehen, werden die ca. 100 SpielerInnen aus allen Anmeldungen ausgewählt.

Alle Mitwirkenden teilen sich auf verschiedene Gruppen und Referenten auf, die zum Thema „Zeit der Reformation“ mit unterschiedlichen Theaterformen arbeiten.

Die Gruppen entwickeln eine Präsentation für die jeweilige Station. Die Aufführungen werden mehrfach hintereinander wiederholt.

Ebenso werden Interessierte gesucht, die in einer Nähgruppe die Kostümbildnerinnen oder im organisatorischen Bereich die Projektleitung unterstützen wollen.

Anmeldungen bis zum 16.01.2017 unter kleiner-luther@chawwerusch.de oder unter Chawwerusch Theater, Obere Hauptstr. 14, 76863 Herxheim

Das künstlerische Team

Das Team:      Felix S. Felix, Ben Hergl, Monika Kleebauer, Walter Menzlaw, Stephan Wriecz

Projektleitung:                        Felix S. Felix und Thomas Kölsch
Assistenz:                               Dagmar Brade

Ausstattung:                           Kristina Baumert, Hannah Bachmann

Technische Leitung:              Thomas Kölsch
Technik:                                  Kim Acker und Patrick Frautschi u.a.

Die Premiere wird am 22. September 2017 sein. Bis zum 3. Oktober werden dann an acht Aufführungstagen bis zu 3300 ZuschauerInnen die Möglichkeit haben, das neue Chawwerusch Stationentheater zu erleben.

Veranstalter: Protestantischer Kirchenbezirk Landau und die Stadt Landau in der Pfalz

Das Projekt wird finanziell unterstützt vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, der Evangelischen  Kirche der Pfalz, Sparkassen-Stiftung SÜW, VR Bank SÜW, Dr. Feldbausch-Stiftung, Energie Südwest, Dieter Kissel Stiftung, Versicherer im Raum der Kirchen.

Chawwerusch Theater

06.12.2016