Skip to main content

Kirchen

Klimaschutz: „Warmer Regen“ für gemeindliche Modellprojekte

Bundesumweltministerium fördert Maßnahmen zur umweltverträglichen Energieversorgung in Hambach und Neuhofen

Tresterpellets: Ein lokaler, erneuerbarer Energieträger.

Das Presbyterium besichtigt die Produktionsanlagen für Tresterpellets in Neustadt.

Mainz/Neustadt/Neuhofen (lk). Für ihre Bemühungen um Klimaschutz werden die protestantischen Kirchengemeinden Neustadt-Hambach sowie Neuhofen vom Bundesumweltministerium belohnt: Im Rahmen des Förderprogramms für Klimaschutz-Modellprojekte erhalten die beiden Kirchengemeinden vom Bundesumweltministerium einen Zuschuss von insgesamt 990.000 Euro. Damit könnten sie in Zukunft klimaneutral ihren Gebäudebestand mit Wärme und Strom versorgen, teilt die landeskirchliche Klimaschutzmanagerin Sibylle Wiesemann mit. Die beiden Gemeinden möchten mit innovativen Nahwärmenetzen in den teilweise denkmalgeschützten Gebäudeensembles aus Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus und Kindergarten die Energieversorgung umweltverträglich sicherstellen, so Wiesemann.

Kernstück des Modellprojekts in Neustadt-Hambach sei ein Nahwärmenetz mit dem lokalen, erneuerbaren Energieträger Tresterpellets, erklärt Wiesemann. Dazu presse die Firma „Agroscience“, die dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) angeschlossen ist, aus den Reststoffen der Weinwirtschaft Pellets, die als Brennstoff in einem Biomasseofen zum Beheizen der kirchlichen Gebäude dienten. Vor der energetischen Nutzung würden die Traubenkerne für eine hochwertige stoffliche Nutzung des Öls extrahiert. Trester fällt an der Weinstraße in großem Maße an und wird zum Großteil als Abfall entsorgt. Verbunden mit der Umstellung auf ein Wärmenetz mit einem erneuerbaren Energieträger seien energetische Einsparmaßnahmen wie zum Beispiel eine raumweise Steuerung vorgesehen.

Das Energiekonzept in Neuhofen basiere auf einem Nahwärmenetz mit einem Vakuum-Pufferspeicher, der über Solarthermie und einen Brennwert-Holzpelletofen gespeist wird, führt Wiesemann aus. Die Grundtemperierung der Kirche werde mit Solarthermie nahezu sichergestellt. Den Strom werde eine Photovoltaikanlage liefern. „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“ soll Sonnenenergie auf dem Süddach der Kirche nutzbar gemacht werden. Mit einer neuen Gestaltung des Innenraums werde die Kirche in Neuhofen für kulturelle Veranstaltungen und Trauerfeiern geöffnet, um die soziale Infrastruktur des Dorfes zu stärken. In beiden Kirchen werden die Warmluftheizungen durch effizientere Strahlungsheizungen abgelöst.

Pfarrer Ralph Gölzer freut sich besonders, dass er „per Zufall“ bei einem persönlichen Treffen den EKD-Ratspräsidenten Heinrich Bedford-Strohm auf das Projekt in Neuhofen habe ansprechen können. Bedford-Strohm habe ihn beraten und Kontakte vermittelt. Die Kirchengemeinde habe ihn daher als möglichen Schirmherren für das Projekt angefragt.

Die Förderung durch das Bundesumweltministerium wird über ein Wettbewerbsverfahren im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) zugesprochen. In diesem Antragsjahr hat das Bundesumweltministerium bundesweit sieben Modellprojekte bewilligt. Eine Übersicht aller geförderten Projekte gibt es unter www.bmub.bund.de/N54441. In diesem Jahr startet eine neue Runde des Förderaufrufs. Bis zum 15. April können Kirchengemeinden im Verbund mit einer Kommune ihre Skizzen für neue Projektideen einreichen.

Mehr zum Thema:www.frieden-umwelt-pfalz.de.

Text : Evangelische Kirche der Pfalz  Bild: Landeskirche/S. Wiesemann