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Nachrichten aus der Rhein-Neckar-Region

Vollsperrung der Salierbrücke kann katastrophale Auswirkungen haben

Vertreter von Schulen, Unternehmen, Handel und Dienstleistung beraten über Problemkatalog.

jüs. Speyer. 20 Monate Vollsperrung der Salierbrücke, das wäre „eine ziemliche Katastrophe“, so der Speyerer Gaststättenverband bei der Gesprächsrunde im Historischen Rathaus, zu der der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) eingeladen hatte. Vertreter von Schulen, Rettungsdienst und Krankenhäuser, IHK, Einzelhandel und Handwerker trafen sich, um einen Problemkatalog bzgl. einer Vollsperrung zusammenzustellen. Der soll anschließend an das Regierungspräsidium Karlsruhe als Planungsbehörde sowie an die zuständigen Ministerien in Mainz weitergeleitet werden. „Eine einzelne Lösung wird nicht funktionieren“, fasste OB Eger die Ergebnisse zusammen, vielmehr müssen alle Vorschläge zusammenspielen, um eine funktionale Lösung zu finden. Seine Hoffnung oder auch Vision wäre, dass zumindest eine Spur der Brücke während der Bauarbeiten offenbleibt, auch wenn sich die Sanierung der Brücke um sechs Monate verlängern würde. Laut Informationen des Regierungspräsidiums Karlsruhe wäre dies in Richtung Pfalz für alle PKWs und den Rettungsdienst bei Tempo 30 möglich. Eine weitere Option sei die Ausweitung der Fährverbindungen zwischen der Speyerer und badischen Rheinseite. „Es hat bereits Gespräche gegeben, prinzipiell wäre eine Fährverbindung mit 16 PKWs pro Fahrt bei der Rheinhäuser Fähre bzw. zwischen Abfallhof und Ketsch möglich“, klärt Hansjörg Eger auf. Wer für die zusätzlichen Kosten aufkommt, ist noch unklar. Der Ausbau einer dritten Spur auf der Rheinbrücke soll ebenfalls zur Prüfung vorgelegt werden. Die Speyerer Schulen hoffen auf die Möglichkeit, dass die Brücke auch während der Bauarbeiten für Fußgänger und Radfahrer offenbleibt. Die Einrichtung eines Bus-Pendelverkehrs könnte mithelfen, dass die Schüler pünktlich zum Unterricht kommen. Die Speyerer Krankenhäuser sehen in den starken Verkehrsbehinderungen schwere Zeiten auf sich zukommen. Alleine 20-30 Prozent der Patienten sowie 27 Prozent der Geburten kommen aus Baden-Württemberg und nutzen die nahe gelegenen Kliniken auf der linken Rheinseite. Ungefähr ein Sechstel des Krankenhaus-Personals pendelt über die Rheinbrücke zur Arbeit. In Zeiten des Fachkräftemangels entscheidet sich möglicherweise so mancher Arzt oder Pfleger für einen anderen Arbeitsplatz, der leichter und besser zu erreichen ist.

Vertreter von Unternehmen, Handel und Dienstleistung waren sich einig, dass schwere Zeiten auf die Region um Speyer zukommen und priorisieren eine Teilsperrung der Brücke.  Die meisten Speyerer Geschäfte seien inhabergeführt. „20 Monate Brückensperrung würden einige nicht überleben“, ist sich Thomas Armbrust vom Einzelhandelsverband sicher.

Der Baubeginn ist für Januar 2019 geplant. die Bauzeit soll 20 Monate dauern und die Kosten sind zur Zeit mit 6 Millionen Euro veranschlagt.