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Lätarefest in Iggelheim

Kinder schmückten den Osterbaum. Fahrradmarkt, Hobbyausstellung, Lätaremarkt.

Böhl-Iggelheim. Aus dem „Weckvermächtnis" aus dem Jahr 1687, in dem eine Dame, Überlieferungen sprechen von 2 ledigen Fräuleins, testamentarisch festgelegt hatte, dass jedem ledigen Einwohner von Iggelheim aus der Pacht ihres Ackers, der bis heute „Weckacker" heißt, den sie der Gemeinde vermacht hat, ein Wecken geschenkt werden musste, ist eine liebevoll gestaltete Tradition erwachsen. In einer Urkunde aus dem Jahre 1687, das vor 13 Jahren in einem Archiv in Speyer gefunden wurde, steht von „einer ledig verstorbenen Weibsperson". Seit dem Auffinden dieses Dokumentes fährt beim Lätareumzug nur noch eine „Weibsperson" auf dem „Vermächtnis wagen des Heimat und Museumsverein mit. Aus diesem Vermächtnis ist im Laufe der Jahre ein zweitägiges Fest entstanden. Es beginnt am Samstag vor Sonntag Lätare mit dem Lätaremarkt und endet am Sonntag nach dem farbenprächtigen Umzug und dem Verbrennen des Winters auf den Schulhof der Jakob-Heinrich-Lützel Grundschule Iggelheim. 

Eine große Anzahl Bürgerinnen und Bürger hatte sich am Samstag auf dem Schulhof der Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule in Iggelheim eingefunden, um der Eröffnung Ihres Festes beizuwohnen.

Mit launigen Worten „Lätare- freuet euch, freuet euch auf euer Fest" eröffnete Bürgermeister Peter Christ (CDU) im Beisein des 2. Beigeordneten Bernd Johann (FWG) das zweitägige Lätarefest. „Es ist Frühling, die Blumen sprießen, dann ist Lätare in Iggelheim" betonte Peter Christ. Wenn auch, da in diesem Jahr der Termin sehr früh ist, somit kein ausgesprochene frühlingshaftes Wetter herrschte, wollte keiner der Besuchen widersprechen. Und das Nass vom Himmel wurde als Freudentränen des Himmels gedeutet.

Die Jugendkapelle des Musikvereins Iggelheim, unter der Leitung von Annika Barth, umrahmte die Eröffnungsfeier musikalisch. Die Musikschule Sascha Leicht, mit mehreren Bands, intonierte moderne Rhythmen, auch mit Gesang. Die Musikkapelle des Musikvereins so wie die Musikschule Sascha Leicht sind nicht nur Garanten guter Musik, sie sind auch immer zur Stelle wenn man sie braucht. 

Nach der offiziellen Eröffnung schmückten Kinder der betreuenden Jakob-Heinrich-Lützel-Grundschule den Osterbaum mit bunten Eiern. Ein alter Brauch der seit einigen Jahren wiederbelebt wurde und bei den Kindern großen Anklang findet. Die Kinder hatten mit ihren Betreuerinnen der betreuenden Grundschule große Kreativität beim Bemalen und Verzieren der Eier bewiesen und sich alle erdenkliche Mühe gegeben den Baum österlich zu schmücken. Der Baum steht vor der Schulturnhalle und symbolisiert die Vorfreude auf das nahe Osterfest und auf den nahenden Frühling.

Ein buntes echtes Osterei erwartete dann die kreativen Osterbaumschmücker.

Wie jedes Jahr waren bei der Anwesenheitsverlosung geschmackvolle Geschenke, gestiftet von den Ausstellern der Hobbykünstler, zu gewinnen. 

Schon am frühen Nachmittag konnten Fahrrad- und Inlinerfreunde das Angebot des Flohmarktes von „Bündnis 90/die Grünen" begutachten. So manches „gute Stück" wechselte hier den Besitzer und der Osterhase wird so manches Kind mit neuem Gerät erfreuen. Hier sei angemerkt, dass am Sonntag Lätare in Iggelheim traditionsgemäß der „Summerhas" (Sommerhase) kommt und für die Kinder kleine Eier und Süßigkeiten in ein Nestchen „legt"! In Iggelheim bringt der Osterhase keine Geschenke, der „legt" diese, einem Huhn vergleichbar. In der Mensa des Neuen Schulhauses konnten Besucher beim Ortsverband des Deutschen Roten Kreuz Erstehilfetechniken ausprobieren.

Die katholische öffentliche Bücherei St. Simon und Judas Thaddäus, die einzige Bücherei am Ort, hält für große und kleine Leseratten einen Bücherflohmarkt bereit.

In der Turnhalle der Grundschule ist eine Verkaufsausstellung einheimischer Künstler und Kunsthandwerker zu bestaunen. Oster- und Frühlingsfloristik, ist ebenso zu bewundern wie selbstgefertigter Schmuck. Über dekoratives aus Filz, sowie jede Menge Teddybären bekommen die Besucher ebenso einen Eindruck, wie über die kunstvolle Stick und Häkelarbeiten, Glaskunst, Perlenkunst und Schmuck aus Papier. Ein reichhaltiges Kaffee- und Kuchenangebot hielt die SPD bereit. So konnte beim Rundgang eine Pause eingelegt werden um sich an den kulinarischen Köstlichkeiten zu laben.

Mitglieder des Fördervereins der Grundschule backten leckere Waffeln.

Die Lätare- Cafeteria im Evangelischen Gemeindezentrum ist am Sonntag wieder geöffnet. Wie schon seit vielen Jahren bieten die Frauen der Evangelischen Kirchengemeinde ihre vielen selbstgebackenen Kuchen an und laden zum Verweilen ein. Auch die Sängervereinigung bitte in ihrem Sängerheim in der Sandgasse zum gemütlichen Plausch. Der Angelsportverein ASV Kellmetschweiher in Zusammenarbeit mit der Waldsiedlung und den Hundefreunden verwöhnen mit Fisch, Lachs, Brat- und Currywurst.

An beiden Tagen sind auch die beiden Heimatmuseen geöffnet. In ihnen bieten sich interessante Einblicke in das Leben unserer Vorfahren. Besonders die mechanische Uhr im alten Rathaus und die Models der Blau- und Schönfärberei werden immer wieder bewundert. Und das alte Klassenzimmer im „Alten Schulhaus" ruft besonders bei den älteren Besuchern Erinnerungen an die eigene Schulzeit hervor.

Bilder: fg