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Zum Tode von Karl Kardinal Lehmann

Nachruf: Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Kardinal Lehmann wird uns fehlen - SPD-Fraktion trauert um Karl Kardinal Lehmann -

Dr. Volker Wissing würdigt Kardinal Karl Lehmann als großen Botschafter des christlichen Glaubens -Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad - Zum Tode von Karl Kardinal Lehmann der SPD-Landesvorsitzende Roger Lewentz - Erklärung von Dr. Bernhard Braun, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen - FDP Fraktion: Cornelia Willius-Senzer: Lehmann ist es gelungen, Menschen zusammenzuführen

Kardinal Lehmann

Kirchenpräsident Christian Schad im Gespräch mit Karl Kardinal Lehmann

Nachruf: Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Kardinal Lehmann wird uns fehlen

Mainz. Zum Tod von Karl Kardinal Lehmann erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer:

„Rheinland-Pfalz trauert um Karl Kardinal Lehmann. 33 Jahre hat er als Bischof von Mainz gewirkt und Maßstäbe für einen weltoffenen Katholizismus gesetzt. Weit über die Grenzen seines Bistums hinaus wurde ihm wegen seines festen Glaubens, seines beeindruckenden theologischen Wissens, seiner ökumenischen Offenheit, seines gesellschaftlichen Engagements und seiner menschlichen Warmherzigkeit Respekt, Anerkennung und auch Zuneigung entgegen gebracht. In seinem fast einundzwanzigjährigen Wirken als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat er die katholische Kirche in Deutschland entscheidend mitgeprägt und in der Weltkirche in herausragender Weise repräsentiert.

Bei seiner Weihe zum Bischof im Mainzer Dom am 2.10.1983 hatte Kardinal Lehmann sein neues Amt unter den Wahlspruch „Steht fest im Glauben“ („State in fide“) gestellt. Diesem Appell des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth ist er während seines jahrzehntelangen Wirkens in Wort und Tat mehr als gerecht geworden. Er stand in Treue zur Kirche, aber vor allen Dingen zu den Menschen. Karl Kardinal Lehmann hatte stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Anliegen. Für ihn galt der Grundsatz, dass die Kirche dort mit anpackt, wo Hilfe gebraucht wird. Auch in der Flüchtlingskrise hat er Maßstäbe für Nächstenliebe gesetzt. Wer ihm begegnete, konnte erfahren, dass er es ernst meint mit dem, was er verkündet.

Er hat Brücken gebaut zwischen verschiedenen Konfessionen, zwischen verschiedenen Religionen und auch zwischen Kirche und Politik.

Karl Kardinal Lehmann wusste um die Zeichen der Zeit. Er hat die Konflikte in Kirche und Gesellschaft benannt und die weltweiten Herausforderungen erkannt. In seiner Haltung, Schwangeren im Gewissenskonflikt kirchlich beizustehen, stellte er sich an die Seite der Frauen und riskierte den Konflikt mit Rom. Wichtige Themen hat er immer wieder aufgegriffen und sich in christlicher Verantwortung mit ihnen auseinandergesetzt. Dabei war er der Politik immer ein kritischer und wichtiger Mahner und Ratgeber.  Auch in schwierigen Zeiten hat er klare Positionen bezogen und Mut zum Umdenken gemacht.

Glaubensstärke und Humor, Intellekt und Gelassenheit, diese seltene Kombination hat Kardinal Lehmann ausgezeichnet. Ich bin ihm für viele gute Gespräche und Anregungen sowie den vertrauensvollen Austausch mit der Landesregierung sehr dankbar.

Rheinland-Pfalz trauert um einen großartigen Menschen und eine herausragende Persönlichkeit. Bischof Dr. Kohlgraf und allen Gläubigen im Bistum Mainz spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus.“

Text: Pressestelle STK RLP

SPD-Fraktion trauert um Karl Kardinal Lehmann – Er war das Gesicht einer menschennahen Kirche

„Mit großer Traurigkeit hat die SPD-Fraktion den Tod von Karl Kardinal Lehmann aufgenommen“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer. „Viele Abgeordnete haben Kardinal Lehmann in den vergangenen Tagen mit Gebeten auf seiner letzten irdischen Reise begleitet. Dass er nun von uns gegangen ist, stimmt traurig, lässt uns aber auch an die vielen guten Gespräche, an die Impulse und Taten von Karl Lehmann erinnern. Er, der fast 33 Jahre Bischof von Mainz war, hat das Bistum, die Landeshauptstadt und auch Rheinland-Pfalz geprägt. Über Jahrzehnte war er in Deutschland das Gesicht einer menschennahen, positiven und gut gelaunten Kirche. Karl Kardinal Lehmann vereinte wie kein anderer unterschiedliche Eigenschaften: Er war ein Intellektueller und großer Theologe, er war nahbar, humorvoll und nah bei de Leut. Er war liberal, Werte orientiert und nie beliebig.“

Schweitzer sagt: „Lehmann kämpfte konsequent für seine Haltungen: Trotz starkem Gegenwird setzte er sich als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz lange dafür ein, dass die katholische Kirche in Deutschland weiterhin die Schwangerschaftskonfliktberatung mit Schein-Ausstellung anbieten dürfe. Als ihr das schließlich vom damaligen Papst Johannes Paul II verboten wurde, gestand er seine Niederlage ein – und wurde dennoch nie verbittert. Karl Kardinal Lehmann wirkte weiterhin an prominenter Stelle für die katholische Kirche und genoss weltweit Ansehen. Er war Vordenker und Wegbereiter der Annäherung der katholischen und evangelischen Kirche – als bisher erster und einziger Katholik erhielt er die Martin-Luther Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland für seine einzigartigen Verdienste um die Ökumene. Die SPD-Fraktion trauert um Karl Kardinal Lehmann.“

Text: SPD Fraktion RLP

WISSING würdigt Kardinal Karl Lehmann als großen Botschafter des christlichen
Glaubens

Der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz würdigt Kardinal Karl Lehmann als großen
Botschafter des christlichen Glaubens, dessen Tod ein schwerer Verlust nicht  nur für die katholische Kirche sondern das ganze Land sei.

"Kardinal Lehmann war ein Mensch, der seinen Glauben nicht nur gepredigt, sondern ihn mit  Lebensfreude, Menschlichkeit und Herzenswärme gelebt hat", so Wissing.

Kardinal Karl Lehmann habe die Rolle der Kirche stets aus der Mitte der  Gesellschaft heraus verstanden und im Zweifelsfall stets die Menschen über Dogmen gestellt. "Kardinal Lehmann war im wahrsten Sinne ein guter Hirte und  sein Tod ist ein schmerzhafter Verlust für das ganze Land", sagte der  Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Freien Demokraten. Die FDP  Rheinland-Pfalz werde diesem großen Katholiken und entschiedenem Streiter  für Toleranz, Menschlichkeit und den christlichen Glauben ein ehrendes  Andenken bewahren.

Text: FDP Rheinland-Pfalz

Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad zum Tode von Karl Kardinal Lehmann

In großer Trauer nehmen die Evangelische Kirche der Pfalz und ich selbst Abschied von Karl Kardinal Lehmann. Indem wir Gott für sein erfülltes Leben danken, gedenken wir seiner in Hochachtung und Respekt angesichts seines Wirkens für unsere Kirchen. Persönlich verliere ich einen väterlichen Freund, den ich am vorvergangen Samstag (3.März) noch auf seiner letzten Reise begleiten durfte. 

Kardinal Lehmann war einer der bedeutendsten Theologen der Gegenwart. Alle Themen der Theologie hat er immer auch unter ökumenischen Aspekten betrachtet. Bei meinen Begegnungen mit ihm habe ich stets deutlich gespürt, dass die tiefste Wurzel seines ökumenischen Engagements die Situation konfessionsverschiedener Ehen war. 

Es trieb ihn um, dass konfessionsverschiedene Ehepaare, die miteinander kirchliche Gemeinschaft im Kleinen leben, häufig von ihren Kirchen alleine gelassen werden. Umso mehr hat ihn der jüngste Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz gefreut, wonach konfessionsverschiedene Paare in besonderen Fällen gemeinsam an der Eucharistie teilnehmen können. 

Das segensreiche Wirken Kardinal Lehmanns zeigte sich auch bei seinen Besuchen in Speyer. So referierte er zum Jubiläum der Protestation und diskutierte mit Bischof Wolfgang Huber im Rahmen der Reformationsdekade in der Gedächtniskirche. Beim ökumenischen Pfälzer Kirchentag 2015 hielt er einen Vortrag mit dem Titel „Auf dem Weg zur Einheit“. 

Dankbar bin ich, dass ich als Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen in Deutschland jahrelang mit Kardinal Lehmann zusammenarbeiten durfte. Er investierte als dessen katholischer Vorsitzender in die jährlich stattfindende Arbeitswoche viel Herzblut. Auf seine Initiative hin treffen sich seit rund zehn Jahren die Leitenden Geistlichen in Rheinland-Pfalz zu einer jährlichen Konsultation, in der u.a. ökumenische Projekte besprochen werden. Hier lag auch eine der Keimzellen, die uns das Reformationsjubiläum ökumenisch feiern ließen.

Text und Bild: Evangelische Kirche der Pfalz

Zum Tode Karl Kardinal Lehmanns

Zum Tode des ehemaligen Mainzer Bischofs Karl Kardinal Lehmann äußert sich der SPD-Landesvorsitzende Roger Lewentz: 

„Die Nachricht vom Tode Karl Kardinal Lehmanns erfüllt mich mit tiefer Trauer. Meine Gedanken sind heute bei jenen Menschen, die ihm am nächsten standen und ihn auf seinem letzten Weg begleitet haben. 

Mit Karl Kardinal Lehmann verliert Rheinland-Pfalz einen Mann mit weltweitem Ansehen, der durch seine Nahbarkeit gerade bei den Menschen im Bistum Mainz äußerst beliebt war. Kardinal Lehmann prägte über viele Jahre hinweg das Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland, nicht zuletzt durch sein Wirken als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Dabei baute er Brücken zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche, die bis heute tragen. Seine moderne, liberale Haltung in vielen theologischen Fragen wirkt bis heute nach. 

Die SPD Rheinland-Pfalz verliert mit Karl Kardinal Lehmann einen verlässlichen Ansprechpartner sowie einen Verbündeten im Streben nach einer offenen Gesellschaft. Ich persönlich bin tief dankbar für jedes einzelne der zahlreichen bereichernden Gespräche, das ich mit Kardinal Lehmann führen durfte. Er war stets ein exzellenter Zuhörer und ein kritischer Mahner. Ich verneige mich vor seinem Lebenswerk.“

Text: SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Trauer um Karl Kardinal Lehmann

Zum Tod des früheren Mainzer Bischofs Karl Kardinal Lehmann erklärt Dr. Bernhard Braun, Fraktionsvorsitzender:

„Kaum ein Geistlicher hat dem christlichen Glauben in unserem Land und darüber hinaus so sehr ein Gesicht gegeben wie Karl Kardinal Lehmann. Besonders verdient gemacht hat er sich um die Verständigung zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche. Den langen Atem, den er für die Ökumene anmahnte, lebte er mit seiner über dreißigjährigen Amtszeit vor. 

Karl Kardinal Lehmann war über Konfessionen und Religionen hinweg auch deshalb so beliebt, weil die christliche Maxime der Nächstenliebe stets wichtigster Grundsatz seines Handelns war. Von Verständnis und Milde geprägt war seine liberale Haltung zu den verschiedensten gesellschaftlichen Themen, sei es die Schwangeren-Konfliktberatung oder die erneute Heirat von Geschiedenen. Mit seiner Zuwendung zu Menschen in Not und mit seiner vereinenden Haltung gegenüber allen Menschen wird uns Karl Kardinal Lehmann lange in Erinnerung bleiben.“

Text: Bündnis 90/Die Grünen

Kardinal Lehmann verstirbt im Alter von 81 Jahren - Cornelia Willius-Senzer: Lehmann ist es gelungen, Menschen zusammenzuführen

Zum Tod von Kardinal Karl Lehmann sagt die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz, Cornelia Willius-Senzer:

„Mit dem Tod von Kardinal Karl Lehmann verlieren wir einen Menschen, der weit über die Grenzen seines katholischen Glaubens hinweg Ansehen und Würdigung erfahren hat. Sein Bemühen um die Öffnung der katholischen Kirche hat die verschiedenen Glaubensrichtungen einander näher gebracht. 

Kardinal Lehmann ist stets mit viel Empathie und Herzlichkeit auf seine Mitmenschen zugegangen. Ihm ist es gelungen, Menschen zusammenzuführen und Gräben zu überwinden. Der Dienst Gottes war für Lehmann immer ein Dienst an der Menschlichkeit.  

Der Tod von Kardinal Lehmann lässt die FDP-Fraktion in großer Trauer zurück. Wir gedenken einem großen Geistlichen, der immer einen guten Blick für die Herausforderungen des Weltlichen hatte.“

Text: FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz