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Smart Community-Modellprojekt mit besten Ergebnissen

Für Oberbürgermeister Hansjörg Eger stand fest: „Das Projekt muss weiter umgesetzt werden und leben."

Innovative Speichertechnologie im Speyerer Ginsterweg: (v. l.) Mathias Reinhart (Projektleiter SWS), Takashi Omote (Executive Manager NEDO), Wolfgang Bühring (Geschäftsführer SWS)

Speyer. Mit einer erfolgreichen Bilanz ging das gemeinsame Smart Community-Pilotprojekt der Stadtwerke Speyer (SWS) und dem öffentlichen japanischen Forschungs- und Entwicklungsunternehmen „NEDO" in Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer und der Wohnungsbaugesellschaft GEWO nach zwei Jahren zu Ende. Am 20. März werden die technischen Anlagen, die von NEDO eingebracht wurden, in das Eigentum der SWS übergehen. Die Ergebnisse der Arbeit wurden am 9. März im Historischen Ratssaal der Domstadt vorgestellt.  

„Der Austausch des gegenseitigen Know-how und der persönliche Kontakt haben Spuren hinterlassen und den Horizont erweitert", sagte SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring am Ende eines Modellprojekts, an dessen Verwirklichung viele Menschen erfolgreich beteiligt gewesen seien. Zum finalen Treffen gekommen waren auch der japanische Botschafter Takeshi Yagi und der Executive Direktor von NEDO, Takashi Omote. Dank der gemeinsamen Aktivitäten der japanischen und Speyerer Unternehmen konnte bewiesen werden, dass Sektorkopplung und Eigenversorgung auch im sozialen Wohnungsbau möglich seien, so Bühring. 

Deutlich wurde das an konkreten Zahlen, die Junichi Setoguchi als Vertreter von NTT docomo, dem größten Mobilfunkanbieter Japans, und Dr. Akihiko Emori von Hitachi, einem weltweit agierenden Elektrotechnik- und Maschinenbaukonzern, vorstellten. Die beiden Unternehmen waren federführend für die technische Umsetzung an den Standorten Ginsterweg und Rainer-Maria-Rilke-Weg während der Projektphase. Beides sind 16-Parteien-Gebäude der GEWO. 

Mehr Nutzen mit Batterie und Wärmespeicher 

Im ersten Haus wurde der Individualverbrauch der Mieter ermittelt, als Simulation einzelner Reihenhäuser. Setoguchi merkte dazu an: „Es war deutlich zu sehen, dass die Energie mit nur einer Photovoltaikanlage nicht optimal genutzt werden kann. Mit Batterie und Wärmespeicher wird ein größerer Nutzen erzeugt, da gespeicherte Energie abends und nachts verbraucht werden kann." Zwischen 58 und 71 Prozent lag der Eigenverbrauch bei den Mietern, hat die Rechnung ergeben. „Wer generell wenig Strom benötigt, hat einen höheren Eigenverbrauch", machte Setoguchi deutlich. 

Um 39 Prozent erhöht habe das intelligente Steuerungssystem HEMS („Home Energy Management System") die Eigenverbrauchsrate. Durch die kombinierte Lösung könnten pro Haushalt im Jahr 717 Kilogramm Kohlendioxid gespart werden, informierte Setoguchi. Positive Nachrichten überbrachte Emori analog zum Projekt im Rainer-Maria-Rilke-Weg, wo eine Photovoltaikanlage mit zentraler Batteriespeicherlösung installiert wurde. „Durch den Einsatz eines Hybridwechselrichters wurde darüber hinaus eine Effizienzsteigerung von 11,1 Prozent erreicht", bilanzierte er und sprach parallel von Ersparnissen durch den von Hitachi Information & Telecommunication Engineering entwickelten Hybridwechselrichter in Höhe von 283 Euro jährlich.  

SWS-Geschäftsmodell der Zukunft 

Im Jahr 2017 seien an dem Standort 88 Prozent des erzeugten Stroms direkt verbraucht worden. Die Ersparnis an Kohlendioxid liege dank der Lösung bei 17.175 Kilo im Jahr. Dies entspräche der Menge, die pro Jahr von 1.228 Bäumen absorbiert würde. „Eine weitere Steigerung der Effizienz wäre durch die Verbindung mehrerer Häuserblöcke möglich", warf Emori einen Blick nach vorne. Setoguchi präsentierte ein Stadtwerke-Geschäftsmodell, das für die Zukunft wegweisend sein kann: „Photovoltaikanlagen werden beim Kunden installiert, aber durch die Stadtwerke betrieben." Ab 2020 sei das – entsprechend der Entwicklung der Anschaffungspreise – auch mit Batterie und Wärmpumpe denkbar.  

Für Oberbürgermeister Hansjörg Eger stand fest: „Das Projekt muss weiter umgesetzt werden und leben." Der Modellversuch habe gezeigt, dass man auf dem Weg zur Umsetzung der Klimaschutzleitlinien deutlich weiterkommt, wenn die technischen Voraussetzungen stimmen. Jetzt gehen die technischen Anlagen von NEDO erst einmal an die Stadtwerke über. „Wir werden sie wie bisher weiter betreiben", erklärte SWS-Projektleiter Mathias Reinhart und ergänzte: „Die Bewohner bekommen weiterhin ihren günstigen Mieterstrom-Tarif."

Text und Bild: Stadtwerke Speyer GmbH