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„Vorhang auf. Theater in Iggelheim“

Iggelheim feierte Lätare. Farbenprächtiger Umzug Weckverteilung und Winterverbrennung.

Böhl-Iggelheim. Über zwei Stunden schlängelte sich der diesjährige Lätareumzug durch Iggelheim. Viele Bürger hatten ihre Häuser mit Blumen und Fahnen festlich geschmückt. Aus bescheidenen Anfängen, als 1958 zum ersten Mal, der allen ledigen Iggelheimer am Sonntag Lätare auszuhändigende Weck, auf einem Wagen durch die Straßen von Iggelheim gefahren wurde, hat sich mittlerweile ein farbenprächtiger Umzug entwickelt. Dieser ist seit Jahren weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt. So konnten die Iggelheimer auch dieses Jahr wieder viele auswärtige Gäste in ihrem Ort willkommen heißen. Die Temperaturen waren frühlingshaft und der Himmel weinte seine Freudentränen als der Umzug schon fast vorbei war. So herrschte entlang des Zugwegs eine sehr gute Stimmung. „Die Igglemer feiern bei jedem Wetter“ war immer wieder zu hören.

Die Verteilung der Weck an Lätare hat ihren Ursprung im Vermächtnis einer ledigen Dame, die 1678 der Gemeinde einen Acker vermachte. Die testamentarische Bedingung war, jedem ledigen Einwohner am Sonntag Lätare aus dem Pachtzins des Ackers „einen Wecken“ zu kommen zu lassen. Diese Tradition hat sich bis in unsere Tage erhalten. Nur heute bekommen auch ledige auswärtige Gäste einen Wecken. Und da der Pachtertrag des „Weckackers natürlich nicht mehr ausreicht um die gesamten „Wecken“, immerhin 3000 Stück, zu finanzieren, muss hier natürlich die Gemeinde den Geldsäckel öffnen, was diese auch gerne und bereitwillig tut.

Fast pünktlich um 14:00 setzte sich der Zug, angekündigt von den Haßlocher Böllerschützen, in Bewegung. Er umfasste dieses Jahr wieder 34 Zugnummern. Der Musikverein Iggelheim sorgte mit heißen Rhythmen für die richtige Stimmung am Zugweg.

 Wie schon im vergangenen Jahr, war auch in diesem Jahr die Verteilung der Weck gestaltet. Wurden diese in den vergangenen Jahren von einem Wagen herab ausgegeben, wurden,  wie schon im vergangenen Jahr,  die Wecken von der „Dorfregierung“ persönlich überreicht. Bürgermeister Peter Christ (CDU), der 1. Beigeordnete Karl-Hein Hasenstab (CDU), so wie der 2. Beigeordnete Berns Johann (FWG), in Bäckerkluft gekleidet brachten die Weck unters feierfreudige Volk. Geistliche Verstärkung erhielten die Herren aus der Politik vom evangelischen Pfarrer Dr. Wagner-Peterson.

Der Wagen mit der Darstellung des Weckvermächtnisses schloss sich an. 

Schüler der Jakob-Heinrich Lützel-Grundschule radelten mit bunten Bändern verzierten Fahrrädern.  Die  Kindern der Katholischen Kindertagesstätte St. Simon und Judas  hatten ihre farbenprächtigen „Ri-RaRo-Stecken“ selbst gebastelt und diese im Vorfeld in Iggelheimer Geschäften zum Kauf angeboten.

Die Nachbargemeinde Haßloch hatte ihre Sommertags Prinzessin Ann-Katrin und ihre Bierfestkönigin, Davina mit großem Gefolge nach Iggelheim gesandt.  Die Fastnachter von den „Igglemer Bessem“ repräsentierte Prinzessin Isabella I. mit  ihrem großen Gefolge. Ihre Lieblichkeit Vanessa I. vom Karnevalsverein „Böhler Hängsching“, mit ihrem Gefolge strahlte  mit der Sonne, die ab und zu hinter den Wolken hervor schaute, um die Wette. Ein großes Gefolge begleitete ihre Lieblichkeit  aus Böhl.

Den Historischen Teil eröffnete der “Reiterlud“, eine Iggelheimer historische Gestalt, ritt auf seinem Schwein dieses Jahr vor der Kutsche des Kurfürstlichen Paares.  Ihre wertvolle Kirche führte die Protestantische Kirchengemeinde mit wie auch die Katholische Kirche von der Katholischen Kirchengemeinde aus Iggelheim präsentiert wurde. Und auch das alte Rathaus aus Iggelheim fehlte nicht.

Die Sängervereinigung Iggelheim – ein Garant für große imposante Zugnummer. Der Aufbau des „Bruchhaisels“ eine Aufgabe der sich die Sängervereinigung vor Jahren stellte, wurde wieder in gekonnt aufwändiger Präsentation umgesetzt.

Die „Musketiere“ vom gleichnamigen Musikverein aus dem Ortsteil Böhl war der gewohnte Stimmungsmacher beim Umzug.

Ja das Motto „Vorhanf auf: Theater in Iggelheim“ war mehr als inspirierend für die Vereine. Da veranstaltete der Ortsverein der CDU ein Bauerntheater. Der Kasperle trieb bei den Kitas „Storchennest und Römerstraße seinen Schabernack. Der Struwwelpeter war der Klasse 8c der Peter-Gärtner-Realschule plus entsprungen. Die Evangelische Kita „Windrose“ begeisterte mit dem Räuber Hotzenplotz.  Allen geläufig wurde durch die Sängervereinigung farbenprächtig, aufwändig mit viel Personal Highlights aus 70 Jahren „Augsburger Puppenkiste“ auf die Straßen von Iggelheims gezaubert.

Ähnliches gilt für den Kulturverein DorfArt. Mit welcher Leidenschaft und Liebe zum Detail hier gearbeitet und gestaltet wird war beim “Münchner im Himmel“  zu sehen. Dracula verbreitete beim Seniorenzentrum Angst und Schrecken. „Die Räuber stammten von den jungen Akteuren der Spielgemeinschaft der Fußballer von Palatia und VfB. Die Firma Südwest-Lacke lies Sherlock Holmes ermitteln und das Kinder und Jugendzentrum erforschte das geheime Leben der Piraten. Jim Knopf, der Liebling der Kinder, auch heute noch, verkörperten die Handballer s des TSV Iggelheim.

Aufwändig wie jedes Jahr der Beitrag des Gewerbeverein Böhl-Iggelheim. Das Urmel auf dem Eis  - ein besonderer Hingucker.

Alle Zugnummern waren liebevoll bis ins Detail, alle mit großem Aufwand, gestaltet. Wobei - ein Vergleich der einzelnen Zugnummern verbietet sich – schon deshalb - weil die einzelnen Gruppierungen und Vereine unterschiedlich viele Akteure in ihren Reihen hatten. Jede Zugnummer glänzte durch ihre Kreativität die die Mitwirkenden, ob Kinder oder Erwachsene an den Tag legten –ob bei der Gestaltung der Wagen, der Kostüme, oder der Ausführung beim Umzug. Alle Beteiligten können mit Recht stolz sein auf ihre Leistung und den Beitrag, den sie zum Lätarefest geleistet haben.

Traditionsgemäß endete der Zug mit den vier Jahreszeiten. Der von den Hundefreunden riesige Winter, eine Dimension die der eisige Iggelheimer Geselle bei keinem Sommertagszug in der Umgegend erreicht, bildete den Abschuss des Zuges. Frühling, (SPD-Ortsverein), Sommer, (Bündnis 90/ Die Grünen)), so wie Herbst (Traktorfreunde Böhl-Iggelheim ergänzten diesen Zugteil.

Die Zugüberwachung lag in den bewährten Händen der Schutzpolizeiinspektion Schifferstadt, der Freiwilligen Feuerwehr Böhl-Iggelheim so wie dem DRK Ortsverband Böhl-Iggelheim, die ihre Aufgabe umsichtig erledigten. Bürgermeister Peter Christ bedanke sich bei allen Mitwirkende, die nach seinen Worten, wieder ein unvergleichliches Erlebnis für die Böhl-Iggelheimer und ihre auswärtigen Gäste geschaffen haben.Nachdem der Winter, dieser frostige Gesell, noch einmal durch den Ort fahren durfte, wurde er auf dem Dorfplatz unter den Klängen von: „Winter ade, scheiden tut weh„ verbrannt und ist damit hoffentlich endgültig vertrieben. Peter Christ legte die Lunte an den Schneemann, der dann zu den Klängen von „Winter ade“ in Flammen aufging.

Hans Simon, assistiert von Selina Wiegand, kommentierte den Zug von der Tribüne an der Jakob-Heinrich-Lützel Grundschule aus in gewohnt sachkundiger, humorvoller Art. Bilder: fg

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