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Gummibärchen und Tango auf der Zunge

Vorstellung des Domweins 2018 im Historischen Ratssaal der Stadt

v.l.: Thomas Vogel, Inga Storck und Dr. Gottfried Jung

Prof. Dr. Gottfried Jung

Bürgermeisterin Monika Kabs

Thomas Vogel

v.l.: Winfried Szkutnik, Thomas Vogel und Dr. Gottfried Jung

Inga Storck

Die Weinhoheiten auf dem Balkon des Historischen Rathauses

bk. Speyer. Der Vorsitzende des Dombauereins Prof. Dr. Gottfried Jung begrüßte die Anwesenden, die wieder in großer Zahl erschienen waren. Hochzufrieden und sichtlich erfreut zeigte er sich darüber, daß auch zahlreiche Mitglieder des Domkapitels des Weg gefunden hatten.

Ein großer Coup ist ihm durch die Anwesenheit der Pfälzischen Weinkönigin Inga Storck mit ihren fünf Weinprinzessinnen gelungen. Jung betonte, daß er noch nie so viele Hoheiten auf einen Schlag begrüßt hatte. Lesen Sie die informative Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Dombauvereins Prof. Dr. Jung am Ende dieses Artikels.

Die Bürgermeisterin der Stadt Speyer, Monika Kabs, regte an, das dieser Termin der Präsentation des Domweins doch am besten fest in das Kirchenjahr aufgenommen werden sollte. Lesen Sie die sehr gute und zum Nachdenken anregende Rede, die uns Frau Kabs freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, im Anschluss an diesen Artikel.

Musikalisch begleitet wurde das Programm mit Gitarrenmusik von Benjamin Ziegler und Linus Kellner. Beide sind Schüler der Städtischen Musikschule Speyer.

Thomas Vogel, der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Herxheim am Berg, freute sich sehr darüber, daß erneut seine Genossenschaft den Domwein anbieten darf. Ausgewählt wurden ein 2017 Herxheimer Kobnert – Weißburgunder trocken und ein 2016 Herxheimer Kobnert – Spätburgunder Rotwein trocken. Erneut gestaltete der bekannte Speyerer Künstler Johannes Dörr die Etiketten, die den Dom in seiner Pracht zeigen. Thomas Vogel verwies auf die wunderbar klingenden Namen der Herxheimer Weinlagen wie Himmelreich und Honigsack. Durch eine gezielte Förderung und viele Stunden harter Arbeit entstehen unverwechselbare Weine. Der höchstgelegene Punkt der Deutschen Weinstraße kann mit einer neuen Vinothek und einer Weinlounge mit wunderbarer Aussicht aufwarten – hier lohnt sich immer ein Besuch. Im letzten Jahr wurden 6.000 Flaschen des Domweins verkauft – so konnte ein Scheck in Höhe von 12.000 € an den Dombauverein übergeben werden.

Schatzmeister Winfried Szkutnik, Vorstandsmitglieder der Volksbank Kur- und Rheinpfalz nahm gemeinsam mit Prof. Dr. Gottfried Jung den Scheck entgegen. Damit erhöht sich die Spendensumme, die für den Dom in den letzten Jahren erzielt wurde, auf 108.000 Euro.

Die Pfälzische Weinkönigin Inga Storck freute sich sehr darüber, daß sie diesen Termin gemeinsam mit ihren Prinzessinnen wahrnehmen konnte., den meistens wären diese in alle Winde, auf verschiedenen Veranstaltungen, verstreut. Launig beschrieb Sie den Geschmack der neuen Dom-Weine. Der Weißburgunder besteche durch seine fruchtigen Aromen von Birne, Apfel und Ananas. Für fröhliches Lachen sorgte ihre Äußerung, daß der Wein auch nach Gummibärchen schmecke – das gehöre für sie zu einem guten Weißburgunder. Der Spätburgunder sei die Diva unter den Rotweinen- elegant und belebend mit Aromen nach Waldbeeren – er tanze auf der Zunge Tango. Am besten probieren Sie selbst, so die Pfälzische Weinkönigin. Dieser Aufforderung kamen die Anwesenden sehr gerne nach und lobten die neuen Domweine mit kenntnisreichen Beurteilungen der Farbe und des Geschmacks. 

Zuvor jedoch folgte die Ehrung der Mitglieder, die 10 oder 20 Jahre dem Dombauverein die Treue hielten durch den Vorsitzenden Gottfried Jung. 

Hier die Namen der Jubilare, wobei einige ihre Zusage leider nicht einhalten konnten:

Zusagen der 10-jährigen Jubilare
FuchsEdgar
FuchsLore
HenrichAlfons
ScheidelAlwin
ScheidelMaria
Walter Wolfgang
Zusagen der 20-jährigen Jubilare
AdlhochGustav
BoßletDorothea
BremBrigitte
BremHeinz
DegreifDieter
FrankMargarete
HilgersEckhard
HöinkHeinrich
KästelManfred
KästelRenate
KellerKlaus
KeppnerKarl-Heinz
KöhlerUrsula
LangerRoland
MelcherBernd
ScharfenbergerBruno
SchoppKlaus
Schopp Rosemarie
SesslerEdeltraud
SpenglerHans-Joachim
SpießPeter
Tropf Johanna
Walburg Günter
WittmerAlfred
WoitolWerner
ZachmannGünter
ZachmannUrsula
ZapfFriederike
ZapfUdo

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Domweinpräsentation 2018 - Begrüßungsrede von Prof. Dr. Gottfried Jung

Herzlichen Dank zunächst einmal an Benjamin Ziegler und Linus Kellner, die uns mit ihren Gitarren so wunderbar auf den heutigen Abend eingestimmt haben. Beide kommen von der Musikschule Speyer. Sie werden Ihnen nachher noch mit zwei weiteren Musikstücken zeigen, welch hervorragende Ausbildung die jungen Leute an der Speyerer Musikschule unter der Leitung von Herrn Bernhard Sperrfechter bekommen.

Auch in diesem Jahr freue ich mich wieder über die große Zahl von Gästen. Ich darf Sie alle herzlich willkommen heißen. Ein besonderer Gruß geht an den Domkustos, Herrn Peter Schappert, der als Vertreter des Domkapitels anwesend ist. Desweiteren begrüße ich sehr herzlich die Pressevertreter, die über unsere Veranstaltung berichten. Die Begrüßung verschiedener weiterer Ehrengäste hebe ich mir noch etwas auf.

Seit nunmehr 20 Jahren gibt der Dombauverein eine Domweinedition heraus. Im Lauf der Jahre haben wir immer mal wieder die Weingüter, die den Domwein liefern, gewechselt. Bereits 2003 bis 2005 war die Winzergenossenschaft Herxheim am Berg unser Kooperationspartner. Sie ist es erneut seit 2015. In diesem Jahr ging sie als Sieger aus einem Wettbewerb hervor, den die Pfalzwein in Neustadt im Auftrag des Dombauvereins durchgeführt hat.

Seit der Edition 2015 gehen pro Flasche 2 Euro an den Dombauverein. Zuvor war es 1 Euro. In den ersten 19 Jahren sind insgesamt 96 000 Euro durch den Verkauf des Domweins zusammengekommen, die der Dombauverein für die Domrestaurierung zur Verfügung gestellt hat. Was im 20. Jahr, nämlich 2017, hinzugekommen ist, werden wir nachher von Herrn Vogel erfahren. Wir dürfen davon ausgehen, dass 2017 der Gesamterlös, den wir bisher erzielen konnten, deutlich über die 100 000-Euro-Marke geklettert ist!

Mit dieser Darstellung möchte ich unseren Domwein aber nicht als bloßes Verkaufsprodukt verstanden wissen. Der Domwein ist mehr: Er ist ein Botschafter des Doms!

Wir leben in einer Zeit, die sehr stark konsumorientiert ist. In einer solchen Welt wird der Markt oft als das Maß aller Dinge verstanden. Wein wird natürlich auch konsumiert. Aber wer den Wein wirklich versteht und genießt, der weiß, dass der Wein mehr ist als ein Marktobjekt. Wein ist Lebensfreude!

Vielleicht ist der Wein neben der Muttermilch und dem Wasser das älteste Getränk der Menschheit. Wir wissen um viele Zeugnisse zum Wein, die weit in das Altertum zurückreichen. Und der Wein ist eng mit dem jüdischen und dem christlichen Glauben verbunden. Gerade auch deshalb ist der Domwein ein würdiger Botschafter unseres ehrwürdigen Kaiserdoms.

„Noah aber, der Ackermann, pflanzte als erster einen Weinberg“, heißt es im ersten Buch Mose. Im Buch Sirach lesen wir: „Und was ist das Leben ohne Wein? Denn er ist geschaffen, dass er die Menschen fröhlich machen soll.“

Im Neuen Testament hat der Wein eine viel tiefere Bedeutung gewonnen. Eines der bekanntesten Wunder, über die in der Bibel berichtet wird, ist die Geschichte der Hochzeit von Kana, bei der Jesus Wasser in Wein verwandelte. Eine sakrale Bedeutung erhielt der Wein jedoch im Neuen Testament durch das Letzte Abendmahl, als Christus den Wein zu seinem Blut erklärte.

Hier in der Pfalz ist der Wein unser typischstes und wichtigstes regionales Produkt. Er ist nicht nur das Ergebnis der Kunst unserer pfälzischen Winzerinnen und Winzer, sondern er spiegelt die Böden und das Klima unserer Heimat wider. Und wenn ich Klima sage, dann meine ich nicht nur die Sonne, sondern alle vier Jahreszeiten. Der Wein braucht nicht nur die Dynamik des Frühlings, die Kraft der Sommersonne und die Aufbruchstimmung des Herbstes, sondern er braucht auch die Ruhe des Winters. Es ist so wie beim Menschen: Wir reifen durch unsere Erfahrung, die wir in unserem gesamten Lebenszyklus sammeln – von der Kindheit und Jugend bis zum Alter.

Reif werden ist etwas, das sich nicht so ganz mit unserer schnelllebigen Zeit verträgt. Oft fehlt uns die Möglichkeit, etwas in Ruhe anzugehen und etwas reifen zu lassen. Oder wir glauben, dass uns die Zeit fehlt. Da ist es gut, dass ein gelungener Wein die Bereitschaft voraussetzt, warten zu können. Dann bekommen wir ein Produkt, das wir nicht schnell – schnell leertrinken, sondern für das wir uns Zeit nehmen und das wir genießen sollten.

Zwei solche Produkte, nämlich einen Weißburgunder und ein Spätburgunder, bietet Ihnen heute der Dombauverein in Kooperation mit der Winzergenossenschaft Herxheim am Berg als Domweinedition 2018 an. Der Winzergenossenschaft und insbesondere ihrem Geschäftsführer, Herrn Vogel, danke ich sehr herzlich für das besondere Engagement bei der Herstellung und beim Vertrieb des Domweins. Der Stadt Speyer und stellvertretend unserer Bürgermeisterin Monika Kabs danke ich dafür, dass sie uns jedes Jahr ermöglicht, die Domweinpräsentation an einem so würdigen Ort wie dem alten Ratssaal vornehmen zu können. Der Domwein und der alte Ratssaal - beides passt gut zusammen. Ihnen beiden, Frau Bürgermeisterin Kabs und Herr Vogel, ein herzliches Willkommen!

Natürlich gibt es zu unserem Domwein viel zu sagen. Niemand kann das charmanter und besser tun als unsere Weinkönigin Inga Storck. Wir werden nachher hören, wie sie unseren neuen Domweinen beschreiben und wie sie uns Lust darauf machen wird, ihn später zu verkosten. Inga Storck ist nicht alleine gekommen. Sie hat fünf Weinprinzessinnen mitgebracht:  Daniela Töpfer, Isabell Grüber, Lilli Joachim, Nina Oberhofer und Sophie Conrad. Ich muss Ihnen sagen: Ich finde das große Klasse, und Sie alle miteinander haben als Willkommensgruß einen ganz besonderen Applaus verdient!

Aber der Wein soll nicht nur gut schmecken. Er soll in Flaschen abgefüllt sein, die unsere Blicke einfangen und die Lust machen auf den Wein. Das gelingt uns auch in diesem Jahr wieder mit den Etiketten, die der Speyerer Künstler Johannes Doerr hergestellt hat. Die Motive für die Etiketten sind neu, und sie wurden ehrenamtlich von Johannes Doerr gefertigt. Dafür gebührt ihm ein herzliches Dankeschön.

In Speyer gibt es seit einigen Monaten ein neues Restaurant – das Donna Mia im ehemaligen Kutscherhaus unten in der Altstadt am Fischmarkt. Der Inhaber, Norbert Passlat, ist heute Abend ebenfalls da, und dass ich ihn eigens begrüße, hat einen besonderen Grund: Seit einigen Wochen werden im Donna Mia den Gästen unsere Domweine angeboten, und es wird aktiv mit Aufstellern auf den Tischen dafür geworben. Nachdem ich bei einem anfänglichen Restaurantbesuch nur mal eben die Idee geäußert hatte, dass ja im Donna Mia unsere Produkte angeboten werden könnten, hat Herr Passlat diese Idee sofort aufgegriffen und umgesetzt. Das hat mich sehr beeindruckt und ich bin Ihnen dafür, lieber Herr Passlat, sehr dankbar. Muss ich noch erwähnen, dass ich den Besuch des Donna Mia aus eigener Erfahrung wärmstens empfehlen kann? Für alle die, nicht noch nicht dort waren, tue ich das hiermit.

Was Donna Mia macht, halte ich für beispielgebend. Es wäre schön, wenn auch andere Lokale im Schatten des Doms dem Beispiel von Donna Mia nacheifern würden!

Verkauft wird dort übrigens nicht nur unser Domwein, sondern auch unser Domsekt. Setzen Sie sich mal mit einem Glas Sekt in die Lounge hinterm Kutscherhaus und genießen Sie dort den fantastischen Blick auf den Dom. Sie werden staunen! Der Domsekt, für den Johannes Doerr ebenfalls ein neues Etikett gefertigt hat, stammt von der Winzergenossenschaft Weinbiet, und auch diese ist mit unserem Sekt, der sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt hat, heute Abend präsent.

Und wenn ich schon beim Danken bin, so will ich an dieser Stelle auch unserem Schatzmeister, Herrn Winfried Szkutnik, der das Programm für heute Abend wieder perfekt vorbereitet hat, Danke sagen. Ebenso herzlich danken möchte ich der Leiterin unserer Geschäftsstelle am Edith-Stein-Platz, Frau Bettina Steiger, die mit riesigem Engagement und mit Herzblut die Geschäftsstelle betreut und sich um einen guten Ablauf dieser Domweinpräsentation gekümmert hat.

Danken möchte ich schließlich unseren Mitgliedern, die uns seit vielen Jahren die Treue halten. 23 Jahre ist unser Dombauverein inzwischen alt. Mit über 2600 Mitgliedern ist es ein großer Verein. Um diesen Mitgliederstand zu halten, sind wir darauf angewiesen, dass kontinuierlich neue Mitglieder zu uns stoßen. Sicherlich sind sehr viele große Aufgaben bei der Restaurierung des Domes inzwischen erledigt. Aber vieles ist auch noch zu tun. Und dafür wollen wir als Dombauverein auch weiterhin unseren finanziellen Beitrag leisten. Das wichtigste Kapital sind dabei unsere Mitglieder.

Ich meine das aber nicht nur in finanzieller Hinsicht. Denn der Dombauverein unterstützt den Dom nicht nur finanziell, sondern auch ideell. Wir sind der Freundeskreis des Doms und wollen die Freude am Dom und die Wertschöpfung für dieses Weltkulturerbe in der Bevölkerung lebendig halten. Bitte werben Sie im Kreis Ihrer Verwandten und Bekannten für eine Mitgliedschaft in diesem Freundeskreis! Nehmen Sie unseren Werbeflyer mit, der heute Abend ausliegt. Schauen Sie auf unsere Homepage, auf der Sie viele Informationen, auch unsere aktuellen Hinweise, finden.

Stellvertretend für alle Mitglieder ehren wir heute diejenigen Damen und Herren, die dem Verein sei 10 bzw. seit 20 Jahren angehören. Ich werde das nach der Vorstellung unserer Domweinedition 2018 durch unsere Weinkönigin zusammen mit meiner Stellvertreterin, Frau Dr. Schmidt-Nechl, tun. Nun mache ich das Mikrofon frei für unsere Bürgermeisterin Monika Kabs. ^

 

Grußwort von Bürgermeisterin Monika Kabs zur Domweinpräsentation am 26.04.2018

 Alle Jahre wieder kommt .... die Domweinpräsentation.

Das ist nicht nur christliche Tradition an Weihnachten, nein…regelmäßig im April präsentieren wir den neuen Domwein, zu aller Freude der Genießer des guten Tropfens und zur Freude aller Unterstützer zum Erhalt unseres ehrwürdigen Domes.

Kleiner Hinweis am Rande …vielleicht sollte die Domweinpräsentation fest in das Kirchenjahr mit aufgenommen werden.

Spaß beiseite, kommen wir zum heutigen Anlass unseres Zusammenseins.

Zuerst darf ich Sie heute zum wiederholten Male hier in unserem Hist. Ratssaal herzlich willkommen heißen, um die Präsentation des Speyerer Domweines 2018 mit zu erleben.

Es hat schon gute Tradition uns hier zu treffen um ein weiteres Kapitel zur Erfolgsgeschichte des Domweines hinzuzufügen. Gerade die vorzügliche Auswahl der Weine hat regelmäßig dazu beigetragen, dass der Verkauf zu Gunsten unseres Mariendomes eine einzige Erfolgsgeschichte wurde.

Ich bin überzeugt vom Erfolg, so auch in diesem Jahr, denn die Vorverkostung hat bereits nur zufriedene Gesichter hervorgerufen.

Die letzten Jahre meiner Grußworte hatten zum einen….

den Schwerpunkt auf die historische Bedeutung des Weines für unsere Stadt

und zum anderen…

die verbindende, ja friedensstiftende Bedeutung des Weines für die Menschen.

Ich erinnere an dieser Stelle nochmals an die Inschrift im Haus des Weines in Bordeaux, nämlich

 »Die Kultur des Weines ist diejenige, wo die Menschen sich kennenlernen wollen, statt sich zu bekämpfen.«

Eine Aussage, die gerne wiederholt werden darf.

Eine Aussage mit solch kolossaler Bedeutung der Friedenssehnsucht der Menschen über Generationen hinweg.

Lassen Sie uns heute ein wenig über den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft nachdenken. Was hält sie zusammen, was eint sie, was trennt, wo liegen Gefahren ?

Es läuft gut bei den großen Konzernen dieser Welt. Die Gewinne sprudeln. Alles und jeder ist auf Leistung ausgerichtet. Optimierung, Rationalisierung, Effizienzsteigerung sind Schlagworte einer Modernität, einer, lassen sie es mich sagen…einer Ersatzreligion.

Wer hier nicht mitmacht, nicht mitmachen kann, nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, ist oder wird ausgestoßen….ist nicht Teil der Protagonisten mit dem Mantra, dass Geld und Macht alles in der Welt ist.

Schließlich haben es die sogenannten Leistungsträger, nach ihrem Verständnis, aus eigener Kraft nach oben geschafft.

Von Demut keine Spur. Das heißt doch, dass denjenigen die Lebenssituation sowie das Empfinden vieler Menschen schlicht egal ist.

Haben diejenigen es wirklich alleine geschafft ?

War denn sonst niemand beteiligt an ihrem Erfolg – keine glückliche Fügung, keine helfende Hand, kein stabiles soziales Umfeld, kein Bildungssystem und keine Gesellschaft, die Leistung schätzt, gewiss, aber vor allem Werte wie Mitmenschlichkeit, Respekt, Solidarität ? Eine Gesellschaft, die es hochhält, dass man füreinander einsteht?

Noch ist es so, mehrheitlich zumindest. Und diese Gesellschaft hätte es verdient, dass man ihr in gleicher Weise begegnet, statt viele ihrer Mitglieder offenkundig gering zu schätzen. Diese abwertende Haltung ist es, die den sozialen Kitt bedroht. 

Geben wir ein Beispiel für mehr Mitmenschlichkeit. Mitmachen und nicht wegducken, nicht nach dem Motto…ein anderer wird’s schon machen…dann kann ich mich ja über die sozialen Netzwerke beschweren was alles nicht so läuft wie ich mir das vorstelle.

Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit ist ein schleichendes Gift, das unser Wertesystem immer weiter aushöhlt und schlussendlich auffrisst.

Dem müssen wir uns mit aller Macht entgegen stemmen. Teilhabe eines Jeden in Kirche, Verein, Ehrenamt oder anderen der Gesellschaft dienenden Funktionen ist dringender denn je erforderlich.

Mitmachen heißt aber auch den anderen mit seiner Meinung tolerieren, ihn nicht zu diffamieren und zu verachten.

Gewiss, es ist nicht einfach und oft mühsam einen offenen Diskurs mit Menschen anderer Meinung zu führen, es ist allerdings aber der einzige mögliche und gangbare Weg, eine offene und tolerante Gesellschaft  zu gestalten in der jeder mit Würde, Toleranz  und Zufriedenheit leben kann.

Unsere Gesellschaft braucht Kämpfer für Demokratie und Menschlichkeit, denn ohne sie haben wir verloren. Leben wir unseren Traum einer umfassenden Toleranz unseren Mitmenschen gegenüber, ohne als Träumer durch die Welt zu gehen.

Der Wein, unser Domwein, ist ein Symbol für Verständigung, für Toleranz und Frieden zwischen den Menschen.

Dies ist unser Beitrag für den Erhalt unserer Werte in Tradition und Gegenwart.

Unser Dom als Manifest des Glaubens und die Gewissheit, dass alle Menschen gleich sind in ihrer multikulturellen Vielfalt und Einzigartigkeit. Ein Teil unseres Glaubens, aber auch der Pflicht geschuldet unseren Teil dazu beizutragen, dass wir weiterhin in einer offenen und friedfertigen Gesellschaft leben dürfen.

Ich wünsche dem Dombauverein viel Erfolg beim Verkauf und ich bedanke mich ganz herzlich für das große Engagement, dass es wieder mal gelungen ist eine vorzügliche Auswahl zu treffen, wo wir uns alle jetzt schon auf die Verkostung freuen dürfen.

Nochmals vielen Dank und seien sie bestärkt im Tun für die gute Sache,

für unsere Überzeugung,

für unseren Dom zu Speyer.

Foto: pem