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Was Genaues weiß man nicht – die Renovierung der Salierbrücke

Bisher keine konkreten Vorschläge oder Antworten aus Karlsruhe wie das zu erwartende Chaos verringert werden soll

bk. Speyer. Gestern Abend trafen sich im Ältestenratszimmer zum zweiten Mal der Projektbegleitkreis und Fraktionen des Speyerer Stadtrats, um über neue Entwicklungen bezüglich der Sanierung der Salierbrücke seit der letzten Sitzung zu berichten. Die Zeit drängt, denn am 18. Juni soll es eine öffentliche Bürgerinformation geben und die offenen Fragen des letzten Kreises wurden noch nicht beantwortet.

Oberbürgermeister Hansjörg Eger referierte über die Ergebnisse der Sitzung und die Forderungen und Fragen, die gestellt werden sollen:

  1. Eine Baustelle, auf der an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden gearbeitet wird

  2. Keine Komplettsperrung der Brücke, sondern eine einspurige Erreichbarkeit nach Speyer

  3. Sichere Kontrolle gegen LKW’s und Busse

  4. Eine verlässliche Taktung des ÖPNV – wobei sich hier zusätzlich noch die Frage stellt, ob  die benötigten kleineren Busse und das Personal so schnell zu bekommen sind

  5. Kann eine Fährverbindung eingerichtet werden

  6. Wie kommt der landwirtschaftliche Verkehr auf die jeweils andere Rheinseite

  7. Eine Umleitungsplanung sollte dringend erstellt und vorgelegt werden

Die Betroffenheiten sind sehr unterschiedlich – so wiesen Vertreter des Einzelhandels darauf hin, daß in ihren personalintensiven Geschäften mit Umsatzeinbußen von bis zu 25 Prozent gerechnet werden muß.

Jeden Tag kommen 9.500 Personen als Einpendler nach Speyer – und da Fachkräfte händeringend gesucht werden, ist es möglich, das sich diese Pendler überlegen, einen leichter zu erreichenden Arbeitsplatz zu finden. Sie sind nicht darauf angewiesen, große Umwege zu fahren, so Eger.

Es wurde über eine dritte Fahrspur nachgedacht – dazu soll  der Knoten in Altlußheim ertüchtigt werden. Auf Speyerer Seite wäre das nötig für die Abfahrt Speyer Festplatz und die Abfahrt Speyer Römerberg.

Es wurde die Frage gestellt, warum nicht bereits jetzt die Brücke für den LKW Verkehr gesperrt wird, damit Zeit für weitere Planungen gewonnen wird.

In die Speyerer Krankenhäuser werden jährlich 2.300 Rettungseinsätze aus Baden gefahren – kann das in Baden aufgefangen werden?

Seit Jahren weist die Verwaltung der Stadt Speyer darauf hin, daß eine weitere Rheinquerung fehlt und hat angeregt, eine dritte Fahrspur für die Salierbrücke zu bauen. Diese Forderung wurde immer wieder geäußert – allerdings bisher ohne Erfolg. Die Fahrradspur kann nicht für den Ausbau genutzt werden, weil sie in Balkonbauweise gefertigt wurde und das Gewicht eines PKW’s nicht tragen könnte.

Im Moment fahren täglich etwa 29.000 PKW über die Rheinbrücke und da Speyer gut vernetzt ist, besteht die Hoffnung, daß die Forderungen und Fragen im Regierungspräsidium Karlsruhe beantwortet werden. Diese überaus wichtige Angelegenheit muß vernünftig abgearbeitet werden.

Laut dem Regierungspräsidium Karlsruhe könnte die A 61 ohne Probleme 80.000 Fahrzeuge täglich verkraften – im Moment liegt die Zahl bei 50.000 Fahrzeugen. Allerdings muß hier garantiert werden, daß während des Umbaus der Salierbrücke keine Reparaturen an der Autobahnbrücke erfolgen – sonst ist ein Chaos vorprogrammiert.

Alles in allem viele Fragen und Probleme – man kann auf die Antworten aus Karlsruhe  und deren Lösungen gespannt sein. Foto: pem