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Marschieren für ein Waisenhaus in Uganda

„Ein Haus für Geborgenheit für Waisenkinder in Moyo/Norduganda“ lautete das Motto des diesjährigen 42. ökumenischen Hungermarsches der am letzten Sonntag stattfand.

Start zum Hungermarsch

Kurze Andacht zur Einstimmung

Böhl-Iggelheim. In Moyo kümmern sich Sr. Maureen und das Team des Baby-Waisenhauses (Moyo Babies‘ Home) um die schwächsten Glieder der Gesellschaft.

Eine sehr hohe Müttersterblichkeit, AIDS und andere Krankheiten haben viele Babys zu Waisen werden lassen. Die extreme Armut mancher Eltern erschwert zusätzlich die Situation. Das Moyo Babies‘ Home ist die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Norduganda.

Derzeit finden dort 60 Kinder von 1 Tag bis 5 Jahren Schutz, medizinische Versorgung, Heimat und Menschen, die sich um ihre frühkindliche Entwicklung kümmern.

In Moyo regnet es im Durchschnitt an 180 Tagen im Jahr, teilweise mit Regenmengen von mehr 180 Liter pro m² und Monat, sodass die Nutzung der Außenbereiche oft nicht möglich ist. Gleiches gilt für die Periode mit extremer Hitze (Trockenzeit, Dezember bis Februar) mit Temperaturen von über 40°C. In diesen Zeiten sind die Kinder derzeit gezwungen in den Schlafräumen zu bleiben, was ihre Bewegungs- und Spielmöglichkeiten sehr einschränkt.

Was fehlt ist ein Gebäude mit den nötigen Einrichtungen, in dem die Kinder unabhängig von den teilweise extremen Wetterbedingungen, spielen, lernen und sich entfalten können.

Ein Haus für Geborgenheit, soll den Kindern des Moyo Babies‘ Home die Möglichkeit geben, sich in altersgerechter Umgebung zu entwickeln und so auf die Zukunft vorzubereiten:

  • Wetterunabhängiges Erlebnis-, Bewegungs-, Lern- und Spielzentrum für Kinder von 1 - 5 Jahren.
  • Nachhaltige Sicherung des Energiebedarfs durch Solarstromerzeugung.

 Bereits in den Wochen vor dem Hungermarsch hatten die Verantwortlichen das Projekt in zahlreichen Informationsveranstaltungen in Schulen, Kirchen und Gruppen vorgestellt und dabei auf die dringend notwendige räumliche Verbesserung der Waisenkinder in Moyo aufmerksam gemacht. Mit einem Infostand am Hungermarschtag stellten sie das Projekt und die Arbeit des Moyo Babies‘ Home vor.

 Der Hungermarsch wurde traditionell mit einer Kurzandacht eröffnet. Diakon Hartmut von Ehr begrüßte die Teilnehmer und ging in seiner Ansprache u.a. auf die aktuelle Situation in Uganda und das Problem der vielen Waisenkinder ein.

 Michael Kopf, Mitinitiator für das Waisenhaus in Moyo, dankte dem Organisationsteam für die Auswahl des Projektes, den Teilnehmern am Hungermarsch, den Spendern sowie den zahlreichen Helfern für ihren alljährlichen Einsatz.

 Der erste Vorsitzende des Vereins Ökumenischer Hungermarsch Böhl-Iggelheim e.V., Bernd Kiefer, erläuterte die in diesem Jahr geänderten, organisatorischen Abläufe des Hungermarsches u.a. die zwei unterschiedlich langen Strecken.

 Das Ehepaar Alice und David Müller empfing die ersten Marschierer mit Morgenchorälen und gestaltete die Kurzandacht musikalisch mit.

 Nach dem Segen und dem obligatorischen Startschuss machten sich rund 300 Teilnehmer bei kühlem Herbstwetter auf den Weg auf zwei unterschiedlich lange Rundstrecken von 5 und 10 km um ihren persönlichen Beitrag für den Bau des Waisenhauses zu leisten.

 Auch in diesem Jahr trugen wieder die beiden Böhl-Iggelheimer Grundschulen und die Peter-Gärtner-Realschule plus Böhl-Iggelheim im Vorfeld mit eigenen Aktionen zur finanziellen Unterstützung des Hungermarsches bei. Bereits zur Tradition geworden ist der von den Schülerinnen und Schülern der ersten Klasse der Grundschule Schauernheim veranstaltete Obst- und Gemüseverkauf dessen Erlös alljährlich ebenfalls dem Hungermarsch zugutekommt.

 Erfreulich war auch wieder der gute Zuspruch von Teilnehmern und Spendern über die Ortsgrenzen Böhl-Iggelheim hinaus.

 Zahlreiche Böhl-Iggelheimer und auswärtige Geschäftsleute, Firmen und Institutionen unterstützen auch in diesem Jahr wieder mit Sach- und Geldspenden die Aktion, die Naturfreunde Iggelheim und deren Wirt Hartmut Götten stellten das Gelände rund um das Naturfreundehaus zur Verfügung und leisteten damit einen Beitrag dazu, dass das Versprechen der 100%igen Spendenweiterleitung gewährleistet werden kann.

 Um den Bau des Waisenhauses in vollem Umfang sicherstellen zu können, ist jede weitere Spende, die bis zum Jahresende auf das bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG eingerichtete Spendenkonto (IBAN: DE80 5479 0000 0001 3515 16, BIC: GENODE61SPE) eingezahlt bzw. überwiesen werden kann, herzlich willkommen.

 Weitere Informationen zum diesjährigen Hungermarsch sowie der bisherigen Hungermarscharbeit gibt es auch im Internet unter www.hungermarsch-boehl-iggelheim.de 

Text und Foto: Reinhold Saur