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Weihnachts-Kurier

Weihnachtsmarkt: Attraktion kehrt ans Altpörtel zurück

Auf Schlittschuhen ganz ohne Eis

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer. Eine Eisbahn am Altpörtel gehört der Vergangenheit an. Der Lärm der Kühlaggregate, die den Durchgang erschwerenden, querliegenden Schläuche, und aufgehäufte Eisberge störten von 2008 bis 2012 nicht nur Anwohner und Betreiber ansässiger Einzelhandelsgeschäfte.  Das Eislaufen wurde sozusagen aus der Bahn geworfen. Dafür wird vom  25.November bis zum 7.Januar auf dem Platz bei Speyers Wahrzeichen erstmals eine synthetische Schlittschuhbahn die vielen  Freunde dieses Kufensports anlocken. Das 200 Quadratmeter große Schlittschuh-Viereck  hat den Vorteil, dass es sehr platzsparend aufgebaut werden kann und keine Generatoren erforderlich sind. Betreiber Freddy Zinnecker, der seit zehn Jahren in der 16.Generation seinen in Passau beheimateten Schaustellerbetrieb  führt und schon häufig bei Frühjahrs- und Herbstmesse in Speyer vertreten war, verspricht ein unbeschwertes Laufvergnügen. Das Schlittschuhlaufen ist sogar bei hohen Temperaturen möglich, weist  Zinnecker auf einen Anlage in Dubai hin, auf der  bei über 40 Grad das Laufen Spaß mache. Der Schausteller aus Niederbayern, zurzeit in Landau mit dem Irrgarten „Freddys Circus“ stationiert,  baut bei der Schlittschuhbahn eine Umkleidehäuschen auf und bewirtet in einer begehbaren Hütte Besucher „mit außergewöhnlichen Heißgetränken“. Einzigartig sei „die kleine Feuerzangentasse, die gerade bei Dunkelheit   so manchen Gast zum Staunen bringt“. Ein Winzerglühwein rundet Zinneckers Angebot ab. Der Passauer, der ein überraschendes  Hochdeutsch beherrscht, betreibt  neben der Laufanlage noch einen Imbiss sowie einen Crêpes- und Verkaufsstand. Bei Zinnecker können Besucher auf annähernd 400 Paar Schlittschuhe zurückgreifen, aber auch ihre eigenen Schuhe mitbringen. Diese  müssen für die Kunstbahn, die sich auch in Edenkoben und Neustadt schon bewährt hat, lediglich vor Ort anders geschliffen (Rund- statt Hohlschliff) werden.

Erfreut über diese Neuerung und das neuzeitlich aufgefrischte Angebot zeigt sich  Beigeordnete Stefanie Seiler, die die  Schlittschuhbahn als  bereichernde Ergänzung zum traditionellen Weihnachts- und Neujahrsmarkt, zu Kunsthandwerkermarkt und den Wochenendmärkten  mit den Partnerstädten. Schlittschuhlaufen habe einen unverzichtbaren Stellenwert  in der Freizeit-und Tourismuslandschaft. „Mit der besonderen Lage bietet der Platz am Altpörtel eine traumhafte Kulisse für die Schlittschuhbahn“, sieht Seiler hoffnungsvoll der Adventszeit entgegen. Dass sie die Attraktion schon gut zwei Monate vor Eröffnung ankündige, habe mit der notwendigen Vorinformation der betroffenen Anwohner und Geschäftsleute zu tun. Da die Lauffläche kleiner ist als die der früheren Eisbahn und keine Generatoren Wege versperren, sind nämlich auch die Zufahrten für Rettungsfahrzeuge gesichert, erklärt die Beigeordnete.

Info: Die 20 mal 10 Meter große Bahn besteht ausschließlich aus synthetischem Eis. Hochwertige Kunststoffplatten, die Natureis imitieren, werden wie beim Parkett zu großen Flächen zusammengeführt. Wie beim Schlittschuhlaufen auf Eis gleitet die Kufe auf einer flüssigen Gleitschicht, die entweder das Kunststoffmaterial  selbst durch den Kufenkontakt freisetzt oder auf der Oberfläche regelmäßig aufgebracht wird. Die Teflon-Platten werden jeden Morgen frisch aufpoliert.

Fahrspaß: Tagesticket kostet 5 Euro, Kinder bis 10 Jahre 4 Euro). Schlittschuhverleih 3 Euro. Es gibt Gruppenangebote für Kindergärten und Grundschulen.

Für Gäste, die noch unsicher sind auf Schlittschuhen, werden Pinguine und Eisbären als Fahrhilfen bereitgestellt.  Foto: Zinnecker