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Medien-Kurier

In eigener Sache: Versuchter Taschendiebstahl - Festnahme der Diebin

Täglich veröffentlichen wir seit Jahren jede Menge Polizeimeldungen, auch über Raub und Taschendiebstahl auf der Straße, nun waren wir selbst betroffen

Rust/Colmar. Wir (meine Frau und ich) waren am Freitag im EUROPA-PARK, um am Abend über den Radio Regenbogen Award in Wort und Bild zu berichten.  Da die Veranstaltung erst gegen 18 Uhr beginnen sollte, nutzen wir die freie Zeit, um durch die nahegelegene französische Stadt Colmar zu bummeln. Gegen 13:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto.

Irgendwann fiel mir ein Mädchen auf, dass am Smartphone tippte, aber hinter uns herlief. Das war uns unangenehm und wir liefen langsamer, sodass sie an uns vorbeiging und nicht mehr zu sehen war. Gegen 13: 50 Uhr waren wir in einer Seitenstraße kurz vor unserem Parkplatz.  Ich lief neben meiner Frau und bemerkte etwas aus meinem Augenwinkel, drehte mich um und sah in das Gesicht des jungen Mädchens, ihre Hand war im Rucksack meiner Frau.  Ich drehte mich um, das Mädchen lief eilig davon und ich verfolgte die vermeintliche Diebin.  Sie war logischerweise deutlich schneller als ich, zumal ich derzeit leicht gehbehindert bin.  Allerdings schrie ich sehr laut nach Hilfe, nach der Polizei und bitte Passanten, das Mädchen festhalten. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, ob etwas aus dem Rucksack gestohlen wurde. Durch mein Schreien versuchten Passanten das Mädchen zu greifen, das sich jedoch geschickt dem Zugriff entzog, bis sie stürtzte und dabei auch noch ihr Smartphone verlor.  Nun konnte ich die Diebin am „Kragen“ packen und gegen eine Hauswand drücken. Einige Passanten kamen sofort zur Hilfe und „bewachten“ mit uns das Mädchen bis zum Eintreffen der herbeigerufenen Polizei. Mit ihren Händen versuchte das Mädchen meine Frau zu würgen und an ihrem Mantel zu zerren, der dabei zerrissen wurde. Gleichzeitig versuchte sie durch Tritte gegen mich, sich loszureißen.  Einige Passanten kamen sofort auf uns zu und „bewachten“ mit mir das Mädchen bis zum Eintreffen der herbeigerufenen Polizei. Diese fuhr mit einer Polizistin und drei Polizisten vor, nahmen das Mädchen nach einer flüchtigen Untersuchung ihrer Tasche in die Mitte und ab in das Polizeiauto. Wir wurden aufgefordert, unser Auto zu holen und der Polizei zum Gendarmerie-Hauptquartier zu folgen.

Nach der Erfassung unserer Daten wurde meine Frau als Betroffene und ich als Zeuge vernommen. Andere Polizeibeamte befragten das Mädchen, das keine Papier bei sich hatte, aber viel Geld, zwischen 14 – 16 Jahre geschätzt wurde und aus Osteuropa (Rumänien oder Bulgarien) stammt und nach Polizeiaussage auch in Mühlhausen, Straßburg und Saarlouis ihre Diebeszüge durchführte. Zum Glück hatte sie bei uns keinen Erfolg, Geldbeutel mit Führerschein, EC- und Kreditkarten, Smartphone, Personalausweis und Bargeld waren nicht gestohlen. Außer dem zerrissenen Mantel und blauen Flecken bei meiner Frau war uns glücklicherweise nichts passiert. Allerding standen wir nach diesem Erlebnis unter einem gewissen Schock, der es uns unmöglich machte, mit Stars und Sternchen zu feiern und darüber zu berichten. Wir möchten uns an dieser Stelle aber noch einmal bei den Franzosen und Französinnen bedanken, die uns geholfen und mit uns auf die Polizei gewartet haben. Ohne diese Hilfe hätten wir das Mädchen nicht festhalten können. Wir wünschen Ihnen, niemals ein solches Erlebnis zu haben, das lange nachwirken wird. Und falls es doch passieren sollte, wünschen wir Ihnen so mutige und hilfsbereite Menschen, wie wir sie getroffen haben.

Es passiert nicht nur den „Anderen“, jeder kann sehr schnell in eine höchst unangenehme Situation kommen. Achten Sie auf Personen, die vermeintlich neben oder hinter ihnen her schlendern. Verschaffen Sie sich einen Freiraum um ihre Person. Rufen Sie laut um Hilfe, wenn Sie sich bedrängt oder bedroht fühlen. Passen Sie gut auf sich auf!  Foto: Polizei Hessen