Speyer-Kurier
Kirchen- und Orgelmusik
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Musik zur Fastenzeit im Speyerer Dom

Auftakt zur Konzertreihe „Cantate Domino“ am 4. März

Speyer- An den Samstagen der Fastenzeit, lädt die Dommusik Speyer zu kostenfreien Konzerten in den Dom. Die Reihe mit geistlichen Konzerten von jeweils etwa einer Stunde Dauer, jeweils um 18 Uhr, steht unter dem Titel „Cantate Domino“ (Singet dem Herrn). Stücke aus verschiedenen Jahrhunderten und in unterschiedlicher Instrumentierung setzen sich mit Themen der Fastenzeit auseinander und eröffnen so den Zuhörern einen musikalischen Zugang zur Passionszeit. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei. Um eine Spende am Ausgang wird gebeten.

Musik von Georg Philipp Telemann steht am Samstag, 4. März, 18 Uhr in der Krypta des Doms auf dem Programm. Die Kantaten „Seele, lerne dich erkennen“ und „Ach, Herr, straf mich nicht mit deinem Zorn“ stimmen auf die Fastenzeit ein. Es musizieren: Peter Gortner (Tenor), Torsten Greis (Blockflöte), Jens Michel (Oboe), Sabine Melchiori (Kontrabass) und Markus Melchiori (Orgel).

Wir setzen uns mit Tränen nieder“ ist der Titel eines Orgelkonzerts am Vorabend des Zweiten Fastensonntags am Samstag, 11. März um 18 Uhr. Stephan Rahn, Organist aus Speyer, spielt an der Hauptorgel des Domes neben Felix Mendelssohn Bartholdys Orgelsonate „Aus tiefer Not“, Werke von Otto Malling und Charles-Marie Widor.

Eine Uraufführung zeichnet das Konzert am Samstag, 18. März, 18 Uhr aus. „De profundis“ (lat. „aus den Tiefen“, Psalm 130) ist die thematische Klammer für geistliche Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Peter Cornelius, Andreas Wilke (UA), Rudolf Mauersberger und Arvo Pärt. Das Männervokalensemble „Man(n) singt“ wird dabei von Christoph Bornheimer (Orgel) und Thorsten Gellings (Percussion) begleitet.

Johann Sebastian Bach hat seine Kantate „Tilge, Höchster, meine Sünden“, nach dem Stabat mater von Pergolesi komponiert. Die Sopranistin Anabelle Hund und der Altus Matthias Lucht musizieren am 25. März, 18 Uhr zusammen mit der Capella Spirensis instrumentale, einem Instrumentalensemble auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.

Das Stück „Sehet, welch eine Liebe“ von Josef Gabriel Rheinberger gibt dem Konzert am 1. April, 18 Uhr seinen Titel. Daneben stehen Lieder von Johannes Brahms, Antonin Dvorak und Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Domkantor Joachim Weller begleitet den Bariton Michael Marz auf der Domorgel.

Den Abschluss und Höhepunkt der Konzertreihe bildet die Aufführung der Markus-Passion am 8. April ,18 Uhr, dem Abend vor dem Palmsonntag. Das Stück für Soli, Chor und Orchester stammt aus der Feder des Barockkomponisten Reinhard Keiser (1674-1739). Es musizieren der Jugendchor der Dommusik und die Capella Spirensis instrumentale mit Vokalsolisten.

Die Termine im Überblick:

Samstag, 4. März 2017, 18 Uhr zum Ersten Fastensonntag (in der Krypta)

Seele, lerne dich erkennen

Georg Philipp Telemann (1681-1767) 

zum 250. Todestag des Komponisten

Kantate „Seele, lerne dich erkennen“

Kantate „Ach, Herr, straf mich nicht in deinem Zorn“ 

Triosonaten für Blockflöte, Oboe und Basso continuo 

Peter Gortner, Tenor 

Torsten Greis, Blockflöte 

Jens Michel, Oboe 

Sabine Melchiori, Kontrabass 

Markus Melchiori, Orgel

 

Samstag, 11. März 2017, 18 Uhr zum Zweiten Fastensonntag

Wir setzen uns mit Tränen nieder

Orgelmusik zur Fasten- und Passionszeit

von Felix Mendelssohn: Orgelsonate III „Aus tiefer Not“ 

Otto Malling: Die sieben Worte des Erlösers am Kreuze 

Charles-Marie Widor: Mattheus-Final aus „Bachs Memento“ 

Stephan Rahn, Orgel

 

Samstag, 18. März 2017, 18 Uhr zum Dritten Fastensonntag

De profundis

Geistliche Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Peter Cornelius, Andreas Wilke (UA), Rudolf Mauersberger und Arvo Pärt 

Männervokalensemble „Man(n) singt“ 

Christoph Bornheimer, Orgel 

Thorsten Gellings, Percussion 

 

Samstag, 25. März 2017, 18 Uhr zum Vierten Fastensonntag

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Tilge, Höchster, meine Sünden 

Kantate BWV 1083 (nach dem Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi)

Anabelle Hund, Sopran

Matthias Lucht, Altus 

Capella Spirensis instrumentale

 

Samstag, 1. April 2017, 18 Uhr zum Fünften Fastensonntag 

Sehet, welch eine Liebe

Antonin Dvorak: Biblische Lieder 

Johannes Brahms: O Tod, wie bitter bist du

Johann Sebastian Bach: So gibst du nun, mein Jesu, gute Nacht

Josef Gabriel Rheinberger: Sehet, welch eine Liebe

Michael Marz, Bariton

Joachim Weller, Orgel

 

Samstag, 8. April 2017, 18 Uhr zum Palmsonntag 

Reinhard Keiser (1674-1739) 

Markus-Passion für Soli, Chor und Orchester

Jugendchor der Dommusik 

Capella Spirensis instrumentale

Text: is; Foto: © Domkapitel Speyer, Foto: GDKE Landesmuseum, Ursula Rudischer

20.02.2017


Neue Angebote der Kirchenmusik

Speyer- Die Kirchenmusik an der Gedächtniskirche bietet ab 2. März,  immer donnerstags ab 15h, ein zusätzliches Angebot: Blockflötenkurse für Anfänger ab 5 Jahren, verbunden mit musikalischer Früherziehung. Die Leitung hat Kinderchorleiterin Simone Pepping-Sattelberger.

Die Kinderchöre an der Gedächtniskirche suchen ebenfalls noch Mitsänger für das Musical „Martin Luther“ im Oktober.

Geprobt wird immer mittwochs nachmittags. Informationen und Voranmeldungen für beide Projekte unter Tel: 291678 oder robert.sattelberger@evkirchepfalz.de. KMD Robert Sattelberger

www.kantorei-speyer.de

14.02.2017


Gregorianika schlägt musikalische Brücken vom Mittelalter in die Gegenwart

Gelungene Einstimmung auf das Weihnachtsfest

Speyer- Am Freitag, den 16.12.2016, gastierte Gregorianika zu einem Konzert in der Heilig Geist Kirche in Speyer. Der Chor Gregorianika, der sich im Jahre 2004 mit elf Sängern gründete, besteht heute aus 7 Sängern. Oleksiy Semenchuk, der Dirigent, begrüßte gemeinsam mit Serhiy Rybyn, Maksym Shpynda, Taras Strokun, Petro Pavlinskyy, Bohdan Slipak und Vasyl Melnychuk die Gäste am Eingang.

Nachdem das Programm des Chores anfänglich aus reiner Gregorianik des frühen Mittelalters bestand, vollzog sich schon bald eine musikalische Entwicklung, die Gregorianika heute so einzigartig macht: Neben den typischen einstimmigen Chorälen wurde das Programm um mehrstimmige Stücke erweitert, welche die Präzision und Stimmgewalt des Chores eindrucksvoll dokumentieren.

Der stilprägende Brückenschlag vom Mittelalter in die Gegenwart gelang dem Chor mit der Präsentation eigener Kompositionen, die zeigen wie Gregorianik heute klingen kann: authentisch und dennoch zeitnah. Ganz gleich, welcher Sprache sich Gregorianika bedient – die Konzerte des Chores sind stets geprägt von tiefer Demut, Spiritualität und Mystik.

Dies  prägte auch den ersten Teil der Darbietung in der Heilig Geist Kirche, welche nicht nur ein stimmungsvolles Ambiente bot, sondern auch gut besucht war. Nach einer kurzen Pause ging es dann mit dem besinnlicheren und zur Jahreszeit passenden zweiten Teil weiter.

Dieser bestand aus ukrainischen Weihnachtsliedern, allerdings auch vielen deutschen Weihnachtsliedern. Aber in jeder Sprache schafften es die sieben Sänger, die Kirche mit ihren beeindruckenden Stimmen zu füllen und allen Besuchern eine wohlige Gänsehaut über den Körper zu schicken.

So konnte man "Durch die Bank weg" nur begeisterte Meinungen und Kommentare nach der Veranstaltung hören und wir sind uns sicher, das der nächste Auftritt bestimmt bis auf den letzten Platz ausgebucht sein wird. Wer allerdings nicht bis dahin warten möchte, findet weitere Veranstaltungen der Gregorianika unter www.gregorianika.de Text und Foto: dak

23.12.2016


Internationale Musiktage 2016 erfolgreich zu Ende gegangen

Domkapellmeister Markus Melchiori zieht positives Fazit

Speyer-. Am Tag der Deutschen Einheit fand das letzte Konzert in der Reihe der diesjährigen Internationalen Musiktage Dom zu Speyer statt. Die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz präsentierte unter dem Titel HÉROS BIBLIQUES oratorische Werke, die ganz im Zeichen der französischen Moderne stehen. Zusammen mit dem jungen Chor erweckten ein farbenreiches Instrumentalensemble, Vokalsolisten und der Erzähler die spannenden Partituren des französischsprachigen Schweizers Arthur Honegger (1892-1955) und des libanesisch-französischen Komponisten Naji Hakim (*1955) zum Leben. Erzählt wurden dramatische Szenen aus dem Leben der biblischen Helden König David und Saulus von Tarsus (Paulus). Die Leitung des Konzerts lag in den Händen von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald.

„Wir freuen uns sehr, dass wir zum Abschluss der Musiktage einen ökumenischen Akzent setzen konnten“, so der künstlerische Leiter der Internationalen Musiktage Domkapellmeister Markus Melchiori. „Ich danke allen Ausführenden und Unterstützern für ihr großartiges Engagement während der letzten Wochen. Ohne den besonderen Einsatz so Vieler wäre eine solche Leistung musikalisch und organisatorisch nicht möglich“, so Melchiori weiter. „Wir konnten mit Heinrich Kaminski einen facettenreichen Komponisten wiederentdecken, der auch einen regionalen Bezug hat“, bekräftigt Melchiori.

Das a-cappella-Konzert des Kammerchores Stuttgart am Samstag, 8. Oktober 2016 um 20 Uhr in der kath. Kirche St. Bernhard in Speyer wird einen weiteren Akzent zu Kaminski setzen. „Insbesondere das ausverkaufte Eröffnungskonzert mit dem Oratorium „Der Seele Ruh‘“ (Roland Kunz *1960) wird sowohl einem begeisterten Publikum als auch den Ausführenden noch lange in lebendiger Erinnerung bleiben!“ schloss Melchiori sein Fazit.

Text: is; Foto (Klaus Landry): Eröffnungskonzert

04.10.2016


Kirchenmusikalisches Seminar - Der Traum vom Orgelspielen

Der Traum vom Orgelspielen

Speyer- Viele Menschen sind begeistert vom großartigen Klang einer Orgel. Nun kann dieser Traum vom eigenen Musizieren an einem solchen Instrument wahr werden, denn das kirchenmusikalische Regionalseminar Speyer zur Ausbildung nebenamtlicher Chorleiter und Organisten startet nach den Sommerferien wieder mit neuen Kursen in Orgelspiel, Dirigieren und Musiktheorie. Neue Interessenten sind herzlich eingeladen, sich umgehend bei Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger zu melden.

Ziel der Ausbildung ist die nebenamtliche D- oder C-Prüfung für Kirchenmusiker, die in der Regel nach drei Jahren abgeschlossen werden kann. Neben dem Unterricht an der Orgel wird wöchentlich Unterricht in Chorleitung und Musiktheorie erteilt. Der Unterricht findet im Martin-Luther-King-Haus an der Gedächtniskirche in Speyer statt. Ergänzt wird das Unterrichtsangebot durch Werkstattwochenenden, die dreimal pro Jahr stattfinden.

 Vor allem musikalisch interessierte Schüler und Studenten, aber auch Erwachsene mit musikalischen Vorkenntnissen sollten sich angesprochen fühlen. Zugangsvorraussetzung ist das Spielen eines Tasteninstrumentes, meist Klavier, und das Vorsingen eines leichten Liedes. Nähere Informationen erteilt der Leiter des Seminars Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger(Tel.: 06232/291678) oder das Amt für Kirchenmusik in Speyer (Tel.:06232/667403). 

Text: KMD Robert Sattelberger Foto: Bistum Speyer, Presse

09.09.2016


Halbjahresprogramm der Dommusik erschienen

Musik in Liturgie und Konzert

Speyer- Das neue Programm der Dommusik ist druckfrisch erschienen. Es umfasst den Zeitraum von September bis Ende Januar 2017 und listet alle musikalischen Aktivitäten der Dommusik Speyer in der Kathedrale auf.

Neben den Internationalen Musiktagen im September und Oktober sind wieder Cantate Domiono-Konzerte im Programm. Ein besonderes Highlight ist für den 28. Oktober geplant: Zehn Jahre nach der Uraufführung in Chartres wird das Oratorium STELLA MARIS des Komponisten Helge Burggrabe  als deutsch-französisches Kulturprojekt und als ein Höhepunkt der Städtepartnerschaft von Speyer und Chartres aufgeführt. Von Chartres aus war das Werk seit 2006 durch Sakralbauten wie den Kölner Dom, den Kaiserdom Königslutter, den Mariendom Neviges und die Dresdner Frauenkirche gewandert und von dem Fernsehsender ARTE verfilmt worden.

Die Leitung des Abends liegt bei Domkapellmeister Markus Melchiori und dem Komponisten des Werks Helge Burggrabe. Neben den Konzerten umfasst der Flyer die liturgischen Termine im Kaiserdom und deren musikalische Ausgestaltung. Die Advents- und Weihnachtszeit bildet hier einen Schwerpunkt des Programms.

Als Download verfügbar unter www.dommusik-speyer.de, im Dom oder bei der Touristinfo in Speyer.
Kostenlos verschickt die Geschäftsstelle der Dommusik das Programm unter 06232/10009310 oder dommusik@bistum-speyer.de

Text und Foto: Dommusik Speyer, Presse

26.08.2016


Tagung der Orgelsachverständigen in Aurich

Christoph Keggenhoff als Vorsitzender der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands wiedergewählt

Aurich/Speyer- In der Woche nach Pfingsten fand die alljährliche Tagung der „Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD)“ statt, diesmal in Ostfriesland. Tagungsleiter war Christoph Keggenhoff in Zusammenarbeit mit seinem evangelischen Kollegen LKMD Winfried Dahlke, Weener/Leer. Unter dem Titel „Kopieren vs. Kapieren“ beschäftigten sich die Sachverständigen mit Generationen des norddeutschen Barockorgelbaus unter dem besonderen Aspekt ihrer Vorbildfunktion für die Neobarockorgel.

Um mit den zahlreichen Spielarten der orgelbewegten Instrumente bei Sanierungs- und Restaurierungsfragen angemessen und respektvoll umgehen zu können zeigte es sich als hilfreich, die „Herkunftsfrage“ zu beleuchten wie auch Wechselwirkungen – wie z.B. den Einfluss der Orgelbewegung auf die Restaurierung von Barockorgeln – zu diskutieren.

In diesem Jahr standen auch die Vorstandswahlen an. Gewählt wurden: Vorsitzender: Christoph Keggenhoff, stv. Domorganist und Referatsleiter Orgelbau im Bistum Speyer; Stv. Vorsitzender: Kirchenrat Dr. Martin Kares, Leiter des Orgel- und Glockenprüfungsamtes der Evangelischen Landeskirche Baden;  Holger Gehring, Kreuzorganist in Dresden und Orgelsachverständiger der Evangelischen Landeskirche Sachsen; Oberbaurat Nils Hücklekemkes, Orgelsachverständiger des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg; Prof. Dr. Michael G. Kaufmann, Erzbischöflicher Orgelinspektor im Erzbistum Freiburg und Orgelsachverständiger in der Evangelischen Landeskirche Baden; Thomas Wilhelm, Orgel- und Glockensachverständiger der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Christoph Zimmermann, Referent für Orgeln der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die VOD ist das Forum für das deutsche Orgelsachverständigenwesen, in der die Orgelsachberater der Diözesen und Landeskirchen, Freikirchen und staatlicher Behörden eingebunden sind. Sie ist damit ein fachliches Gegenüber zum „Bund deutscher Orgelbaumeister (BDO)“, dem Fachverband der deutschen Orgelbaufirmen. Zu den Aufgaben der Vereinigung zählen Angebote zur Aus- und  Fortbildung von Orgelsachverständigen, die Erstellung von Arbeitshilfen für Kirchenleitungen und Gemeinden, die Erforschung des Orgelbaus, die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit „pro organo“ und die jährliche Fachtagung in verschiedenen Regionen Deutschlands und darüber hinaus. Text und Foto: is

25.05.2016


Spendenerlös zugunsten des Orgelneubaus in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche

Speyer- Die Spendeneinnahmen des Sechsten Speyerer Orgelspaziergangs betrugen insgesamt 2.422,24 Euro.

Ein Dankeschön an alle Spender!

Mit musikalischem Gruß

KMD Robert Sattelberger

10.05.2016


Ausbildung zum Chorleiter und Organisten

Speyer- Im kirchenmusikalischen Seminar Speyer an der Gedächtniskirche starten ab sofort die neuen Kurse zur Ausbildung von Chorleitern und Organisten. Es werden interessierte Jugendliche und Erwachsene mit musikalischen Vorkenntnissen gesagt, die der Freude am Orgelspiel und am Chorgesang nachgehen möchten. Der Unterricht findet im Martin-Luther-Kinghaus und an der großen Orgel der Gedächtniskirche statt und wird von Theorie-Unterricht ergänzt und ist mit 200€ pro Semester sehr günstig. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit dem C-Examen ab. Ein kürzerer Ausbildungsgang führt zum Abschluss des D-Examens. Interessenten können sich melden bei Bezirkskantor Robert Sattelberger (06232/291678 oder robert.sattelberger@evkirchepfalz.de). www.kantorei-speyer.de

Text: Kantorei Speyer, Presse

10.09.2015


Adrian Brech erreicht zweiten Platz bei Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“

Schüler aus Dudenhofen absolviert Ausbildung im Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer

Speyer- Es war mit einer großen Anspannung verbunden: Adrian Brech (15), Schüler aus Dudenhofen, konnte beim 52. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“  in Hamburg einen zweiten Platz in seiner Altersgruppe im Fach „Orgel solo“ erringen. Mit Werken von Bach, Eben, Lübeck u. a. überzeugte er die Jury und errang am Ende 23 von maximal 25 zu erreichenden Punkten.

Nach Regional- und Landeswettbewerb war der Bundeswettbewerb die dritte Station für den Nachwuchsorganisten, der im Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium in Speyer die neunte Klasse besucht. Seit zwei Jahren ist Adrian Brech darüber hinaus Schüler im Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer und absolviert dort die C-Ausbildung für nebenamtliche Kirchenmusiker. Sein Lehrer, BKI-Dozent Martin Erhard, und der Leiter des BKI, Domorganist Markus Eichenlaub, freuen sich sehr über den Erfolg. Adrian Brech selbst hatte sich die Herausforderung fast nicht zugetraut und wollte ursprünglich gar nicht am Wettbewerb teilnehmen. Umso mehr ist der junge Mann stolz auf das Ergebnis. Nach seinem Berufswunsch befragt, lacht er und meint: „Kirchenmusiker natürlich!“ Text und Foto: is

02.06.2015


Räume der Übung und des Miteinanders

Bischof Dr. Wiesemann weiht neues „Haus der Kirchenmusik“ in der Speyerer Altstadt ein

Speyer-  Die Pontifikalvesper mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am vergangenen Samstag im Dom zu Speyer stand ganz im Zeichen der Kirchenmusik. Der Speyerer Domchor, Mitglieder der Domsingknaben und des Mädchenchores am Dom, ein Chor aus Schülern und Dozenten des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts, die Dombläser und nicht zuletzt Domorganist Markus Eichenlaub dominierten die Vesper und zeigten ihr vielseitiges musikalisches Können. Anlass der liturgischen Feier, die unter der musikalischen Gesamtleitung von Domkapellmeister Markus Melchiori stand, war die Einweihung des „Hauses der Kirchenmusik“ im Anschluss an die Vesper auf dem Areal des Klosters St. Magdalena in der Speyerer Altstadt.

„Singt dem Herrn ein neues Lied.“ Dieser Auftrag aus den Psalmen stellte Bischof Dr. Wiesemann in den Mittelpunkt seiner Predigt. Es sei unsere christliche Aufgabe, das Lied des Lebens anzustimmen. „Wenn die vielen Sängerinnen und Sänger des Chores ihr Lied singen und die Gemeinde einstimmt, dann bringt die Musik die schweren Steinquader des Domes, dem eigentlichen Haus der Kirchenmusik, zum Schwingen.“ Doch dass die Kirchenmusik ertöne, sei keine Selbstverständlichkeit. Manchmal werde nämlich nicht wahrgenommen, „wieviel Übung erst den Meister macht“. Es brauche darum Räume für diese Übung und für das Miteinander. Er freue sich deshalb, an diesem Tag das neue „Haus der Kirchenmusik“ einzuweihen zu können.

In Anwesenheit prominenter Gäste, unter ihnen der Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg Eger, die Städtische Kulturdezernentin, Bürgermeisterin Monika Kabs und der Vorsitzende des Vorstandes der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“, Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs, dankte der Bischof allen, die zur Schaffung der Räumlichkeiten beigetragen hätten, damit Kinder und Jugendliche an die Kirchenmusik herangeführt werden können. „Wenn Menschen lernen, dieses 'neue Lied' zu singen, dann wird es nicht verstummen.“

Nach der Pontifikalvesper zogen die Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein in einer langen Prozession vom Dom hinunter zum „Haus der Kirchenmusik“ in der Altstadt. Dort wandte sich der Speyerer Oberhirte im Innenhof des Kloster St. Magdalena vor dem neuen Gebäude an die zahlreich gekommene Festgemeinde: „Wir sind stolz auf die Kirchenmusik als großen kulturellen Beitrag für die Kirche und die Stadt.“ Man könne dankbar sein, hier sein zu dürfen und dass das Projekt gelungen sei. „Dies soll ein Haus sein, in dem Ihr euch zuhause fühlt“, wandte sich Dr. Wiesemann abschließend an die Sängerinnen und Sänger und an alle Musiker.

Als Höhepunkt der Feier segnete der Bischof schließlich bei einem feierlichen Rundgang alle Räumlichkeiten des gelungenen „Hauses der Kirchenmusik“.

Domkapellmeister Markus Melchiorii lud danach alle Gäste zu einem kleinen Imbiss ein. Interessierte hatten auch Gelegenheit, das neue Domizil in der Hasenpfuhlstraße 33b näher in Augenschein zu nehmen. Schwester Waltraud Langhans, die Generalpriorin des Klosters St. Magdalena, freut sich, dass das ehemalige Gebäude der Klosterschule zu neuem Leben erweckt worden sei. „Meine Mitschwestern und ich sind froh, dass das Kloster künftig mit Musik erfüllt wird.“

Anfang des Jahres hatte die Dommusik mit der Domsingschule sowie das Amt für Kirchenmusik mit dem Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut das ehemalige Gebäude der Klosterschule bezogen. Zuvor war es ein Jahr und vier Monate lang umgebaut und grundlegend saniert worden. Im „Haus der Kirchenmusik“ ist die Ausbildung der nebenamtlichen Kirchenmusiker des Bistums ebenso angesiedelt wie die Chor- und Ensemblearbeit der Speyerer. Text: is;spk Foto: dak

01.06.2015


Orgelbuch zum Speyerer Eigenteil des Gotteslobes liegt vor

"Vorstellung des neuen Orgelbuches" zeigt von links: Verleger Hans-Peter Bähr, Domkapitular Franz Vogelgesang und Diözesan-Kirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub.Wichtige Arbeitshilfe für die rund 400 nebenamtlichen Organisten im Bistum Speyer – Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Kirchenmusik des Bistums und Bonner Musikverlag

Speyer- Das Orgelbuch zu den Liedern im Speyerer Eigenteil des neuen Gotteslobes liegt vor. Hans-Peter Bähr, der Inhaber des Musikverlages Dr. Butz aus Bonn, übergab im Speyerer Haus der Kirchenmusik das erste Exemplar an den Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats, Domkapitular Franz Vogelgesang, und Diözesan-Kirchenmusikdirektor und Domorganist Markus Eichenlaub.

Das Orgelbuch enthält Orgelsätze zu den knapp 200 Liedern des Speyerer Eigenteils des neuen Gotteslobes. Es stellt eine Ergänzung zu dem dreibändigen Orgelbuch dar, das die Lieder im rund 1000 Seiten umfassenden Stammteil des neuen Gotteslobes abdeckt. Erstmals wurden für ausgewählte Lieder Orgelsätze in zwei Tonarten aufgenommen. Sie dienen der vereinfachten Spielbarkeit und sollen bewirken, dass Lieder, die vom alten Stammteil in den Eigenteil übernommen wurden, wieder in einer angemessenen Tonhöhe erklingen. „Unser Ziel war, eine große Farbigkeit zu erreichen und den Gesang der Gemeinde auch rhythmisch zu unterstützen“, erklärt Kirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub, der zusammen mit den Dekanatskantoren des Bistums Speyer und den Dozenten des Bischöflichen Kirchenmusikalischen Instituts etwa die Hälfte der Orgelsätze seit Sommer des vergangenen Jahres neu komponiert hat. Dabei wurde darauf geachtet, den Orgelsatz dem Stil der Zeit anzupassen, aus der ein Lied stammt.

Tradition und Moderne auf frische Weise miteinander verbinden

"Entwicklung der Speyerer Orgelbücher" zeigt Diözesan-Kirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub (links) und Verleger Hans-Peter Bähr mit den Orgelbüchern des Speyerer Eigenteils aus den vergangenen Jahrzehnten.„Das neue Orgelbuch wird die Freude an den Liedern des Eigenteils wesentlich fördern und beleben“, zeigte sich Domkapitular Franz Vogelgesang überzeugt und dankte dem Musikverlag Dr. Butz für sein Engagement. Das neue Orgelbuch ist für die Hand der rund 400 nebenamtlichen Organisten bestimmt, die im Bistum Speyer tätig sind. Zugleich wird es in der kirchenmusikalischen Ausbildung Verwendung finden. Das Bischöfliche Ordinariat stattet zusätzlich zu den rund 350 Pfarrgemeinden in der Pfalz und im Saarpfalzkreis auch die Kapellen in Krankenhäusern, Altenheimen oder Gefängnissen mit dem neuen Orgelbuch aus.

„Die Zusammenarbeit mit den Kirchenmusikern des Bistums Speyer bei der Entwicklung des Orgelbuches hat wiederum ausgezeichnet funktioniert“, unterstrich Verleger Hans-Peter Bähr, der das Bistum Speyer in den vergangenen Jahren bereits bei mehreren kirchenmusikalischen Projekten und Veranstaltungen begleitet hat, so zum Beispiel bei den im dreijährigen Turnus stattfindenden Diözesan-Kirchenmusiktagen. Wo bereits bestehende Lieder und Orgelsätze aus anderen Quellen übernommen wurden, war bei der Klärung der Urheberrechte oft eine aufreibende und langwierige Spurensuche erforderlich. „Mehrfach standen wir vor der Aufgabe, die unterschiedlichen Rechteinhaber beziehungsweise deren Rechtsnachfolger ausfindig zu machen“, berichtete er. Als Folgepublikation sei ein Buch mit Orgelvorspielen und Intonationen zu den einzelnen Liedern geplant, kündigte Kirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub an.

Text und Foto: is

Das neue Orgelbuch zum Speyerer Eigenteil des Gotteslobes ist direkt beim Musikverlag Dr. Butz in Bonn (versandkostenfrei) oder im Buch- und Musikalienhandel erhältlich. Der Preis beträgt 62 Euro.

Bestelladresse:

Musikverlag Dr. J. Butz
Siegburger Straße 73
53229 Bonn
Telefon: 0228 / 94694924
E-Mail: email@butz-verlag.de
www.butz-verlag.de

20.05.2015


Speyerer Domkantor Alexander Lauer wird neuer Domkapellmeister in Münster

Nachwuchsarbeit und Aufbau des Knabenchors waren Schwerpunkte seiner Tätigkeit in Speyer – Wechsel zum 1. August

Speyer/Münster- Der Speyerer Domkantor Alexander Lauer (42) ist zum neuen Domkapellmeister am St.-Paulus-Dom in Münster berufen worden. Er wird die neue Aufgabe zum 1. August übernehmen. Lauer wird die Nachfolge von Andreas Bollendorf antreten, der neuer Leiter der Limburger Domsingknaben und Domkantor am Dom zu Limburg wird.

Der gebürtige Saarländer Alexander Lauer hat an der Musikhochschule in Saarbrücken Kirchenmusik, Schulmusik und Sologesang studiert. Er belegte Meisterkurse in den Fächern Orgel und Gesang und war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes und der Fritz-Neumeyer-Akademie für Alte Musik im Saarland. Berufliche Erfahrungen als Organist, Chorleiter und Gesangssolist sammelte er im Saarland und in Berlin, darüber hinaus in mehreren renommierten Kammer- und Rundfunkchören wie dem Rundfunkchor Berlin, dem Bayerischen Rundfunkchor, dem Stuttgarter Kammerchor, dem Gewandhaus-Kammerchor und der Gächinger Kantorei. „Dadurch hatte ich Gelegenheit, unter Dirigenten wie Rattle, Abbado, Nagano, Harnoncourt und Bernius zu musizieren - für mein Wirken als Chorleiter eine unschätzbare Erfahrung“, erklärt Alexander Lauer.

Seit 2006 Dekanatskantor in St. Peter und Paul im saarländischen Losheim, wurde er 2011 zum Domkantor am Dom St. Maria und St. Stephan in Speyer berufen. Hier engagierte er sich unter anderem in der Nachwuchsarbeit. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit in Speyer war der Aufbau des neu gegründeten Knabenchores, im dem mittlerweile 45 Jungen in verschiedenen Altersgruppen mit großer Begeisterung singen. Alexander Lauer hat auf Bitten des Saarländischen Chorverbandes den Landesjugendchor Saar gegründet, der in der Chorszene mehrfach großes Aufsehen erregte. Beim internationalen Chorwettbewerb 2012 in Frankfurt am Main wurde der Chor als „Bester Chor aller Kategorien“ ausgezeichnet. Von 2011 bis 2013 wirkte Alexander Lauer als Verbandschorleiter des Saarländischen Chorverbandes. Darüber hinaus war er mehrfach Juror nationaler und internationaler Wettbewerbe.

„Als meine Berufung sehe ich an, Menschen durch das Singen und Musizieren für den Glauben an Gott zu öffnen. Je früher die Begegnung mit geistlicher Musik stattfindet, umso mehr kann sie Begleiter für das ganze Leben werden“, hebt Alexander Lauer hervor. Aus diesem Grunde ist ihm besonders eine nachhaltige Nachwuchsarbeit ein Anliegen: „Einerseits pflanzt sie in den jungen Menschen den Samen des christlichen Glaubens, andererseits ist sie Garant einer fruchtbaren Chorlandschaft innerhalb der Kirchenmusik und darüber hinaus.“

Der Speyerer Domdekan Dr. Christoph Kohl bedauert den Weggang von Alexander Lauer - auch wenn er Verständnis dafür äußerte, dass der Domkantor - erst recht nach den weiteren Speyerer "Lehrjahren" - gerne die noch größere Verantwortung eines Domkapellmeisters übernehmen möchte. "Alexander Lauer war mit seiner Ausstrahlung, mit seinem freundlichen und gewinnenden Wesen gerade für die Kinder- und Jugendarbeit der Domsingschule ein großer Gewinn und hat dort seine Spuren hinterlassen."

Zu seinen neuen Aufgabenbereichen als Domkapellmeister am St.-Paulus-Dom in Münster gehören unter anderem die Leitung des Domchores, des Knabenchores „Capella Ludgeriana“ und der Domsingschule. Alexander Lauer wird gemeinsam mit der Domkantorin und dem Domorganisten die Musik in den Pontifikal- und Kapitelsämtern im St.-Paulus-Dom gestalten. Hinzu kommen besondere Konzerte und Chorfahrten. „Wir haben einen Domkapellmeister gesucht, der die Menschen begeistern kann und der neue Ideen mitbringt, um eine lebendige Zukunft der Chorlandschaft am St.-Paulus-Dom zu gestalten. In Alexander Lauer haben wir einen Musiker gefunden, der dafür die besten Voraussetzungen mitbringt“, freut sich Dompropst Kurt Schulte auf die künftige Zusammenarbeit mit Alexander Lauer. Text und Foto: is/pbm

07.05.2015


Glaubensüberzeugung auf CD gepresst

Tenor Jay Alexander präsentiert sein neues Album mit 15 traditionellen Kirchenliedern

spk. Speyer. Von den Freunden seiner Gesangskunst und den Bewunderern seiner Glaubenstiefe schon längst erwartet, hat der Tenor Jay Alexander an diesem Wochenende unter dem Titel „Geh aus mein Herz“ sein neues Album vorgestellt, auf dem er gemeinsam mit dem Tschechischen Sinfonieorchester Prag unter der Leitung von Adrian Werum, dem Opernchor des Staatstheaters Karlsruhe (Einstudierung: Richard Whilds) sowie den „Aurelius Sängerknaben Calw“ 15 klassische Kirchenlieder präsentiert. Solistisch mit von der Partie sind auf dieser Einspielung, die unter anderem im badischen Sandhausen realisiert wurde, auch Mirjam Budday, Englischhorn und Klaus Jäckle, Gitarre.

Der 1971 als Alexander Pfitzenmeier in Neulingen bei Pforzheim geborene Sänger erlernte schon in seiner Kinder- und Jugendzeit das Trompetenspiel. Nach einer Ausbildung zum Offsetdrucker widmete er sich dann aber ganz seiner großen Leidenschaft, dem Gesang, nahm privat ersten Gesangsunterricht und errang schon kurz darauf, im Alter von 21 Jahren, bei einem Gesangswettbewerb an der Oper Leipzig ein Stipendium das ihn zum Studium an der Hochschule für Musik in Karlsruhe berechtigte. In der Folge war der Sänger mehrfach Preisträger namhafter internationaler Gesangswettbewerbe und verkörperte zahlreiche prominente Partien an verschiedenen Opernhäusern. Regelmäßig ist Jay Alexander auch als Solist in Oratorien und Messen zu hören.

Im Duett mit seinem Freund, dem Baden-Badener Bariton Marc Marshall, hat der Sänger unter dem Duo-Namen „Marshall & Alexander“ seit dem Jahr 2004 bei über 500 Kirchenkonzerten bei seinen Zuhörerinnen und Zuhörern Stürme der Begeisterung entfacht und selbst größte Kirchen gefüllt. Mit der Gesangsliteratur, die Jay Alexander für seine neue CD ausgewählt hat, ist er an die „Quellen seines Glaubens und seiner Gesangskunst“ zurückgekehrt. Er selbst sagt dazu:„Kirchenlieder begeistern mich schon seit meiner Kinderzeit. Sie haben nichts Unterwürfiges, sondern besitzen die strahlende Demut und den Respekt vor denen, die über uns wachen und an die wir deshalb glauben. Und das zieht sich durch alle Religionen: Eine Verehrung - nicht unbedingt auf Augenhöhe, sondern auf Tonhöhe. Ich hatte deshalb schon lange die Idee, diesen wundervollen Liedschatz in mit Arrangements und belegtet von Chor und Orchester aufzunehmen“.

Auf seiner neuen CD „Geh aus, mein Herz“ hat Jay Alexander folgende Lieder aufgenommen:

NUN DANKET ALLE GOTT / ICH SINGE DIR MIT HERZ UND MUND / GEH AUS, MEIN HERZ / HARRE, MEINE SEELE / SEHN WIR UNS WOHL EINMAL WIEDER / EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT / ICH BETE AN DIE MACHT DER LIEBE / TUT MIR AUF DIE SCHÖNE PFORTE / HEILIG, HEILIG, HEILIG / LOBE DEN HERREN / BEFIEHL DU DEINE WEGE / SO NIMM DENN MEINE HÄNDE / VON GUTEN MÄCHTEN WUNDERBAR GEBORGEN / NÄHER, MEIN GOTT, ZU DIR / WELCH EIN FREUND IST UNSER JESUS

Neben seinen musikalischen Aktivitäten engagiert sich der Sänger auch für die „Familienherberge Lebensweg“, eine Einrichtung zur Pflege schwerstkranker Kinder in Illingen-Schützingen bei Calw. Dort finden Familien Hilfe und Unterstützung bei der Pflege ihrer Kinder, können sich auch selbst eine Auszeit von ihrem schwierigen Alltag nehmen und neue Kraft sammeln.

Jay Alexander ist außerdem auch ein passionierter Liebhaber alter Autos und öffnet deshalb in diesen Tagen gemeinsam mit seinem Onkel im Herzen von Knittlingen ein Oldtimer-Museum.. Dort werden auf über 4000 qm nicht nur alte PKW-“Schätzchen“, sondern auch Nutzfahrzeuge, Gebrauchsgegenstände rund ums Automobil sowie Einzelstücke ab den 1920er Jahren gezeigt.. 

19.03.2015


Überzeugende Ensembleleistung: Kantorei Speyer-Germersheim verleiht Bach's „Weihnachtsoratorium“ durch Schlichtheit eigenen Glanz

spk Speyer. Eine höchst bemerkeswerte Aufführung der Kantaten I – III des großartigen „Weihnachtsoratoriums“ von Johann Sebastian Bach, die ganz im ursprünglichen Sinne der eigentlich eher stillen Adventszeit durch ihre bewußte Schlichtheit bestach, präsentierte jetzt die „Kantorei Speyer-Germersheim“ gemeinsam mit dem Heidelberger Kantatenorchester und einem veritablen Solistenquartett unter der Leitung von Bezirkskantor Robert Sattelberger im Rahmen eines Benefizkonzertes zugunsten der dringend der Erneuerung bedürftigen Orgel in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche. Und wie immer, wenn in diesen Wochen dieses „Herzstück weihnachtliche Musikliteratur“ angekündigt ist, drängten sich auch hier die Hörerinnen und Hörer dicht an dicht in dem bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus.

Ihnen bot der Speyerer Landeskirchenmusikdirektor eine musikalisch in sich geschlossene sowie interpretatorisch höchst schlüssige künstlersiche Sicht dieses Werkes , für dessen Aufführung er seine Ensembles wie gewohnt bestens vorbereitet hatte. Die „Kantorei Speyer/Germersheim“ operierte dabei von Anfang und bis zum Schluß - vom „Jauchzet, frohlocket“ des Eingangschors - er sollte als Dank an das begeistert applaudierende Publikum zum Abschluss noch ein Da Capo erfahren – bis hin zum Schlußchor „Herrscher des Himmels“ durchgängig hoch konzentriert und intonatorisch wie von der Diktion her vorbildlich. Die wunderbaren Bach'schen Choräle erfuhren zudem durch die Einbeziehung von „Kurrende und Jugendchor an der Gedächtniskirche“ mit ihren gutgeführten, reinen Stimmen ein berührendes Gepränge.

Gerade bei den großen, polyphonen Chorteilen zeigte sich die Chorgemeinschaft zudem höchst flexibel und nahm die Tempiwechsel und Akzentuierungen durch ihren Dirigenten ebenso bereitwillig auf wie die dynamischen Herausforderungen, die ihnen der geniale Leipziger Thomaskantor in die Partituren geschrieben hat. Vor allem in dem geradezu halsbrecherischen „Ehre sei Gott“ im zweiten Teil des Oratoriums, dem Sattelberger im Sinne seiner Zuhörer im Gegensatz zu sonst üblichen Gepflogenheiten ausreichend Zeit zur klanglichen Entfaltung gab, konnten die gut geschulten Choristen ihre Qualitäten voll entfalten, wobei insbesondere der Chortenor – bei vielen Laienchören oft eine „Achillesferse“ – Erwähnung verdient.

In seinem grundsoliden Solistenquartett musste Robert Sattelberger gleich zu Beginn eine Umbesetzung ankündigen: Philipp Niederberger, gern und häufig gehörter Gast bei den Konzerten der 'Kantorei', hatte aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen müssen; er konnte durch den Stuttgarter Bassbariton Thomas Scharr ersetzt werden – keine schlechte Wahl, zeigte er sich doch mit seiner hell timbrierten, vorzüglich geführten Stimme der ihm gestellten Herausforderung auf das beste gewachsen. Schon bei seiner bravourös dargebotenen Arie „Großer Herr und starker König“ am Ende der ersten Kantate präsentierte sich Scharr, im „Duello“ mit der Solotrompete mit zupackender, standfester Technik und höchst beweglicher Stimme.

Ausdrucksstark auch seine Rezitative, allen voran das „Er ist auf Erden kommen arm“, wo sich der Sänger geschmeidig in das „Bett des Chores“ zu schmiegen verstand. Vorbildlich schließlich auch das Duett im dritten Teil des Werks „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“, in dem Scharr gemeinsam mit der Sopranistin Seraina Spohr in der Kürze der verfügbaren Probenzeit zu einem beachtlichen Zusammenwirken fand. Schade nur, dass der Komponist – zumindest in den drei auf dem Programm stehenden Kantaten – dem Solosopran keine weiteren Aufgaben in die Partitur geschrieben hat – man hätte von der Sängerin mit ihrer gepflegt-obertönigen Stimme gerne noch mehr gehört.

Dafür konnte ihre Kollegin, die Altistin Simone Pepping-Sattelberger, dem Ablauf des Werkes entsprechend, mit „mehr“ dienen: Angefangen von dem Rezitativ „Nun wird mein lieber Brüutigam“ und der sich anschließenden Arie „Bereite dich, Zion“, der die Sängerin zahlreiche, zusätzlich schmückende Verzierungen mit auf den Weg zu der beeindruckten Hörerschaft gab, bis hin zu den Rezitativen und der Arie „Schließe, mein Herze“ im dritten Teil - mit ihrer ruhig geführten, ausdrucksstark-edlen Stimme überzeugte die Speyerer Sängerin einmal mehr ihr begeistertes Publikum.

Das gelang schließlich auch einmal mehr dem Tenor Rüdiger Linn, seit Jahren schon einer der profiliertesten „Evangelisten“ weit und breit und auch in Speyer immer wieder ein gern gehörter Gast. Von seiner herausgehobenen Position auf der barocken Kanzel der Dreifaltigkeitskirche herab konnte er die „Frohe Botschaft von der Geburt des Heilands“ ausdrucksstark und unprätentiös und mit vollem sängerischen Impetus an seine Gemeinde vermitteln. Ganz anders dann in seiner Arie „Frohe Hirten, eilt, ach eilet“, der der Komponist wohl alle Herausforderungen in die Partitur geschrieben hat, die sich ein Sänger wünschen oder vor denen er sich fürchten könnte: Hoch komplexe, in sich verschlungene Koloraturen, die sich mit fordernden Haltetönen ablösen – der Thomaskantor scheint schon zu seiner Zeit über einen vorbildlichen Tenorsolisten verfügt zu haben. Und auch Rüdiger Linn unterzog sich dieser Herausforderung einmal mehr mit Bravour.

Schließlich, von Robert Sattelberger schon zu Beginn des Konzertes angekündigt: der „neue Verkündigungsengel“ des Speyerer Jugendchores Felix Cantzler, der an diesem Abend seinen ersten solistischen Auftrritt hatte und mit seiner glockenreinen, hellen Sopranstimme seine Lehrer Simone und Robert Sattelberger zu Recht stolz machte und die Zuhörer begeisterte.

Schließlich verdient am Ende auch die wie immer grundsolide Leistung des Heidelberger Kantatenorchesterssowohl in seinen solistischen Parts wie im Ensemble Lob und Anerkennung.

Die Zuhörer, die mit ihren Eintrittsgelder einen Beitrag dazu leisteten, dass die „gute, alte“ Orgel in der Dreifaltigkeitskirche (hoffentlich) bald wieder eine glanzvolle „Auferstehung“ erfährt, erlebten eine eindrucksvolle Aufführung des „Weihnachtsoratoriums“, ohne die für viele Menschen die Einstimmung auf das Weihnachtsfest unvollständig bleiben müsste.

Fotos: gc

10.12.2014


Beachtliche Ensemble-Leistung und überzeugende Solisten

„Mozartchor Speyer“ präsentiert eindrucksvolle Aufführung von Joseph Haydn's „Schöpfung“

von Gerhard Cantzler

Speyer- Es dürfte in der kulturellen Landschaft der westlichen Hemisphäre der Welt das wohl mit Abstand am häufigsten aufgeführte Oratorium der europäischen Musikgeschichte sein: „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. In Speyer nahm sich jetzt der traditionsreiche, fast 200 Jahre alte „Mozartchor Speyer“ unter seinem musikalischen Leiter Dieter Hauß dieses Werkes an – und es darf schon gleich zu Beginn festgehalten werden: Der Dirigent, im Hauptamt Musikpädagoge am Speyerer Edith-Stein-Gymnasium, hatte in Vorbereitung dieses Konzertabends 'ganze Arbeit' geleistet. Die rund 80 Sängerinnen und Sänger des „Mozartchores“ zeigten sich bestens präpariert und in höchster musikalischer Geschlossenheit. Auch im Verhältnis zwischen den Stimmen bestens austariert, präsentierte sich der Apparat einem vielköpfigen Auditorium, das die barocke Dreifaltigkeitskirche bis hinauf auf die Emporen dicht besetzt hatte und das dem Ensemble am Ende zurecht mit stehenden Ovationen seine Referenz erwies.

Wer diese höchst gelungene, ausdrucksstarke Haydn'sche Lesart der Schöpfungsgeschichte kennt, der weiß um die zahlreichen musikalischen Farben, die höchst unterschiedlichen, rasch wechselnden Stimmungen und dynamischen Wechsel, die von dem Chor, dem an diesem Abend mit der „Kammerphilharmonie Mannheim“ ein versierter Klangkörper zur Seite stand, absolut überzeugend gemeistert wurden.

Das zeigte sich schon gleich zu Beginn in dem geheimnisvoll und quasi aus dem Nichts eines fast unhörbaren Pianissimo aufsteigenden Orchestervorspiel, das sich dann in der mächtig-majästetischen „Vorstellung des Chaos“ durch Chor und Orchester in ein glänzendes Fortissimo steigerte. Dieter Hauß und seinem Ensemble gelang es im folgenden in höchst überzeugender Manier, das hier bereits kunstvoll aufgebaute Spannungsmoment in seiner überaus gelungenen Interpretation bis zu der mächtigen Schlußfuge „Des Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit“ aufrecht zu erhalten, in der zum ersten und einzigen Male neben den drei die Gesamtheit dieser Schöpfungsgeschichte verkörpernden Gesangssolisten Sopran, Tenor und Bariton auch die Altistin Pia Knoll ihren Auftritt hatte. (Was Joseph Haydn wirklich dazu bewogen haben mag, den Solo-Alt so „stiefmütterlich“ einzusetzen, wird sicher auf Dauer eines der Geheimnisse der Musikgeschichte bleiben).

Ja, und damit wären wir auch schon bei den Solisten, die, jede(r) in seiner Weise, zu überzeugen vermochten: Da war die aus dem Speyerer Domchor und aus der bis heute in ihrer Stimme präsenten Schule ihres ersten Lehrers, des früheren Domkapellmeisters Bernhard Weck, hervorgegangene Sopranistin Sigrun Haaser, die heute das einst in Speyer Erlernte als Dozentin für Gesang an ihre Studentinnen und Studenten an der Musikhochschule in Würzburg weitergibt. Ihre bewegliche, silbrig-helle Stimme ist wie geschaffen ist für die Rollen des sphärisch-entrückten 'Erzengels Gabriel' im ersten und zweiten Teil des Oratoriums sowie in der Partie der von Sünde noch reinen 'Eva'.

Hatte die Sängerin im ersten Teil die ungezügelte „Durchschlagskraft“ des Orchesters vielleicht doch noch etwas unterschätzt, so konnte sie spätestens bei ihrer Arie zu Beginn des zweiten Teils, in der der Komponist kunstvoll die Schöpfung der Vögel musikalisch beschreibt, ihr großartiges Können als Koloratursängerin voll ausfahren und sich dann insbesondere auch im dritten Teil in den Duett-Szenen mit 'Adam' überzeugend in Szene zu setzen.

Eben diesen 'Adam', zuvor auch den Erzengel Raphael, gab der an der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ lehrende Professor für Gesang, Matthias Weichelt, der seit Jahren eng mit dem „Mozartchor“ verbunden ist. Auch er sicher eine idealtypische Besetzung für dieses Partienbündel, dem man seine Routine, die Gestaltungsfreude an seiner Partie und seine großen stimmlichen Möglichkeiten schon in der Eingangsszene anmerkte. Wie er die „Stürme heftig brrrausen“ und die „Wellen des Meeres rrrollen lässt“ - wie er später „Leviathan sich vom tiefsten Meeresgrund wälzen“ lässt – einfach großartig. Und wie er sich dann, noch spürbar erregt von der Botschaft seines Schöpfungsberichtes, wieder zurücknimmt und sich ensembledienlich in das nachfolgende Terzett einreiht, beweist einmal mehr seine große Durchdringung von Werk und Partie sowie seine große sängerische Intelligenz.

Den beiden gleichrangig zur Seite: der Berliner Tenor Mark Adler. Mit seiner weichen, obertönigen Stimme, die über ein berückendes Timbre und einen durchaus klaren Kern verfügt, ist der lyrische Tenor auf Bühne und Konzertpodium gleichermaßen bestens aufgehoben.

Wie er in Haydn's „Schöpfung“ „im vollen Glanze die Sonne am Firmament emporsteigen“ lässt, wie er die Sterne darauf setzt und schließlich „mit leisem Gang und sanftem Schimmer“ den Mond „durch die stille Nacht hindurchschleichen“ lässt – dieses einzigartige Klanggemälde des Komponisten findet bei diesem Interpreten eine wahrlich beeindruckende Umsetzung.

Für den „Mozartchor Speyer“ war dieser Abend sicher ein weiterer Höhepunkt in seiner an musikalischen Glanzlichtern nicht gerade armen Geschichte. Sein künstlerischer Leiter, Dieter Hauß, hat in den vergangenen vier Jahren, seitdem er das Dirigentenpult des Chores übernommen hat, erkennbar viel Zeit und Arbeit in diese Chorgemeinschaft investiert – hat sie stimmbildnerisch, intonatorisch und als Gemeinschaft deutlich nach vorne gebracht. Für diese Leistung muss man dem leidenschaftlichen Chorpädagogen danken und ihn zu dem Ergebnis beglückwünschen.

In dieser Verfassung des „Mozartchores Speyer“ darf man sicher schon bald wieder auf weitere, derart hochrangige Konzertereignisse hoffen. Foto: gc

22.10.2014


„Kirchenmusik ist lebendige Verkündigung des Glaubens“

UraufführungUraufführung der „Missa in B“ von Christopher Tambling bei Diözesan-Kirchenmusiktag in Landau

Landau-  „Dein Lob, Herr, ruft der Himmel aus“, so lautete das Motto des Diözesan-Kirchenmusiktages am 28. September in Landau. Im kraftvollen Gesang aus den Kehlen von rund 1.300 Frauen und Männern wurde dieses Motto beim Gottesdienst in der Kirche St. Maria wirkungsstark umgesetzt. Mit ihren Sopran- und Alt-, Bass- und Tenor-Stimmen erfüllten die Sängerinnen und Sängern aus mehr als 60 Chören, unterstützt von einem Bläserensemble und den Klängen der historischen Steinmeyer-Orgel, den frisch renovierten Kirchenraum – für alle Mitwirkenden und Mitfeiernden ein ergreifendes und unter die Haut gehendes Erlebnis.

„Beim Singen wie beim Fußball ist das Miteinander entscheidend“, sagte der Landauer Pfarrer und Dekan Axel Brecht zur Begrüßung und spielte damit auf die kurzzeitige Tabellenführung des SC Paderborn in der ersten Fußball-Bundesliga an. „Man sieht, was ein guter Teamgeist bewirken kann“, nahm Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Ball auf, „gerade in einem kleineren Bistum, das nicht der 1. FC Bayern unter den deutschen Diözesen“ ist. In der Musik die Seele zu Gott zu erheben, gehöre zu den schönsten Aufgaben der Christen. „Wir haben selbst da noch Töne, wo andere verstummen - Töne, mit denen wir in die Tiefen des Lebens hinabsteigen und zur größten Höhe eines Lebens in Fülle und Freude aufsteigen können.“ Im aufeinander Hören gebe die Kirchenmusik ein Vorbild für die gesamte Kirche und eröffne selbst Fernstehenden Zugänge zum Geheimnis des Glaubens. „Kirchenmusik ist lebendige Verkündigung“, betonte Bischof Wiesemann. „Jede Sängerin und jeder Sänger ist ein Verkünder des Evangeliums.“ Er dankte den Sängerinnen und Sängern, den Chorleitern und Dekanatskantoren ebenso wie den Verantwortlichen der Diözesan-Kirchenmusik für ihren „großartigen und wichtigen Dienst.“

Komponist Christopher Tambling: „Stolz auf die wunderbaren Sängerinnen und Sänger“

Christopher Tambling beim Signieren der NotenAnlässlich des 10-jährigen Bestehens des Diözesan-Cäcilienverbandes wurde beim Pontifikalamt in der Marienkirche die „Missa in B“ von Christopher Tambling für gemischten Chor, Bläser, Orgel und Röhrenglocken uraufgeführt. Der Komponist, der als Musikdirektor an der berühmten Downside-Schule bei Bath in Südengland sowie als Organist und Leiter der Schola Cantorum an der dortigen Abtei tätig ist, war in Landau selbst anwesend. Seine mittlerweile auch hierzulande weithin bekannten Chor- und Orgelwerke bestechen durch einen in der Romantik verwurzelten, expressiven Stil, der sich insbesondere durch ausgefeilte Harmonik und raffinierte Rhythmik auszeichnet.

Angeregt durch einen Chorleiter-Workshop im Februar, hatten sich die Chorsänger über Monate auf die Aufführung in Landau vorbereitet. Das Ergebnis war ebenso eindrucksvoll wie überwältigend. „Es ist das Kennzeichen großer Musik, dass sie die Seele anrührt und weite Räume des musikalischen Erlebens eröffnet“, fasste Bischof Wiesemann seine Begeisterung in Worte. Den Komponisten Christopher Tambling, der im Anschluss an den Gottesdienst viele Notenblätter zu signieren hatte, hat die Aufführung „mit großer Freude erfüllt“. Er sei stolz auf die „wunderbaren Sängerinnen und Sänger“, die sein Werk so eindrucksvoll zu Gehör gebracht haben. Der festliche Charakter des Stücks sei in der Landauer Marienkirche besonders gut zur Geltung bekommen, auch dank des erstmaligen Einsatzes der Röhrenglocken und eines Bläserensembles in seinem kompositorischen Schaffen. „Diese Messe wird ihren Siegeszug antreten, im Bistum Speyer und darüber hinaus“, ist sich Diözesan-Kirchenmusikdirektor Markus Eichenlaub sicher. In seinen Händen lag die musikalische Gesamtleitung der Aufführung. Sein Dirigat wurde von weiteren Chordirigenten im Raum und auf der Empore der Marienkirche übernommen und auf mehrere Bildschirme in der Marienkirche übertragen. Eine Stärke des neuen Werkes von Christopher Tambling sieht Markus Eichenlaub darin, dass es auch in kleineren Besetzungen zur Aufführung gebracht werden kann.

Vielfältiges Programm mit Stadtführungen, Kirchen- und Orgelvorstellungen

Bischof Wiesemann bei der PredigtErstmals wurde beim Diözesan-Kirchenmusiktag am Nachmittag ein Kulturprogramm angeboten. Nach dem Mittagessen im Hof der Maria-Ward-Schule standen Stadtführungen sowie Orgelvorführungen und theologische Erläuterungen der Marienkirche, der Stiftskirche und der Augustinerkirche zur Auswahl. Den Abschluss bildete eine Dankandacht in der Augustinerkirche. Sie wurde liturgisch von Regens Markus Magin, dem Diözesanpräses für die Kirchenmusik im Bistum Speyer, und Domkapitular Franz Vogelgesang, dem Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats, gestaltet. Musikalisch bereicherten Kanons aus dem neuen Gotteslob die Andacht.

Veranstaltet wurde der 23. Diözesan-Kirchenmusiktag von der Abteilung Kirchenmusik des Bischöflichen Ordinariats gemeinsam mit dem Diözesan-Cäcilienverband. Für Anni und Irmgard Köwler vom gemischten Chor Schönau war es ein „einmaliges Erlebnis, die große Gemeinschaft von Sängerinnen und Sängern“ zu erleben. „Bei der Tambling-Messe haben wir mehrfach Gänsehaut gehabt, so sehr hat uns die Musik berührt“, geben die beiden Frauen unumwunden zu. Sie waren das erste Mal bei einem Diözesan-Kirchenmusiktag und „sicher nicht das letzte Mal.“ Text und Foto: is

29.09.2014


Last Minute bei der Dommusik Speyer - Sondertarif für Schüler und Studierende

Speyer- Die Dommusik Speyer bietet bei allen Konzerten einen Sondertarif für Schüler und Studierende an. Eintrittskarten, die zehn Minuten vor Vorstellungsbeginn noch nicht verkauft worden sind, können von dieser Personengruppe zum Sonderpreis von 5 Euro an der Abendkasse erworben werden.

Dies gilt für alle angebotenen Kategorien und alle Konzerte der bald beginnenden Internationalen Musiktage Dom zu Speyer (Eröffnungskonzert am 27.09., 20 Uhr).

„Wir wollen mit diesem Last-Minute-Tarif jungen Menschen den Besuch unserer Konzerte ermöglichen und ihr Interesse für geistliche Musik stärken“, so die Dommusik in einer Mitteilung.

Weiter Informationen: www.dommusik-speyer.de

19.09.2014


Dommusik Speyer stellt neues Programm vor

„Musik in Liturgie und Konzert“

Speyer- Die Dommusik Speyer präsentiert ihr neues Halbjahresprogramm „Musik in Liturgie und Konzert“ (Januar bis August 2014). „Wir haben viele interessante Veranstaltungen für unsere Besucher vorbereitet“,  so Domkapellmeister Markus Melchiori bei der Vorstellung.

Im Konzertbereich liegt der Schwerpunkt des ersten Halbjahres auf der Orgelkonzertreihe mit den Domorganisten Deutschlands. Der Auftakt zu dieser Reihe ist am 21. April mit dem Speyerer Domorganist Markus Eichenlaub. Wieder mit im Programm ist die Konzertreihe „Cantate Domino“ (Singet dem Herrn): Bei freiem Eintritt wird an jedem Samstag in der Fastenzeit um 18 Uhr mit unterschiedlichen Ensembles zum Lobe Gottes an verschiedenen Orten im Dom musiziert.

Eine Vorschau gibt das Programm auf die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer. Die Musiktage beginnen am 27. September mit der Aufführung des Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy.
„Erstmalig bieten wir unseren jüngsten Gästen dieses Jahr an zwei Terminen ein Orgelkonzert für Kinder an“, so Melchiori abschließend.

Die Programme können kostenlos bei der Geschäftsstelle der Dommusik angefordert werden, liegen im Dom oder in der Tourist Info in Speyer aus und sind im Internet unter www.dommusik-speyer.de als Download verfügbar.

Kartenvorverkauf:

Online-Buchung auf www.reservix.de

Ticket-Hotline: 01805/700733 (rund um die Uhr, 0,14 €/Minute aus dem deutschen Festnetz; aus dem Mobilfunknetz höchstens 0,42 €/Minute) bei der Tourist-Information der Stadt Speyer, Maximilianstr. 13, 67346 Speyer oder bundesweit bei allen ReserviX-Vorverkaufsstellen. is

Programm der Dommusik:

28.01.2014


Last Minute bei der Dommusik

Neuer Tarif für Schüler und Studierende

Speyer- Ab sofort bietet die Dommusik Speyer bei allen Konzerten einen Sondertarif für Schüler und Studierende an.

Eintrittskarten, die zehn Minuten vor Vorstellungsbeginn noch nicht verkauft worden sind, können von dieser Personengruppe zum Sonderpreis von fünf Euro erworben werden. Dies gilt für alle angebotenen Kategorien.

Erstmalig sind diese Karten beim Weihnachtskonzert (20. Dezember, 20 Uhr) und beim Neujahrskonzert (1. Januar, 15 Uhr) an der Kasse verfügbar. „

Wir wollen mit diesem Last-Minute-Tarif jungen Menschen den Besuch unserer Konzerte ermöglichen und ihr Interesse für geistliche Musik stärken,“ so die Dommusik  in einer Pressemeldung. is

Ein neuer Ton im Dom: Domsingknaben und Mädchenchor gegründet

Dommusik Speyer geht neue Wege im Kinder- und Jugendchorbereich

Speyer- Die Dommusik Speyer hat in diesem Herbst die Chorgruppen im Kinder- und Jugendchorbereich neu aufgestellt. Künftig gibt es einen Mädchen- und einen Knabenchor am Dom zu Speyer. „Am Dom zu Speyer gab es bereits ab dem 9. Jahrhundert eine Domsingschule für Knaben. Wir knüpfen damit an die Chortradition der europäischen Kathedralen an, die auch heute noch gepflegt wird. Zum Großteil wurden die Knabenchöre an den deutschen Bischofskirchen in den 1960er Jahren bereits wieder belebt, “ so Domkapellmeister Markus Melchiori. Eine Trennung nach Geschlecht trage den unterschiedlichen Entwicklungsphasen der Kinder und Jugendlichen besser Rechnung. Der Stimmbruch der Jungen sei eine schwierige Zeit für die Chorarbeit. „In einem reinen Knabenchor gelingt der Übergang besser. Die Jungen bleiben im Chor, obwohl das Singen zeitweise nicht gut möglich ist. Die gewachsene Gemeinschaft hält den Chor zusammen, “ so Domkantor Alexander Lauer. Ein eigenständiger Mädchenchor belebe die Chorlandschaft am Dom durch ein besonderes Klangbild und die Pflege der Musik für gleichstimmigen Chor.

Die Anzahl der jungen Sängerinnen und Sänger ist in den letzten zwei Jahren stetig angestiegen. Dies macht eine Neuorganisation möglich. Die Chorgruppen unterstützen die Liturgie im Dom, wirken bei Konzerten mit und besuchen Chortreffen im In- und Ausland. Sowohl der Mädchenchor am Dom zu Speyer (Leitung: Domkapellmeister Markus Melchiori) als auch die Speyerer Domsingknaben (Leitung: Domkantor Alexander Lauer) haben mehrere Unterrichtsgruppen, die nach Alter gestaffelt sind.
Mehr Infos und Beratung unter www.dommusik-speyer.de  oder Tel. 06232/102-132. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Das Angebot ist kostenfrei. is

14.11.2013


Die Orgeln im Dom zu Speyer

Neuer Flyer mit Beschreibung der Instrumente erschienen

Speyer-  „Die Nachfrage nach einer solchen Information ist groß“,  kommentiert Domkapellmeister Markus Melchiori das Erscheinen des Flyers „Die neuen Orgeln im Dom zu Speyer“.

In einem Faltblatt werden beide Instrumente in Wort (Deutsch/ Englisch) und Bild vorgestellt.

Erbaut wurden die Orgel auf dem Königschor (Weihe 2008) und die Hauptorgel (2011) von der 1885 gegründeten Orgelbauwerkstatt Romanus Seifert & Sohn aus Kevelaer.

Bestandteil des Flyers sind Informationen zu den Besonderheiten der Instrumente, zur Baugeschichte sowie die Dispositionen der Orgeln. Ab sofort kostenlos anzufordern bei der Dommusik Speyer, dommusik@bistum-speyer.de, Telefon 0 62 32/102-132. is

15.08.2013


Dommusik Speyer stellt Chorbuch vor

Leitwort des Chortreffens erklingt als Uraufführung

„Die Sommerpause fällt in diesem Jahr kürzer aus als gewohnt,“  stellt der Speyerer Domkapellmeister Markus Melchiori schmunzelnd fest. Der Grund dafür liegt in der zeitintensiven Vorbereitung des Deutschen Jugendchortreffens des Pueri Cantores Verbandes. Im September (20.-22.09.) werden in Speyer 700 junge Sängerinnen und Sänger als Gäste im Speyerer Dom erwartet. Für die Teilnehmer wird ein umfangreiches Programm mit Gottesdiensten, Konzert und Freizeitaktivitäten geplant. Gerade fertig geworden ist das Chorbuch des Treffens mit einer Zusammenstellung der Lieder und Gesänge, die während der Tage zu Gehör kommen. „Im Chorbuch ist Bekanntes und Neues gleichermaßen vertreten. Wir freuen uns besonders über die Auftragskomposition des britischen Komponisten John Barnard, der für uns das Leitwort „Meinen Frieden gebe ich Euch“  vertont hat. Der Titel „Peace I leave with you“  ist also eine Uraufführung,“ so Domkantor Alexander Lauer bei der Vorstellung des Chorbuches. „Wir freuen uns sehr auf die vielen Begegnungen und das gemeinsame Musizieren.“

Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

05.08.2013


Chorfreizeit der Dommusik im Salzburger Land

Kinder- und Jugendkantorei am Gipfelkreuz der Bischlinghöhe Kinder- und Jugendkantorei am Gipfelkreuz der Bischlinghöhe

Speyer- Unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Alexander Lauer fand in diesem Jahr die erste Singfreizeit der „Kinder- und Jugendkantorei am Dom zu Speyer“ statt.

Mit dem Bus ging es in ein Gästehaus im Salzburger Land. Neben den Chorproben, die jeden Tag fester Bestandteil des Tagesablaufs waren, bekamen die jungen Sängerinnen und Sänger auf Wanderungen und Exkursionen einige interessante Besonderheiten der Gegend zu sehen.

So standen ein Besuch der Burg Hohenwerfen  mit einer Greifvogelschau und die riesige Eishöhle in Werfen auf dem Programm. Besonders spannend war für die jungen Musikerinnen und Musiker der Besuch des Geburtshauses von W. A. Mozart in Salzburg.

„Die Gemeinschaft ist während der Tage weiter zusammengewachsen.  Das ist gut für unsere Arbeit,“ so Domkapellmeister Melchiori.

Vorschlag für Bildunterschrift: Kinder- und Jugendkantorei am Gipfelkreuz der Bischlinghöhe

18.07.2013


„Heiter in aller Traurigkeit – melancholisch in aller Fröhlichkeit“

Giora Feldman und sein Ensemble „Blonde Gitanes“ begeistern Speyerer Publikum

spk.Speyer. Er ist noch immer ein absoluter „Zuhörer-Magnet“, ein musikalisches Ereignis allererster Güte“ - der „König des Klezmer“, Giora Feldman. Und so war die barocke Dreifaltigkeitskirche auch bei seinem jüngsten Gastspiel in Speyer, bei dem er - gemeinsam mit dem von ihm vor gut drei Jahren „entdeckten“ Münchener Ensemble „Gitanes Blondes“ - sein aktuelles Programm „This is very Klezmer“ vorstellte, wieder „bis unters Dach“ besetzt, als der charismatische Klarinettist damit begann, seine einnehmende Wärme verströmenden Klänge in das weite Kirchenschiff zu schicken. „In aller Traurigkeit heiter – in aller Fröhlichkeit melancholisch“, so hat Feldman selbst einmal das Wesen dieser Musik charakterisiert, die einst aus dem „Schtetl“, den jüdischen Gemeinden Osteuropas entspross und sich von dort bis heute fast über die gesamte Welt ausbreitete..

Dort, in Osteuropa - genauer gesagt in Bessarabien - liegen auch die Wurzeln Feldmans, dessen Vorfahren einst über Generationen hinweg bei Hochzeiten, Bar Mitzwa-Feiern und anderen jiddischen Feierlichkeiten aufspielten, ehe sie 1905 wegen der wieder einmal aufkommenden Pogromen nach Südamerika auswanderten. Dort, in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, kam 1936 der kleine Giora zur Welt und wuchs in einer von dieser so ganz besonderen Musik geprägten Atmosphäre auf. Sein Vater war sein erster Lehrer, das Orchester des berühmten „“Teatro Colon“ in Buenos Aires die erste Ensemble-Station des damals 18jährigen Klarinettisten. Zwei Jahre später ging er als Bassklarinettist zum nicht weniger berühmten „Israel Philharmonic Orchestra“, dem er dann 18 Jahre lang angehören sollte. Anfang der 1970er Jahre begann er dann seine einzigartige Solokarriere als Klezmer-Musiker und gastierte von da an, von seinem Wohnsitz in New York aus, in aller Welt.

Seit Jahren nun ist der gläubige Jude allerdings vor allem in Deutschland tätig, in dem Land, dem er sich seit vielen Jahren besonders eng verbunden fühlt. „Deutschland ist meine Heimat“, beschreibt er zuletzt in einem Interview seine Gefühle., „Ja. Ich bin Jude, aber wenn ich spiele, bin ich vor allem Musiker..... Sie und ich, wir waren beide nicht beteiligt am Desaster der Vergangenheit. Warum sollten wir also dafür büßen? Wir übernehmen die Verantwortung, indem wir zusammen arbeiten“.

Kein Wunder, dass es dem großen Künstler, Humanisten und Menschenfischer Giora Feldman bei einer solchen Lebenseinstellung des Verzeihens, der Vergebung und der Nächstenliebe immer wieder leicht fällt, die Herzen der Menschen auch „im Land der Täter“ für sich zu gewinnen.

So jetzt auch wieder in Speyer, wo er sich, wie überall, mit seiner Musik über eine stetig wachsende Fan-Gemeinde freuen kann. Anders als in früheren Jahren, wo er noch mit einem von ihm selbst zusammengestellten Ensemble unterwegs war, hat er jetzt mit den „Gitanes Blondes“ ein Ensemble an seiner Seite, das schon lange bevor es auf Feldman traf, seinen eigenen „Sound“ gefunden hatte: Jung, manchmal wild und scheinbar ungestüm, so präsentieren sich die „Gitanes“ - aus der klassischen Musik kommend und erst später dem Klezmer zugewandt – als ein Ensemble, das im Zusammenwirken mit dem die Menschen liebenden, lebensklugen, erfahrenen, aber dennoch – so scheint's – ewig jungen und fern jeder Routine agierenden Klarinettisten ein beglückendes Gesamtergebnis erzielt. Ein Ensemble und sein Solist, die wie die Musik im Judentums überhaupt sind: Ein Paradoxon, weil sie Melancholie ganz selbstverständlich mit überbordender Fröhlichkeit verbindet – überwältigend, weil sie jugendlichen Pepp mit Altersweisheit kongenial in Einklang bringt.

Mit seinem aktuellen Programm, mit dem der inzwischen 86jährige Einblicke in musikalische Kulturen ganz unterschiedlicher Weltregionen gewährt, legt er zugleich ein Zeugnis ab für die Universalität des Judentums. Traditionelle Titel aus dem Jiddischen - von Osteuropa über Israel und bis New York heute ebenso bekannt wie inzwischen, glücklicherweise, auch wieder in Speyer, wohin mit der Einweihung der neuen Synagoge „Beith Schalom“ auch wieder jüdisches Leben und jüdische Kultur zurückgekehrt sind,

Ein musikalisches Ereignis der Sonderklasse, was der Klarinettist da gemeinsam mit seinen „Gitanes“ dem Speyerer Publikum bot und das zu Recht mit nicht enden wollendem Beifall belohnt wurde Giora Feldman und „seine Buben“ „zahlten“ das dem enthusiastischen Auditorium mit gleich mehreren Zugaben zurück... Foto: wam

17.01.2013


Zwei neue CDs mit Orgelmusik aus dem Dom zu Speyer

Markus Eichenlaub und Christoph Keggenhoff präsentieren neue Domorgeln

Speyer- Zwei neue CDs mit Orgelmusik aus dem Dom zu Speyer sind jetzt erschienen. Unter dem Titel „Himmlische Klänge - Grandioses Raumerlebnis“ werden die beiden Orgeln im Kaiser- und Mariendom auf der neuen CD von Domorganist Markus Eichenlaub vorgestellt. Die musikalische Bandbreite der ersten CD-Aufnahme des Domorganisten an der neuen Hauptorgel und der Orgel auf dem Königschor ist weit gesteckt. Sie reicht von der frühen englischen Instrumentalmusik und Meistern der barocken Orgelmusik über romantische Orgelmusik aus England bis zur Klangvielfalt des 20. Jahrhunderts.

Die zweite CD-Einspielung „Die große Orgel im Kaiserdom zu Speyer“ mit dem stellvertretenden Domorganisten Christoph Keggenhoff am Spieltisch des Instruments umfasst Werke vom Orgelmeister des Barock Johann Sebastian Bach über die der deutschen Romantik zuzurechnende Orgelkunst des Virtuosen August Gottfried Ritter und die schulbildende Orgelsymphonik César Francks bis hin zur mitunter exotischen Klangvielfalt des 20. Jahrhunderts, hier vertreten in den Werken des Franzosen Jehan Alain.

Beide CDs können zum Preis von jeweils 15 Euro (zuzüglich Versandkosten) bei der Speyerer Dommusik, Telefon 0 62 32/102-132, E-Mail: dommusik@bistum-speyer bestellt werden. Die Auslieferung erfolgt ab Anfang Februar. Bischöfliches Ordenariat Speyer, Presse

16.01.2013


Bach und Britten im Mittelpunkt

Amt für Kirchenmusik legt Konzertprogramm für 2013 vor

Speyer- Werke von Bach, Britten und Schubert stehen im Mittelpunkt des Konzertprogramms des Amts für Kirchenmusik der pfälzischen Landeskirche für das Jahr 2013. Zehn Konzerte und zwei Musikgottesdienste seien in verschiedenen pfälzischen Kirchen zwischen März und November geplant, teilte das Amt für Kirchenmusik am Donnerstag in Speyer mit. Die Leitung der Konzerte mit Orchestern aus der Landeskirche, aber auch anderen Ensembles, hat Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald.

Der Konzertreigen startet am 2. März, um 18 Uhr in der Ludwigshafener Friedenskirche mit der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Aufführende sind die Evangelische Jugendkantorei der Pfalz, die Evangelische Kinderkantorei, das Leipziger Barockorchester und das Barockorchester "L?arpa festante". Eine weitere Aufführung findet am 3. März, um 17 Uhr in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche statt.

In der Reihe Bachkantate-Bibelwort steht die Kantate "Wir danken dir Gott, wir danken dir" am 28. April um 18 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche Speyer auf dem Programm. Aufführende sind der Bachchor der Pfälzischen Singgemeinde, das Orchester Corona Palatina und Vokalsolisten.

Benjamin Brittens "War Requiem (Opus 66)" steht am 25. Mai um 19 Uhr auf dem Programm in der Abteikirche Otterberg. Wiederholt wird das Konzert am 26. Mai, um 18 Uhr in der Landauer Stiftskirche. Gestaltet wird es von der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz mit Ehemaligen, der Frankfurter Kapelle und dem Knabenchor Collegium Iuvenum Stuttgart. Die Kammerorchesterleitung hat der Landauer Bezirkskantor Stefan Viegelahn.

Ein A-Cappella-Programm mit Meisterwerken der Motettenkunst gibt es am 7. September, um 17 Uhr in der Kirche Rockenhausen sowie am 8. September um 19 Uhr in der Kirche Mutterstadt. Weitere Termine sind am 28. September, um 18 Uhr in der Stadtkirche Kusel und am 29. September um 18 Uhr in der Stiftskirche Neustadt.

Franz Schuberts Messe in Es-Dur wird am 16. November um 17 Uhr in der Alexanderskirche in Zweibrücken sowie am 17. November, um 17 Uhr in der Gedächtniskirche in Speyer erklingen. Die Kammerphilharmonie Mannheim, die Pfälzische Singgemeinde und Vokalsolisten bringen das Werk auf die Bühne.

Die Reihe Bachkantate-Bibelwort wird fortgesetzt am 24. November, um 18 Uhr in der Apostelkirche Ludwigshafen. Der Bachchor der Pfälzischen Singgemeinde, das Orchester Corona Palatina und Vokalsolisten führen die Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" auf. Die Predigt in dem Gottesdienst hält Kirchenpräsident Christian Schad. EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Speyer, Pressestelle www.evkirchepfalz.de

09.01.2013


Beeindruckendes, religionsübergreifendes Bekenntnis zu dem „einen, gemeinsamen Gott“

Türkischer „Chor der Zivilisation“ mit Gesängen aus vier Religionen und in neun Sprachen zu Gast in der Speyerer Gedächtniskirche

spk. Speyer. Es war durchaus mehr als „nur“ ein Konzert von großartiger musikalischer Qualität, das da jetzt in der Gedächtniskirche geboten wurde, als der türkische „Chor der Zivilisation“ auf seiner Europa-Tournee in Speyer Station machte – es war ein beeindruckendes, religionsübergreifendes Bekenntnis zu dem „einen, gemeinsamen Gott“.

Muslime, Juden und Christen aus der südtürkischen Stadt Antakya nahe der gefahrvollen syrischen Grenze haben sich vor fünf Jahren in dieser Chorgemeinschaft aus derzeit stattlichen 130 Sängerinnen und Sängern zusammengefunden, um die Botschaft von Frieden und Toleranz zwischen den Religionen und Ethnien in die Welt hinaus zu tragen. Für diesen Anspruch – Respekt! - ist die Gruppe bereits für den Friedensnobelpreis nominiert worden.

Eine Kerngruppe von 24 Mitgliedern des von Yilmaz Özfirat vorzüglich vorbereiteten und geführten Laienchores – begleitet von zehn Instrumentalisten auf den traditionellen orientalischen Langflöten, den Gitarren, Geigen und Trommeln Vorderasiens – waren kurzfristig vom Akademischen Dialogkreis Mannheim im Zusammenwirken mit der protestantischen Gesamtkirchengemeinde Speyer, den katholischen Pfarreien in der Stadt, der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz und der rührigen, jungen Speyerer türkisch-islamischen Gemeinde in die Dom- und Kaiserstadt eingeladen worden.

Und was möglich wird, wenn alle Religionen gemeinsam „an einem Strang ziehen“ und zusammenstehen, das zeigte sich an diesem Abend an der überwältigenden Resonanz, die die Einladung bei den Angehörigen aller Gruppen gefunden hatte: Gut 800 Besucher aller vier Konfessionen und Religionen fanden den Weg in das Gotteshaus – für den sichtlich bewegten „Hausherrn“, Pfarrer Uwe Weinerth, fast so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest.

Entsprechend „vorweihnachtlich“ ging es dann auch in dem Konzert zu, wo religiöse und weltliche Gesänge der vier Bekenntnisse polyglott in neun verschiedenen Sprachen erklangen: auf Türkisch, Armenisch und Kurdisch, auf Hebräisch und Arabisch, auf Deutsch und Latein, auf Aserbaidschanisch und auf Englisch. Für jeden der aus unterschiedlichen Religionen, Sprachen und Ethnien kommenden Besucher gab es Vertrautes, etwas, was zum Mitsummen und schließlich zum Mitsingen aus vollem Herzen einlud.

„Bei uns zuhause steht der Imam neben dem Pfarrer und der Akademiker neben dem Arbeiter“, erläuterte Chorleiter Yilmaz Özfirat und definierte den Anspruch und das Ziel seiner Gemeinschaft und ihrer Musik damit, dass „am Ende sieben Milliarden Menschen auf der ganzen Welt gemeinsam für den Frieden singen mögen“. Mit eindringlichen Worten setzte sich der Dirigent für mehr Toleranz gegenüber allen Kulturen und Religionen ein, denn „wir sind alle Kinder Adams“.

Sicher ein höchst ambitioniertes Ziel, dem sich die Menschheit aber wohl nie nähern wird, wenn nicht irgendwo in der Welt Menschen damit beginnen – den ersten Schritt dazu gehen. Am letzten Donnerstag war die Speyerer Gedächtniskirche der Ort, um diesen so wichtigen ersten Schritt zu gehen. Foto: miwa

24.12.2012


Zweimal begeistert gefeiert:

Johann Sebastian Bach's „Weihnachtsoratorium“ im Speyerer Dom für kleine und für große Kinder

spk. Speyer. Für viele Musikfreunde in Speyer und weit über die Region hinaus gehört er inzwischen längst zum vorweihnachtlichen Ritual; Der Besuch bei Johann Sebastian Bach's „Weihnachtsoratorium“ im Speyerer Dom – seit vielen Jahren immer am letzten Freitag vor dem Fest. Auch in diesem Jahr waren wieder so viele Besucher in die winterlich kalte Kathedrale gekommen, dass es schon lange vor Beginn des Konzertes keine freien Plätze mehr gab.

Gleich zu Beginn des Konzertes mussten die Veranstalter, die Speyerer Dommusik, auf eine bedeutsame Umbesetzung hinweisen: Für den erkrankten Domkapellmeister Markus Melchiori hatte Domkantor Alexander Lauer kurzfristig die Leitung sowohl des „Weihnachtsoratoriums für Kinder“ am Nachmittag wie der Aufführung der Kantaten 1 – 3 des großartigen Werkes des Thomaskantors übernommen. Und um es gleich vorweg zu sagen: Lauer entledigte sich dieser Herausforderung – für ihn war es das erste Mal, dass er diesem fordernden Werk vorstand - mit großem Bravour, so dass die Zuhörer am Ende viel Grund zu ehrlichem Applaus hatten.

Vom ersten Augenblick an, als Pauken und die hohen Bach-Trompeten zum „Jauchzen und Frohlocken“ über die Geburt des Erlösers aufriefen, folgten der bestens präparierte Speyerer Domchor und die Jugendkantorei am Dom zu Speyer, begleitet von der „Churpfälzischen Hofkapelle“, ihrem Chorleiter mit größter Aufmerksamkeit, stellten sich rasch auf Tempiwechsel ein und nahmen bereitwillig seine dynamischen Vorgaben auf.

Einmal mehr absolut überzeugend der Umgang des Apparates mit dem höchst anspruchsvollen, weil koloraturenreichen Chores „Ehre sei dir Gott gesungen“ - mächtig und beeindruckend der traditionell am Ende des Konzertes wiederholte Eingangschor zur 3. Kantate, „Herrscher des Himmels“. Alexander Lauer führte seine Ensembles überaus souverän um die Klippen dieses Werkes, dirigierte unprätentiös und mit großer Aufmerksamkeit speziell für den Chor.

In diese Ensemble-Leistung fügte sich auch das überzeugende Solisten-Quartett stets werkdienlich ein: Zuvörderst der Tenor Andreas Kohlhepp, der als Evangelist und Solist in der halsbrecherischen Arie „Frohe Hirten eilt, ach eilet“ mit seiner sehr körperbezogenen Stimme den Gegenentwurf zu den in den letzten Jahren so sehr „in Mode gekommenen“, entmaterialisierten Evangelisten bot: Mit lyrischem Timbre in den Rezitativen, in der Arie kraftvoll und mit klarem Kern erreichte er seine Zuhörerschaft auch noch in den letzten Reihen des riesigen romanischen Gotteshauses.

Der Bassist Klaus Mertens, seit Jahren eine der Säulen des Oratoriengesanges im deutschsprachigen Raum und gerade auch mit dem „WO“ auf zahlreichen Einspielungen mit Referenz-Charakter verewigt, überzeugte auch in dieser Aufführung durch seinen gewohnt souveränen Auftritt. Seine „Parade-Arie“ „Großer Herr und starker König“ präsentierte er im Dialog mit der Solotrompete – Alexander Lauer standen für dieses Konzert erfreulicherweise wieder zwei Naturtrompeten mit ihrem ganz eigenen Klangcharakter zur Verfügung – mit weit ausholendem Gestus und großer gestalterischer Tiefe.

In dieses Quartett fügten sich auch die beiden Frauenstimmen kongenial ein: Die Sopranistin Stefanie Fels-Lauer, mit ihrer wunderbar leichten, obertönigen Stimme – ein Inbegriff des Klarheit verströmenden Verkündigungsengels. Neben ihr die Altistin Marion Eckstein mit ihrem warmen, einnehmenden Timbre, die insbesondere bei ihrer solistischen Schlüsselstelle - der von dem Rezitativ „Nun kommt mein liebster Bräutigam“ vorbereiteten Arie „Bereite dich, Zion“ - ihrer Verantwortung für den Fortgang des Werkes in vollem Umfang gerecht wurde.

Eine wunderbare Ensembleleistung – darüber waren sich die dankbar-begeisterten Zuhörer einig, die den Akteuren mit langanhaltendem Beifall für diese Aufführung dankten. „Jetzt kann Weihnachten kommen!“, meinte so mancher, als er den Heimweg antrat - mit kalten Füßen, aber erwärmtem Herzen. Und darauf kommt es ja schließlich an.

Weihnachtsoratorium für Kinder“ - von und mit Michael Gusenbauer.

Am Nachmittag schon hatte die Protagonisten der Speyerer Dommusik die Kinder aus Speyer und der Umgebung zu einer entzückenden Variante des großen Bach'schen Opus eingeladen. Hauptakteur dabei: der aus Hallein im Salzburger Land stammende Musiker Michael Gusenbauer. Er hat das reizende, gut 45minütige Werk geschrieben und ist darin als Hirte zugleich auch der Vermittler der Frohen Botschaft vom Kommen des Heilands.

Die zahlreichen Kinder, die samt Eltern und Großeltern den Dom dicht besetzt hatten, staunten nicht schlecht, als Michael Gusenbauer ihnen mit weicher, sanfter und einnehmender Stimme die Geschichte von Maria und Josef und dem Kind in der Krippe erzählte - als er das pieksende, störrische Stroh durch seine Hände in die Krippe rieseln ließ, in der das Christuskind sein erstes Lager nehmen musste.

Mit weit geöffneten Augen und Ohren – und manchmal auch mit offenen Mündern – so verfolgten die Kinder das spannende Geschehen, zu dem Chor, Solisten und Orchester kleine „Häppchen“ aus dem Bach'schen „Weihnachtsoratorium“ servierten, Stefanie Fels-Lauer mit betörender Schlichtheit „das Lied des Christkindes:“ anstimmte: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“.

Da mögen wohl so manche – kleine wie große Kinder - einen Blick in den in diesem Augenblick weit geöffneten Himmel getan haben.

Dass Michael Gusenbauer mit seinem Stück seinen kleinen Zuschauern nebenbei auch noch ein Stück praktischer Instrumentenkunde mitgab, indem er sie darüber bestimmen ließ, welches Instrument sich am besten dafür eignet, den „großen Herrn und starken König“ zu begrü0en – die Flöte, die Oboe, die Violine, der tiefe Kontrabass, das Cello oder gar die Orgel? Natürlich war es auch nach Meinung der Kinder die glanzvolle Trompete, die die Herrlichkeit des Herrn und Königs am besten repräsentiert.

Mit dem liebevollen Rat, sich das ganze „Weihnachtsoratorium“in den kommenden Tagen doch einmal in voller Länge im Radio oder im Fernsehen anzuhören oder – besser noch – eine der zahlreichen Aufführungen zu besuchen, die derzeit landauf, landab angeboten werden, wies er seinen kleinen Gästen einen Zugang zu dem Werk, von dem er abschließend meinte, es sei letztlich am besten, wenn man, wie die Kinder und Jugendlichen in der Jugendkantorei am Dom zu Speyer, selbst mit dabei ist, selbst mitsingt, wenn es darum geht,das neugeborene Kind in der Krippe zu begrüßen

Ein wunderbar gemütvolles Stück, das in diesen hektischen Tagen etwas von der weihnachtlichen Freude erahnen lassen kann, die den Älteren nur allzu oft für immer verloren scheint.

Danke dafür an Michael Gusenbauer und den ganzen Apparat von der Speyerer Dommusik – und: Wiederholung im nächsten Jahr ist Pflicht. Foto: wawi; cj

23.12.2012


Begeisternder Jubel zum Ende der „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“

Edward Elgars Oratorium „The Kingdom“ in eindrucksvoller Interpretation.

Auch Musikkennern ist er oft nur als Komponist patriotischer Hymnen wie „Pomp & Circumstance“ oder „Land of Hope and Glory“ - Schluss- und Höhepunkte zahlloser Konzerte wie den „Last Nights of the Proms“- durch sein berühmtes Salonstück „Salut d'amour“ oder allenfalls noch durch seine berühmten „Enigma-Variationen“ bekannt: Der leidenschaftliche, englische Spätromantiker Edward Elgar. Im restlos ausverkauften Speyerer Dom präsentierte sich jetzt der große Brite im Abschlusskonzert der diesjährigen „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“ - zugleich auch krönendes Finale des „Musiksommers Rheinland-Pfalz 2012“ - von seiner anderen Seite als Schöpfer glanzvoll-grandioser Oratorien.

Dazu hatten sich die Domchöre aus Rottenburg, Speyer und Trier das vielleicht bedeutendste Werk Elgars aus diesem Genre, sein großes Oratorium „The Kingdom“ ausgewählt. Und um es gleich vorweg zu sagen – die Speyerer Aufführung geriet dem Ensemble mit seiner gewaltigen, gut 180köpfigen Sängerschar von beeindruckender Qualität gemeinsam mit der „Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz“ und dem überragenden Solistenquartett zu einem denkwürdigen Konzertereignis.

Schade deshalb für jeden Freund außergewöhnlicher, überragender Musikevents, wenn er diesen Termin im Speyerer Dom versäumt hat. Aber: Da gibt es ja noch eine letzte Möglichkeit, dieses ob seines gewaltigen Apparats und der damit verbundenen Kosten viel zu selten zu hörende Opus doch noch zu erleben: Denn nach einer zweiten Aufführung am Sonntag im Dom St. Martin zu Rottenburg gibt es noch eine „letzte Chance“, wenn das Werk am kommenden Mittwoch, dem 03. Oktober 2012 – dem Tag der Deutschen Einheit - um 17.00 Uhr im Hohen Dom zu Trier ein weiteres Mal erklingen wird. Hinfahren lohnt sich da allemal – doch Achtung: Auch für dieses Konzert gibt es nur noch wenige Restkarten – deshal vorher buchen.

Das Werk, durchweg nach Originaltexten aus der Heiligen Schrift abgefasst, schlägt einen beeindruckenden Bogen von der Himmelfahrt Christi und der Erwählung des Apostels Matthias über das Pfingstgeschehen, erzählt in berührender Weise die Geschichte von der Heilung des Lahmen an der „Schönen Pforte“ des Tempels zu Jerusalem und mündet schließlich nach vielfältigen Zitaten aus dem Alten Testament in das Herzstück der christlichen Liturgie, das Abendmahl, ein.

Musikalisch wechseln sich solistische Passagen der Protagonisten dieses Werkes, Maria, Maria Magdalena, Johannes und Petrus – Sopran, Alt, Tenor und Bass – mit überwältigenden Chorpassagen ab.

„Elgar hat seinen Wagner bestens verinnerlicht“, schrieb einst ein Kritiker über das musikdramatische Talent des großen Briten, der auf dem Festland lange unbeachtet blieb und erst in jüngster Zeit wieder eine Renaissance erlebt. Und in der Tat, auch im „Kingdom“ fühlt man sich oft in eine der opulenten, überbordenden Wagner-Opern versetzt, erlebt kaum enden wollende Klangaufbauten.

Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die Ausführenden: Mit Johanna Winkel (Sopran), Wibke Lehmkuhl (Mezzosopran), Lothar Odinius (Tenor) und Klaus Mertens (Bass) standen dem Dirigenten-Kollektiv – die Domkapellmeister Markus Melchiori (Speyer), Prof. Frank Leenen (Rottenburg) und Stephan Rommelsspacher (Trier) hatten sich die musikalische Leitung des fünfteiligen Opus „ehrlich“ aufgeteilt – ein durchweg hochqualifiziertes Solistenensemble zur Verfügung, die ihre Erfahrungen in großen Opernhäusern der Welt und aus der Zusammenarbeit mit bedeutenden Dirigenten in die Zusammenarbeit einbringen konnten.

Keine leichte Aufgabe für die Solisten und den gesamten Apparat, sich gleich dreimal in einem Konzert auf einen anderen Dirigenten einstellen zu müssen. Doch alle – Solisten, Chor, Orchester und auch die vier Dirigenten - meisterten diesen Anspruch auf das beste – Johanna Winkel gestaltete einen der großen Höhepunkte des Oratoriums, ihre große Arie im Zentrum des vierten Teils, mit wundervoll geführter, ausdrucksvoller Stimme. Wibke Lehmkuhl überzeugte nicht nur in den hochdramatischen Rezitativen der Maria Magdalena. Ein echtes Ereignis auch der Tenor Lothar Odinius mit seinem mit heldischem Glanz ausgestatteten Organ – eine Wagner-Stimme allererster Güte. Und dann natürlich der Bassist Klaus Mertens, seit vielen Jahren einer der „Superstars“ des Oratoriengesangs, der gerade erst seine Gesamteinspielung des Kantatenwerkes von Johann Sebastian Bach mit dem Holländer Ton Koopmann abgeschlossen hat.Sie alle zeigten eine beeindruckende Leistung ohne Fehl und Tadel.

Das konnte man auch von den innerhalb kürzester Zeit zu einem überzeugenden Gesamtensemble zusammengewachsenen drei Domchören sagen. Das gemeinsame Probenwochenende auf „Maria Rosenberg“ haben die Chöre zusammengeschweißt und zu einer wahren Höchstleistung beflügelt: Leuchtend strahlende Soprane, weiche, durchsichtig-klare Tenöre, fundamentale, aber auch in den Höhen überzeugende Bässe. Da hatten es die Altistinnen – wie so oft in solchen Kompositionen - schon schwer, sich gleichrangig neben den anderen Stimmen zu behaupten. Dennoch – den Sängerinnen und Sänger machte die Arbeit an diesem Stück und seine Aufführung erkennbar großen Spaß – und das Ergebnis war dem entsprechend.

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz war ein absolut ebenbürtiger, aufmerksam agierender Partner – ihr Konzertmeister Nikolaus Böwer insbesondere im IV. Teil des Oratoriums vor der großen Sopranarie mit einem hinreißenden Solostück ein weiterer Glanzpunkt in dem Konzert.

Fazit: Die drei Domkapellmeister sind mit der Auswahl dieses Werkes ein großes Wagnis eingegangen – und haben überzeugend gewonnen. Die Ausgabe 2012 der „Kathedralklänge Rheinland-Pfalz“ - vom Land großzügig unterstützt – sie war ein großes Ereignis und – zumindest in der Speyerer Ausgabe - ein überwältigender Erfolg. Langanhaltender Jubel und „standing ovations“ der Zuhörer belohnten die Akteure, die sich hörbar auch selbst über ihre Leistung freuten.

Dem enthusiastisch mitgehenden Auditorium dankten die Mitwirkenden schließlich - in bester englischer Tradition - mit dem gemeinsam gesungenen „Jerusalem“, zu dem Edward Elgar die Orchesterfassung besorgt hat.

„Mehr Kathedralklänge!“ möchte man am Ende dieses Konzertes ausrufen – das Konzept hat sich bewährt und die Zusammenarbeit zwischen diesen Chören ein vorzügliches Ergebnis gezeitigt. Bis zu einer Wiederholung eines solchen Kooperationsprojektes sollte es deshalb nicht zu lange dauern. spk./Fotos: ca

01.10.2012


„Musik in Liturgie und Konzert“

Dommusik Speyer stellt Programm für Mai bis November vor

Speyer-  Die Dommusik Speyer präsentiert ihr neues Halbjahresprogramm „Musik in Liturgie und Konzert“ (Mai bis November). „Wir haben neben Bewährtem einige neue Dinge für unsere Besucher vorbereitet“, so Domkapellmeister Markus Melchiori bei der Vorstellung. Einem Wunsch vieler Gottesdienstbesucher wurde entsprochen: Künftig werden die im Gottesdienst gespielten Orgelstücke in dem Flyer aufgeführt.

Ein großer Schwerpunkt liegt im September mit den „Internationalen Musiktagen Dom zu Speyer“. Erstmalig finden in diesem Rahmen auch zwei Konzerte statt, die speziell für Kinder konzipiert wurden. „Wir sind sehr gespannt, wie dieses neue Angebot angenommen wird. Die Musik den Kindern und jungen Menschen nahe zu bringen ist eine wichtige, vielschichtige Herausforderung für uns“, so Melchiori weiter.

Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Die Programme können kostenlos bei der Geschäftsstelle der Dommusik angefordert werden und liegen im Dom aus.

Kartenvorverkauf: Rheinpfalz-Ticket-Service, Telefon 0180 5003417. Weitere Infos: dommusik@bistum-speyer.

Den Programmflyer hier ansehen und ausdrucken:  

26.04.2012


Domkonzert in musikalischer Geschlossenheit und spiritueller Dichte

Speyerer Dommusik präsentiert Werke von Mendelssohn und Rheinberger.

spk. Speyer. Das “Stabat mater dolorosa”, die mittelalterliche Sequenz von der schmerzensreichen Gottesmutter - durch alle Zeiten in der Musikgeschichte Anstoss für tief bewegende Kompositionen - sie stand als Leitmotiv über der Geistlichen Abendmusik, zu der gestern die Speyerer Dommusik unter der Leitung von Domkantor Alexander Lauer in der Reihe “Cantate Domino” in den Speyerer Dom eingeladen hatte. Dabei stellte die von Lauer für dieses hochmeditative Konzert ausgewählte Fassung der Sequenz des Münchener Komponisten Joseph Gabriel Rheinberger sicher den Gipfelpunkt des kompakten Programms dar, in der die innig-kontemplative Stimmung im Hohen Dom ihren Höhepunkt erreichte.

Hingeführt zu diesem Werk hatten zuvor Chor- und Orgelwerke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, beginnend mit der Hymne “Hör mein Bitten” op. 96 für Solostimme, Chor und Orgel, in der sich die aus Magdeburg stammende Sopranistin Stefanie Fels-Lauer mit ihrer berührend schönen, ohne jedes störende Tremolo geführte Stimme, überzeugend in Szene zu setzen vermochte.

Bereits in diesem Werk konnte auch der Speyerer Domchor einmal mehr seine besonderen Qualitäten unter Beweis stellen: Die hohe Flexibilität und Beweglichkeit bei den Tempo- und Stimmungswechseln, die Homogenität in und zwischen den Stimmen - hier haben Domkapellmeister Markus Melchiori und sein Domkantor Alexander Lauer ein Ensemble in den Händen, das mit der schwierigen Akustik der gewaltigen Kathedrale optimal umzugehen vermag.

Das wurde auch in der Kantate “Wer nur den lieben Gott lässt walten” spürbar, in der die drei Oberstimmen mit großer, optimal an den Raum angepasster Beweglichkeit den auf weit schwingende Linienführung angelegten cantus firmus im Bass umspielten. Dazu kontrastierte auch hier die Sopranistin Stefanie Fels-Lauer in ihrer virtuos vorgetragenen Arie “Er kennt die rechten Freudenstunden”.

Eingebettet waren die beiden Vokalwerke in Orgelwerke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Domkapellmeister Markus-Melchiori mit großer Souveränität präsentierte. Er war zudem zuverlässiger Begleiter bei der Hymne “Hör mein Bitten” zu Beginn und dem “Stabat mater” am Ende des Programmes. Überzeugend präsentierte sich in gewohnter Qualität auch das Speyerer Domorchester.

Die zahlreichen Zuhörer im immer noch “kühlen” Dom vergaßen angesichts des aufgebauten und stringent durchgehaltenen Spannungsbogens die Kälte des Raumes und ließen sich einnehmen von der durchgängig hochkonzentriert dargebotenen, zugleich aber auch viel Wärme verströmenden Musik. Man hätte - vom ersten Ton bis zu dem die Stille auflösenden, dankbaren Schlussapplaus - die oft zitierte “Stecknadel” fallen hören können - so aufmerksam verfolgte die Zuhörerschaft die eindringliche Musik.

Diese Stimmung wurde auch in dem “Geistlichen Wort” aufgenommen, in dem Domkapitular Josef Damian Szuba die Verbindung der “Stabat mater dolorosa” - der Gottesmutter - zum Speyerer Mariendom und zu allen Menschen herstellte, die in der Geschichte unschuldig gelitten haben und zu denen auch die gehörten, “die auch heute leiden unter Unmenschlichkeit und Gewalt: Zu den hungernden Kindern, den Familien, die auseinander gerissen werden durch Flucht und Vertreibung, die Opfer sind von Hass und Krieg - die durch Terror verstörten und verängstigten Menschen, die unheilbar Kranken, ohnmächtig Leidenden und qualvoll Sterbenden”.

Ihnen werde die Gottesmutter zu Füßen des sterbenden Sohnes zum Vorbild, auch in einer todbringenden Umgebung die Hoffnung nicht zu verlieren. “Sie wird auch unter deinem Kreuz stehen”, rief Szuba der Gemeinde zu, “sie wird da sein im Augenblick auch deines Todes”.

Mit einem Gedicht der heiligen Edith Stein, in dem diese ihre eigene Nähe und Verbundenheit mit der leidenden Gottesmutter beschrieben hat, schloss der Domkapitular seine Meditation, aus der er seine Zuhörer gestärkt und getröstet in das weitere Konzert entließ.

Ein beeindruckendes vorabendliches Konzert, das insbesondere durch seine hohe spirituelle Wirkung - seine durchgängige Geschlossenheit und stimmungsmäßige Dichte in seinen Zuhörern sicher noch lange nachklingen wird. Ganz großen Dank deshalb und tiefen Respekt an das gesamte Ensemble: An die Solistin Stefanie Fels-Lauer, den Speyerer Domchor und das Domorchester, an Markus Melchiori an der Orgel und vor allem an Domkantor Alexander Lauer - dieses Konzert war sicher etwas ganz Besondere in der Reihe der qualitätvollen fastenzeitlichen Lobpreis-Konzerte zur Ehre Gottes im Speyerer Dom - “Cantate Domino” - Singet dem Herrn! Foto: Kienipress

11.03.2012


“Cantate Domino - Singet dem Herrn” - Geistliche Abendmusik im Speyerer Dom

Markus Melchiori präsentiert seine Studierenden für Chordirigat

cr. Speyer. Einen eindrucksvollen Einblick in seine nebenamtliche Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Staatlichen Musikhochschule in Freiburg gewährte jetzt Domkapellmeister Markus Melchiori bei einer Geistlichen Abendmusik, zu der er die Studierenden seines Studienfachs “Chorleitung” nach Speyer eingeladen hatte. Zwanzig Studentinnen und Studenten - zumeist werdende Schulmusiker - umfasst diese Gruppe, die von der großen Erfahrung des Speyerer Domkapellmeisters profitieren wollen. Sie bringen fast durchweg eine gesangliche Ausbildung mit - viele von ihnen haben zusätzlich auch Orgel studiert.

In Speyer gab ihnen ihr Dozent die Chance, im Angesicht der Chororgel des Domes das Erlernte “in einem Ernstfall” vor einem sachkundigen Zuhörerkreis im Königschor des Speyerer Domes in die Praxis umzusetzen. Nahezu jede/r Kursteilnehmer hatte dabei die Möglichkeit, sich vor dem kleinen Chor und in der für ihn ungewohnten Akustik des Speyerer Domes zu bewähren.

“So viele Dirigenten - so viele Möglichkeiten, den Takt zu schlagen und die Dynamik eines Stückes vorzugeben. Aber so richtig ist nur die eine, die deine Musiker in Stand setzt, dein Dirigat so umzusetzen, dass das musikalische Ergebnis deinen Vorstellungen entspricht”. So beschrieb es einmal der unvergessene Dirigent Otmar Suitner, einer der Großen seines Faches, der sich über viele Jahre hinweg selbst darum bemühte, seine Kunst an seine Studenten weiterzugeben. Daran wurde man auch am Samstagabend im Speyerer Dom erinnert: Da gibt es die weit ausholenden, mit großem Gestus agierenden und mit viel echtem oder auch vorgeblichem Selbstbewusstsein daherkommenden “Pult-Generale”, da gibt es aber auch die eher zögerlichen, fast schon verschämt auftretenden “Anstifter”, die ihren Apparat - Sänger und Orchester - mit ihren Gesten nicht allzu sehr in ihrer eigenen musikalischen Entfaltung “stören” wollen. Am besten sicher, wenn sie es so machen, wie sie es ihrem Lehrer Markus Melchiori abschauen können: Mit klarer und unmissverständlicher Gestik, unprätentiös und den Chorsängern erkennbar stets in Freundlichkeit zugetan. Das haben einige seiner Schülerinnen und Schüler durchaus schon für sich verinnerlicht, wie man bei den Proben ihres Dirigates erkennen konnte.

Und so konnte sich dieser Abend, der mit einer Ausnahme einem einzigen Komponisten, dem dänisch-deutschen Barockmeister Dietrich Buxtehude, gewidmet war, durchaus hören lassen. Sicher - die Zusammensetzung der Gesangsgruppe kann sich nicht an den Bedürfnisse eines “normalen” Chores messen lassen - will es sicher auch gar nicht. Denn dazu haben seine Mitglieder ein von ausgewogenem Chorklang zu unterschiedliches Interesse: Sie wollen schlicht “nur Chorleitung” erlernen. Und so muss es nicht verwundern, dass die Balance zwischen den einzelnen Singstimmen in diesem Chor nicht die oberste Priorität genießt. Wie “im richtigen Chorleben” fehlt es deshalb auch hier hörbar an Altistinnen und Tenören. Auf hohem sängerischem Niveau dagegen der Sopran sowie - sicher nicht zuletzt dank der Mitwirkung von Domkantor Alexander Lauer - der Bass.

Den jungen Dirigenten in spe übrigens eines noch ins Stammbuch geschrieben: Ein Dirigent kommt sich reichlich einsam und überflüssig vor, wenn seine Sängerinnen und Sänger keinen Blickkontakt zu ihm suchen und so sein Dirigat ins Leere zu gehen droht. Das galt auch für manchen der Akteure bei diesem kleinen Konzert. Aber das nur am Rande erwähnt!

Domkantor Alexander Lauer konnte sich an diesem Abend übrigens auch mit einigen solistischen Einsätzen glänzend in Szene setzen. Seine resonanzreiche, gut geführte Stimme ist auch außerhalb seiner musikalischen Tätigkeit im Speyerer Dom immer ein Erlebnis. Das bewies er insbesondere in dem Arioso in der abschließenden Kantate “Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken” von Dietrich Buxtehude. Hier konnte sich auch die Sopranistin Stefanie Fels mit ihrer warmen Sopranstimme auf das beste präsentieren.

Die instrumentale Begleitung des Sängerensembles besorgten - zuverlässig wie immer -Mitglieder des Speyerer Domorchesters um Daniel Spector, - einer der Studierenden aus Freiburg hatte zudem noch zwei Orgelwerke von Dietrich Buxtehude mitgebracht.

Ein hörenswerter Abend, der den Zuhörern im Königschor des Domes - eine durchaus beachtenswerte Alternative bei kleineren Konzertereignissen - das Herz erwärmte und sie beseelt in den eisigen Winterabend entließ. Foto: Kienipress

05.02.2012


Venezianische Mehrchörigkeit und barocker Glanz zum Wohle einer Orgel

Benefizkonzert des Rotary Clubs Speyer in der Dreifaltigkeitskirche

spk. Speyer. Die Dreifaltigkeitskirche war einmal mehr “auf allen Rängen” dicht besetzt, als der Rotary-Club Speyer sein diesjähriges Benefizkonzert - das 15. in ununterbrochener Folge - präsentierte. Für diese Tradition bedankte sich eingangs der Präsident des RC Speyer, Hartmut Metzger, bei dem Initiator und “spiritus rector” dieser Konzertreihe, Prof. Leo Krämer sowie bei Thomas Grebner, der gemeinsam mit gut zwanzig Helfern über all die Jahre hinweg die Verantwortung für die Organisation, die Vorbereitung und die Durchführung der Konzertabende übernommen hatte. Ein besonderer Gruß des Präsidenten galt an diesem Abend der obersten Repräsentantin der Rotarier im District Saarland/Pfalz/Hessen-Süd, Hildegard Dressino vom RC Worms, die als erste Frau zum Govenor - zur “obersten Rotarierin” also (eine weibliche Form für “Govenor” gibt es im Englischen leider nicht!) - dieses bis vor wenigen Jahren noch allein Männern zugänglichen Serviceclubs gewählt wurde. Wohl um die “Gleichberechtigung hochzuhalten”, begrüßte Präsident Hartmut Metzger stellvertretend für alle Männer den Hausherrn der Dreifaltigkeitskirche, Pfarrer Marc Reusch.

Danach übernahm der Künstlerische Leiter auch dieses Abends, Prof. Leo Krämer, das “musikalische Kommando”. In seiner Einführung in das Programm entführte er das Auditorium zunächst nach Venedig in die Kirche San Marco, die in der Zeit der Renaissance berühmt wurde durch ihre mehrchörige Vokal- und Bläsermusik. Etwas davon, so Krämer, wollten seine Ensembles von Palatia Classic - das Barock Ensemble, das Vocal und das Brass Ensemble gemeinsam mit den Solisten Ingrid Paul, Flöte sowie Andre Schoch und Rudolf Lörinc, Trompete - an diesem Abend nach Speyer transponieren.

Und damit hatte Leo Krämer bereits sein schwerwiegendstes Problem der letzten Tage angesprochen: Seit einigen Wochen schon ist sein kongenialer Musikerfreund Robert Frank, 1. Konzertmeister im Orchester des Nationaltheaters Mannheim und als Solist für diesen Abend seit langem verpflichtet, schwer erkrankt und bis heute nicht wieder völlig gesundet. Als dann auch noch Laura Vukobratovic, 1. Solotrompeterin im gleichen Orchester, aus “innerbetrieblichen” Gründen des Theaters absagen mußte, galt es, innerhalb kürzester Zeit solistischen Ersatz zu finden und bei der Probenarbeit mit den Ensembles noch “einen Zahn zuzulegen”.

Um es gleich vorweg zu sagen: Auch diese Herausforderung hat Leo Krämer souverän gemeistert. Innerhalb weniger Proben hat er die beiden Trompeter Paul Andre (Karlsruhe) und Rudolf Lörinc (Bremen) optimal aufeinander abgestimmt und mit dem Barock- und dem Brass Ensemble zusammengeführt. Es zeigte sich einmal mehr: Die musikalische Formung einander bis dato fremder Ensembles und Instrumentalisten zu einem überzeugenden Ganzen ist neben seiner Gestaltungskraft sicher eine der ganz großen Tugenden des langjährigen Speyerer Domkapellmeisters, dem es auch unter schwierigsten Bedingungen immer wieder gelingt, daraus beeindruckende musikalische Ergebnisse wachsen zu lassen.

Das Programm des Abends wurde eingerahmt von dem opulenten, achtstimmigen Eingangssatz “Deus in Adjutorium ostende” aus der “Marienvesper” von Claudio Monteverdi zu Beginn und einigen Sätzen für je eine Stimme - Sopran bzw. Tenor und Orchester - und dem abschließenden, achtstimmigen “Magnificat”, das Krämer mit seinem Vokalensemble, mit Bläsern und mit Streichern zu einer prachtvollen Schlussapotheose aufblühen ließ.

Das steigerte sich dann noch einmal um eine weitere Dimension, als aus dem Chorraum der Dreifaltigkeitskirche und von der Empore herab das “Laudate Dominum” für drei vierstimmige Chöre erklang - ein gewaltiges Klanggebirge, wie es nur der Feder eines Großmeisters der Kompositionskunst wie G.P. da Palestrina entspringen konnte. Für den Chor, der während des gesamten Programms in ständig wechselnden Formationen agieren mußte, kam hier zu den Änderungen im vertikalen Zusammenwirken der Sängerinnen und Sängern auch noch die dritte, die horizontale Dimension hinzu.

Hier konnte und mußte jedes einzelne Mitglied des sparsam besetzten Vocal Ensembles seine fundierte sängerische Vorbildung in die Waagschale werfen und seinen Part mit großer Standsicherheit präsentieren.

Das setzte sich dann auch bei den nachfolgenden Programmteilen fort - beim Kyrie, Sanctus und Agnus Dei aus der “Missa octo vocum” für zwei Chöre von Hans Leo Hassler und - im Ablauf später - bei den beiden doppelchörigen Motetten “Singet dem Herrn” von Johann Pachelbel und “Jubelt dem Herrn” von Giovanni Gabrieli. Mit großer Konzentration und Subtilität folgte der Chor den Hinweisen seines Leiters, der zudem auch die verschiedenen Instrumentalgruppen in das musikalische Geschehen integrieren musste.

Mit der Auswahl der Orchesterstücke dieses Abends setzte Leo Krämer einen bewussten Kontrast zu den vokalen Teilen und entbot mit Jean-Baptist Lully und Antonio Vivaldi zugleich der barocken Dreifaltigkeitskirche seine zeit- und musikgeschichtliche Referenz. Mit “Le Triomphe de l’Amour” - dem “Triumph der Liebe”, einer Orchestersuite des Hofkapellmeisters am Hofe des französischen Sonnenkönigs Louis XIV., Jean-Baptist Lully, hatten die Instrumentalisten Gelegenheit, als Solisten ihre integrative Ensemblefähigkeit zu beweisen. Man merkte ihnen zudem die große Musizierfreude an diesem Abend an, die sie sich durch das gesamte Programm hindurch bewahren konnten.

Ein weiterer instrumentaler Höhepunkt: Das C-Dur Konzert für Blockflöte und Orchester, von der wie immer bestens disponierten Ingrid Paul mit großer Verve und atemberaubender Beweglichkeit präsentiert. Ein kleines Manko: Das Cembalo, dessen Resonanz oft vom Cello überlagert wurde und sich so nicht in der wünschenswerter Weise in Szene setzen ließ.

Das zeigte sich auch bei der zweiten Vivaldi-Komposition dieses Abends, dem Konzert C-Dur für zwei Trompeten und Orchester. Hier hatten die beiden Solotrompeter, die schon während des gesamten Abends glanzvolle Beispiele ihrer Kunst zeigten, Gelegenheit, ihr großartiges Können vorzuzeigen: Gleichberechtigt nebeneinander, in vielen Phrasen kanonhaft im Dialog - eine Bravourleistung auf diesen “Königinnen der Blechblasinstrumente”.

Lang anhaltender Beifall, zum Teil auch schon zwischen den Sätzen der einzelnen Werke, belohnte die Leistungen der Ensembles - für die Flötistin gab es zudem einen opulenten Blumenstrauß. Dies replizierten die Musiker mit einer ganz besonderen Zugabe - dem “Ave Verum Corpus” - “dem Komponisten dieses Werkes, Wolfgang Amadeus Mozart, dem Jahrtausendgenie und Geburtstagskind dieses Tages”, wie Leo Krämer es ausdrückte, “zur Ehre und Ihnen, den Besuchern, zum Dank, weil sie mit ihrem Kommen einen großartigen Beitrag zu einem wichtigen Projekt geleistet haben”.

Denn die große Orgel der Dreifaltigkeitskirche nämlich war die eigentliche “Hauptperson” dieses Abends. Ihrer Renovierung gewidmet waren die sicherlich ansehnlichen Einnahmen, die der Rotary-Club Speyer mit diesem Konzert “eingefahren” hat und die trotz der enormen Gesamtkosten für die Renovierung sicher mehr waren als nur der berühmte “Tropfen auf den heißen Stein”: Sie waren eine Solidaritätsbekundung von Musikern mit einem dringend reparaturbedürftigen Instrument und - auf Initiative des Speyerer Rotary Clubs - ein überzeugendes Bekenntnis Speyerer Bürger mit einem bedeutenden Stück Kulturgut in den Stadt. Foto: miwa

28.01.2012


Neue Kurse der Dommusik Speyer starten

„Musikgarten – Gemeinsam musizieren“: Angebot für Kinder ab anderthalb Jahren

Speyer- Die Dommusik Speyer bietet Kurse für Kinder im Alter ab anderthalb Jahren an. „Nach dem guten Auftakt im letzten Sommer geht unser Programm jetzt in die nächste Runde“, so Kursleiterin Petra Niopek.

„Musikgarten - Gemeinsam musizieren“ ist ein musikpädagogisches Konzept, das Kleinkinder und deren Eltern zum gemeinsamen Musizieren anregt. In Gruppengrößen von bis zu zehn Paaren (ein Elternteil und Kind) erschließt sich das Kind die spannende Welt der Klänge und erlebt, welch wertvollen Beitrag es selbst mit seiner Stimme dazu leisten kann.

Durch musikalische Kinderspiele, Tänze und durch das gemeinsame Singen können die Kinder zusammen mit ihren Eltern ohne vorgegebene Leistungserwartungen die eigene Stimme und ihren Körper entdecken und Freude daran haben. Einfache Instrumente wie Klanghölzer, Glöckchen, Rasseln oder Trommeln führen das Kind in die Welt der Klänge. Der „Musikgarten“ betont die musikalische Wechselbeziehung zwischen dem Kleinkind und dem Erwachsenen.

Das Programm ist auf drei Halbjahre angelegt und findet in Einheiten à 35 Minuten einmal wöchentlich in den Räumen der Dommusik Speyer statt. Kurstermine sind dienstags um 15 Uhr oder donnerstags um 10.30 Uhr. Starttermin ist der 2. Februar; Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Weitere Information und Anmeldung: www.dommusik-speyer.de oder Telefon 0 62 32/102-132.
Bischöfliches Ordenariat Speyer, Pressestelle

Exemplarische Aufführung des “Weihnachts-Oratoriums” im Speyerer Dom

spk. Speyer. Immer wieder Freitag vor Weihnachten - außer, der Heilige Abend fällt wie in diesem Jahr auf einen Samstag - gibt’s im Hohen Dom zu Speyer Johann Sebastian Bach’s “Weihnachts-Oratorium” - in diesem Jahr zum dreißigsten Mal in ununterbrochener Folge. Kein Wunder, dass dieses Konzert für viele Menschen aus ganz Südwestdeutschland längst zu einer festen Tradition, zu einem absoluten “Muss”, geworden ist, von dem sie sagen, dass es erst danach für sie so “richtig” Weihnachten werden könne. Und so war der Speyerer Dom einmal mehr bis auf den letzten Platz gefüllt, waren alle Einlass-Tickets schon lange vor dem Konzertabend restlos ausverkauft, waren gleich mehrfach zusätzliche Stühle eingestellt worden, als das Ensemble unter Domkapellmeister Markus Melchiori seine Positionen rund um den Pfarralter des Domes bezog.

So lange das “WO” - wie es von Musikfreunden oft liebevoll genannt wird - zur Aufführung kommt, so lange gibt es neue, andersartige Interpretationsansätze - und so entsteht das Werk immer wieder neu...

Markus Melchiori verstand die Botschaft von der Geburt des Kindes im Stall zu Bethlehem an diesem Abend nur an wenigen Stellen als rein kontemplatives, beschauliches Idyll - vielmehr hielt er den anspruchsvollen, tänzerisch-federnden Duktus, der sich schon mit dem Eingangschor “Jauchzet, frohlocket” eingestellt hatte, bis zum Schluss der dritten Kantate, bis zum Da Capo des “Herrscher des Himmels”, durch die Wahl rascher Tempi uneingeschränkt aufrecht. Dazu bedarf es natürlich eines Chores mit großer sängerisch-rhythmischer Standfestigkeit und hoher Beweglichkeit. Mit dem Speyerer Domchor steht Melchiori hierzu ein Ensemble zur Verfügung, das - in den wenigen Jahren seiner Amtszeit um etliche Sängerinnen und Sänger verstärkt - wieder an seine früheren Tugenden und seine viel gerühmte Homogenität anzuschließen vermag.

Da gibt es einen Sopran zu hören, der bis in die Spitzenlagen hinein leicht und frei von Schärfen und unkontrollierten Ausbrüchen agiert und durch die zwischenzeitlich wieder bemerkenswert angewachsene Kindergruppe der Domsingschule bei den Chorälen seinen metallischen Glanz erhält.

Da gibt es einen sich mit samtenem Klang und in großer Geschlossenheit präsentierenden Alt, dem wirkungsvolle stimmbildnerische Maßnahmen des Domkapellmeisters zu einer gleichberechtigten Position im Chorgefüge verholfen haben.

Bei den Männern überzeugten vor allem die Bassisten mit sonorem Fundament, großer stimmlicher Flexibilität und auch in den Höhen weichem Stimmeinsatz, während der Tenor durchaus noch Verstärkung vertragen würde - nicht zuletzt auch, um der Gefahr von Überanstrengungen und damit unangenehmen Schärfen entgehen zu können, die bei diesem Konzert allerdings nur selten auftraten.

Insgesamt also ein sehr ausgewogen daher kommender Chor, der den präzisen, aber sympathisch unprätentiösen Hinweisen seines Dirigenten zu Tempi und Dynamik in jedem Moment der Aufführung aufmerksam und bereitwillig folgte.

Dem Chor zur Seite: Das sich prächtig präsentierende “Barockorchester L’arpa festante” aus München, bewährter Partner bedeutender Kammerchöre aus ganz Europa und beteiligt an zahlreichen stilprägenden Musikproduktionen - viele davon auch auf CD festgehalten. Im Speyerer Dom wirkte das Orchester schon beim “WO” vor zwei Jahren mit - tat sich damals aber mit einer kleineren Streicherbesetzung in dem riesigen Kirchenraum erkennbar schwerer als bei seinem diesjährigen Auftreten. Jetzt bestachen die Streicher mit ihrem den Bedürfnissen des Raumes und der Musik angemessenen Instrumentarium und sorgten so für einen stets durchsichtigen, aber dennoch satten Klang, der auch noch die Zuhörer in den hinteren Reihe des Domes erreichte. Das erwies sich unter anderem auch in der Alt-Arie “Schließe, mein Herze” im dritten Teil des Oratoriums, wo der Konzertmeister von “L’arpa festante” als gleichrangiger, brillant agierender Partner in einen überzeugenden Dialog mit der Altistin Bettina Ranch eintrat.

Eindrucksvoll auch immer wieder die Trompetengruppe, hier repräsentiert durch das Trompetenensemble ELISEO aus Innsbruck, sowie die Holzbläser, beide Gruppen mit dem Original-Instrumentarium ausgestattet und mit unverwechselbarem Klang, wie er sich wohl schon in der Entstehungszeit der Bach’schen Musik dargeboten haben mag.

Auch da: Eindrucksvolle musikalische Dialoge - in der ersten Kantate die atemberaubende Bass-Arie “Großer Herr, o starker König”, von dem Bassisten Markus Flaig überzeugend dargeboten und von Martin Patscheider auf der barocken Langtrompete auf das beste kontrastiert - in der zweiten Kantate die von der Querflöte berührend umspielte Tenor-Arie “Frohe Hirten, eilt ach eilet” mit ihren halsbrecherischen Koloraturen, in der Max Ciolek, ein überaus souveräner Herold der Frohen Botschaft in seiner Partie als Evangelist fast an die Grenzen seines großartigen Könnens gehen mußte.

Bekanntlich bieten die ersten drei Kantaten des “WO” dem Solo-Sopran wenig Möglichkeiten, sich angemessen zu präsentieren - so blieb Julia Kleiter eigentlich nur das Duett in “Herr, dein Mitleid”, wo sie im Dialog mit ihrem Kollegen Markus Flaig durch ihr angenehmes Timbre auffiel. Im Zusammenwirken mit den beiden Oboen, meisterhaft gespielt von Nele Müller und Karina Heisters ein herausragendes Stück Kammermusik.

Nicht vergessen werden darf schließlich auch der virtuos agierende Cembalist des Orchesters, Rien Voskulen, der in meisterlicher Manier insbesondere bei den Rezitativen seine große Meisterschaft mit kunstvollen Verzierungen unter Beweis stellen konnte.

Im Ganzen heißt das, dass sich Solisten, Chor und Orchester zu einem außergewöhnlichen Ganzen zusammenfanden, so dass die drei Kantaten fast wie im Fluge vorüberzogen und die langsam in den Dom einziehende Kälte vergessen machte.

Anhaltender, dankbarer Beifall durchbrach schließlich nach dem Ende des Konzerts die langanhaltende Stille im Dom - auch nachdem sich der letzte Akkord des “WO” in den Höhen des Kirchenschiffs längst ins Nichts aufgelöst hatte.

Fazit: Auch wenn die diesjährige Aufführung des “WO” im Speyerer Dom - Kalender bedingt - noch gut eine Woche vor Weihnachten erklang, so wird es in seiner intensiven und mitreißenden Interpretation von Domkapellmeister Markus Melchiori noch über die Weihnachtstage hinaus nachwirken und die Herzen des Auditoriums mit lange nachklingender Weihnachtsfreude erfüllen. Foto:miw

18.12.2011


A capella-Gesang auf allerhöchstem Niveau

Kammerchor der “Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar” zu Gast in Speyer

von Gerhard Cantzler

A capella-Gesangskultur vom Allerfeinsten konnten jetzt die Besucher eines Adventskonzertes in der Dreifaltigkeitskirche erleben, zu dem der Kammerchor der “Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar” nach Speyer gekommen war. Schon vor der “Wende” 1989/90 gehörte dieses Vokalensemble zu den profiliertesten seiner Art im früheren Ostblock - in den Jahrzehnten danach konnten es sich unter seinem Leiter Prof. Jürgen Puschbeck auch weltweit einen Namen machen. Zahlreiche internationale Preise zeugen inzwischen von der hohen künstlerischen Qualität, zu der der Chor gefunden hat - die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Kurt Masur, Max Pommer, Fabio Luisi oder Helmuth Rilling bestätigt diese Auszeichnungen eindrucksvoll. Und das, obwohl sich ein Hochschulchor naturgemäß ständig “neu erfinden” muss. Denn seine Mitglieder sind durchweg Studierende der renommierten Weimarer Musikhochschule oder der dortigen “Bauhaus-Universität”, die für die Zeit ihres Studiums zu dem Ensemble stoßen, danach aber wieder andere Wege gehen. Dazwischen haben sie in Weimar die Chance, sich als Chorsänger oder Chordirigenten aufs beste zu qualifizieren.

Dass es Jürgen Puschbeck trotz dieser ständigen Wechsel dennoch gelingt, quer durch alle Stimmlagen einen so faszinierenden Gesamtklang zu “schmieden”, verdient allergrößte Hochachtung. Man möchte Puschbeck andererseits aber auch schon ein wenig darum beneiden, dass er immer wieder mit so vielen jungen, unverbrauchten und kultiviert geführten Stimmen arbeiten darf. Diese manifestieren sich insbesondere in Sopran und Tenor, die - auch in extremen Lagen - nicht einmal eine Anflug von Schärfe erkennen lassen. Etwas matt dagegen mitunter die tiefen Stimmen Alt und Bass, die erst im zweiten Teil des Konzertes bei den so beliebten Advents- und Weihnachtssätzen alter Meister zu ihrem vollen Potential fanden.

Begonnen hatte das Konzert mit zwei Werken des frühvollendeten Komponisten Hugo Distler. Das erste - “Ich brach drei dürre Reiselein” präsentierte der Kammerchor, indem er sich im gesamten Kirchenschiff platzierte, um so das Auditorium mit zu nehmen in diesen Abend. Ein inzwischen durchaus geläufiger Ansatz, um sich dem Publikum zu nähern, wenn auch nicht ganz unproblematisch, da nur die wenigen Plätze im Zentrum der Kirche so von Anfang an den ansonsten höchst kunstvoll ausbalancierten Gesamteindruck des Chorklanges genießen können.

Das änderte sich dann aber rasch, als sich der Chor zu Hugo Distlers “Weihnachtsgeschichte op. 10" am Altar der Dreifaltigkeitskirche formierte. Hier beeindruckte er vom ersten Augenblick an mit einer beispielgebenden Präsentation dieses überaus anspruchsvollen Werkes, das als eine der besonderen Herausforderungen gilt, an denen sich ambitionierte Kammerchöre messen lassen können. Formal an den Choralpassionen zum Beispiel eines Heinrich Schütz orientiert, in der Stimmung aber ganz entgegengesetzt - dem idyllischen Weihnachtssujet verpflichtet - rein und von höchster Schönheit, fordert diese Komposition von den Sängern durch anspruchvollste Intervall-Stellungen und hochempfindliche Harmonien höchstes sängerisches Können und absolute Konzentration.

Der Weimarer Kammerchor konnten diesen Ansprüchen der Distler’schen Komposition in vollem Umfang gerecht werden und auch die Solisten - der baritonal timbrierte Tenor Patrick Grahl als Evangelist sowie die aus dem Chor besetzten “kleinen” Solisten, der Engel (Sopran), Maria (Mezzosopran), Elisabeth (Sopran), Herodes (Bariton) und Simeon (Bass) trugen erheblich zu dem überzeugenden Gesamteindruck dieser Aufführung bei. Die Leitung dieses diffizilen Werkes hatte der Professor Jürgen Puschbeck übrigens in die Hände seiner ehemaligen Schülerin Judith Schweiger gelegt und sich selbst - nur eine seiner zahlreichen sympathischen Gesten - in die Reihe der Choristen eingeordnet. Judith Schweiger “steuerte” das blendend disponierte Ensemble unprätentiös und sensibel - bei den empfindlichen Tempowechseln aber zupackend - um die zahlreichen musikalischen Klippen dieser “Weihnachtsgeschichte”. Respekt und lang anhaltender Beifall quittierten eine beeindruckende Gesamtleistung.

Im zweiten Teil des Konzertabends standen dann die - ach so beliebten, von vielen Interpreten aber auch “gequälten” - Sätze der Advents- und Weihnachtsmusiken von Heinrich Schütz, Michael Praetorius, Andreas Hammerschmidt, Johann Eccard und anderer auf dem Programm. “Nun sei uns willkommen, Herre Christ”, “Der Morgenstern ist aufgedrungen”, “Machet die Tore weit” bis hin zu dem jetzt wieder in vielen Sprachen (und Sätzen) erklingenden “Herbei, o ihr Gläubigen” stimmte der Kammerchor unter seinem Leiter Jürgen Puschbeck an, manche auf sympathische Art und Weise zusammengefügt zu einem musikalischen Gesamtwerk, durchweg bestechend durch die Schlichtheit und Wahrhaftigkeit ihrer Interpretationen.

Das Publikum, das einen großartigen Konzertabend erlebte - schade nur, dass nicht noch mehr Musikfreunde der Einladung zu diesem beispielgebenden Konzert in der Dreifaltigkeitskirche gefolgt waren - dankte es dem Ensemble gerührt und mit lang anhaltendem Beifall. Der Weimarer Kammerchor erwiderte diesen Dank mit einer Zugabe, mit einer Interpretation des “Stille Nacht” in einer Fassung für Tenor und Chor, wo das Ensemble in der dritten Strophe noch einmal seine ganz besondere Befähigung zum disziplinierten Piano-Gesang präsentieren konnte.

Die Überleitung von den “modernen” Kompositionen von Hugo Distler zu Werken des Barock und der Klassik besorgte Matthieu Pignède an der Orgel der Dreifaltigkeitskirche mit Dietrich Buxtehudes Choralvorspiel zu “Wie schön leuchtet der Morgenstern”, bei dem die “alte Dame” auf der Empore der Kirche noch einmal etwas von ihrer großen Qualitäten erkennen ließ, die es durch eine umfassende Restaurierung in den nächsten Jahren wieder zu beleben gilt.

Ein erinnerungswürdiger Abend, der so recht einstimmen konnte in diese glanzvollste Zeit des Kirchenjahres und der die Hoffnung weckte, diesem “Ausnahme-Ensemble”, das den Namen des großen “Jahres-Jubilars” Franz Liszt von Weimar aus so würdig in die Welt hinaus trägt, in nicht allzu ferner Zeit wieder zu begegnen. Fotos: miw

Der SPEYER-KURIER verlost im Rahmen seines Weihnachts-Quiz einige CDs, die der Kammerchor der Musikhochschule Franz Liszt freundlicherweise zur Verfügung stellt.

11.12.2011


Johann Sebastian Bach “Weihnachts-Oratorium” von ungebrochener Faszination

Kantorei Speyer-Germersheim eröffnet musikalische Vorweihnachtszeit

von Gerhard Cantzler

Jetzt ist sie auch musikalisch offiziell eröffnet: Die Vorweihnachtszeit: Mit Johann Sebastian Bachs “Weihnachtsoratorium” - den Kantaten I - III - stimmte die Kantorei Speyer-Germerheim gemeinsam mit der Kurrende an der Gedächtniskirche und dem Heidelberger Kantatenorchester am Zweiten Adventssonntag in der Dreifaltigkeitskirche eine große Hörerschaft auf diese - auch musikalisch glanzvollste - Zeit des Kirchenjahres ein. Und Pfarrer Marc Reusch, Hausherr in Dreifaltigkeit, sollte recht behalten, als er dem Auditorium dafür dankte, dass es sich an diesem Abend in so großer Zahl für “Bach” entschieden hatte: Sie taten damit nämlich - so Pfarrer Reusch - in gleich zweifacher Weise Gutes: Zum einen sich selbst, weil sie sich für ein zu Herzen gehendes Konzert entschieden hatten, zum anderen aber auch, weil sie mit ihren Eintrittsgeldsgeldern einen Beitrag zu der dringend notwendigen Renovierung der angejahrten großen Orgel in der Kirche leisteten.

Es ist immer wieder ein wundervolles Phänomen, wie sehr das Bach’sche “WO” auch in unserer Zeit noch die Menschen zu faszinieren und in seinen Bann zu schlagen vermag. Dicht gedrängt sassen deshalb die Besucher dieses Konzertes, das in einem wahrlich protestantischen Sinne gleichzeitig durch seine Schlichtheit wie durch seine große Ausdruckstiefe bestach.

Bezirkskantor und Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger hatte für diesen Abend ein Ensemble von großer Homogenität geformt - vor allem das Heidelberger Kantatenorchester überzeugte mit einnehmendem Wohlklang. Herauszuheben dabei sicher die Trompeten in den beiden Eingangschören zur I. und III. Kantate, aber auch in der geläufigen Bass-Arie “Großer Gott und starker König”. Nicht weniger überzeugend die sich höchst ausdrucksstark präsentierenden Holzbläser - beispielhaft das Wechselspiel in dem Duett “Herr, dein Mitleid” im dritten Teil.

Auch der Chor zeigte sich - beispielhaft im “Ehre sei Gott”-Chor - standfest und hoch beweglich. Allenfalls im Tenor würde man sich die eine oder andere Verstärkung wünschen - auch, um in den Spitzenlagen Überforderungen zu vermeiden. Die anderen Stimmen dagegen zeigten sich gut aufgestellt, besonders der Sopran mit leuchtenden, kultiviert geführten und obertonreichen Stimmen. Eine Freude, diesem Apparat zuzuhören - eine Freude, die noch durch die Mitwirkung der Kinder der Kurrende an der Gedächtniskirche bei den Chorälen erhöht wurde. Dass Robert Sattelberger das Choral-Rezitativ “Er ist auf Erden kommen arm” nahezu ausschließlich in die Verantwortung dieser jungen Sängerinnen und Sängern mit ihren unverbildeten Stimmen legte - einer der berührenden und beglückenden Momente in dieser Aufführung.

Was die Wahl der Tempi in den Chorteilen angeht, so verzichtete der Dirigent auf übermäßige Dramatisierungen - es waren mehr die kontemplativen Töne, die die Szenerie bestimmten - ganz im Sinne der Ereignisse im Stall von Bethlehem. So kam auch der Chor “Herr unser Herrscher” eher sanft daher und steigerte sich erst in der Wiederholung zum Ende der III. Kantate zum triumphalen Hochgesang.

Den überzeugenden Leistungen von Chor und Orchester standen nicht weniger eindrucksvolle Solisten gegenüber. Konstitutives Moment dabei die Partie des Evangelisten. Hier hatte Robert Sallelberger mit Rüdiger Lind einen der profundesten Vertreter dieses speziellen Faches gewinnen können. Mit seiner außergewöhnlich hell timbrierten, schlank und beweglich geführten Tenorstimme gehört der Schüler von Gerd Türk und Mitglied im exquisiten SWR-Vokal-Ensemble zur international ersten Wahl für Barockmusik und - natürlich - für die großen Oratorien von Johann Sebastian Bach.

Auch bei dem Konzert in Speyer konnte Lind diesen hohen Erwartungen in vollem Umfang gerecht werden. Das Evangelium verkündigte er - von der prachtvollen Kanzel der Dreifaltigkeitskirche herunter - mit schlichtem Pathos, um bei seiner höchst anspruchsvollen Koloratur-Arie “Frohe Hirten, eilt, ach eilet” - vom Altar-Raum aus - eine ganz andere Stimm-Charakteristik zu präsentieren: Breiter aufgestellt, substanzreicher und dennoch nicht weniger beweglich. Eine vorzügliche Vorstellung des seit Jahren insbesondere im südwestdeutschen Raum bekannten Sängers.

An ihm mußten sich auch die anderen Solisten messen lassen. Das gelang insbesondere dem jungen Bassisten Axel Humbert, der mit seiner substanzreichen Stimme sowohl bei den weit ausschwingenden und dennoch innigen Rezitativen ebenso überzeugen konnte wie bei seiner anspruchsvollen, höchste Beweglichkeit fordernden Arie “Großer Herr und starker König”. Das gemeinsam mit der Sopranistin Christiane Schmidt vorgetragene Duett “Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen”, oft genug in der Gefahr , durch seine zahlreichen Wiederholungen in gepflegte Langeweile zu entarten, stellte sich in selten zu verspürender Spannung vor.

Die Sopranistin - vom Komponisten eher sparsam in das Geschehen einbezogen - konnte dennoch ihre hohen stimmlichen Qualitäten in dem Rezitativ des Engels in der zweiten Kantate vorstellen: Ein leichtgeführter hoher Sopran - engelgleich eben.

Und schließlich darf auch die Altistin Pia Knoll nicht unerwähnt bleiben - durch ihre vielfältigen sängerischen Aktivitäten in der Region eine bekannte Größe, die mit großer Inbrunst und samtig-weicher Stimme die berühmte Arie “Bereite dich, Zion” in der I. Kantate sowie mit ebenso viel Ausdruckskraft die abschließende Arie der III. Kantate “Schließe, mein Herze” darbot.

Alles in allem also ein großartiger Abend, der durchaus gleichrangig an die Aufführung des “Weihnachtsoratoriums” aus dem vergangenen Jahr anknüpft, von dem der SPEYER-KURIER als besondere Überraschung für seine Leser in seinem Film-KURIER einen Mitschnitt bereit hält. Reinschauen lohnt sich - Weihnachtsstimmung ist garantiert!

05.12.2011


Glanzvoller Einstieg ins neue Kirchenjahr mit Mendelssohns “Elias”

Mozartchor zurück in der ersten Reihe musikalischer Protagonisten in Speyer

Von Gerhard Cantzler

Einen glanzvollen Einstieg ins neue Kirchenjahr bereitete jetzt der Mozartchor Speyer unter seinem - noch immer neuen - musikalischen Leiter Dieter Hauß am Vorabend des Ersten Advents den zahlreichen Besuchern seines Jahreskonzerts 2011 in der Dreifaltigkeitskirche in Speyer mit einer fulminanten Aufführung von Felix Mendelssohn-Bartholdys großartigem Oratorium “Elias”. Musikkritiker haben dieses Werk oft als die “Krone” des Oratorien-Genres generell bezeichnet - dramatisch, abwechslungsreich und mitreißend, vor allem aber auch fordernd für den gesamten Apparat - Solisten, Chor und Orchester. Und um es gleich vorweg zu sagen: Die Mitwirkenden wurden diesem Anspruch in höchstem Maße gerecht - vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich bei dem Chor um ein Laienensemble handelt, das Hauß erst vor gut einem Jahr übernommen hat. Sicher, der Mozartchor verfügt über eine lange und wohl fundierte Tradition bei der Aufführung große Werke. Doch was helfen Tradition und Erfahrung im Moment der aktuellen Herausforderung?

Im “Elias” ist der Chor - nur unterbrochen von den eher kürzeren Arien-Teilen - fast zweieinhalb Stunden lang gefordert von mitreißender, aber auch hochkomplexer Vokalmusik. Rhythmisch oft höchst anspruchsvoll, in den Harmonien gespickt mit zahlreichen “Haken und Oesen”, in dynamischer Hinsicht von größter Spannbreite vom zartesten Piano bis zum dreifachen Forte - das verlangt schon Profis größtes Können und höchste Konzentration ab. Wie hoch muss man da den Einsatz von Amateuren veranschlagen, auch wenn sie so ambitioniert sind wie die Sängerinnen und Sänger des Mozartchores. Sicher könnte man dem Chor zu seiner Perfektionierung noch einiges anempfehlen: Da dürfte sich - im Sinne einer besseren Ausgewogenheit in den Frauenstimmen - der Alt noch um einige Sängerinnen verstärken, da sollten in den Männerstimmen im Sinne einer durchgängigen Gesangskultur die gelegentlichen Ausbrüche unterbleiben und vor allem: Der Chor sollte sich im Interesse seiner Zukunftsfähigkeit Gedanken über seine Altersstruktur machen. Gelingt dies, kann sich der Mozartchor auch künftig noch auf viele - von den musikalischen ebenso wie von den physischen Herausforderungen her - höchst fordernde Konzerte freuen, so wie man es jetzt beim “Elias” erleben durfte, wo eine “große Nummer” auf die andere folgt und wo “Erholung” für die Mitwirkenden kaum in Sicht ist.

Doch ist dies kein Problem dieses Chores allein. Wer heute noch anspruchsvolle Chormusik auf hohem Niveau machen will, wie dies dem Mozart-Chor immer wieder gelingt, der muss oft weite Wege gehen, um ebenso engagierte wie begabte Mitstreiter zu finden. In Dieter Hauß jedenfalls haben die Mozartianer einen Leiter gewonnen, dem es gelingen könnte, an beste Tugenden dieses Chores anzuknüpfen.

Ähnliches gilt natürlich auch für das Zusammenwirken mit dem Orchester: Sicher hätten noch einige Proben mehr mit den Prager Philharmonikern dem Gesamtklang gut getan, hätten einige Unebenheiten geglättet werden können, hätten sich die weite dynamische Spanne des “Elias” besser darstellen lassen, wenn Dieter Hauß für weitere Detailarbeit Zeit gehabt hätte. Aber mehr Proben kosten mehr Geld... Und so müssen dieserart aufgestellte Konzerte bereits in die Öffentlichkeit, wenn die Arbeit im Detail eigentlich erst richtig losgehen müßte - und es dann auch anfangen würde, allen so richtig Spaß zu machen.

Aber auch das ist beim Mozart-Chor kaum anders als bei anderen, vergleichbaren Ensembles. Es fehlt halt immer an “noch mehr” Probenzeit. Und so mußte Dieter Hauß zum Beispiel damit leben, dass die Bläser die dynamisch wunderschön differenzierende lyrische Sopranistin Sigrun Haaser bei ihrer Eingangsarie zum Zweiten Teil des Oratoriums “Höre Israel, höre des Herren Stimme” phasenweise unsensibel “überspielten” und so den Willen zur Gestaltung bei der Solistin im Ensemble “überstimmten” und so verhinderten, dass eine bewegende, eine zum Teil tief anrührende Aufführung noch schöner wurde.

Denn dass dieser “Elias” bei aller Kritik im Detail dennoch zu einem großen Oratorienabend wurde, dazu leisteten auch die Solisten einen entscheidenden Beitrag: Da ließ der aus Dresden angereiste Bariton Matthias Weichert schon zu Beginn mit der von Mendelssohn im Stile eines gregorianischen Introitus vor die Ouvertüre gestellten Einleitung aufhorchen, mit der er im ausholenden Gestus des Propheten seine Rolle überzeugend reklamierte. Ausgestattet mit einer relativ hell timbrierten Bariton-Stimme hat Weichert “seinen” Elias mit eher lyrischen Farben angelegt. In seinen beiden großen Arien “Herr Gott Abrahams” und fast noch mehr mit “Es ist genug” rührte er die Zuhörer zutiefst, beeindruckte sie dann aber gleichermaßen mit seinen kraftvoll-federnden, zupackenden Koloraturen in der berühmten (und gefürchteten) “Hammer-Arie” “Ist nicht des Herrn Wort wie ein Feuer”. Ein Elias von allerbester Güte, in dem Weichert auch seine hohe Ensemble-Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Im Zusammenklang mit Sigrun Haaser in dem “Duett mit der Witwe” zum Beipiel konnten sich beide Stimme auf das beste präsentieren, Haaser mit ihrem silbrig timbrierten, leicht und beweglich geführten Sopran ebenso wie bei der späteren “Israel”-Arie - betörend schön auch, wie sie sich im “Heilig”- Quartett über die anderen Solisten und den Chor aufschwang.

Ein Glücksfall auch der Berliner Tenor Mark Adler, der den seiner lyrischen Stimme inne wohnenden Kern wohldosiert und glänzend einzusetzen versteht. Das konnten die Zuhörer schon bei den Obadja-Teilen zu Beginn des Oratoriums feststellen, das kam aber schließlich noch einmal ganz besonders eindrucksvoll in der großen Arie “Dann werden die Gerechten leuchten” zur Wirkung, wo Adler seine Stimme - das Beste zum Schluss - noch einmal in schönster Weise aufblühen lassen konnte.

Komplettiert wurde das Solisten-Quartett schließlich durch die Mannheimer Altistin Katharina Magiera, die über eine wahrlich “große” Stimme verfügt und diese auch gerne “ausfährt”. Sie fand sicher in den Teilen der Königin am überzeugendsten zu der Charakteristik ihrer Stimme - zupackend und voller Dramatik.

Und schließlich nicht zu vergessen: Der Knabe, eine junge Frau aus dem Chor, die “vom Berge herab”, von der Kanzel herunter, ihren knabenhaft geführten Sopran verströmte. Schade nur, dass sie in dem ansonsten höchst informativen Programmheft nicht erwähnt wurde - sie hätte es verdient gehabt.

Alles in allem also ein großer Abend, den Dieter Hauß konzentriert und unaufgeregt meisterte. Wer weiß, was es bedeutet, einen so gewaltigen Apparat wie beim “Elias” frei von Havarien um alle Klippen und Untiefen zu steuern, der kann dem Dirigenten nur seine allergrößte Hochachtung erweisen. Die zweite große Bewährungsprobe von Dieter Hauß nach seinem Premierenkonzert - einem “Mozart-Requiem” zum Todestag des Namensgebers des Chores im Januar - war mehr als das, was man so gemeinhin als Erfolg bezeichnen könnte - es war das “Zurückmelden” eines bedeutenden Trägers des kulturellen Lebens in Speyer in der ersten Reihe der musikalischen Protagonisten der Stadt.

Da darf man sich - denn “nach dem Konzert ist vor dem Konzert” - schon heute auf weiteres freuen - am 24. März 2012 auf Johann Sebastian Bach’s innig-monumentale “Matthäus-Passion”. Foto: Thorsten Mohr

27.11.2011


Beglückender musikalischer Abend im Speyerer Dom

Komponist Jürgen Essl mit dem Domorganisten Markus Eichenlaub

Erstes Konzert auf der neuen Domorgel mit Welturaufführung

von Gerhard Cantzler

Es war ein großer, ein beglückender Tag für den Speyerer Kaiser- und Mariendom und die Speyerer Dommusik, dieser Sonntag, der so viel Neues für die Kathedrale brachte: Eine neue Hauptorgel, die sich jetzt in Verbindung mit der schon seit zwei Jahren ihren Dienst leistenden Chororgel als eines der glanzvollsten Orgelszenarien weit und breit präsentiert und zum anderen ein eigens zu dem Tag der Orgelweihe komponiertes Opus des Stuttgarter Orgel-Professors Jürgen Essl, der dieses Werk aus Verbundenheit zu seinem Freund, dem Speyerer Domorganisten Markus Eichenlaub sowie in gespannter Erwartung auf das neue Instrument im Speyerer Dom geschrieben hat.

Beides wurde - wie das gesamte Konzert am Abend der Orgelweihe - zu einem unvergesslichen Premieren-Erlebnis. Die Orgel, die in all ihrer klanglichen Vielfalt schon jetzt ihren unverrückbaren Platz in der Kathedrale gefunden hat, die Orgel-Suite “Zeit und Leben”, die Essl in der Interpretation von Markus Eichenlaub mit ihrer zeitgemäßen Tonsprache bewusst in Kontrast zu dem “klassischen Programm” aus Bach, Schumann und Charles Marie Widor gesetzt hatte. Das Instrument, das durch seine eindrucksvolle Präsenz in diesem Raum besticht, der über so viele Jahre ob seiner akkustischen Schwierigkeiten herbe Kritik ertragen mußte und den eigentlich nur ganz wenige Organisten in seiner ganzen Komplexität durchmessen konnten. Jetzt erblühen einzelne Stimmen, Stimmgruppen und Register in bisher ungekannter Klarheit und Durchsichtigkeit.

Sicher: Die Freunde der Orgelmusik im Speyerer Dom werden wohl noch eine ganze Weile brauchen, bis sie das neue Instrument in seiner ganzen Variationsvielfalt mit Hilfe ihres eigenen Sensoriums “in Besitz” genommen haben. Und das wird selbst dem Domorganisten nicht anders ergehen, der faktisch nur wenige Stunden Zeit hatte, sich auf seinen neuen “Arbeitsplatz” - auf dessen mechanische Eigenheiten, auf die ungewohnte Traktur und die akustische Situation in dem Gehäuse um den Spieltisch - einzustellen.

Doch zumindest die Orgelfreunde werden in der nächsten Zeit Gelegenheit finden, sich dem neuen Instrument Schritt für Schritt weiter anzunähern, wenn in einer ganzen Serie weiterer Konzerte “Hausorganisten” und Gäste “ihre Sicht” der neuen Domorgel offenbaren werden. Am Weihetag selbst stand deshalb die Erwartung auf das neue Opus von Jürgen Essl sicher mit an vorderster Stelle. Und diese Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Anklänge von Gregorianik - so scheinen in dem Werk ein Ostergesang aus der georgisch-orthodoxen Kirche ebenso auf wie ein Klagelied der muslimischen Aleviten -werden durchfurcht von modernen Klangaufbauten, die in ihrer Monumentalität an Essl’s Lehrmeister, den großen französischen Komponisten Jean Francaix gemahnen. Ein Werk - dem neuen Instrument angemessen - das ihm nicht nur ungewöhnliche Klänge entlockt, sondern das zugleich auch ein bewegendes musikalisches Plädoyer für religiöse und kulturelle Toleranz zwischen den monotheistischen Weltreligionen darstellt. Markus Eichenlaub stellte das Werk in überzeugender Eindringlichkeit in den Raum - eine Komposition, die - der Orgel gleich - nach seiner Welturaufführung sicher noch eine vielfach wiederholte, intensive Befassung notwendig macht, um es in seiner ganzen Tiefgründigkeit zu durchdringen.

Da hatten es die Zuhörer mit dem restlichen Programm sicher einfacher, ist ihnen die Passacaglia in c von Johann Sebastian Bach, ist ihnen die große Symphonie Nr. 6 g-Moll von Charles–Marie Widor sicher näher, weil diese Stücke - zumindest für Orgelfreunde - durchaus “alte Bekannte” sind. Hier konnte Markus Eichenlaub seine großartige Kunstfertigkeit “ausfahren”, konnte bei Bach die ostinaten Bässe “rauschen” und bei Widor die vielfältig ineinander verschlungenen Stimmen neben- und übereinander erblühen lassen - ein großer Genuss für alle Konzertbesucher dieses Abends, die dann vermutlich durchaus dankbar dafür waren, dass der Organist mit den “6 Studien in kanonischer Form für Pedalklavier” von Robert Schumann etwas Ruhe in ein insgesamt bewegtes und abwechslungsreiches Programm brachte.

Eröffnet hatte Eichenlaub den Abend übrigens mit einem Marsch des britischen Komponisten Percy Whitlock und knüpfte damit unmittelbar an den Weihegottesdienst an, den er mit einer Fanfare dieses Komponisten beendet hatte.

Wie eingangs betont - ein großer, ein bewegender Tag für den Speyerer Dom und seine Dommusik mit einem geradezu überbordenden Ansturm interessierter Besucher - auch zu dem abendlichen Konzert. Die für den nachmittäglichen Gottesdienst und das Konzert am Abend genannten, jeweils 1.500 Zuhörer dürften da eher zu niedrig geschätzt sein...

Die Folge: Ein totaler Verkehrskollaps schon bei der Anreise der Gäste, total überlastete Parkplätze in der gesamten Stadt - nicht zuletzt durch den gleichzeitig abgehaltenen Bauernmarkt in der Innenstadt. Kein Wunder, dass da auch der abgesteckte Zeitplan aus allen Fugen zu geraten drohte. Und so konnte auch das abendliche Konzert erst mit Verspätung beginnen. Doch als die ersten Akkorde des “Marsches” von Percy Whitlock den Dom durchströmten, war alles Ungemach um Gedränge, Staus und Verspätungen vergessen. Da war dann nur noch atemlose Konzentration und pure Begeisterung, die sich anderthalb Stunden später in nicht enden wollendem Beifall für Organist Markus Eichenlaub, seinen Komponistenfreund Jürgen Essl und natürlich für die Hauptperson des Tages, die neue Domorgel und ihre Erbauer entlud.

Wie gesagt: Ein großer Tag für den Speyerer Dom, den die Freunde seiner Musik sicher in unvergesslicher Erinnerung bewahren werden. Foto: sim

20.09.2011


Feierlich-demutsvoller Auftakt zu einem besonderen musikalischen Wochenende

Bruckner-Konzert im Speyerer Dom setzt weiteres Highlight

Von Gerhard Cantzler

Eigentlich hätte man sich keinen angemesseneren Einstieg in den großen Tag der Weihe der neuen Hauptorgel im Speyerer Dom wünschen können als mit einem Konzert, das einem einzigen Komponisten gewidmet war: Anton Bruckner, den “Musikanten Gottes”, der in seiner tiefen Frömmigkeit Musik von unvergänglichem Wert hinterlassen hat.

Und so fügte es sich wirklich mehr als passend, dass die Speyerer Dommusik sich mit ihren zweiten Auftritt im Rahmen der diesjährigen “Internationalen Musiktage Dom zu Speyer” ein reines Bruckner-Programm ausgewählt hatte.

Mit großer Subtilität gestaltete Domkapellmeister Markus Melchiori die Eröffnung dieses Konzertabends, indem er - der Widmung des Mariendomes verpflichtet - ein “Ave Maria” für Alt-Solo ins Programm genommen hatte - von Bettina Ranch mit berührendem Ausdruck, geschmeidigem Timbre und sorgfältig ausgeglichen zwischen den Registern bis in die tiefsten Lagen vorgetragen - zwischen zwei “Aequali” für drei Posaunen eingebettet. Ein Konzertbeginn, der von Anfang an den feierlich-demutsvollen Impetus der Bruckner’schen Musik für diesen Abend in den Speyerer Dom übersetzte. Dazu passte auch die von großer Erfahrung mit Raum und Instrument bestimmte, gewohnt zurücktretende Begleitung der Altistin durch Domorganist Markus Eichenlaub an der Chororgel des Domes.

Diesen Ansatz übernahm Markus Melchiori auch in den zweiten Teil des Programmes, in dem er den 2. Satz aus der V. Symphonie B-Dur , das “Adagio” mit der Tempobezeichnung “Sehr langsam” von Anton Bruckner zur Aufführung brachte. Mit diesem Werk, das er der Grundstimmung des Abends entsprechend fast schon kammermusikalisch angelegt hatte, konnte er einmal mehr zeigen, zu welch eindrucksvoller Geschlossenheit sein Domorchester Speyer in der kurzen Zeit seines Zusammenwirkens inzwischen schon gefunden hat. Warm timbrierte, homogene Streicherflächen, würdig und feierlich daherkommende Blechbläser -insbesondere auch in den hochsensiblen Horn-Passagen - es war eine beeindruckende Musik, die das Domorchester zelebrierte, die einmal mehr bewusst werden ließ, wohin die Bruckner’sche Musik wirklich gehört: Nicht in den Konzertsaal, sondern unter die mit “dem langem Nachhall der Ewigkeit” ausgestattete Kuppel einer Kathedrale wie den Speyerer Dom.

Dieser Eindruck vermittelte sich auch bei dem Höhepunkt des Konzertes, der Aufführung der Messe in d-Moll, zu der sich der Speyerer Domchor, auch wenn er einige krankheitsbedingte Ausfälle kompensieren musste, in gewohnter Geschlossenheit und Durchsetzungsstärke präsentierte. Für einen eher semiprofessionell agierenden Chor wie den Speyerer Domchor geht “ein Bruckner” mit seinen oft überraschenden Tempowechseln, seinen harmonisch ungewohnten Rückungen und dynamischen Wechseln schon manchmal bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit - dennoch, der Domchor bestand auch diese Herausforderungen einmal mehr bravourös.

In dem Vokalquartett Katharina Leyhe, Sopran, Bettina Ranch, Alt, Sebastian Hübner, Tenor und Manfred Bittner, Bass, stand Markus Melchiori ein gleichrangiges Solistenensemble zur Verfügung, auch wenn Bruckner die Solopartien eher “sparsam” ausgestattet hat und den Solisten, sieht man von dem - einmal mehr - überzeugend agierenden Bassisten Manfred Bittner ab, in der Messe keine großen Gelegenheiten zur solistischen Darstellung bietet.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Wieder blieben bei diesem Domkonzert viele Bankreihen leer - leider. Vielleicht ist es das überreiche Angebot dieser Tage, das die Besucher - von denen jeder sicher nur mit einem begrenzten finanziellen Budget ausgestattet ist - davon abhält, noch mehr Konzerte zu besuchen. Und dann wird das Bessere rasch zum Feind des Guten, machen die eigenen Veranstaltungen der eigenen Veranstaltungsreihe direkte Konkurrenz.

Dennoch: Wer sich an diesem Abend davon hat abhalten lassen, in den Dom zu kommen, der hat etwas wirklich ganz Besonderes versäumt: Ein hochrangiges, dem Jubiläumsjahr der Domweihe und dem überragenden Ereignis der Orgelweihe an diesem Wochenende entsprechendes Konzert, für das man Domkapellmeister Markus Melchiori und seinem Ensemble Dank und Beifall zollen muss, so wie es die Zuhörer, die den Weg in den Dom gefunden hatten, lange und ausdauernd taten. Foto: sim

18.09.2011


Annäherungen an ein Meisterwerk - die neue Hauptorgel im Speyerer Dom

von Gerhard Cantzler

Speyer- Noch ist sie stumm - die imposante neue Domorgel - doch am kommenden Sonntag, am 18. September, wird sie nach ihrer Weihe durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Rahmen einer feierlichen Pontifikalvesper um 15.30 Uhr zum ersten Mal ihr vielstimmiges Gotteslob ertönen lassen. Im Rahmen einer Begehung auf der Orgelempore des Kaiser- und Mariendomes konnten jetzt Journalisten eine erste Annäherung an das eindrucksvolle Instrument unternehmen. “Es macht den Menschen schon sehr klein, inmitten dieses gewaltigen Werks zu stehen”, schilderte dabei einer der Besucher seine Gefühle, “um vielviel eindrucksvoller muss es aber erst sein, wenn die bis zu zehn Meter hohen Pfeifen ihr Brausen erschallen lassen”.

Gut 13 Jahre hatte es gedauert, bis das Werk, das sich im Zusammenklang mit der schon vor drei Jahren geweihten Chororgel als liturgische und musikalische Einheit versteht, endlich gebaut worden war. Viele grundsätzliche Diskussionen gingen der Entscheidung voraus - bis hin zu der Frage, ob die “alte” Scherpf-Orgel überhaupt durch ein neues Instrument ersetzt werden sollte. Erst der persönliche Einsatz von Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl - bis heute Vorsitzender der “Europäischen Stiftung Kaiserdom” und selbst ein großer Freund geistlicher Orgelmusik - war es, der, nachdem er die Unternehmerfamilie Quandt (BMW) zu einer zweckgebundenen Spende in Höhe von 3 Millionen D-Mark - heute einschl. Zinsen 1,8 Mio. EURO - zugunsten des Orgelneubaus bewegen konnte, den Weg ebnete für ein Werk, das seinesgleichen suchen dürfte in Deutschland und wohl auch in Europa.

Nachdem die Finanzierung gesichert war, ging es erst richtig los: In zahlreichen Gremiensitzungen, an denen viele internationale Orgelexperten beteiligt waren, mussten zunächst wesentliche Vorentscheidungen getroffen werden: Von der grundsätzlichen Planung - dem Zusammenwirken zwischen einer Chor- und der Hauptorgel - über die Disposition der beiden neuen Orgelwerke - bis hin zu der Gestaltung des Prospektes der Orgeln, was sich gerade bei der Hauptorgel angesichts des hohen Stellenwertes denkmalschützerischer Aspekte bei der Umsetzung baulicher Veränderungen im Dom als besondere Herausforderung herausstellen sollte.

Nach jahrelangen gründlichen Beratungen standen schließlich die wesentlichen Entscheidungen fest - so wie sie sich jetzt im Dom darbieten: Mit der Chororgel, die im November 2008 ihren Dienst aufnahm und der gewaltigen Hauptorgel, die ab dem kommendem Sonntag zu hören sein wird. Das zwölf Meter hohe, neuneinhalb Meter breite und fast sechs Meter tiefe Instrument verfügt über 85 Register und wird über einen viermanualigen Spieltisch gespielt, von dem aus auch die kleinere Orgel im Königschor angespielt werden kann. In zwei Etagen umfasst das riesige Werk 5496 Pfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung bzw. aus Holz.

Aber auch mit allerlei elektronischen “Helferlein” ist das neue Instrument reichlich bestückt: So kann der Organist zum Beispiel die von ihm gespielte Musik aufzeichnen, um sie danach in ihrer Wirkung im Kirchenraum und für die Zuhörer zu kontrollieren, um gegebenenfalls noch Korrekturen an dem Mix der Registratur vorzunehmen.

Und auch für eine vorbildliche Kommunikation mit den verschiedenen Orten der Liturgie ist gesorgt. Das gilt für den Kontakt mit dem Chor auf der Chorempore unterhalb des Orgelspieltischs oder auch bei einem Chorauftritt im Königschor - Modernste technische Hilfsmittel zur Optimierung Jahrhunderte alter Musik.

Was den Orgelprospekt angeht, so entschied sich die Jury schließlich für den jetzt verwirklichten Entwurf des bekannten Kölner Architekten Prof. Gottfried Böhm (der SPEYER-KURIER berichtete darüber), der das Orgelwerk quasi schwebend in die Emporenöffnung der Westwand des Domes integrierte und damit der Tatsache Rechnung trägt, dass zur Zeit des Dombaus vor 950 Jahren noch kein Metall in dem Steinbauwerk verarbeitet wurde. ( Interview mit Prof. Gottfried Böhm in der rechten Spalte)

Für Domorganist Markus Eichenlaub geht eine aufregende Zeit zu Ende. “Wir haben oft mit Tränen in den Augen gelauscht, wenn wieder eine neue Registergruppe zum Leben erweckt wurde”, erinnert er sich an die langwierige Arbeit der Orgelgrundstimmung und gesteht unumwunden, dass es für einen Organisten sicher das schönste Ereignis in seinem Berufsleben darstellt, das “Werden” eines solchen Instrumentes mitzuerleben.

Nun bleiben ihm noch drei Tage, um sich auf die Orgelweihe und vor allem auch auf “sein” erstes Orgelkonzert auf dem neuen Instrument vorzubereiten, das er noch am Abend des Weihetages, am 18. September 2011 um 20.00 im Dom geben wird. Auf dem Programm dieses Konzertes, für das kein Eintritt erhoben wird, stehen Werke von Percy Withlock, Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Charles-Marie Widor. Außerdem wird eine eigens zu diesem Anlass entstandene Auftragskomposition des Stuttgarter Orgelprofessors Jürgen Essl ihre Uraufführung erleben.

Und was empfindet Domorganist Eichenlaub, wenn er an das neue Instrument denkt? “Dankbarkeit und Respekt”, antwortet er spontan, “Respekt vor denen, die dieses neue Instrument möglich gemacht haben. Und dann Vorfreude und große Neugierde darauf, was mit dem neuen Orgelwerk gelingen wird”.

Für noch einen wird dieser Tag sicher ebenfalls mit großen Emotionen verbunden sein: Für Prof. Leo Krämer, Eichenlaubs Vorgänger im Amt des Domorganisten, der sich nahezu von Anbeginn seiner Tätigkeit am Speyerer Dom im Jahr 1971 für eine Verbesserung der nach seiner Überzeugung unbefriedigenden Orgelsituation an der Kathedrale stark gemacht hatte. Er hatte wohl kaum noch damit gerechnet, eine so überzeugende Lösung des von ihm immer wieder bedauerten Zustandes erleben zu dürfen, wie sie jetzt - durch die Orgelbauwerkstätte Seifert in Kevelaer vorbildlich umgesetzt - dank der Initiative von Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl und der Großzügigkeit der Familie Quandt möglich geworden ist. Foto: sim

14.09.2011


Weitere Höhepunkte bei Internationalen Dom-Musiktagen

Bachs „Messe in h-Moll“, Krpytakonzert und Brucknerwerke

Speyer- Bachs „opus summum“, die „Messe in h-Moll“ gilt als einer der Höhepunkte der gesamten Musikgeschichte. Die festliche Aufführung am Sonntag, 11. September, bildet einen besonderen Glanzpunkt der „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“. Mit dem „Deutschen Kammerchor“ und dem Barockorchester „L´arpa festante“ stehen ausgewiesene Experten der Barockmusik zur Verfügung und garantieren unter der Leitung von Markus Melchiori eine nicht alltägliche Aufführung.

Das zweite Kryptakonzert der Reihe am Mittwoch, 14. September, hat die Gottesmutter Maria, als Patronin des Domes, zum Thema. Musik aus Renaissance und Frühbarock von Orlando di Lasso, Claudio Monteverdi, Johannes Eccard, Johann Pachelbel und anderen werden vom „Marais Consort“ in der Besetzung für Solo–Sopran und Gambenconsort erklingen.

Werke Anton Bruckners werden am Samstag, 17. September, im Dom zu hören sein. Neben dem „Adagio“ der „V. Symphonie“ kommt die „Messe in d–Moll“ zu Gehör. Gemeinsam mit dem Domchor und dem Domorchester musizieren die Gesangssolisten Katharina Leyhe (Sopran), Bettina Ranch (Alt), Sebastian Hübner (Tenor) und Manfred Bittner (Bass) unter der Stabführung von Domkapellmeister Markus Melchiori.

Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr im Dom zu Speyer; Karten: Rheinpfalz Ticket Service - Hotline 0180 5003417 oder an der Abendkasse (Öffnung 19.00 Uhr, Einlass 19.30 Uhr). - Weitere Infos: www.dommusik-speyer.de Bischöfliches Ordenariat Pressestelle, Speyer

07.09.2011


Mendelssohn -“Lobgesang”: Überzeugender Start in Musiktage 2011

Mit einer eindrucksvoll bewegenden Aufführung von Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfoniekantate Nr. 2 “Lobgesang” eröffnete jetzt die Speyerer Dommusik die “Internationalen Musiktage Dom zu Speyer 2011” im Jahr des 950. Weihejubiläums der Kathedrale. Für viele Musikkenner steht dieses Werk gleichberechtigt in einer Reihe mit den großen Oratorien des Komponisten, mit dem “Elias”, mit “Paulus”, aber auch mit dem seltener zu hörenden Oratorium “Athalia”. Sie alle waren übrigens in früheren Jahren schon im Dom zu hören - allein der “Lobgesang” fehlte noch, der aufgrund seiner musikalischen Dichte und seines durchgehend hohen Anspruchs an Chor, Solisten und Orchester vielleicht sogar noch ein Quäntchen höher zu bewerten ist als die anderen vokalen Meisterwerke Mendelssohns.

Mit Mechthild Bach (Sopran), Susanne Scheffel (Mezzosopran) und Julian Prégardian (Tenor) hatte Domkapellmeister Markus Melchiori ein Solistenterzett gewinnen können, von denen jeder in seiner Art mehr als nur überzeugen konnte: Mechthild Bach mit ihrem engelsgleichen “Verkündigungs”-Sopran, weich und hoch beweglich und dennoch durchsetzungsstark, die Mezzo-Sopranistin Susanne Scheffel, im Speyerer Dom schon des öfteren eingesetzt, mit überzeugend warmen, zum Alt hin tendierenden Registern und schließlich die Überraschung dieses Abends: Der Tenor Julian Prégardien mit seiner überaus sensibel geführten, in allen Registern ausgeglichen ansprechenden lyrischen Tenorstimme - ein Glücksfall für die Mendelssohn-Oratorien und fast noch mehr für die höchst anspruchsvolle Tenorpartie im “Lobgesang”.

Überzeugend studiert präsentierte sich auch Markus Melchiori’s Speyerer Domchor, dem gerade im Jubiläumsjahr des Speyerer Domes in Konzerten mit Werken von Mendelssohn, Bruckner und der Welturaufführung einer Messe des Eichstätter Domkapellmeisters Christian Heiß für einen Laienchor Bemerkenswertes abverlangt wird. Dass er dieser Anforderung durchaus zu entsprechen vermag, zeigte sich nicht zuletzt in der in unvergleichlicher Weise in Szene gesetzten Schlussfuge des “Lobgesangs” “Alles, was Odem hat, lobe den Herrn” - mit seinen gewaltigen polyphonen Aufbauten, die am Schluss - ganz typisch für Mendelssohn - in einen überwältigenden Hymnus einmünden.

Ein ebenbürtiger Partner für Chor und Solisten: Das Domorchester, zusammengestellt aus Orchestermusikern aus der Region, das sich zwar durchaus noch in einer Selbstfindungsphase befindet, das aber auf dem gemeinsamen Weg mit dem Speyerer Domkapellmeister schon ein bemerkenswertes Stück zurückgelegt hat. Dies wurde in schönster Weise in den orchestralen Eingangssätzen des “Lobgesanges” deutlich.

Eröffnet wurde der Konzertabend gleichfalls mit Mendelssohn: Dem Psalm 95, op. 46 “Kommt, lasst uns anbeten und knien vor dem Herrn” für Mezzosopran und Chor für vier bis acht Stimmen. Auch hier erwies sich der Chor als absolut standfest und in den kleinen Fugati überaus beweglich.

Schade nur, dass in dem Eröffnungskonzert der diesjährigen Musiktage doch noch so viele Zuhörerplätze frei blieben. Die vorzügliche Qualität dieses Abends hätte sicherlich ein voll besetztes Haus verdient gehabt. Aber vielleicht braucht das Konzertpublikum in der Region noch einige Zeit, um die Konzertreihe wieder “voll auf ihrem Schirm” zu haben - das noch ausstehende Programm jedenfalls würde es an jedem Abend lohnen, den Weg nach Speyer auf sich zu nehmen. Und vielleicht würde auch eine offensivere Öffentlichkeitsarbeit für die Musiktage ein Übriges für eine breitere Akzeptanz dieser hörenswerten Konzertreihe leisten. gc / Fotos: KieniPress

03.09.2011


Internationale Dom-Musiktage: Auftakt am 2. September

Musikfestival steht 2011 ganz im Zeichen des 950. Jahrestages der Domweihe

Das Jahr 2011 steht in Speyer ganz im Zeichen des 950. Jahrestages der Domweihe. Die diesjährigen „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“, die am 2. September beginnen, lassen annähernd eintausend Jahre Musik gewordenes Gotteslob in dem einzigartigen Kaiser- und Mariendom lebendig werden. Von der Gregorianik bis hin zu Werken der Gegenwart spannt sich der Bogen mit Meilensteinen der Kirchenmusik.

Mendelssohns „Lobgesang - Symphonie“ in B-Dur, opus 52 mit dem unvergleichlich vertonten Aufruf „Alles was Odem hat, lobe den Herrn“ und die Vertonung des 95. Psalms „Kommt, lasst uns anbeten“, opus 46 bilden den Auftakt der Musiktage am Freitag, 2. September (20 Uhr). Die Solisten Mechthild Bach (Sopran), Susanne Scheffel (Mezzosopran) und Julian Prégardien (Tenor) musizieren gemeinsam mit dem Domchor und dem Domorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori.

Am Samstag, 3. September (20 Uhr), garantieren die Pilgergesänge des „Llibre Vermell de Montserrat“ aus dem Jahr 1372 ein eindrückliches Erlebnis im Zusammenspiel von Klang und Raum. Diese teils geistlichen, teils weltlichen Gesänge werden nicht nur akustisch, sondern auch visuell im Dom lebendig werden. Die Ausführenden sind das „Ensemble Sarband“ sowie der „Osnabrücker Jugendchor“ unter der Leitung von Johannes Rahe.

Im ersten der drei Kryptakonzerte am Mittwoch, 7. September (20 Uhr), ist das Frauenvokalensemble „Ars Choralis Coeln“ unter der Leitung von Maria Jonas zu Gast. Mit dem Titel „Die Rose van Jhericho - Das Liederbuch der Anna von Köln (um 1500)“ wird das Ensemble sängerisch und in Kombination mit mittelalterlichen Instrumenten eine eigene Klangwelt in der wunderbaren Akustik der Krypta aufleben lassen.

Karten: Rheinpfalz Ticket Service - Hotline 0180 5003417 oder an der Abendkasse (Öffnung 19 Uhr, Einlass 19.30 Uhr). – Weitere Informationen: www.dommusik-speyer.de.
Bischöfliches Ordenariat Speyer

26.08.2011


Dommusik Speyer stellt neues Programm vor

Flyer für das zweite Halbjahr erschienen 

Mit einem neuen Flyer informiert die Dommusik Speyer über das musikalische Programm im zweiten Halbjahr 2011. Schwerpunkte sind neben den Internationalen Musiktagen im September die Feierlichkeiten zur Domweihe Anfang Oktober mit anschließender Wallfahrtswoche.
„Wir nehmen in diesem Jahr mit vielen unserer musikalischen Aktivitäten das Domweihjubiläum in den Blick. Aber auch beliebte, bewährte Veranstaltungen wie Bachs Weihnachtsoratorium und das festliche Neujahrskonzert haben ihren Stellenwert behalten“, so Domkapellmeister Markus Melchiori bei der Präsentation des Programms.

Für das Weihnachtsoratorium am 16. Dezember (20 Uhr) und das festliche Neujahrskonzert am 1.Januar 2012 (15 Uhr) hat  bereits der Vorverkauf begonnen.
Karten sind beim Rheinpfalz-Ticket-Service zu erwerben. Weitere Informationen: www.dommusik-speyer.de. Text: Dommusik, Pressestelle, Speyer

07.07.2011


Der Lohn der guten Tat

Ein genüsslicher Orgelspaziergang zu den vier Hauptkirchen in Speyer.

von Gerhard Cantzler

Wer am vergangenen Sonntag durch die Speyerer Innenstadt spazierte, glaubte an eine Erscheinung: Alle drei viertel Stunde öffneten sich die Tore einer der großen Innenstadtkirchen und Hunderte, gefühlte Tausende, von Besuchern strömten von einem Gotteshaus zum nächsten. Was niemand für möglich gehalten hätte: Trotz des frühsommerlichen Maiwetters, das schon die ersten Unentwegten an die Badestrände und in die Biergärten lockte, war der Hohe Dom zu Speyer schon zur frühen Nachmittagsstunde so gut gefüllt wie sonst nur an hohen kirchlichen Feiertagen. Der Grund: Mit Christoph Keggenhoff schickte sich der erste von vier Titular-Organisten an den Speyerer Hauptkirchen an, den “Bock” der ersten an diesem Tag zum Klingen zu bringenden Orgeln zu erklimmen: Die Chororgel im Speyerer Dom.

Das neueste Instrument aus der reichen Speyerer Orgellandschaft lässt schon heute erahnen, was die Dombesucher erwartet, wenn nach dem 19. September dieses Jahres auch die neue Hauptorgel erklingt. Allein oder im Zusammenspiel der beiden Instrumente wird dann ein überwältigender Gesamteindruck möglich werden.

Für sein Auftaktkonzert hatte sich Christoph Keggenhoff zwei recht unterschiedliche Kompositionen ausgesucht: Die Orgelbearbeitung des “Gloria” aus der “Missa de Beata Virgine” des am Hofe der kunstsinnigen Herzöge Gonzaga in Mantua wirkenden Girolamo Cavazzoni im ersten und die Sonate Nr. 1 d-Moll des Mendelssohn-Zeitgenossen August Gottfried Ritter, einer der frühen Vertreter der romantischen Orgelmusik.

Beide Werke erlaubten es Keggenhoff, einen reichen Ausschnitt aus den vielfältigen Klangmöglichkeiten des neuen Instrumentes virtuos zu präsentieren, um dann auch schon hinüber zu leiten zur zweiten Kirche, zur zweiten Orgel - diesmal in der Protestantischen Dreifaltigkeitskirche, nur einen Steinwurf vom Dom entfernt - und wiederum zu Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Hier hatte sich Domkapellmeister Markus Melchiori mit dem Speyerer Violin-Virtuosen Daniel Spektor am Spieltisch des bejahrten Instrumentes hoch über dem Kirchenschiff zusammen getan, um die inzwischen noch weiter angewachsene Zuhörerschar zunächst mit dem “Salut d’amour” von Edgar Elgar zu entzücken, einem Stück, das man, ähnlich wie die später zu hörende “Meditation” aus der Lyrischen Komödie “Thais” von Jules Massenet getrost zu den “Rennern” der gehobenen Salonmusik im 19. und 20. Jahrhundert zählen darf. Zuvor schon hatte Markus Melchiori das Praeludium G-Dur, op. 37/2 von Felix Mendelssohn-Bartholdy ins Programm gehoben, eines der Praeludien, die Mendelssohn anlässlich seiner Hochzeitsreise in Speyer komponiert und auf der Orgel der Dreifaltigkeitskirche zum ersten Mal gespielt hatte. Dass das Instrument damals allerdings dem Komponisten nur Hohn und Spott abgenötigt hatte, ist heute kaum noch zu spüren - zu oft haben die Hände gütiger Orgelbauer “dem alten Kasten” auf die Sprünge geholfen. Mit Markus Melchiori hatte das Instrument zudem auch “einen Meister” gefunden, der durch geschickte Registrierung und kluge Tempi-Wahlen die “alte Dame” behutsam über ihre Schwächen hinweg trug.

In Daniel Spektor hatte Melchiori zudem einen kongenialen Partner gefunden, der unprätentiös, mit sauberem Ansatz und weicher Klanggebung - ganz in der Tradition osteuropäischer Geiger - auch bei der Instrumentalfassung von Mendelssohns “Auf Flügeln des Gesanges” und vor allem in der Sonate G-Dur, BWV 1021 von Johann Sebastian Bach zu gefallen wusste.

Als die lang applaudierende Zuhörerschar dann weiter zog, war die Maximilianstraße inzwischen “Schwarz vor Menschen”.

In der Pfarrkirche St. Joseph traf die große Orgelgemeinde sodann auf Domorganist Markus Eichenlaub, der mit der beliebten Toccata, dem Adagio und der Fuge in C, BWV 564 von Johann Sebastian Bach, den - liturgisch-korrekten - Variationen über “Maria Maienkönigin” des Hochromantikers Carl Sattler sowie der Toccata in e op. 1 des zeitgenössischen Komponisten Jürgen Essl seinerseits einen Eindruck von breitem Können gab: Vom Instrument und vom Künstler gleichermaßen. Schade eigentlich, dass die riesige Wilbrand-Orgel in St. Joseph eigentlich immer im Schatten der großen Dom-Orgel gestanden hat - um so dankenswerter, dass man nun das Instrument im unmittelbaren Vergleich mit den anderen großen Orgeln in Speyer und meisterlich präsentiert von Markus Eichenlaub erleben durfte. Ein Vergleich, dessen baldiges DaCapo man sich wünschen würde.

Vergleichen konnte man schließlich auch auf der letzten Station des Orgelspaziergangs:

Auf der großen Kleuker-Orgel der Gedächtniskirche präsentierte Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger köstliche Miniaturen kompositorischer Umsetzungen von Naturphänomenen aus vier Jahrhunderten: Der erklang der Ruf des Kuckucks in der musikalischen Sprache des großen Franzosen Louis-Claude Daquin, da zwitscherten die Vögel in der Art seines neuzeitlichen Kollegen Olivier Messiaen - beides eingerahmt vom großen Heiligen aller Organisten, Johann Sebastian Bach und seinem Zeitgenossen Johann Kaspar Kerll.

Auch Robert Sattelberger erwies sich an diesem Nachmittag als gleichrangiger Partner seiner katholischen Kollegen.

Ja und dann sollte es am Schluss noch ein ganz besonderes “Schmankerl” geben: Einen Tango von Thomas Roß “für vier Organisten, 40 Finger und 424 Tasten”. Ein reizvolles Experiment zweifelsohne, gut geeignet als “Rausschmeißer” eines anregenden Orgelnachmittags. Nur schade, dass die Besucher des Konzerts nicht sehen konnten, wie sich die vier Spieler auf der gemeinsamen Orgelbank um die Tasten drängten - hören konnten sie es nur in ganz wenigen Passagen. Wie meinte ein Zuhörer beim Rausgehen? “Da war eigentlich nicht viel dabei, was man mit zwei gesunden Händen und zwei Füßen nicht auch allein hätte spielen können”.

Aber gut: Versuchen kann man’s ja mal.

Aber zurück zum Ernst der heiteren Muse: Da war dann ja auch noch die angekündigte gute Tat. Sie allein schon hätte den Besuch dieses opulenten Orgel-Abenteuers gelohnt. Um was ging’s dabei, und um was geht es dem Speyerer Domorganisten immer wieder?

Hanna S., gleichermaßen ambitionierte wie hochbegabte Orgel-Schülerin von Markus Eichenlaub an der Essener Folkwang-Hochschule, erlitt als Zwanzigjährige einen harmlos scheinenden grippalen Infekt. Eine alltägliche Geschichte, sollte man denken. Doch anders bei Hannah S.: Bei ihr setzte statt Heilung ein Prozess erschreckenden körperlichen Verfalls ein. Todesangst überkam die junge Frau - 2005 konstatierten Immunologen bei Hannah S. die neuroimmunologische Erkrankung ME/CFS - Myalgische Enzephalomyelitis I Chronic Fatigue Syndrom. Die Ursachen dieser Erkrankung - mitunter nicht ganz zutreffend als “Dauer-Ermüdungs-Syndrom” umschrieben - sind bis heute noch nicht erforscht. Experten schätzen, dass allein in Deutschland mehr als 300 000 zumeist junge Menschen an dieser Krankheit leiden. Sie alle fallen durch alle Raster sozialer Versorgung, da die Krankheit in Deutschland - im Gegensatz z.B. zu Kanada - nur unzureichend bekannt und als versorgungsfähig anerkannt ist.

Bei einer so desolaten Ausgangslage war es Markus Eichenlaub ein Leichtes, seine Kollegen und einen Großteil des dankbaren Orgelpublikums davon zu überzeugen, dass es mehr als lohnend ist, sich dafür einzusetzen, den an ME/CFS erkrankten Menschen wie Hannah S. durch Informationen über die Krankheit, durch Vorantreiben entsprechender Forschungsprojekte und hoffentlich auch in nicht allzu ferner Zukunft durch geeignete therapeutische Maßnahmen Hilfe zuteil werden zu lassen. Informationen zum ME/CFS: info@Lost-Voices-Stiftung.org Alle Fotos: Hild

24.05.2011


Ungewöhnliche Orgelreise im Dom zu Speyer

Wladimir Matesic am 29. Mai zu Gast - Werke aus Italien und Frankreich Speyer (is). Im zweiten Konzert des diesjährigen internationalen Orgelzyklus gastiert im Dom zu Speyer am Sonntag, 29. Mai (20 Uhr), mit Wladimir Matesic einer der führenden italienischen Organisten. Das Konzert trägt die Überschrift „Italien-Frankreich-Italien: eine ungewöhnliche Orgelreise“. Ungewöhnlich und vielfältig ist die Werkauswahl, die der in Bologna geborene Organist getroffen hat und so für ein hohes Maß an Abwechslung und musikalischer Spannung sorgt. Wladimir Matesic, derzeit als Orgelprofessor am Staatlichen Konservatorium Triest tätig, beginnt diese Reise mit dem für Orgel bearbeiteten c-Moll-Konzert von Antoni Vivaldi. Darauf folgen von Luca Salvadori die „Vier Jahreszeiten - Ouroboros“. Das Allegro Rustico von Pietro Yon bildet die musikalische Grenzüberschreitung von Italien nach Frankreich, das zunächst von Camille Saint-Säens mit dem Präludium und Fuge d-Moll vertreten ist. Zum 100. Todestag wird Jehan Alain mit dessen Variationen über “Lucis creator” gedacht. Zwei Jubilare - Alexandre Guilmant (100. Geburtstag) und Marco Enrico Bossi (150. Geburtstag) - beschließen mit der Pastorale und der “Hora Gaudiosa” diesen kurzweiligen Orgelabend. Matesic, der in Bologna, Freiburg, Luzern und Rotterdam studierte, ist Preisträger der internationalen Orgelwettbewerbe von Nijmwegen, Gravina und Rom.

Karten zu acht Euro (ermäßigt fünf Euro) sind ab 19.30 Uhr am Hauptportal an der Abendkasse erhältlich.  Bischöfliches Ordinariat Speyer Pressestelle

20.05.2011


Internationale Orgelkonzerte ganz im Zeichen der Orgelweihe

Neun Organisten aus Europa und Nordamerika spielen 2011 im Dom zu Speyer Speyer (is).

Am Ostermontag, 25. April (20 Uhr), wird durch Domorganist Markus Eichenlaub der diesjährige Zyklus der Internationalen Orgelkonzerte im Dom zu Speyer eröffnet. Das Programm, das ganz im Zeichen der österlichen Auferstehung steht, umfasst Werke von Charles Tournemire (Choral-Improvisation „Victimae paschali laudes“), Richard Purvis (Partita „Christ ist erstanden"), Hans Buchner (Sequentia „In Resurrectione Domini"), Denis Bédard (Meditation „O Filii et filiae“) und Charles-Marie Widor (Finale „Haec dies“ aus der Symphonie No. 10 „Romane“). Zentrales Werk des Orgelabends ist die Choralphantasie „Christ ist erstanden“ für Orgel und zwei Schlagzeuger von Knut Nstedt. Den Schlagzeugpart übernehmen Klaus Wissler und Arthur Adler von der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.

Auch wenn es noch fünf Monate dauert, bis die neue Hauptorgel mit ihren 85 Registern und insgesamt 5556 Pfeifen im Dom am 18. September erstmals erklingt, so wird die Zeit bis dahin nicht frei von Orgelmusik sein, hat sich doch die Chororgel auf dem Königschor in Liturgie und Konzert seit ihrer Einweihung vor mehr als zwei Jahren bestens bewährt. Eichenlaub, künstlerischer Leiter der Internationalen Orgelkonzerte, hat für den diesjährigen Zyklus Organisten aus Europa und Nordamerika nach Speyer verpflichten können.

Am 29. Mai wird Wladimir Matesic (Triest/Italien), der mit Werken von Vivaldi bis Salvadori „Eine ungewöhnliche Orgelreise“ unternimmt, die Reihe fortsetzen. Ihm folgt Esteban Elizondo (San Sebastian/Spanien), der am 26. Juni mit einem rein spanischen Programm quer durch die Epochen aufwartet.

Österreich wird am 31. Juli durch den Grazer Domorganisten Christian Iwan vertreten sein, der unter anderem mit dem opulenten Orgelwerk „Prélude, Adagio et Choral Veni Creator“ von Maurice Duruflé aufhorchen lässt.

 Der weltweit gefeierte Organist Kalevi Kiviniemi aus dem finnischen Lahti wird am 28. August mit „Musik bedeutender Improvisatoren“ zu hören sein.

Ein zentrales Musikereignis in diesem Jahr für die gesamte Region folgt am 18. September mit der Weihe der neuen Hauptorgel im Dom durch Diözesanbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (15.30 Uhr). Nach der Weiheliturgie wird Markus Eichenlaub das neue Instrument ab 20 Uhr erstmal konzertant erklingen lassen. Das Programm enthält Werke von Bach, Elgar, Pärt und Widor. Zudem kommt es zur Uraufführung eines umfangreichen Orgelwerks, das die Speyerer Dommusik anlässlich der Orgelweihe bei dem Stuttgarter Komponisten und Orgelprofessor Jürgen Essl in Auftrag gegeben hat.

Am Mittwoch, 21. September, wird der stellvertretende Domorganist Christoph Keggenhoff mit Werken von Ritter, Alain, Vogel und Franck (Grande pièce symphonique) zu hören sein. Keggenhoff war an der Konzeption der Chor- und Hauptorgel maßgeblich beteiligt. Mit Werken für Orgel und Orchester präsentiert sich die Domorgel am Sonntag, 25. September, erstmals auch als Begleiterin symphonischer Orchesterklänge. Das Heidelberger Kantatenorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori wird gemeinsam mit Domorganist Eichenlaub Kompositionen von Bossi (Konzert a-Moll) und Poulenc (Konzert g-Moll) wiedergeben, die durch Fantasie und Fuge g-Moll ergänzt werden. Dieses Konzert bildet auch gleichzeitig den Abschluss der „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer.“

Mit Stephen Tharp betritt am 28. September ein weiterer Organist von Weltrang Speyerer Boden. Der in New York beheimatete Musiker, Komponist und Arrangeur wird die ausladende Orgelsymphonie Nr. 8 von Félix-Alexandre Guilmant sowie die in Rhythmus und Tonsprache ergreifenden „Trois Danses“ von Jehan Alain zu Gehör bringen.

Ein Sonderkonzert erinnert am 22. Oktober, seinem 200. Geburtstag, an Franz Liszt. Neben seinem „Präludium und Fuge über BACH“ sowie der Fantasie und Fuge über „Ad nos salutarem undam“, die zum festen Bestandteil der Orgelliteratur gehören, sind die „Vogelpredigt des heiligen Franz von Assisi“ und die „Evocation à la Chapelle Sixtine“ zu hören. Interpret an der Hauptorgel wird Domorganist Markus Eichenlaub sein.

Am 30. Oktober macht der amtierende Titularorganist Patrick Delabre aus Speyers Partnerstadt Chartres der neuen Seifert-Orgel seine Aufwartung. Ein rein französisches Programm mit Werken von Alain, Vierne, Dupré sowie einer Improvisation garantieren ein abwechslungsreiches Hörvergnügen.

Guy Bovet (Neuchatel/Schweiz) sorgt am 27. November für einen fulminanten Abschluss der diesjährigen Orgelkonzertreihe. Der Interpret, der schon häufig als Solist und Juror des Orgelwettbewerbs in Speyer zu Gast war, lässt die beiden Orgeln in seiner Komposition - den „13 Tangos Ecclesiasticos“ - in wahrstem Sinne des Wortes tanzen.

Alle Konzerte, zu denen ein Unkostenbeitrag von acht Euro (ermäßigt fünf Euro) erhoben wird, beginnen um 20 Uhr. Karten gibt es nur an der Abendkasse (ab 19.30 Uhr), mit Ausnahme des Konzerts am 25. September, das im Rahmen der „Internationalen Musiktage Dom zu Speyer“ stattfindet. Ein anspruchsvoll gestaltetes Gesamtprogramm für die ganze Konzertreihe liegt an der Abendkasse aus. Am Tag der Orgelweihe selbst wird kein Eintritt erhoben. -- Bischöfliches Ordinariat Speyer Pressestelle

18.04.2011