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Ehrenamtliche sind „der Schatz der Kirche“

Überarbeitete Praxishilfe möchte Lust auf freiwilliges Engagement machen

Speyer-  Mehr als 21.000 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich in der Evangelischen Kirche der Pfalz. Ihre Mitarbeit werde angesichts der Herausforderungen, vor denen die Landeskirche stehe, noch an Bedeutung gewinnen, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad im Vorwort der neu überarbeiteten Praxishilfe für Ehren- und Hauptamtliche mit dem Titel: „Lust auf Ehrenamt? Ehrenamt mit Lust!“. Der Begleitung und Förderung der Ehrenamtlichen misst der Kirchenpräsident einen hohen Stellenwert bei: „Indem Sie Mitverantwortung tragen, gehören Sie zum Schatz unserer Kirche.“

Von Aufwendungsersatz bis Versicherungsschutz, von Freistellungsmöglichkeiten bis Verschwiegenheit und Datenschutz – die Broschüre bietet auf 68 Seiten Wissenswertes zu rechtlichen Fragen, nützliche Beispiele aus der Praxis und einen ausführlichen Adressteil. Zudem regen die Autoren dazu an, die Zusammenarbeit und Anerkennungskultur zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen weiterzuentwickeln, geben hilfreiche Tipps und liefern „Bausteine“ – beispielsweise für den Aufbau von Checklisten zu bestimmten Themen. „Freiwilliges Engagement ist bunt und vielfältig. Es zeigt, wie ideenreich und kreativ sich Menschen für andere einsetzen und engagieren“, machen die landeskirchliche Ehrenamtsbeauftragte Heike Baier und die Sprecherin des Runden Tisches Ehrenamt, Regina Mayer-Oelrich, Lust aufs Ehrenamt.

Dass laut sozialwissenschaftlicher Analysen immer mehr Bürger bereit seien, sich in ihrer Freizeit für die Gesellschaft einzubringen, bestätigten auch die Zahlen für die Landeskirche: 1995 engagierten sich hier rund 18.000 Menschen ehrenamtlich, etwa 3.000 weniger als heute. Die Motivation, Begleitung und Fortbildung der Ehrenamtlichen sei daher zentrale Aufgabe, unterstreicht Schad. „Viele Talente können noch entdeckt werden, die dazu beitragen, unsere Kirche weiterhin anziehend und vielfältig zu gestalten“, so der Kirchenpräsident. lk

Hinweis: Die Praxishilfe „Lust auf Ehrenamt? Ehrenamt mit Lust!“ kann bezogen werden über den Herausgeber: Evangelische Kirche der Pfalz, Landeskirchenrat, Domplatz 5, 67346 Speyer, Telefon: 06232/667-0. Weitere Informationen erteilt die Beauftragte für freiwilliges Engagement in Diakonie und Kirche, Heike Baier, E-Mail: heike.baier@diakonie-pfalz.de, Telefon: 06232/664-159.

Mehr zum Thema: www.evkirchepfalz.de/landeskirche/ehrenamt.html

24.03.2017


Gemeinsam auf akute Notlage reagieren

Kirchen spenden 45.000 Euro für den von humanitärer Katastrophe betroffenen Südsudan

Speyer- Das Bistum Speyer und sein Caritasverband sowie die Evangelische Kirche der Pfalz und ihr Diakonisches Werk unterstützen die Menschen in dem von einer humanitären Katastrophe betroffenen Südsudan in Afrika mit 45.000 Euro Soforthilfe. Das Geld werde an die Diakonie Katastrophenhilfe und an Caritas International gespendet, teilen die Landeskirche und das Bistum mit. Damit reagieren die Kirchen gemeinsam auf die akute Notlage. Gleichzeitig rufen sie zu Spenden auf.

Die Not sei im Südsudan besonders groß, erklären der beim Bistum Speyer für weltkirchliche Aufgaben zuständige Weihbischof Otto Georgens und der Diakoniedezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Manfred Sutter. Nach Angaben der Hilfsorganisationen ist das Land immer wieder von Dürren und Hungersnöten und von bewaffneten Konflikten betroffen. Der Ausbruch des Bürgerkrieges im Südsudan 2013 habe sich zu einer der weltweit größten humanitären Krisen entwickelt. Seit Anfang 2017 habe sich die Situation angesichts von Krieg und Dürre immer weiter zugespitzt. „Den Menschen mangelt es an allem, Hunger und Leid sind permanente Alltagszustände geworden“, erklären das Bistum und die Landeskirche.

Hinweis:

Spenden sind möglich bei Caritas international, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC: FSWDE33KRL, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, Stichwort: Ernährungssicherung Südsudan, oder online unter www.caritas-international.de sowie bei der Diakonie Katastrophenhilfe, Evangelische Bank, IBAN: DE68520604100000502502, BIC: GENODEF1EK1, Stichwort Afrika Hungerhilfe, oder online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de.

Text: is(lk; Foto: Caritas International

23.03.2017


Messgewand von Papst Johannes Paul II. wieder im Einsatz

Das Papstgewand in der Ausstellung „Weltbühne Speyer“ im Historischen Museum der Pfalz Das Papstgewand in der Ausstellung „Weltbühne Speyer“ im Historischen Museum der Pfalz

Das Papstgewand wird der Ausstellung „Weltbühne Speyer“ im Historischen Museum entnommen

Speyer- Traditionsgemäß trägt der Speyerer Bischof am sogenannten Papstsonntag das Messgewand, in dem Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Speyer im Jahr 1987 die Messe zelebrierte. In diesem Jahr ist das Gewand Teil der Ausstellung „Weltbühne Speyer“ im Historischen Museum der Pfalz. Für das Pontifikalamt, das am 26. März um 10 Uhr im Dom stattfindet, wird das päpstliche Messgewand kurzzeitig aus der Ausstellung entnommen und von Bischof Wiesemann während der Messe getragen.

Änderung: Wir müssen uns leider korrigieren. Das Messgewand, das Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Speyer im Jahr 1987 getragen hat, wird am Sonntag nicht eingesetzt. Der Grund ist die liturgische Farbe. Am 4. Fastensonntag, dem so genannten Sonntag Laetare, wird in katholischen Gottesdiensten die Farbe Violett oder Rosa verwendet. Das Messgewand von Papst Johannes Paul II. hat jedoch die Farbe Weiß.

Im Gedenken an den Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus feiert die Weltkirche am 4. Sonntag in der Osterzeit als „Papstsonntag“. In der Messe im Dom zu Speyer wird zudem der Einführung des 96. Speyerer Bischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann am 2. März 2008 gedacht. Der Zelebrant der Messe trägt an diesem Tag das sogenannte „Papstgewand“, das Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Speyer trug. Das Messgewand ist in der Ausstellung „Weltbühne Speyer - Die Ära der großen Staatsbesuche“ im Historischen Museum in Speyer noch bis zum 24. September 2017 zu sehen. In der Ausstellung werden die Besuche internationaler Politiker, geistlicher Würdenträger und Monarchen in Speyer zwischen 1984 und 1999 dokumentiert, in dem Fotografien, Filmsequenzen und weitere Zeitzeugnisse wie das Gewand Papst Johannes Paul II. ausgestellt werden. Die Museumsschau verdeutlicht, wie viele Menschen der Papstbesuch auf die Straßen und vor den Dom lockte. An der Eucharistiefeier auf dem Domplatz, dem Höhepunkt des Besuchs, nahmen ca. 60.000 Menschen teil.

Papstbesuch in Speyer 1987

Papst Johannes Paul II. kam am 4. Mai 1987 nach Speyer. Nach der Ankunft und der Fahrt mit dem Papamobil durch die Maximiliansstraße, besuchte der Papst zusammen mit dem Bischof und den Mitgliedern des Domkapitels den Dom. Dabei betete er vor der Marienstatue, sprach in der Grablege der Kaiser das kirchliche Totengebet und segnete die Gräber. Anschließend fand vor dem Dom eine Eucharistiefeier statt. Für diese Messe brachte der Papst ein Gewand mit, das er danach dem damaligen Bischof von Speyer Dr. Anton Schlembach schenkte.

Das goldfarbene Messgewand mit den drei roten Kreuzen, die beidseitig auf dem Stab des Gewands zu sehen sind, wurde damals eigens für die Messe in Speyer angefertigt und aus Rom mitgebracht. Unter den roten Kreuzen ist auf der Rückenseite das päpstliche Wappen eingestickt. Im rechten unteren Wappenfeld verweist der Buchstabe M auf die Gottesmutter Maria. Ihr und dem heiligen Stephanus ist der Speyerer Dom geweiht. Da Johannes Paul II. am 27. April 2014 heiliggesprochen wurde, ist das Gewand ebenso wie das Messbuch, aus dem der Papst während der Messe vor dem Dom las, eine Berührungsreliquie. Text: is; © Foto: Historisches Museum der Pfalz/Carolin Breckle

20.03.2017


Neue Gruppe für Kinder suchtkranker Eltern

Schatzinsel-Gruppe will Kinder stärken und unterstützen

Speyer- Das Caritas-Zentrum Speyer bietet jedes Jahr eine Gruppe für Kinder an, die in ihren Familien Sucht und Alkoholprobleme oder psychische Erkrankungen ihrer Eltern erleben. Betroffene Väter und Mütter, die sich in Behandlung befinden oder sich darüber Gedanken machen, wollen in der Regel keinesfalls, dass ihre Kinder darunter leiden müssen. Sie sind jedoch krankheitsbedingt manchmal nicht in der Lage, ihnen die Zuverlässigkeit und Zuwendung zu bieten, die Kinder brauchen.

Betroffene Kinder machen sich oft große Sorgen um ihre Eltern, verstehen manche Reaktionen nicht und fühlen sich selbst dafür schuldig. Manche ziehen sich zurück, stellen kindliche Bedürfnisse zurück oder übernehmen nicht dem Alter angemessene Verantwortung. Andere werden auch selbst verhaltensauffällig. Das Risiko selbst einmal psychische Probleme zu entwickeln ist deutlich erhöht.

Neben den bekannten Hilfs-und Behandlungsangeboten für die Erwachsenen sollen die Kinder nicht vergessen werden. In der „Schatzinsel“-Gruppe erfahren sie Aufklärung, Unterstützung und Stärkung. Spiel und Spaß kommen dabei nicht zu kurz.

Die Gruppe richtet sich an Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren und  findet demnächst einmal wöchentlich im Haus für Kinder St. Hedwig in Speyer statt. Sie wird von erfahrenen Fachkräften des Caritaszentrums geleitet.

Bei Interesse wenden Sie sich für ein Infogespräch an das Caritas-Zentrum Speyer, Telefon 06232-8725112, oder per Email elisabeth.segiet@caritas-speyer.de  .Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.

17.03.2017


„Frühlingserwachen“ – ein Angebot für kreative Menschen

Die Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer lädt zu Meditationstagen im Schwarzwald ein

Speyer- „Frühlingserwachen“ ist der Titel der Meditationstage für kreative Menschen, die die Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer vom 27. April bis 1. Mai im Geistlichen Zentrum St. Peter im Schwarzwald anbietet.

Bildungsreferent Erhard Steiger und der Maler Klaus Fresenius ermutigen mit spirituellen und künstlerischen Impulsen die Teilnehmenden, Anregungen der eigenen Seele und aus der aufblühenden Natur aufzugreifen und schöpferisch mit Farbe und Pinsel, mit Zeichen- oder Schreibstift oder auch mit dem Fotoapparat umzusetzen und zu gestalten. Atem- und Körperübungen, angeleitete Meditationen im Sitzen und Gehen, kreative Schaffensphasen, Naturerlebnisse, Austausch und Begegnung in der Gruppe wechseln sich ab und strukturieren das Programm der Meditationstage.

Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Genauere Information und Anmeldung bei: Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer, Tel. 06232 / 102 180, email: keb@bistum-speyer.de is

17.03.2017


Vom Pfarrer in Kerzenheim zum Präsidenten des Kirchenamtes

Kirchenpräsident Christian Schad zum Tode von Hermann Barth

Speyer- Als großen Brückenbauer zwischen den Landeskirchen und den Gremien und Institutionen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad den am Mittwoch verstorbenen ehemaligen Präsidenten des Kirchenamtes der EKD, Hermann Barth, bezeichnet. Barth habe es vermocht, intensiv zuzuhören und sich empathisch auf Menschen einzulassen. Zudem habe der in Ludwigshafen am Rhein geborene promovierte Theologe die Gabe besessen, klar und deutlich Position zu beziehen und es dabei niemals an Herzenswärme fehlen zu lassen, sagte Schad.

Gerade in schwierigen Situationen habe es der Präsident des EKD-Kirchenamtes verstanden, das Verständnis widerstreitender Auffassungen füreinander zu öffnen, erklärte der Kirchenpräsident. So habe Barth das Zusammenwachsen der EKD mit seinen damals 22 sehr unterschiedlich geprägten Gliedkirchen auf den Weg gebracht. Der in Hannover lebende Pfälzer habe sich auch stets als „Verteidiger der pfälzischen Kirche“ verstanden, auch wenn diese im Blick auf den Reformprozess innerhalb der EKD nicht immer zu seiner Freude agiert habe. Im Gedächtnis bleibe Barth jedoch nicht nur den Pfälzern als weiser, präzise formulierender Theologe, als den biblischen Text akribisch auslegender Prediger und als Seelsorger mit einem hörenden Herzen, sagte Schad.

Bei seinem letzten offiziellen Besuch als Kirchenamtspräsident vor der pfälzischen Landessynode räumte Barth 2010 in Speyer ein, dass er erst am Ende seines beruflichen Weges einen Zugang zur Aufklärungstheologie gefunden habe, von der die pfälzische Kirchenunion bestimmt sei. Dies habe ihm erlaubt, „mich nicht mehr wegzuducken, wenn die geistigen und kulturellen Wurzeln der pfälzischen Union in den Blick treten“.

Hermann Barth war von 2006 bis 2010 Präsident des Kirchenamtes der EKD, in dem er seit 1985 in verschiedenen Funktionen arbeitete. Barth studierte evangelische Theologie in Heidelberg, Edinburgh und Tübingen und war von 1970 bis 1977 wissenschaftlicher Assistent am Alttestamentlichen Seminar des Fachbereichs Evangelische Theologie der Universität Hamburg. Weitere Stationen waren das Vikariat in der Evangelisch-reformierten Kirche und das Gemeindepfarramt im pfälzischen Kerzenheim. Von 1993 an leitete er die Hauptabteilung „Theologie und öffentliche Verantwortung“ des Kirchenamtes. Der Theologe gehörte lange Jahre dem Nationalen Ethikrat und dem ZDF-Fernsehrat an. lk

17.03.2017


Ökumenisches Jugendmusical "Nehemia" sucht junge Darsteller

Zum zweiten Mal bieten katholische und evangelische Jugend gemeinsam ein Musicalprojekt an

Speyer- Nach dem Erfolg von "Esther- Die Königin" geht das ökumenische Jugendmusicalprojekt Ludwigshafen "Music@LU" in eine zweite Runde. Ab sofort können sich interessierte Jugendliche für die Probenwoche anmelden. Sie findet vom 09. bis 14.10. in der Bildungsstätte Heilsbach/Schönau statt. Den krönenden Abschluss der gemeinsamen musikalischen Zeit bilden die Aufführungen des Jugendmusicals "Nehemia" am 13.10. in Homburg/Saar und am 14.10. in Ludwigshafen. Das Jugendmusical bietet jungen Bühnenliebhabern viele Gelegenheiten, vor und hinter den Kulissen zusammen zu arbeiten. Von Gesang über Tanz bis hin zu Bühnengestaltung und Kostümen können junge Teilnehmer zwischen 12 und 20 Jahren in alle Bereiche der Entstehung und Umsetzung eines Musicals hineinschnuppern.

Die Organisatoren planen mit mehr als 50 Darstellern und Musikern. Interessierte können sich ab sofort online anmelden: www.bit.ly/jugendmusical

Das Team wird in diesem Jahr die biblische Geschichte von Nehemia auf die Bühne bringen: Er ist ein wohlhabender Beamter und lebt ein sicheres Leben am persischen Königshof. Ganz anders geht es seinem Volk in Jerusalem. Die Menschen sind arm, ihre Stadt ist zerstört und sie werden bedroht. Nehemia wagt einen Rettungsversuch und kann dabei auf wichtige Unterstützer zählen.

Nehemias Geschichte bleibt aktuell: In Zeiten der (politischen) Unsicherheit ist die Frage nach dem Fundament der eigenen Überzeugung wichtig. Insofern ist das ökumenisch getragene Jugendmusical "Nehemia" auch Ausdruck der gemeinsamen Überzeugungen von katholischer und evangelischer Jugend. Unter dem Motto "Schulterschluss" haben die Jugendorganisationen beider Kirchen eine breite Kooperation im Wahl- und Reformationsjahr 2017 beschlossen. Gemeinsam setzen sie ein deutliches Zeichen für Freiheit, Frieden und eine starke Demokratie. Diese Anliegen haben durch den erstarkenden Rechtspopulismus und das große Misstrauen in die Medien im vergangenen Jahr deutlich an Brisanz gewonnen.  

Text und Foto: BDKJ Speyer

13.03.2017


Restauriertes Rhodter Kirchenbuch zurück in der Pfalz

Günter Baumann, Godelinde Baumann, Kirchenpräsident Christian Schad, Äbtissin Dorothea Flandera und Christine Lauer (von links). Günter Baumann, Godelinde Baumann, Kirchenpräsident Christian Schad, Äbtissin Dorothea Flandera und Christine Lauer (von links).

Nach zwei Jahren in der Werkstatt des Klosters St. Hildegard jetzt wieder im Bestand des Archivs

Speyer/Rhodt- Es hat mehrere hundert Jahre auf dem Buchrücken, aber sein hohes Alter ist ihm kaum mehr anzusehen: Ein Kirchenbuch aus Rhodt, mit Eintragungen vom späten 17. Jahrhundert bis Ende des 18. Jahrhunderts, ist jetzt nach zweijähriger gründlicher Restaurierung in der Werkstatt des Klosters St. Hildegard bei Rüdesheim in seine pfälzische Heimat zurückgekehrt.

Im Zentralarchiv der Landeskirche nahmen Kirchenpräsident Christian Schad, das Ehepaar Günter und Godelinde Baumann aus Rhodt, Diplom-Archivarin Christine Lauer und Gemeindepfarrer Lothar Schwarz das wertvolle Stück von Schwester Dorothea Flandera entgegen. Insgesamt 111 Stunden seien an dem 300 Blätter umfassenden Buch gearbeitet worden, erklärte die Äbtissin und Leiterin der Restaurierungswerkstatt bei der Übergabe am Donnerstag. Der Leder-Einband musste ersetzt, der Buchblock neu gebunden, Tintenfraß und andere Zersetzungserscheinungen bekämpft werden.

Für Christine Lauer hat das Rhodter Kirchenbuch einen ganz besonderen Wert. „Es birgt viele Geschichten, schöne und tragische. Für mich ist das heute ein großer Tag“, bedankte sich die stellvertretende Archivleiterin bei der Äbtissin und dem Ehepaar Baumann, das das Projekt finanziert hat. „Es war uns ein Herzensanliegen“, sagte Günter Baumann. Er und seine Frau hatten das Buch entdeckt, als das Pfarrhaus 1980 umgebaut worden war. Beide sind langjährige Benutzer des landeskirchlichen Archivs, sie haben das Rhodter Kirchenbuch auch transskribiert. Über die Rückkehr dieses „Kleinods“ freute sich auch Gemeindepfarrer Lothar Schwarz.

Das Zentralarchiv ist das „protestantische Gedächtnis der Pfalz“. Es umfasst rund 300 Pfarrarchive, 20 Dekanatsarchive und 161 Nachlässe. Dazu kommen Kirchenbücher, Bildquellen und Baupläne. Die Kirchenbücher stellen eine der wichtigsten genealogischen Quellen dar, erklärt Lauer. In ihnen sind kirchliche Amtshandlungen, vor allem Taufen, Trauungen und Bestattungen, aber auch besondere Vorkommnisse, Orts- und Kirchenchroniken, Pfarr- und Kircheninventare sowie Konfirmandenverzeichnisse aufgeführt. Die Kirchenbücher können im Lesesaal des Zentralarchivs eingesehen werden.

Mit der Werkstadt des Klosters St. Hildegard arbeitet das Speyerer Zentralarchiv seit 2005 zusammen. Das Kloster hat sich auf die Restaurierung von alten Tauf-, Trau- und Sterberegistern, aber auch von Handschriften auf Pergament oder Papier wie Protokolle oder liturgische Texte sowie von Plänen, Urkunden, Akten und sonstigen archivarischen Besonderheiten spezialisiert. Text: und Foto: Landeskirche

Mehr zum Thema: www.zentralarchiv-speyer.de; www.abtei-st-hildegard.de

13.03.2017


Versöhnen und heilen als gemeinsamer ökumenischer Auftrag

Bischof Wiesemann warnt in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit vor Erstarken von Eigen- und Nationalinteressen / Absage an Forderung nach Wende in deutscher Erinnerungskultur

Speyer- Das Versöhnen und Heilen als christlichen Grundauftrag hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in den Mittelpunkt seines Hirtenworts zur Fastenzeit gestellt. Die Kirche müsse vor allem „Feldlazarett für die Verwundeten dieser Welt“ sein, schreibt er mit Bezug auf Papst Franziskus. Entschlossen widerspricht er der Forderung nach einer Wende in der deutschen Erinnerungskultur: „Kann jemand groß sein, der nicht zu seiner eigenen Geschichte auch mit ihren dunklen Kapiteln steht?“ Es sei Anlass zur Sorge, wenn der Vorrang der Eigen- oder Nationalinteressen proklamiert und Angst vor Überfremdung geschürt werde.

Für Bischof Wiesemann sind Versöhnen und Heilen auch Anspruch an das Miteinander der christlichen Konfessionen: „Wie können wir ein Zeichen der Versöhnung des Heiles in der Welt sein, wenn wir untereinander nicht eins sind?“ Ökumene als der „leidenschaftliche Einsatz für die Einheit der Christen“ gehöre für ihn zum „innersten Kern des Christseins“. Er bekräftigt die Verpflichtung, der Welt nie wieder das „erbärmliche Bild einer zankenden Christenheit“ zu liefern, sondern in „versöhnter Verschiedenheit mit aller Kraft die sichtbare Einheit“ zu suchen. Das Reformationsgedenken lade dazu ein, sich gemeinsam „unter die versöhnende Kraft des Evangeliums“ zu stellen. „Wir müssen uns nicht mehr gegeneinander abgrenzen, sondern wir wissen, dass wir nur gemeinsam glaubwürdig Zeugnis für Christus ablegen können“, betont Bischof Wiesemann in seinem Hirtenwort. Er dankt der Evangelischen Kirche, dass sie die Erinnerung an 500 Jahre Reformation als Christus-Fest bewusst ökumenisch ausgerichtet hat.

Bischof Wiesemann wirbt zugleich für eine „neue ökumenische Leidenschaft“ und fordert die Gläubigen auf, die vielfältigen Möglichkeiten zur ökumenischen Begegnung wahrzunehmen. „Dabei können wir uns gegenseitig unsere persönliche ökumenische Geschichte mit allen Bereicherungen, aber auch mit unseren Verwundungen erzählen, immer in der Bereitschaft, dass wir auch selbst unsere Vorurteile und Einseitigkeiten im Dialog mit den anderen aufbrechen lassen.“ Es sei wichtig, nicht beim Ziel eines friedlichen Nebeneinanders der Konfessionen stehen zu bleiben.

Vor allem konfessionsverbindende Ehen und Familien hätten häufig eine von Verurteilungen und Ausschließungen geprägte Geschichte erfahren. „Dabei verwirklichen sie das, was Ökumene im Wortsinn bedeutet, auf besonders dichte Weise: das Zusammenwohnen in der einen Hausgemeinschaft Gottes.“ Bischof Wiesemann unterstreicht: „Ich nehme die Verpflichtung in unserem ökumenischen Leitfaden sehr ernst, mich gerade hier für Lösungen einzusetzen, die der Wirklichkeit dieser gelebten Einheit im Kleinen einer Hauskirche besser gerecht werden.“

Zugleicht lädt er in seinem Hirtenwort alle Gläubigen zur Feier des zweihundertjährigen Jubiläum der Neugründung des Bistums Speyer an Pfingsten nach Speyer ein. An den Anfang der Feier am Pfingstsonntag sei ganz bewusst eine ökumenische Vesper gestellt worden: „Wir möchten nicht ohne unsere in der konkreten Kirchengemeinschaft zwar noch von uns getrennten, durch das Band der Taufe aber schon mit uns geeinten Brüder und Schwestern im Glauben feiern und in die Zukunft gehen.“ is

Hirtenwort des Bischofs als Video: https://www.youtube.com/watch?v=UBRy5lG0Li8

11.03.2017


Der Weg nach oben ist wieder frei

Nach der Winterpause öffnen Kaisersaal und Aussichtsplattform für Besucher – Zwerggalerie während der warmen Monate begehbar

Speyer- Die Tage werden länger und wärmer. Am Dom zu Speyer heißt das: ab dem 1. April ist der Aufstieg auf den 60 Meter hohen Südwestturm wieder frei gegeben. Der Weg dorthin führt durch den über der Vorhalle gelegenen Kaisersaal. Nach Revisionsarbeiten an den Bodenplatten sind auch die dort ausgestellten Fresken wieder zugänglich. Ebenfalls nur in der wärmeren Jahreszeit möglich: ein Rundgang über die Zwerggalerie. Dieses besondere Angebot richtet sich an Kleingruppen von bis zu 5 Personen mit Interesse an der Baugeschichte des Doms.

Trotz der wärmeren Temperaturen draußen, kann es im und rund um den Dom auch im Frühling noch recht kalt sein. Die riesigen Luftmassen im Innern der Kathedrale erwärmen sich nur langsam und die Sandsteinmauern halten die Kälte des Winters bis weit ins Frühjahr hinein. Daher sollte man sich für den Besuch eines Gottesdienstes oder einer Führung im Dom warm anziehen. Auch wer ein Konzert der Dommusik besucht, ist gut beraten, sich eine Decke mitzubringen. Die Reihe „Cantate Domino“, die samstags um 18 Uhr stattfindet, lädt noch bis zum Abend vor Palmsonntag zu kostenfreien musikalischen Impulsen in den Dom.

Seit rund einem Jahr bietet das Dom-Besucherzentrum im südlichen Domgarten Informationen rund um den Dombesuch. Ebenso sind dort Eintrittskarten und Audioguides erhältlich. Mit dem Kauf der sogenannten „Dombausteine“ des Dombauvereins lässt sich ein schönes Andenken an den Dom erwerben und zugleich dem Bauwerk etwas Gutes tun.

Besucherinformationen

Öffnungszeiten:
Dom: geöffnet werktags April bis Oktober 9–19 Uhr, werktags November bis März 9–17 Uhr, sonntags ganzjährig 12–18 Uhr.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: Geöffnet werktags April bis Oktober 10–17 Uhr, sonntags 12–17 Uhr. Einlass im 20-Minuten-Takt.

Während der Gottesdienste und bei Sonderveranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich.

Öffnungszeiten während der Ostertage:
10. April 2017

Besichtigung bis 16 Uhr (17 Uhr Chrisam Messe)

14. April 2017, Karfreitag

Stille Besichtigung nur 12 bis 14 Uhr (10 Uhr Kinderkreuzweg, danach Beichtgelegenheit bis 13 Uhr. 15 Uhr Karfreitagsliturgie, anschließend Beichtgelegenheit)

15. April 2017, Karsamstag

Stille Besichtigung 10 bis 18 Uhr (21 Uhr Feier der Osternacht)

16. April 2017, Ostern

Besichtigung 12.30 bis 16 Uhr (10 Uhr Pontifikalamt, 16.30 Uhr Pontifikalvesper, 18 Uhr Abendmesse)

17. April 2017, Ostermontag

Besichtigung 12.30 bis 17.30 Uhr (10 Uhr Pontifikalamt, 18 Uhr Abendmesse)

Domführungen:
Information und Buchung: www.dom-zu-speyer.de/domfuehrungen

E-Mail: domfuehrungen@bistum-speyer.de
Telefon 0 62 32/102-118 (Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr), Fax 0 62 32/102-119

Audioguide:
Hörtouren für Kinder und Erwachsene werden in Deutsch, Englisch und Französisch angeboten und sind im Dom-Besucherzentrum erhältlich.

Aktuelle Informationen und Kontakt:  www.dom-zu-speyer.de Text: is; Foto: spk-Archiv

11.03.2017


Gemeinsamer Traum von Solidarität

Kardinal Philippe Ouédraogo aus Ouagadougou, der Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso

Pressegespräch mit Kardinal Philippe Ouédraogo aus Burkina Faso, dem Beispielland der Fastenaktion von „Misereor“, in Ludwigshafen

Ludwigshafen - Zwei Tage lang ist Kardinal Philippe Ouédraogo aus Ouagadougou, der Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso, im Bistum Speyer zu Gast. Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder Afrikas und in diesem Jahr Beispielland der Fastenaktion des katholischen Hilfswerkes „Misereor“. Sie steht unter dem Motto „Die Welt ist voller guter Ideen. Lass sie wachsen“.

Bei einem Pressegespräch in Ludwigshafen erläuterte Kardinal Ouédraogo, wie passend dieses Motto für sein Land ist: 80 Prozent der Bevölkerung leben von Landwirtschaft und Viehzucht. Eine große Herausforderung ist für das Land die junge Bevölkerung: 70 Prozent sind jünger als 35 Jahre. Zugleich gehen noch immer nur rund 60 Prozent der Kinder zur Schule, die Gesundheitsversorgung des Landes ist lückenhaft, die Stellung der Frau und die Menschenrechte sind für den Kardinal ebenso Grund zur Sorge. Zwar ist es der Bevölkerung gelungen, eine Demokratie zu erkämpfen, aber das war mit großen Opfern verbunden, berichtet der Kardinal. „Jetzt geht es außerdem darum, diese Demokratie zu festigen“, sagt er – und dazu brauche das Land Partner. Die Arbeitslosigkeit müsse bekämpft werden, damit nicht weiterhin viele junge Menschen Afrika verlassen.

An vielen Stellen leben die Menschen in Burkina Faso Toleranz: Neben den Katholiken gibt es eine Mehrheit von Muslimen sowie eine große Gruppe, die den traditionellen afrikanischen Religionen angehören. „Blutsbande sind stärker als Glaubensbande“, weiß Kardinal Ouédraogo, und so gehen die verschiedenen Religionen quer durch Familien, interreligiöse Hochzeiten sind ebenso möglich wie der Übertritt in eine andere Glaubenszugehörigkeit. Die religiösen Oberhäupter besuchen sich gegenseitig an den Feiertagen der jeweils anderen Religion, und in seiner Bischofsstadt gibt es ein „Bischofs-Cup“ genanntes Fußballturnier, das ebenfalls dem interreligiösen Dialog dient.

Die afrikanischen Traditionen, so erzählt er aus dem Alltag, spielen auch im Glaubensleben eine große Rolle. So nutzt er gerne afrikanische Sprichwörter und setzt sie in der Katechese um. Sein Lieblingssprichwort und Lebensmotto lautet: „Man gibt nicht, weil man hat, man gibt, weil man liebt“ – und schon stellt er die Verbindung her zum Gleichnis des barmherzigen Samariters.

„Es geht nur in Solidarität“, betont Kardinal Ouédraogo, wenn er die verschiedenen Herausforderungen in seinem Land – aber auch weltweit - anspricht. „Wir brauchen die Zusammenarbeit mit anderen Ländern, mit den Kirchen Europas und mit Institutionen wie Misereor“, fordert er. Er zitiert Martin Luther King und wünscht sich, dass „wir alle gemeinsam träumen“, von Solidarität, Brücken zwischen Ländern, Religionen und Partnern.

Die katholische Kirche sieht der afrikanische Kardinal als eine einzige große Familie an. Sie ist einheitlich – getragen von Jesus Christus und dem Evangelium – und sie ist vielfältig in ihren Herausforderungen. „Die Länder haben unterschiedliche Entwicklungsstadien, und wenn zum Beispiel in Deutschland das Thema Ehescheidungen ein großes Problem ist, so ist die Polygamie bei uns eine Schwierigkeit“, sagt er. Aber er ist überzeugt: „Es wird uns gelingen, unsere Kirche zu stärken, wenn wir Seite an Seite gehen, und durch das gemeinsame Gebet, das Zuhören und die Treue zum Evangelium.“

Kardinal Ouédraogo ist sehr dankbar dafür, dass Burkina Faso Beispielland für „Misereor“ ist. Seine Reise, die noch bis 22. März durch Deutschland geht, ist teilweise auch anstrengend. „Aber es ist ein starkes Zeichen, dass Sie ausgerechnet uns als eines von 54 afrikanischen Ländern ausgewählt haben!“

Kardinal Ouédraogo nimmt heute Abend auch an der Abschlussveranstaltung der Lebensstil-Kampagne „Gutes Leben. Für alle!“ im Heinrich Pesch Haus teil, die unter dem Titel steht:  „Jetzt reicht’s!“

Text/Foto: Brigitte Deiters

10.03.2017


Begegnungen mit „Fresh Expressions of Church“

Letzte Kundschafterreise des Bistums Speyer führt nach England

Speyer. Neun Frauen und Männer starten am Sonntag, 12. März, zur letzten Kundschafterreise des Bistums Speyer nach England. Bei der einwöchigen Tour unter dem Motto „Lernen von der Weltkirche“ geht es vor allem um das Kennenlernen der Bewegung „Fresh Expressions of Church“, die neue Formen von Kirche ausprobiert und fördert.

Die Reisegruppe setzt sich aus ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Pfarreien und Vertretern des bischöflichen Ordinariates zusammen. An der Spitze der Gruppe steht Generalvikar Dr. Franz Jung. Er leitet die Reise zusammen mit Dr. Peter Hundertmark, verantwortlich für das Referat Spirituelle Bildung im Bistum.

„Es gibt ganz verschiedene Formen von ‚Fresh Expressions of Church‘ – das reicht von der sogenannten ‚Café-Church‘, in der sich Menschen in einem Café treffen, der generationenübergreifenden ‚Messy-Church‘ bis zur ‚Cell-Church‘, das sind Hauskreise“, erklärt Dr. Peter Hundertmark. „Der Grundsatz lautet ‚Go and stay‘, das bedeutet: Kirche geht an ganz verschiedene Orte, dorthin wo sich Menschen treffen, wo Platz ist, und bleibt dort.“ Die Bewegung „Fresh Expressions of Church“ (frische Ausdrucksformen von Kirche), entstand vor etwa 15 Jahren und ist inzwischen von der anglikanischen, der methodistischen und anderen kleineren Kirchen in England als Organisation offiziell anerkannt und gefördert. „Im Zeitraum zwischen 2008 bis 2016 kamen über 100 000 Menschen über ‚Fresh Ex‘ wieder in Kontakt mit einer Form von christlicher Kirche“, berichtet Hundertmark von dem Erfolg dieser missionarischen Bewegung. Neben den vielen Ehrenamtlichen, die sich dort engagieren, gibt es inzwischen auch hauptamtliche „pioneer minister“, die im Auftrag der christlichen Kirchen in England für „Fresh Expressions of Church“ arbeiten.

Vielfältige Erwartungen der Kundschafter

England-Kundschafterin Brigitte Deiters, die ehrenamtlich im „Lichtpunkt“ in Ludwigshafen mitarbeitet, interessiert die Frage, welchen Spielraum Ehrenamtliche in den Kirchen haben. Ihr hauptamtlicher Kollege und Referent für den Lichtpunkt, Joachim Lauer, möchte „lernen, was es heißt, für diejenigen da zu sein, die wir nicht mehr erreichen und bei alldem dem eigenen Traum von Kirche nachgehen.“ Generalvikar Dr. Jung interessieren „die Aufbrüche der anglikanischen Kirche in einem weitgehend säkularisierten Umfeld“, von denen er sich Anregungen für das Bistum Speyer erhofft. Auch Dr. Thomas Kiefer, Leiter der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen, ist gespannt darauf zu sehen, „wie die anglikanische Kirche an die Ränder geht und wie missionarisches Handeln und Sozialraumorientierung zusammengehen können.“ Felix Goldinger, Referent für missionarische Pastoral im Bistum Speyer, ist begeistert von Fresh Expression Projekten und hofft, auch im Bistum Speyer neue Formen von Kirche ausprobieren zu können. Darauf spannende, neue Ansätze „für pastorales Handeln“ kennenzulernen, freut sich auch Dominik Schek aus Bad Dürkheim (Hl. Theresia vom Kinde Jesu). Gemeindereferentin Silke Stein, Pfarrei Maria Schutz in Kaiserlautern, interessiert sich dafür „wie andere anderswo mitgestalten und mit bauen am Reich Gottes“ und ihre ehrenamtliche Mitarbeiterin Christine Tigges hofft, durch die Fresh Expressions „Impulse zu erhalten, Menschen für die Kirche zu begeistern“ – besonders diejenigen, „die sich von der Kirche distanziert haben“.

Die Reise nach England ist die letzte von insgesamt vier Kundschafterreisen des Bistums Speyer. Ziele der ersten drei Reisen waren Nicaragua (Ende 2016), die Philippinen (Februar 2017) und Südafrika (bis zum 16. März 2017).

Die Kundschaftergruppe in England wird über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Reflexionen in einem täglichen Reiseblog berichten. Er kann über die Internetseite des Bistums Speyers von jedem Interessierten eingesehen, mitgelesen und kommentiert werden.

Weitere Informationen zu den Kundschafterreisen des Bistums Speyer:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/kundschafterreisen/

Link zum Blog der Kundschafterreise nach England:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/kundschafterreisen/reiseblog-england /

Es besteht die Möglichkeit, dass Interessierte per E-Mail automatisch über neue Blog-Einträge informiert werden.

Bistum Speyer

08.03.2017


Buber-Rosenzweig-Medaille - „Kompliment für unsere Arbeit“

Pfarrer Stefan Meißner ist Mitglied der Konferenz landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden

Speyer/Landau (lk). „Nun gehe hin und lerne“: Das Motto der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit ist für den Vorsitzenden des landeskirchlichen Arbeitskreises Kirche und Judentum, Stefan Meißner, auch persönliches Leitmotiv. Der Pfarrer vertritt die Evangelische Kirche der Pfalz in der kürzlich mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichneten Konferenz landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden (KLAK). „Die Verleihung ist ein schönes Kompliment für unser Gremium“, sagt Meißner. Stets seien jüdische Gesprächspartner bei den Tagungen eingeladen und setzten mit ihren Vorträgen und Gesprächsbeiträgen wichtige Impulse.

„Mit unserer Arbeit möchten wir nicht nur für den christlich-jüdischen Dialog werben, sondern darüber hinaus auch ein deutliches Signal gegen Antisemitismus und Rassismus setzen“, erklärt Meißner, der auch Mitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz ist. Im Rahmen der Feiern zum 30-jährigen Bestehen der Gesellschaft referiert Meißner am 15. März um 19 Uhr in der Landauer Katharinen-Kapelle über die KLAK. Titel: „Nun gehe hin und lerne. 40 Jahre Arbeit für den christlich-jüdischen Dialog“.

Der gegenseitige Austausch und die Pflege partnerschaftlicher Kontakte mit Vertretern des Judentums in der KLAK seien für seine Arbeit im landeskirchlichen Arbeitskreis Kirche und Judentum sehr hilfreich, so Meißner. Der Arbeitskreis erörtert Grundsatzfragen des christlich-jüdischen Dialogs und erstellt Konzepte und Arbeitshilfen zur Auseinandersetzung mit jüdischer Religion und jüdischem Leben früher und heute. Damit soll das Thema für die Arbeit in Gemeinde und Unterricht fruchtbar gemacht werden. Der Arbeitskreis lädt zudem zu Studientagen, Seminaren und Vorträgen ein und trägt damit zur Meinungsbildung bei. Viele dieser Veranstaltungen werden in Kooperation mit einzelnen Kirchengemeinden, der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, dem Jerusalemverein oder der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit durchgeführt.

Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vergibt in der „Woche der Brüderlichkeit“ vom 5. bis 12. März die Buber-Rosenzweig-Medaille an Personen oder Institutionen, die sich um die Verständigung zwischen Christen und Juden verdient gemacht haben. Die Auszeichnung erinnert an die jüdischen Philosophen und Pädagogen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929).

Hinweis: Anlässlich der Feier zum 30-jährigen Bestehen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz hält der Herxheimer Autor Michael Bauer am 8. März, 19 Uhr, im Gemeindezentrum der protestantischen Stiftskirche in Landau den Festvortrag. Titel: „Auferstehung des Geistes zum Segen der ganzen Menschheit". Mehr zum Thema: www.klak.org/; www.christen-und-juden.de/.

EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ

08.03.2017


„Die Taufe ist das individuellste der Sakramente“

Bischof Wiesemann gibt einer Taufbewerberinnen seine Segenswünsche mit auf den Weg

Wortgottesdienst mit Bischof Wiesemann in der Krypta des Domes zur Feier der Zulassung von Erwachsenen zur Taufe

Speyer. In einem Wortgottesdienst am Sonntagnachmittag in der Krypta des Speyerer Domes hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann 22 Bewerber – zwölf Männer und zehn Frauen – aus dem ganzen Bistum zur Erwachsenentaufe zugelassen. „Wenn ich mich umschaue“, so der Bischof bei der Begrüßung, „ist hier ein Großteil der Weltkirche versammelt: Europa, Afrika, Asien, und ebenso geben Ihre Biografien einen Querschnitt durch alle Lebenswelten. Wir freuen uns alle mit Ihnen und begleiten Sie mit unseren Gebeten.“

In seiner Predigt betonte der Bischof: „Die Taufe ist das individuellste der Sakramente. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, sagt Gott. Das ist für mich ein ganz starkes Wort auch in meinem eigenen Leben geworden. Und jeder Bewerber hat eine ganz persönliche Entscheidung getroffen, manchmal sogar gegen die Stimmen seiner Familie, seiner Umgebung. Da wurde nichts übergestülpt, weil man sich taufen lässt.“

Die einzelnen Taufbewerber waren zusammen mit ihren Paten und ihren Katechumenenbegleitern gekommen und wurden einzeln vorgestellt. Jeden hatte die Pfarrei in einem eigenen Schreiben an den Bischof zur Taufe empfohlen. Stellvertretend für alle wurde die persönliche Geschichte zweier Bewerber von Walburga Wintergerst, Referentin Pastorale Dienste – Katechese, vorgelesen: Ellen Dressing ist eine junge Lehrerin am Katholischen Gymnasium St. Franziskus in Kaiserslautern. Ihr Wunsch getauft zu werden, entstand durch ihre Tätigkeit an katholischen Schulen. Der Japaner Tetsutako Amano kam über ein akademisches Austauschprogramm nach Ludwigshafen, wo er in der Pfarrei St. Cäcilia eines Tages einen kleinen abendlichen Vespergottesdienst besuchte, nach und nach ins Gemeindeleben aufgenommen wurde und so zu seinem Glauben fand.

Alle Bewerber werden das Sakrament der Taufe in ihren Heimatgemeinden an Ostern, meist in der Osternacht, empfangen. Gleichzeitig werden sie zur Erstkommunion gehen und gefirmt.

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Jugendchor der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller an der Orgel.

Text: Andrea Dölle/Foto: Nicole Fuhr

07.03.2017


Feier der Ehejubiläen mit Bischof Wiesemann im Speyerer Dom

„Liebe miteinander leben“ - Feier der Ehejubiläen mit Bischof Wiesemann im Speyerer Dom am 19. und 20. August 2017

Speyer. Unter dem Motto „Liebe miteinander leben“ lädt das Bistum Speyer auch in diesem Jahr wieder Eheleute aus der gesamten Diözese, die silberne, goldene oder diamantene Hochzeit feiern, zur Feier der Ehejubiläen im Speyerer Dom ein. Wegen der großen Nachfrage in den letzten Jahren werden wieder zwei Termine angeboten. Die Feiern finden am Samstag, 19. August und Sonntag, 20. August statt.

Der Tag beginnt jeweils um 10 Uhr mit einem Pontifikalamt im Dom zu Speyer. Zelebrant der beiden Eucharistiefeiern ist Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. In der Einladung zur Feier schreibt der Speyerer Bischof: „Sie haben sich vor Jahren ihre gegenseitige Liebe und Treue bekundet und ihre Liebesbeziehung unter die Heilszusage und den Segen Gottes gestellt. Eine Ehe ist eine abenteuerliche Reise und sie bleibt es auch nach vielen Jahren. Hochzeitstage und Ehejubiläen sind wie Rastplätze auf dem langen Weg der Ehe. Sie laden ein zum Innehalten, zu Aufbruch und Neuanfang. Zu einem solchen Rastplatz laden wie Sie ein…“

Im Anschluss an die Festgottesdienste besteht die Möglichkeit zur Einzelsegnung der Paare durch Bischof Wiesemann und andere Seelsorger. Nach dem Dank für die gemeinsamen Ehejahre erwartet dann die Jubelpaare vor dem Dom ein Sektempfang. Die Feiern enden jeweils gegen 13 Uhr mit dem Hochzeitswalzer auf dem Domplatz.

Aufgrund der begrenzten Anzahl der Plätze im Dom wird eine frühzeitige Anmeldung empfohlen. Ab Ende Juni erhalten dann alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Bestätigung des Termins und Einlasskarten für den Dom.

Weitere Informationen und Anmeldung:
Bischöfliches Ordinariat Speyer, Hauptabteilung Seelsorge Generation und Lebenswelten, Ehe- und Familienseelsorge,  Telefon 0 62 32/102-314, E-Mail: ehe-familie@bistum-speyer.de

07.03.2017


"Die österliche Bußzeit will uns die Herzen öffnen für das, was von Gott kommt"

Die Asche steht bereit.

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Aschermittwoch im Dom zu Speyer

Speyer. Anstöße zum Nachdenken hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann beim Pontifikalamt am Aschermittwoch im Speyerer Dom gegeben und die Gottesdienstbesucher auf die vorösterliche Buß- und Fastenzeit eingestimmt. Diese Zeit dient Gläubigen, ihr Leben zu überprüfen und es neu am Evangelium auszurichten, um geläutert das Osterfest zu feiern. Das Aschekreuz, das den Gläubigen auf die Stirn gezeichnet wird, ist das Zeichen zur Besinnung und des Umkehrwillens. Dem Pontifikalamt ging eine Pontifikalvesper voraus.

Den Gottesdienst leitete der Bischof mit dem Worten ein: "Mit dem heutigen Tag beginnen wir die 40 Tage der Umkehr und Buße, wir bereiten uns auf das Fest der Auferstehung vor und erneuern uns durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe." In der vorösterlichen Zeit sind in der kirchlichen Tradition neben dem Fasten das Gebet und das Almosengeben besondere Elemente. Während dieser 40 Tage, führte Wiesemann aus, sollten sich die Katholiken Gott öffnen, wie sich eine Pflanze dem Licht zuwendet, und gleichzeitig mit Gott stärker verwurzeln, um neue Kraft zu schöpfen.

Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Predigt.Der Bischof erläuterte, was im Leben wirklich Wert besitzt und was es gilt zu erneuern. In seiner Predigt verdeutlichte Wiesemann das an einer Begebenheit, die ihm auf der Kundschafterreise im Februar "unter die Haut gegangen ist", wie er gestand. Die Reise führte auf die Philippinen, ein armes Land, das immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht wird. Besonders hart traf es das Inselvolk im November 2013. Taifun Yolanda fegte mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 300 Stundenkilometern über den Pazifik und die Philippinen. Auf dem Inselstaat verursachte der tropische Wirbelsturm die größten Schäden.

Auf die Frage der deutschen Kundschafter, was der Taifun zerstörte, zählten die Philippiner auf: ihre Fischerboote, ihre Häuser, die Kirche. "Die Menschen erzählten alles der Reihe nach", gab Wiesemann wieder und zog das Zwischenfazit: "Es blieb im Grunde nichts mehr." Auf die Frage, was der Taifun ihnen nicht rauben konnte, ernteten die Abgesandten zunächst "tiefes Schweigen", schilderte der Bischof und fuhr fort: "Dann sagte der Erste: Meinen Glauben hat mir der Taifun nicht zerstört, ich bete noch viel tiefer."

Andere ergänzten: Würde, Mut, Vertrauen und Hoffnung habe die Naturkatastrophe Domkapitular Franz Vogelgesang, Weihbischof Otto Georgens und Bischof Karl-Heinz Wiesemann zeichnen Aschekreuze auf die Stirn der Gläubigenihnen nicht nehmen können. Die Menschen seien lebendig und sich bewusstgeworden, was der Taifun nicht zerstören konnte, fasste Wiesemann zusammen und knüpfte an die österliche Bußzeit an: Das Aschekreuz sei ein Symbol dafür, "dass uns alles genommen werden kann". Asche zu Asche, Staub zu Staub. Dieser Gedanke sei aber kein Grund, bedrückt zu sein. Vielmehr gelte es in diesen 40 Tagen das zu erneuern, was nicht zerstört werden könne, was einem nicht genommen werden könne. Der Bischof machte den Gläubigen Mut, auf Gott zu vertrauen. "Die österliche Bußzeit will uns die Herzen öffnen für das, was von Gott kommt."

Vor der Kommunion zeichneten Bischof Wiesemann, Weihbischof Otto Georgens sowie Geistliche des Domkapitels den Gottesdienstbesuchern die Aschekreuze auf die Stirn. Die Fürbitten schlossen ausdrücklich all jene ein, die einen Neuanfang suchen – insbesondere Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten. Sie galten unter anderem auch allen, die ihren Glauben erneuern und vertiefen wollen.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm die Schola Gregoriana unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Sie sang unter anderem gregorianische Gesänge und deutsche Wechselgesänge.

Text und Fotos: Yvette Wagner

02.03.2017


„der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“

Ab 2. März im Handel: „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ lautet der Titel für das neue Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus. Ab 2. März im Handel: „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ lautet der Titel für das neue Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus.

Ab 2. März im Zeitschriftenhandel erhältlich - Startauflage 100.000 Exemplare ...

Speyer- „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ ist der Titel einer neuen, vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift. Die Ausgabe 1 ist am 2. März erstmals an Einzelverkaufsstellen erhältlich. Mit seiner besonderen Heftkonzeption und prominenten Autoren positioniert sich „der pilger“ als Mindstyle-Magazin mit christlichem Fokus. „der pilger – Magazin für die Reise durchs Leben“ ist im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich und hat einen Umfang von rund 140 Seiten. Die Erstauflage beträgt 100.000 Exemplare. 

Wie der Hefttitel anschaulich verdeutlicht, versteht sich „der pilger“ als Begleiter seiner Leserinnen und Leser. Er greift die Sehnsucht vieler Menschen nach Stille und Sinnfindung auf. Dementsprechend lädt jede Ausgabe zu einer persönlichen Auszeit ein und gibt – im Einklang mit den Jahreszeiten – Impulse für ein bewusst geführtes Leben, das sich nicht vom Alltagsstress überrollen lässt.

Die Bereiche Spiritualität und Religion bilden wichtige Themen. Es werden Pilgerwege und inspirierende Reiseziele vorgestellt, christliche Feste erklärt, aber auch Impulse gegeben, um die Welt täglich etwas besser zu machen. Ergänzend dazu werden klassische Lifestyle-Themen aus den Bereichen Natur und Gesundheit aufgegriffen und Menschen vorgestellt, die auf besondere Weise leben oder Außergewöhnliches leisten.

Entwickelt wurde die Zeitschrift von einem erweiterten Redaktionsteam um Chefredakteur Norbert Rönn. Zum prominenten Autorenkreis zählen unter anderem der Benediktinerpater Anselm Grün, die Journalisten Franz Alt und Michael Albus, Beatrix Kruse, ehemalige Chefredakteurin von Brigitte und Familie&Co sowie der Bestseller-Autor Manfred Lütz ... 

Die erfrischende Kombination aus Unterhaltung, Expertenwissen und qualitativ hochwertigem Journalismus wird von einer einfühlsamen Sprache und einem harmonisch-wertigen Layout unterstrichen. So bietet „der pilger“ Texte, die das Herz berühren und zum Nachdenken, Zurücklehnen und Durchatmen einladen. 

Die Druckauflage für die beiden ersten Ausgaben von „der pilger - Magazin für die Reise durchs Leben“ liegt bei jeweils 100.000 Exemplaren. Die Startauflage für den „Kioskverkauf“ liegt von Beginn an bei 80.000

Exemplaren.Die Erstausgabe wird von einer deutschlandweiten Werbekampagne begleitet, die – ergänzend zu Anzeigen in Printmedien – mit zielgruppenaffiner Radiowerbung und Social-Media-Aktivitäten Akzente setzt.

„Der pilger - Magazin für die Reise durchs Leben“ wird bei Peregrinus GmbH aus Speyer verlegt. In diesem Verlag erscheint unter anderem auch Deutschlands älteste Bistumszeitung, die ebenfalls den Titel „der pilger“ trägt. 

Das neue Magazin „der pilger“ erscheint vierteljährlich. Auf rund 140 Seiten präsentiert sich das „Magazin für die Reise durchs Leben“ mit einer hochwertigen Ausstattung. Der Heftpreis beträgt 4,80 Euro. Das Jahresabo kostet inklusive Zustellung 19,20 Euro. Zusätzliche Informationen bieten der

Webauftritt (www.der-pilger.de) und die Facebook-Präsenz (www.facebook.com/pilger.magazin). 

Die bundesweite Anzeigenvermarktung leistet die KONPRESS-Medien eG mit Sitz in Frankfurt/M. Die seit 1970 bestehende Genossenschaft vermarktet exklusiv das nationale Anzeigen- und Beilagengeschäft für 39 konfessionelle Wochenzeitungen mit einer Reichweite von rund 3,1 Millionen Lesern. Der Anzeigenschluss für die kommende Magazinausgabe von „der pilger“ ist der 20. April 2017. Weitere Informationen sind unter www.konpress.de erhältlich.

Text und Foto: Peregrinus GmbH

01.03.2017


Stets auch für die eigene Seele Sorge tragen

Treten am 1. März ihren Dienst als Pfarrer an: Die neuernannten Stelleninhaber mit Oberkirchenrätin Marianne Wagner (5.von rechts) Treten am 1. März ihren Dienst als Pfarrer an: Die neuernannten Stelleninhaber mit Oberkirchenrätin Marianne Wagner (5.von rechts)

Oberkirchenrätin Wagner überreicht neuen Pfarrerinnen und Pfarrern die Ernennungsurkunden

Speyer-  Elf Theologinnen und Theologen treten ab 1. März ihren Dienst als neue Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz an. Bei der Urkundenverleihung im Landeskirchenrat am Freitag hat Oberkirchenrätin Marianne Wagner den frischgebackenen Seelsorgern mit auf den Weg gegeben, ihren Dienst mit Zuversicht und Gottvertrauen anzutreten und auf die Menschen in den Kirchengemeinden mutig zuzugehen. Seelsorge brauche aber auch die nötige „innere Stärke“, sagte Wagner.

„Versuchen Sie stets auch an die eigene Seele zu denken“, empfahl die Oberkirchenrätin den neuen Pfarrerinnen und Pfarrern. Nur wer auch für sich selber Sorge trage, sei den Herausforderungen und Anfechtungen gewachsen. Die Aufgabe der Pfarrer bestehe darin, die biblisch-christliche Tradition immer wieder neu zu vergegenwärtigen. Das Gebet und die Auseinandersetzung mit der Tageslosung gäben Kraft und Orientierung für die täglichen Herausforderungen, die der Pfarrberuf stelle, sagte Wagner: „Lassen Sie sich nicht von der Fülle der bevorstehenden Aufgaben überwältigen.“

Die neuen Pfarrerinnen und Pfarrer übernehmen folgende Gemeinden:

Johanna Baum (29) wird Pfarrerin in der Kirchengemeinde Kandel 2 im Kirchenbezirk Germersheim; Robin Braun (31) geht als Pfarrer nach Herschweiler-Pettersheim im Kirchenbezirk Kusel; Julia Caster (31) betreut als Pfarrerin die Gemeinde Schwarzenbach im Kirchenbezirk Homburg; Florentine Grünewald (31) übernimmt das Stadtjugendpfarramt Ludwigshafen; Holger Müller (29) betreut künftig Barbelroth-Kapellen-Drusweiler im Kirchenbezirk Bad Bergzabern; Heike Rauber (33) geht nach Frankenthal-Pilgerpfad 2; Daniel Seel (46) tritt die Pfarrstelle in Hornbach im Kirchenbezirk Zweibrücken an; Kira Seel (29) geht nach Wolfstein im Kirchenbezirk An Alsenz und Lauter.

Pfarrstellen zur Dienstleistung treten an:

Sandra Liermann (28) wird zur Dienstleistung im Kirchenbezirk Donnersberg eingesetzt, Elisa-Marie Stopp (27) kommt zur Dienstleistung nach Ludwigshafen und Stefanie Schlenczek (28) zum Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) in Landau.

In der Evangelischen Kirche der Pfalz sind nach Auskunft von Oberkirchenrätin Wagner zurzeit 565 Pfarrerinnen und Pfarrer im Dienst (Stand 1. Januar 2017). Auf der Liste der Theologiestudierenden befänden sich 59 junge Leute, aktuell seien 18 Vikare in der Ausbildung. Text und Foto: lk

24.02.2017


Bischof aus Ruanda zu Besuch in Speyer

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (links) begrüßte Bischof Jean Damascène Bimenyimana, der von Dorothea Fuchs, der Vorsitzenden des Pfarreirates der Pfarrei Hl. Martin, Kaiserslautern und Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins der Gemeinde St. Martin, begleitet wurde.

Treffen mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Bischofshaus

Speyer - Bischof Jean Damascène Bimenyimana aus der Diözese Cyangugu in Ruanda hat heute seinen Speyerer Amtsbruder Dr. Karl-Heinz Wiesemann besucht. In dem Gespräch im Bischofshaus ging es um einen Austausch über die Pflege der Partnerschaft, die seit 1982 zwischen den Diözesen Cyangugu und Speyer besteht.

Die Diözese Cyangugu liegt im Südwesten des ostafrikanischen Staates im Grenzgebiet zum Kongo. Verbände und Pfarreien beider Bistümer pflegen seit vielen Jahren Kontakte. Zwei junge Erwachsene aus der Pfalz leisten jährlich einen freiwilligen Sozialdienst in einer Tagesförderstätte für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Nkanka im Bistum Cyangugu. Träger dieses Freiwilligendienstes ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Diözesanverband Speyer.

In den vergangenen Tagen war Bischof Bimenyimana im Rahmen seines einwöchigen Besuches in der Pfalz in der Pfarrei Heiliger Martin in Kaiserslautern zu Gast, wo er in der Kirche St. Martin einen Gottesdienst feierte. Die pfälzische Gemeinde unterhält bereits seit 1983 partnerschaftliche Beziehungen zu den Pfarreien Shangi und Muyange in Ruanda. In der Katholischen Hochschulgemeinde Kaiserslautern traf Bischof Bimenyimana mit ruandischen Studenten zusammen. Er besuchte Vertreter des Kolpingwerkes und sprach mit den jungen deutschen Freiwilligen, die sich in Ruanda engagieren werden. Am morgigen Freitag wird Bischof Bimenyimana die Heimreise antreten.

Weitere Informationen zur Diözese Cyangugu: http://www.diocesecyangugu.com/en/

23.02.2017


Angebot der Netzgemeinde DA_ZWISCHEN in der Fastenzeit

Speyer-  Die Netzgemeinde DA_ZWISCHEN der Diözese Speyer bietet in der Fastenzeit 2017 kleine virtuelle Diskussionsräume rund um Gott und die Welt an. „ÜBERRASCHEND gott“ heißt das neue Angebot. Es eröffnet von Aschermittwoch (1.3.17) bis Ostersonntag (16.4.17) geschlossene Foren für jeweils bis zu zehn Personen.

"Wir Christen bereiten uns auf unser großes Fest, auf Ostern, vor. Das ist die Fastenzeit. Bevor wir feiern, dass Jesus auferstanden ist, stellen wir in der Fastenzeit unseren Glauben und unser Leben auf den Prüfstand", erklärt Felix Goldinger. Goldinger ist Seelsorger der Netzgemeinde und Referent für Katechese und missionarische Pastoral im Bistum Speyer.

Er möchte mit dem Angebot im Internet Menschen erreichen, denen Kirche und Glauben fremd geworden ist: "Fasten kling ja erstmal nur nach Verzicht. Dabei ist die Fastenzeit eigentlich so gedacht, dass sie uns Gott ein Stück näher bringt, also etwas gibt, statt nimmt."

Das Online-Angebot „ÜBERRASCHEND gott“ lebt vom Miteinander: Wer sich anmeldet, erhält ergänzend zu den wöchentlichen Nachrichten der Netzgemeinde, einen Zugang zu seinem virtuellen Raum. Hier können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Woche über zu einem Thema austauschen, ihrem Glauben auf die Spur kommen und gemeinsam beten. Die Textimpulse der Wochen lehnen sich an Exerzitientexte an. Exerzitien sind geistliche Übungen, die in der Kirche eine lange Tradition haben. Es handelt sich um Übungen, deren Ziel es ist, aus dem Alltag heraus zu führen. Während der Fastenzeit werden die Teilnehmer von „ÜBERRASCHEND gott“ von erfahrenen Seelsorgern in den Diskussionsräumen begleitet. Felix Goldinger: "Herauszufinden, wie überraschend Gott sein kann, ist ein Abenteuer, auf das man sich zusammen mit anderen begeben kann. Ich freue mich auf viele Menschen, die in der Netzgemeinde mit uns auf die Suche gehen wollen.“

Die Netzgemeinde DA_ZWISCHEN lebt von wöchentlichen Ideen zum Weiterdenken, die die Gemeindemitglieder per WhatsApp montags morgens auf ihr Handy erhalten. Aktuell folgen der Netzgemeinde rund 950 Abonnenten. Freitags schickt DA_ZWISCHEN die Netzgemeinde mit einer Abschlussnachricht ins Wochenende. Wer WhatsApp nicht nutzen möchte, kann die Nachrichten auch per Facebook, Telegram oder E-Mail erhalten.

Anmeldung und weitere Informationen: www.netzgemeinde-dazwischen.deText und Foto: is

21.02.2017


„Mit Leib und Seele Bischof von Speyer gewesen“

v.l.: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bischof em. Dr. Anton Schlembach, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Monsignore Otto Kern.Bischöfe aus Speyer und Würzburg, Allgemeiner Geistlicher Rat, Domkapitel und zahlreiche Weggefährten feierten den 85. Geburtstag von Bischof em. Dr. Anton Schlembach

Speyer- Mit einem Dankgottesdienst im Caritas-Altenzentrum St. Martha in Speyer feierte Bischof em. Dr. Anton Schlembach am Dienstag seinen 85. Geburtstag. Mit ihm standen sein Nachfolger, der amtierende Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der Bischof seines Heimatbistums Würzburg Dr. Friedhelm Hofmann, Monsignore Otto Kern und Diakon Klaus Hilzensauer am Altar. Am Gottesdienst und der anschließenden Feier nahmen die aktiven und emeritierten Mitglieder des Allgemeinen Geistlichen Rats und des Domkapitels sowie mehrere enge Weggefährten von Bischof Schlembach sowie seine beiden Schwestern teil.

„An einem Geburtstag wird einem besonders deutlich bewusst, was man im Grund immer weiß und voraussetzt: Letztlich verdanke ich mich Gott, der die Fülle des Seins ist und mich mit meinem Dasein beschenkt“, hob Bischof Schlembach in seiner Begrüßung hervor. Wer sein Leben und Dasein Gott verdankt wisse, der wisse auch, „dass er nur dann recht lebt, wenn er Gott gegenüber ein dankbarer Mensch ist, jeden Tag neu“, so Schlembach. Das Dasein als Gabe weise auf die eigentliche Weihnachtsgabe hin, die Gott der Welt geschenkt hat: Jesus, den menschgewordenen Gottessohn. „Er lässt uns unser Dasein umfassend und vorbehaltlos akzeptieren und dankbar annehmen.“ Wenn der Mensch Jesus Christus gläubig in sein Herz und sein Leben annehme, werde ihm in der Gottesliebe und in der Nächstenliebe die Sinnorientierung seines Lebens geschenkt. In der Verheißung der Auferstehung werde ihm „im Leben und im Sterben unzerstörbare Hoffnung auf ewige, glückselige Vollendung gegeben.“

Bischof Wiesemann: „Zeuge des lebendigen Gottes“

v.l.: Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Bischof em. Dr. Anton Schlembach und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann übermittelte dem Jubilar die Glück- und Segenswünsche des gesamten Bistums und dankte ihm für sein segensreiches Wirken. „Mit großer Treue hast Du Deinen Dienst versehen und in uns die Hoffnung gestärkt, dass es für einen Christen im letzten keinen Grund gibt zu verzagen“, sagte er im Blick auf die fast 24 Jahre Schlembachs im Amt des Speyerer Bischofs. „Mit Deinem ganzen Leben bist Du für uns ein Zeuge des lebendigen Gottes geworden“, so Wiesemann und dankte ihm auch persönlich: „Du hast es mir einfach gemacht, Dein Nachfolger zu sein. Von Anfang an bist Du mir mit großer Herzlichkeit begegnet und warst mit immer ein guter Ratgeber.“

Diakon Klaus Hilzensauer dankte Bischof Schlembach für seine Mitwirkung in der Seelsorge für das Caritas-Altenzentrums St. Martha: „Die Bewohnerinnen und Bewohner sind froh, dass Sie gemeinsam mit ihnen zu Tisch sitzen und mit ihnen leben.“ Heimleiterin Gudrun Wolter sagte Dank für die „Gemeinschaft, die Sie in diesem Haus täglich mit uns leben“.

„Ich bin mit Leib und Seele Bischof von Speyer gewesen“

Dass Dr. Friedhelm Hofmann als Bischof seines Heimatsbistums Würzburg an dem Gottesdienst teilnehmen würde, hatte Bischof Schlembach erst morgens erfahren: „Es ist mir eine große Freude, dass Du gekommen bist“, wandte er sich an Bischof Hofmann. „Im Bistum Würzburg hast Du als Priester, Lehrer, Regens und Generalvikar bleibende Spuren hinterlassen. Viele erinnern sich an Deine große Herzlichkeit, Sensibilität und Ausgewogenheit“, brachte Bischof Hofmann die anhaltende Verbundenheit des Bistums Würzburg mit Bischof Schlembach zum Ausdruck. „Würzburg ist mein Heimatbistum und wird es immer bleiben. Doch auch das Bistum Speyer ist mir ans Herz gewachsen. Ich war mit Leib und Seele Bischof von Speyer und bin mit beiden Füßen in das Erdreich dieses Bistums hineingewachsen“, bekannte Bischof Schlembach.

Als Geschenk des Bistums überreichte Bischof Wiesemann dem Jubilar eine dreibändige Dokumentation ausgewählter Bischofsworte aus den Jahren 1983 bis 2007. Unter der Überschrift „Im Dienst der Verkündigung des Evangeliums“ bieten die vom Bistumsarchiv zusammengestellten Texte einen Querschnitt der Themen, die in Bischof Schlembachs Pontifikat bedeutsam waren. Die Dokumentation ist im Internet online einsehbar.

Weitere Informationen zu Bischof em. Dr. Anton Schlembach:

www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof-em/

Lebensdaten und Initiativen:

www.bistum-speyer.de/2/bistum-speyer/leitung/bischof-em/lebensdaten/

Online-Präsentation ausgewählter Bischofsworte von Bischof Schlembach:

www.bistumsarchiv-speyer.de (Menü „Publikationen“)

oder direkt unter http://www.bistum-speyer.de/2/erziehung-schule-bildung/bistumsarchiv/publikationen/  Text und Foto: is

08.02.2017


„Ein besonderer Freund der Menschen in Togo“

Dr. Samuel Husunu vom Verein der Togofreunde Jockgrim überreichte die Auszeichnung an Weihbischof Georgens. Links Siegbert Kemmer, rechts Petra Fahrnbach vom Referat Weltkirche. Dr. Samuel Husunu vom Verein der Togofreunde Jockgrim überreichte die Auszeichnung an Weihbischof Georgens. Links Siegbert Kemmer, rechts Petra Fahrnbach vom Referat Weltkirche.

Weihbischof Otto Georgens wurde zum Ehrenmitglied des Vereins der Togofreunde ernannt

Speyer- Weihbischof Otto Georgens, in der Diözese Speyer für den Bereich Weltkirche verantwortlich, wurde jetzt zum Ehrenmitglied im „Verein der Togofreunde Jockgrim“ ernannt. Damit würdige man die jahrzehntelange Unterstützung, die der Verein für seine Arbeit in Togo durch den Speyerer Weihbischof und das Bistum erfahre, so Siegbert Kemmer und Dr. Samuel Husunu vom Vorstand des Vereins der Togofreunde bei der Überreichung der Auszeichnung in Speyer.

Sie verwiesen unter anderem auf das Ausbildungszentrum in Gbalavé, in dem zur Zeit 90 Lehrlinge eine Ausbildung in verschiedenen Berufen erhalten. Weihbischof Georgens setze die Arbeit seines Vorgängers Domkapitular i.R. Gerhard Fischer fort, der viele Jahre als Leiter des Referats Weltkirche ebenfalls stark engagiert war für die Menschen in Togo, so Husunu.

In Togo konnte Weihbischof Georgens sich selbst bei Besuchen von der Qualität der Ausbildung in Gbalavé und deren Notwendigkeit überzeugen.

Dass der Verein auch die Projekte der ehemals in Togo wirkenden Priester aus der Diözese Speyer – Anton Klug, Josef Kling und Günter Lendle – unterstützt und fortführt, sei ein weiterer Grund, dem Verein Hilfe zukommen zu lassen, so Georgens, der erst im Oktober des vergangenen Jahres das westafrikanische Lnd besucht hatte. „Ich bin ein Freund der Menschen in Togo“, unterstrich Weihbischof Georgens bei der Überreischung der Auszeichnung. Und Samuel Husunu, der selbst aus Togo stammt, sagte an den Weihbischof gerichtet: „Sie sind ein besonderer Togofreund, denn Ihr Interesse und Ihre Unterstützung geben uns Mut und Ansporn, weiter zu arbeiten zum Wohl der Menschen in dem Land.“

Hinweis:

Kontakt: www.togofreunde-jockgrim.de, E-Mail: info@togofreunde-jockgrim.de Der Verein der Togofreunde Jockgrim unterstützt unter anderem Schul- und Ausbildungsprojekte, Sozialstationen, landwirtschaftliche Projekte und Leprakranke.

Text und Bild: Norbert Rönn / Pilger

06.02.2017


Gemeinsames Bekenntnis zur Verantwortung aller Christen

Mitglieder der EKD-Delegation und der Waldenser Kirche in der Waldenserfakultät in Rom.

Rom-Reise: Kirchenpräsident bei Waldenser Kirche und Evangelisch-Lutherischer Kirche

Speyer/Rom- Nach Überzeugung des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad kommt den Kirchen in Europa eine zentrale Rolle bei der Einigung der „in Nationalismen und Isolationismen fliehenden Staaten“ zu. Bei einem Empfang der Chiesa Evangelica Valdese (Evangelische Waldenser Kirche) am 5. Februar in Rom hob Schad die heute noch „in Europa und der ganzen Welt spürbaren Impulse der vielen reformatorischen Kirchen und Bewegungen“ hervor.

Christen unterschiedlicher Prägung könnten Vorbild im Umgang mit Differenzen sein, „wenn sie sich mit offenen Augen, Ohren und Herzen“ begegneten, sagte Kirchenpräsident Schad anlässlich einer Delegations-Reise der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 4. bis 7. Februar nach Rom. Papst Franziskus hatte die Teilnehmer im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums zu einer Privataudienz eingeladen. Kirchenpräsident Schad ist evangelischer Vorsitzender des Kontaktgesprächskreises zwischen der EKD und der deutschen Bischofskonferenz.

Anlässlich des Empfangs in der Waldenser Kirche hielt Kirchenpräsident Christian Schad ein Grußwort.Die Waldenser seien schon lange vor der Reformation „evangelisch“ gewesen, unterstrich Schad in seinem Grußwort bei dem Empfang der Chiesa Evangelica Valdese. Dazu gehörten Merkmale wie die Stärkung der Ehrenamtlichen, das Predigtamt für Frauen, das Abendmahlsverständnis und die Abkehr von Ablasshandel und Heiligenverehrung. Mit etwa 100 Gemeinden und fast 30.000 Gemeindemitgliedern seien die Waldenser gut vernetzt und eingebunden in die weltweite Christenheit. Unter anderem gehören sie dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖKR), dem Reformierten Weltbund (RWB) und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) an.

Es sei die gemeinsame, ökumenische Aufgabe, das Evangelium in Wort und Tat klar zu bezeugen, sagte Kirchenpräsident Schad in seiner Predigt im Abendmahlsgottesdienst in der Christuskirche der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom am 6. Februar. Dazu gehöre auch, „Vorurteile und falsche Bilder von der jeweils anderen Konfession abzubauen und im Rückgang auf das Zeugnis der Heiligen Schrift für wechselseitige Verständigung zu werben“. Ziel sei dabei „die versöhnte Gemeinschaft der Verschiedenen, die zutiefst eins sind in Christus“. Viele Menschen in Europa, so der Kirchenpräsident, blickten mit Sorge auf Tendenzen nationaler Abschottung. Vor diesem Hintergrund sei die Ökumene der Kirchen ein gemeinsames Bekenntnis zur Verantwortung aller Christen – gerade für die Bedrängten und Bedrohten.

Mehr zum Thema: www.chiesavaldese.org; www.leuenberg.net/de; www.ev-luth-gemeinde-rom.orgText und Foto: lk

06.02.2017


Bischof emeritus Dr. Anton Schlembach vollendet sein 85. Lebensjahr

Am 7. Februar 1932 wurde er in Großwenkheim in Unterfranken geboren – Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: „Deus salus – Gott ist das Heil“

Speyer-  Am 7. Februar vollendet Bischof em. Dr. Anton Schlembach sein 85. Lebensjahr. Sein Lebensweg begann im Bistum Würzburg, in Großwenkheim, einem Dorf bei Münnerstadt, wo er am 7. Februar 1932 als ältestes von vier Kindern einer Landwirtsfamilie geboren wurde. Nach dem Studium in Würzburg und an der päpstlichen Universität Gregoriana empfing er am 10. Oktober 1956 in Rom die Priesterweihe, drei Jahre später promovierte er zum Doktor der Theologie. In seiner Heimatdiözese wurde er im Anschluss an die Kaplansjahre mit einer Reihe verantwortungsvoller Aufgaben betraut: Jeweils drei Jahre war er Direktor des Studienseminars in Aschaffenburg und Regens des Priesterseminars in Würzburg. Fast zwölf Jahre erteilte er hauptamtlich Religionsunterricht am Gymnasium in Hammelburg, ehe er am 1. Juni 1981 zum Domkapitular und schon einen Monat später zum Generalvikar des Bistums Würzburg ernannt wurde.

Es war für die Katholiken des Bistums Speyer eine echte Überraschung, als am 25. August 1983 der damals 51-jährige Dr. Anton Schlembach von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Speyer ernannt wurde. Am 16. Oktober 1983 weihte ihn sein Vorgänger Erzbischof Friedrich Wetter im Dom zu Speyer zum Bischof. Über 23 Jahre wirkte er in diesem Amt. Nur einer seiner Vorgänger hat in den letzten 100 Jahren das Bistum länger geleitet, Ludwig Sebastian, der 1943 nach 26 Bischofsjahren 80-jährig starb.

Die Bemühungen um eine Neuevangelisierung und eine Aktivierung der Gemeinden waren immer wiederkehrende Grundthemen seiner Amtszeit. Diesem Anliegen diente auch die Erarbeitung eines Pastoralplanes, der 1993 in Kraft gesetzt wurde. Eine herausragende Initiative zur Glaubenserneuerung waren die drei Vorbereitungsjahre auf das Christus-Jubiläum 2000. Zum ökumenischen "ChristFest" an Pfingsten 2000 versammelten sich rund 15 000 Christen aus zwölf Kirchen und Gemeinschaften in Speyer.

Das Christentum am Beispiel moderner Glaubensvorbilder greifbar gemacht

Große Bedeutung im Hinblick auf eine kirchliche Erneuerung maß Schlembach auch modernen Glaubensvorbildern bei. So versuchte er von Beginn seiner Amtszeit an mit starkem persönlichem Engagement, Botschaft und Lebenszeugnis der heiligen Edith Stein, die neun Jahre in Speyer wirkte, im Bistum lebendig zu halten. Ihre Seligsprechung 1987 war ihm Anlass, den Papst nach Speyer einzuladen. Ihr 100. Geburtstag 1991 und ihre Heiligsprechung 1998 wurden im Bistum jeweils mit einer dreitägigen Feier begangen. Überdies gab Schlembach den Anstoß zur Gründung einer deutschen Edith-Stein-Gesellschaft, die ihren Sitz in Speyer hat.

In enger Verbindung steht der Name Schlembachs mit Paul Josef Nardini, der als erster Pfälzer am 22. Oktober 2006 im Speyerer Dom selig gesprochen wurde. Dass es zu diesem für das Bistum bislang einmaligen Ereignis kommen konnte, ist ganz wesentlich ihm zu verdanken. Der Bischof war auf Nardini erstmals 1987 aufmerksam geworden. Sofort war er von Leben und Wirken des Pfarrers, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Pirmasens gegen die soziale Not gekämpft hatte, betroffen und fasziniert. Da auch die "Mallersdorfer Schwestern", Nardinis Ordensgemeinschaft, diesen Wunsch teilten, konnte er schon drei Jahre später auf Bistumsebene das formelle Seligsprechungsverfahren eröffnen.

Schlembach bezog für den Schutz des Lebens entschieden Position

Denselben Stellenwert wie der Verkündigung und dem Gottesdienst räumt Bischof em. Schlembach dem sozialen Auftrag der Kirche ein. "Ohne Caritas ist die Kirche unglaubwürdig", so seine Überzeugung. Fast 20 caritative Einrichtungen, von Altenheimen über Behindertenwerkstätten bis hin zum Übernachtungsheim für Nichtsesshafte, hat er in seiner Amtszeit eingeweiht. Ebenso war er einer der maßgeblichen Impulsgeber für die ökumenische Hospizhilfe, die 1991 im Bereich von Bistum und Landeskirche gegründet wurde.

Gerade wenn es um das menschliche Leben geht, um seinen Schutz und seine Würde, sieht Schlembach die Christen besonders in Pflicht genommen. So hat er selbst im Streit um die Abtreibungsgesetzgebung immer wieder in der Öffentlichkeit eine Verbesserung des rechtlichen Schutzes für die ungeborenen Kinder gefordert. Nicht weniger deutlich bezog er Stellung gegen die Einführung der aktiven Sterbehilfe in einigen europäischen Nachbarländern und die Tötung embryonaler Menschen im Interesse der Forschung. Die "Klarheit des kirchlichen Zeugnisses für die Unantastbarkeit jedes menschlichen Lebens" war auch der entscheidende Grund dafür, dass er im Jahr 2000 als einer der ersten deutschen Bischöfe in den Schwangerenberatungsstellen der Diözese keine Beratungsscheine mehr ausstellen ließ, die eine straffreie Abtreibung ermöglichen. Umso stärker war sein Bemühen, das Beratungsangebot für Schwangere in Not- und Konfliktsituationen aufrecht zu erhalten und die Hilfe der Kirche noch auszuweiten. Ein wichtiger Schritt dabei war die Gründung einer "Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind", die Politik und Öffentlichkeit für den Lebensschutz sensibilisiert und Projekte des Caritasverbandes für Mütter in Not finanziert.

Gastgeber für Besuch des Papstes 1987 - ein „Jahrtausendereignis“ für das Bistum

Am 4. Mai 1987 kam Papst Johannes Paul II. während seines zweiten Deutschlandbesuches nach Speyer und feierte auf dem Domplatz mit 60 000 Teilnehmern eine heilige Messe - für die Stadt und das Bistum ein "Jahrtausendereignis". Auch viele internationale Staatsgäste empfing Bischof Schlembach im Speyerer Dom. Manchem Regierungschef, den Bundeskanzler Kohl während seiner Amtszeit in seinen Heimatdom brachte, hat Bischof Schlembach persönlich die europäische Bedeutung des Bauwerks erläutert: Michail Gorbatschow und Boris Jelzin ebenso wie George Bush, Vaclav Havel oder König Juan Carlos von Spanien. In seiner Kathedrale sieht er aber nicht nur das einmalige Zeugnis europäischer Baukunst und Geschichte. Entstanden noch vor den großen Glaubensspaltungen, ist der salische Kaiserdom für ihn ebenso ein Mahnmal zur Einheit der Kirchen. So führte Schlembach auch von Anfang an die guten ökumenischen Beziehungen im Bistum konstruktiv weiter.

Wie die meisten Bischöfe nahm auch der Speyerer Bischof Aufgaben außerhalb seines Bistums wahr, anfangs in der Publizistischen Kommission und der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, später in der "Kommission Weltkirche", deren Unterkommission für Missionsfragen er leitete, und in der "Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen", deren stellvertretender Vorsitzender er zehn Jahre lang war. Von1991 bis 2006 war er Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Fünf Jahre war er Mitglied im Päpstlichen Rat für den Dialog mit den Nichtglaubenden; als Leiter des Dialog-Sekretariates für die Bundesrepublik und die deutschsprachige Schweiz richtete er wissenschaftliche Symposien in Speyer, Zagreb und Prag aus. Vier Mal organisierte er als Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz das deutschsprachige Programm der Eucharistischen Weltkongresse: 1989 in Seoul, 1993 in Sevilla, 1997 in Breslau und 2000 in Rom.

Verabschiedung aus dem Amt des Bischofs im Februar 2007

Im Februar 2007 wurde Schlembach mit einem feierlichen Gottesdienst im Speyerer Dom aus seinem Amt als 95. Bischof von Speyer verabschiedet. Wenn er auf seine Amtszeit zurückblickt, klammert er besorgniserregende und schmerzliche Entwicklungen nicht aus. So konstatiert er durchaus den zahlenmäßigen Rückgang an Gläubigen und Gottesdienstbesuchern, den Priestermangel oder den in seinen Augen viel zu schwachen Einsatz der Christen für eine "Kultur des Lebens von der natürlichen Empfängnis bis zum natürlichen Sterben". Aber all dies ist für ihn kein Grund zur Resignation oder gar zum Pessimismus. Im Gegenteil, er sieht auch im kirchlichen Leben hierzulande viele Hoffnungszeichen und neue Aufbrüche. "Vieles spricht dafür, dass sich Atheismus, Säkularismus und Postmoderne totlaufen", schrieb er in seinem letzten Bischofswort zur österlichen Bußzeit. Diese Entwicklung sei für Christen eine Ermutigung, täglich neu und noch entschiedener ihren Gottesglauben zu leben und zu bezeugen.

Am 10. Oktober 2016 beging Bischof em. Dr. Anton Schlembach sein diamantenes Priesterjubiläum. Aus gesundheitlichen Gründen war eine Feier jedoch nicht möglich. Das Bistum Speyer hat seinen emeritierten Bischof aus diesem Anlass durch die Veröffentlichung einer Online-Präsentation von ausgewählten Bischofsworten aus den Jahren 1983 bis 2007 gewürdigt. Unter der Überschrift „Im Dienst der Verkündigung des Evangeliums“ bieten die vom Bistumsarchiv zusammengestellten Texte einen Querschnitt der Themen, die in seinem Pontifikat bedeutsam waren. Auch seinen 85. Geburtstag begeht Bischof em. Schlembach aus gesundheitlichen Gründen im engsten Kreis.

Weitere Informationen zu Bischof em. Dr. Anton Schlembach:

www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof-em/

Lebensdaten und Initiativen:

www.bistum-speyer.de/2/bistum-speyer/leitung/bischof-em/lebensdaten/

Online-Präsentation der Bischofsworte anlässlich des 60-jährigen Priesterjubiläums:

www.bistumsarchiv-speyer.de (Menü „Publikationen“)

oder direkt unter

http://www.bistum-speyer.de/2/erziehung-schule-bildung/bistumsarchiv/publikationen/   Text und Foto: is

04.02.2017


Bistum Speyer schickt Kundschafter auf die Philippinen

Teilnehmer der Kundschaftergruppe um Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann beim Vortreffen mit einem der Gastgeber auf den Philippinen, Joseph Guevarra vom Pastoralinstitut Bukal ng tipan Teilnehmer der Kundschaftergruppe um Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann beim Vortreffen mit einem der Gastgeber auf den Philippinen, Joseph Guevarra vom Pastoralinstitut Bukal ng tipan

Reisegruppe mit Bischof Wiesemann startet am 8. Februar

Speyer- Die zweite pastorale Kundschafterreise des Bistums Speyer unter dem Motto „Lernen von der Weltkirche“ geht nach Asien. Vierzehn Frauen und Männer aus der Diözese werden am 8. Februar für zwei Wochen auf die Philippinen reisen. An der Spitze der Gruppe steht Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der zusammen mit Pastoralreferent Dr. Andreas Braun von der diözesanen Arbeitsgruppe „Lokale Kirchenentwicklung“ die Reise leiten wird. Weitere Teilnehmer sind fünf hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger (Priester, Pastoral- und Gemeindereferenten) sowie sieben ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Pfarreien und der katholischen Hochschulgemeinde. Gemeinsam wollen sich die sechs Frauen und acht Männer von der pastoralen und spirituellen Praxis der philippinischen Ortskirche inspirieren lassen. Sie erhoffen sich dadurch Anregungen für die eigene Arbeit vor Ort und im Bistum insgesamt.

Kooperationspartner auf den Philippinen ist das Pastoralinstitut „Bukal ng Tipan“ (Quelle des Bundes), das nicht nur mit den dortigen Diözesen, sondern auch mit Teams aus Deutschland zusammenarbeitet. Mit dem Bischöflichen Hilfswerk missio ist es darüber hinaus auch weltweit vernetzt. Erst im Oktober war einer der Mitarbeiter des Instituts, Joseph Guevarra, im Rahmen des Weltmissionssonntags zu Gast im Bistum Speyer. Die Kundschaftergruppe hatte so die Möglichkeit, bei einem Vortreffen in Kaiserslautern einen ersten persönlichen Kontakt zu knüpfen. Die Begegnung mit Guevarra, die Ausführungen über seine Kirche und die Arbeit des Pastoralinstituts sowie der anschließende gemeinsame Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Schutz Kaiserslautern: all das hat Lust auf Mehr gemacht und den Pioniergeist und das Interesse der Kundschafter geweckt.

Nun steht ein Wiedersehen an – und damit verbunden das persönliche Entdecken und Erleben einer Ortskirche am anderen Ende der Welt. Das Team um Guevarra sowie Mitarbeiter der Erzdiözese Jaro werden die Speyerer Erkundungen ihrer philippinischen Kirche sowohl theoretisch als auch praktisch begleiten. Dabei werden, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so scheinen mag, einige Anknüpfungspunkte zwischen der Kirche des Inselstaates im westlichen Pazifischen Ozean und der im Bistum Speyer zutage treten. Beide kennen eine durchaus ähnliche volkskirchliche Prägung, beide ringen um die kirchliche Beheimatung auch der jüngeren Generationen, und beide kämpfen um Gehör und Einfluss hinsichtlich gesellschaftlicher Herausforderungen im jeweiligen Heimatland. Die Verschiedenheiten aber, die da sind, versprechen darüber hinaus besondere Lernimpulse für die Kundschafterinnen und Kundschafter aus Deutschland.

82 Prozent der gut hundert Millionen Philippinos sind katholisch, doch es gibt traditionell wenige Priester und eine noch geringere Anzahl an anderen hauptberuflichen pastoralen Diensten. Daher sind Pfarreien mit 30.000, 50.000 oder auch 70.000 Katholiken seit jeher auf den Philippinen üblich. Größere pastorale Einheiten – wie sie im Bistum Speyer durch die Neugliederung in 70 Pfarreien entstanden sind – gehören auf den Philippinen zur Alltagserfahrung. Gleichzeitig zeigt sich eine große Lebendigkeit von Kirche, die sich durch Partizipation, Dezentralität und lebendiges Glaubensleben vor Ort auszeichnet.

Am Beginn des Kundschaftens auf den Philippinen stehen gemeinsame Kurzexerzitien der Gruppe – ein Ausdruck dafür, dass dieser Wahrnehmungs- und Lernprozess ein zutiefst geistlicher ist. Dieser spirituelle Einstieg findet im Bukal-Seminarhaus „Maryshore“ auf der Insel Negros in den Visayas statt, den „mittleren Inseln“ der Philippinen. Im gleichen Haus schließt sich eine viertägige Seminarphase an, in der die pastoralen Grundlagen, Konzeptionen und Ausrichtungen der Kirche auf den Philippinen sowie die Arbeit des Pastoralinstituts „Bukal ng Tipan“ vorgestellt werden. Bei einem anschließenden gut viertägigen „Exposure“ im Erzbistum Jaro auf der Nachbarinsel Panay wird die Gruppe hautnah in das vielfältige Leben der Kirche auf den Philippinen eintauchen. Es basiert sehr ausgeprägt auf dem Bild des Zweiten Vatikanischen Konzils von der Kirche als dem Volk Gottes auf dem Weg. Nach kurzer Verschnaufpause und Reflexion des Erlebten noch in den Visayas geht es zum Abschluss in das Bukal-Zentrum „Maryhill“. Dort wird sich die Gruppe noch einen Eindruck von der philippinischen Hauptstadt und Metropole Manila verschaffen, bevor sie ihre Heimreise zurück nach Deutschland antritt.

Das Bistum Speyer unternimmt im Jahr 2017 noch zwei weitere Kundschafterreisen. Sie führen nach England und Südafrika. Die erste Kundschafterreise nach Nicaragua fand Ende 2016 statt.

Die Kundschaftergruppe wird über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Reflexionen auf den Philippinen in einem täglichen Reiseblog berichten. Er kann über die Internetseite des Bistums Speyers von jedem Interessierten eingesehen, mitgelesen und kommentiert werden.

Weitere Informationen zu den Kundschafterreisen des Bistums Speyer: http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/kundschafterreisen/

Link zum Blog der Kundschafterreise auf die Philippinen: http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/kundschafterreisen/reiseblog-philippinen/

Es besteht die Möglichkeit, dass Interessierte per E-Mail automatisch über neue Blog-Einträge informiert werden. Text: is; Foto: Privat

30.01.2017


Barmherzigkeit – im Kontext von Judentum – Christentum – Islam

Trialogveranstaltung im Rahmen von „Erinnern – Gedenken – Mahnen 2017“

Speyer- Am Mittwoch, 1. Februar, um 19.30 Uhr geht es im Gemeindesaal der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer (Am Weidenberg 3) um das Thema: „Barmherzigkeit – Kultur der Liebe“ im Kontext der drei abrahamitischen Religionen.

Alle drei Religionen bekennen sich zum Einen Gott, dem als wesentlichste Eigenschaft Barmherzigkeit zugeschrieben wird.

Welche Aussagen finden sich dazu in den Heiligen Schriften der Bibel und des Korans? Wie haben sich die Grundaussagen in Theologie und Tradition der drei Religionen niedergeschlagen und entwickelt? Was bedeutet die erfahrene Barmherzigkeit Gottes für das Leben der Gläubigen privat und in ihren Gemeinden?

Dazu referieren und stellen sich den Fragen des Publikums Shaul Friberg, Rabbiner an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, Dr. Tobias Specker, Professor an der Philosophisch-theologischen Hochschule Sankt Georgen, und Gonül Yerli, Vizedirektorin des Islamischen Zentrum Penzberg. Die Moderation liegt in Händen von Erhard Steiger, Bildungsreferent der Katholischen Erwachsenenbildung Speyer.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz und dem Forum Interreligiöser Dialog Speyer statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Information bei Katholische Erwachsenenbildung Diözese Speyer, Tel. 06232 7 102 180, email: keb@bistum-speyer.de is

27.01.2017


Optimierung der neuen Dom-Außenbeleuchtung

Die neue Außenbeleuchtung des Doms bei der ersten Inbetriebnahme Ende Dezember Die neue Außenbeleuchtung des Doms bei der ersten Inbetriebnahme Ende Dezember

Domkapitel bittet Speyerer Bevölkerung um Mithilfe

Speyer- Rechtzeitig zum Weihnachtsfest war sie fertig installiert und konnte in Betrieb genommen werden: die neue Außenbeleuchtung des Doms zu Speyer. Das Beleuchtungskonzept basiert auf einem System vernetzter LED-Lichtquellen und wurde zuvor anhand einer 3D-Simulation erstellt. Unter realen Bedingungen wird die Anlage nun laufend evaluiert und wo nötig verändert. Das Ergebnis soll optimiert und unerwünschte Effekte sollen reduziert werden. Diese Arbeiten werden das ganze Jahr andauern, da sich Lichtstreuung und Lichtbrechung je nach Jahreszeit verändern.

Dombaumeister Mario Colletto erklärt, wo die Herausforderungen bei der Anpassung der neuen Außenbeleuchtung liegen: „Die Dimensionen des Doms sind einzigartig. Zudem haben die technischen Standardparameter bei der flächigen Bauweise nicht voll gegriffen. Wir haben dann versucht, die Kantenschärfe zu erhöhen um einen Hell-Dunkel-Kontrast zu gewinnen. Dadurch sind Blend-Effekte entstanden, die wir selbst von verschiedenen Standpunkten aus beobachtet haben. Wir haben die Höhenpositionen einiger Strahler entsprechend verändert und schon eine Verbesserung erzielt. Feedback aus der Bevölkerung ist wichtig, da diese uns bei der Arbeit hilft. Je mehr Rückmeldungen wir bekommen, umso besser.“

Das Domkapitel bittet daher die Bevölkerung um Mithilfe. Durch möglichst viele Rückmeldungen soll ein vollständigeres Bild davon entstehen, wo die Beleuchtung für ungewünschte Effekte sorgt und noch angepasst werden muss. Wichtig ist dabei ein Foto, die Uhrzeit und der genauen Standort (Adresse, Stockwerk oder GPS Koordinaten). Adressat ist die Mailadresse dom-kulturmanagement@bistum-speyer.de.

Die Rückmeldungen werden zunächst gesammelt und ausgewertet. Konkrete Veränderungen sind grundsätzlich möglich, wenn das Wetter dies zulässt: Bei Regen und Frost sind Arbeiten in den Türmen und an den Lichtmasten aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

„Nach der Konzepterstellung im Modell kommt nun eine Phase der empirischen Erarbeitung.“ erklärt Dombaumeister Colletto den weiteren Prozess. „Das bedeutet für uns, dass jemand losfährt und sich den Dom von einer bestimmten Position aus anschaut. Ein zweiter macht sich innerhalb des Doms auf den Weg zu den entsprechenden Strahlern, was bis zu einer halben Stunde dauert. Das Ergebnis wird dokumentiert und gegebenenfalls muss auch die Programmierung verändert werden. Das alles geht nur ab Einbruch der Dunkelheit und bei gutem Wetter.“ Der Prozess der Anpassung werde daher noch gut ein Jahr dauern, so Colletto. Acht bis zehn Leuchten würden zusätzlich benötigt. Dazu kämen Anpassungsarbeiten an den Türmen und auf der Zwerggalerie. Insgesamt sei die Anlage aber fertig, stellt der Dombaumeister fest.

Warum eine neue Außenbeleuchtung?

Mit der Erneuerung der Außenbeleuchtung der Kathedrale und UNESCO-Welterbestätte Dom zu Speyer werden zugleich mehrere Ziele verfolgt. Erstens ermöglicht es die neue Beleuchtung, die plastische Wirkung des romanischen Baukörpers stärker heraus zu arbeiten. Dies wird durch Bodenstrahler und Flächenleuchten im Außenbereich und innerhalb der Türme erreicht. Die im Außenbereich positionierten Strahler enthalten aus Rasterfolien geschnittene Masken, so dass der Scheinwurf individuell auf den jeweiligen Bereich des Doms angepasst ist. Der Dom erhält damit eine für ihn maßgeschneiderte Beleuchtung. Die moderne LED-Beleuchtung und die Vernetzung der einzelnen Strahler ermöglicht zweitens eine dynamische, das heißt den Nachtzeiten und Lichtverhältnissen angepassten Steuerung der Beleuchtung. Dies dient dann auch dem dritten Ziel des neuen Beleuchtungskonzepts: Durch die Erneuerung der in die Jahre gekommenen technischen Infrastruktur wird die Energieeffizienz erhöht und damit der Stromverbrauch verringert. Erreicht wird dieser Effekt durch den Einsatz moderner LED Technik. Diese dient zudem dem Tierschutz, da das Lichtspektrum so gestaltet wird, dass Vögel, wie der Wanderfalke, nicht irritiert werden.

Das LED Licht bewirkt auch eine Veränderung der Lichtfarbe, die noch ungewohnt anmutet. Dombaumeister Colletto erklärt: „Wir sind unter den ersten, die diese Technik verwenden. Gewohnt sind wir noch an das alte, gelbliche Licht. Die Veränderung wird aber auch andernorts zwangsläufig kommen – aus energetischen Gründen und weil die alten Leuchten das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreichen.“ Damit der Kontrast in der Übergangszeit nicht so groß sei, würden einzelne Lampen noch mit gelben Masken versehen, so Colletto.

Die neue Außenbeleuchtung des Speyerer Doms besteht aus etwa fünfzig Bodenstrahlern, Lichtmasten an sechs Positionen und Strahlern auf zwei gegenüberliegenden Gebäuden sowie in den Türmen positionierten Leuchten. Die letztgenannten hatten zunächst für erhebliche Blendwirkung gesorgt. 

Text: is; Foto:; © Domkapitel Speyer, Klaus Landry

23.01.2017


25 Jahre: Jubiläum der BDKJ-Musikwerkstatt

Seit 25 Jahren Schwerpunktveranstaltung für die Verbreitung Neuer Geistlicher Lieder im Bistum Speyer

Speyer/Bad Dürkheim- Die Musikwerkstatt "Neues Geistliches Lied" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer feierte am vergangenen Wochenenden ihr 25-jähriges Bestehen. Vom 20. bis 22.1.17 trafen sich rund 100 Sänger im Jugendhaus St. Christophorus in Bad Dürkheim. Thomas Quast, Komponist und Musiker der Band Ruhama, war im Jubiläumsjahr Referent der Musikwerkstatt, deren Schwerpunkt das Singen im großen Chor war. Sein Fazit: „Ich fand das Hautnah-Konzert am Freitag besonderes und sehr beeindruckend. Meine Bandkollegen und ich waren da wirklich nah am Publikum dran. Das war eine ganz besondere Atmosphäre“. Der Kölner Komponist hat es genossen, mit der Band und den Werkstatt-Teilnehmenden gemeinsam seine Lieder zu singen: „Alle Lieder- auch neue oder unbekannte- wurden mitgesungen“, freute er sich. Das Neue Geistliche Lied (NGL) zeichnet sich durch religiöse Texte, Einflüsse aus der Popularmusik und die Verwendung im Gottesdienst aus.

Der Arbeitskreis NGL des BDKJ Speyer ist Initiator der Musikwerkstatt und nutzte die Jubiläumsveranstaltung, um einem breiten Publikum NGL nahe zu bringen. Ein öffentlicher Gottesdienst mit 400 Besuchern am Sonntagmorgen in der Kirche St. Ludwig in Bad Dürkheim bot dazu den passenden Rahmen. Vivien Vossen war eine der jüngsten Chorteilnehmerinnen: „Das war ein sehr abwechslungsreicher Gottesdienst. Es war schön, dass wir ihn mitgestalten konnten. Und es war schön, neue und coole Lieder zu singen!“, sagte die 15-Jährige aus Limburgerhof. Da fiel auch der Altersunterschied zwischen den langjährigen Musikwerkstatt-Teilnehmern und der neuen Generation nicht ins Gewicht: „Es war trotzdem eine ganz tolle Gemeinschaft!“, freut sich Denise Funk (16) Jahre aus Wachenheim. Auch für sie war der Gottesdienst eine besondere Erfahrung: „Ich fand es toll, dass Thomas Quast als Komponist der Lieder dabei war. Schön war auch die Mischung der Lieder“. Diese Einschätzung teilt auch Katja Grimm (34) aus Schotten. Sie ist ein „Musikwerkstatt-Urgestein“ und bereits zum 23. Mal mit dabei: „Der Gottesdienst war wie immer ein tolles Erlebnis. Es gab ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Die Lieder haben das toll transportiert und haben sehr gut zum Inhalt des Gottesdienstes gepasst. Die Leute waren begeistert!“

Die Musikwerkstatt ist fester Bestandteil im jährlichen Kalender des BDKJ Speyer. Viele NGL sind in den Kinder- und Jugendverbänden fest verankert. Die Lieder „Da berühren sich Himmel und Erde“, „Keinen Tag soll es geben“, „Dies Haus aus Stein“, „Flinke Hände, flinke Füße“, „Lasst uns ziehn zu den Quellen des Lebens“ und viele andere sind musikalische Highlights der Verbandsgottesdienste. „Sie erzählen von Gott, der den Menschen auf Augenhöhe begegnet“, erklärt Christian Knoll die Beliebtheit der NGL. Knoll ist Referent für Religiöse Bildung und Mitglied im Arbeitskreis NGL und organisiert jährlich die Musikwerkstatt. Der gebürtige Speyerer, der in Worms lebt erklärt: „Wir Verbände wollen uns mit Kindern und Jugendlichen auf den Weg machen und Gott suchen. Als Suchende wollen wir Gott in den kleinen Dingen, in jedem Menschen vermuten und entdecken“. Dabei spielten Texte und Melodien der NGL eine entscheidende Rolle.  

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband von sieben Kinder- und Jugendverbänden im Bistum Speyer. Er vertritt die Interessen von 7.500 Mitgliedern in Kirche, Politik und Gesellschaft. Der Arbeitskreis NGL arbeitet eng mit den Referat Religiöse Bildung der Abteilung Jugendseelsorge zusammen. Das nächste Projekt wird die Musikwallfahrt im August 2017 sein. Gemeinsam pilgern junge Menschen dann von Bad Dürkheim nach Speyer und führen zum Abschluss der musikalischen Wallfahrt am 11.8.17 in der Friedenskirche St. Bernhard das Oratorium "Psalm 2016" von Gregor Linßen auf. 

Text:  BDKJ Speyer; Foto: C. Knoll/ BDKJ Speyer

23.01.2017


Freie Plätze bei der Kinder- und Jugenderholung 2017

Spaß, Gesundheit und Spiel in den Ferien mit der Diakonie – Jetzt anmelden

Speyer.- Das Diakonische Werk Pfalz bietet in den rheinland-pfälzischen Sommerferien dreiwöchige Erholungsaufenthalte für Kinder und Jugendliche zwischen acht und fünfzehn Jahren an.

Auf der Insel Amrum und in St. Peter-Ording erleben die Kinder und Jugendlichen abwechslungsreiche Ferien mit Gleichaltrigen.

Bei den Ferienaufenthalten spielt der gesundheitliche Aspekt eine wichtige Rolle. Die Erholungsmaßnahmen finden in ausgewählten Orten an der Nordsee mit klimatisch günstigen Bedingungen statt, so dass sie sich besonders für Kinder mit Neigung zu Erkältungskrankheiten, Bronchitis und Allergien eignen. Die Maßnahmen werden ärztlich überwacht und von den Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsvorsorge bezuschusst. Auch die Jugendämter beteiligen sich gegebenenfalls an der Finanzierung. Grundsätzlich können alle Kinder und Jugendlichen an den Kindererholungsmaßnahmen der Diakonie teilnehmen.

Zur Kindererholung gehören neben vielerlei Aktivitäten an der frischen Luft auch Spiel und Spaß sowie soziales Lernen. Kleinere und größere Ausflüge – beispielsweise eine Wattwanderung oder eine Fahrt zu Sehenswürdigkeiten in der Umgebung – werden unternommen. Spezielle Angebote fördern die Kreativität der Kinder und Jugendlichen. Sportbegeisterte können sich auf der Fußballwiese oder beim Schwimmen austoben.

Die Erholungsmaßnahmen werden von pädagogisch geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet, die auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kinder und Jugendlichen eingehen.

Weitere Informationen gibt es bei Michaela Feiniler | Telefon: 06232 664-263 | michaela.feiniler@diakonie-pfalz.de

Auch im Internet finden Sie Informationen unter der Adresse:

www.diakonie-pfalz.de/ich-suche-hilfe/hilfe-fuer-familien/kur-und-erholungsberatung.html

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

19.01.2017


„Lasst euch versöhnen“

Mitwirkende des Gottesdienstes (v.l.n.r.) im Vordergrund: Pfarrer Matthias Bender, die Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Speyer, Luisa Fischer, der Vertreter der Griechisch-Orthodoxen Kirche, Argirios Giannios, Kirchenpräsident Christian Schad, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, ACK-Südwestvorsitzender Pastor Dr. Jochen Wagner, Pastor Jörg-Michael Grassau vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), der Synodalpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Hermann Lorenz und Pfarrerin Christine Gölzer; im Hintergrund ist die Evangelische Jugendkantorei unter Leitung LKMD Jochen Steuerwald zu sehen.Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Speyerer Dom

Speyer- Mit einem feierlichen ökumenischen Gottesdienst im Speyerer Dom haben die Evangelische Kirche der Pfalz, das Bistum Speyer und weitere, in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) – Region Südwest zusammengeschlossene Kirchen die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet. Die Woche steht in diesem Jahr unter dem Zeichen von „500 Jahre Reformation“ und trägt das Motto „Versöhnung – Die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5).

„Wir haben allen Grund zur Freude, dass nach Jahrhunderten der Abgrenzung und Feindschaft das Verbindende unser kirchliches Miteinander prägt“, betonte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung. In der Einheit der Liebe Christi sei eine gemeinsame Erinnerung an 500 Jahre Reformation möglich: „Wir vergewissern uns dankbar der Errungenschaften der Reformation für alle Kirchen und bestärken uns in unserem gemeinsamen Auftrag, Zeuginnen und Zeugen der Liebe Christi zu sein.“

Die lange Geschichte der Spaltung der abendländischen Christenheit habe viele Wunden hervorgebracht, bekannte Wiesemann. Im Bewusstsein, „dass wir alle aneinander schuldig geworden sind“ sei es jedoch heute möglich, sich gemeinsam dieser Geschichte und ihrer Folgen zu stellen und „uns bewusst der Gnade Gottes anzuvertrauen, der allein Vergebung und Versöhnung schenken kann. Wir leiden unter der Spaltung und wollen sie mit Gottes Hilfe vollständig überwinden.“ 

Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der ChristenBischof Wiesemann verwies auf das Motto der Gebetswoche. Das Leitwort führe in das Zentrum der Frohen Botschaft. Durch seinen Tod und seine Auferstehung habe Jesus Christus die trennende Wand der Feindschaft niedergerissen. „Von seinem Geist geführt, können wir bekennen, dass wir Sünder und aneinander schuldig geworden sind, dass aber die Gnade Gottes unendlich größer ist und alles Trennende überwinden kann.“ Angesichts von Hass und Unfrieden, Intoleranz, Ungerechtigkeit, Hunger und Armut weltweit rief der Bischof die Christen dazu auf „Diener der Versöhnung für die ganze Welt zu sein“ und „das Antlitz des liebenden Gottes“ sichtbar werden zu lassen.

Kirchenpräsident Christian Schad legte seiner Predigt den vorgegebenen biblischen Text, das Gleichnis vom verlorenen Sohn, zugrunde. Schad rief die Christen dazu auf, ehrlich mit der Geschichte der je eigenen Kirche umzugehen und sich auszurichten auf Jesus Christus, der das gemeinsame Fundament der Kirche sei. „Lasst euch versöhnen. All die falschen Bilder vom jeweils anderen, all die Vorurteile gegen Protestanten, Katholiken, Orthodoxe, Freikirchler, sie sollen aus unseren Köpfen und Herzen weichen. Nichts soll sich mehr zwischen uns stellen“, sagte der Kirchenpräsident. Der reformatorische Ruf zur Umkehr sei immer auch ein Schritt zur Klarheit: „Das Ende der Selbsttäuschung, ein Blick in die Tiefe der eigenen Existenz.“

Das ökumenisch gefeierte Jubiläum 500 Jahre Reformation sei ein Zeichen dafür, dass die jahrhundertealten Mauern zwischen den Kirchen eingerissen würden, damit es zur versöhnten Vielfalt kommen könne. Danach habe sich kein anderer als Martin Luther Zeit seines Lebens gesehnt: „Das Geteilte vereinen und ganz machen, von allem Zwiespalt lassen, auf dass wir eines Sinnes gerichtet seien auf Jesus Christus“, so der Reformator. Luthers Ziel sei es gewesen, seine Kirche „zur Freiheit zu befreien“. Er habe sie nicht trennen oder eine neue Kirche gründen, sondern sie reformieren wollen.

Die im 16. Jahrhundert entstandene Kirchenspaltung sei zu beklagen, führte Schad aus. Wie schmerzhaft sie sei, mache die fehlende Gemeinschaft am Tisch des Herrn offenbar. „Diese Wirkungsgeschichte darf aber nicht den Blick verstellen auf die Grundanliegen der Reformation, die als Ruf zur Freiheit, zur geistlichen Erneuerung heute neu zu hören sind.“ Zur Freiheit eines Christenmenschen gehöre indes auch die Verantwortung für Notleidende, mahnte Schad in seiner Predigt: Verantwortung für Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror, für Asylsuchende, für die Entwurzelten in den Städten und die Verarmten, die nicht mithalten könnten mit den Anforderungen dieser Gesellschaft: „Es ist unsere gemeinsame, ökumenische Aufgabe, das Evangelium offen und öffentlich zu bezeugen, in Wort und Tat, damit alle etwas spüren von Gottes Barmherzigkeit, seiner Gerechtigkeit und von seinem Frieden“, bekräftigte der Kirchenpräsident.

Als Zeichen der Versöhnung geben Bischof Wiesemann (vorne) und Kirchenpräsident Schad das an der Osterkerze entzündete Licht an die Gottesdienstbesucher weiterMitwirkende des Gottesdienstes waren der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) – Region Südwest, Pastor Dr. Jochen Wagner, Argirios Giannios als Vertreter der Griechisch-Orthodoxen Kirche, Pastor Jörg-Michael Grassau vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), die Speyerer Ortsgeistlichen, Pfarrerin Christine Gölzer und Dompfarrer Matthias Bender, sowie der Synodalpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Hermann Lorenz, und die Katholikenratsvorsitzende Luisa Fischer. In den Gebeten und Fürbitten baten sie um Vergebung für das Leid, dass sich Christen gegenseitig zugefügt haben und baten um Versöhnung und Frieden für alle Menschen auf der Erde. Als sichtbares Zeichen der Versöhnung entzündeten sie ein Licht an der Osterkerze und reichten es mit kleinen Kerzen an die Gottesdienstbesucher weiter.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald und von Domorganist Markus Eichenlaub an der Orgel.

Die Texte und die Liturgie zur Gebetswoche für die Einheit der Christen wurden im Gedenken an 500 Jahre Reformation von der ACK in Deutschland erstellt. Seit 2009 findet zur Gebetswoche für die Einheit der Christen ein zentraler ökumenischer Gottesdienst in Speyer statt, bei dem abwechselnd die Landeskirche und das Bistum Gastgeber sind. Daran beteiligt ist außerdem die ACK in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Text:is/lk; Fotos: Klaus Landry

16.01.2017


Den drängenden Fragen sozialer Gerechtigkeit stellen

 

Neujahrsempfang: Kirchenpräsident Schad unterstreicht diakonisches Profil

Speyer- Nach Ansicht des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad müssen Kirche, Politik und Gesellschaft die drängenden Fragen sozialer Gerechtigkeit ins Zentrum der öffentlichen Debatte rücken. Gerade im Jahr der Reformation sei die pfälzische Landeskirche auch als diakonische Kirche gefragt, unterstrich Schad beim Neujahrsempfang im Landeskirchenrat am Donnerstag. Luthers kritische Schrift „Von Kaufhandlung und Wucher“ sei heute noch so aktuell wie im Erscheinungsjahr 1524. „Wir müssen die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen.“

Als moralische Lehrmeisterin werde sich die pfälzische Landeskirche indes nicht aufspielen, sagte der Kirchenpräsident vor rund hundert Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft. „Mit unseren diakonischen Unternehmungen sitzen wir selbst im Glashaus. Wir mussten erfahren, mit wie vielen Dilemmasituationen gerade der Bereich der Wirtschaft verbunden ist“, merkte Schad mit Blick auf den Landesverein für Innere Mission selbstkritisch an. Der diakonische Träger musste 2016 sein Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Dies werde die Landeskirche jedoch nicht daran hindern, „sich selbst und die Politik daran zu erinnern, dass der Weg gerechter Teilhabe aller an den wirtschaftlichen und sozialen Prozessen der vom Evangelium gewiesene Weg ist“.

Zur sozialen Gerechtigkeit gehöre die Gewähr, „dass das Geld zum Leben reicht und die Menschen im Alter eine auskömmliche Rente erwarten können“, führte der Kirchenpräsident in seiner Ansprache aus. Aggressionen würden nicht kleiner und Vertrauen könne nicht wachsen, „wenn die Menschen den Eindruck haben, dass ihnen niemand zuhört.“ Die Reformation bezeichnete Schad als „weltoffene Bewegung“. Sie habe „Städter und Bauern, Gelehrte und Fürsten, Frauen und Männer dazu aufgerufen, sich einen eigenen Reim auf die Güte Gottes zu machen“.

Beim Neujahrsempfang begrüßte der Kirchenpräsident unter anderen Bischof Karl-Heinz Wiesemann, den Beauftragten der Landesregierung für das Reformationsjubiläum, Gerhard Robbers sowie den Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger. Speyer ist eine der Städte auf dem Europäischen Stationenweg im Rahmen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“. Die musikalische Umrahmung des Empfangs gestalteten Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald und der Fagottist Andreas Groll. Text und Foto: lk

Mehr zum Thema auf der landeskirchlichen Reformations-Homepage www.reformation2017.evpfalz.de.

12.01.2017


Sternsinger bringen Ministerpräsidentin Malu Dreyer den Segen

Mainz/Speyer/Meckenheim- „Die Sternsinger kommen!“ hieß es am 12.Januar in der Staatskanzlei in Mainz. Mit dem Kreidezeichen „20*C+M+B+17“ brachten Kinder und Jugendliche aus der Pfarrei Hl. Michael in Meckenheim den Segen zu Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 

In den Gewändern der Heiligen Drei Könige sind sie- wie viele andere Sternsingerinnen im Bistum Speyer und deutschlandweit- in diesen Tagen unterwegs. „Christus segne dieses Haus“ lautet ihr Segenswunsch, den sie an die Schwellen der Türen anschreiben. Sie sammeln für Not leidende Kinder in aller Welt. In Mainz traten heute- stellvertretend für alle Sternsingergruppen aus Rheinland-Pfalz- kleine und große Könige über die Schwelle der die Staatskanzlei.

Aus Meckenheim waren Juliana (10), Jessica (10) und Vincent (13) und sieben weitere Sternsinger_innen nach  Mainz gekommen.

Die Mädchen und Jungen warteten gespannt auf Ministerpräsidentin Dreyer: "Ich erwarte mir von der Ministerpräsidentin, dass sie mit ihren Kolleg_innen in der Politik umsetzt, was wir ihr gleich berichten werden, wofür die diesjährige Sternsingeraktion steht - und ich wünsche mir, dass es der Ministerpräsidentin gesundheitlich gut geht", sagte Jessica (10) vor dem Treffen in der Staatskanzlei.

König Vincent (13) ergänzt nach dem Empfang: "Es war schon toll eine besondere Person treffen zu können. Ich glaube, dass Malu Dreyer wirklich eine Frau ist, der man vertrauen kann und ich bin überzeugt, dass sie unsere Sternsinger-Botschaft ihren Kolleg_innen weitererzählt."

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit!“ heißt das Leitwort der 59. Aktion Dreikönigssingen, das aktuelle Beispielland ist Kenia. 1959 wurde die Aktion erstmals gestartet.

Inzwischen ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Die Aktion wird getragen vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den gesammelten Spenden mehr als 1.500 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist gemeinsam mit dem Kindermissionswerk "Die Sternsinger" e.V. Träger der Aktion. Der BDKJ-Diözesanverband Speyer vertritt die Anliegen von 7.500 Mitgliedern aus acht Kinder- und Jugendverbänden im Bistum Speyer in Politik, Kirche und Gesellschaft. Mehr: www.bdkj-speyer.de 

Lena Schmidt, BDKJ Diözesanvorsitzende / Abteilung Jugendseelsorge

13.01.2017


Roman Herzog: „Ich bin unendlich dankbar“

Eintrag von Roman Herzog in das Goldene Buch des Doms zu Speyer am 1. Juni 1999 Eintrag von Roman Herzog in das Goldene Buch des Doms zu Speyer am 1. Juni 1999

Altbundespräsident Roman Herzog statte dem Dom am Tag nach seinem Abschied aus dem Amt des Bundespräsidenten einen sehr persönlichen Besuch ab

Speyer- „Roman Herzog war eine prägende Persönlichkeit und ein überzeugender Bundespräsident, der seine Werte aus dem christlichen Glauben geschöpft hat. Als engagierter und couragierter Christ hat er dem Land und den Menschen Orientierung und Zuversicht vermittelt. Mit Speyer und seinem Dom verband ihn eine enge Beziehung, die in mehreren offiziellen wie auch zahlreichen privaten Besuchen ihren Ausdruck fand. Das Bistum Speyer ist ihm und seiner Familie im Gebet verbunden und wird ihm ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.“ Mit diesen Worten würdigte der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den nun verstorbenen Altbundespräsidenten und vormaligen Präsidenten den Bundverfassungsgerichts Prof. Dr. Roman Herzog.

Dreimal besuchte Herzog den Dom im Rahmen offizieller Anlässe. Am 23. November 1993 trug er sich als Präsident des Bundesverfassungsgerichts in das Goldene Buch des Doms ein. In derselben Funktion stattete er der romanischen Kathedrale am 15. April 1994 erneut einen Besuch am, diesmal zusammen mit dem Österreichischen Verfassungsgerichtshof. Ein drittes Mal besuchte Herzog am 17. Oktober 1998 den Dom zu Speyer. Anlass war der Staatsbesuch von Bundeskanzler Helmut Kohl anlässlich seiner Verabschiedung durch die Bundeswehr.

Der Speyerer Dom hatte für Roman Herzog eine große persönliche Bedeutung. Davon zeugt neben den offiziellen Besuchen vor allem ein sehr persönlicher, inoffizieller Besuch, der auf den 1. Juli 1999 datiert. Dies war der erste Tag, an dem Herzog nicht mehr amtierender Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland war. Altbischof Dr. Anton Schlembach erinnert sich noch gut an die damalige Begegnung mit Roman Herzog. Dieser habe ihn angerufen und darum gebeten, dass der Bischof zusammen mit ihm und seiner Frau Christiane in den Dom gehen möge. Bewusst sei dieser Besuch Herzogs inoffiziell gewesen, das heißt ohne Protokoll und ohne öffentliche Aufmerksamkeit. Herzog habe geraume Zeit in stillem Gebet verbracht. Zu Bischof Schlembach sagte er: „Ich habe viel zu danken in meinem Leben“ und deshalb sei es ihm ein Anliegen gewesen, zu diesem Zeitpunkt in den Dom zu kommen. Auf Bitten von Bischof Schlembach hat sich Roman Herzog trotz des inoffiziellen Charakters des Besuchs auch damals in das Goldene Buch des Doms einzutragen. Er tat dies mit den Worten: „Meine Amtszeit als Bundespräsident habe ich hier beendet - im Herzen des christlichen Europa. Ich bin unendlich dankbar.“

Domsakristan Markus Belz erinnert sich daran, dass Roman Herzog jährlich mehrmals den Dom „inkognito“ und ohne Vorankündigung besuchte. Sowohl während der Amtszeit als Bundespräsident als auch danach suchte er den Dom am frühen Samstagmorgen auf, zu einer Zeit, wenn meist noch wenig Besucher in der Kathedrale unterwegs sind. Teils sei Herzog alleine gewesen, teils habe er Gästen mitgebracht, so Belz. Den Personenschutz habe er draußen warten lassen. Text: is; Foto © Domkapitel Speyer

11.01.2017


„Ihr seid jung, aber ihr bewegt schon viel!“

Die Sternsinger Pierre-Alexander (16), Monja (14), Janina (13) und Paula (13) sowie Begleiter Wolfgang Heinrich Justenhoven aus der Gemeinde Hl. Disibod in Feilbingert vertraten das Bistum Speyer am Montagmorgen beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur 59. Aktion Dreikönigssingen. Zum Gruppenfoto mit der Kanzlerin stellten sie sich gemeinsam mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, und Pfr. Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), im Bundeskanzleramt auf. Die Sternsinger Pierre-Alexander (16), Monja (14), Janina (13) und Paula (13) sowie Begleiter Wolfgang Heinrich Justenhoven aus der Gemeinde Hl. Disibod in Feilbingert vertraten das Bistum Speyer am Montagmorgen beim Sternsinger-Empfang von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur 59. Aktion Dreikönigssingen. Zum Gruppenfoto mit der Kanzlerin stellten sie sich gemeinsam mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, und Pfr. Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), im Bundeskanzleramt auf.

Sternsinger aus Feilbingert zu Gast bei Bundeskanzlerin Angela Merkel
 
Berlin- Es war der erste offizielle Termin der Bundeskanzlerin Angela Merkel im neuen Jahr und dann gleich so ein königlicher: Dort, wo sonst ruhige Arbeitsatmosphäre herrscht, besuchten am Montag 108 Sternsinger das Bundeskanzleramt und brachten ihren Segen für das neue Jahr. „Wenn ihr da seid, dann verändert sich die Stimmung hier ein bisschen. Ihr kommt mit euren bunten Kostümen, mit euren hoffnungsvollen Liedern. Wenn wir euch sehen und hören, wissen wir wieder, dass das etwas zu tun hat mit unserer Arbeit. Es geht nämlich darum, dass sich Hoffnungen erfüllen und wir immer wieder neue Wege in Angriff nehmen. Und genau das tut ihr auch“, sagte die Bundeskanzlerin zu den Kindern und Jugendlichen. Je vier Kinder aus allen 27 deutschen Diözesen besuchten das Bundeskanzleramt stellvertretend für die mehr als 300.000 Sternsinger, die rund um den Jahreswechsel Spenden für Gleichaltrige sammeln und den Segen zu den Menschen bringen.  
 
Bundeskanzlerin Merkel lobte das Engagement der Mädchen und Jungen. „Als Sternsinger macht ihr klar, dass es nicht nur um euch geht und nicht nur um die Kinder in Deutschland. Sondern dass es eine Welt gibt, und dass es genauso um Kinder in anderen Teilen der Welt geht. Und dass das, was ihr euch wünscht, auch für die anderen Kinder auf der Welt gilt. Dass sie in die Schule gehen können, dass sie als Erwachsene Arbeit finden. Und deshalb kommt ihr fröhlich und hoffnungsvoll hier her, aber mit einer sehr ernsten und klaren Botschaft“, so Merkel.  Die Bundeskanzlerin dankte den Sternsingern für ihren Einsatz für notleidende Kinder in aller Welt. „Ihr seid jung, aber ihr bewegt schon viel, denn ihr erzählt ja anderen Menschen davon, dass sie auch etwas Gutes tun, wenn sie euch helfen. Deshalb möchte ich mich stellvertretend für viele, viele Menschen in Deutschland ganz herzlich bei euch bedanken.“
 
„Die Erde muss im Gleichgewicht sein!“

Die 59. Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit!“ und rückt damit beispielhaft an der Region Turkana im Norden des Landes die Auswirkungen des Klimawandels in den Fokus. Charlotte (13) und Jasper (13) aus der katholischen Pfarrei Salvator in Berlin-Lichtenrade stellten Angela Merkel dies in einem kurzen Anspiel vor und hatten gleich eine Forderung an die Bundeskanzlerin mit dabei: „Die Erde muss im Gleichgewicht sein, damit alle auf und von ihr leben können. Bitte nehmen Sie das mit zu Ihren Kollegen in der Weltpolitik“, sagte Charlotte. Als Erinnerung an diese Bitte überreichten die beiden der Kanzlerin eine kleine Waage.
 
Der Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen (BDKJ), Pfarrer Dirk Bingener, der die Kinder gemeinsam mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, ins Bundeskanzleramt begleitet hatte, zitierte in seinen Worten an die Kanzlerin die Aufforderung von Papst Franziskus, dass alle als Werkzeuge Gottes zur Bewahrung der Schöpfung beitragen sollen. „Dies nehmen sich diese Kinder und Jugendlichen zu Herzen, wenn sie Spenden für Projekte in Kenia und weltweit sammeln. Aber eben auch, wenn sie selbst überlegen, wie sie durch ihren eigenen Lebensstil dazu beitragen, die globale Erderwärmung zu begrenzen und die Folgen zu lindern.“
 
Die Spende der Bundeskanzlerin nahmen Kinder aus der Gemeinde St. Anna in Bochum im Bistum Essen entgegen. Marie-Luise (16), Jost (14), Emma (10) und Sandro (11) trugen der Kanzlerin auch den Segensspruch vor und schrieben den Segen „20*C+M+B+17“ für das neue Jahr im Kanzleramt an. Mit ihrer Spende für das Dreikönigssingen unterstützt die Bundeskanzlerin eine Vorschule in Kenia.
 
Jeweils vier Sternsinger aus allen 27 deutschen Bistümern vertraten in Berlin alle Mädchen und Jungen, die sich rund um das Dreikönigsfest bundesweit an der 59. Aktion Dreikönigssingen beteiligen. Seit 1984 bringen die Sternsinger jedes Jahr ihren Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ ins Bundeskanzleramt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hieß die kleinen und großen Könige bereits zum zwölften Mal willkommen.
 
Rund 994 Millionen Euro, mehr als 70.100 Projekte

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 994 Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 70.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 58. Aktion zum Jahresbeginn 2016 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.282 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten mehr als 46,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe. Text: is; Foto: Ralf Adloff

09.01.2017


Aufruf: Die Gesellschaft im Wahlkampf nicht spalten

Gemeinsames Wort der Kirchen in Baden, in Elsass-Lothringen und in der Pfalz zum Wahljahr 2017

Kehl/Strasbourg- Anlässlich der in diesem Jahr bevorstehenden Wahlen in Frankreich und in Deutschland haben die evangelischen Kirchen in Baden, der Pfalz und in Elsass-Lothringen heute ein gemeinsames Wort veröffentlicht, in dem sie dazu aufrufen, die Gesellschaft im Wahlkampf nicht zu spalten und keine Vorurteile gegen einzelne Menschen oder Gruppen zu säen. Die Leitenden Geistlichen Jochen Cornelius-Bundschuh (Baden), Christian Albecker (Elsass-Lothringen) und Christian Schad (Pfalz) verlasen die Erklärung am heutigen Montag (9. Januar2017) auf der deutsch-französischen Fußgängerbrücke zwischen Kehl und Strasbourg.

Im vorangehenden Pressegespräch rief der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh dazu auf, wählen zu gehen und bezog sich dabei auf das Jubiläumsjahr der Reformation 2017. „Die reformatorische Botschaft betont die Verantwortung für die Welt“, sagte der Landesbischof. „Anstelle von Angst, Bevormundung und Engstirnigkeit setzt sie das Vertrauen, das eigenständige Denken und den weiten Horizont der Gläubigen“. Neun Monate vor der Bundestagswahl rief der Landesbischof dazu auf, die politische Debatte nicht von einem einzigen Thema bestimmen zu lassen, sondern die großen Themen soziale Gerechtigkeit, Rente und Klimawandel mit zu berücksichtigen.

Der Kirchenpräsident der Union des Églises protestantes d’Alsace et de Lorraine, Christian Albecker, warnte vor einer Instrumentalisierung der Religion für eine Politik der Abgrenzung. „Wir sind zuallererst Franzosen und unterscheiden uns dann erst als Christen oder Muslime“, sagte Albecker. Er distanzierte sich auch von einem Verständnis von Religion als Privatsache. „Gerade in der französischen Öffentlichkeit wird derzeit sehr viel über religiöse Fragen debattiert“, erklärte der Kirchenpräsident vor den zahlreichen deutschen und französischen Medienvertretern in der Kehler Friedenskirche.

Christian Schad, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), nannte die reformatorische Botschaft „eine Gegenstimme gegen die Angst und einen Einspruch gegen alle, die mit der Angst der Menschen spielen, um daraus Kapital zu schlagen“. Die protestantischen Kirchen wollten ihren Beitrag dazu leisten, dass Deutschland und Frankreich Motor der europäischen Integration bleiben. Schad rief zu einem „gastfreundlichen Europa“ auf und kündigte zugleich an, dass die Kirchen mithelfen würden, das Thema „soziale Gerechtigkeit wieder ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte“ zu rücken.

Am 23. April2017 ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich, im September wird der Deutsche Bundestag gewählt. Am 26. März 2017 wird auch der Landtag des Saarlandes gewählt. (ekiba/lk). Foto: Jana Volk

Lesen Sie auch die Erklärung in Deutsch und Französisch:

09.01.2017


Die Erklärung in Deutsch und Französisch:

Ein neues Jahr beginnt und es ist für uns der Anlass all unseren Gemeindegliedern, sowie den Bürgerinnen und Bürger der Grenzregion ein friedvolles und behütetes Neues Jahr zu wünschen. 

In diesem Jahr finden in unseren Ländern Wahlen statt, im Frühjahr ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich, im September die Bundestagswahl in Deutschland.

Wir bitten Sie: Nutzen Sie die demokratische Freiheit in unseren Ländern! Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und gehen Sie wählen!

Als evangelische Christinnen und Christen gedenken wir in diesem Jahr der Reformationsgeschichte, die vor 500 Jahren auch in unserer Region am Oberrhein ihren Anfang nahm. Drei Grundelemente unseres Glaubens sind uns in der politischen Auseinandersetzung besonders wichtig: 

1.               Jeder Mensch besitzt als Ebenbild Gottes eine unverlierbare Würde; sie hat in den Menschenrechten eine rechtlich fassbare Form gefunden. Wir widersprechen deshalb allen Versuchen, Menschen in ihrer Freiheit einzuschränken oder sie auszugrenzen. 

2.               Jesus Christus stellt sich an die Seite der Schwachen, der Armen und der Fremden. Wir wollen ihm auf diesem Weg folgen und setzen uns deshalb in unseren Ländern und gemeinsam in Europa für Humanität, Solidarität und Nächstenliebe ein. Wir sehen uns als Christinnen und Christen in einer besonderen Verantwortung, auch weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten. 

3.               Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Wir betrachten die Vielfalt der regionalen, nationalen, kulturellen und religiösen Traditionen als Herausforderung und als Reichtum unserer Länder und Europas. Nach dem zweiten Weltkrieg haben Christinnen und Christen einen wesentlichen Beitrag zur Versöhnung unserer beiden Länder geleistet. Das verstehen wir heute angesichts neuer Herausforderungen zu Versöhnung und Integration als Gabe und Aufgabe zugleich: Wir suchen den Dialog, gerade auch mit anderen Religionen und Weltanschauungen, wir tragen bei zu einer Kultur der Aufmerksamkeit und warnen vor Konzepten der Abgrenzung und vor nationalen Alleingängen. 

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, alle Parteien und Gruppen, die Gesellschaft im Wahlkampf nicht zu spalten, sondern sachlich und fair miteinander umzugehen. Wir wehren uns gegen alle Versuche, um politischer Macht willen, Vorurteile und Hass gegen einzelne Menschen oder Gruppen zu säen. 

Wir wachsen nur gemeinsam im Dialog und im gegenseitigen Respekt.

Une nouvelle année commence, et c’est pour nous l’occasion d’adresser nos vœux les plus sincères à tous les membres de nos communautés et à tous les citoyens de nos régions frontalières pour une année de paix et de fraternité.

Mais cette année sera aussi une année d’élections dans nos deux pays : élections présidentielles en France et élections au Bundestag en Allemagne. Bénéficiant dans nos deux pays du privilège de la liberté démocratique, notre premier devoir est d’user de notre droit d’électrice et d’électeur et d’aller voter.

Les chrétiens protestants se souviennent en cette année 2017 de l’histoire de la Réforme qui a également pris son essor, voilà 500 ans, dans notre région du Rhin supérieur. Trois convictions résultant de notre foi protestante nous semblent particulièrement importantes pour le débat politique à venir :

1.               Créé à l’image de Dieu, chaque être humain possède une dignité inaliénable, dont les Droits de l’homme constituent l’expression juridique. Nous nous élevons donc contre toutes les tentatives visant à limiter ou à mettre entre parenthèses ces droits.

2.               Jésus le Christ s’est résolument placé du côté des faibles, des pauvres et des étrangers. A sa suite, nous nous engageons dans nos pays respectifs et ensemble en Europe, en faveur de l’humanité, de la solidarité et de l’amour du prochain. En tant que chrétiens, nous sommes appelés à nous engager, partout dans le monde, au service de la paix, de la justice et de la sauvegarde de la création.

3.               Chaque être humain est une créature de Dieu. Nous considérons la diversité des cultures et traditions régionales et nationales à la fois comme un défi et une richesse pour nos pays et pour l’Europe. Au lendemain de la deuxième guerre mondiale, les chrétiens ont apporté une contribution majeure à la réconciliation de nos deux pays. Aujourd’hui, nous sommes confrontés à de nouveaux défis concernant nos responsabilités et nos devoirs dans le domaine de la réconciliation et de l’intégration : Nous recherchons le dialogue, en particulier avec d’autres religions et philosophies, nous cherchons à encourager une culture de la bienveillance et rendons attentif au danger que représentent actuellement les dérives nationalistes et identitaires.

Nous invitons les citoyennes et les citoyens, les partis et les mouvements de nos pays à veiller à ne pas diviser la société durant les campagnes électorales et à se traiter mutuellement avec respect et objectivité. Nous nous élevons contre toutes les tentatives visant à répandre, en vue d’accéder au pouvoir, un climat de suspicion et d’exclusion à l’encontre d’individus ou de groupes d’individus.

Nous ne grandirons qu’ensemble, dans le dialogue et le respect mutuel.

09.01.2017


Saarländische Ministerpräsidentin empfängt Sternsinger aus St. Ingbert

Regionale Sternsingeraussendung mit Weihbischof Georgens in Landau

Speyer/Landau/Saarbrücken/St. Ingbert- Rund 60 Sternsinger aus den Bistümern Speyer und Trier waren am 6. Januar zu Besuch in der Staatskanzlei in Saarbrücken, um der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer den Segen zu überbringen. Mit dabei waren 12 große und kleine Könige aus St. Ingbert, die das Bistum Speyer vertraten.

„Ich danke Euch ganz herzlich, dass Ihr Euch für Kinder in der Welt einsetzt und uns den Segen bringt. Mit Eurem Segen zum Beginn des Jahres können wir gleich viel besser arbeiten.“, freute sich Kramp-Karrenbauer. Sie bedankte sich ausdrücklich für den Einsatz der Sternsinger für Kinder in Not.

Die Mädchen und Jungen aus St. Ingbert warteten gespannt auf das Treffen mit der Ministerpräsidentin: „Ich wollte da auf jeden Fall dabei sein“ berichtet David (13). Sternsingerin Hannah (16) ergänzt: „Das war toll. Die Ministerpräsidentin hat sich viel Zeit für uns genommen und uns gut zugehört. Am Besten war aber, dass ich den Segen an die Tür schreiben durfte.“

Bereits am Vormittag hatte Weihbischof Otto Georgens Sternsinger aus Landau und Umgebung ausgesendet. Viele kleine und große Segensbringer hatten sich dazu auf dem Rathausplatz in Landau versammelt. „Das Kindermissionswerk und der BDKJ haben Kenia zum Beispielland der Sternsingeraktion 2017 gewählt. Als ich davon hörte, habe ich spontan an Landau gedacht. In Landau gibt es zwei Initiativen, die seit langem Menschen in Kenia unterstützen: Die Maria-Ward-Schule und der Hungermarschverein. Die Solidarität mit Kindern und Jugendlichen in Kenia durch die diesjährige Aktion Dreikönigssingen verbindet uns.“ Sagt Weihbischof Georgens.

In diesem Jahr fand keine bistumsweite, zentrale Aussendungsfeier statt. Die Sternsinger werden aber vor Ort in ihren Pfarreien ausgesendet, Gruppen in und um Landau nutzten die regionale Veranstaltung dort für eine gemeinsame Aussendungsfeier. 

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit!“ heißt das Leitwort der 59. Aktion Dreikönigssingen, das aktuelle Beispielland ist Kenia. 1959 wurde die Aktion erstmals gestartet. Inzwischen ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Die Aktion wird getragen vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den gesammelten Spenden mehr als 1.500 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist gemeinsam mit dem Kindermissionswerk "Die Sternsinger" e.V. Träger der Aktion. Der BDKJ-Diözesanverband Speyer vertritt die Anliegen von 7.500 Mitgliedern aus acht Kinder- und Jugendverbänden im Bistum Speyer in Politik, Kirche und Gesellschaft. Mehr: www.bdkj-speyer.de  Text und Foto: BDKJ

07.01.2017


Saarländische Ministerpräsidentin empfängt Sternsinger - Bilderalbum

 

„Einschnitte sind eine Chance, um daran zu wachsen“

Pontifikalamt zum Fest Erscheinung des Herrn im Speyerer Dom – Generalvikar gibt bei Empfang Ausblick unter anderem auf die Feier des 200-jährigen Jubiläums der Neugründung des Bistums

Speyer- Zum Fest Erscheinung des Herrn feierte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann im Speyerer Dom ein Pontifikalamt, an dem auch zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats und des Diözesancaritasverbandes ebenso wie mehrere Sternsinger der Dompfarrei teilnahmen. Bischof Wiesemann dankte ihnen stellvertretend für alle Sternsinger im Bistum für ihren unermüdlichen Einsatz: „Ihr kleinen und doch so großen Könige leistet einen großen und wichtigen Dienst. Indem ihr von Haus zu Haus geht und den Menschen den Segen bringt, gebt Ihr ein Beispiel, wie es in der Welt anders werden kann.“ Er würdigte die Sternsingeraktion als „großartiges Zeugnis“ einer Hilfsaktion von Kindern für Kinder.

In seiner Predigt stellte er die drei Weisen, die sich von einem Stern zu dem neu geborenen Jesuskind in Bethlehem führen ließen und ihm huldigten, der Machtzentrale des König Herodes gegenüber. Sie sei angesichts der Geburt des Messias von Angst, Starrheit und Heuchelei erfasst worden sei. „Anders die drei Weisen: Sie waren Suchende und Fragende und wurden von der Sehnsucht nach etwas Größerem und der Neugier auf das Leben geleitet“, führte der Bischof aus. Ihre Größe habe sich geäußert in ihrer Beweglichkeit und ihrer Fähigkeit, die Zeichen der Zeit zu sehen und zu deuten.

Indem Gott als Kind und nicht als Konkurrent in die Welt gekommen sei, habe er alle Schemata von Macht und Herrschaft durchbrochen, so der Bischof weiter. Er habe sich berührbar und damit - auch im wörtlichen Sinne - „angreifbar“ gemacht. Jesus habe sich als Dienender verstanden und habe damit die herkömmliche Idee von Herrschaft auf den Kopf gestellt. „Das führt uns in das Zentrum unseres Auftrags heute als Kirche: Dass wir Suchende und Fragende bleiben mit der Bereitschaft, immer wieder neu aufzubrechen und uns von Gott dorthin führen zu lassen, wo alle Mächtigen der Welt die Kronen ihrer Selbstherrlichkeit ablegen müssen. Sie tun das im Angesicht des Kindes, das als einziges den Sinn der Welt erschließen kann.“ Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Schola gregoriana und Domorganist Markus Eichenlaub gestaltet.

Beim anschließenden Empfang für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats und des Diözesancaritasverbandes stellte Generalvikar Dr. Franz Jung das Thema „Wachsen an Einschnitten“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Er bezog den Gedanken auf die Reformation vor 500 Jahren ebenso wie auf die Neugründung des Bistums Speyer vor 200 Jahren. Mit der Gründung der 70 neuen Pfarreien im Rahmen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ sei erneut ein bedeutender Einschnitt in der Geschichte des Bistums erfolgt. „Einschnitte kosten viel Kraft, doch sie sind zugleich eine Chance, daran zu wachsen und dem ursprünglichen Auftrag unter geänderten Bedingungen treu zu bleiben“, so der Generalvikar.

Das Fest „Erscheinung des Herrn“ – nach dem Griechischen auch Epiphanie genannt – gehört zu den Hochfesten in der katholischen Kirche. Es beschließt zusammen mit dem Fest der Taufe des Herrn am nachfolgenden Sonntag den Weihnachtsfestkreis. Text und Foto: is

06.01.2017


„Christus segne dieses Haus“

Sternsinger sind in den Pfarreien des Bistums Speyer wieder unterwegs – Rund 3.500 Kinder und Jugendliche engagieren sich in der Pfalz und im Saarpfalzkreis für die Sternsinger-Aktion

Speyer- In diesen Tagen sind rund 3.500 Kinder und Jugendliche als Sternsinger im Bistum Speyer unterwegs. Sie bringen ihren Segen "Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus" in die Häuser.

Das Leitwort der diesjährigen Sternsinger-Aktion lautet: „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit!" In diesem Jahr geht es um den Klimawandel und was er zum Beispiel in Afrika für die Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche bedeutet.

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Sternsinger-Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 994 Millionen Euro wurden seither gesammelt und mehr als 70.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Gefördert werden Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe. Sternsinger-Gruppen aus dem Bistum Speyer sind auch bei den Empfängen im Bundeskanzleramt sowie in den Staatskanzleien von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes beteiligt. Text und Foto: is

Weitere Informationen: www.sternsinger.de

05.01.2017


Bistum Speyer feiert mit „Glaubensfeuer“ das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung

Präsentation von „Glaubensfeuer“ in der katholischen Kirche St. Cosmas und Damian in Gau-Algesheim im Juni 2016 Präsentation von „Glaubensfeuer“ in der katholischen Kirche St. Cosmas und Damian in Gau-Algesheim im Juni 2016

Multimediale Licht-Klang-Installation wird am Abend des Pfingstsonntag (4. Juni 2017) im Speyerer Dom gezeigt

Speyer- An Pfingsten 2017 feiert das Bistum Speyer das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung. Aus diesem Anlass wird am Abend des Pfingstsonntags (4. Juni 2017) im Speyerer Dom eine multimediale Licht-Klang-Installation mit dem Titel „Glaubensfeuer“ gezeigt.

Die Besucherinnen und Besucher werden spektakuläre Lichteffekte, außergewöhnliche Farbstimmungen und sphärische Klänge in Verbindung mit biblischen Texten erleben. Entwickelt wurde die multimediale Licht-Klang-Installation vom Bistum Mainz in Zusammenarbeit mit dem renommierten Licht- und Mediadesigner Thomas Gerdon. Er hat schon mehrfach für große Fernsehproduktionen die Lichteffekte gestaltet und ist auch international tätig. So entwarf er zum Beispiel Lichtdesigns für Fernsehshows wie „Verstehen Sie Spaß“ oder „Let’s dance“ und große Rockkonzerte zum Beispiel von „nature one“ und „mayday“. Bisherige Aufführungen haben zu begeisterten Reaktionen quer durch alle Generationen und lange Menschenschlangen vor Beginn der Aufführungen geführt. Imposante Lichteffekte sind dabei auf eindrucksvolle Musikstücke synchron abgestimmt und erzeugen in ihrer Farbigkeit ungewöhnliche Stimmungen, neue Einblicke in den Kirchenraum und ein nicht nur spirituelles Erlebnis für alle Sinne.

Im Mittelpunkt der knapp einstündigen Präsentation stehen die Elemente Wasser, Licht und Feuer. „Gerade das Feuer steht in besonderer Weise für das Pfingstereignis. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass der Heilige Geist wie mit Feuerzungen auf die Jünger herabkam“, erklärt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. „Der Heilige Geist entzündete in ihnen das innere Feuer, das sie begeistert die frohe Botschaft verkünden ließ.“

Im „Glaubensfeuer“ werden Wasser, Licht und Feuer effektvoll in Szene gesetzt und mit biblischen Texten und Bildern in Verbindung gebracht. Zugleich bieten spezielle Lichteffekte Gelegenheit, den Raum der romanischen Kathedrale kennenzulernen und neu zu erleben. So werden zum Beispiel Lichtspots auf einzelne Architekturelemente oder Objekte und Figuren gerichtet. „Wir wollen die Besucherinnen und Besucher animieren, den Kirchenraum mit allen Sinnen auf eine neue, ungewöhnliche und unerwartete Weise zu erfahren“, lädt Bischof Wiesemann alle Interessierten dazu ein, sich vom „Glaubensfeuer“ anrühren zu lassen. „Wir blicken an Pfingsten zurück auf 200 Jahre Geschichte seit der Neugründung. Doch zugleich wollen wir mit dem ‚Glaubensfeuer‘ die Herzen der Menschen von heute entzünden und auch in Zukunft die befreiende Botschaft des Evangeliums in die Welt und zu den Menschen bringen.“

Präsentation von „Glaubensfeuer“ in der katholischen Kirche St. Cosmas und Damian in Gau-Algesheim im Juni 2016Die Präsentation „Glaubensfeuer“ wird am Abend des Pfingstsonntags (4. Juni 2017) im Speyerer Dom dreimal in Folge gezeigt, jeweils im Abstand einer vollen Stunde. Die einzelnen Präsentationen beginnen um 21 Uhr, um 22 Uhr und um 23 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Bistum feiert auf vielfältige Weise das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung

Unter dem Leitwort „Seht, ich mache alles neu“ (Off 21,5) begeht das Bistum Speyer im Jahr 2017 das 200-jährige Jubiläum seiner Neugründung. Eröffnet wird das Fest mit einer ökumenischen Vesper und der Präsentation „Glaubensfeuer“ am Pfingstsonntag. Die zentrale Feier findet am Pfingstmontag (5. Juni 2017) statt, genau 200 Jahre nach der Unterzeichnung des Bayerischen Konkordats, mit dem das Bistum Speyer 1817 in den Grenzen des bayerischen „Rheinkreises“ neu errichtet worden war. Im Mittelpunkt steht ein Festgottesdienst im Dom, zu dem auch zahlreiche hochrangige Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft erwartet werden. Anschließend wird der Domnapf auf dem Domvorplatz mit Wein gefüllt und an die Teilnehmer der Jubiläumsfeier ausgeschenkt. Am Nachmittag lädt das Bistum in den Dienstgebäuden des Bischöflichen Ordinariats zu einem Tag der offenen Tür ein. „Die Besucherinnen und Besucher können so auch die gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkte und die Zukunftsvisionen des Bistums kennenlernen“, macht Bischof Wiesemann deutlich. Gezeigt wird außerdem ein Theaterstück des Chawwerusch-Theaters aus Herxheim, das den Zuschauern die Anfänge des neugegründeten Bistums vor Augen stellt. Das Stück wird im Mai und Juni des kommenden Jahres in allen Dekanaten des Bistums sowie in mehreren katholischen Schulen aufgeführt.

Bereits am Dienstag, den 16. Mai 2017, hält auf Einladung des Bistums Professor Klaus Unterburger im Historischen Ratssaal in Speyer einen wissenschaftlichen Vortrag zum Thema „200 Jahre neues Bistum Speyer“. Er lehrt Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Kirchengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die Theologiegeschichte seit dem Spätmittelalter, die Geschichte der Kirchenverfassung und die Ordensgeschichte. Sein Vortrag behandelt das Spannungsverhältnis von Restauration und Innovation in der Entwicklung des Bistums Speyer seit der Neugründung im Jahr 1817.

Weitere Informationen zum 200-jährigen Jubiläum der Neugründung des Bistums Speyer:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/bistumsjubilaeum-2017/

Weitere Informationen zur Licht-Klang-Installation „Glaubensfeuer“: https://aktionen.bistummainz.de/illuminationen/

Text und Foto: is

04.01.2017


"Gott ist stärker als alle anderen Mächte dieser Welt"

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hielt eine eindringliche PredigtBischof Wiesemann predigt zum Jahresabschluss im Speyerer Dom und ruft dazu auf, sich trotz vieler Unsicherheiten nicht von Angst lähmen zu lassen

Speyer-  "Wir bitten um ein gesegnetes neues Jahr – wir wissen nicht, was kommt", sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei seiner Begrüßung zum Pontifikalamt zum Jahresschluss. Im vollbesetzten Dom zu Speyer verabschiedeten die Gläubigen am Silvester-Nachmittag gemeinsam mit dem Bischof das alte Jahr und baten um Gottes Beistand für das neue. In Zeiten politischer Umbrüche und einer ungewissen Zukunft spendete der Bischof Zuversicht. Er forderte die Menschen auf, sich nicht vermeintlich vorbestimmten Situationen zu fügen, sondern mit Gottvertrauen die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

In seiner bewegenden und nachdenklich machenden Predigt zeigte der Bischof Verständnis, dass die zahlreichen unberechenbaren Situationen auf der Welt, die auch unser Leben beeinflussen, Angst auslösen. "Es gibt berechtigten Grund zur Sorge", stellte er fest. "2016 hat sich für mich das Wort Kontrollverlust in den Mittelpunkt geschoben", sagte Wiesemann und sprach vom Kontrollverlust auf der Weltbühne, von Demokratien, die sich in Diktaturen wandeln oder vom um sich greifenden Populismus. Bei dem Grundgefühl des Kontrollverlustes schwinge Angst und Sorge mit – auch Angst um die eigene Sicherheit. Das könne die Freiheit einschränken, das eigene Leben zu entfalten. Mehr noch: "Wie geht es mit dem demokratischen Engagement weiter?", fragte der Bischof.

Wiesemann machte deutlich, dass das Weltgeschehen und das Leben jedes Einzelnen miteinander verbunden sind, dies aber keine Einbahnstraße darstellt. Nicht nur das Weltgeschehen beeinflusst jeden Menschen – auch jeder Mensch kann mit seinem Handeln in der Gesellschaft wirken und sie verändern. Er rief auf, sich von der einschleichenden Angst nicht lähmen zu lassen, sich dem Schicksal nicht einfach zu ergeben, sondern schwierige Situationen anzunehmen und die Zukunft selbst zu gestalten. Mit Vertrauen auf Gott gelinge dies. Glauben befähige zum Vertrauen und das Vertrauen in Gott spende wiederum eine Kraft, die nicht nur von uns selbst komme, aber die jeden Einzelnen zum Guten motiviere. Er erinnerte daran, dass Jesus aufruft, sich "für Liebe, für Wahrheit, für Gerechtigkeit einzusetzen".

Die Dommusik unter Leitung von Domkantor Joachim Weller und Domkapellmeister Markus Melchiori bewies wieder ihr KönnenAls Gegenbeispiel für mangelndes Vertrauen führte er den Ausspruch "Wir schaffen das" von Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Dieser Satz "dient nicht zum Moralappell", erklärte Bischof Wiesemann. Merkels Satz funktioniere nicht ohne ein tiefes Vertrauen. Dagegen könnten Gläubige auf Gott bauen, der alles zusammenhalte, so dass die Welt nicht entgleite. "Gott ist da, der Glaube kann tragen, helfen, verwandeln, Schicksal in Freiheit wandeln." Jeden Tag feiere die katholische Kirche mit der Eucharistie eine Wandlung, verdeutlichte der Bischof. Mit Vertrauen in Gott sollten die Gläubigen den Jahreswechsel begehen, sagte er und bekräftigte zum Schluss seiner Predigt: "Gott ist stärker als alle anderen Mächte dieser Welt."

Die Dommusik unter Leitung von Domkantor Joachim Weller und Domkapellmeister Markus Melchiori bewies bei dem Gottesdienst wieder ihr Können. Es sangen der Mädchenchor, die Domsingknaben und der Domchor. Es spielten die Dombläser sowie Domorganist Markus Eichenlaub. Die Besucher des Pontifikalamtes erlebten unter anderem die "Missa brevis in B" von Christopher Tambling, "Tantum ergo B-Dur" von Anton Bruckner und "Ave verum corpus" von Bernhard Hemmerle. Text und Fotos: Yvette Wagner

01.01.2017


Hoffnung auf Wandel

Kirchenpräsident Christian Schad zum Jahreswechsel: Wir müssen nicht auf das Gestern fixiert bleiben

Speyer-  Christen feiern nach Ansicht von Kirchenpräsident Christian Schad bei jeder Jahreswende auch die Hoffnung auf persönliche Veränderung und Verwandlung, die sie zu dem werden ließen, wozu sie bestimmt seien: „zu Menschen mit aufrechtem Gang und zu freien Geschöpfen unter dem Himmel“. Im Gottesdienst am Altjahresabend in der Speyerer Gedächtniskirche betonte Schad, dass zwar die Hoffnung auf Wandel auch den Zweifel und die Angst kenne und man sich an das, was gewesen sei, klammere, „aber Gott sei Dank müssen wir nicht auf das Gestern fixiert bleiben“.

Aus Ängste und Sorgen wachse nichts Gutes, erklärte der Kirchenpräsident im Blick auf die Flüchtlingsdebatte und die Diskussionen nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Jegliche Form von Menschenverachtung sei inakzeptabel, betonte Schad. Rechtsextreme Ideologen und militante Islamisten strahlten gleichermaßen eine menschliche Kälte aus, die einen frösteln lasse. „Sie säen Zwietracht und verbreiten Lügen, die für viele Menschen nicht mehr von echten Fakten zu unterscheiden sind. Regeln des Anstands, Grundmaßstäbe des menschlichen Umgangs miteinander geraten ins Wanken“, sagte Schad.

Angesichts der Ereignisse und der vielen Hiobsbotschaften des zu Ende gehenden Jahres falle es mitunter schwer, an Gottes Begleitung und Gegenwart zu glauben. Viele Menschen könnten ihn und seine Beständigkeit dort nicht erkennen, wo unsägliches Leid, wo Krieg und Hass und Feindschaft, herrschten. Doch Christus herrsche nicht, indem er „die Strippen zieht, er ist da, indem er der Bruder der Menschen wird“, erläuterte der Kirchenpräsident.

Während Christus nach den Worten des Hebräerbriefs „gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ sei (Hebräer 13,8), gelte für den Menschen, „dass wir noch wandlungsfähig sind, so oft wir uns zu neuen Ufern aufmachen: aus der Ohnmacht in schöpferische Kraft, aus der Wut in neuen Mut, aus Schuld zu praktizierter Vergebung, aus der Starre zu neuem Leben“, sagte Schad.

Hinweis:

Kirchenpräsident Christian Schad predigt in den Gottesdiensten am Altjahresabend, dem 31. Dezember 2016, um 17 Uhr in der Gedächtniskirche Speyer und um 19 Uhr in der Mutterhauskapelle der Ev. Diakonissenanstalt Speyer  lk

31.12.2016


„Weihnachtsbotschaft hält der tödlichen Macht des Bösen stand“

Pontifikalamt zur Christmette  im Speyerer DomBischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ruft in seiner Weihnachtspredigt dazu auf, sich mit allen Opfern sinnloser Gewalt zu solidarisieren – Erinnerung an die mehr als 5000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr im Mittelmeer umgekommen sind

Speyer- Zahlreiche Gläubige besuchten die Weihnachtsgottesdienste im Bistum Speyer. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bezeichnete in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag die Weihnachtsbotschaft als eine Vision, die selbst „den Abgründen und der tödlichen Macht des Bösen“ standhält. Das über viele Jahrzehnte in den westlichen Ländern vorherrschende Grundgefühl, dass sich die Lebensmöglichkeiten immer weiter steigern ließen, habe sich grundlegend verändert. „Ausbeutung, Korruption und jahrzehntelang ungelöste Konflikte haben Menschen ohne Zukunftsperspektive hinterlassen.“ Sie hätten Formen und Organisationen der Gewalt und des Terrors hervorgebracht, die vorsätzlich eine globale Destabilisierung anzielen. „Kein Tabu, keine letzte humane Hemmschwelle hat mehr Geltung“, sagte er im Blick auf die Anschläge auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin und an der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Kairo. „Wir solidarisieren uns mit allen Opfern solcher Gewalt, welcher Herkunft oder Religion sie auch sein mögen“, erklärte Wiesemann und gedachte der 3800 Menschen, die allein bis Ende Oktober auf der Flucht vor Hunger und Gewalt im Mittelmeer umgekommen sind.

Noch nie in der Geschichte sei es so wichtig gewesen, dass Europa sich seiner gemeinsamen Verantwortung in der Welt und für die Welt bewusst wird. „Ein Zerfall in kleinkarierte, angstbesessene Nationalismen kann nicht nur keine Lösung sein, sondern wäre ein weiteres, folgenschweres Versagen – so Die Choere der Dommusik gestalteten die Weihnachtsgottesdienste mitwie die Welt vor Aleppo und den dortigen Gräuel versagt hat“, betonte der Bischof in Erinnerung an Robert Schumann, der 1950 visionär gefordert hatte, dass das wirtschaftliche Zusammengehen in Europa von einem großen Ziel getragen sein müsse, der Hebung des Lebensstandards in der gesamten Welt und der Förderung des Friedens. „Das ist nie wirklich eingelöst worden“, stellte Wiesemann fest. Vieles von solchen Versäumnissen räche sich jetzt. „Europa war und ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.“

Die Weihnachtsbotschaft sei viel politischer, als es die „Idylle unserer Krippenlandschaften“ vermuten lasse. In dem Kind von Bethlehem bündele sich die „ganze Vision einer erlösten, humanen Welt“. Sie öffne einen Horizont, der nicht an Grenzen halt macht, und habe eine innere Kraft, die „selbst über hoffnungslos erscheinende Abgründe des Hasses hinweg mutig und geduldig auf die Möglichkeit für Versöhnung und Frieden, auf die Teilhabe aller an den Gütern der Erde und die Einheit und Zukunft des Menschengeschlechtes setzt“. Es sei alles andere als sentimental und harmlos, wenn Christen in der Weihnachtsnacht in „die Totenstille dieser Welt“ hineinriefen: „Christ, der Retter ist da!“

Unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller gestalteten das Vokalensemble der Dommusik, der Domchor, der Mädchenchor am Dom, die Speyerer Domsingknaben, die Capella Spirensis und die Dombläser die festlichen Weihnachtsgottesdienste im Dom zu Speyer. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Text: is; Foto: Klaus Landry

Lesen Sie die Predigt von Bischof Wiesemann

25.12.2016


Predigt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Speyer

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei der PredigtWeihnachten 2016 (Hochamt)

Liebe Schwestern und Brüder!

In diesen Tagen geht mir immer wieder ein Gedicht von Werner Bergengruen durch den Kopf. Es klingt in der aktuellen Situation ziemlich provozierend, denn es heißt „Heile Welt“:

„Wisse, wenn in Schmerzensstunden
dir das Blut vom Herzen spritzt:
Niemand kann die Welt verwunden,
nur die Schale wird geritzt.

Tief im innersten der Ringe
ruht ihr Kern getrost und heil.
Und mit jedem Schöpfungsdinge
Hast du immer an ihm teil.“

Beim ersten Hören wirkt das Gedicht gerade angesichts der Gräuel, die sich vor unseren Augen täglich in der Welt ereignen, angesichts der Opfer und des Leids so vieler, denen unser ganzes Mitgefühl und unsere Solidarität gilt, schrecklich verharmlosend, peinlich beschwichtigend. Beim genauen Hinsehen allerdings zeigt sich ein anderes Bild.

Bergengruen hat das Gedicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Wahnsinn des II. Weltkrieges und der Hitlerdiktatur aufgeschrieben. Er war selbst betroffen, hatte er doch eine Frau mit jüdischen Wurzeln, zu der er fest stand. Und er war ein klarer Gegner des Naziregimes, der unter anderem auch Flugblätter der „Weißen Rose“ verteilte. Also kann das Gedicht kein naiv, frömmelnd oder gar verharmlosend dahin gesprochenes Wort von der „heilen Welt“ sein! Für Bergengruen war die Gefährdung und Verwundung des Lebens durch den Terror der Naziherrschaft und die Unmenschlichkeit des Krieges unmittelbar gegenwärtig. Hören wir hinein in ein anderes Gedicht von ihm aus derselben Zeit mit dem Titel „Die letzte Epiphanie“:

Ich hatte dies Land in mein Herz genommen,
ich habe ihm Boten um Boten gesandt.
In vielen Gestalten bin ich gekommen.
Ihr aber habt mich in keiner erkannt.

Ich klopfte bei Nacht, ein bleicher Hebräer,
ein Flüchtling, gejagt, mit zerrissenen Schuh‘n.
Ihr riefet dem Schergen, ihr winktet dem Späher
und meintet noch, Gott einen Dienst zu tun.

Ich kam als zitternde, geistesgeschwächte
Greisin mit stummen Angstgeschrei.
Ihr aber spracht vom Zukunftsgeschlechte
und nur meine Asche gabt ihr frei.

Verwaister Knabe auf östlichen Flächen,
ich fiel euch zu Füßen und flehte um Brot.
Ihr aber scheutet ein künftiges Rächen,
ihr zucktet die Achseln und gabt mir den Tod.

Ich kam, ein Gefangener, als Tagelöhner,
verschleppt und verkauft, von der Peitsche zerfetzt.
Ihr wandtet den Blick von dem struppigen Fröner.
Nun komm ich als Richter. Erkennt ihr mich jetzt?

Der Dichter beschreibt, wie Gott selbst das Land und die Menschen in sein Herz nimmt und sich zu ihnen aufmacht. Aber welche Gestalt er auch annimmt, er wird nicht erkannt, noch schlimmer: Er ist sich seines Lebens nirgendwo sicher. Es wird nach seinem Leben gegriffen: als Jude und Flüchtling, als alter Mensch und „unwert“ eingestuftes Leben, als Kind und der politischen Opportunität Geopferter. Für Bergengruen ist jedoch unzweifelhaft sicher, dass in all dem Gericht geschieht. Auch wenn der Täter scheinbar davon kommt und seine Macht zu triumphieren scheint, das letzte Urteil in allem spricht Gott selbst, der sich mit den Opfern identifiziert und sich in ihnen zu erkennen gibt. Er setzt die Wahrheit und das Recht endgültig in Kraft. Seine letzte Frage ist immer neu an uns alle gerichtet: „Erkennt ihr mich jetzt?“ An der Erkenntnis des Gottes, der als Kind und Flüchtling zu uns gekommen ist und als unwertes Leben ans Kreuz geschlagen wurde, kommt niemand vorbei: „Alle Augen sehen das Heil unseres Gottes.“ (Jes 52,10)

Aus diesem unerschütterlichen Glauben heraus ist das Gedicht von der heilen Welt zu lesen, nur so kann man es verstehen. In diesen Zeilen steckt ein gewaltiger, entschlossener Trotz, der sich gegen die tiefe Verletzung der Welt aufrichtet und der Macht des Bösen nicht das Recht zubilligt, unsere Lebenswelt im letzten zu bestimmen. Eine mutige, visionäre Lebenskraft, die dem Mörder nicht die Macht zugesteht, die Wahrheit auf ewig zu verdrehen, die Angst und den Krieg zum Vater aller Dinge zu erklären, das Leben bis in die innerste Wurzel hinein zu tyrannisieren und die Welt aus den Fugen heben zu können. Ein ungebrochener Wille zur Gerechtigkeit, den Opfern die Würde zurückzugeben und den Gedemütigten, Misshandelten, Vertriebenen das Recht. Nein, kein Hass kann mich zum Hassen zwingen, keine Macht dieser Welt kann die Wahrheit, die Gerechtigkeit und auch nicht die Liebe außer Kraft setzen. „Niemand kann die Welt verwunden, nur die Schale wird geritzt.“ Für mich ist das ein in der Kraft des Glaubens gegründetes Aufstehen gegen die Macht des Terrors, der Aufruf, jetzt erst recht gemeinsam aufzustehen zum Leben!

Werner Bergengruen ist 1964 gestorben. Nur wenige Jahre später waren seine vorher vielgelesenen Werke ähnlich wie die seines Freundes Reinhold Schneider fast vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Er galt nach 1968 als nicht mehr zeitgemäß wegen seiner ungebrochenen Glaubensüberzeugung, dass Gott die Welt gut geschaffen habe – und keine Macht dieser Welt sie so abgründig verwunden könne, dass der Sinn, die Wahrheit und die Schönheit des Daseins zerstört werden. Das gläubige Grundgefühl der Dankbarkeit wurde als restaurativ empfunden gegenüber dem vorherrschenden Ziel, die Gesellschaft modern umzugestalten. Wir, die wir nach dem Krieg geboren sind, sind aufgewachsen mit einem Grundgefühl gesicherten Wohlstands und fast grenzenlos scheinender Freiheit. Es gab – Gott sei Dank – kaum noch gemeinsame Erfahrungen von Hunger, Not und Überlebensangst, höchstens wenn Oma oder Opa von früher erzählten. Die Lebensmöglichkeiten und Lebenserwartungen erschienen immer weiter steigerungsfähig.

Das alles hat sich grundlegend geändert. Die Flüchtlingsbewegungen zeigen, dass sich die Lebenswelten der Menschen nicht mehr auseinanderhalten lassen. In diesem Jahr 2016 sind wieder nochmals mehr Menschen im Mittelmeer umgekommen, bis Ende Oktober waren es allein 3800. Ausbeutung, Korruption und jahrzehntelang ungelöste Konflikte haben unzählige Menschen ohne Zukunftsperspektive hinterlassen und Formen und Organisationen der Gewalt und des Terrors hervorgebracht, die nicht mehr lokal begrenzt sind, sondern vorsätzlich die globale Destabilisierung anzielen. Kein Tabu, keine letzte humane Hemmschwelle ist mehr in Geltung. Brutale Anschläge sollen bewusst unschuldige Menschen treffen, wie erst kürzlich auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin oder an der koptisch-orthodoxen Kathedrale in Kairo. Wir solidarisieren uns mit allen Opfern solcher sinnloser Gewalt, welcher Herkunft oder Religion sie auch sein mögen. Wir fühlen uns zutiefst verbunden mit den unzähligen Brüdern und Schwestern im Glauben, die bedrängt und verfolgt werden.

Liebe Schwestern und Brüder, die Probleme lassen sich nur in gemeinsamer Verantwortung lösen. Schon Robert Schuman, einer der Gründungsväter des neuen Europa, hatte nach dem Krieg von der großen Aufgabe Europas im Hinblick auf den vergessenen Kontinent Afrika gesprochen. In einer historischen Rede vom 9.Mai 1950, die als Gründungsurkunde des geeinten Europas gilt, sagte er:

„Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.“ Und dann führte er visionär aus, dass das wirtschaftliche Zusammengehen von einem großen Ziel getragen sein muss: „Diese Produktion wird der gesamten Welt ohne Unterschied und Ausnahme zur Verfügung gestellt werden, um zur Hebung des Lebensstandards und zur Förderung der Werke des Friedens beizutragen. Europa wird dann mit vermehrten Mitteln die Verwirklichung einer seiner wesentlichsten Aufgaben verfolgen können: die Entwicklung des afrikanischen Erdteils.“

Das ist nie wirklich eingelöst worden. Vieles von solchen Versäumnissen rächt sich jetzt. Europa war und ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ich bin davon überzeugt, dass es in der Geschichte noch nie so wichtig war, dass Europa sich seiner gemeinsamen Verantwortung in der Welt und für die Welt bewusst wird. Ein Zerfall in kleinkarierte, angstbesessene Nationalismen kann nicht nur keine Lösung sein, sondern wäre ein weiteres, folgenschweres Versagen – so wie die Welt vor Aleppo und den dortigen Gräuel versagt hat.

Dazu braucht es aber eine Vision, wie sie der gläubige Christ Robert Schuman gehabt hat, eine Vision, die aus einer Kraft lebt, die der Größe und Macht der Bedrohung nicht nur standhalten kann, sondern neue hoffnungsvolle Perspektiven aufweist. Das ist in der verfahrenen Situation der Welt schwer, aber – und hier trifft für mich einmal das Wort – alternativlos. Was ist das für eine Vision? Sie muss auf jeden Fall die Kraft haben, Menschen zusammenzubringen, ihren Zusammenhalt und ihre Verantwortung füreinander zu stärken, statt zu spalten und sie gegeneinander aufzuhetzen. Sie braucht einen universalen Geist und Horizont, der nicht an den Grenzen halt macht. Das allein entspricht dem großen christlichen und humanistischen Erbe Europas: dass die Freiheit und die Gleichheit in der Würde für jeden Menschen gilt und wir alle Brüder und Schwestern sind, Kinder des einen Vaters im Himmel. Diese Vision braucht schließlich eine innere Kraft, die selbst über hoffnungslos erscheinende Abgründe des Hasses hinweg mutig und geduldig auf die Möglichkeit für Versöhnung und Frieden, auf die Teilhabe aller an den Gütern der Erde und die Einheit und Zukunft des Menschengeschlechtes setzt.

Das alles aber ist mehr als eine Strategie. Solche Vision braucht eine innere Kraft, braucht einen Glauben, der Menschen bewegt, dafür ihre Lebenskraft einzusetzen. Eine solche Vision finden wir in der Weihnachtsbotschaft. Der Bericht von der Geburt Jesu ist viel politischer, als wir es von der Idylle unserer Krippenlandschaften kennen. Er steht im bewussten Kontrast zur Geburt des römischen Kaisers, des Herrschers über die damals bekannte Welt. Die ganze Vision einer erlösten, humanen Welt bündelt sich in diesem Kind von Betlehem. Darin, dass Gott selbst, der Schöpfer der Welt, einer von uns wird – und sich so mit der ganzen Menschheit verbindet und uns gegenseitig zu Brüdern und Schwestern macht. Es ist das Aufstrahlen des Gottes, der sich in seinem Sohn selbst in die abgründigen Konflikte dieser Welt wagt, der sich verwundbar macht aus Liebe zu allen Menschen. Der bis ins Letzte auf Versöhnung und Frieden setzt und dafür nicht nur in der „Schale“ geritzt wird. Aber das Lamm, das geschlachtet ist – es lebt! Es ist der Richter der Welt. Solchen Abgründen vermag nur der Glaube standzuhalten. Er eröffnet die Vision, die der tödlichen Macht des Bösen nicht das letzte Wort lässt. Darum legten unsere Vorfahren das Geburtsfest Jesu auf den Tag des „Sol invictus“, des unbesiegbaren Sonnengottes, dessen Licht auch von der größten Finsternis nicht verschluckt werden kann.

Wenn wir „Stille Nacht, heilige Nacht“ singen, dann mag das sentimental und recht harmlos klingen. Es erhält aber eine ganz andere Dimension, wenn wir uns bewusst werden, was wir in die Totenstille dieser Welt hineinrufen: „Christ, der Retter ist da!“

25.12.2016


Weihnachten als Trost und Ermutigung zur Zivilcourage

Schad und Gärtner rufen dazu auf, die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen

Speyer/Herschweiler-Pettersheim- Kirchenpräsident Christian Schad hat im Weihnachtsgottesdienst dazu ermutigt, mit Zivilcourage gegen Größenwahn und die verführerischen Parolen von Populisten und Nationalisten aufzustehen. Die Geburt Jesu in einem Stall in Bethlehem, „ganz unten bei den Habenichtsen und Vergessenen, bei den Opfern von Terror und Gewalt“, sei ein Symbol dafür, dass die Spirale von Gewalt und Gegengewalt in der Welt durchbrochen werden könne, sagte Schad in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag in der Speyerer Gedächtniskirche. Oberkirchenrat Gärtner, der am 26. Dezember in Herschweiler-Pettersheim predigt, ruft anlässlich des Weihnachtsfestes dazu auf, im Vertrauen auf Gottes Liebe auf Gewalt mit Verzeihen zu antworten.

„Wir geben dem Terror nicht dadurch Recht, dass wir uns entzweien lassen, nur weil wir aus unterschiedlichen Kulturen stammen oder auf verschiedene Weise unseren Glauben leben.“ Mit diesen Worten ging Kirchenpräsident Schad auf den jüngsten Anschlag in Berlin ein: „Nein, wir lassen uns nicht zur Unmenschlichkeit verführen. Die Kraft der Versöhnung ist stärker als der Hass. Diese Botschaft ist unser Trost. Mit ihr“, so ermutigte Christian Schad, „können wir leben und werden wir leben und die Gewalt überwinden.“

Die biblische Geschichte von Bethlehem könne den Menschen auch Mut machen, die Angst vor der eigenen Schwäche zu überwinden. Die Gesellschaft sei aufgerufen, denjenigen zu widerstehen, die ein Bollwerk gegen Vielfalt, gegen alles Fremde und Bedrohliche errichten und sich zu Führern eines neues Nationalismus erheben wollten, führte der Kirchenpräsident weiter aus.

Das Geschehen von Bethlehem, dem „unscheinbaren Ort in der Provinz“, aus dem der Retter der Welt kam, schärfe das Gewissen: „Hier bekommen wir ein Gefühl für Gerechtigkeit, da entwickeln wir den Mut und die Kraft, dem Ungeist des Vereinfachens und Spaltens zu widerstehen“, bekräftigte der Kirchenpräsident. Die Geburt Jesu in einer Krippe fordere die Christen dazu auf, hinabzusteigen – dorthin, wo es an allem fehle, wo Armut und Krankheiten wohnten „und die Angst lauert“. Bethlehem sei daher auch ein Symbol für die Flüchtlingslager und Elendsviertel dieser Erde. Hier zeige sich nicht ein diffuser Gott, sondern der Herr der Welt: „Gottes Macht, die den geschlossenen Zeithorizont zerbricht ‚von Anfang an und von Ewigkeit her‘.“

Gerade angesichts allgegenwärtiger Angst und Gewalt sei das Vertrauen auf Gottes Liebe umso wichtiger, sagte Oberkirchenrat Michael Gärtner vor dem Hintergrund des jüngsten Terroranschlages. „Wir werden unsere gewohnten Wege weiter gehen im Vertrauen darauf, dass uns nichts von ihr scheiden kann. Menschen, die hassen und töten sind Gottes Kinder wie wir – verirrte Kinder, aber seine Kinder.“ Es gehe um das, was die Bibel Bewährung nenne: „Wir beten immer zugleich für die Opfer und die Täter, für die Leidenden und die Getriebenen.“ Text und Foto: lk

25.12.2016


Helmut Kohl zum vorweihnachtlichen Besuch im Dom zu Speyer

v.l.: Domkustos Peter Schappert, Dr. Maike Kohl-Richter, Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Domorganist Markus Eichenlaub.Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Domkustos Peter Schappert bereiten Altkanzler Kohl und seiner Frau einen warmen Empfang mit Orgelmusik

Speyer- Manches ändert sich nie und sind die Zeiten noch so turbulent - und vielleicht ist dies auch deshalb so eindringlich: Mit Freude und bewegt empfingen in den frühen Abendstunden des 20. Dezember der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und, als Vertreter des Domkapitels, Domkustos Peter Schappert Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl und seine Ehefrau Dr. Maike Kohl-Richter zu einem vorweihnachtlichen Besuch in der mit Krippe und Kerzen und Tannenbäumen adventlich geschmückten und weihnachtlich erstrahlenden Kathedrale. Vor fast genau einem Jahr war der Altkanzler, der gesundheitlich angeschlagen und selten in der Öffentlichkeit zu sehen ist, zuletzt im Dom gewesen. Auch in diesem Jahr wollte er darauf keinesfalls verzichten, zumal es ihm nach eigenem Bekunden wieder besser geht. Sein erster Weg führte ihn, wie immer, vor den Altar und das Marienbildnis. Gemeinsam mit dem Bischof betete das Ehepaar Kohl hier das „Vater unser“ und das „Gegrüßet seist Du Maria“. Sie besichtigten die Weihnachtskrippe, die im südlichen Seitenschiff gerade aufgebaut wird, und zündeten gemeinsam in Stille eine Kerze an - eine Kerze für den Frieden in der Welt.v.l.: Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl, Dr. Maike Kohl-Richter und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Anschließend lauschten sie den Klängen der großen Domorgel. Domorganist Markus Eichenlaub intonierte Choralbearbeitungen des englischen Komponisten Robert Jones und spielte klassische Advents- und Weihnachtslieder, darunter „Stille Nacht, Heilige Nacht“, das traditionell auch in der Christmette erklingt. Zur sichtlichen Freude des Altkanzlers ließ er zudem die berühmte Toccata in d-Moll von Johann Sebastian Bach erklingen. Das Werk ist bei früheren Besuchen Helmut Kohls mit Staatsgästen im Speyerer Dom regelmäßig gespielt worden.

Der ehemalige Bundeskanzler ist der romanischen Kathedrale seit seiner Kindheit eng verbunden. In seiner Amtszeit als Regierungschef hat Helmut Kohl zahlreiche ausländische Staatsgäste nach Speyer und in den Dom geführt, darunter Margaret Thatcher, Michael Gorbatschow, George Bush, Vaclav Havel, Boris Jelzin und König Juan Carlos. In der Ausstellung "Weltbühne Speyer" im Historischen Museum der Pfalz in Speyer sind Fotos dieser Besuche bis Herbst 2017 zu sehen. Am Beispiel des europäischen Kaiserdoms hat Helmut Kohl seit jeher die Bedeutung des christlichen Glaubens für ein Zusammenleben in Frieden und Freiheit in Deutschland, Europa und der Welt verdeutlicht und dabei klar gemacht, dass Europa nicht nur in Brüssel und Straßburg, sondern überall in Europa stattfindet. Für Helmut Kohl ist der Dom Sinnbild des geeinten Europas und seiner christlichen Wurzeln. Mit seinem Engagement für die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer, dessen Kuratoriumsvorsitzender er bis heute ist, hat er zugleich entscheidend dazu beigetragen, dass das zentrale Bauwerk dauerhaft erhalten werden kann. Und so war bei seinem Adventsbesuch vor allem wieder eines spürbar: Für Helmut Kohl ist der Dom eine Herzensangelegenheit. Seinen Besuch hatte er mit dem Bischof schon vor Wochen vereinbart. Text: is; Foto: Bistum Speyer / Klaus Landry

21.12.2016


Helmut Kohl zum vorweihnachtlichen Besuch im Dom zu Speyer - Bilderalbum

v.l.: Domkustos Peter Schappert, Dr. Maike Kohl-Richter, Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl, Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Domorganist Markus Eichenlaub. v.l.: Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl, Dr. Maike Kohl-Richter und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. v.l.: Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut und Kohl und Dr. Maike Kohl-Richter an der Weihnachtskrippe im südlichen Seitenschiff des Speyerer Doms

Kirchen rufen zu „Beten für Berlin“ und Schweigeminute auf

Speyer/Darmstadt-  Evangelische Kirchen und katholische Bistümer in Hessen und Rheinland-Pfalz haben nach dem Anschlag in Berlin für Dienstagabend um 18 Uhr dazu aufgerufen, sich an der bundesweiten Schweigeminute auf den Weihnachtsmärkten zu beteiligen. Dort sollen für drei Minuten die Lichter erlöschen. Zudem regten sie unter dem Titel „Beten für Berlin“ Gemeinden an, um 18 Uhr ihre Kirchen für Andachten zu öffnen. Parallel dazu findet in Berlin ein Gedenkgottesdienst statt.

Bisher beteiligen sich an der Aktion die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche der Pfalz sowie das Bistum Limburg. Die Idee ging von der Schaustellerseelsorge aus. Im Internet werden für die Andachten Materialien wie Gebetstexte bereitgestellt, die das Zentrum Verkündigung in Frankfurt entworfen hat: www.ekhn.de.

Kirchenpräsident Christian Schad hatte bereits am Vormittag dazu aufgerufen, für die Anschlagsopfer von Berlin zu beten. „Lass nicht zu, dass wir uns vom Hass spalten lassen, sondern lass uns für den Frieden zusammenstehen", schrieb der Kirchenpräsident in einer Fürbitte. Schad zeigte sich zutiefst erschüttert darüber, dass friedlich feiernde Menschen auf dem Weihnachtsmarkt vor der Ruine der Berliner Gedächtniskirche, einem Mahnmal des Friedens, attackiert worden seien.

Der Rundfunkbeauftragte beim Saarländischen Rundfunk (SR), Pfarrer Dejan Vilov, hatte am Morgen im „Zwischenruf“ bei SR 3 erklärt, dass trotz des schrecklichen Geschehens Weihnachten gefeiert werden solle, „indem wir genau auf das hören, was der Engel in der Weihnachtsgeschichte den Hirten gesagt hat: Fürchtet Euch nicht. Habt keine Angst“. Die Hirten hätten die Angst überwunden und seien zum Stall gegangen „und haben sich da anrühren lassen von diesem für sie fremden Kind“, sagte Vilov. Gerade in der aktuellen Situation „müssen auch wir uns anrühren lassen von diesem Jesuskind. Und mit ihm von anderen Menschen und ihren Schicksalen, egal woher sie kommen und wo sie leben“. Der Rundfunkpfarrer ist heute von 20 bis 23 Uhr Gesprächspartner für Hörer auf SR 3 in einer Sondersendung des Saarländischen Rundfunks zu den Berliner Ereignissen. Text und Foto: lk /ekhn

20.12.2016


Kirchenpräsident ruft zum Gebet für die Anschlagsopfer von Berlin auf

Gott ist im Dunkel an unserer Seite – die Botschaft der Weihnachtsengel gilt uns: „Fürchtet euch nicht!“

Speyer- Der Anschlag in Berlin erschüttert mich zutiefst. Menschen freuen sich auf das Weihnachtsfest. Sie kommen zusammen auf dem Weihnachtsmarkt vor der Berliner Gedächtniskirche – der Kirche, die als Ruine Mahnmal des Friedens ist und in der täglich um die Mittagszeit ein Friedensgebet gehalten wird. Menschen in weihnachtlicher Stimmung wurden Opfer einer gnadenlosen Tat in gnadenbringender Zeit. Nicht auszudenken das Dunkel, das die Familien nun umfasst, die ihre Liebsten verloren haben oder um sie bangen. Als Christinnen und Christen tragen wir unsere Klage vor Gott. Wir sind mit den Opfern und ihren Angehörigen im Gebet und in der Trauer vereint.

Jochen Kleppers Adventslied drückt aus, was ich empfinde: „Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“ Kommen wir zusammen und beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen.

Fürbitte:

Kein Wort, das das Entsetzen ausdrücken könnte.

Ein Dutzend ermordete Menschen, mehrere Dutzend Verletzte in Berlin.

Tiefstes Dunkel inmitten weihnachtlicher Stimmung.

Ewiger Gott,

wir beten für die Getöteten.

Lass sie geborgen sein in deinem Licht.

Sei bei den Opfern, den Angehörigen und Verzweifelten.

Schenke ihnen Trost, Kraft und Liebe.

Stelle ihnen Menschen zur Seite, die in ihrem Schmerz und in ihrer Trauer bei ihnen sind.

Wir bitten um Stärke für die Krankenschwestern, die Ärztinnen und Ärzte und alle Helfer, die sich um sie kümmern.

Lass nicht zu, dass wir uns vom Hass spalten lassen,

sondern lass uns für den Frieden zusammen stehen.

Schenke den Politikern und Verantwortlichen

die Behutsamkeit, die Weisheit und Besonnenheit,

dem Frieden und dem Leben der Menschen zu dienen.

Gott, wir haben Angst.

Du aber kennst das Dunkel dieser Welt –

Du selbst willst darin wohnen

und hast es dadurch erhellt.

Lass uns dies spüren, denn der Terror hört nicht auf.

Wir sind davon nicht ausgenommen,

sondern im Dunkel des Todes

mit vielen Menschen weltweit vereint.

In das Schweigen der Angst rufen uns deine Weihnachtsengel zu:

„Fürchtet euch nicht! … denn euch ist heute der Heiland geboren,

welcher ist Christus, der Herr.“

Wir bitten dich, Gott:

Stell deine Engel um uns.

Lass das Dunkel nicht Macht über uns gewinnen.

Lass uns zu Lichtträgern deiner Weihnachtsbotschaft werden

für alle Verängstigten und Geplagten.

Stellvertretend für alle Opfer der Gewalt denken wir

in dieser Stunde ganz besonders

an die Kinder, Frauen und Männer in Aleppo.

Gott, wir bitten dich für die, deren Herz vom Hass verfinstert ist:

Trage dein Licht in die dunklen Herzen der Menschen ein,

die verlernt haben, zu lieben,

die verlernt haben, die Würde der Menschen zu achten,

die verlernt haben, dem Leben zu dienen.

Schenke ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist.

Gott des Friedens und der Liebe, bleibe du bei uns,

bleibe bei denen, die deinen Trost in ihrer Trauer jetzt ganz besonders nötig haben.

Amen.

20.12.2016


Großzügiges Weihnachtsgeschenk von Gudrun und Töns Wellensiek

Bilderverkauf aus dem Nachlass Barbig dank einer Einzelspende erfolgreich abgeschlossen

Speyer- Nach dem erfolgreichen Start am ersten Advent, an dem 1250 Euro durch den Verkauf von Bildern aus dem Nachlass der Malerin Ilse Barbig erlöst wurden, war das Interesse an den folgenden Adventssonntagen leider deutlich geringer.

Ziel war es, 5000 Euro zu sammeln, um ein Emporenbild der Dreifaltigkeitskirche zu sanieren. Hierfür hatte die Kunsthistorikerin Cornelia Vagt-Beck auf Anregung von Alt-Oberbürgermeister Werner Schineller Bilder aus dem Nachlass von Ilse Barbig zu günstigen Preisen zur Verfügung gestellt.

Letztlich waren kurz vor Ende der Verkaufszeit 1860 Euro beisammen, ein stolzer Betrag, wenn auch noch nicht ausreichend für den angestrebten Zweck.

„Wir hatten kurz vor 16 Uhr schon begonnen zusammen zu packen und uns Gedanken zu machen, wann und mit welcher Aktion wir weiter Bilder verkaufen, um den fehlenden Restbetrag zu erwirtschaften“, erklärte der Vorsitzende des Bauvereins Dreifaltigkeitskirche, Henri Franck. „Da kam das Ehepaar Gudrun und Töns Wellensiek und spendete spontan die fehlenden 3140 Euro. So verhalfen sie der Aktion in letzter Minute zum Erfolg und bedankt sich ganz herzlich für dieses großzügige Weihnachtsgeschenk.“. Henri Franck

19.12.2016


Modernste LED-Technik macht's möglich

Neue Beleuchtung für den Dom zu Speyer - Gotteshaus und UNESCO-Welterbestätte erstrahlt in neuem Licht

spk. Speyer- Rechtzeitig zum Weihnachtsfest erhält der Speyerer Dom ein neues Lichtkleid: Die alte Beleuchtungsanlage, die noch aus den 1960er Jahren stammte, ist abgebaut, die neue Anlage installiert und weitgehend justiert. Erstmals zum 4. Advent am kommenden Sonntag wird sich die Kathedrale in einem neuen, eher dezent gehaltenen Beleuchtungsgewand für die Fastenzeit darstellen - die große Festbeleuchtung wird dann am „Heiligen Abend“ erstrahlen und den altehrwürdigen Kaiser-und Mariendom wie eine „Festung des Glaubens“ weithin in die Pfalz und ins Badische hinein erglänzen wird.“ Ich freue mich sehr“, bekannte Domkustos Peter Schappert, „dass der Dom noch vor Weihnachten eine für ihn maßgeschneiderte Außenbeleuchtung erhält, die ästhetisch und technisch auf dem neuesten Stand ist“

Zu verdanken sei dies zum einen der finanziellen Unterstützung durch die Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer und den beiden großzügigen Einzelspendern Isolde Laukien-Kleiner und Dr. Manfred Fuchs, zum anderen der Stadt Speyer und ihren Stadtwerken SWS, bei der Präsentation der neuen Beleuchtungsanlage im „Blauen Salon“ des Bischöflichen Ordinariats, vertreten durch Oberbürgermeisters Hansjörg Eger und SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring, dem Schappert insbesondere für das gute Einvernehmen über die Kosten des Unterhalts der Anlage sowie für die Unterstützung bei der technischen Realisierung des Projekts dankte.

Schon seit dem Jahr 2011 habe es Pläne gegeben, die Illumination der romanischen Kathedrale zu erneuern, um sie auf einen aktuellen technischen Stand zu bringen und die ästhetische Wirkung der Inszenierung des Bauwerks zu verbessern, erinnerte Domkustos Schappert. Den im Jahre 2011 ausgeschriebenen Wettbewerb zur Neugestaltung der Außenillumination habe das Ingenieurbüro Bamberger aus Pfünz bei Eichstätt für sich entscheiden können - der wissenschaftliche Beirat der Stiftung agierte als Fachjury.

Die Gesamtkosten für Anschaffung und Aufbau der Anlage lägen bei 380.000 Euro, so der Domkustos weiter. Die Initiative zu Anschaffung und Aufbau der Anlage sei ein Förderprojekt der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ gewesen, welche die neue Außenbeleuchtung mit einer Zuwendung in Höhe von 300.000 Euro ermöglicht habe. Diese Summe setze sich aus zwei Einzelspenden aus den Reihen der Stifter und aus Stiftungserträgen zusammen. „Das Domkapitel ist den beiden Spendern, Isolde Laukien-Kleiner und dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Dr. Manfred Fuchs, für ihre finanzielle Unterstützung zu großem Dank verpflichtet“, so Domkustos Peter Schappert bei der Vorstellung des neuen Beleuchtungskonzepts weiter. Die Stadt Speyer schließlich gewähre für die Maßnahme eine Zuwendung in Höhe von 80.000 Euro.

Zwischen der Stadt Speyer und dem Domkapitel Speyer bestehe seit dem 11.11.2015 ein Vertrag, der die Finanzierung für Aufbau und Unterhalt der neuen Außenbeleuchtung des Doms regele. In der Vergangenheit sei die Beleuchtung mit Unterstützung der Stadt und den Stadtwerken Speyer betrieben worden. Mit der Unterzeichnung der neuen Vereinbarung teilen sich Domkapitel und Stadt weiterhin die Unterhaltskosten und die Verantwortung für die Außenbeleuchtung der Kathedralkirche.

Mit der Erneuerung der Außenbeleuchtung der Kathedrale und „UNESCO-Welterbestätte Dom zu Speyer“ würden zugleich mehrere Ziele erreicht, so der Geschäftsführer der bauausführender Firma Bamberger, Diplom-Ingenieur Werner Bamberger in seiner Vorstellung des Projekts. Zum einen ermögliche es die neue Beleuchtung, die plastische Wirkung des romanischen Baukörpers stärker heraus zu arbeiten. Dies werde durch Bodenstrahler und Flächenleuchten im Außenbereich und innerhalb der Türme erreicht. Die im Außenbereich positionierten Strahler haben aus Rasterfolien geschnittene Masken erhalten, so dass der Scheinwurf individuell auf den jeweiligen Bereich des Doms angepasst ist. „Der Dom erhält damit eine für ihn maßgeschneiderte Beleuchtung“, so Bamberger. Die moderne LED-Beleuchtung und die Vernetzung der einzelnen Strahler ermögliche zum anderen eine dynamische, das heißt den Nachtzeiten und Lichtverhältnissen angepassten Steuerung der Beleuchtung. Dies diene dann auch dem dritten Ziel des neuen Beleuchtungskonzepts: Durch die Erneuerung der in die Jahre gekommenen technischen Infrastruktur werde die Energieeffizienz erhöht und damit der Stromverbrauch verringert.

Letzteres sehe das Domkapitel auch als wichtige Maßnahme im Sinne einer ökologischen Verantwortung, wie sie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ fordere, so Domkapitular Peter Schapppert. Erreicht werde dieser Effekt durch den Einsatz modernster LED Technik. Diese diene zudem dem Tierschutz, da das Lichtspektrum so gestaltet wird, dass Vögel, wie der Wanderfalke, nicht irritiert werden.

Die neue Außenbeleuchtung bestehe aus etwa 40 Bodenstrahlern, 85 Strahlern an Lichtmasten, sowie 43 in den Türmen positionierten Leuchten, so Werner Bamberger weiter. Aus Gründen der Nachhaltigkeit seien dazu die bereits bestehenden Lichtmasten weiter verwendet worden. Die Bodenstrahler und die Leuchten in den Türmen seien neu hinzugekommen, um von einer vormals flächigen Anstrahlung zu einer Beleuchtungssituation zu kommen, welche die Plastizität und Besonderheiten des Baus erkennen lässt. Der Vierungsturm, unter dem sich der Hauptaltar befindet, erfahre dabei durch Leuchten in der Zwerggalerie eine besondere Betonung.

Dank der neuen LED-Lampen liege der Stromverbrauch heute nur noch bei einem Drittel der vorherigen Energiemenge, obwohl die Anzahl der Strahler um das Fünffache erhöht worden sei, berichtete Dombaumeister Mario Coletto. Die neue Beleuchtung solle damit sowohl dem Gotteshaus als auch dem Denkmal besser gerecht werden, indem markante Bauteile und theologisch wichtige Gestaltungselemente wie die Heiligenfiguren über dem Hauptportal stärker betont werden.

Zu den technischen Voraussetzungen für die neue Illumination des Doms habe auch das Herstellen neuer Leitungen und einer Glasfaserverkabelung im Außenbereich des Doms gezählt. Ziel sei dabei die Gesamtvernetzung der Anlage mit der Möglichkeit einer zentralen Beleuchtungssteuerung gewesen. Für die Vernetzung hätten im Mai des Jahres 2015 Voruntersuchungen stattgefunden. Im Frühjahr des Jahres 2016 wurde die Maßnahme ausgeschrieben. Im Oktober 2016 begannen die Bodenarbeiten.

Mit Stand vom 15. November schließlich seien alle Strahler soweit installiert gewesen, dass eine Probebeleuchtung des gesamten Baus möglich war. Im Rahmen der Jahrestagung der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ schalteten die beiden Einzelspender Dr. Manfred Fuchs und Horst Kleiner in Vertretung seiner Frau Isolde Laukien-Kleiner diese erstmals vollständig an (Der SPEYER-KURIER berichtete darüber).

In den folgenden vier Wochen seien die Leuchten in den Türmen ausgerichtet und mit sogen. Tuben versehen worden, welche das Licht bündelten und zugleich die zuvor bestehende Blendung abstellten. Die Bodenstrahler hätten individuell angepasste Masken erhalten In dieser Zeit war außerhalb der Arbeiten eine gedimmte Beleuchtung eingeschaltet. Ferner wurden zwei Lichtszenarien ausgearbeitet: die gedämpfte Beleuchtung für die Fastenzeit und die weihnachtliche Festbeleuchtung.

Von beidem konnten sich die Teilnehmer des Pressegesprächs bei einer ersten Inaugenscheinnahme überzeugen. „Großartig! Einfach überwältigend!“, so lautete ihr einhelliges Urteil. Und ein zufällig aus Richtung Heidelberg über die Salierbrücke angekommener Autofahrer war überwältigt von dem Glanz der Festbeleuchtung, die sich ihm schon von Ferne offenbarte. Foto: cr

17.12.2016


UNESCO-Welterbestätte erstrahlt in neuem Licht - Bilderalbum

Bischof dankt den Mitgliedern des Diözesansteuerrats

Amtsperiode von 2011 bis 2016 brachte zahlreiche Herausforderungen mit sich – Neuwahl des Diözesansteuerrats im ersten Quartal 2017

Speyer. Zum Abschluss der laufenden Amtsperiode dankte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Mitgliedern des Diözesansteuerrats. „Sie haben in den vergangen fünf Jahren wichtige Weichenstellungen im Bistum mitgetragen“, würdigte der Bischof die „konstruktive Mitarbeit und die hohe Sachkompetenz“ der Mitglieder.

Bei der letzten Sitzung des Diözesansteuerrats im Jahr 2016 blickte Diözesanökonom Peter Schappert im Speyerer Priesterseminar auf die Schwerpunkte der zu Ende gehenden Amtsperiode. „Wir haben im Blick auf die Transparenz der Bistumsfinanzen einen großen Schritt nach vorne getan“, so Schappert. Alle fünf großen Diözesanhaushalte seien mit Haushaltsplänen und Jahresabschlüssen im Internet für jedermann einsehbar. Die Umsetzung des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ habe auch den Diözesansteuerrat vor große Aufgaben gestellt.

Neben der Änderung der Kirchensteuerordnung nannte Schappert die Umstellung von der Kameralistik auf die doppelte Buchhaltung für alle Körperschaften, die Bündelung der Kapitalanlagen in einem Masterfonds sowie die Einführung eines Risikomanagements und einer Vollprüfung der Jahresrechnungen nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches mit Bestätigungsvermerk als Schwerpunkte. Auch große Immobilienprojekte wie der Verkauf des Bistumshauses St. Ludwig, die Gründung des Hauses der Kirchenmusik, der Umbau des Priesterseminars St. German sowie des ehemaligen Altenheims in der Engelsgasse zu einer Flüchtlingsunterkunft seien durch den Diözesansteuerrat kompetent begleitet worden.

Jedes Mitglied des Diözesansteuerrats hat eine Stimme – auch der Bischof

Der Diözesansteuerrat ist insbesondere für die Beschlussfassung über den Haushaltsplan sowie für die Jahresrechnung der Diözese zuständig. Zu seinen Aufgaben zählt zudem die Beratung der Diözesanverwaltung in Vermögensangelegenheiten. Neben den zehn gewählten Laienmitgliedern aus den Pfarreien gehören dem Diözesansteuerrat drei gewählte, im aktiven Dienst stehende Diözesanpriester, zwei vom Bischof berufene Personen sowie ein Vertreter des Diözesanpastoralrates an. Den Vorsitz des Diözesansteuerrats hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Jedes der 19 Mitglieder des Diözesansteuerrats hat eine Stimme - auch der Bischof. Beratend nehmen der Generalvikar, der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien und die Leiterin der Bischöflichen Finanzkammer an den Sitzungen teil. Die Geschäftsführung des Diözesansteuerrates wird von der Bischöflichen Finanzkammer wahrgenommen.

Neuwahl des Diözesansteuerrats im ersten Quartal 2017

Im ersten Quartal des Jahres 2017 wird in einem mehrstufigen Verfahren der Diözesansteuerrat des Bistums Speyer neu gewählt. Das Bischöfliche Ordinariat hat in einem Schreiben die Verwaltungsräte der 70 Pfarreien in der Pfalz und im Saarpfalzkreis jetzt dazu aufgerufen, jeweils zwei Wahlmänner oder -frauen aus ihrer Mitte zu wählen. Sie werden bei Wahlversammlungen in den Dekanaten jeweils ein Mitglied und ein Ersatzmitglied pro Dekanat in den Diözesansteuerrat wählen.

Weitere Informationen zum Diözesansteuerrat:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/raete-und-kommissionen/dioezesansteuerrat/

Weitere Informationen zur Neuwahl des Diözesansteuerrats:

http://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=3070&cHash=ef68c8fa5af636210955d5e3dc6b2a56

16.12.2016


Für junge Flüchtlinge deutsche Sprache kein Hindernis

Kirchenpräsident besucht Wohngruppe unbegleiteter Jugendlicher in Pirmasens

Pirmasens (lk). Beim Besuch einer Wohngruppe für unbegleitete Jugendliche aus Kriegs- und Krisengebieten im Diakoniezentrum Pirmasens hat Kirchenpräsident Christian Schad das Projekt als gelungenes Beispiel für Integration und als Erfolg bezeichnet.

„Einerseits ist das mediale Interesse an den Flüchtlingen zurückgegangen, weil zurzeit nur noch wenige kommen. Andererseits sind nach der schrecklichen Tat in Freiburg ganze Gruppen unter Generalverdacht geraten“, sagte Schad. Das Beispiel Pirmasens zeige, dass sich die Gesellschaft intensiv dem Einzelnen zuwenden müsse.

Für ihre Sprachkenntnisse, die sie in kurzer Zeit erworben haben, zollte der Kirchenpräsident den jungen Leuten Respekt. Neun muslimische Jungen aus Somalia, Syrien und Afghanistan leben seit April 2016 in der Stadt und werden von einem Team von Erziehern betreut, erklärte Dietmar Bäuerle, der die Geschäftsbereichsleitung der Jugendhilfe inne hat. Seinen Dank richtete er vor allem an die engagierten Mitarbeiter. Indem sie den Jugendlichen neben der notwendigen Hilfe auch klare Orientierung gäben und Pflichten auferlegten, könne die soziale und berufliche Integration gelingen, so Bäuerle. Die gezielte pädagogische, psychologische und medizinische Betreuung der Gruppe und des Einzelnen – das zeige diese Maßnahme – helfe durch eine Balance aus Fördern und Fordern bei der Integration. Mit einem klar strukturierten Tagesablauf und Regeln des Zusammenlebens werden die Jugendlichen auf den weiteren Schritt in eine Wohntrainingsgruppe vorbereitet.

Kirchenpräsident Schad lobte die Initiative. Sie zeige, dass Nationen, Kulturen und Religionen friedlich miteinander leben könnten. Sunniten und Schiiten teilen sich ein Zimmer; Somalier, Syrer und Afghanen unterhalten sich auf Deutsch – das mache Mut. Die Ehrfurcht vor Gott und die Liebe zu den Menschen verbinde alle Religionen. Diese geistlichen, friedenstiftenden Quellen gelte es stark zu machen, sagte der Kirchenpräsident.

Norbert Becker, Theologischer Vorstand der Diakonie Pirmasens, erinnerte daran, dass „wir über der großen Zahl von weltweit 28 Millionen Flüchtlingskindern den Einzelnen nicht aus den Augen verlieren dürfen“. Hinter jedem Namen verberge sich ein individuelles Schicksal, „und jeder verdient es, dass wir ihm eine nachhaltige Zukunft ermöglichen“. Dazu sei es gut, selbst aus christlicher Motivation Vorbild für die Jugendlichen zu sein, denen es zu helfen gelte.

16.12.2016


Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs mit eindrucksvoller Feierstunde verabschiedet

Mit hoher moralischer Integrität und eigenem Stil „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ geprägt

spk Speyer- Es war eine höchst emotionale Feier im kleinsten Kreise, mit der sich jetzt die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ von ihrem langjährigen, verdienstvollen Vorstandsvorsitzenden Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs verabschiedete.

Sein Stellvertreter in diesem Amt, Staatsminister a. D. Dr. Georg Gölter konnte dazu neben dem Speyerer Bischof Dr. Karlheinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens u.a. den früheren rheinland-pfälzischen und thüringischen Ministerpräsidenten a. D. Prof. Dr. Bernhard Vogel, den Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger, dessen Vorgänger im Amt, Oberbürgermeister i.R. Werner Schineller, Domkapitular Peter Schappert sowie Mitglieder der Organe der Stiftung begrüßen.

Dr. Gölter erinnerte sich bei diesem Anlass noch einmal daran, wie er 2007 bei einer musikalischen Veranstaltung im Dom zufällig neben Dr. Fuchs zu sitzen kam und diesen dann vorsichtig anfragte, ob er sich vorstellen könne, die Nachfolge des damals schon so schwer erkrankten Dr. Theo Spettmann anzutreten, der zu diesem Zeitpunkt krankheitsbedingt bereits seinen Rückzug vom Amt des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung angekündigt hatte. Spontan, und für ihn unerwartet, habe ihm Dr. Fuchs eine Absage mit der Begründung erteilt, er habe seiner Frau versprochen, kein Ehrenamt mehr anzunehmen, das ihn zeitlich zu sehr in Anspruch nehme. Um so überraschter sei er aber dann gewesen, als sich Dr. Fuchs schon kurz darauf telefonisch bei ihm gemeldet habe, um ihm mitzuteilen, 'dass ihn seine Frau von diesem Versprechen entbunden habe' „Damit muss unser erster Dank heute eigentlich Ihnen, verehrte Frau Fuchs gelten“, so Dr. Gölter, der diesen Dank in ein prachtvolles Blumengebinde kleidete.

Dank sagen wollte dann aber auch Bischof Dr. Wiesemann, der Dr. Fuchs als einen höchst erfolgreichen Unternehmer charakterisierte, der ein heute weltweit operierendes Unternehmen aufgebaut habe, an dessen Erfolg er - aus sozialer Verantwortung - immer auch seine Mitarbeiter habe teilhaben lassen. Darüber hinaus habe er diesen Erfolg aber immer auch für unterschiedliche soziale und wissenschaftliche Zwecke eingesetzt.

Der Bischof würdigte Dr. Fuchs damit als eine Persönlichkeit, welche die wirtschaftlichen Qualitäten eines hervorragenden Unternehmers ebenso in sich trage, wie hohe künstlerische Qualitäten: „Da kommen zwei Gehirnhälften zusammen, was überaus selten ist“, so der Bischof. Daraus erkläre sich womöglich auch die Faszination, mit der der Speyerer Dom mit seinen unterschiedlichen Dimensionen – kunsthistorische, historische ebenso wie politische – Dr. Fuchs erfasst habe und die ihn bis heute antreibe, mit außergewöhnlichem persönlichen Engagement als Vorstandsvorsitzender für die Sache des Domes einzutreten. Als Beispiel für die soziale Gesinnung Dr. Fuchs' nannte der Bischof die von dem Laureat initiierte Einwerbung von Einzelspenden für die Einrichtung eines barrierefreien Eingangs-Portals für die Kathedrale, vor allem aber auch seinen Beitrag zur Erneuerung der Außenbeleuchtung des Doms. „Ich danke ihnen für all das, was sie getan haben und wie sie es getan haben“, so Bischof Dr. Wiesemann, der dem auch noch „eine persönliche Dankbarkeit“ hinzufügen wollte - „ Dankbarkeit für eine Begegnung, aus der auch ich als Bischof noch habe lernen können“. Und der Bischof weiter: „Die hohe moralische Integrität von Herrn Dr. Fuchs hat die Stiftung geprägt und so einen bleibenden Stil geschaffen“.

Der so Geehrte dankte seinerseits dem Bischof für „seine berührenden Worte“. „Wir haben mit unserem Dom einen Schatz, dem zu dienen Spaß macht“, - Dieses Zitat des Bischofs habe er sich zu Eigen gemacht, so Dr. Fuchs, der versprach, der Kathedrale auch weiterhin verbunden zu bleiben. Neben dem Bischof bedankte sich der scheidende Vorstandsvorsitzende, der bei dieser Gelegenheit auch seines verstorbenen Vorgängers Dr. Theo Spettmann gedachte, auch bei den „Hausherren des Doms“, Weihbischof und Dompropst Otto Georgens und Domkustos Peter Schappert für die reibungslose Zusammenarbeit und fügte, als kleine Episode, die bleibende Erinnerung an einen Rundgang an, den er unter der Führung von Domkustos Peter Schappert über die Zwerggalerie gemacht habe.

Einen besonderen Dank entbot Dr. Fuchs schließlich auch dem anwesenden Kuratoriumsmitglied, Chefredakteur Michael Garthe. Mit den Aktionen seiner Zeitung, z.B. der zurzeit laufenden Aktion „Die Pfalz liest für den Dom“, habe er Bemerkenswertes für den Dom geleistet. Zuletzt richtete Dr. Fuchs seinen Dank an seine Kollegen des Vorstandes der Stiftung und an das Team des Stifterbüros, von denen er zum Abschied eine Lithographie des Doms aus dem Jahr 1829 entgegennehmen durfte.

Zu Ehren des scheidenden Vorstandsvorsitzenden der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ und ausgewiesenen Kenner aller Künste umrahmte die Sopranistin Anabelle Hund, am Piano begleitet von Domkapellmeister Markus Melchiori, die Feierstunde mit drei Liedern aus dem „Schemelli – Gesangbuch“ von Johann Sebastian Bach. Fotos: cr

15.12.2016


Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs verabschiedet - Bilderalbum

Intensive Fragen von Leben, Tod und Auferstehen im Kinosaal

Die Kinotalk-Runde zum Film "Auferstanden" (v.l.): Moderator Uwe Burkert, Nicolas Kühn, Pflegedienstleiter und stellvertretender Leiter des Hospiz' Elias in Ludwigshafen, Prof. Dr. Martin Mittwede, Religionswissenschaftler an der Universität Frankfurt und Experte für asiatischen Religionen sowie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

300 Beteiligte bei Filmtalk mit Bischof Wiesemann

Frankenthal- Mehr als 300 Zuschauer haben gestern Abend, 17. März, in Frankenthal den US-Kinofilm "Auferstanden" gesehen, der jetzt bundesweit angelaufen ist. Eingeladen zur Kinovorstellung in die Lux Kinos hatten das Bistum Speyer, der Radiosender RPR 1. sowie die Kirchenzeitung "der pilger".

Einer der Kinobesucher war der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der im Anschluss an die Filmvorführung für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung stand. Mit auf dem Podium saßen auch der Frankfurter Religionswissenschaftler Professor Dr. Martin Mittwede sowie Nicolas Kühn, stellvertretender Leiter des Hopiz Elias in Ludwigshafen. Die drei diskutierten untereinander und mit dem Kinopublikum "Fragen von Leben, Tod und Auferstehung", wie Uwe Burkert, Radiomoderator und Theologe, sagte, der als Moderator des Gesprächs fungierte.

Der Film "Auferstanden" (freigegeben ab zwölf Jahren) stellt das Geschehen um die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus von Nazareth dar. Der römische Militärtribun Clavius wird vom Jerusalemer Statthalter Pilatus beauftragt, die verschwundene Leiche "des Nazaräers" zu suchen, den die Römer drei Tage zuvor hingerichtet hatten. Clavius' Ermittlungen führen zu einem überraschenden Ergebnis und zu Erfahrungen, die den Tribun verändern werden.

Besonders diese Veränderung eines Menschen, wie es der Film erzählt, haben den Speyerer Bischof beeindruckt. "Es bleibt zwar offen, wie das Leben des Soldaten weitergeht, aber das es sich völlig wandelt, das wird deutlich", so Dr. Wiesemann. Auferstehung verändere, sie führe nicht ins alte Leben zurück. Die Auferstehung Jesu habe Menschen verändert, und sie wirke nach. Für den Hollywood-Streifen fand der Bischof sowohl Kritik als auch Lob. Letzteres gab es dafür, dass auch das Kreuz nicht ausgespart blieb. Die grausige Szene des Kreuzigens bleibt dem Zuschauer zwar erspart, doch der Tod Jesu bzw. die Kreuzabnahme ist dargestellt. "Kreuzestod und Auferstehung sind zwei Seiten derselben Medaille, man kann das nicht trennen, das macht der Film auch nicht." Kritisch sieht der Theologe Wiesemann die Szenen mit dem auferstandenen Jesus. Hier werde ins Bild gebracht, was eigentlich nicht ins Bild zu bringen sei. "Das Medium Film kommt hier an seine Grenzen." Zumal der Film die verschiedenen Auferstehungserzählungen der Bibel aneinanderreiht, als seien sie nacheinander passiert.

"Auferstehung - kann man an sowas überhaupt glauben?", diese provokante Frage stellte Moderator Uwe Burkert gleich zu Beginn der Diskussion. Tatsächlich, ein Kino-Besucher, der sich selbst als "christlich geprägt und kirchlich engagiert" bezeichnete, sagte: "Ich habe meine Zweifel, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich kann das nur schwer glauben"

Professor Mittwede führte aus, dass es zu allen Zeiten, in allen Kulturen und allen Religionen Vorstellungen von einem Weiterleben oder einem neuen Leben nach dem Tod gegeben habe. Wie auch die Nahtoderlebnisse, von denen klinisch Tote nach ihrer Wiederbelebung berichten, scheinen diese ganz tief im Menschen verankert zu sein. "Unsere moderne Kultur verdrängt allerdings den Tod, damit auch das Wissen um ein gelingendes Sterben." Buddhisten etwa sähen in der Vorbereitung auf den Tod einen wesentlichen Teil des Glaubenslebens. Dies gehöre auch zum Christentum, sei aber seit der Aufklärung ein Stück weit verloren gegangen.

Hospizmitarbeiter Nicolas Kühn berichtete aus seinen Erfahrungen mit Sterbenden, wobei er eine persönliche Entwicklung beschrieb. Aus der anfänglichen Überlegung, selbst mehr über den Tod zu erfahren, habe sich die Erkenntnis entwickelt, dass jeder Sterbeprozess und jeder Tod so individuell wie das Leben zuvor sei. "Seit ich aufgehört habe, nach Antworten zum Tod zu suchen, werde ich von ihnen gefunden."

"Das war ein rundum gelungener Abend", fasst Katja Stunz, die Theaterleiterin der Frankenthaler Lux Kinos, nach der Diskussion ihren Eindruck zusammen. Spontan wurde der Film auch noch in einem zweiten Kinosaal gezeigt, nachdem der erste Saal ausverkauft war. "Das Publikum war zufrieden, gerührt und bewegt, gerade auch von dem anschließenden Gespräch." Beeindruckt hat die Kinofrau, wie gemischt das Publikum war: "Alt und Jung, Frauen und Männer, darunter auch viele, die sicher nicht oft ins Kino gehen." Zum Kinopublikum zählten neben dem Frankenthaler OB Theo Wieder auch mehrere Seelsorger sowie Firm- und Jugendgruppen.

Gesprächsleiter Uwe Burkert dankte dem Publikum und den drei Podiums-Fachleuten für Offenheit. "Es ging darum, einen Raum zu öffnen, in dem man sich über die wenig alltäglichen Fragen zu Leben, Sterben und Tod austauschen kann. Ich glaube, das ist heute gelungen."

Ein Kinogast hat den Film jetzt, so kurz vor dem Osterfest, als gute Ermutigung verstanden. "Ich möchte mich weiterhin mit diesem Thema auseinandersetzen, dazu bietet der Film viele Anregungen." Auch Schwester Hildegard Elster vom Speyerer Institut St. Dominikus beschäftigt "Auferstanden" noch stark. Besonders die Szenen, in denen Soldat Clavius den Jüngern Jesu oder der Maria von Magdala begegnet. "Mich berührt die Ausstrahlungskraft der Maria von Magdala, und bin mir sicher, dass dies der Beginn des ,Umkehr-Prozesses' des Clavius gewesen sein könnte." Das, so die Ordensfrau, mag eine Anfrage an Christen heute sein: "Erfahren die Menschen in unserem Umfeld in der Begegnung durch uns etwas von der Wirkkraft des Auferstandenen? Durch unser Sein und weniger durch große Worte?"

Text und Foto: Hubert Mathes

18.03.2016


Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad zum Ausgang der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Speyer- Ich freue mich, dass die ersten Gewinner dieser Wahl die Wähler selbst sind. Die deutliche Erhöhung der Wahlbeteiligung zeigt, dass sich Bürgerinnen und Bürger durch den politischen Wettbewerb in der Sache und im fairen Wettstreit der Kandidatinnen und Kandidaten motivieren lassen, zur Wahl zu gehen.

Ich danke allen parteiübergreifenden Initiativen, die erfolgreich zur aktiven Teilnahme an der Landtagswahl aufgerufen haben.

Dass 85 Prozent der Stimmen auf die bewährten demokratischen Kräfte gesetzt haben, tröstet mich beim Blick auf das Ergebnis der AfD. Diese muss nun beweisen, dass Parolen und Protest nicht Parlament und Argument ersetzen können.

Ich danke allen Kräften, die menschenfeindlichen, rassistischen und diskriminierenden Äußerungen widersprochen und hier eine klare Haltung gezeigt haben - und weiterhin zeigen werden.

Die Wählerinnen und Wähler haben mit ihrer differenzierten Abstimmung den bewährten demokratischen Parteien den Auftrag erteilt, auf Konsenssuche zu gehen, um eine Regierung zu bilden. Ihre Aufgabe wird es sein, die politischen Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Rheinland-Pfalz, im Herzen Europas gelegen, hat hierbei landes-, bundes- und europapolitische Zusammenhänge zu beachten.

Ich danke allen, die sich dabei für eine sozial gerechte, friedliche und weltoffene Gesellschaft einsetzen, damit die Lebensbedingungen, Chancen und Möglichkeiten für alle Menschen, die bei uns leben, weitestgehend gleich sein können.

Text und Foto: is

14.03.2016


ACK: Mitgliederversammlung bestätigt Bischof Wiesemann als Vorsitzenden

Vorstand ACK in Deutschland Vorstand ACK in Deutschland

Erklärung "Für ein weltoffenes Deutschland"

Bergisch Gladbach/Speyer- Auf ihrer Sitzung am 9. und 10. März 2016 im Kardinal Schulte Haus in Bergisch Gladbach haben die 50 Delegierten den Vorstand der ACK in Deutschland für die nächsten drei Jahre gewählt. Als Vorsitzender wurde Bischof KarlHeinz Wiesemann (Speyer) im Amt bestätigt. Zudem wurde der Ökumenepreis der ACK 2017 ausgerufen, um den sich ökumenische Initiativen und Projekte bewerben können. Er wird im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg verliehen. Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die ACK der „Allianz für Weltoffenheit“ angeschlossen. 

Die ACK sei eine wichtige Plattform für das ökumenische Miteinander, sagte Bischof Wiesemann. Er appellierte an die Mitgliedskirchen der ACK, sich auch weiterhin intensiv dem ökumenischen Dialog zu verpflichten und die ACK als ökumenische Stimme auf ihren verschiedenen Ebenen zu stärken. „Das Ziel der ökumenischen Bewegung ist es, die Kirchen im gemeinsamen Zeugnis und Dienst zu vereinen“, so Bischof Wiesemann. Eine Gelegenheit für dieses Zeugnis für Jesus Christus sei das Gedenken an 500 Jahre Reformation im Jahr 2017. Das Gedenken sei eine große Chance, das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus und die einende Grundlage der Bibel zu stärken und mehr ins Bewusstsein der Kirchen und der Gesellschaft zu rücken. Neben ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, zum Beispiel mit dem jährlichen ökumenischen Tag der Schöpfung, fördere die ACK das friedliche und respektvolle Miteinander und den Dialog der Konfessionen, aber auch der Kulturen und Religionen. Ihre Mitgliedskirchen hätten eine langjährige Erfahrung bei der Integration. „Diese Erfahrungen wollen wir bei den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen einbringen“, umriss Bischof Wiesemann die Vorhaben der nächsten Jahre. “In der ACK erfahren wir die Vielfalt des christlichen Zeugnisses als großen Reichtum und zugleich als Ansporn, die Einheit in Vielfalt zu leben”, sagte der Bischof. Das Miteinander in der ACK stärke das Vertrauen, und das Handeln gebe dem gemeinsamen christlichen Zeugnis in der Welt sichtbaren Ausdruck, so der Bischof.  

Vorstand hat fünf Mitglieder und fünf ständige Stellvertreter 

Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland einen Vorstand, der sich aus einem Vorsitzenden, zwei Stellvertretungen sowie zwei weiteren Vorstandsmitgliedern zusammensetzt. Bei der Besetzung werden die Kirchenfamilien entsprechend berücksichtigt. Außerdem wählt die Mitgliederversammlung fünf ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder auf die Dauer von drei Jahren. Eine Wiederwahl ist zulässig. Zuletzt wurde der Vorstand im März 2013 gewählt, die meisten der gewählten Vorstandsmitglieder traten daher erneut zur Wahl an. Neu in den Vorstand wurde Pfarrer Christopher Easthill von der anglikanischen Kirche gewählt. Er folgt auf Pastor Heinrich Lüchtenborg, der nach seinem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr zur Wahl angetreten war. 

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sechs Kirchen sind Gastmitglieder, vier ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.  

Dem Vorstand gehören nun an: Bischof Karl-Heinz Wiesemann (römisch-katholische Kirche) als Vorsitzender, Bischöfin Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistische Kirche) und Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche in Deutschland) als Stellvertretungen sowie Erzpriester Radu Constantin Miron (Orthodoxe Kirche) und Pfarrer Christopher Easthill (Anglikanische Kirche). Als ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger (römisch-katholische Kirche), Generalsekretär Christoph Stiba (Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden), Bischöfin Petra Bosse-Huber (Evangelische Kirche in Deutschland), Erzpriester Merawi Tebege (Äthiopisch-orthodoxe Kirche) und Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbstständig evangelisch-lutherische Kirche). Ökumenepreis der ACK 2017 

Die Mitgliederversammlung hat den Ökumenepreis 2017 ausgeschrieben. Alle zwei Jahre zeichnet die ACK in Deutschland mit ihrem Ökumenepreis Projekte und Initiativen aus, die zur Einheit der Christen beitragen und ein gemeinsames Engagement von Christinnen und Christen verschiedener Konfession fördern. Der Preis ist mit 3.000 Euro datiert. Das Preisgeld wird durch die Evangelische Bank und die Bank für Kirche und Caritas zur Verfügung gestellt. Schirmherr ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Verliehen wird der Preis im Anschluss an den zentralen Gottesdienst der ACK zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg. Bewerbungen sind online möglich unter www.oekumenepreis-derack.de. Dort finden sich auch weitere Informationen. 

Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation 

In einer ersten Lesung hat sich die Mitgliederversammlung mit einem Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation beschäftigt. Mit dem Wort will die Mitgliederversammlung die ökumenische Dimension der Feierlichkeiten im Jahr 2017 stärken. Die ACK will dazu ermutigen, die Reformation und ihre Folgen gemeinsam zu reflektieren und Impulse aufzunehmen. Gleichzeitig mahnt sie dazu, die Kirchenspaltung und ihre Folgen gemeinsam zu bedenken und an einer „Heilung der leidvollen Erinnerungen“ zu arbeiten. Das Wort soll zusammen mit einer Arbeitshilfe auf der Mitgliederversammlung im Herbst 2016 veröffentlicht werden. 

Erklärung zu Allianz für Weltoffenheit

Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die Mitgliederversammlung der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt (www.allianz-fuer-weltoffenheit.de)“ angeschlossen. Diese war in Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa von zehn Organisationen ins Leben gerufen worden. Die ACK in Deutschland begrüßt diese Initiative ausdrücklich. Mit dem Anschluss an die Initiative bringe sie das Anliegen aller in der ACK verbundenen Kirchen zum Ausdruck, sich gemeinsam für die Menschenwürde in Deutschland, in Europa und weltweit einzusetzen, heißt es in der Erklärung. Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich zusammen mit den Partnern der „Allianz für Weltoffenheit“ für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Die Mitgliedskirchen distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren, heißt es in der Erklärung. 

Für ein weltoffenes Deutschland

Erklärung der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zur „Allianz für Weltoffenheit“  

In Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land und in Europa haben zehn Organisationen aus der Mitte unserer Gesellschaft die „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt (www.allianz-fuer-weltoffenheit.de)“ ins Leben gerufen.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland begrüßt diese Initiative ausdrücklich und schließt sich der „Allianz für Weltoffenheit“ an. Damit bringt sie das Anliegen aller in der ACK verbundenen Kirchen zum Ausdruck, sich gemeinsam für die Menschenwürde in unserem Land, in Europa und weltweit einzusetzen. Die Mitgliedskirchen der ACK tun dies aus der Überzeugung, dass alle Menschen Gottes Geschöpfe sind und die Würde der Gottebenbildlichkeit unverlierbar in sich tragen. 

Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich zusammen mit den Partnern der „Allianz für Weltoffenheit“ für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Sie distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren. Rassismus und Gewalt in jeglicher Form dürfen nicht sein und sind mit dem Willen Gottes nicht vereinbar. Daher engagieren sich die christlichen Kirchen seit vielen Jahren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. 

Für das friedliche und respektvolle Miteinander fördert die ACK in Deutschland den Dialog der Kulturen und Religionen. Ein Beispiel dafür ist das gemeinsam mit muslimischen Verbänden und dem Zentralrat der Juden gestartete Projekt „Weißt du, wer ich bin?“, das im Jahr 2016 insbesondere die interreligiöse Kooperation in der Flüchtlingshilfe und die politisch-interreligiöse Bildung verstärken will. Dabei bringt die ACK in Deutschland die langjährige Erfahrung ihrer Mitgliedskirchen bei der Integration und im interreligiösen Dialog ein. 

Zur Info:

Die „Allianz für Weltoffenheit“ wird getragen von der Deutschen Bischofskonferenz, dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) – beide sind Mitgliedskirchen der ACK, dem Zentralrat der Juden, dem Koordinationsrat der Muslime, der Bundesarbeitsgemeinschaft für Freie Wohlfahrtspflege (BAGFW), dem Deutschen Kulturrat, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), dem Deutschen Naturschutzring (DNR), dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). 

Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den rund 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. 

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sechs Kirchen sind Gastmitglieder, vier ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.  

12.03.2016


Bischof Wiesemann bestätigt Wahlen der Dekane und Prodekane

Speyer- Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat die Wahlen der zehn Dekanatsversammlungen im Bistum Speyer, die im Februar stattgefunden haben, bestätigt und die Gewählten mit Wirkung zum 1. Juni 2016 zum Dekan bzw. Prodekan ernannt. Die Amtszeit beträgt jeweils sechs Jahre. Gewählt und ernannt wurden:

Dekanat Bad Dürkheim

Dekan:            Pfarrer Michael Janson (Neustadt)  

Prodekan:       Pfarrer Norbert Leiner (Bad Dürkheim)

Dekanat Donnersberg

Dekan:            Pfarrer Markus Horbach (Rockenhausen)

Prodekan:       Pfarrer Stefan Haag (Kirchheimbolanden)

Dekanat Germersheim

Dekan:            Pfarrer Jörg Rubeck (Germersheim)

Prodekan:       Pfarrer Stanislaus Mach (Kandel)

Dekanat Kaiserslautern

Dekan:            PfarrerSteffen Kühn (Queidersbach)

Prodekan:       Pfarrer Bernhard Spieß (Ramstein-Miesenbach)

Dekanat Kusel

Dekan:            Pfarrer Rudolf Schlenkrich (Kusel)

Prodekan:       Pfarrer Stefan Czepl (Schönenberg-Kübelberg)

Dekanat Ludwigshafen

Dekan:            Pfarrer Alban Meißner (Ludwigshafen, Pfarrei Hll. Petrus und Paulus)

Prodekan:       Pfarrer Josef Steiger (Ludwigshafen, Pfarrei Hl. Katharina von Siena)

Dekanat Landau

Dekan:            Pfarrer Axel Brecht (Landau)

Prodekan:       Pfarrer Arno Vogt (Herxheim)

Dekanat Pirmasens

Dekan:            PfarrerJohannes Pioth (Pirmasens)

Prodekan:       PfarrerBernhard Selinger (Martinshöhe)

Dekanat Saarpfalz

Dekan:            Pfarrer Andreas Sturm (St. Inbert)

Prodekan:       Pfarrer Eric Klein (Blieskastel-Lautzkirchen)

Dekanat Speyer

Dekan:            Pfarrer Peter Nirmaier (Schifferstadt)

Prodekan:       Pfarrer Andreas Rubel (Bobenheim-Roxheim)

is

11.03.2016


Buchdruck und Universitäten sorgen für Verbreitung der Ideen

Kirchenhistorikerin Irene Dingel über die Auswirkungen der Reformation in Europa

Speyer- Europa ist nach Ansicht der Direktorin des Instituts für Europäische Geschichte, Irene Dingel, schon früh von der Reformation erfasst worden. Auch wenn der entscheidende Impuls von Wittenberg ausgegangen sei, so habe es in anderen Städten und Regionen Europas wie zum Beispiel Straßburg, Zürich und Genf gleichfalls eigene reformatorische Bewegungen gegeben. Dabei habe das reformatorische Gedankengut meist auf der Grundlage bereits vorhandener reformerischer Strömungen oder auf einer humanistisch-kirchenkritischen Basis aufbauen können, sagte Dingel bei einem Vortrag in der Bibliothek und Medienzentrale der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer.

Der moderne Buchdruck habe der raschen Verbreitung der reformatorischen Lehre geholfen, sagte Dingel. Dies zeige ein Brief des Baseler Buchdruckers Johannes Froben aus dem Jahr 1519, den dieser an Martin Luther geschrieben habe: „Außerdem haben wir deine Bücher nach Brabant und England geschickt.“ Der Brief belege, dass bereits vor 1520 eine europäische Rezeption der von Luther und Wittenberg ausgehenden Reformation begonnen habe. Multiplikatoren der reformatorischen Ideen seien dabei neben der Buchdruckerkunst vor allem die Hohen Schulen, Akademien und Universitäten in den reformatorischen Zentren Zentraleuropas gewesen.

Auch die Mobilität von Kaufleuten und Studenten hat nach Auffassung Dingels für die Verbreitung der Ideen gesorgt, auch wenn dies durch die Reaktion der Kurie und der politischen Entscheidungsträger zeitweise gebremst worden sei. „Die Verfolgung und Ausmerzung dessen, was man als Bedrohung der herrschenden Ordnung ansah und vor dem Hintergrund der überkommenen kirchlichen Lehre als Häresie qualifizierte, war dort an der Tagesordnung, wo sich keine schützenden politischen Gewalten vor die Reformation und ihre Akteure stellen konnten“, sagte die Historikerin. Ein Blick auf die verschiedenen europäischen Regionen mache deutlich, wie sehr der Erfolg der Reformation einerseits von einer bereits vorhandenen reformerischen Stimmung und andererseits von den politischen Bedingungen abhängig gewesen sei.

Kirchenpräsident Christian Schad erinnerte daran, in welch hohem Maße die Menschen im 16. Jahrhundert miteinander vernetzt gewesen waren, „auch wenn wir zuweilen glauben, die Mobilität sei erst eine Erfindung der Moderne“. Die Auseinandersetzung mit der Reformationsgeschichte zeige, wie durch offene Ländergrenzen und weitgehende Reisefreiheit der Gedankenaustausch der Gelehrten weit über die Sprachbarrieren hinaus ermöglicht worden sei. Dies werde im Blick auf den ersten evangelischen Pfarrer der Pfalz, Martin Bucer, deutlich. Diesen in Schlettstadt geborenen Elsässer habe seine Laufbahn unter anderem nach Heidelberg und Köln geführt. Er sei zum Reformator Straßburgs geworden und habe am Ende seines Lebens in Cambridge/England gewirkt. 2017 werde das reformatorische Erbe Europas unter anderem beim „Stationenweg“ deutlich, der 68 Städte in 19 europäischen Ländern umfasse und auch in Straßburg und Speyer Halt machen werde, betonte der Kirchenpräsident.

Text und Foto: lk

10.03.2016


Pfingsten gemeinsam feiern

v.l.: Dr. Thomas Stubenrauch, Pfarrer Thomas Borchers, Clemens Schirmer, Oberkirchenrat Manfred Sutter und Domkapitular Franz Vogelgesang. v.l.: Dr. Thomas Stubenrauch, Pfarrer Thomas Borchers, Clemens Schirmer, Oberkirchenrat Manfred Sutter und Domkapitular Franz Vogelgesang.

Bistum und Landeskirche veröffentlichen Arbeitshilfe zu ökumenischen Gottesdiensten

Speyer- In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer öfter der Wunsch laut, an Pfingsten ökumenische Gottesdienste zu feiern. Dies war für die Verantwortlichen im Bistum Speyer und in der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) Anlass, eine Arbeitshilfe für ökumenische Gottesdienste rund um das Pfingstfest zu erstellen. Die circa 80seitige Broschüre mit dem Titel „Pfingsten gemeinsam feiern“ will helfen, den Ökumenischen Leitfaden mit Leben zu erfüllen. Dieser war an Pfingsten 2015 von beiden Kirchen in Kraft gesetzt worden.

Die ökumenische Dimension des Pfingstfestes entdecken

„Der Heilige Geist und die Einheit der Kirche, Pfingsten und die Ökumene sind untrennbar miteinander verbunden. Zu Pfingsten gehört das Gebet um die Herabkunft des Geistes Gottes, der uns die volle, sichtbare Einheit der Kirche schenkt“, so Oberkirchenrat Manfred Sutter und Domkapitular Franz Vogelgesang in ihrem Vorwort. Beide verweisen zugleich auf die positiven Erfahrungen des Ökumenischen Kirchentags in Speyer: „Die Begeisterung und das intensive Miteinander, das wir an Pfingsten 2015 in Speyer erlebt und gefeiert haben, soll durch die Feier der vorgestellten pfingstlichen Gottesdienste erneuert und vertieft werden“.

Vorlagen für verschiedene Anlässe und Zielgruppen

Die Arbeitshilfe enthält 18 fertig ausgearbeitete Gottesdienstmodelle. Darunter sind klassische Feierformen wie ein Wortgottesdienst oder eine Vesper, aber auch Vorlagen für freiere Liturgieformen wie eine Nacht der Kirchen oder einen Stationenweg. Im Blick ist die ganze pfingstlich geprägte Zeit. Deshalb sind auch Texte für eine Pfingstnovene in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sowie für eine Pfingstvigil am Vorabend des Pfingstfestes enthalten. Ein KiTa-, ein Jugend- und ein Familiengottesdienst nehmen unterschiedliche Altersstufen in den Blick. Darüber hinaus finden sich sechs Lesepredigten und Impulse für die Verkündigung. Weitere liturgische Texte und Gestaltungselemente wollen dazu anregen, neue Feierformen für andere Zielgruppen, an ungewohnten Orten und mit niederschwelligem Charakter zu entwickeln.

Die Buntheit der unterschiedlichen liturgischen Traditionen entdecken

Für Vogelgesang besteht ein wichtiges Anliegen der Broschüre darin, hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger möglichst zu entlasten: „Alle Gottesdienstmodelle sind so angelegt, dass sie auch ohne Pfarrerinnen und Pfarrer gefeiert werden können. Damit nehmen wir zugleich die Geistbegabung aller Gläubigen ernst“. Wichtig ist den Herausgebern zu betonen, dass die Gottesdienste auch offen sind für die Beteiligung weiterer Kirchen. Neben dem Redaktionsteam, bestehend aus Pfarrer Thomas Borchers (Theologischer Referent im Landeskirchenrat), Clemens Schirmer (Liturgiereferent des Bistums) und Dr. Thomas Stubenrauch (Ökumenereferent des Bistums), und weiteren Autoren aus Bistum und Landeskirche haben deshalb auch Mitglieder anderer ACK-Kirchen Texte verfasst. Damit, so Sutter, werde die „Vielfalt der verschiedenen liturgischen Traditionen und Verkündigungsformen erlebbar“ und das „gottesdienstliche Leben der Gemeinden bunter“.

Alle Pfarreien und Kirchengemeinden in Bistum und Landeskirche erhalten demnächst kostenfrei Ansichtsexemplare zugesandt.

Weitere Exemplare können für 3,50 Euro (ab 10 Exemplaren: 3,00 Euro) zzgl. Porto erworben werden.

Bezugsadressen sind:

·       Bischöfliches Ordinariat
HA I – Seelsorge / Stabsstelle Ökumene
Webergasse 11 – 67346 Speyer
06232/102249 – oekumene@bistum-speyer.de

·       Landeskirchenrat
Dezernat 3
Domplatz 5 – 67346 Speyer
06232/667116 – Dezernat.3@evkirchepfalz.de

Text und Foto: is

08.03.2016


Zusammenarbeit der Gemeinden stärken

Landeskirche legt Leitfaden für Kooperationen und regionale Vernetzungen vor

Speyer- Unter dem Titel „Gemeinde geht weiter“ will die Evangelische Kirche der Pfalz die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden und die Vernetzung unterschiedlicher Arbeitsbereiche stärker profilieren. In einem Leitfaden stellt das Institut für kirchliche Fort- und Weiterbildung Schritte für Projekte vor, die von kooperierenden Gemeinden in den zentralen Handlungsfeldern Verkündigung, Bildung und Diakonie durchgeführt werden können. „Regionale Kooperation ist nicht das Ende der Kirchengemeinde, sondern stärkt sie“, sagte Oberkirchenrat Gottfried Müller bei der Vorstellung des Leitfadens. Regionale Vernetzung und menschennahe Angebote vor Ort seien unersetzlich, erklärte Müller.

Ziel sei es zum Beispiel, Pfarrerinnen und Pfarrer im Verwaltungsbereich zu entlasten und von der Alleinzuständigkeit zur arbeitsteiligen Kooperation zu ermutigen. Zugleich bestehe die Chance, das geistliche Profil zu stärken und die eigenen Gaben in die Arbeit besser einzubringen, erklärte der für Planungsfragen zuständige Oberkirchenrat. Zur Entlastung sollen zum Beispiel in Projekten sogenannte „Standardassistenzen“ erprobt werden. Dabei teilen sich die Gemeinden in einer regionalen Kooperationszone fachlich ausgebildete Sekretärinnen, die Verwaltungsaufgaben übernehmen.

Weitere Projekte, die von April 2016 bis Oktober 2018 umgesetzt werden sollen, sind nach Auskunft Müllers neben dem Aufbau eines Freiwilligenmanagements und eines Gottesdienstkonzepts für die Region auch die Jugend- und Konfirmandenarbeit sowie der Bereich von Musik, Theater, Kunst und Kultur. Dabei gelte es bei der Umsetzung mit Bedacht und Konzept vorzugehen und als Gemeinden in der Kooperation mit externen Partnern neue Möglichkeiten zu entdecken. Die Projekte, so zeigt sich der Oberkirchenrat gewiss, führten zu der Einsicht, dass „vieles künftig besser möglich sein wird, wenn wir zusammenarbeiten. Und wenn wir zusammenarbeiten, wird vieles möglich sein, was bisher nicht ging“.

Mit dem Leitfaden wird nach den Worten von Oberkirchenrat Müller der Auftrag der Landessynode umgesetzt, der im Zusammenhang mit dem im Mai 2014 in Homburg beschlossenen Perspektivpapier die Bildung von Kooperationszonen vorgesehen habe. Die von diesen nun neu zu entwickelnden Konzepte und Projekte orientierten sich an Christi Auftrag und der Lebenswelt der Menschen. Bei allen Veränderungen von Kirchengemeinde und Gemeindepfarrdienst bleibe nach evangelischem Verständnis die Kirche zuerst Gemeinde, in der das Evangelium in Wort und Tat verkündigt werde, betonte Müller. Die pfälzische Kirchenverfassung bezeichne die Gemeinde als „Pflanzstätte des Glaubens“.

Der Leitfaden „Gemeinde geht weiter! Konzepte entwickeln in regionaler Vernetzung“ ist in der Reihe Butenschoen Campus des Instituts für kirchliche Fortbildung in Landau erschienen.

Eine Übersicht und aktuelle Informationen gibt es unter www.gemeinde-geht-weiter.de. lk

08.03.2016


Religionsunterricht spielt eine zentrale Rolle

27 Lehrer zum Fach „Evangelische Religion“ bevollmächtigt

Speyer/Ebernburg- Kirchenpräsident Christian Schad hat 27 Religionslehrerinnen und -lehrern die Urkunden zur Bevollmächtigung für den evangelischen Religionsunterricht überreicht. Religionsunterricht habe die doppelte Aufgabe, die eigene religiöse Tradition verständlich zu machen und zugleich dazu zu befähigen, sich mit anderen Religionen und Kulturen zu verständigen, sagte Schad bei der Urkundenverleihung in der protestantischen Kirche in Ebernburg. Voraussetzung für den Erwerb der Bevollmächtigung ist die Teilnahme an einer vorbereitenden Tagung, dem Vokationskurs. Zugleich verpflichtet sich die evangelische Kirche, Religionslehrer bei ihrer Arbeit durch Beratung, Fortbildung und geistliche Begleitung zu unterstützen.

Bei der Vermittlung einer toleranten Gesinnung in einer religiös und weltanschaulich pluralen Gesellschaft spiele Religionsunterricht eine zentrale Rolle, sagte Kirchenpräsident Schad. „Toleranz setzt voraus, dass Menschen zu dem stehen, was sie im Innersten bindet – und deshalb auch achtungsvoll mit dem umgehen, was Anderen wichtig ist.“ Aufgabe des Religionsunterrichtes sei es aber auch, die Grenzen der Toleranz zu markieren, sagte Schad. „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, fundamentalistische Überlegenheitsbehauptungen oder die Rechtfertigung von Gewalt sind Haltungen, die keine Toleranz verdienen.“

Kirchenrat Thomas Niederberger, Leiter des landeskirchlichen Amtes für Religionsunterricht, gratulierte den Religionslehrerinnen und Religionslehrern zu ihrem wichtigen Dienst. Die Bedeutung religiöser Bildung könne zurzeit kaum überschätzt werden, und die Lehrenden seien als Vertrauenspersonen und Spezialisten für Lebens- und Orientierungsfragen auch persönlich zunehmend gefragt, so Niederberger. Der Religionsunterricht ist in Deutschland laut Grundgesetz (Artikel 7.3) ordentliches Lehrfach und damit staatliche Aufgabe. Zugleich gehört er in den Verantwortungsbereich der Kirchen, die nach Maßgabe ihrer Grundsätze über die Ziele und Inhalte des Unterrichtsfachs Religion entscheiden. So beteiligt sich nach dem Willen des Grundgesetzes die Kirche in der Gesellschaft an der Gestaltung von Schule und Bildung. Text und Foto: Landeskirche

07.03.2016


Neuer Pfarrer der Auferstehungskirchengemeinde

Speyer- Ab 01. Mai ist Herr Pfarrer Uwe Weinerth neuer Pfarrer der Auferstehungskirchengemeinde in Speyer. Diese Ernennung wurde durch die Kirchenregierung der Ev. Kirche der Pfalz (Prot. Landeskirche) beschlossen.

Prot. Dekanat Speyer, Presse

03.03.2016


Katrin Göring-Eckardt lobt Katholikentag

Die Politikerin im Interview mit 100 Tage, 100 Menschen

Leipzig- Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Katrin Göring-Eckardt begrüßt die Entscheidung des Katholikentags, die AfD von seinen Podien und Diskussionen auszuladen: "Der Katholikentag macht klar, dass ihm der gesellschaftliche Zusammenhalt am Herzen liegt", sagt Göring-Eckardt in einem Interview, das für die Seite www.100tage100menschen.de geführt worden ist und als exklusiver Vorabdruck am 25.2. in der ZEIT-Beilage "Christ & Welt" erscheint.

"Seine Entscheidung zeugt von Selbstbewusstsein. Er zeigt Haltung und macht deutlich, dass Hetze, Rechtspopulismus und Rassismus nicht mit seinen Werten vereinbar ist und keinen Platz auf dem Katholikentag haben."

Göring-Eckardt spricht sich außerdem für die Bezuschussung von Kirchen- und Katholikentagen durch Länder und Kommunen aus und lobt die Impulse, die von den Treffen ausgehen: "Es sind keine innerkirchlichen Debatten, sondern daran sind viele Menschen aus der Gesellschaft beteiligt."

Mit Blick auf die Ökumene - ein wichtiges Thema beim Leipziger Katholikentag - sagt Göring-Eckhardt: "Ich glaube, dass uns in den Konfessionen viel mehr verbindet als uns trennt. Und dass wir einander kritisieren, wie es Freunde untereinander tun, das bringt uns gemeinsam vorwärts."

Am 13. März erscheint das Interview mit Katrin Göring-Eckhardt online unter www.100tage100menschen.de. Wie alle Beiträge auf der Seite steht es unter der Creative Commons Attribution CC BY-ND 4.0 und darf somit auch von anderen Medien publiziert werden.

Das Porträt ist ist Teil eines Multimediaprojekts des Deutschen Katholikentags, das seit 16. Februar 100 Tage lang Geschichten von Menschen erzählt, die mit dem Katholikentag in Leipzig in Verbindung stehen oder in Berührung kommen werden.

Der 100. Deutsche Katholikentag ist eine christliche Großveranstaltung. Er findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Region. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Text: 100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V. , Presse

25.02.2016


Flüchtlinge auf dem Dorf willkommen heißen

Initiative stellt Arbeitshilfe vor – Ländliche Region bietet gute Voraussetzungen für Integration

Mainz/Speyer- (ekhn/lk). Diakonie und evangelische Kirche haben in Mainz eine Broschüre vorgestellt, die beim Aufbau von ehrenamtlicher Hilfe für Flüchtlinge auf dem Land helfen will. Unter dem Titel „Willkommen im Dorf“ bietet das Heft auf 48 Seiten Tipps, wie auch ohne professionelle Strukturen vor Ort mit Freiwilligen dennoch eine sinnvolle Unterstützung für Hilfesuchende aufgebaut werden kann. Unterstützt wird die Veröffentlichung von der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Das Heft basiert auf den Erfahrungen der Initiative „Willkommen im Dorf“ aus dem rund 1600 Einwohner zählenden Jugenheim in Rheinhessen. Demnach biete sich gerade im ländlichen Raum eine besondere Chance zur Integration. Eine Schlüsselrolle könnten dabei unter anderem die örtlichen Vereine übernehmen. Die Broschüre enthält einen Mix aus Sachinformationen zum Thema Flucht und Integration, praxisnahen Tipps mit Checklisten, gelungenen Beispielen, Erzählungen von Erlebnissen sowie persönlichen Statements.

Nach Worten des evangelischen Propstes für Rheinhessen, Klaus-Volker Schütz, ist die Unterbringung von Flüchtlingen in ländlichen Regionen wegen fehlender Infrastruktur wie etwa nahe gelegenen Geschäften oder Arztpraxen oft eine Herausforderung. Zugleich gebe es aber „im Dorf weniger Anonymität, jeder kennt jeden und man kümmert sich um die Nachbarn“, so Schütz. Dies seien gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration, die auf dem Land besser gelingen könne als in städtischen Ballungsräumen. Die neue Broschüre wolle diese positive Erfahrung vermitteln.

Die Jugenheimer Pfarrerin Sarah Kirchhoff hebt hervor, dass es auf dem Land oft leichter sei, Netzwerke zu bilden. So seien in ihrem Ort „alle Vereine, politische Parteien und interessierte Bürgerinnen und Bürger“ in das Engagement für Flüchtlinge von Anfang an eingebunden worden. Daraus sei ein spezielles „Patensystem“ entstanden, „damit sich Beziehungen besser entwickeln können“, so Kirchhoff. Neben den Patenschaften für einzelne Familien seien auch Patenschaften für ein Haus oder eine Wohnung mit Flüchtlingen entstanden. Nach Kirchhoff haben vor allem die Vereine eine wichtige Funktion: „Wenn ein Flüchtlingsmädchen singen will, eine Flüchtlingsfrau zur Gymnastik möchte oder ein Junge Fußball spielen will, dann wenden sich die Patinnen und Paten an den entsprechenden Verein. Die sorgen dafür, dass die geflüchteten dazu in der Wohnung abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden.“

Uli Röhm, Mitbegründer von „Willkommen im Dorf“ weist darauf hin, dass das Jugenheimer Patenmodell inzwischen bundesweit für Aufmerksamkeit sorgt. Dies habe zuletzt immer wieder zu Anfragen geführt. Dies sei der Anstoß für die Initiative gewesen, „die praktischen Erfahrungen aufzuschreiben“. Material zur Unterstützung bei der späteren Betreuungsarbeit von Geflüchteten habe es genügend gegeben. Dagegen habe Hilfe, wie eine Initiative schnell aufgebaut werden könne, bisher gefehlt.

Hinweis: Information zum Thema gibt es auch über das Webportal www.menschen-wie-wir.de. Die Arbeitshilfe „Willkommen im Dorf“ kann als gedrucktes Exemplar kostenlos angefordert werden bei der Diakonie Hessen, Meike Haas, Ederstraße 12, 60486 Frankfurt am Main, E-Mail: meike.haas@diakonie-hessen.de.

24.02.2016


Kirche St. Ludwig in Speyer wurde profaniert

Speyer- Die Kirche St. Ludwig in Speyer wurde Anfang Februar profaniert. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat in einem Profanierungsdekret festgelegt, dass die Kirche ihre Weihe verliert und auf Dauer einem profanen Gebrauch zugeführt wird. Anfang des Jahres hatte sich das Bistum Speyer entschieden, das Bistumshaus und die Kirche St. Ludwig in der Speyerer Innenstadt an das Mannheimer Unternehmen „Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH“ zu verkaufen.

Die Kirche des ehemaligen Dominikanerklosters stammt aus dem 13. Jahrhundert. 1689 wurde sie mit einem Großteil der alten Reichsstadt von den Truppen Ludwigs XIV. zerstört. Im Zug der Wiederbesiedlung der verödeten Stadt kam es 1698 zum Wiederaufbau des Dominikanerklosters, von der Kirche wurde allerdings nur der Chor wiederhergestellt.

Schon 1794 erlitt die Kirche durch die französischen Revolutionstruppen erneut Verwüstungen. 1802 nach dem Untergang des alten Bistums Speyer wurde das Kloster schließlich versteigert. 1830 konnte das Gebäude zurückgekauft und in der Folgezeit mit der von August von Voit umgestalteten Kirche zu einem Konvikt, einem Studienseminar für künftige Priesterkandidaten, ausgebaut werden. 1935 baute der Architekt Albert Boßlet nach Westen hin ein zusätzliches Joch an die Kirche.

Text: Bistum Speyer, Presse

22.02.2016


Beruf des Gemeindediakons für Einsteiger attraktiv gestalten

Papier zum Berufsbild und Umfrage bestätigen Handlungsbedarf – Synode greift Thema auf

Speyer- (lk). Gesellschaft und Kirche befinden sich im Umbruch – das stellt auch ihre Berufsgruppen, wie beispielsweise Pfarrer und Gemeindepädagogen, vor neue Herausforderungen. In Folge des Strategiepapiers „Mutig voranschreiten“ der Landeskirche hat deren Gleichstellungsstelle eine Umfrage unter 111 Mitarbeitern in den gemeindenahen Diensten zur „Life-Work-Balance“ – der Ausgewogenheit von Arbeits- und Lebensverhältnissen – gestartet. Die Ergebnisse liegen jetzt ebenso vor wie ein vom „Arbeitskreis Berufsprofil der Gemeindediakone“ erarbeitetes Positionspapier mit dem Titel „Den Weg mutig weitergehen“. Demnach ist es „dringend notwendig“, den Beruf des Gemeindediakons und des Jugendreferenten weiterzuentwickeln, sagt Paul Neuberger, landeskirchlicher Beauftragter für gemeindenahe Dienste.

Mit dem Berufsprofil von Gemeindediakonen und Jugendreferenten wird sich auch die Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche der Pfalz befassen. Das Positionspapier sei die konsequente Fortführung der gemeinsamen Bemühungen um eine Profilierung der Berufsgruppen und ihrer Berufsfelder, erklärt der für Gemeindediakone und Jugendreferenten zuständige Dezernent, Oberkirchenrat Gottfried Müller. Gemeindediakone beraten, begleiten und qualifizieren Ehrenamtliche, sind für religionspädagogische und gesellschaftspolitische Bildungsangebote zuständig und arbeiten auch im Bereich Seelsorge und Verkündigung. Arbeitsschwerpunkt der Jugendreferenten ist es, Jugendarbeit vor Ort zu initiieren und Ehrenamtliche für die Jugendarbeit zu gewinnen und sie zu begleiten.

Zunehmende Arbeitsverdichtung haben nach den Worten der Gleichstellungsbeauftragten der Landeskirche, Pfarrerin Belinda Spitz-Jöst, Fragen nach einem ausgewogenen Verhältnis von Arbeits- und Privatleben herausgefordert. Viele Umfrageergebnisse dieser Life-Work-Balance-Studie stimmen mit den Erkenntnissen des von dem Arbeitskreis erarbeiteten Positionspapiers überein, so Neuberger. Beispiel: Zwei Drittel der befragten Mitarbeiter in den gemeindenahen Diensten sind älter als 50. Daher sei es eine der vom Arbeitskreis formulierten Forderungen, den Beruf des Gemeindepädagogen und des Jugendreferenten für junge Menschen attraktiv zu gestalten.

Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit: Aus vielen Bereichen der Gemeindearbeit und weiteren kirchlichen Arbeitsfeldern sei Gemeindediakonie nicht mehr wegzudenken, sagt Paul Neuberger. „Gemeindediakone versehen ihren Dienst als pädagogische Fachleute im partnerschaftlichen Miteinander mit den Pfarrerinnen und Pfarrern und müssen ständig auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren.“ Neuberger, Jugendreferent der Protestantischen Jugendzentrale Speyer, nennt Personalentwicklung, Fort- und Weiterbildung, die Vernetzung der Dienste untereinander und die Begleitung von Berufseinsteigern als Schwerpunkte. Dafür bedürfe es eines „langfristig angelegten landeskirchlichen Konzeptes“.

Belinda Spitz-Jöst verweist in diesem Zusammenhang auf eine Life-Work-Balance-Umfrage unter Pfarrerinnen und Pfarrern vor fünf Jahren: Solche Erhebungen seien „absolut notwendig“. Letztlich gehe es nicht nur um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, sondern auch um die Gesundheit derer, die in der Kirche ihren Dienst tun.

Hintergrund: Nach dem Modell der Jugendzentralen entstand in den 1990er Jahren die Idee, Einrichtungen zu schaffen, die die Gemeindearbeit im Kirchenbezirk stärken sollten. 2002 beschloss die Landessynode die Einführung Gemeindepädagogischer Dienste. Dem vorausgegangen waren Modellprojekte in Ludwigshafen und Obermoschel. Heute gibt es in elf Kirchenbezirken Gemeindepädagogische Dienste: Bad Bergzabern, Bad Dürkheim, Donnersberg, Frankenthal, Germersheim, Homburg, Kaiserslautern, Landau, Ludwigshafen, Pirmasens und Zweibrücken. Landeskirchliche Beauftragte für gemeindenahe Dienste sind Paul Neuberger und Thomas Klein.

22.02.2016


Mega-Staudamm bedroht Mensch und Natur

Bischof Wilmar Santin mit Weihbischof Otto Georgens

Bischof Wilmar Santin berichtet über den Kampf für Menschenrechte in Brasilien

Speyer / Tapajòs (Brasilien)- Die Misereor-Fastenaktion steht in diesem Jahr unter dem Motto „Das Recht ströme wie Wasser“ und macht damit auf die schwierige Rechtssituation von Millionen Menschen in Brasilien aufmerksam. Über den Kampf der Menschen gegen den Bau eines weiteren Staudamms in der brasilianischen Region Pará informierte der brasilianische Bischof Wilmar Santin bei einem Pressegespräch im Karmelitinnenkloster in Speyer. Santin ist selbst Karmelit und seit 2011 Bischof der Prälatur Itaituba im Amazonas-Bundesstaat Pará in Brasilien. Er teilt die Sorgen der Menschen um die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und unterstützt den Kampf gegen den Staudammbau am Tapajós und damit auch die Arbeit der Kommission für Landpastoral in seiner Prälatur.

Die indigene Bevölkerung lebt unmittelbar am und mit dem Fluss Tapajós. „Sollte die Regierung den Bau des Staudamms verwirklichen, wird das Wohngebiet dieser Menschen überflutet und sie wären gezwungen umzusiedeln“, machte Bischof Santin im Gespräch mit Weihbischof Otto Georgens, dem Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer, deutlich. Misereor unterstützt vor Ort Gruppen und Organisationen, die die Menschen über ihre Rechte aufklären und sie bei Behördengängen und Rechtsstreitigkeiten begleiten.

„Das Problem Amazoniens ist ein Problem aller. Wir alle haben darüber nachzudenken und gemeinsame Lösungen zu suchen“, sagt Bischof Wilmar Santin. Ihn treibt die Frage um, wie der geplante Studamm bei Itaituba das Leben der Menschen am Tapajos-Fluss verändern wird. Ein Großteil der Bewohner lebt am und vom Fluss. Die „Ribeirinhos“ (Ufermenschen) würden Heimat und Lebensgrundlage verlieren. Zudem ist dem Bischof klar, dass mit dem riesigen Staudammprojekt – Schleusen zur Schiffbarmachung eingeschlossen – ein weiterer gravierender Eingriff in das für die gesamte Menschheit so wichtige Ökosystem Amazoniens verbunden sein würde.

Itaituba steht seit Jahrzehnten für die problematischen Veränderungen in Amazonien. Die 100000-Einwohnerstadt liegt an der Transamazonica, die Straße, die das Amazonasgebiet wirtschaftlich erschließen soll. Vor einem Vierteljahrhundert stand bei Itaituba noch dichter Dschungel. Er war gefürchtet – wegen der Jaguare, wegen der Riesenschlangen, wegen der kriegerischen Stämme von Ureinwohnern. Heute muss man von der Stadt aus lange fahren, um überhaupt noch zusammenhängende Urwaldstücke zu sehen. Satellitenbilder zeigen, dass das Ausmaß der Abholzung im brasilianischen Amazonaswald seit einigen Jahren wieder deutlich zunimmt, signifikant in der Region rings um Itaituba, wie Experten festgestellt haben. Die Sägewerke der Stadt liefern großteils direkt ins Ausland – an Kunden in China, Deutschland und Kanada, legal und auch illegal.

Auf den gerodeten Flächen weiden Rinderherden, und es werden gigantische Monokulturen aus Sojafeldern angelegt. Die Ernte wird per Schiff an die Küste transportiert und von dort aus als Viehfutter exportiert – vor allem nach Europa. Die Abholzung ist in jedem Fall hoch profitabel – auf Kosten der Natur und der Menschen.

Eine neue Bedrohung von Natur und Mensch ist das geplante Staudammprojekt. Insgesamt 726 Quadratkilometer misst der geplante Stausee am Tapajos, so groß wie die drei größten Seen Deutschlands – Bodensee, Chiemsee und Mü̈ritzsee – zusammen. Er soll 10 Milliarden Euro kosten. 53 Meter hoch ragt dann eine gewaltige, 7,5 Kilometer lange Staumauer auf, die den Tapajos stauen und das Land ü̈berfluten wird.

Kirche kämpft mit den Menschen

Noch ist hier die Heimat von Tausenden Kleinbauern und Fischern sowie dem Volk der Munduruku, denen das Land ihrer Väter heilig ist. Wo sie bleiben sollen, ist ungewiss und auch, wovon sie dann leben werden. Die CPT, die Landpastoral des Bistums Itaituba, kämpft mit den Menschen der Region gegen den Staudammbau und berät die Kleinbauern und Munduruku ü̈ber ihre Rechte auf Wohnen und auf kulturelle Selbstbestimmung. Die CPT wird dabei von Misereor aus Deutschland unterstü̈tzt.

Laut Informationen der Tageszeitung „Estado de São Paulo“ plant die Regierung in Brasilia, beim geplanten Staudamm in Itaituba die bisher gültigen Vorschriften im offiziellen Genehmigungsverfahren zu ändern, was die Kritiker des Projektes zusätzlich aufhorchen lässt. Dem Zeitungsbericht zufolge sollen aus dem Genehmigungsverfahren die soziale Faktoren betreffenden Punkte, wie beispielsweise Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, Gesundheit, öffentliche Sicherheit und Bildung, aus dem bisherigen Umweltgenehmigungsverfahren ausgegliedert und in einer neu zu schaffenden Institution behandelt werden. Das Verfahren soll damit beschleunigt werden. Das hätte zur Konsequenz, dass für Einsprüche so gut wie keine Zeit mehr bleiben würde. Kritiker sehen darin einen weiteren Angriff auf die in der Verfassung garantierten Rechte der vom Staudammprojekt betroffenen Bevölkerung. Der Staudamm São Luiz do Tapajos ist der zweitgrößte der derzeit in Planung beziehungsweise in Bau befindlichen Staudämme in Brasilien.

„Eine starke Zeit der Umkehr“

Die jährliche Misereor-Aktion fällt in die Fastenzeit. Für Bischof Santin sind diese Wochen „eine starke Zeit der Umkehr“. Eine Zeit, „intensiv die Barmherzigkeit, die Geschwisterlichkeit, die Solidarität und die Vergebung zu leben“. All dies könnten wir nicht für uns allein, unterstreicht er in seinen Predigten und Ansprachen. „Wir müssen uns öffnen und die Wirklichkeit weit und global betrachten“, ist er überzeugt und nennt als Beispiel die Thematik der Flüchtlinge und Einwanderer, die verzweifelt ihr Leben riskieren, um in Europa Sicherheit zu finden.

Als eine weitere „komplizierte Wirklichkeit“, die nach „Aufmerksamkeit und einer Positionierung aller Menschen guten Willens“ verlangt, nennt er die „Wirklichkeit“ in Amazonien. „Die Probleme sind vielfältig: Abholzung, sklavenähnliche Arbeit, Zerstörung der Natur durch Ausbeutung der Erze unter völliger Missachtung der Umwelt.“ Das jetzt geplante Stadudammprojekt am Tapajos sei ein schwerer Angriff auf die Umwelt und die Rechte der indigenen Völker und Flussanrainer. „Dieser Fall der geplanten Staudämme erfordert von uns allen eine gemeinsame internationale Hilfs- und Solidaritätsaktion“, appelliert der Bischof.

Weitere Informationen zur Misereor-Fastenaktion: www.misereor.de

Text: Kirchenzeitung „Der Pilger“ / Foto: is

21.02.2016


Rohrbach tut dem Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße gut!

Bethesda-Geschäftsführer Dieter Lang (l.) und Marc Sellmann, Leiter des Bereichs Altenhilfe (r.), nehmen die Spende von Christine Krieg und Claudia Westermann (v. l.) entgegen.

4.518 Euro hat der Verein Rohrbach tut gut! für das geplante Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße gespendet.

SÜW/Landau- Es handelt sich bei der Summe, die Vereinsvorsitzende Christine Krieg und die zweite Vorsitzende Claudia Westermann am 18. Februar überreichten, um die Hälfte des Erlöses von „Zimt und Zauber“. Unter diesem Titel organisiert der Verein seit 2009 am zweiten Adventswochenende einen etwas anderen Weihnachtsmarkt, auf dem in persönlicher Atmosphäre vor allem Vereine des Ortes Speisen, Getränke und vieles mehr für den guten Zweck verkaufen. „Bei uns kann sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen“, so Christine Krieg.

Von dem besonderen Zauber des Marktes hat sich Bethesda-Geschäftsführer Dieter Lang, der als Vertreter des Fördervereins Hospiz LD-SÜW die Spende entgegennahm, im Dezember selbst überzeugt. Er hat dort die Pläne für das Hospiz vorgestellt, das am Gelände von Diakonissen Bethesda Landau entstehen soll: Die Einrichtung mit acht Plätzen soll eine Versorgungslücke in Stadt und Region schließen und die bewährte ambulante Hospizhilfe ergänzen, um schwerstkranken und sterbenden Menschen eine umfassende medizinische, pflegerische und psychosoziale Begleitung zu ermöglichen. „Kranken- und Pflegeversicherungen decken die Investitionskosten von geschätzten zwei Millionen Euro nur zu einem geringen Teil, daher freuen wir uns, dass sich viele Privatleute, Firmen und Vereine für unser Projekt interessieren und es mit Spenden finanziell unterstützen“, freute sich Dieter Lang über die Spende des Rohrbacher Vereins.

Spendenkonten:

VR Bank Südliche Weinstraße, IBAN DE93 5489 1300 0000 4414 06, BIC GENODE61BZA

VR Bank Südpfalz, IBAN DE55 5486 2500 0002 7300 73, BIC GENODE61SUW

Sparkasse Südliche Weinstraße, IBAN DE31 5485 0010 1700 8080 80, BIC SOLADES1SUW

Informationen zum Hospiz für Landau und die Südliche Weinstraße bzw. den Förderverein Hospiz LD-SÜW e. V.  unter www.diakonissen.de

Informationen zum Verein Rohrbach tut gut! e. V. unter www.rohrbach-tut-gut-de.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim, Presse

20.02.2016


Till Strang wird neuer Vorsitzender des Kirchentagsausschusses

Till Strang

Nach 18 Jahren scheidet Gert Langkafel aus dem Amt – Wechsel auch in der Geschäftsführung

Speyer- (lk). Till Strang wird neuer Vorsitzender des Landesauschusses Pfalz des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT). Dies hat das Gremium einstimmig beschlossen. Der 28-jährige Sozialversicherungsfachangestelle aus Neustadt tritt die Nachfolge von Gert Langkafel an, der am 1. April 2016 nach 18 Jahren den Vorsitz aus Altersgründen aufgibt. Der Landessauschuss ist mitverantwortlich für die Vorbereitung und Nacharbeit der Kirchentage und ist unter anderem beteiligt bei der Auswahl der Mitwirkenden. Zudem unterstützt er die Teilnehmerwerbung im Bereich der Landeskirche. Der nächste DEKT, zu dem bis zu 200.000 Teilnehmer erwartet werden, findet vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg statt.

Der neue Vorsitzende bringt Erfahrung in der Kirchentagsarbeit mit. Als Pfadfinder gehört er bereits dem „ständigen Ausschuss Helferdienste“ des DEKT an, der mit der Geschäftsstelle des Kirchentages die Arbeit der rund 5.000 ehrenamtlichen Helfer koordiniert. Seinen ersten Kirchentag erlebte der neue Landesausschussvorsitzende als Teilnehmer 2003 in Berlin. Till Strang ist Presbyter der Kirchengemeinde Neustadt-Hambach und seit 2015 Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz. Im Landesvorstand Rheinland-Pfalz / Saar des Verbandes Christlicher Pfadfinder war Strang als jugendpolitischer Sprecher aktiv.

Seit dem Kirchentag 1983 in Hannover nimmt Gert Langkafel aus Ludwigshafen-Edigheim an dem alle zwei Jahre stattfindenden Großereignis teil. 18 Jahre war der gelernte Chemotechniker Vorsitzender des pfälzischen Landesausschusses und in dieser Funktion als Mitglied der Präsidialversammlung an der Planung und Durchführung von zwölf Kirchentagen beteiligt. Außerdem organisierte der 78-Jährige zwei regionale Kirchentage in Ludwigshafen und Mannheim und gehörte zum Organisationsteam der Protestationsfeiern 2004 und des Ökumenischen Kirchentages 2015 in Speyer. Langkafel war u-.a. Vorsitzender der Bezirkssynode Ludwigshafen.

Mit dem Wechsel im Vorsitz hat zudem die bisherige Geschäftsführerin des Landessausschusses, Andrea Keßler ihre Tätigkeit aufgegeben. Sie war seit 2003 im Amt. Ihr folgt Beate Stein aus Speyer.

Seit seiner Gründung 1949 versteht sich der Kirchentag als einflussreiche Laienbewegung im Protestantismus und als „evangelische Zeitansage“. Sein erster Präsident war der spätere Bundespräsident Gustav Heinemann. Im Mittelpunkt des jeweils viertägigen Treffens stehen Bibelarbeiten und Diskussionsforen, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen.

18.02.2016


Das Schaf gewinnt!

Bremer Musikprojekt erhält Preis der deutschen Katholikentage

Leipzig/Bremen- Das Musikprojekt "Das Schaf gewinnt" der Bremer Kinder- und Jugendkantorei erhält den diesjährigen Preis der Deutschen Katholikentage, den Aggiornamento-Preis. Außerdem ausgezeichnet werden der Arbeitskreis Asyl Maintal sowie das Nachtcafé Dresden, eine Initiative für Wohnungslose. Dies gab die Jury des Preises in Leipzig bekannt.

"Das Schaf gewinnt" ist ein Musiktheaterstück, an dem Bremer Kinder und Jugendliche unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen beteiligt sind. Im Mittelpunkt steht dabei ein Schaf, das mit Phänomenen wie Flucht, Krieg und Gewalt konfrontiert wird. Musikalisch anspruchsvolle Arbeit wird in dem Projekt mit der Erziehung zu sozialer Verantwortung wie Hausaufgabenbetreuung oder Chorferienfreizeiten verbunden. Damit trägt der von Eltern gegründete Verein wesentlich zu einer gelingenden Integration bei, gerade in benachteiligten Stadtteilen mit einem hohen Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund, so die Jury. Auch die modellhafte ökumenische Zusammenarbeit wurde gewürdigt. Das Projekt wird mit 5.000 Euro Preisgeld bedacht. Das Stück "Das Schaf gewinnt" wird zudem auf dem Katholikentag im Mai in Leipzig aufgeführt.

Mit 3.000 Euro ausgezeichnet wird der Arbeitskreis Asyl Maintal, der Flüchtlinge in verschiedenen Lebensbereichen unterstützt. Neben Beratungsangeboten und Sprachkursen werden Sportaktivitäten und Ausflüge angeboten. Eine eigene Fahrradwerkstatt fördert die Zusammengehörigkeit und den Spracherwerb der Flüchtlinge. Der Arbeitskreis setzt sich komplett aus Ehrenamtlichen verschiedener Konfessionen und Konfessionslosen zusammen.

Das in Ökumene betriebene Nachtcafé Dresden wird mit 2.000 Euro Preisgeld unterstützt. Es stellt Bedürftigen Betten und sanitäre Einrichtungen über Nacht zur Verfügung, wäscht unterdessen die Tageskleidung und versorgt mit warmen Mahlzeiten und Lunchpaketen für den Tag. Mit der Auszeichnung dieses Angebots für Wohnungslose soll der Blick auf eine soziale Gruppe gelenkt werden, die derzeit im Zuge der Flüchtlingskrise wenig im Mittelpunkt steht. Das ehrenamtliche Engagement dieser Einrichtung hat inzwischen modellhaft in viele Diözesen hineingewirkt.

ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper lobte die Bandbreite der Bewerbungen: "Alle eingesandten Projekte zeigen die Bedeutung christlicher Initiativen für die gesellschaftspolitische Entwicklung in Deutschland. "Ob der Einsatz für Integration oder Resozialisierung - die Preisträger seien beispielhaft in ihrer Art, wie sie innovativ und kreativ Herausforderungen der Zeit angingen. "Dieses Engagement zeichnen wir gern aus."

Der vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gestiftete Preis wird während des 100. Deutschen Katholikentags im Mai dieses Jahres zum dritten Mal verliehen. Der Preis zeichnet Initiativen aus, die einen Bezug zum Leitwort des jeweils nächsten Katholikentags aufweisen oder sich mit drängenden gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigen.

Der 100. Deutsche Katholikentag ist eine christliche Großveranstaltung. Er findet vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt. Erwartet werden mehrere Zehntausend Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet sowie der Region. Katholikentage werden vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten veranstaltet. Der 99. Deutsche Katholikentag fand 2014 in Regensburg statt.

Text: 100. Deutscher Katholikentag Leipzig 2016 e.V., Presse

13.02.2016


Der Segen zur Konfirmation gewinnt für die Jugendlichen an Bedeutung

In der pfälzischen Landeskirche werden in diesem Jahr rund 5.000 Jugendliche konfirmiert

Speyer- (lk). Dieses Jahr lassen sich in der Evangelischen Kirche der Pfalz rund 5.000 Jungen und Mädchen konfirmieren. Dass es zehn Jahre zuvor noch etwa 7.000 Jugendliche waren, liegt vor allem an der sinkenden Geburtenrate, erklärt Pfarrer Andreas Große von der Konfirmandenarbeitsstelle der Landeskirche. In der Pfalz und der Saarpfalz ließen sich etwa 94 Prozent aller Getauften eines Jahrganges konfirmieren. „Damit stehen wir innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland gut da“, sagt Große.

Wie dieser Wert von Gemeinde zu Gemeinde variiert, zeigen im Vergleich Zahlen aus ländlichen und städtischen Gebieten. So lassen sich laut Gemeindepfarrer Christopher Markutzik in Sausenheim-Neuleiningen dieses Jahr zwölf der 14 getauften Jugendlichen konfirmieren, in der Martin-Luther-Gemeinde in Neustadt seien es dagegen von 43 getauften Jugendlichen nur 25 Konfirmanden, so Pfarrer Frank Schuster.

Die Kirche sehe sich einem größer werdenden Wettbewerb mit anderen Angeboten für Jugendliche ausgesetzt, sagt Christopher Markutzik und räumt ein, dass jungen Leuten am Ende der zweijährigen Konfirmationszeit ein Fest und Geschenke winke. Die Beobachtungen des Pfarrers werden von einer Studie der Konfirmandenarbeitsstelle bestätigt: Demnach sind für rund zwei Drittel der Konfirmanden die Feier und die Geschenke eine der Hauptmotivationen, sich konfirmieren zu lassen. Knapp die Hälfte der Konfirmanden besucht der Studie zufolge zudem den Konfirmationsunterricht, „weil es in der Familie so Brauch ist“.

Doch je näher die Konfirmation rückt, desto mehr tritt der Inhalt der Konfirmation in den Vordergrund, sagt Andreas Große. „Der Segen zur Konfirmation gewinnt für die Jugendlichen immer mehr an Bedeutung. Offensichtlich spüren sie, dass sie hier etwas ganz Besonderes und Stärkendes mit auf den Weg bekommen“, sagt der Pfarrer. Der Neustadter Pfarrer Frank Schuster bestätigt dies: „Jugendliche fühlen sich in ihrer bewusst getroffenen Entscheidung zur Konfirmation nicht ernst genommen, wenn man ihnen nur materielle Motive unterstellt.“

Das meint auch Jürgen Dunst, zuständiger Referent der Basler Mission Pfalz, die wieder zur Konfirmandendankspende aufruft. Mit dem Geld sollen in diesem Jahr Stipendien für die Schul- und Berufsausbildung von Jugendlichen in Papua ermöglicht werden. Die GKI-Kirche in Papua (Gereja Kristen Injili di Tanah Papua/Evangelische Kirche im Land Papua) ist eine Partnerkirche der Evangelischen Kirche der Pfalz. Die Tradition, sozial- und entwicklungspolitische Projekte von Partnerkirchen zu unterstützen, gibt es seit 1973. Jährlich kämen bei der Konfirmandendankspende bis zu 15.000 Euro zusammen, erklärt Dunst. Der Aufruf zur Dankspende appelliere an die Konfirmanden, über das eigene Beschenktwerden hinaus auch an andere zu denken.

Pfarrer Andreas Große sieht die Chancen der Kirche in der Arbeit mit Konfirmanden. Diese bräuchten Ansprechpartner, die sie ernst nähmen, ihnen Lebens- und Glaubensentwürfe vorlebten und mit ihnen den Glauben entdeckten. „Die Jugendlichen brauchen in der Pubertät Menschen, die bereit sind, sich ihren Fragen in dieser schwierigen Lebensphase zu stellen und sie zu begleiten.“ Es sei nicht immer einfach, mit einer Gruppe von 25 Pubertierenden aus allen Sozial- und Bildungsschichten zu arbeiten, bestätigt Schuster. „Aber es lohnt sich und ist wichtig, in diesem Alter ein Übergangsritual ins Erwachsenenleben anzubieten und den Jugendlichen bei ihren Fragen und Problemen zur Seite zu stehen“.

Die Konfirmationen finden in der pfälzischen Landeskirche traditionell zwischen dem Sonntag nach Aschermittwoch und Pfingsten statt. Mit der Konfirmation wird unter anderem das Recht zugesprochen, Pate zu werden und ab dem 14. Lebensjahr an kirchlichen Wahlen teilzunehmen.

Hinweis: Ein Informationsheft zur Konfirmandendankspende kann beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst/Basler Mission Pfalz in Landau unter Telefon 06341/9289-11, E-Mail: schoelch@moed-pfalz.de angefordert werden. Mehr zum Thema unter www.moed-pfalz.de und www.mission-21.org.

12.02.2016


Minister Robbers "Integration braucht Zeit und langen Atem"

Justizminister Gerhard RobbersKirchliche Gerichte befassen sich mit theologischen und rechtlichen Aspekten

Ebernburg- (lk). Die Integration von Muslimen in die deutsche Verfassungsordnung und Gesellschaft braucht nach Auffassung des rheinland-pfälzischen Justizministers Gerhard Robbers Zeit und langen Atem. Wer im Angesicht der aktuellen Flüchtlingssituation vom Scheitern der Integration spreche, wisse nicht, wovon er rede. Gerade die Kirchen leisteten vielfältige Unterstützung, von Sprachkursen über Kindertagesstätten bis zu Krankenhäusern, erklärte Robbers bei der Tagung der Mitglieder kirchlicher Gerichte in Bad-Münster am Stein-Ebernburg. Freilich bleibe die Integration eine Mammutaufgabe.

Seit der ersten Zuwanderung in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts habe sich viel getan. So seien Muslime kaum sichtbar gewesen, hätten ihren Glauben im Privaten gelebt. Es habe kaum Moscheen oder Beträume gegeben. Doch die Ausübung von Religion erfordere auch Strukturen und Räume. Religionsfreiheit bedeute, „dass die gleichen Rechte für alle gelten“. Das deutsche Religionsverfassungsrecht sei flexibel genug, um die Bedürfnisse der Muslime mit aufzunehmen, ohne dass grundsätzliche Veränderungen notwendig seien, erklärte Robbers.

Dies gelte auch für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, wie er durch das Grundgesetz garantiert werde. Es müsse geklärt werden, wer die Grundsätze eines muslimischen Religionsunterrichts bestimme, sagte der Minister. Ein verbindliches Lehramt, das zeige der Blick in evangelische Verhältnisse, sei nicht erforderlich. Hier seien Parallelitäten protestantischer und islamischer Theologie erkennbar, „es gibt bei beiden ein unmittelbares Verhältnis des Einzelnen zu Gott; es gibt bei beiden keinen heilsverbindlichen Klerus“.

Der Tübinger Theologieprofessor Christoph Schwöbel verwies in seinem Beitrag darauf, dass pluralistische Gesellschaften die Herausforderungen des Zusammenlebens nicht im Blick auf die Vergangenheit oder auf eine gemeinsame Grundlage bewältigen können, sondern nur auf gemeinsame  Zielsetzungen hin. Die Religionen müssten ihre je eigenen Ressourcen nutzen, um Möglichkeiten des Zusammenlebens zu erkunden. „Es gibt kein Esperanto des Dialogs und kein Weltethos“, sagte Schwöbel. Es könne keine Einheit auf Kosten der Vielfalt geben. Wer eine Leitkultur fordere, zündele mit einem Kulturkampf.

Kirchenpräsident Christian SchadFür Kirchenpräsident Christian Schad muss sich in den Kirchen und Religionsgemeinschaften die Verwurzelung im eigenen Glauben und die Befähigung zur Toleranz, die den Anderen als Anderen respektiert, zugleich vollziehen. „Die für das Miteinander der Religionen notwendige, überzeugte Toleranz entsteht nicht durch Relativierung oder Zurücknahme der jeweiligen religiösen Identität, sondern durch Vergewisserung im Eigenen“, sagte Schad. Kirchliche Kindergärten und der Religionsunterricht gewönnen daher als Orte der Identitätsbildung und der Begegnung von Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugungen immer mehr an Bedeutung.

An der Tagung der Mitglieder der kirchlichen Gerichte nahmen Vertreter des Verfassungs- und Verwaltungsgerichts, der Disziplinarkammer und der Schlichtungsstellen der Landeskirche und des Diakonischen Werkes teil. Das Grundgesetz der Bundesrepublik gibt den Kirchen das Recht, zur Entscheidung von Streitfällen im Bereich ihrer eigenen Angelegenheiten kirchliche Gerichte zu bilden. Diese sind wie staatliche Gerichte mit richterlicher Unabhängigkeit ausgestattet.

11.02.2016


„Fastenzeit ist kein individuelles Abstinenzprogramm“

Pontifikalamt mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Aschermittwoch im Dom zu Speyer

Speyer- Mit einem Pontifikalamt hat Bischof Karl-Heinz Wiesemann am Aschermittwoch die Fastenzeit eingeläutet. Im Speyerer Dom stimmte er die Gläubigen auf die bewusste Vorbereitung auf das Osterfest ein. Er rief dazu auf, sich auf den wahren Kern des Fastens zu besinnen. Dem Pontifikalamt war eine Pontifikalvesper vorausgegangen.

„Fastenzeit ist kein individuelles Abstinenzprogramm“, das es zu absolvieren gelte, betonte der Bischof. Der Sinn des Fastens liege nicht im „Abspecken“, sondern in einer tiefen Erfahrung, die in der Gemeinschaft erlebt wird. Die Fastenzeit ist der gemeinsame Weg der Kirche, auf dem man entdeckt, man ist nicht allein, betonte er. „Gott will uns in dieser Zeit füreinander öffnen.“

Beim Fasten werde die Auferstehung eingeübt, führte der Bischof weiter aus. Der Leib werde erhoben, die Auferstehung dringe in den Geist, damit Freiheit neu entdeckt werden kann. Im Fasten sieht Wiesemann eine „Gegenkraft zur Schwerkraft des Lebens“. Er verglich die 40 Tage der österlichen Bußzeit mit der Wüstenwanderung des Volkes Israel - einer entbehrungsreichen Zeit und der bevorstehenden Begegnung mit der ersten Liebe, dem Einzug ins gelobte Land. Es sei eine Zeit, in der Vertrauen auf den Herrn neu geschöpft werde. Es gelte, „Gott im eigenen Leben wieder neu zu entdecken, den Glaube als lebendige Kraft des Lebens neu zu entfachen“.

Wiesemann stellte heraus, dass die Bußzeit ihre Wurzeln in der Vorbereitung auf die Taufe hat. Das sei nicht nur für die Taufbewerber wichtig, sondern für jeden: „Christ-Sein bedeutet auch immer wieder Christ-Werden“, sich immer wieder neu mit Gott und der Kirche zu verbinden. In diesen 40 Tagen vor Ostern erneuere sich die Kirche stets aufs Neue.

Bevor Wiesemann und Mitglieder des Domkapitels den Gläubigen die Aschekreuze auf die Stirn zeichneten, bat er den Herrn um Beistand. „Hilf uns, die 40 Tage der Buße in rechter Gesinnung zu verbringen.“ Zu Beginn des Gottesdienstes hatte er Gott um Kraft gebeten und die Gläubigen aufgefordert, den Herrn zu bitten, „dass es eine Zeit der Gnade wird“.

Die musikalische Gestaltung war dem Aschermittwoch angemessen zurückhaltend. Die Schola des Domchores unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori ließ unter anderem gregorianische Gesänge und deutsche Wechselgesänge erklingen. An der Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Text und Foto: Yvette Wagner

11.02.2016


Bistum Speyer distanziert sich von Wahlplakat der „Linken“

Speyer- Die Partei „Die Linke“ verwendet zurzeit ein Foto und eine Aussage von Papst Franziskus für ihren Wahlkampf zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.

Das geschieht ohne vorherige Anfrage und ohne Zustimmung der katholischen Kirche. Das Bistum Speyer kritisiert dieses Vorgehen und distanziert sich von der Wahlkampagne der „Linken“. Sie stellt aus Sicht des Bistums Speyer eine unzulässige Vereinnahmung des Papstes für den Wahlkampf dar. Mit seiner Stellungnahme reagiert das Bistum auf Irritationen, die durch das Plakat ausgelöst wurden.

Text: Bistum Speyer, Presse

10.02.2016


„Zusammenleben verschiedener Religionen kann bereichernd sein“

Frater Matthias Rugel (links) und Pater Gangolf Schüßler (rechts). Frater Matthias Rugel (links) und Pater Gangolf Schüßler (rechts).

Der Islam-Beauftragte des Bistums Speyer Pater Gangolf Schüßler fordert für christliche Flüchtlinge ein „Recht auf Beheimatung in christlichen Gemeinden“

Speyer- Seit vergangenem Herbst arbeitet Frater Matthias Rugel SJ im Heinrich Pesch Haus. Seine Aufgabe: die Koordination von Angeboten für Flüchtlinge und die Vernetzung mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim. Auch der Bildungsreferent Pater Gangolf Schüßler SJ ist mit dem Thema „Kirche und Flüchtlinge“ befasst: Er ist Islambeauftragter der Diözese Speyer und einer von vier Koordinatoren des Christlich-Islamischen Gesprächskreises, der im vergangenen Jahr sein 20jähriges Bestehen feierte. Mit beiden sprach Brigitte Deiters, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in den katholischen Einrichtungen in Ludwigshafen.

Wie groß ist der Anteil an Flüchtlingen, die sich zum Islam bekennen?

Rugel SJ: Das kann ich nur aus dem kleinen Ausschnitt heraus beantworten, mit dem ich zusammenkomme. Und da sind schon 70 bis 80 Prozent der Flüchtlinge Muslime.

Welche Rolle spielt die Religionszugehörigkeit für sie?

Rugel SJ: Auch das ist sehr unterschiedlich. Aber für diejenigen, denen ihre Religion wichtig ist, gibt es auch Schwierigkeiten, zum Beispiel wenn sie Wert darauf legen, ihre Gebetszeiten einzuhalten. Das kann für Außenstehende schon irritierend sein, wenn sie am Nachmittag in einer Schule zu beten anfangen.

Schüßler SJ: Die Schwierigkeit besteht ja auch darin, dass der Islam in keinster Weise einheitlich ist – zum großen Teil ist er viel uneinheitlicher als das Christentum. Viele Muslime fühlen sich keinem Verband oder einer Moschee zugehörig. Gleichzeitig muss man bedenken, dass die Religion im alltäglichen Leben eines Muslims oft eine größere Rolle spielt als für viele Christen.

Sehen Sie die Religion als Hindernis bei der Integration?

Schüßler SJ: Historisch gibt es nichts, was einem Zusammenleben verschiedener Religionen im Weg stünde, im Gegenteil, das kann sehr bereichernd sein. Allerdings wissen viele Muslime, dass der Islam sich modernisieren muss. Man ist sich aber nicht einig, was genau dafür notwendig ist.

Das bedeutet konkret?

Schüßler SJ: Ob es Hindernisse in der Integration gibt, ist nicht in erster Linie eine Frage der Religionszugehörigkeit, sondern der kulturellen Prägung. Wenn sie aus einer hoch patriarchalen Gesellschaft kommen, dann ist ihre Einstellung zum Beispiel zur Rolle der Frau höchst wahrscheinlich eine andere als wir sie in unserer modernen Gesellschaft pflegen; und darauf müssen die Muslime in Deutschland eine Antwort finden.

Ich sehe eine andere große Gefahr, nämlich dass der Islam immer stärker in eine radikale Ecke gestellt wird, wo er aber auf gar keinen Fall hin gehört. Gleichzeitig behaupten einige der größten Kritiker des Islams, sich auf unsere christliche Kultur berufen zu können, obwohl sie, wenn man manche ihrer Äußerungen anschaut, vom Christentum weit entfernt sind.

Was wäre aus Ihrer Sicht eine gute Haltung, in der Christinnen und Christen den muslimischen Flüchtlingen begegnen können?

Rugel SJ: Bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, mit denen ich zu tun habe, sehe ich ein großes christliches Engagement: Menschen zu helfen, die in Not sind und solidarisch zu handeln.

Schüßler SJ: Ich finde, die Kirchen machen das vorbildlich. Es ist christlich zu sagen: Wenn es eine Notsituation gibt, dann hilft man. Das ist übrigens auch eine Grundtendenz des Islams: Auch Muslime sind sehr hilfsbereit.

Wie sollten die Kirchen auf die kleine Gruppe der christlichen Flüchtlinge zugehen? Anders als auf die muslimischen Flüchtlinge?

Schüßler SJ: Christen haben in vielen Ländern eine besondere Verfolgungssituation, das führt zu einer besonderen Solidarität untereinander. Sie haben ein Recht auf Beheimatung in christlichen Gemeinden, ohne die anderen damit auszugrenzen. Man muss auf die Not der Menschen sehen, wenn die Kapazitäten begrenzt sind – nicht auf die Religionszugehörigkeit. Text und Bild: Brigitte Deiters

06.02.2016


Fortbildungen und mehr für Engagierte in der Seelsorge

Neuauflage der Broschüre der Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat Speyer enthält breitgefächertes Veranstaltungsangebot

Speyer- Über hundert Seiten dick ist das neue Fortbildungsheft, das die Hauptabteilung Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat Speyer für das Jahr 2016 herausgibt. Sowohl ehrenamtlich Engagierte als auch Mitglieder der Pastoralteams in den Pfarreien finden in der Broschüre ein breitgefächertes Angebot von Weiterbildungskursen und Veranstaltungen aus allen Bereichen der Seelsorge, der Büchereiarbeit sowie der Kirchenmusik. Ergänzend dazu bietet das Heft auch einen Überblick über die Angebote des Bistums Speyer zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit.

Nach den Pfarrgremienwahlen im vergangenen Oktober und der Errichtung der 70 neuen Pfarreien beginne jetzt die Arbeit auf allen Ebenen mit vielen Herausforderungen und auch eine Lernzeit, so der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Domkapitular Franz Vogelgesang im Vorwort der Broschüre. „Das Heft, das Sie in den Händen halten, gibt allen eine Menge Hilfen an die Hand, die in den verschiedenen Bereichen ihres Engagements Unterstützung, Fort- und Weiterbildung benötigen. Schmökern Sie darin! Auch wenn Sie nicht alle Kurse und Angebote wahrnehmen können, allein schon das Lesen bringt Sie vielleicht auf ganz neue Ideen.“

Das Fortbildungsheft „Seelsorge“ erhalten im Bistum Speyer alle Pfarrämter, alle katholischen öffentlichen Büchereien sowie alle ehrenamtlich Engagierten, die schon Veranstaltungen der Abteilung besucht haben. is

Nachbestellungen sind möglich bei:
Bischöfliches Ordinariat
HA I, Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen
Webergasse 11
67346 Speyer
Tel. 0 62 32 102 314
Mail: pfarrei-lebensraeume@bistum-speyer.de

04.02.2016


„Dritter Weg“ an Rechtsprechung angepasst

Bistum Speyer lädt Gewerkschaften zur Beteiligung in Arbeitsrechtkommission ein

Speyer- Erstmals können die Gewerkschaften eigene Vertreter in die Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechtes (Bistums-KODA) entsenden. Nach dem Ende der laufenden Amtszeit wird sie im Dezember 2016 neu gebildet. Im aktuellen Amtsblatt der Diözese Speyer heißt es dazu: „Berechtigt zur Entsendung von Vertreterinnen und Vertretern sind Gewerkschaften, die nach ihrer Satzung für Regelungsbereiche der Bistums-KODA Speyer örtlich und sachlich zuständig sind.“ Innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntmachung im Amtsblatt des Bistums Speyer können die Gewerkschaften Vertreterinnen und Vertreter benennen, die sie in die Bistums-KODA entsenden möchten. Dabei richtet sich die Anzahl der Gewerkschaftsvertreter nach der Organisationsstärke der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Gewerkschaften ist insgesamt mindestens einer von insgesamt neun Sitzen vorbehalten.

„Dritter Weg“: Dienstgemeinschaft regelt Arbeitsrecht

Die Neuerung der Ordnung für die Bistums-KODA ist Ergebnis eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts vom 20. November 2012 zum Thema „Arbeitskampf in kirchlichen Einrichtungen – Dritter Weg“. Das Bundesarbeitsgericht hatte entschieden, dass der Verzicht auf eine Streikmöglichkeit im so genannten „Dritten Weg“ dann rechtmäßig ist, wenn Gewerkschaften in das Verfahren der Arbeitsrechtsregelung organisatorisch mit eingebunden werden. Diese Vorgabe des Bundesarbeitsgerichts wird nunmehr umgesetzt.

Das Grundgesetz räumt den Kirchen das Recht ein, ihre Angelegenheiten und somit auch das Arbeitsrecht selbst zu regeln („Dritter Weg“). Die Arbeitsrechtsregelungen kommen also nicht durch den Abschluss von Tarifverträgen zustande, sondern durch paritätisch besetzte Kommissionen. Im Bereich des Bistums Speyer wird diese Aufgabe von der Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechtes (Bistums-KODA) wahrgenommen. Damit die Interessen der Dienstnehmer- wie der Dienstgeberseite in der KODA gleichermaßen vertreten sind, ist diese mit jeweils neun Dienstnehmer- und neun Dienstgebervertreten besetzt. Mit dem System des „Dritten Weges“ ist gewährleistet, dass Dienstnehmer- und Dienstgebervertreter gemeinsam Regelungen aushandeln, die dann auf breiter Basis beschlossen werden. So gibt es keinen tariffreien Raum: Im Bistum Speyer sind alle Dienstgeber an die gesetzlichen Regelungen gebunden.

Weitere Informationen zur Entsendung von Gewerkschaftsvertretern in die Bistums-KODA sind im Oberhirtlichen Verordnungsblatt 8/2015 nachzulesen:

http://www.bistum-speyer.de/unterstuetzung-fuer-aktive/oberhirtliches-verordnungsblatt/  is

04.02.2016


Katholische Krankenhäuser engagieren sich für Flüchtlinge

Die Wartenden vor der Ersteinschätzung durch die ÄrzteGute Zusammenarbeit mit den zuständigen Kreis- und Stadtverwaltungen

Speyer- Nach einem unsicheren Leben in Kriegsgebieten und oft wochenlanger Flucht unter sehr schwierigen Bedingungen sind die in Deutschland Asylsuchenden erschöpft und manchmal auch krank. Die katholischen Krankenhäuser in Neustadt, Speyer, Ludwigshafen, Landau, Rodalben, Zweibrücken und Landstuhl und deren engagierte Mitarbeiter spielen auch eine wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, bieten aber auch weitere Hilfen an.

Die Vorbesprechung der Helfer vor dem Eintreffen des Busses„Wir haben eine humanitäre Verantwortung für Menschen in Not. Der Bedarf ist da und deshalb müssen wir tätig werden“, betont Dr. Klaus Peter-Wresch, Ärztlicher Direktor im Speyerer Sankt Vincentius Krankenhaus. Im vergangenen Jahr wurden hier 107 Flüchtlinge ambulant und 68 stationär versorgt. Seit der Eröffnung der Speyerer Erstaufnahmeeinrichtung im Oktober seien die Zahlen stark angestiegen. Oft handele es sich um Menschen, die hier das erste Mal überhaupt versorgt werden, schildert der Chefarzt der Anästhesie. Das Engagement der Einrichtung geht aber weit darüber hinaus. Noch 2015 haben Mediziner, Pflegende und Verwaltungsmitarbeiter des Speyerer Krankenhauses eine regelmäßige medizinische Betreuung der Menschen in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung durch eine mehrmals in der Woche stattfindende Sprechstunde aufgebaut – ehrenamtlich. Eine richtige Praxis haben sie organisiert. Inzwischen wurde diese an die niedergelassenen Mediziner übergeben. Doch das ist noch nicht alles: Immer wenn neue Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung ankommen, macht sich ein Team aus dem Vincentius Krankenhaus auf den Weg. Sie nehmen die Flüchtlinge in Empfang und leisten eine erste medizinische Untersuchung, sie erfassen akute Erkrankungen, beraten bei chronischen Krankheiten und überprüfen die Hygiene. Auch dies geschieht ehrenamtlich und wird durch die Kollegen, die dann die Dienste übernehmen, und den Träger der Klinik ermöglicht.

Aus der „Sprechstunde“ mit Frau Dr. LeszinskiAuch die Chefärztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie Dr. med. Cornelia Leszinski ist mit aktiv. „Es geht darum, dass aus Einzelerkrankungen keine Epidemie wird“, berichtet sie. Durch engstes Zusammenleben auf der Flucht leiden viele an Krätze, Läusen oder Durchfallerkrankungen. Aktuell gebe es sehr viele fieberhafte und schwer Erkrankte. Die Medizinerin ist aber auch an den Feiertagen vor Ort, wenn die eigentliche Sprechstunde pausiert. „Die Pause ist sonst einfach zu lang“, begründet sie den ehrenamtlichen Dienst an Weihnachten und Neujahr. Die oft rein weiblichen Teams im Einsatz haben noch keine negativen Erfahrungen gemacht, ist ihr wichtig. Im Gegenteil: „Wir erfahren sehr sehr viel Dankbarkeit.“

Im Krankenhaus Hetzelstift in Neustadt werden Flüchtlinge in der Notaufnahme und verschiedenen Fachbereichen versorgt, berichtet Krankenhausoberin Maria Heine, auch mehrere Geburten gab es bereits. Darüber hinaus engagiert sich die Einrichtung auf besondere Weise für die Integration. Bestes Beispiel ist Desbele Tesfamhret, der hier am 1. Oktober die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen hat. Davor hatte sich der 29-jährige Flüchtling aus Eritrea, der vor der Flucht aus seinem Heimatland als Englischlehrer arbeitete, als Ein-Euro-Jobber im Hetzelstift bewährt und auch kräftig Deutsch gelernt. Bisher hat das Neustadter Krankenhaus neun Flüchtlingen und Asylsuchenden über einen 1-Euro-Job Starthilfe gegeben. Einer von ihnen studiert, ein weiterer junger Mann hat gerade das Freiwillige Soziales Jahr begonnen. „Der Aufwand ist groß“, bewertet Claudia Reh von der Krankenhauskommunikation, selbst ehrenamtlich aktiv für die Integration von Flüchtlingen und Initiatorin dieser besonderen Initiative in Neustadt. Aber die Mühe lohnt sich. Die Ein-Euro-Jobs helfen den Asylbewerbern bei der Integration: Sie lernen die Sprache schneller, ihr Tag ist strukturiert und sie erleben, wie das Leben und die Arbeit in Deutschland funktionieren. Manchmal gebe es leider auch Geschichten, die nicht funktionieren, so die Verantwortliche. Dann wenn die Menschen wegen Erlebnissen in ihrer Heimat oder auf der Flucht zu stark traumatisiert seien.

Im letzten Jahr wurden im Vinzentius-Krankenhaus Landau 283 Menschen mit einem Flüchtlingshintergrund behandelt, berichtet der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Heiko Ries. Alleine 105 Behandlungen gab es im Bereich Geburtshilfe, darunter auch mehrere Geburten, und 64 in der Kinderheilkunde, schwerpunktmäßig bei Magen-Darm-Erkrankungen, darüber hinaus im Feld der Inneren Medizin und mit Erkrankungen aus der Bauchchirurgie, Unfallchirurgie und der Harnorgane. „Die Sprache ist in vielen Fällen die erste Hürde. Darüber hinaus erschweren zunehmend auch interkulturelle Missverständnisse die Behandlung. Diese Entwicklung resultiert aus den veränderten Herkunftsländern der Flüchtlinge. Es sind nun arabische und afrikanische Migrationshintergründe, die ganz andere Sozialisationen erfahren haben und auch in anderen oder keinen vergleichbaren Gesundheitssystemen groß geworden sind“, schildert Ries die Herausforderungen. Bereits seit vielen Jahren fühle sich das Landauer Krankenhaus der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger verpflichtet.

Im St. Elisabeth-Krankenhaus in Landstuhl wurden im vergangenen Jahr 33 Flüchtlinge behandelt, zwei davon zweimal, teilt der Kaufmännische Direktor Rainer Kropp mit. Eine Herausforderung sei auch hier die Verständigung, was unter anderem oftmals dazu führe, dass keine Unterschrift durch den Patienten geleistet werde. Eigene aus Syrien, Palästina und Jordanien stammende Ärzte helfen als Dolmetscher.

Jedem Eintreffenden wird als erstes die Temperatur gemessenAn den beiden Standorten des Nardini Klinikums St. Elisabeth in Zweibrücken und St. Johannis in Landstuhl wurden 2015 rund 100 Flüchtlinge stationär und eine Vielzahl in den Notfallambulanzen behandelt, erklärt Pflegedirektor Thomas Frank, viele von ihnen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in Kusel und Zweibrücken. Versorgt wurden Infektionen der Lunge und des Magen-Darm-Traktes, schlecht heilende und chronische Wunden und gynäkologische Erkrankungen. Hinzu kam die Versorgung von Schwangeren, auch drei Kinder wurden geboren. „Die Behandlung von Flüchtlingen stellte für uns eine große Herausforderung dar. Um uns möglichst gut vorzubereiten, haben wir im Vorfeld Kontakt zu Krankenhäusern aufgenommen, die bereits Erfahrungen mit dieser Versorgungssituation hatten. Auf Grundlage dieser Gespräche haben wir eine Organisationsrichtlinie mit medizinischen, pflegerischen, hygienischen und administrativen Aspekten erstellt und diese in kurzfristig organisierten Schulungen mit unseren Mitarbeitern besprochen“, so Frank. Wegen der Sprachschwierigkeiten werden unter anderem durch die Gesellschaft für Armut und Gesundheit in 14 Sprachen entwickelte Anamnesebögen verwendet, mit denen die Mitarbeiter einen besseren Zugang zu den Menschen finden können. Auch ein Zeigewörterbuch mache die Verständigung einfacher. Zudem habe die interne Dolmetscherliste von Mitarbeitern mit besonderen Sprachkenntnissen sehr geholfen. Vor allem mit den Hilfsorganisationen, die vor Ort in Zweibrücken und Kusel die Aufnahmeeinrichtungen koordinieren, und den niedergelassenen Ärzten gebe es eine sehr gute Zusammenarbeit, lobt der Pflegedirektor.

Im St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen werden jede Woche etwa sieben Flüchtlinge in der zentralen Notaufnahme versorgt und bei Bedarf auch stationär betreut, beschreibt Chefarzt Thomas Borgmann. Vielleicht als Resultat der guten Zusammenarbeit mit den Flüchtlingsunterkünften in der Stadt, vermutet ein Verantwortlicher. Ein Teil der Mitarbeitenden ist hier ehrenamtlich aktiv. Doch das ist noch nicht alles, auch zwei Ärztinnen der Geburtshilfe waren bereits zur Hilfe vor Ort. Im Geburtszentrum der Klinik haben ebenfalls mehrere Flüchtlingsfrauen entbunden. „Die Hilfe ist uns und unseren Mitarbeitern ein wichtiges Anliegen. Unser Vorteil bei der Betreuung ist unser multikulturelles Team, unter anderem sind uns zwei aus Syrien stammende Ärzte beim Dolmetschen behilflich und auch mehrere andere Mitarbeiter sprechen arabisch oder kurdisch“, weist die Sprecherin des Ludwigshafener Krankenhauses hin. Die Familienhebammen und Verantwortlichen im Programm „Guter Start ins Kinderleben“ der Klinik setzen sich nach der Geburt für die Familien mit Neugeborenen ein. Ein anderer Fokus liegt auf der Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Eine besondere Herausforderung sei die Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. „Sie haben Überfälle erlebt, wurden ausgeraubt, bedroht, geschlagen und noch viel Schlimmeres“, schildert sie. In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie wurden schon mehrere Flüchtlinge behandelt. Die Fälle seien extrem unterschiedlich und reichten vom syrischen Gymnasiasten bis zum traumatisierten Jungen aus dem Irak, so die Sprecherin. Der zuständige Chefarzt arbeite aktuell an einer Handreichung zum Thema minderjährige unbegleitete Flüchtlinge für die Landeregierung.

Alle befragten katholischen Krankenhäuser der Diözese loben die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Kreis- und Stadtverwaltungen, die unter anderem auch für die Vergütung der Leistungen zuständig sind. Bei nichtregistrierten Flüchtlingen sei die Abrechnung problematischer. Nicht in allen Fällen können die Behandlungen vergütet werden, ist zu erfahren, dann springen die verschiedenen Träger ein. „Wir stehen als konfessionelle Einrichtungen in der Verpflichtung. Es ist selbstverständlich dort zu helfen, wo wir die Möglichkeit dazu haben“, fasst Krankenhausoberin Maria Heine aus dem Hetzelstift stellvertretend für alle Befragten zusammen. Text und Bilder: Katja Hein

02.02.2016


„Beispielhafter Einsatz zugunsten von Menschen am Rande der Gesellschaft“

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gratuliert Norbert Thines zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Kaiserslautern – Bereits im Dezember Auszeichnung mit Ehrenkreuz der Caritas

Speyer- Als „soziales Gesicht der Stadt Kaiserslautern“ und „engagierten Kämpfer für Menschen in Not“ hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den früheren FCK-Präsidenten Norbert Thines gewürdigt. Anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Kaiserslautern an Thines dankte Bischof Wiesemann ihm in einem persönlichen Schreiben für sein langjähriges kirchliches und soziales Engagement.

Norbert Thines ist der Pfarrei St. Maria und besonders der Kolpingfamilie Kaiserslautern stark verbunden. Bereits in der Kolping-Jugend aktiv, hat er die Kolpingfamilie rund drei Jahrzehnte geleitet und gehört ihr heute als Ehrenvorsitzender an. Das Leitwort des Seligen Adolph Kolping „Verantwortlich leben, solidarisch handeln“ kennzeichnet aus Sicht des Bischofs auch das vielfältige Engagement von Norbert Thines. Mit der Aktion „alt-arm-allein“ habe er eine Organisation mitbegründet, die älteren Menschen in Stadt und Landkreis Kaiserslautern engagiert unter die Arme greift – menschlich, unbürokratisch und direkt. Auch sein Einsatz für die Aktion „Bruderhilfe“, sein Mitwirken im Sozialausschuss des Stadtrats von Kaiserslautern sowie sein öffentliches Eintreten für die Integration von Flüchtlingen stünden beispielhaft für eine christlich geprägte Grundhaltung, in der sich Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und soziale Verantwortung eng miteinander verbinden.

„Als Christen sind wir gerufen, von unserem Glauben in Wort und Tat Zeugnis zu geben. Das haben Sie in Ihrem Leben auf vielerlei Weise immer wieder getan, in Familie, Beruf und Arbeitswelt, durch die Übernahme von Verantwortung in Staat und Gesellschaft“, würdigte der Bischof das Engagement von Norbert Thines, für das ihm im Dezember des vergangenen Jahres bereits das Goldene Ehrenzeichen des Caritasverband verliehen wurde.

Foto: 1 FCK Fanclub Fairplay e.V., Presse Text: Bistum Speyer, Presse

29.01.2016


Sozialbestattungen 2016

Speyer- Lesen Sie hierzu den gemeinsamen Brief der Katholischen Dompfarrei Pax Christi und der Protestantischen Gesamtkirchengemeinde an die Bestatter als PDF.

PDF: Katholische Dompfarrei Pax Christi und Protestantische Gesamtkirchengemeinde, Presse

29.01.2016


Zweite Hälfte 2016 bezugsfertig: 150 neue Flüchtlings-Wohnheimplätze in der Engelsgasse

Bistum Speyer überlässt ehemaliges kirchliches Altenheim kostenfrei für zehn Jahre (plus...) der Stadt Speyer

cr. Speyer- Mit der notariellen Beurkundung eines Vertrages über die Nutzung des traditionsreichen ehemaligen Altenheimes in kirchlicher Trägerschaft in der Speyerer Engelsgasse sowie mit der symbolischen Übergabe der „Schlüsselgewalt“ für das seit Jahren ungenutzt stehende Haus im Schatten des Kaiserdomes an Oberbürgermeister Hansjörg Eger haben jetzt Stadt und Bistum Speyer einen weiteren, gemeinsamen Schritt zur Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge getan und damit zugleich ein weiteres, starkes Zeichen ihrer Entschlossenheit gesetzt, sich gemeinsam in dieser derzeit wohl vordringlichsten Problemstellung unserer Gesellschaft zu engagieren.

Bei einem Pressegespräch im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer, an dem neben dem Speyerer Stadtoberhaupt und Generalvikar Dr. Franz Jung, dem Leiter der Bistumsverwaltung und „alter Ego“ des Speyerer Bischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann auch die verantwortlichen Domkapitulare Peter Schappert - in der Bistumsverwaltung zuständig für Finanzen und Immobilien – und Karl-Ludwig Hundemer, Leiter des Diözesan-Caritasverbandes, mit ihren Mitarbeitern teilnahmen, erläuterten die Gesprächspartner das Konzept dieser Maßnahme, mit der bis zur zweiten Jahreshälfte 2016 mit einem Aufwand von ca. 1,2 Mio. Euro Wohnraum für weitere rund 150 AsylbewerberInnen in Speyer geschaffen werden solle. Über eine Subventionierung dieser Maßnahme durch übergeordnete Institutionen auf Bundes- und Landesebene seien erste Verhandlungen bereits aufgenommen worden.

Mit diesen vom Stadtrat bereits beschlossenen Finanzmitteln, so erläuterte Eger die geplante Maßnahme weiter, solle „die zur Zeit leere Hülle des alten Gebäudes“ mit einer komplett neuen technischen Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung der rund 2.800 qm großen Wohnfläche auf dem gut 1.300 qm messenden Grundstück ausgestattet werden und das Gebäude selbst komplett barrierefrei ausgerüstet werden“. Die künftigen Wohnräume für die Flüchtlinge selbst - bis zuletzt noch als Depot für alte Kirchenarchivalien genutzt, die im Zuge der Strukturreform des Bistums nach Speyer überstellt werden mussten - würden mit Ausnahme kleiner, verbessernder Änderungen - in ihrem bisherigen Zuschnitt erhalten.

Schließlich solle mit einem Kostenaufwand von rund 125.000 Euro durch die Niederlegung der in den 1960er Jahren errichteten Kapelle – zuletzt nur noch für Kindergottesdienste und Meßfeiern der kroatischen Gemeinde der Vorderpfalz genutzt – sowie durch die Beseitigung einer bestehenden Doppelgarage die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge erleichtert und die Verkehrssicherheit in der von Kindern und Schülern stark genutzten Engelsgasse erhöht und zugleich eine völlig neue Eingangssituation für die Flüchtlingsunterkunft geschaffen werden. Außerdem solle durch den Einbau einer zweiten Fluchttreppe der Gewährleistung der wachsenden Bedeutung des Brandschutzes Rechnung getragen werden.

Gemäß der oben genannten, jetzt geschlossenen Vereinbarung, wird das Bistum Speyer das dann so sanierte und auf einen zeitgemäßen baulichen Zustand gebrachte Flüchtlingswohnheim der Stadt Speyer für zehn Jahre kostenfrei zur Nutzung überlassen - „und ich gehe davon aus, dass wir das Haus auch noch das eine oder andere Jahr länger nutzen können, sollte sich dies nach den zehn Jahren als notwendig erweisen“, so der Oberbürgermeister zum Generalvikar.

Eger zeigte sich auch höchst erfreut darüber, dass sich der Diözesan-Caritasverband darüber hinaus dankenswerterweise dazu bereit erklärt habe, mit der Hälfte der anfallenden Personalkosten – die andere Hälfte übernimmt die Stadt Speyer - eine von vier derzeit noch unbesetzte Positionen aus einem Pool von zwanzig neu geschaffenen Stellen für Sozialarbeiter zur Betreuung der Flüchtlinge dem neuen Flüchtlingsheim in der Engelsgasse zuzuweisen. „Damit wollen wir zugleich auch unserer grundsätzlichen Überzeugung entsprechen und möglichst allen Unterkünften über 60 BewohnerInnen einen eigenen Betreuer zuordnen“, so Domkapitular Hundemer dazu. Damit solle, wie bei anderen Objekten auch, eine möglichst enge Betreuungs-Bindung zu den BewohnerInnen erreicht werden.

Dieser Grundsatz gelte aber fast noch mehr für ein zweites, derzeit in der Entstehung befindliches Objekt am Königsplatz, das die Stadt Speyer zur Unterbringung von rund 50 „unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen“ nutzen wolle und das sie jetzt durch einen langfristigen Mietvertrag habe „sichern“ können. „Denn gerade solche Einrichtungen benötigen eine möglichst dichte sozialpädagogische Begleitung“, erklärte der Domkapitular dazu.

695 Flüchtlinge seien aktuell der Stadt Speyer neben den rund 480 in der Erstaufnahmestelle in der Kurpfalzkaserne untergebrachten Asylbewerbern zugewiesen, so berichtete der Oberbürgermeister bei dieser Gelegenheit weiter – und das alles dank häufiger Wechsel bei sich fast täglich ändernden Fallzahlen. All diese Flüchtlinge seien derzeit im besten Sinne „dezentral“ in 38 verschiedenen Einrichtungen quer über die Stadt verteilt untergebracht – Einrichtungen, von denen die eine oder andere schon lange vor ihrem Bezug schon vor dem Abriß gestanden habe, so Eger. Um so mehr hoffe er nun darauf, dass es mit den beiden neuen, „großen“ Einrichtungen im Herzen der Stadt möglich werde, an bestehenden Gebäuden dringend notwendige Renovierungen vorzunehmen oder sie gar durch längst anstehende Ersatzbauten ganz zu kompensieren.

Den Vertretern der Diözese Speyer dankte der Oberbürgermeister schließlich für ihre „vom ersten Augenblick an uneingeschränkte Bereitschaft, uns bei dieser gewaltigen Herausforderung nachhaltig zu unterstützen“. Auch wenn die Verhandlungen darüber - von außen betrachtet - mitunter durchaus lang zu sein schienen, so müsse doch bedacht werden, dass viele Probleme zu lösen gewesen seien, „die keiner von uns noch wenige Monaten zuvor so auf seinem „Bildschirm“ gehabt hätte“.

Mit den beiden neuen Projekten jedenfalls hoffen Stadt und Bistum darauf, ihren „bewährten Kurs“ bei der Flüchtlingsbetreuung nach den gleichen Grundsätzen fortsetzen zu können wie schon bisher: Kraftvoll, unaufgeregt - und inmitten des für die Integration der Flüchtlinge besonders wichtigen „Herzen der Stadt“ - getragen von einem von selbstverständlicher Hilfsbereitschaft getragenen christlichen Menschenbild, das sich letztlich Ausdruck schafft in einer „gelingenden Willkommenskultur“. Foto: gc

28.01.2016


Projekte für das neue Schulhalbjahr

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulabteilung des Bistums Speyer mit dem neuen Kalender (v.l.n.r.): Stefan Schwarzmüller, Birgitta Greif, Dr. Irina Kreusch, Monika Schuster und  Petra Hildebrand-Hofmann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulabteilung des Bistums Speyer mit dem neuen Kalender (v.l.n.r.): Stefan Schwarzmüller, Birgitta Greif, Dr. Irina Kreusch, Monika Schuster und Petra Hildebrand-Hofmann.

Das Bistum Speyer bietet Schulen Fortbildungen und Projekte zu aktuellen Themen an - Neuer Kalender „Schule und Kirche. Fortbildungen und mehr“

Speyer- Flucht und Migration sowie Fragen zu Religionen, Krieg und Frieden sind Schwerpunkte im neuen Kalender „Schule und Kirche. Fortbildungen und mehr“, den die Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung des Bistums Speyer herausgibt. Schulen und Lehrerkollegien finden hier rund 60 Angebote und Termine für Unterricht und Projekte zum zweiten Schulhalbjahr. Bereiche sind Religionspädagogik, Globales Lernen, Erziehung und Prävention sowie Schulpastoral und Medien.

Die Veranstaltungen finden regional im gesamten Bistumsgebiet statt.

Ein diözesanweites Projekt ist der Missio-Truck „Flucht. weltweit“, der an elf Standorten im Bistum im Juni und Juli Halt machen wird, als Kooperation von Caritasverband und diözesanen Stellen. Lehrerfortbildungen im Vorfeld gehen mit Expertenteams die Frage an, wie die komplexe Thematik an Schülerinnen und Schüler im Unterricht herangetragen werden kann. Auch Besuche von internationalen Gästen an Schulen werden vermittelt.  

Den neue Kalender bestellen, online suchen und sich anmelden kann man bei:
HA II Schulen, Hochschulen und Bildung
Gr. Pfaffengasse 13
67346 Speyer
Tel. 06232- 102-121
E-Mail: ru-fortbildungqbistum-speyer.de
www.bistum-speyer.de  Erziehung Schule Bildung

Text und Foto: is

28.01.2016


Bischof und sein Leitungsteam erläutern Schwerpunkte ihrer Arbeit im Jahr 2016

Neue Pfarreienstruktur, Flüchtlingshilfe, Finanzstruktur und „Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“- „2016: Jahr vieler Entscheidungen“

cr./spk. Speyer-  Irgendwie hängt halt doch immer wieder alles mit allem zusammen. Das gilt „im wirklichen Leben“ nicht anders als bei Großinstitutionen wie der Katholischen Kirche, die jetzt erstmals seit Menschengedenken in einem Pressegespräch in „ganz großer Besetzung“ im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer ihre Pläne für 2016 - das „Jahr Eins nach der Einführung der neuen Pfarreienstruktur“ vorstellte. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Fragen von den Folgen eben dieser neuen Pfarreienstruktur über allgemeine Baumaßnahmen bis hin zu dem von Papst Franziskus ausgerufene „außerordentliche heilige Jahr der Barmherzigkeit“ - alles zusammengehalten durch das Bemühen, den auch weiterhin in großer Zahl ins Land strömenden Flüchtlingen aus dem vorder- und mittelasiatischen Raum zu einer einer raschen und gelingenden Integration zu verhelfen.

Die weltweite Zunahme der kriegerischen Auseinandersetzungen und der politischen Konflikte sowie das immer weitere Umsichgreifen terroristischer Anschläge mache deutlich, dass die Welt von einem Zusammenleben in Frieden und Gerechtigkeit sowie von einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung derzeit so weit entfernt sei, wie lange nicht mehr, hob der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seinem Eingangsstatement hervor. In der Flüchtlingspolitik polarisiere sich die Gesellschaft derzeit immer stärker. „Damit aber geht in Teilen unserer Gesellschaft eine Verrohung in der Kommunikation einher, die erschreckend ist“, so der Speyerer Oberhirte. Immer öfter schlage dann die verbale in tatsächliche Gewalt um, etwa wenn Flüchtlingsunterkünfte in Flammen aufgehen oder, wie in der Silvesternacht in Köln, feierfreudige Passantinnen zu Opfern sexueller Übergriffe werden. Für den Bischof stellen diese Entwicklungen die nur Oberfläche einer tiefgreifenden Verunsicherung und zunehmender Verlustängste in weiten Teilen der Gesellschaft dar. In dieser Situation gelte es, das Friedenspotential im Christentum, aber auch in anderen Religionen neu zu entdecken. „Das Evangelium kann uns lehren, die Scheuklappen des Egoismus und der Angst abzulegen und in allen Menschen gleich welcher Nationalität und Herkunft unsere Brüder und Schwester zu sehen und uns gemeinsam mit ihnen als Kinder des einen Gottes zu begreifen, so Bischof Dr. Wiesemann.

Generalvikar Dr. Franz Jung: „Gemeindepastoral 2015 mit Leben erfüllen“.

Die inhaltlichen Schwerpunkte in der Arbeit des Bistums im Jahr 2016 erläuterte sodann Generalvikar Dr. Franz Jung. „Nach den Vorbereitungen der vergangenen sechs Jahre und dem Abschluss des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ im vergangenen Jahr geht es jetzt um die Umsetzung des neuen Seelsorgekonzeptes“, zeigte er als Linie auf. Die Pfarreien stünden jetzt vor der Aufgabe, in den neu gewählten Pfarrgremien die inhaltliche Arbeit aufzunehmen und ein pastorales Konzept für ihre jeweilige Pfarrei zu entwickeln.
Auf Bistumsebene nannte der Generalvikar die Konstituierung der diözesanen Beratungsgremien als einen Schwerpunkt. Dazu würden im Jahr 2016 zehn neue Dekane gewählt und eine Dekanekonferenz als neues Beratungsgremium für die Diözese eingerichtet. Daneben werde der Priesterrat, der Katholikenrat und der Diözesanpastoralrat gewählt.

Auch das Qualitätsmanagement in den katholischen Kindertageseinrichtungen solle im laufenden Jahr mit Nachdruck fortgeführt werden. Dazu sei die Projektphase bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Zudem starte in diesem Jahr eine erste Staffel von 38 Kindertageseinrichtungen mit der Umsetzung des Qualitätsmanagements
in den jeweiligen Einrichtungen.

Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer: „Bisher schon 41 Immobilien für Flüchtlinge und Asylberechtigte im Bistum bereitgestellt“.

Über den aktuellen Stand der diözesanen Hilfsaktion „Teile und helfe“ für die Flüchtlinge informierte sodann, der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Speyer. Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer. Dabei konnte er mitteilen, dass der Flüchtlingshilfefonds der Diözese Speyer, der vom Bistum ursprünglich mit rund 1,5 Millionen Euro ausgestattet worden war, durch Spenden und Kollekten mittlerweile um weitere rund 300.000 Euro angewachsen sei. Der Caritasverband richte dazu derzeit 20 zusätzliche Vollzeitstellen für die Flüchtlingshilfe ein, unter anderen für die Sozialberatung in den Landesaufnahmestellen sowie für die Migrationsberatung und die Ehrenamtskoordination in den acht Caritas-Zentren. „Unsere Kurse zur Qualifizierung Ehrenamtlicher sind stets stark nachgefragt immer voll ausgebucht“, berichtete Domkapitular Hundemer.

Der Caritasverband lege einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge; auch der Malteser Hilfsdienst MHD sei in mehreren Flüchtlingsunterkünften präsent. „In allen Flüchtlingsunterkünften, die von uns betreut werden, sind auch Informationen über Gottesdienste und Adressen von Kirchen und Moschen verfügbar“, so
so der Domkapitular. Im Bistum Speyer seien bislang 41 Immobilien für Flüchtlinge und Asylberechtigte bereitgestellt worden. Dadurch hätten inzwischen 189 Menschen eine Unterbringung erhalten. Weitere 368 Plätze sind in Vorbereitung.

Domkapitular Vogelgesang: „Barmherzigkeit als Geheimnis des Glaubens erkennen“

Auf die Angebote des Bistums zum „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ ging schließlich der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen, Domkapitular Franz Vogelgesang, ein. Mit der Aktion „Mission Misericordia“ setze das Bistum Speyer einen Impuls, Türen im privaten, öffentlichen oder kirchlichen Raum mit einem eigens für die Aktion entwickelten Aufkleber zu bekleben und damit deutlich zu machen: „Tritt ein, ich bin da für Dich!“. Im Speyerer Dom lade zudem ein „Weg der Barmherzigkeit“ die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen. Deshalb werde auch das Domweihefest 2016 am 2. Oktober seine besondere Prägung durch das Heilige Jahr erfahren.

Wie Domkapitular Vogelgesang weiter mitteilte, sei zudem auch eine „Nacht der Barmherzigkeit“ vom 1. auf den 2. Oktober mit Taizégebet, eucharistischer Anbetung und der durchgängigen Möglichkeit zu Gespräch, Segnung und Beichte geplant. „Die Brüder aus Taizé haben ihre Teilnahme bereits zugesagt“, weckt Vogelgesang Vorfreude und Erwartung auf dieses Ereignis.

Das vom Papst für dieses Heilige Jahr ausgewählte Motto der Barmherzigkeit passe in außergewöhnlicher Weise zu der gegenwärtig schwierigen Situation in Deutschland und in der Welt, wo die Menschen in besonderem Maße zu Hilfe und Barmherzigkeit gegenüber Flüchtlingen und Vertriebenen aufgerufen seien, so der Domkapitular – es gehört auch hier halt alles mit allem zusammen.

Domkapitular Schappert: „Höhere Kirchensteuer kommt Kirchengemeinden, Caritas und Domkapitel zugute“

„Das Bistum Speyer befindet sich weiterhin auf Konsolidierungskurs. Die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland hilft uns dabei, so dass wir für das Jahr 2016 ein leicht positives Ergebnis erwarten“. So fasste der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats, Domkapitular Peter Schappert, die aktuelle wirtschaftliche Lage des Bistums zusammen. Das Bistum plane deshalb für das Jahr 2016 mit Einnahmen in Höhe von rund 150 Millionen Euro, wobei sich die erwartete Kirchensteuer auf rund 128 Millionen Euro belaufe. Hauptursache für diese positive Entwicklung, so Domkapitular Schappert, sei das sogenannte Clearing-Verfahren, durch das dem Haushalt der Diözese mit zeitlichem Verzug Erstattungen von bereits abgeführten Kirchensteuereinnahmen zufließen, die sich im laufenden Haushaltsjahr auf 13,6 Mio. Euro belaufen, während die tatsächlichen Kirchensteuermehreinnahmen nur um 2,18 Prozent ansteigen würden.

Rund 56 Prozent der geplanten Ausgaben würden 2016 in die Kirchengemeinden fließen - rund 9 Prozent der Finanzierung der Caritasarbeit dienen. Der Anteil der Ausgaben für den Religionsunterricht und die katholischen Schulen liege 2016 bei rund sieben Prozent, der Anteil für die übergemeindliche Seelsorge bei rund sechs Prozent.

Beim Haushalt für den Bischöflichen Stuhl erwartet Finanzdirektorin Tatjana Mast aufgrund der derzeit extrem niedrigen Zinssätze einen Rückgang der Erträge.

Der Haushaltsplan des Domkapitels weist Aufwendungen in Höhe von rund 6,2 Millionen Euro auf, im Haushaltsplan der Pfarrpfründestiftung sind Ausgaben in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro eingeplant.

Nach Darstellung von Domkapitular Schappert liegt der Fehlbetrag in der Emeritenanstalt zur Altersversorgung der Priester im Ruhestand derzeit bei rund 31 Millionen Euro.

Details über die einzelnen Haushaltspläne können ebenso wie weitere Informationen ab sofort auf der Internetseite des Bistums Speyer unter www.bistum-speyer.de eingesehen werden.

Fast schon nach Abschluß des eigentlichen Pressegesprächs ergriff dann Bischof Sr. Wiesemann noch einmal das Wort, um seinem „Finanzchef“, Domkapitular Peter Schappert und seinen MitarbeiterInnen seinen ausdrücklichen Dank und sein uneingeschränktes Vertrauen auszusprechen. Als er vor acht Jahren, von außen nach Speyer kommend, hier das Amt des Bischofs übernommen habe, sei er auf eine finanzielle „prekäre Situation“ gestoßen, die durch die öffentliche Diskussion über die Finanzen anderer großer Einrichtungen wie die im Bistum Limburg noch zusätzlich verschärft worden sei.

Unter Berücksichtigung dieser Umstände seien es für das Domkapitel wie für ihn selbst „bewegende Entscheidungen“ gewesen, die geplante künftige Nutzung des Priesterseminars St. German reduzieren und sich vom Bistumshaus St. Ludwig im Herzen der Stadt gar ganz trennen zu müssen. „Die Erhaltung des Bistumshauses St. Ludwig wäre kostenmäßig ebenso unverantwortlich gewesen wie die Fortführung des Priesterseminars in seiner bisherigen Größe und Nutzungsform“, betonte der Bischof, der noch einmal die Gelegenheit nutzte, um den verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu danken, die ihn und das Domkapitel auf diesem Weg begleitet hätten. Foto: gc

26.01.2016


Nächstes Bauprojekt am Dom gestartet

Nordwestturm der Kathedrale wird saniert

Speyer-  Das nächste große Bauprojekt am Speyerer Dom wurde begonnen. Vor drei Jahren war sein „Zwilling“ im Süden dran, jetzt werden am Nordwestturm Gerüste aufgebaut. Obwohl der Turm im Vergleich zu anderen Teilen des Doms mit seinen 160 Jahren ein Jungspund ist, steht nun eine komplette Innen- und Außensanierung an. 10 bis 15 Arbeiter werden in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten durchgängig verschiedene Maßnahmen an dem 65 Meter hohen Flankenturm durchführen. Sofern alles nach Plan verläuft, werden die Gerüste dann vor dem nächsten Weihnachtsfest wieder abgebaut sein. Rund ein Jahr wird die Überprüfung, Sanierung und Reinigung der Innen- und Außenflächen dauern.

„Die Turmwände bestehen aus einem dreischaligen Mauerwerk, was bedeutet, dass sich zwischen den äußeren und inneren Sandsteinflächen eine Füllschicht befindet. Da fortwährend Wasser außen ein- und mit einiger zeitlicher Verzögerung innen wieder austritt, verliert der Turm fortlaufend an Masse“, erklärt Dombaumeister Mario Colletto. „Diese wird jetzt in Form von hydraulischem Kalkmörtel nachverfüllt.“ Um künftig das Ausmaß an Schäden zu reduzieren, werden kontrollierte Wasserführungsebenen hergestellt. Dies geschieht unter anderem über eine Nachverfugung der Wandflächen.

Die Stützen in den Biforien und Triforien wurden bei der Erbauung des Turms im 19. Jahrhundert mit Eisen verklammert. Mit Ultraschall werden diese auf Korrosion untersucht. Ist eine starke Schädigung zu erkennen, werden sie durch Edelstahlanker ersetzt. Die Fensterbänke werden überarbeitet und gegebenenfalls mit Sandsteinvierungen ergänzt. Die Fugen in den Fensterbrüstungen werden ausgebleit. Diese historische Bautechnik wird wie früher vollkommen in Handarbeit ausgeführt. Die Arbeiten werden von Firmen durchgeführt, die auf historische Gebäude spezialisiert sind.

Zu den substanzerhaltenden Maßnahmen gehören weiter: eine Kontrolle des Turmhelms und eine Erneuerung des Taubenschutzes. Im Turminnern wird die Elektrik erneuert. Die Holztreppe wird überprüft und soweit überarbeitet, dass sie den aktuellen Sicherheitsbestimmungen genügt. Diese dient allerdings ausschließlich Revisionszwecken, betont Dombaumeister Colletto. Die Treppe im gegenüberliegenden Südwestturm, die für den Besucherbetrieb eingerichtet wurde, musste weitaus höheren Sicherheitsanforderungen genügen.

Während die Sanierung des Südwestturms zur Hälfte mit Mitteln des Bundes aus dem Konjunkturpaket II für UNESCO-Welterbestätten finanziert wurde, wird die aktuelle Baumaßnahme wie folgt geschultert: 40 Prozent steuert das Land Rheinland-Pfalz bei, der Rest wird aus Mitteln des Domkapitels finanziert. Unterstützung bekommt das Domkapitel vom Dombauverein, der den Domerhalt jährlich mit 100.000 bis 200.000 Euro unterstützt. Für die Sanierung des Nordwestturms sind 900.000 Euro veranschlagt. Text und Foto: is

21.01.2016


Katholische Jugend wirbt für ressortübergreifende Jugendpolitik

v.l.: Heike Vogt, Barbara Schleicher-Rothmund, Lena Schmidt v.l.: Heike Vogt, Barbara Schleicher-Rothmund, Lena Schmidt

Gespräch mit der Vizepräsidentin des Landtages

Speyer-  Gestern traf der Vorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer die Vizepräsidentin der rheinland-pfälzischen Landtages Barbara Schleicher-Rothmund (SPD). Im Zentrum des Gespräches standen die Forderungen des Dachverbandes der katholischen Jugend nach mehr Jugendbeteiligung und einer ressortübergreifenden Jugendpolitik.

Heike Vogt, BDKJ-Diözesanvorsitzende, machte im Gespräch die Haltung des BDKJ deutlich: "Wir sind davon überzeugt, dass Jugendliche die Expertinnen und Experten ihrer Generation sind. Sie sind in der Lage, ihre Positionen und Meinungen zu vertreten. Wir fordern mehr echte Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen. Dazu gehört für uns auch eine Absenkung des Wahlalters.“

Auch Schleicher-Rothmund warb aus ihrer persönlichen Erfahrung für stärkere Beteiligungsmöglichkeiten. „Ich nehme ein großes Interesse bei den Jugendlichen wahr. Das spüre ich immer wieder, wenn ich in Schulen mit jungen Menschen ins Gespräch komme." Gerade auf der kommunalen Ebene sieht Schleicher-Rothmund Anknüpfungspunkte, beispielsweise bei Dorferneuerungen. „Gerade bei der Dorfplanung ist es wichtig, dass die Bedürfnisse aller Generationen berücksichtigt werden. Das funktioniert am besten, wenn alle in den Prozess eingebunden sind. Zuvor muss allerdings geklärt sein, wie sich die beteiligten Jugendlichen legitimieren. Entscheidungen müssen von gewählten Jugendlichen getroffen werden.“ Lena Schmidt, BDKJ Diözesanvorsitzende, schloss sich dieser Einschätzung an und betonte, das Beteiligungsmöglichkeiten jugendgerecht transportiert werden müssen und die Beteiligung junger Menschen eine frühestmögliche politische Bildung erfordert.“

Das Gespräch in Speyer fand im Rahmen der Strategie des BDKJ "U28- Die Zukunft lacht!" statt. Für einen vereinbarten Projektzeitraum erklären sich Politikerinnen und Politiker bereit, ihre Entscheidungen im politischen Alltag durch die Brille von Kindern und Jugendlichen zu betrachten. Ihre Statements veröffentlicht der BDKJ in regelmäßigen Abständen auf u28.bdkj-speyer.de.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband von acht Kinder- und Jugendverbänden in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er vertritt die Interessen von 8.500 Mitgliedern in Kirche, Politik und Gesellschaft. Mit der Strategie "U28- Die Zukunft lacht!" wirbt der BDKJ derzeit deutschlandweit für eine stärkere Vernetzung von Jugendpolitik und Kirche und fordert bessere Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen: www.bdkj-speyer.de | Facebook.de/BDKJ_Speyer | u28.bdkj-speyer.de

Text und Foto: BDKJ Speyer 

19.01.2016


Kirchenpräsident wirbt für Zusammenhalt in der Gesellschaft

Aktuelle Ereignisse und Reformationsjubiläum im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs

Speyer-  Angesichts der jüngsten Anschläge und gewalttätigen Übergriffe hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft geworben. Beim Neujahrsempfang im Landeskirchenrat am Donnerstag betonte Schad, dass in einer Demokratie versöhnte Vielfalt als Reichtum und als Ergänzung nicht nur des sozialen Friedens zu verstehen sei. Mit Blick auf die Not von Millionen Menschen weltweit und die durch die Flüchtlingsströme ausgelösten gesellschaftlichen Herausforderungen appellierte der Kirchenpräsident an die Christen, sich nachhaltig zu Humanität und Nächstenliebe zu bekennen. „Zeigen wir ganz praktisch, dass auch bei hohen Zahlen von Flüchtlingen und bei divergierenden religiösen und kulturellen Hintergründen Integration gelingen kann“, sagte Schad.

Kritisch betrachtete Schad in seiner Ansprache das Eingreifen deutscher Tornado-Flugzeuge in den syrischen Bürgerkrieg: Es sei fraglich, ob damit dem Terror Einhalt geboten oder nur weitere Gewalt herausgefordert werde. „Aber ich vertraue darauf, dass Gottes Gnade, die allen Menschen erschienen ist, nicht folgenlos bleibt. Sie überlässt uns nicht uns selbst. Sie findet sich nicht damit ab, dass die Welt aus den Fugen gerät.“ In diesem Zusammenhang dankte Kirchenpräsident Schad den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrem Einsatz dem Land ein menschliches Antlitz und humanitäre Würde geben. Sein Respekt gelte auch den Mitarbeitern der kommunalen und staatlichen Verwaltungen, der Hilfsorganisationen und der Polizei, die mit viel Anteilnahme ihren Dienst täten, sagte Schad. Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus in der Gesellschaft erteilte der Kirchenpräsident eine deutliche Absage: Diese heizten nur Ängste an und sabotierten das Mitgefühl, anstatt es zu stärken. „Mit Christentum hat das jedenfalls nichts zu tun“, erklärte Schad.

Als weiteren Schwerpunkt seiner Ansprache stellte der Kirchenpräsident auch das diesjährige Thema der Reformationsdekade: „Reformation und die Eine Welt“ ins Zentrum. „Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihren Glauben mit der Reformation. Als evangelische Christinnen und Christen sind wir Teil der einen weltweiten Kirche Jesu Christi“, sagte Kirchenpräsident Schad vor rund hundert Gästen aus Kirche, Kultur, Politik und Wissenschaft, unter ihnen auch der rheinland-pfälzische Justizminister Gerhard Robbers, der zugleich Beauftragter der Landesregierung für das Reformationsjubiläum ist. Kirche und Politik seien gleichermaßen herausgefordert, das reformatorische Erbe zu vergegenwärtigen, sagte Schad.

Im Jahr 2016 ist die Evangelische Kirche der Pfalz mit vielen Projekten und Veranstaltungen zum Thema „Reformation und die Eine Welt“ beteiligt. Unter anderem wird die landeskirchliche Bibliothek und Medienzentrale den Blick auf das Thema „Die Reformation in Europa – Ausbreitung, Verfolgung, Etablierung“ lenken. Dazu hält die Kirchenhistorikerin und Direktorin des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte in Mainz, Professorin Irene Dingel, am 8. März um 19 Uhr einen Vortrag. Zu einem Empfang für in der Eine-Welt-Arbeit engagierte Haupt- und Ehrenamtliche lädt Kirchenpräsident Schad am 8. Juli um 18 Uhr in die Friedenskirche Ludwigshafen ein. Der ehemalige Synodalsenior der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, Kirchenpräsident Joel Ruml, steht 2016 als internationaler Gast Gemeinden und Gruppen für Vorträge, Gespräche und Gottesdienste zur Verfügung. lk

14.01.2016


„Gemischtes Doppel“ in der Polizeiseelsorge

Amtseinführung von Pfarrerin Anne Henning und Gemeindereferent Patrick Stöbener

Frankenthal- Ein sehr ansprechend gestalteter Gottesdienst und ein geselliger Neujahrsempfang des ökumenischen Polizeiseelsorgebeirates bildeten am 13. Januar in Frankenthal den äußeren Rahmen für die Einführung des katholischen Gemeindereferenten Patrick Stöbener und der evangelischen Pfarrerin Anne Henning als neue Polizeiseelsorger im Bistum Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz.

In der überwiegend mit Polizeibeamten gut gefüllten St. Jakobuskirche – sie ist Teil des Ökumenischen Gemeindezentrums Pilgerpfad – bezeichnete Susanne Laun, Abteilungsleiterin für besondere Seelsorgebereiche im Bischöflichen Ordinariat Speyer, die Zusammenarbeit der Konfessionen in der Polizeiseelsorge als eine Selbstverständlichkeit. Gerade die Vielfalt der liturgischen Sprache mache den Reichtum von Ökumene aus. Laun verwies auf den an Pfingsten 2015 verabschiedeten Leitfaden, mit dem für das ökumenische Miteinander Zeichen gesetzt worden seien. „Dieser Weg ist nicht mehr umkehrbar und eine bleibende Herausforderung für die nächsten Jahre.“ Die Beweislast liege nun auf Seiten derer, die der Ökumene skeptisch gegenüberstünden.

Oberkirchenrat Gottfried Müller bezog sich auf den zum Unwort des Jahres gewählten Begriff „Gutmensch“, häufig als Bezeichnung für die in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich Tätigen gewählt. Es sei ein großes Missverständnis, anzunehmen, dass dieses Wort dem biblischen Menschenbild entspreche. „Die Bibel spricht eine andere Sprache“, sagte Müller. Der jüngste Terroranschlag auf deutsche Touristen in Istanbul zeige die Präsenz des Bösen in der Welt. Eindeutig bekannte sich der Oberkirchenrat zum Gewaltenmonopol. „Nur der Staat darf Gewalt einsetzen und ausüben.“ Die Kirche sehe es als ihre Aufgabe an, die Polizeibeamten in ihrem schweren Dienst zu begleiten. Daher sei er glücklich, dass aus der lange Zeit ehrenamtlichen Funktion des Polizeiseelsorgers nun eine Planstelle geworden sei, hob Gottfried Müller hervor.

Als „gemischtes Doppel“ wurden die beiden Neuen vorgestellt und auf ihr verantwortungsvolles Amt verpflichtet. Pfarrerin Anne Henning (Jahrgang 1970) stammt aus Ludwigshafen und war zwölf Jahre evangelische Oberpfarrerin bei der Bundespolizei in St. Augustin bei Bonn. Seit Dezember leitet die Theologin – sie ist verheiratet und hat zwei Kinder – das neu geschaffene Pfarramt für Polizei- und Notfallseelsorge.

Ihr katholischer Amtskollege, der 46-jährige Gemeindereferent Patrick Stöbener, steht seit 1993 im Dienst der Diözese Speyer, war beim Bischöflichen Ordinariat für religiöse Bildung zuständig und bekleidete von 2004 bis 2009 das Amt des BDKJ-Diözesanvorsitzenden. In seiner Heimatgemeinde Hauenstein ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Seine neue Stelle als Polizeiseelsorger trat er am 1. September 2015 an.

Als thematischen Einstieg für ihre gemeinsame Predigt wählten Henning und Stöbener den Film „Das Beste kommt zum Schluss.“ Der Grundgedanke der „Schicksalsgemeinschaft“ sei eng mit ihrer Arbeit als Polizeiseelsorger verbunden. Oft seien Ängste zu überwinden, jeder müsse sich auf den anderen verlassen können. „Wir sind Weggefährten geworden mit guter Diagnose, bei uns stimmt die Chemie“, betonten sie.

Den Polizeibeamten sprachen die beiden Seelsorger Mut zu, auch in schwierigen Zeiten eine positive Lebenshaltung zu bewahren und die Wut einfach herunterzuschlucken. „Gott ist Sonne und Schild“ zitierten sie aus dem Psalm 84. Das Leben könne auch trostlose Zeiten haben, etwa bei belastenden Einsätzen oder der Begegnung mit Elend und Not. „Wir wollen Ihnen zur Seite stehen und helfen, den Quellgrund des Lebens zu entdecken“, versicherten die Seelsorger und verwiesen auf ihre Angebote, die sich nicht in Gottesdiensten, Konzerten oder Wallfahrten erschöpften. Anne Henning und Patrick Stöbener wollen auch den Blick auf Meditationen und Praktiken für den Alltag lenken und die Aufmerksamkeit für all das wecken „was gut tut.“

Musikalisch bereichert wurde der ökumenische Gottesdienst von einem Bläserquintett des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz, das unter Leitung von Bernd Schneider Werke von Ference Farkas, Franz Danzi, Gioachino Rossini und Joseph Haydn spielte.     Text: Alois Ecker/ Foto: Bernhard Christian Erfort

14.01.2016


Ehemaliges Bistumshaus St. Ludwig

Bistum entscheidet sich für „Diringer & Scheidel“ als Investor

Speyer- Das Bistum Speyer hat sich für die „Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH“ als Investor für die Nachnutzung des ehemaligen Bistumshauses St. Ludwig in Speyer entschieden. Dem Beschluss war ein Planungs- und Investorenwettbewerb vorausgegangen, bei dem aus neun Konzepten zwei Favoriten ermittelt wurden. Die anschließenden Verhandlungen des Bistums mit beiden Interessenten haben jetzt zum Zuschlag für das Mannheimer Unternehmen geführt.

Die „Diringer & Scheidel Wohn- und Gewerbebau GmbH“ möchte auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Korngasse, Johannesstraße und Großer Greifengasse einen Entwurf des Stuttgarter und Mannheimer Architekturbüros „Blocher Blocher Partners“ realisieren. Er sieht ein gemeinschaftliches Wohnen für mehrere Generationen vor. Herzstück des Entwurfs sind rund 40 barrierefreie und altersgerechte Wohnungen für Seniorinnen und Senioren. Die ursprüngliche Idee eines Pflegeheims wurde zwischenzeitlich aufgegeben. Hinzu kommen rund 50 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe, auch für Familien, und mehrere gemeinschaftlich genutzte Räume. Der ehemalige Kirchenraum soll künftig als Versammlungsraum dienen, verbunden mit einer gastronomischen Nutzung. In einer Tiefgarage unter dem Gebäude sind PKW-Stellplätze für die Bewohner eingeplant.

Aus Sicht des Bistums Speyer überzeugte an dem Konzept von „Diringer & Scheidel“ vor allem, dass ältere Menschen die Möglichkeit erhalten, weiterhin im Zentrum der Stadt Speyer zu wohnen und damit kurze Wege zu Geschäften und Veranstaltungen haben. Die Teilhabe älterer Menschen am Leben in der Stadt wird dadurch deutlich verbessert. Der Bedarf an barrierefreien und altersgerechten Wohnungen in der Speyerer Innenstadt war mehrfach festgestellt worden. Positiv wurde die gelungene Einbindung des ehemaligen Kreuzgangs im Innenhof als architektonischer Hinweis auf die kirchliche Tradition des Ortes bewertet. Der Erhalt der Optik der Außenfassaden und die durchgängig dreigeschossige Bauweise sorgen aus Sicht des Bistums für ein stimmiges Gesamtbild und fügen das Gebäude harmonisch in das bauliche Umfeld ein. Weitere Pluspunkte wurden in der Wiederherstellung des früheren Haupteingangs zur Großen Greifengasse sowie in der Schaffung eines Durchgangs für Fußgänger von der Korngasse über das Wormser Gässchen hin zur Johannesstraße und zur Großen Greifengasse gesehen. Geplant ist, dass der Investor das Projekt demnächst im Bauausschuss und im Stadtrat vorstellen wird. Text und Foto: is

13.01.2016


Auftakt der Schülertage im Bistum Speyer

Domdekan Dr. Christoph Kohl zeigt den Schükerinnen und Schülern die Taufkapelle im DomEine Woche lang informieren sich über 400 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen über „ihre Diözese“

Speyer- „Meine Diözese“ – unter diesem Motto starteten heute die Schülertage im Bistum Speyer. Rund 110 Schülerinnen und Schüler des Edith-Stein Gymnasiums Speyer, des BBS Wirtschaftsgymnasiums und des Carl-Bosch-Gymnasiums aus Ludwigshafen waren die Ersten, die die Chance nutzten, mehr über das Bistum Speyer zu erfahren.

Ein erster Programmpunkt: die Begegnung mit dem Dom. Unter der fachkundigen Führung von Schulrat Thomas Mann, Domkapitular Franz Vogelgesang, dem stellvertretenden Domorganisten Christoph Keggenhoff, Domdekan Christoph Kohl und Bastian Hoffmann vom Dom-Besuchermanagement, lernten die Jugendlichen unter anderem die Krypta, die Orgel, die Katharinenkapelle und die Sakristei mit dem Codex Aureus kennen.

Im Festsaal des Diakonissenstift Mutterhauses präsentierte anschließend Pressesprecher Markus Herr Informationen über die Diözese. Mitarbeiter der Caritas gaben einen Einblick in die Arbeit ihres Verbandes und stellten stellvertretend für das breitgefächerte Beratungs- und Hilfsangebot der Caritas den Bereich Young Caritas sowie die Schwangerschafts- und Suchtberatung vor.

Am Nachmittag hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, jeweils an zwei Workshops ihrer Wahl teilzunehmen. Das Angebot reichte von der Recherche im Bistumsarchiv, einem Gespräch mit Gefängnisseelsorge Johannes Finck zum Thema „Wie spreche ich mit einem Mörder, Workshops zum Thema Ökumene und Berufung bis hin zu Informationen über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes.

Workshop zum Thema FreiwilligendiensteAuf großes Interesse stieß der zum ersten Mal angebotene Workshop zur Frage „Wie ist ein gutes Leben für alle Menschen auf der Welt möglich?“ unter der Leitung von Christoph Fuhrbach, Referent für Weltkirche. Neben einer kurzen Darstellung von Informationen und Fakten zum Verbrauch von Ressourcen auf der Erde, ging es dabei vor allem um Ideen, was jeder einzelne tun kann, um seinen Lebensstil nachhaltig zu verändern und den ökologischen und sozialen Fußabdruck zu verringern. Konzentriert und engagiert trugen die Schülerinnen und Schüler Vorschläge zusammen – von der verstärkten Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, der Müllvermeidung, dem Energie sparen oder dem Kauf regionaler und fairer Produkte bis zum Konsumverzicht. „Es war sehr interessant die Fakten zu hören und der Workshop hat das Bewusstsein dafür gestärkt, dass jeder etwas zur Veränderung beitragen kann“, bewertete die 17-jährige Jennifer, Schülerin des Edith-Stein Gymnasiums, das Angebot und auch ihre 18-jährigen Mitschülerin Karla fand die vielen Ideen „was man konkret machen kann“ gut. Dem stimmte auch Till, 17 Jahre und Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums zu: „Der Workshop hat gezeigt, dass man ein paar Dinge umsetzen kann und dass wir nicht einfach so weiterleben können wie bisher.“  

Bischof Wiesemann bei der Diskussion mit den Schülerinnen und SchülernZum Abschluss des Tages stellte sich Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Fragen der Jugendlichen und stand ihnen auch zu kontroversen Themen wie die Haltung der Kirche zur Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder zum Thema Scheidung und Priesteramt für Frauen in der katholischen Kirche Rede und Antwort. „Es gibt keinen anderen Weg, als wieder mehr über unseren Glauben zu reden“, ermunterte der Bischof die Schülerinnen und Schüler bei der Frage, wie man der Entwicklung gegensteuern könne, dass immer mehr Menschen die Kirche verlassen. „Unsere Aufgabe besteht darin, dass wir zeigen, dass der Glaube für das Leben eine positive Qualität hat.“ Und zur Frage, wie man Menschen begegnen kann, die eine schwere Schuld auf sich geladen haben, gab Bischof Wiesemann am Ende des Gesprächs den Jugendlichen mit auf den Weg: „Barmherzigkeit bedeutet die grundlegende Bereitschaft, dem Menschen eine zweite Chance zu geben.“

Die Schülertage finden in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Über 400 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen nehmen bis zum 15. Januar daran teil. „Der Tag hat mir gezeigt, dass Kirche weltoffener ist als ich gedacht hat“, zog der 17-jährige Hannes, Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums, am ersten Tag sein Fazit.

Teilnehmende Schulen:

Edith-Stein Gymnasium, Speyer (Montag)
BBS Wirtschaftsgymnasium, Ludwigshafen (Montag)
Carl-Bosch-Gymnasium, Ludwigshafen (Montag)

Wilhelm-v.-Humboldt-Gymnasium, Ludwigshafen (Dienstag)
IGS Bertha v. Suttner, Kaiserslautern (Dienstag)
Hannah-Arendt-Gymnasium, Haßloch (Dienstag)

Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium, Neustadt (Mittwoch)
IGS Am Nanstein, Landstuhl (Mittwoch)
Goethe-Gymnasium, Germersheim; (Mittwoch)

Lise-Meitner-Gymnasium, Maxdorf; (Donnerstag)
Bettina von Arnim IGS, Otterberg (Donnerstag)
Maria-Ward-Schule, Landau (Donnerstag)

Karolinen-Gymnasium, Frankenthal (Freitag)
Albert-Einstein-Gymnasium, Frankenthal (Freitag)

Ansprechpartnerin:
Dr. Irina Kreusch, Schulrätin i.K.
Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung
Bischöfliches Ordinariat Speyer
Große Pfaffengasse 13
Tel. 0 62 32/ 102-217
Mail: irina.kreusch@bistum-speyer.de

Informationen zu den Schülertagen findet man unter:
www.bistum-speyer.de/Erziehung-Schule-Bildung/Religionsunterricht/Schuelertage

Text: is; Fotos Klaus Landry

12.01.2016


Pfarrer i.R. Hans Seiler verstorben

Speyer-  Am 10. Januar ist Pfarrer im Ruhestand Hans Seiler im Alter von 70 Jahren verstorben.
Der gebürtige Speyerer wurde 1973 zum Priester geweiht. Er wirkte als Kaplan in Neustadt St. Marien und in Ludwigshafen St. Sebastian. Im September 1979 wechselte er als Pfarrer nach Heßheim. Pfarrer Seiler war seit September 2002 im Ruhestand.

Die Beisetzung des Verstorbenen findet am Donnerstag, 14. Januar, um 14 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Speyer statt. Anschließend wird in der Kirche St. Otto in Speyer das Requiem gefeiert. is

12.01.2016


Auf der Suche nach dem „Frieden in den eigenen Herzen“

Gründung der neuen Dompfarrei „Pax Christi“ will „Orte der Ruhe“ schaffen 

cr. Speyer- Mit der Verlesung der Urkunden über die Auflösung der bisherigen Speyerer katholischen Pfarrgemeinden „Mariä Himmelfahrt“ - der „alten“ Dompfarrei, den Gemeinden „St. Joseph“ im Herzen der Stadt, „St. Konrad“ in Speyer-Nord sowie „St. Otto“ und „St. Hedwig“ im Stadtteil Speyer-West durch den Speyerer Weihbischof Otto Georgens ging heute im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Kirche St. Joseph eine mehr als ein Jahrhundert währende Ära Speyerer Kirchen- und Stadtgeschichte zu Ende. Gleichzeitig damit wurde mit der offiziellen Deklaration der neuen Dompfarrei „Pax Christi“, in der sich künftig alle Katholiken im Stadtgebiet von Speyer vereinigt finden sollen, heute früh auch der bereits seit dem 1. Januar 2016 rechtsförmlich gültige Akt der Zusammenführung aller Speyerer Pfarreien nun auch liturgisch bestätigt.  

Grund genug, dass der zukünftige Leiter der neuen Großpfarrei, Dompfarrer und Domkapitular Matthias Bender neben den in großer Zahl aus allen bisherigen Speyerer Kirchengemeinden zusammengekommenen Pfarrkindern auch zahlreiche Ehrengäste in der doppeltürmigen Kirche in der Gilgenstraße begrüßen konnte, an ihrer Spitze Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Bürgermeisterin Monika Kabs sowie als Vertreter der Evangelischen Christen in der Stadt, Dekan Markus Jäckle. Im Verlaufe des Gottesdienstes ließ es sich dann auch der emeritierte Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach nicht nehmen, aus seinem Altersruhesitz im benachbarten St. Marthaheim in die „St. Josephs-Kirche“ herüberzukommen.  

Dort hatte es Dompfarrer Matthias Bender übernommen, der Gemeinde Verse aus dem Lukas-Evangelium auszulegen, die sich mit dem an diesem Tage auf der Festtagsagenda stehenden Fest der „Taufe Christi“ unter einem „weit geöffneten Himmel“ auseinandersetzen. „Gott selbst schaut auch heute mit Wohlgefallen auf uns“, betonte Pfarrer Bender dabei. „Und unter seinem wohlwollenden Blick wollen wir heute auch unser Abenteuer mit der neuen Pfarrei „Pax Christi“ beginnen“.  

Denn Jesus selbst stelle sich an diesem Tag in die Mitte der Gläubigen und zugleich in die Reihe all jener, die wüssten, dass sich auch in unserem Leben etwas ändern müsse. „Denn wir Christen können nicht allein gut zueinander sein und Gutes füreinander tun, sondern wir können ebenso auch furchtbare Kriege gegeneinander führen und Menschen in die Flucht treiben - ganz so, wie wir es gerade in diesen Wochen in vielen Regionen der Welt erleben müssen“, so der Geistliche.  

Jesus selbst stelle sich deshalb gerade in solchen Situationen in die Mitte der Menschen, um mit ihnen gemeinsam Antworten auf die Frage zu suchen, was Kirche heute eigentlich ausmache und was sie bewegen könne: „Sind es allein die Gottesdienste oder sind es auch die Orte, an denen wir Gemeinschaft miteinander leben können?“

Nein, das Geheimnis von Kirche sei auch heute Jesus selbst, unterstrich der Dompfarrer, der daran erinnerte, dass nach dem Zweiten Weltkrieg in der neu errichteten Friedenskirche St. Bernhard als erstes eine „Pax-Christi-Kapelle“ errichtet worden sei, die der Förderung der Freundschaft und des Friedens zwischen Deutschen und Franzosen, danach auch dem Frieden mit Polen und inzwischen durch das „Interreligiöse Forum“ der Überwindung aller religiösen und ethnischen Grenzen dienen solle. Dazu aber sei es nicht nur notwendig, um Frieden in der Welt bemüht zu sein – zuvor müsse „Friede in unsere Herzen herrschen“, so Pfarrer Bender. 

Viele Menschen empfänden heute Zweifel am Sinn ihres Lebens und würden deshalb zunehmend in Depressionen verfallen, fuhr der Prediger fort. Kirche müsse deshalb Orte und Gelegenheiten schaffen, wo die Menschen zur Ruhe kommen und „Frieden in ihrem Herzen“ finden könnten. „Pax Christi“ meine deshalb auch „Friede mit Gott“, so der Dompfarrer. Diesen Frieden aber könnten sich die Menschen nur gegenseitig schenken, so wie einst die Engel bei der Geburt Christi den Frieden verkündeten. „Machen wir uns also mutig an diese Aufgabe“, rief der Pfarrer der neuen Gemeinde „Pax Christi“ seinen Gemeindemitgliedern zu - „der Himmel ist weit geöffnet – der Friede mit Gott ist da! - Möge dieser Friede Christi der ganzen Stadt Speyer und der Welt auch weiterhin zum Heil gedeihen!“. 

Mit einem sich durch die Ablösung von fünf Puzzleteilen Schritt für Schritt zu einer Einheit formenden Kreis wurde schließlich symbolhaft das Wesen der neuen Großgemeinde deutlich, von der in den anschließenden Fürbitten die Hoffnung verbalisiert wurde, dass auch diejenigen Gemeindemitglieder in der neuen Gemeindeform Erfüllung finden mögen, die den Veränderungen heute noch skeptisch gegenüberstünden. Foto: gc

10.01.2016


Aus fünf mach eins - Gründungsveranstaltung mit Festgottesdienst in St. Joseph

Speyerer Katholiken starten als Stadtpfarrei „Pax Christi“ neuen gemeinsamen Glaubensweg

cr. Speyer. Zwar rein formal bereits seit dem Neujahrstag, dem 01. Januar 2016, rechtsgültig, beginnt auch für die Katholiken in Speyer wie im gesamten Wirkungsgebiet des Bistums am kommenden Sonntag, dem 10. Januar 2016, mit festlichen Gottesdiensten – in Speyer um 10.30 Uhr in der Kirche St. Joseph - eine neue Zeitrechnung: Dann nämlich wird die in den zurückliegenden drei Jahren unter Mitwirkung der unterschiedlichen haupt- und ehrenamtlichen Ebenen der Diözese erarbeitete Pastoralreform Wirklichkeit – dann wird die Zahl der eigenständigen Kirchengemeinden im Bistum Speyer von bisher 316 auf dann nur noch 70 reduziert werden.  

Für die Katholiken in der Domstadt Speyer selbst bedeutet dies, dass die bisher fünf eigenständigen Pfarrgemeinden – die Dompfarrei, die Pfarrei St. Joseph sowie die Pfarreien St. Konrad in Speyer-Nord und St. Hedwig und St. Otto in Speyer-West künftig unter dem gemeinsamen Dach der neuen Dompfarrei „Pax Christi“ geführt und geistlich betreut werden.  

Bei einem Pressegespräch im Gemeindezentrum „Ägidienhaus“ im Schatten der Kirche St. Joseph erläuterte jetzt der Leiter der neu gegründeten Pfarrei „Pax Christi“ zu Speyer, Dompfarrer und Domkapitular Matthias Bender, gemeinsam mit seinem Stellvertreter in der Leitung der neuen Pfarrei und Trägervertreter der katholischen Kindertageseinrichtungen, Diakon Paul Nowicki, sowie zusammen mit dem Vorsitzenden des gerade erst neu gewählten Pfarreirates, Bernhard Kaas, und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Hubert Kapp, die sich aus dieser Umstrukturierung ergebenden Neuerungen: Dazu nannte er vor allem das neu gegründete Pastoralteam aus sieben hauptamtlichen theologischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - zunächst noch unterstützt durch die emeritierten Priester Pfarrer Bernhard Linvers, Pfarrer Wetzel und Pfarrer Sonntag, denen künftig ein in den bisherigen Räumen des Dompfarramtes am Edith-Stein-Platz 6 untergebrachtes zentrales Pfarrbüro unterstützend zur Seite stehen wird. Doch auch an den Standorten der bisherigen fünf Pfarrgemeinden werden auch zukünftig zeitweise geöffnete Pfarrbüros bestehen bleiben, um so zumindest ansatzweise die bisherigen Verwaltungs- und Betreuungsstrukturen aufrecht zu erhalten. 

Für die Gemeindemitglieder auch künftig besonders wichtig: Die Gottesdienstordnung der neuen Pfarrei „Pax Christi“ mit ihren regelmäßig zu versorgenden fünf Kirchen. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten im Speyerer Dom wird es deshalb auch in St. Joseph an den Wochenenden „verlässliche Gottesdienste“ geben, so Dompfarrer Bender. Daneben werden aber auch in den Kirchen St. Konrad und St. Hedwig nach einem Terminplan, der sich von den Beginnzeiten her in den kommenden zwei Jahren anhand der Bedürfnisse und Wünsche der Gläubigen noch klarer strukturieren muss, Sonntagsgottesdienste abgehalten. Lediglich bei St. Otto steht schon heute fest: Hier sollen die bewährten und beliebten Vorabend-Gottesdienste auch weiterhin fester Bestandteil der allwöchentlichen Agenda sein. Eine ganz besondere Funktion schließlich soll künftig der Kirche St. Hedwig zukommen: Hier sollen nämlich neue Gottesdienstformen erprobt und auf ihre Umsetzbarkeit im Alltag hin „getestet“ werden. 

Große Herausforderungen insbesondere für die theologischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden aber wohl auch zukünftig Festtage wie Ostern oder Weihnachten sein, an denen alle Teile der neuen Gemeinde ihre Wünsche nach einer entsprechenden Versorgung mit Gottesdiensten und Feiern anmelden werden. „An Heilig Abend oder in der Osternacht herrscht in allen Kirchen großer Andrang“, so Dompfarrer Bender, der darauf hofft, schon für das Osterfest 2016 in wenigen Wochen ein Konzept präsentieren zu können, das den Wünschen möglichst aller Gemeindemitglieder gerecht wird.  

Um hier möglichst rasch mehr Klarheit zu erlangen, wollen sich am letzten Wochenende im Januar die neu gewählten Pfarreiräte zu einer Klausur-Tagung in „Maria Rosenberg“ treffen, um diese und andere noch offene Fragen zu besprechen.

„Gerade wir Ehrenamtliche erleben diese Umstrukturierung als Ermutigung und als eine echte Chance, neue Potentiale in unserer Gemeinde zu erschließen“, zeigten sich auch die „Ehrenamtler“ aus dem Kreis der Führungsebene der Speyerer Katholiken, Bernhard Kaas und Hubert Kapp, von der Zukunftsfähigkeit des neuen Pastoralkonzeptes überzeugt.  

Festgottesdienst mit Gründungsakt am kommenden Sonntag in St. Joseph 

Der eigentliche Gründungsakt für die neue Pfarrei „Pax Christi“ wird aber schon am kommenden Sonntag, dem 10. Januar 2016, um 10.30 Uhr mit einem vom Speyerer Weihbischof, Domprobst Otto Georgens, geleiteten Festgottesdienst in der Kirche St. Joseph stattfinden, zu der nicht nur alle Katholiken aus der Stadt Speyer eingeladen sind. Die Predigt dabei wird Dompfarrer Matthias Bender halten – die musikalische Gestaltung übernehmen die verschiedenen Chöre der bisherigen fünf Pfarreien. 

Wie Dompfarrer Bender bei dieser Gelegenheit abschließend einmal mehr unterstrich, solle der neue Pfarrei-Name „Pax Christi“ die innere Haltung verdeutlichen, mit der die Katholiken in der Stadt „als Christen in Speyer“ wirken wollten - „für Frieden in den Herzen und für Frieden in der Welt“. 

„Nomen est omen“ also – ein Name, der ganz im Sinne von Papst Franziskus für ein ganzes, künftiges Programm stehen soll. Foto: gc 

08.01.2016


Vertrauen auf die Gottesmutter Maria

Pontifikalamt Jahresschluss 4: Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Predigt. Pontifikalamt Jahresschluss 4: Bischof Karl-Heinz Wiesemann bei der Predigt.

Bischof Wiesemann zelebriert Pontifikalamt zum Jahresabschluss im Speyerer Dom

Speyer-  Mit Vertrauen auf Gott, Jesus und Maria ins neue Jahr: Diesem Gedanken folgte das Pontifikalamt zum Jahresschluss. Der besinnliche Gottesdienst am Silvester-Nachmittag, den Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Hochaltar zelebrierte, zog wieder hunderte Gläubige in den Speyerer Dom, dessen Sitzplätze nicht ausreichten. Der Bischof stellte Maria, Gottesmutter und Patronin des Doms, in den Mittelpunkt.

"Wir haben sehr viel erlebt auf der weltweiten Bühne", sagte der Bischof zum aufwühlenden Jahr 2015 und fügte bei der Begrüßung hinzu: "Gott ist das Leben, die Kraft des Lebens." Der Herr gehe die Wege gemeinsam mit den Menschen, betonte Wiesemann, "er trägt uns ins kommende Jahr. Wir bitten um sein Erbarmen."

In seiner Predigt blickte der Bischof zurück auf die Ereignisse, die in den letzten zwölf Monaten bewegt und erschüttert haben: den tragischen Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine, bei dem im Frühjahr in den französischen Alpen über 150 Menschen starben, die Terroranschläge von Paris oder die Flüchtlingsströme. Ebenso ging er auf kirchliche Höhepunkte ein wie die Weltbischofssynode oder das vor kurzem ausgerufene "Heilige Jahr der Barmherzigkeit". Wiesemann sah nach vorn, auf die große pastorale Reform im Bistum mit dem Neuzuschnitt der Pfarreien, die seinen Worten zufolge in die Geschichte der Diözese eingehen wird. "Hier kommt es letztlich auf die Menschen an", die den Prozess gestalten, betonte er und dankte allen Haupt- und Ehrenamtlichen, "die sich mit großem Einsatz engagieren".

"Ich will es dabei belassen", erklärte Bischof Wiesemann, nachdem er diese Streiflichter gesetzt hatte. Er wolle etwas Schlichtes tun, sagte er, und "all das, was uns am Ende dieses Jahres bewegt, der Gottesmutter Maria anvertrauen". Er huldigte der Namenspatronin des Speyerer Doms, die selbst keine Frau der großen Worte war, sondern Gottes Wort Raum gab und durch ihre Taten überzeugte. "Maria führt uns zum ewigen Schoß des Vaters", führte Wiesemann aus. Sie weise den Weg zum Herzen, verbinde Kopf und Bauch. Glauben könne man nicht allein mit dem Verstand ergründen – wie auch andere, weltliche Dinge. "Wo kommen wir zur Ruhe?", fragte er vor dem Hintergrund der Nachrichtenflut, die tagtäglich und in hohem Tempo auf die Menschen einprasselt. Wie können wir das verdauen? Wo kommen hier Kopf und Herz zusammen?
"Salve Regina, sei gegrüßt o Königin! Wende deine barmherzigen Augen uns zu", rief der Bischof der Muttergottes zu, ehe das Credo folgte.

Pontifikalamt Jahresschluss 3: Mädchenchor am Dom, die Domsingknaben, Domchor und Dombläser.Die Fürbitten galten der Diözese, der Kirche und der Welt. Die Gebete bezogen sich sowohl auf die, die neu in die katholische Gemeinschaft aufgenommen wurden, als auch jene, die die Verbindung zur Kirche gelöst haben. Sie richteten sich auf den Glauben, die Hoffnung und Liebe, galten einsamen, verbitterten und vereinsamten, versehrten Menschen, Verstorbenen sowie Politikern, verbunden mit der Hoffnung, dass die Verantwortlichen Einsicht und Tatkraft erlangen, damit alle in Frieden und Freiheit leben können. Sie richteten sich an Gott mit der Bitte um Schutz, Einsicht und den Mut zur Veränderung.

Die musikalische Gestaltung war ein wahrer Hörgenuss. Er sangen der Mädchenchor am Dom, die Domsingknaben sowie der Domchor. Es spielten Domorganist Markus Eichenlaub und die Dombläser. Die musikalische Leitung hatten Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller inne. Es erklangen unter anderem die Missa brevis in B von Christopher Tambling und das Tantum ergo B-Dur von Anton Bruckner.

Text und Fotos: Yvette Wagner

01.01.2016


An der Jahreswende die Hoffnung auf Wandel feiern

Kirchenpräsident Schad: Gott eröffnet auch in Situationen des Leids einen neuen Weg

Landau / Speyer- Bei jeder Jahreswende wird nach Auffassung des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad die Hoffnung auf Wandel gefeiert. Menschen, die die Kraft der Verwandlung spürten, machten sich zu neuen Ufern auf und bemerkten, wozu sie bestimmt seien, „zu Menschen mit aufrechtem Gang, zu freien Geschöpfen unter dem Himmel“, sagte Schad im Gottesdienst am Silvesterabend in der Landauer Stiftskirche.

Zwar kenne die Hoffnung auf Wandel auch den Zweifel und die Angst, dies dürfe aber keinen daran hindern, auf das Gestern fixiert zu bleiben, erklärte Schad. Ängste ernst zu nehmen, bedeute nicht, ihnen nachzugeben, „denn aus ihnen wächst nichts Gutes“. Es dürfe keinen Zweifel geben, dass jegliche Form von Menschenfeindlichkeit inakzeptabel sei „und ganz bestimmt unvereinbar ist mit dem christlichen Glauben“. Gerade, wer vom „Abendland“ spreche, müsse sich seiner jüdisch-christlichen Wurzeln bewusst sein.

Wie schwer es falle, an Gottes Begleitung zu glauben, zeigten nicht nur Kriege und Unglücke wie der tragische Flugzeugabsturz in den Alpen im zu Ende gehenden Jahr. Auch persönliche Erfahrungen von Krankheit und Sterben, Arbeitslosigkeit und Familienstreit ließen Menschen an Gottes Gegenwart zweifeln und verzweifeln, sagte der Kirchenpräsident. In diese Situationen des Leids hinein erinnere die Bibel daran, dass Gott sich nicht abwende, sondern da sei und einen neuen Weg eröffne. Gottes Gegenwart werde erlebbar „in einem entschiedenen Wort, in einem prägenden Bild, einer anrührenden Melodie, in einer liebevollen Geste, in unserem gemeinsamen Beten, zuweilen auch in unserem miteinander Schweigen“. Text und Foto: lk

31.12.2015


Kirche St.Ludwig: Initiativgruppe kämpft weiter gegen Profanierung

Ort der Ruhe und Stille in der Innenstadt

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer-  Sie haben ihren Kampf gegen eine sich abzeichnende Profanierung der Kirche St.Ludwig  nicht aufgegeben.  Auch wenn nach dem Planungs- und Investorenwettbewerb alles danach aussieht, als solle das  Kirchengebäude in einen Veranstaltungsraum umgewandelt  werden, und das Bischöfliche Ordinariat sich bislang keinerlei  Gedanken  über eine Nutzung als Kasualien-Kirche gemacht zu haben scheint,  so sind viele  Speyerer  -  an deren Spitze der einstige Landrat  Dr. Paul Schädler und dessen Frau Helga,  Pfarrer i.R. Bernhard Linvers, Theologe und Pädagoge Klaus Pfeifer sowie Anna Altinger, Leiterin des Katholischen Frauenbundes in St.Joseph – fest entschlossen, sich weiterhin  für den Erhalt von St.Ludwig als Gotteshaus einzusetzen. Dass der wertvolle spätgotische Boßweiler-Altar bereits aus der Kirche herausgenommen wurde und jetzt an einem anderen Ort verwahrt wird, muss nicht zwangsläufig  die Entweihung des Gotteshauses nach sich ziehen.

Von neun zu dem Wettbewerb eingereichten Konzepten waren im  November  vier ausgezeichnet worden. Ausschlaggebend für die Preisvergabe waren die städtebauliche und die architektonische Qualität der Entwürfe. Hinzu kamen die Angemessenheit der Nachnutzung und ihre soziale und kulturelle Einbindung ins Stadtgefüge. Das Bistum Speyer führt  mit den zwei favorisierten Interessenten jetzt Gespräche zur Feinabstimmung. Danach entscheidet  die Bistumsleitung und kann der ausgewählte Investor einen Bauantrag an die Stadtverwaltung stellen.

Diesem Investor möchte die aus vielen Katholiken und auch einigen Protestanten bestehenden St.Ludwig-Initiativgruppe  ihr Konzept unterbreiten. „Das kennt er wahrscheinlich gar nicht“, meint  Pfarrer Linvers und weist darauf hin, dass sehr viele Speyerer den geplanten Verkauf nicht verstehen und ihr Veto  auch mit über 1600 Unterschriften bekundet hatten.  Linvers und die anderen Mitglieder der Führungsgruppe  werden nichts unversucht lassen, um die weitere Nutzung der Innenstadt-Kirche für Trauungen, Taufen und Bestattungen zu ermöglichen. Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Christian Schad  könnten den von ihnen erarbeiteten „Ökumenischen Leitfaden“  auf diese Weise gemeinsam wirkungsvoll mit Taten füllen und dieser Kasualien-Kirche ihren Segen geben.  

Auch Oberbürgermeister Hansjörg Eger ist gut braten  dazu beizutragen, dass im ehemaligen Rosengarten der St.Ludwigskirche  in naher Zukunft Bestattungen erfolgen können.   Denn in einigen Städten wird verstärkt darüber nachgedacht, innerstädtisch Stätten der Ruhe und Stille einzurichten.  Ein Kirchhof St.Ludwig kann nach Überzeugung von Klaus Pfeifer  mit verhindern, dass sich noch mehr Speyerer im Friedwald Dudenhofen ihre Bestattungsmöglichkeit einkaufen.  Hierfür  muss freilich gesichert sein, dass in der Kirche St.Ludwig sakrale Gedenkfeiern abgehalten werden können.  Denkbar ist die Bildung eines Trägervereins. „An Geldgebern wird dies sicher nicht scheitern“, betonen Helga Schädler und Klaus Pfeifer. Foto: spk-Archiv

26.12.2015


„Freiheit kann nur durch Freiheit bewahrt werden“

Bischof Wiesemann nimmt in seiner Weihnachtspredigt Bezug auf die Terroranschläge in Paris und die weltweit 60 Millionen Flüchtlinge

Speyer-  Zahlreiche Gläubige besuchten die Weihnachtsgottesdienste im Bistum Speyer. Beim Pontifikalamt am ersten Weihnachtsfeiertag rief Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Gläubigen dazu auf, sich nicht von der Angst bestimmen zu lassen, sondern „Tag für Tag die Liebe zu wagen“. Dabei bezog er sich auch auf die Terroranschläge in Paris: „Sie zielten in den offenen, freiheitlichen Kern unserer Lebenswelt und wollten uns bewusst dort verunsichern, erschüttern, verletzen, wo unser Lebensnerv, unsere demokratischen Werte liegen.“ Er lenkte den Blick zugleich auf die mehr als 60 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. „Viele von ihnen fliehen vor Terror und Krieg, aus lebensbedrohlichen und hoffnungslos erscheinenden Situationen. Sie kommen nicht selten unter unsäglichen Strapazen zu uns mit der Hoffnung, hier der Todesangst entfliehen und ein menschenwürdiges Leben führen zu können.“

Die Globalisierung sei immer mehr auch eine Globalisierung der Nöte, Ängste und Konflikte auf der Welt. „Keine noch so hohen Grenzzäune, Sicherheitsmaßnahmen und Schutzwälle können uns aus dieser weltweiten Schicksalsgemeinschaft herausnehmen. Wir müssen mit dem Fremden unser Leben teilen“, betonte Bischof Wiesemann.

In dieser Situation bedeute die Weihnachtsbotschaft, das Denken, Urteilen und Handeln nicht durch Angst entstellen zu lassen. „Freiheit kann nur durch Freiheit bewahrt werden, Menschlichkeit niemals durch Unmenschlichkeit erhalten bleiben“, warnte Bischof Wiesemann davor, dass die Angst vor Überfremdung das humanitäre Angesicht der Gesellschaft raubt. „Keine Bedrohung oder gar Verletzung unserer Sicherheit darf uns in unserer Liebe zur Freiheit und unserem Einsatz für die Unantastbarkeit der Menschenwürde eines jeden, wer und wie er auch sein mag, einschüchtern.“

Die Spiralen von Hass und Gewalt an vielen Orten der Welt zeigen aus Sicht des Bischofs: „Hass sät neuen Hass, Gewalt neue Gewalt, Misstrauen neues Misstrauen.“ Aus diesem Dilemma gebe es keinen anderen Weg als den der Menschlichkeit. „Wir brauchen Gott als Schöpfer und Grund des Lebens als letzten und entscheidenden Garanten für diesen Weg, damit wir ihn immer wieder neu wagen können.“ Die Angst sei ein wichtiges Warnsignal im Leben, aber als Ratgeber tauge sie nichts.

Der Zuspruch „Fürchtet euch nicht!“ durchziehe die Heilige Schrift wie ein roter Faden. „Gott weiß, welche zerstörerische Macht die Angst im Leben der Menschen haben kann.“ Verletzungen im Großen wie im Kleinen verleiteten immer wieder dazu, sich in das „Schneckenhaus der Angst, Enttäuschungen und Verwundungen“ zurückzuziehen, so der Bischof. „Und doch können wir in dieser Höhle höchstens überwintern, niemals aber die Frühlingsluft des Lebens, den Atem der Liebe spüren.“ Er sprach den Gläubigen Mut zu, sich neu hinauszuwagen und sich dem Leben auszusetzen: „Wir müssen das Leben miteinander teilen, Versöhnung wagen, Menschlichkeit bewahren, auch wenn wir Gefahr laufen, missverstanden und abgelehnt zu werden.“ Gott selbst nehme alle Verletzungen auf sich, damit „wir neu die Segel unseres Lebens setzen können und wir das Zutrauen gewinnen, die Gefährdungen des Lebens mit ihm meistern zu können.“

Christmette mit Weihbischof Otto Georgens

Am Heiligen Abend feierte Weihbischof Otto Georgens die Christmette mit den Gläubigen. In seiner Predigt rief er dazu auf, sich darauf zu besinnen, was Weihnachten wirklich bedeute. Viele Menschen fühlten sich durch das Fest unter Druck gesetzt, feierten Weihnachten nur, weil es im Kalender stehe und wünschten sich eher, dass ihnen das Fest erspart bliebe. Anderen, die gerade eine schlechte Diagnosen bekommen hätten, in einer Notlage steckten oder den Verlust eines Menschen beklagten, komme es so vor, als „werde Gott für alle Mensch - nur halt für sie nicht“.

Jesus sei aber in der Heiligen Nacht nicht Mensch geworden „um uns noch ein weiteres Päckchen an Erwartungen und Leistungsdruck aufzuladen“, so Georgens. Weihnachten bedeute vielmehr, dass Gott Achtung und Ehrfurcht vor dem oft mühevollen Lebensweg jedes Menschen habe. Weihnachten feiern heiße nicht das Glück, die Stimmung oder Festtagsfreude von außen zu erwarten, „sondern das Dunkel des Lebens mit dem Licht der Weihnacht zu beleuchten suchen - so zaghaft und klein die Flamme auch sein mag.“

Wer sich vor dem Kind in der Krippe klein mache, der beuge auch vor dem Wunder Mensch die Knie. „Den Menschen mit all seinen Schwächen, seinen Fehlern, seiner Schuld ernst zu nehmen, ihn zu lieben, wie er ist– und nicht wie er sein sollte: Das ist der wirkliche und wahre Gottesdienst an Weihnachten“, erklärte der Weihbischof. Weihnachten ändere die Verhältnisse: „Der große Gott wird klein, der kleine Mensch groß.“

Für die musikalische Gestaltung der Christmette sorgten unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller Mitglieder des Domchores Speyer, Instrumentalisten des Domorchesters und Domorganist Markus Eichenlaub. Beim Pontifikalamt am ersten Weihnachtsfeiertag sangen und musizierten der Mädchenchor, die Domsingknaben, der Domchor und die Dombläser.

Link zur Predigt von Bischof Wiesemann am ersten Weihnachtsfeiertag:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof/ansprachen/

Link zur Predigt von Weihbischof Georgens zur Christmette 

http://www.bistum-speyer.de/1/bistum-speyer/leitung/weihbischofbischofsvikar/ansprachen/ 

Text und Foto: is

25.12.2015


Speyerer Militärpfarrer Ulrich Kronenberg würdigt Leistung von Bundeswehr-Soldaten bei der Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer

cr. Speyer. Fast an jedem Tag, so auch heute wieder, gehen Nachrichten durch die Agenturen, dass deutsche Soldaten im Rahmen der Operation „Sophia“ Flüchtlinge vor dem qualvollen Ertrinken im Mittelmeer bewahren. Der Speyerer Militärpfarrer Ulrich Kronenberg, zu dessen Verantwortungsbereich neben den „Resten“ des „Spezialpionierbataillons 464“ in der Speyerer Kurpfalzkaserne auch die Garnisonen in Germersheim und Bruchsal gehören und der in der Vergangenheit auch selbst wiederholt in Auslandseinsätzen unterwegs war, wollte jetzt die Weihnachtszeit nutzen, um die humanitären Leistungen seiner Kameradinnen und Kameraden vor Ort in der Öffentlichkeit zu würdigen.

Er hat dem SPEYER-KURIER deshalb eine Zusammenstellung von Presseberichten zukommen lassen, in denen die zahlreichen besonderen lebensrettenden Einsätze von Bundeswehrsoldaten gegen gewissenlose Schlepper ebenso wie gegen die Gewalten von Sturm und Wetter dargestellt werden, durch die inzwischen wohl schon mehr als 10.000 Menschenleben gerettet werden konnten.

Der SPEYER-KURIER druckt diese Zusammenstellung ganz besonders gerne ab, betrachtet er sie doch zugleich auch als ein Zeichen der Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger der alten Garnisonsstadt Speyer mit allen Soldatinnen und Soldaten an ihren Einsatzorten von Mali bis zum Kosovo – von Afghanistan bis zur Türkei.

Pfarrer Kronenberg schreibt:

EUCH ist heute der Heiland geboren“
(Lukasevangelium Kapitel 2 Vers 11)

Heiland heißt, aus dem Griechischen übersetzt, nichts anderes als „Retter: σωτὴρ“ - lateinisch „salvator“

und widmet seine Ausführungen „mit herzlichem Dank an alle unsere tüchtigen und tapferen Soldaten der Bundeswehr in aller Welt!“

 http://www.br.de/nachrichten/fluechtlinge-gerettet-mittelmeer-bundesmarine-100.html

Rettung aus Seenot Deutsches Schiff nimmt 212 Flüchtlinge auf

Das deutsche Schiff "Berlin" hat im Rahmen der Operation "Sophia" im Mittelmeer mehr als 200 Menschen aus Schlauchbooten gerettet. Sie wurden der italienischen Küstenwache übergeben.

Stand: 23.12.2015

Flüchtlinge auf einem Boot auf dem Mittelmeer | Bild: picture-alliance/dpa

Deutsche Marinesoldaten haben bei ihrem Einsatz im Mittelmeer mehr als 200 Flüchtlinge aus zwei Schlauchbooten gerettet. Sie wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Mittwoch vor der libyschen Küste an Bord des Einsatzgruppenversorgers "Berlin" genommen. Inzwischen kümmert sich die italienischen Küstenwache um die Geretteten.

Fast 10.000 Flüchtlinge seit Mai gerettet

Unter den insgesamt 212 Geretteten waren acht Kinder und fünf Schwangere. Die Bundeswehr beteiligt sich mit zwei Schiffen an der Mission EUNAVFOR MED, die auch Operation "Sophia" genannt wird. Seit Beginn des Einsatzes im Mai haben deutsche Soldaten zwischen Libyen und Italien insgesamt 9.753 Flüchtlinge aus Seenot gerettet.

Operation "Sophia"

 <http://www.br.de/nachrichten/bundeswehr-mittelmeer-fluechtlinge-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=d86c2> Deutsche Marine-Soldaten halten an Bord der Fregatte "Karlsruhe" am 23.12.2008 in Dschibuti an einem Maschinengewehr Wache. | Bild: dpa/Gero Breloer

Marine-Soldaten beim Einsatz im Mittelmeer

Die Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber der Operation "Sophia" werden auf hoher See und im internationalen Luftraum zwischen der italienischen und libyschen Küste eingesetzt. Sie überwachen das Seegebiet und beobachten die Aktivitäten von Schleusern.
Die Schiffe des Verbands dürfen in internationalen Gewässern Boote anhalten und durchsuchen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie von Schleusern genutzt werden. Diese können beschlagnahmt und umgeleitet, Schleusereiverdächtige an Bord eines Kriegsschiffs genommen und an einen EU-Mitgliedsstaat übergeben werden.
Die Schiffe sind nach dem Völkerrecht, dem Mandat und den Einsatzregeln berechtigt, militärische Gewalt zur Durchsetzung ihres Auftrags einzusetzen. Insgesamt beteiligen sich 22 europäische Nationen mit rund 2.100 Soldaten und Zivilpersonal an der Operation "Sophia".

Außerdem haben die Teilnehmer der Operation "Sophia" die Aufgabe der Seenotrettung: Wenn die Schiffe auf mit Flüchtlingen besetzte Boote treffen, einen Notruf empfangen oder von der Seenotleitstelle informiert werden, sind sie zur Hilfeleistung verpflichtet. Die Seenotleitstelle Rom koordiniert die Rettungseinsätze. Die Seenotleitstelle informiert Schiffe über Seenotfälle in einem Einsatzgebiet von der Größe Deutschlands.

Weltsicherheitsrat billigt militärisches Vorgehen gegen Schleuser

Seit Oktober dürfen die Schiffe der Operation "Sophia" militärisch gegen die Schleuser vorgehen. Der UN-Sicherheitsrat hat diesen EU-Militäreinsätzen zugestimmt. Aufgebrachte Schlepperboote können beschlagnahmt oder zerstört werden.

25.12.2015


Gute Planung vermeidet Streitigkeiten

Gerade für Patchworkfamilien bedeutet Weihnachten Stress – Tipps der Erziehungsberatung

Neustadt-  Weihnachten ist das Fest der Liebe. Wenn aber die Familienverhältnisse kompliziert sind, verschiedene Teile der Familie bedacht werden wollen, oder gar die Erwachsenen der Familie zerstritten sind, spürt man eher Stress als Liebe. Christina Weisbrod und Kaja Harenberg arbeiten in der Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werls Pfalz in Neustadt und kennen die Problematik  ihrer Gesprächspartner. Die beiden Beraterinnen empfehlen Erwachsenen und Kindern im Vorfeld des Festes gut zu planen, um Stress und Streitigkeiten zu vermeiden. Dann könne Weihnachten auch in getrennt lebenden Familien und in Patchworkfamilien zu einem gelungenen Fest der Liebe werden.

„Wenn die Erwachsenen im Clinch sind, dann ist Stress auch für die Kinder vorprogrammiert“, sagt Weisbrod.  Um das zu vermeiden, müsse man sich austauschen, darüber reden, was passieren kann, und Kompromisse finden, mit denen alle leben können. Die beiden Erziehungsberaterinnen raten davon ab, die Kinder entscheiden zu lassen, wo und bei wem sie wann feiern wollen. „Dabei geraten die Kinder zwischen die Fronten. Egal wie sie sich entscheiden, ein Elternteil ist meistens enttäuscht. Und das spüren die Kinder“, erklärt Kaja Harenberg. Sollte man dennoch die Kinder entscheiden lassen, dann habe man die Entscheidung unbedingt zu akzeptieren.

Ein weiteres Konfliktpotential bestehe auch in Patchworkfamilien, in denen ein Elternteil Kinder aus einer früheren Beziehung in die neue Familie mit eingebracht habe. Hier könnten Streitigkeiten vermieden werden, „wenn zuvor alle zusammen besprechen, welche Traditionen übernommen und wie sie integriert werden“, empfehlen die Erziehungsberaterinnen. Allerdings sollten Themen wie die jeweiligen Ex-Partner an Weihnachten tabu sein.

Dass alle zusammen feiern, klänge zwar nach einer sehr schönen Idee. Und da jeder wolle, dass Weihnachten ein guter Tag werde, müsse man die Festtage möglichst entspannt gestalten, erklärt  Erziehungsberaterin Weisbrod. Das könne gelingen, in dem die getrennten Elternpaare ihren Kindern zuliebe einen toleranten Umgang pflegten. Bei der Planung gelte es keine Forderungen aufzustellen, sondern Wünsche zu äußern, die dann verhandelt werden können, sagen Weisbrod und Harenberg. Planung und Absprache seien das A und O für stressfreie frohe Weihnachten in Patchworkfamilien. lk

22.12.2015


Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr.

Ökumenische Telefonseelsorge: Einsamkeit ist nicht nur an Weihnachten ein Thema

Kaiserslautern- Weihnachten mit der Familie zu feiern, gehört für die meisten Menschen einfach dazu. Wenn aber niemand da ist, mit dem man feiern kann, macht sich gerade an den Feiertagen Einsamkeit bemerkbar. Einsamkeit – das ist auch eines der Themen, die bei der Telefonseelsorge am häufigsten angesprochen werden, meint der evangelische Leiter der Ökumenischen Telefonseelsorge Pfalz, Peter Annweiler.

„Neben Themen wie Gesundheit, Beziehung und Suizidgedanken ist Einsamkeit ein großes Thema – das aber nicht nur an Weihnachten“, sagte Annweiler. „Vor den Feiertagen häufen sich eher Fälle, in denen gestresste Anrufer Entlastung suchen.“ Darüber zu reden, biete oftmals Hilfe. Auch bei einsamen Menschen könne man im Gespräch nach Möglichkeiten der Alltagsgestaltung suchen, die das Gefühl des Alleinseins lindern.

„Natürlich wird aber vielen gerade an Weihnachten bewusst, wen sie vermissen, egal ob sie in Trauer sind oder der Kontakt einfach nur abgerissen ist“, erklärt der Seelsorger. Jedoch steige die Anruferzahl an Heiligabend kaum an, eher an den Tagen davor und danach. Die Themen der Anrufe unterscheiden sich nicht sehr von denen anderer Jahreszeiten, doch sie erhalten eine weihnachtliche „Färbung“, meint Annweiler. „Vielfach rufen uns Menschen mit psychischen Erkrankungen an, für die wir außerhalb von Behandlungszeiten wichtige Gesprächspartner sind.“

Die Gespräche bei der Ökumenischen Telefonseelsorge sind beidseitig anonym. Das soll die Hemmschwelle senken und ein Gefühl der Sicherheit geben. „Dennoch gibt es da eine unglaubliche Nähe und Direktheit“, schildert der Pfarrer. „Der Telefonhörer liegt direkt auf dem Ohr, und das Ohr geht sehr weit nach innen.“ Durch diese Direktheit und Anonymität seien die Dialoge bei der Telefonseelsorge meist sehr intensiv. Aber man müsse sich auch als Seelsorger von den Problemen abgrenzen können.

„Die  Gespräche sind so unterschiedlich wie die Menschen, mit denen sie geführt werden“, sagt Annweiler. Gesprächskompetenz sei ebenso wichtig wie die Fähigkeit, die Unterhaltung zu steuern und zu klären, was der Anrufer möchte, ihn wertzuschätzen und Empathie zu zeigen. Für ihn seien die vier Grundsäulen der Telefonseelsorge Dasein, Standhalten, Trösten und Stärken.

In der Ökumenischen Telefonseelsorge Pfalz arbeiten rund 80 Ehrenamtliche, die dreimal im Monat für je fünf Stunden an den Apparaten sitzen. Die Telefonseelsorge ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche besetzt. Die Telefonseelsorge Pfalz führt pro Jahr etwa 10.000 Seelsorge- und Beratungsgespräche. Die durchschnittliche Gesprächsdauer liegt bei 25 Minuten, erklärt Annweiler, der die Telefonseelsorge mit seinen katholischen Kolleginnen Astrid Martin und Ursula Adam leitet.

Um ehrenamtlicher Telefonseelsorger zu werden, muss eine Ausbildung absolviert werden, die eineinhalb Jahre dauert und in denen 200 Unterrichtsstunden besucht werden müssen. Darin werden Themen behandelt wie beispielsweise Selbsterfahrung, Gesprächsführung und Fragen, die häufig bei der Telefonseelsorge zur Sprache kommen. Nach der Hospitation erfolgt schließlich die Zulassung als Telefonseelsorger.

„Wünschenswert ist es, wenn unsere Bewerber Lebenserfahrung und Offenheit mitbringen, sagt Annweiler. Im Bewerbungsgespräch werde auch geprüft, ob der Bewerber oder die Bewerberin sich gut in andere Menschen einfühlen könne. Der Ausbildungskurs wird alle zwei Jahre durchgeführt, der nächste Kurs startet voraussichtlich 2017.

Hinweis: Die Telefonseelsorge ist bundesweit unter den Rufnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar sowie online zur Chat- und Email-Beratung unter www.telefonseelsorge-pfalz.de. Text und Foto: lk

21.12.2015


„Die Welt braucht eine Demonstration der Barmherzigkeit“

Kirchenpräsident Christian Schad ruft dazu auf, Fremde und Schwache nicht auszugrenzen

Speyer- Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad ruft anlässlich des Weihnachtsfestes die Christen dazu auf, Fremde nicht auszugrenzen und sich den Armen und Schwachen, Vertriebenen und Verzweifelten zuzuwenden. Jesus selbst sei ein Flüchtling gewesen, hinein geboren in die Familie armer Leute, erklärt der Kirchenpräsident. Die Geburt Jesu habe Glaube, Liebe und Hoffnung in die Welt gebracht. „Um Gottes und der Menschen willen brauchen wir dieses Fest. Gott ist heruntergekommen und hineingeraten in den Tumult des wirklichen Lebens. In ihm, dem Flüchtlingskind, ist Gott da, mitten unter uns.“

Kirchenpräsident Schad warnt davor, sich von Ängsten vor Überfremdung, von fremdenfeindlichen oder rassistischen Parolen leiten zu lassen. „Da werden Fremde verurteilt und bedroht, die man so wenig kennt, wie ihre Kultur und ihre Religion. Ich habe kein Verständnis für diese Art der Demonstration.“ Die Welt brauche eine „friedliche Revolution, eine Demonstration der Barmherzigkeit“. Die Weihnachtsbotschaft rufe dazu auf, für die Würde und das Recht jedes Einzelnen einzustehen. „Ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen“ – so habe Jesus als Erwachsener beschrieben, wie ein Leben in seiner Nachfolge aussehen könne. Es gebe eine große Sehnsucht nach Liebe und Hoffnung für das Leben und diese Welt, in der Völker nicht mit Gewalt beherrscht und Menschen nicht in die Flucht geschlagen werden.

„Trotz mancher Verzweiflung über Andere und uns selbst, trotz Gewalt und Terror, Kriegen und Bürgerkriegen sind wir Beschenkte“, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad. „Wir sind begabt mit Fähigkeiten – mit Händen, die teilen können, mit Mündern, die sich öffnen, um die Stimme für die Schwachen und Elenden zu erheben.“

Hinweis: Kirchenpräsident Christian Schad predigt im Gottesdienst am Ersten Weihnachtsfeiertag um 10 Uhr in der Speyerer Gedächtniskirche. Die Liturgie gestaltet Dekan Markus Jäckle, die Kantorei Speyer führt unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger weihnachtliche Chormusik auf. Im Gottesdienst feiert die Gemeinde das Heilige Abendmahl. Text und Foto: lk

21.12.2015


Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl zu Besuch im Dom zu Speyer

Erster Ausflug nach Klinikaufenthalt – Begleitung durch Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Bischof em. Dr. Anton Schlembach

Speyer- Am Samstag hat Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl in Begleitung seiner Ehefrau Dr. Maike Kohl-Richter den Speyerer Dom besucht. Es war der erste Ausflug nach dem längeren Klinikaufenthalt in diesem Jahr. Helmut Kohl war es ein Herzensanliegen, noch vor Weihnachten in den Speyerer Dom zu kommen. Gerne hätte er am Weihnachtsgottesdienst in der Kathedrale teilgenommen. Doch obwohl es ihm offenkundig sehr viel besser geht, wird er gesundheitlich dazu noch nicht in der Lage sein.

Begrüßt und bei ihrem Besuch im Dom begleitet wurden Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und seine Ehefrau Dr. Maike Kohl-Richter von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und dem emeritierten Bischof Dr. Anton Schlembach. Domorganist Markus Eichenlaub spielte auf der großen Domorgel die Toccata in d-Moll von Johann Sebastian Bach - ein Werk, das auch zu früheren Besuchen mit bedeutenden Staatsgästen wie Margaret Thatcher, Michael Gorbatschow, George Bush, Václav Havel, Boris Jelzin und König Juan Carlos erklungen war. Am Beispiel des Gotteshauses hatte Helmut Kohl den prominenten Gästen die Bedeutung des christlichen Glaubens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden in Deutschland, Europa und der Welt verdeutlicht.

Vor dem Marienbildnis zündeten die Bischöfe gemeinsam mit dem Ehepaar Kohl eine Kerze an und beteten gemeinsam das „Vater unser“ und das „Gegrüßet seist Du Maria“. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann brachte seine Freude über den Besuch des Ehepaars Kohl zum Ausdruck und übergab dem Bundeskanzler, der bis heute dem Kuratorium der „Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer“ vorsteht, das jüngst erschienene Buch „Himmlische Klänge – Grandioses Raumerlebnis“ über die Orgeln im Dom zu Speyer. Er verband damit seinen Dank für das große Engagement Helmut Kohls für die romanische Kathedrale, die seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. „Sie haben sich in außergewöhnlicher Weise um den Erhalt des Doms verdient gemacht und entscheidend dazu beigetragen, Menschen für dieses eindrucksvolle Sinnbild der christlichen Wurzeln eines geeinten Europas zu begeistern“, dankte er Helmut Kohl, der von dem Besuch tief berührt war. Der Besuch der Speyerer Kathedrale, der er seit seiner Kindheit eng verbunden ist, bedeutete für ihn eine große Freude. Bereits Ende September war er vom Speyer Domkapitel für seine Verdienste für den Speyer Dom öffentlich geehrt worden. Die Begegnung klang aus mit adventlichen und weihnachtlichen Werken, dargeboten an der großen Domorgel von Domorganist Markus Eichenlaub. Text: is; Fotos: Klaus Landry

20.12.2015


Weihnachten mit Flüchtlingen feiern

Bistum Speyer hat Anregungen für Feiern mit Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen zusammengestellt

Speyer- Anregungen und Ideen, wie Gemeinden mit Flüchtlingen Weihnachten feiern können, bietet eine „Baustein-Sammlung“, die das Bistum Speyer, angeregt durch eine Arbeitshilfe des Michaelisklosters in Hildesheim, angefertigt hat. Mit der Zusammenstellung von Texten und Liedern in verschiedenen Sprachen wollen die Verfasser Pfarreien dazu ermutigen, Flüchtlinge – je nach Herkunft und Religionszugehörigkeit - zu Gottesdiensten oder weihnachtlichen Feiern einzuladen.

Durch die Ereignisse der letzten Monate höre man die so vertraute Weihnachtsgeschichte „mit ganz anderen Ohren“, schreibt Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats im Vorwort zu der Arbeitshilfe. „Der Sohn Gottes ist Kind einer Flüchtlingsfamilie und darauf angewiesen, dass er als Fremder aufgenommen wird.“
Christen seien aufgefordert, Menschen auf der Flucht aufzunehmen und sich ihrer Sorgen und Nöte anzunehmen. „Gerade jetzt zum Weihnachtsfest können wir Zeugnis geben von Gott, der sich den Menschen zuwendet, wenn wir wie Jesus alle an der Freude teilhaben lassen und auch die einladen, die am Rand der Gesellschaft stehen.“

Die Arbeitshilfe beinhaltet eine Begrüßung, Gebete, Bibeltexte und Lieder in Deutsch, Englisch und Arabisch. Dadurch können Flüchtlinge nicht nur leichter das Gesprochene nachvollziehen, sondern auch selbst Gebete und Texte vortragen. Die Texte stammen zum Großteil aus einer umfangreichen Arbeitshilfe des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik in Hildesheim (www.michaeliskloster.de) und wurden so überarbeitet, dass sie ohne weiteres in katholischen Gottesdiensten eingesetzt werden können.

Die Materialien sind auf der Homepage des Bistums Speyer www.bistum-speyer.de zu finden. Text und Bild: is

18.12.2015


Leser des “pilger"spenden 10 000 Euro für Caritas-Flüchtlingshilfe

10.000 Euro für die Flüchtlingshilfe (von links): Caritasdirektor Vinzenz du Bellier, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, „pilger“-Chefredakteur Norbert Rönn und Caritasvorsitzender Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer.Chefredakteur Norbert Rönn sagt weitere Unterstützung durch Aktion Silbermöwe zu

Speyer- Mehr als 10 000 Euro haben in den zurückliegenden Wochen die Leserinnen und Leser des „pilger“ über dessen Aktion Silbermöwe für die Flüchtlingshilfe des Diözesan-Caritasverbandes gespendet. Norbert Rönn, Chefredakteur der Bistumszeitung, übergab den Betrag von 10 100 Euro am 14. Dezember bei einer vorweihnachtlichen Feier des diözesanen Wohlfahrstverbandes in Speyer.

Sowohl Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wie auch Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, und Caritasdirektor Vinzenz du Bellier dankten der Aktion Silbermöwe für dieses „beeindruckende Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen“.

Norbert Rönn verwies auf die große „Schnittmenge“ in der Arbeit von Caritasverband und Aktion Silbermöwe, die mit Solidarität, Nächstenliebe und Hinwendung zu den Menschen am Rande umschrieben werden könne. Die Arbeit des Speyerer Diözesan-Caritasverbandes in der Flüchtlingshilfe nannte er „leuchtturmhaft“. Sie beinhalte wirksame Unterstützung für die große Zahl von Menschen, die teilweise nach schrecklichen Fluchterlebnissen Aufnahme bei uns in der Pfalz und Saarpfalz suchten, und nehme gleichzeitig die sich verschärfende Lage in deren Herkunftsländern in den Blick. Die Situation in den Flüchtlingslagern im Nordirak und in den Nachbarländern Syrien nannte der Chefredakteur „skandalös“. „Die Flüchtlinge hungern, haben keinerlei Perspektive. Die Völkergemeinschaft versagt völlig.“ Caritas international und andere Hilfswerke leisteten einen Beitrag, „dass die Menschen nicht ganz ohne Hoffnung sind“, so Rönn.

Als Zeitung beleuchte der „pilger“ zudem immer wieder die Situation vor allem in den Kriegsregionen im Nahen und Mittleren Osten sowie die weltweiten Fluchtursachen, die viel mit machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen der Länder Europas und der Industrienationen insgesamt zu tun hätten, betonte Rönn, der eine weitere Unterstützung der Caritas-Flüchtlingshilfe durch die Aktion Silbermöwe zusagte.

Die Aktion Silbermöwe ist eine einmalige Initiative in der deutschen Presselandschaft und in den deutschen Bistümern. Seit mehr als 50 Jahren leisten die Leserinnen und Leser der Speyerer Bistumszeitung „der pilger“ über die Aktion Silbermöwe Hilfe für notleidende Menschen – vor allem in den Ländern des armen Südens. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren konnten über das Leser-Hilfswerk Projekte in mehr als 40 Ländern der Erde mit fast zehn Millionen Euro gefördert werden.

Text und Bild: Bistum Speyer, Presse

16.12.2015


„Domkiosk“ im südlichen Domgarten wird neues Besucherzentrum

Angebot soll spirituelle Bedeutung der Kathedrale ebenso vermitteln wie kunstgeschichtliche Besonderheiten der Weltkulturerbestätte

spk. Speyer- Im Vorfeld der 2000-Jahr-Feier der Stadt Speyer im Jahr 1990 als Siegerentwurf nach einem breit angelegten, international ausgeschriebenen Wettbewerb gemeinsam mit den Domplätzen von dem international renommierten Stararchitekten Oswald Mathias Ungers geplant und realisiert, wird jetzt der zwischenzeitlich auch als Café genutzte Dompavillion nun wieder seiner ursprünglichen Nutzung als Besucherzentrum der Weltkulturerbestätte zugeführt. Das teilte jetzt der „summus custos“ der Kathedrale und Baudezernent des Bistums Speyer, Domkapitular Peter Schappert, gemeinsam mit Friederike Walter, der Verantwortlichen für das „Dom-Kulturmanagement“ und Bastian Hoffmann vom „Dom-Besuchermanagment“, im Rahmen eines Pressegespräches im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer mit. Damit sind jetzt auch frühere Pläne vom Tisch, die vorsahen, das Besucherzentrum in den 'Vikarienhöfen' direkt am Domplatz gegenüber der Kathedrale einzurichten.

Entsprechende Pläne, so erklärte Schappert dazu, hätten sich angesichts der vorhandenen Bausubstanz als zu aufwändig und damit als zu teuer erwiesen. So hätte allein die Schaffung eines für Rollstuhlfahrer geeigneten, barrierefreien Zugangs zum Hochparterre des denkmalgeschützten Gebäudes einen nur schwer zu vertretenden Eingriff dargestellt, ohne dass aus einem solchen Eingriff die gewünschten Vorteile in seiner funktionellen Nutzung hätten erreicht werden können.

Jetzt soll das Ziel, dass sich Besucher der Kathedrale „Willkommen und informiert“ fühlen sollen, künftig wieder in dem würfelförmigen Gebäude im südlichen Domgarten umgesetzt werden, so Schappert. Erste Schritte dazu seien bereits getan - Mitte 2016 soll es eröffnet werden und dann als zentrale Anlaufstelle für die zahlreichen Dombesucher aus aller Welt dienen und so „den Dombesuch positiv verstärken“, so der Domkustos.

Mit Hilfe des Besucherzentrums solle vorrangig die Bestimmung des Doms als Kirche und seine Bedeutung als Denkmal vermittelt werden. Damit sollen zugleich Verkaufs- und Informationsangebote soweit möglich aus dem Dom ausgelagert werden - sämtliche seelsorglichen Angebote dagegen in der Kirche selbst verortet bleiben, umriss Friederike Walter die Aufgabenstellung - und ihr Kollege Bastian Höffmann ergänzte, dass sich daraus dann letztlich auch das Raumprogramm sowie die Bedarfsschilderung abgeleitet habe.

Anhand von Beispielen erläuterte Bastian Hoffmann, wie diese Zielsetzung konkret in die Raumgestaltung umgesetzt werden wird. So finde sich der Wunsch nach Schaffung einer Willkommenssituation beispielsweise in der großen runden Empfangstheke wieder, an der neben Informationen über Gottesdienste und Veranstaltungen wie Konzerten in der Kathedrale auch deren Termine und Anfangszeiten sowie die Zugangswege dazu dargestellt werden. Auch Eintrittskarten zu den Konzerten im Dom würden dort ebenso zum Kauf angeboten wie Tickets für den Besuch der Krypta, des Kaisersaales und der Aussichtsplattform auf dem Westturm der Kathedrale. Schließlich würden dort auch die Audioguides für den Dom an die Besucher ausgegeben.

Die Bestimmung des Doms als Kirche werde darüber hinaus auch in dem zentral angebrachten, gut sichtbaren Kreuz verdeutlicht. Die Planung und Durchführung der Baumaßnahme hat der Speyerer Dombaumeister Mario Colletto gemeinsam mit dem Oftersheimer Planungsbüro „s-quadrate“ übernommen.

Wie der Domkustos weiter erläuterte, beinhalten die Planungen für das Dom-Besucherzentrum nicht nur rein bauliche Aspekte. Als Schnittstelle soll es vielmehr darüber hinaus Menschen mit einem seelsorglichen Anliegen passende Ansprechpartner vermitteln. Angebote der Dompfarrei und der Dommusik sollen deshalb dort ebenso kommuniziert werden, wie Informationen zu Partnern wie der Stadt Speyer und dem Historischen Museum der Pfalz. Nicht zuletzt soll Besuchern auch die Möglichkeit aufgezeigt werden, sich für den Erhalt des Doms einzusetzen, sei es ganz direkt oder über den „Dombauverein Speyer“ oder über die „Europäische Stiftung Kaiserdom zu Speyer“.

Um dem internationalen Rang des Domes gerecht zu werden, soll das im Dom-Besucherzentrum eingesetzte Personal mehrsprachig Auskunft geben können. Die kulturhistorische Bedeutung des Domes solle darüber hinaus in dem Produktangebot, insbesondere in Form von entsprechender Literatur ihren Platz finden. Für Touristen wird es zudem eine kleine Auswahl an Souvenirs und Postkarten geben. Ob im Außenbereich auch noch ein gastronomisches Minimalangebot realisiert werden könne, werde derzeit noch geprüft.

Als zentrale Anlaufstelle werde auch die Sicherheit der Besucher im Dom bei den Planungen in den Blick genommen und in dem Besucherzentrum einen festen Platz finden. Neben einer Erste-Hilfe-Ausstattung und entsprechend geschulten Mitarbeitern werden deshalb auch die Überwachungstechnik des Südwestturms im Besucherzentrum untergebracht.

Nach Auskunft von Domkapitular Schappert beträgt die Grundfläche des quaderförmigen Gebäudes 80qm. Im Erdgeschoss wird es neben dem Bereich für die Besucher auch einen kleinen Arbeitsbereich geben, wo beispielsweise die Domführer zukünftig die Gruppenführungssysteme abholen können. Das Obergeschoss wird als Bürofläche dienen. Um mit der räumlich „überschaubaren“ Fläche sinnvoll umzugehen, soll auch der Außenbereich in die Planung mit einbezogen werden. So sollen in dem neuen Dom-Besucherzentrum Informationsdisplays installiert werden, die auch von außen sichtbar sein werden. Weitere Informationsangebote stehen natürlich auch zukünftig extern in Form der „Dom-Website“, der „Dom-App“ oder im benachbarten Dom- und Diözesanmuseum innerhalb des „Historischen Museums der Pfalz“ zur Verfügung.

Nach der Übergabe des Gebäudes durch die Pächterin Ende November 2015 sei inzwischen mit dem Rückbau des bisherigen Innenausbaus begonnen worden. Aktuell würden Elektroarbeiten durchgeführt, im Neuen Jahr gehe es dann mit Trockenbau, Boden und Malerarbeiten weiter, ehe zuletzt die neue Möblierung aus Pfälzer Eichenholz und einem Verbundwerkstoff eingebaut wird. Die Eröffnung des neuen Besucherzentrums soll Mitte des Jahres 2016 erfolgen.

Die Kosten für die Maßnahme sollen sich wie folgt zusammensetzen: 188.000 Euro sind für den Umbau des Innenraums, 40.000 für den Außenbereich - hier in erster Linie für den Bodenbelag. Dazu kommen noch variable Kosten für das Inventar, in erster Linie für Mobiliar und Haustechnik.

Das Dom-Besucherzentrum soll ganzjährig während der regulären Domöffnungszeiten geöffnet sein. Das bedeutet, dass es den Besuchern auch dann offensteht, wenn der Dom wegen eines besonderen Gottesdienstes oder einer Veranstaltung nicht besichtig werden kann.

Und schließlich noch ein letztes: mit der Fertigstellung des neuen Besucherzentrums wird auch der weiße Container an der Nordseite des Domes, der auch nach Meinung des Domkustos nicht unbedingt „eine Zierde“ darstellt, verschwinden.

Foto: gc

15.12.2015


Ein leuchtendes Willkommenszeichen

Friedenslichtaktion der Pfadfinder

Speyer- Ein Licht setzt Zeichen. Mit der Friedenslichtaktion am vergangenen Sonntag in der Speyerer Gedächtniskirche möchten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder für eine gelebte Willkommenskultur werben.

Angesichts der vielen Flüchtlinge in Deutschland hatten die Verbände VCP (Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder), BDP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder) und DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) die diesjährige Aktion unter das Motto "Hoffnung schenken- Frieden finden" gestellt.

Der ökumenische Gottesdienst stand so auch ganz im Zeichen des Hoffnungslichtes, das die Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Bethlehem nach Wien und von dort aus in viele europäische Länder gebracht hatten. Im Rahmen des Gottesdienstes kam Maria Lajin zu Wort, eine junge Christin, die mit ihren Eltern und Geschwistern im Kleinkindalter aus dem Irak nach Deutschland geflohen war. Die 18-jährige Ludwigshafenerin berichtete von der Angst der Christen in ihrer alten Heimat, von der Flucht der Eltern nach Deutschland und vom Heimisch-werden in einer neuen Umgebung. Maria erzählte von ihrer Taufpatin, einer Frau, die der Familie damals das Ankommen erleichterte. Marias Mutter hilft heute ihrerseits Menschen, die auf ihrer Flucht in Deutschland gestrandet sind und unterstützt sie bei Behördengängen.

Marias Geschichte brachte den Pfadfinderinnen und Pfadfindern und den mitfeiernden Gästen das oft so abstrakte Thema Flucht und Vertreibung sehr nah. Die Geschichte von Familie Lajin zeigt: Ein freundliches Willkommen ist weit mehr als ein kurzfristiges Hoffnungszeichen. Es ist ein großer Schritt hin zu einer gelingenden Integration.

Für die Hoffnung auf eine dauerhaft friedliches Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen steht das Friedenslicht in diesem Jahr. Von Speyer aus wird es nun in die Gemeinden des Bistums weitergegeben. Die Kollekte des Gottesdienstes erbrachte ein Spendensumme von rund 1.000 Euro. Der Betrag wird der Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. 

Zur Info: Die Friedenslichtaktion wird auf dem gesamten europäischen Kontinent durchgeführt und ist in vielen Ländern zu einer pfadfinderischen Tradition geworden. Jedes Jahr entzündet ein Kind ein kleines Licht in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem. Dieses wird dann nach Wien gebracht, wo es von Pfadfinderdelegationen aus vielen europäischen Ländern in Empfang genommen und danach im Heimatland weiterverteilt wird. Seit über 20 Jahren beteiligen sich Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Deutschland an der Aktion. Die Idee stammt vom ORF, der diese Aktion initiierte. Das Licht von Bethlehem ist ein Symbol des Friedens, es soll uns alle und jeden, der es sieht, daran erinnern, sich für den Frieden einzusetzen, besonders auch in seiner direkten Umgebung.

Das Friedenslicht brennt das ganze Jahr hindurch in der Klosterkirche St. Magdalena in Speyer. 

Text: BDKJ Speyer; Foto: (c) DPSG DV Speyer | L. Ziffer bzw. N. Uhl. 

14.12.2015


„Heiliges Jahr der Barmherzigkeit“ im Bistum Speyer eröffnet

Bischof Wiesemann durchschreitet „Heilige Pforte“ am Dom zu Speyer– Domweihfest im Oktober geht eine „Nacht der Barmherzigkeit“ mit Brüdern aus Taizé voraus

Speyer- Mit einem Pontifikalamt hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ im Bistum Speyer eröffnet. Mit den Worten „Das ist das Tor zum Herrn: Durch dieses Tor treten wir ein, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen“ öffnete der Bischof das Otto-Portal auf der Südseite des Domes als „Heilige Pforte“.

Zum ersten Mal in einem Heiligen Jahr gibt es „Heilige Pforten“ auch außerhalb Roms. Die Heilige Pforte soll in den Herzen der Menschen eine Tür der Barmherzigkeit aufstoßen. Jeder Mensch könne durch sein Lebens- und Glaubenszeugnis eine lebendige Tür für andere sein, erklärte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, bevor er mit einem Evangeliar in den Händen die Heilige Pforte durchschritt, gefolgt von den Geistlichen, den Rittern vom Heiligen Grab zu Jerusalem, den Sängern der Dom-Schola und der Gottesdienstgemeinde. Das Otto-Portal am Speyerer Dom ist dem heiligen Bischof Otto von Bamberg gewidmet, der beim Dombau mitgewirkt hat.

In seiner Predigt im voll besetzten Dom bezeichnete Bischof Wiesemann die Barmherzigkeit als die „tiefste Offenbarung dessen, was Gott in seinem Innersten antreibt.“ Das Heilige Jahr sei ein Impuls, sich vom Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes neu ausrichten zu lassen. Barmherzigkeit bedeute nicht, sich wie die Herrscher der Antike von oben herabzulassen und durch Mildtätigkeit zu besonderen Anlässen die eigene Macht zu inszenieren. In der Barmherzigkeit Gottes offenbare sich vielmehr eine Liebe, die die Konsequenzen des Unrechts mitträgt. „So wie Eltern, die die Wege ihrer Kinder vielleicht auch nicht immer gutheißen können, aber doch die Konsequenzen in Liebe mittragen“, verdeutlichte Bischof Wiesemann. Er rief die Gläubigen dazu auf, sich in das Erbarmen Gottes hineinnehmen zu lassen. „Wir wollen eine Kirche sein, die nah bei den Menschen ist und ihnen die Liebe Gottes zuwendet.“ Christen, die sich mit Gott versöhnen lassen, könnten so zum lebendigen Zeichen werden. „In ihnen strahlen das Licht und die Liebe Gottes auf für alle, die in Dunkelheit sind.“

Auch in den Wallfahrtsorten Maria Rosenberg, Blieskastel und Oggersheim werden am vierten Adventssonntag „Heilige Pforten“ eröffnet. Darüber setzt das Bistum Speyer mit der Aktion „Mission Misericordia“ einen Impuls, Türen im privaten, öffentlichen oder kirchlichen Raum mit einem eigens für die Aktion entwickelten Aufkleber zu bekleben und damit deutlich zu machen: Tritt ein, ich bin da für Dich.

Im Speyerer Dom lädt ein „Weg der Barmherzigkeit“ die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen. An vier Stationen – dem Otto-Portal, der Taufkapelle, dem Hauptportal und vor dem Marienbild – erhalten die Gläubigen spirituelle Impulse, um die Barmherzigkeit als „das Geheimnis des christlichen Glaubens“ (Papst Franziskus) zu entdecken und zu betrachten. Im Seitenschiff findet der „Weg der Barmherzigkeit“ seinen Abschluss. Dort besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sowie zum Empfang der Beichte. Es liegen Blöcke und Stifte bereit, um eigene Eindrücke und Gedanken zu notieren oder an einer Pinnwand für andere Besucher zu hinterlassen. Für den „Weg der Barmherzigkeit“ sollte man sich etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen.

Auch das Domweihfest am 2. Oktober 2016 soll durch das Heilige Jahr eine besondere Prägung erfahren. Geplant ist eine „Nacht der Barmherzigkeit“ vom 1. auf den 2. Oktober mit Taizégebet, eucharistischer Anbetung und der durchgängigen Möglichkeit zu Gespräch, Segnung und Beichte. Die Brüder aus Taizé haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist von Papst Franziskus am 8. Dezember eröffnet worden, genau 50 Jahre nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965). Es soll dazu beitragen, „das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen", heißt es in der Verkündigungsbulle mit dem Titel „Antlitz der Barmherzigkeit“. Der Papst fordert die Kirche darin auf, verstärkt auf das Wesentliche zu schauen und „Zeichen und Werkzeug von Gottes Barmherzigkeit“ zu sein. Die Barmherzigkeit sei der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott den Menschen entgegentritt, und zugleich „das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen.“ Barmherzigkeit öffne das Herz für die Hoffnung, dass „wir trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld für immer geliebt sind“, so Papst Franziskus. Traditionell werden zu Beginn eines Heiligen Jahres die Heiligen Pforten des Petersdoms und der drei weiteren päpstlichen Basiliken in Rom geöffnet.

Der Eröffnungs-Gottesdienst im Speyerer Dom wurde von Domorganist Markus Eichenlaub und der Schola Cantorum Saliensis unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori musikalisch gestaltet. Sie brachten unter anderem die „Messe brève no. 5 aux seminaires“ von Charles Gounod zu Gehör.

Weitere Informationen zum Jahr der Barmherzigkeit:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/heiliges-jahr-der-barmherzigkeit/

www.dbk.de/heiliges-jahr/home/

www.iubilaeummisericordiae.va/content/gdm/de.html

Öffnungszeiten des „Wegs der Barmherzigkeit“ im Dom zu Speyer:

werktags November bis März 9 – 17 Uhr

werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr

sonntags ganzjährig 12 – 18 Uhr

Text und Foto: is

13.12.2015


Ein Brückenbauer zur arabischsprachigen Gemeinde

Pastor Danial betreut aus Ägypten, Syrien und dem Irak stammende Christen in Ludwigshafen

Ludwigshafen /Eisenberg-  Er ist ein evangelischer Pontifex, ein Brückenbauer: Danial Danial, Pastor der koptisch-evangelischen Kirche in Ägypten und seit diesem Jahr hauptamtlicher Seelsorger der evangelisch-arabischsprachigen Gemeinde in Ludwigshafen. Der 50-Jährige betreut gemeinsam mit seiner Frau Kenous Shammas die rund 150 Personen, die in der Pfalz und Kurpfalz leben. Zusammen kommen die aus Ägypten, Syrien und dem Irak stammenden Christen in den Räumen der Stadtmission Ludwigshafen. Die Evangelische Kirche der Pfalz trägt gemeinsam mit dem Evangelischen Gemeinschaftsverband das Projekt.

Mit einem fest angestellten Pastor, der selbst aus einer Migrantengemeinde kommt, erwachsen nach Ansicht des Kirchenpräsidenten und des Beauftragten der Landeskirche für Christen anderer Sprache und Herkunft, Pfarrer Arne Dembek, neue Möglichkeiten für die Integration. Dies gelte nicht nur für die Eingliederung in die deutsche Gesellschaft; die durch die gemeinsame arabische Muttersprache verbundenen Evangelischen übten auch praktische Ökumene. So feierten altorientalische, orthodoxe und koptische Christen gemeinsam Gottesdienst, besuchten die Bibelstunden und kämen zu Jugendgruppentreffen zusammen.

Aber auch für die landeskirchlichen Gemeinden und die Stadtmission trage das „Modell“ des Brückenbauers zur Horizonterweiterung bei, erklärten Schad und Dembek bei einem Gespräch mit Danial und Vertretern des Gemeinschaftsverbandes sowie des Kirchenbezirks Ludwigshafen. Für die Landeskirche biete das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt die Möglichkeit, das interkulturelle Profil zu stärken. „Als Volkskirche verstehen wir uns als Kirche für alle Christenmenschen, unabhängig von ihrer Nationalität, Tradition oder Prägung“, sagte Dembek. Kirchenpräsident Schad betonte, dass die Landeskirche nicht nur mit guten Worten, sondern auch mit weiteren Flüchtlingsberatungsstellen und der Qualifizierung Ehrenamtlicher zur Integration beitragen wolle. Der Blick in die jüngere deutsche Geschichte zeige, dass die bis zu 14 Millionen Vertriebenen nach 1945 und die rund 2,5 Millionen (Spät-) Aussiedler zu Beginn der 1990er Jahre „auch dank der Aufnahme in unseren Kirchengemeinden hier ein neues Zuhause gefunden haben.“

Zurzeit feiert die arabischsprechende Gemeinde zweimal im Monat in Ludwigshafen ihre Gottesdienste. Die Hausbesuche führen Pastor Danial von Ludwigshafen bis nach Kaiserslautern, von Göllheim bis Kandel. Der vor 15 Jahren nach Deutschland gekommene ägyptische Pastor sieht seine Aufgabe aber nicht nur in der seelsorgerlichen Betreuung und gottesdienstlichen Begleitung seiner Gemeindemitglieder. „Wir dürfen mit den pfälzischen Kirchengemeinden nicht getrennt oder nebeneinander her leben, wir müssen zusammenwachsen“, sagte der mit seiner Familie in Eisenberg wohnende Danial, der von der Ludwigshafener Dekanin Barbara Kohlstruck in den Pfarrkonvent eingeladen wurde. Pfarrer Tilo Brach, Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftverbandes Pfalz, und Missionsinspektor Otto-Erich Juhler unterstrichen die Bedeutung der direkten Begegnungen.

So hoffen alle Beteiligten, bis spätestens zum Projektende 2018 ein Gemeindefest und einen Gottesdienst feiern zu können, bei dem arabisch- und deutschsprachige Gemeindeglieder zusammen singen und beten, essen und trinken und zu dem Schluss kommen, dass Vorbereitung und Durchführung selten so problemlos waren wie in jenem Jahr. Text und Foto: lk

12.12.2015


„Tat verletzt alle, die sich für Integration einsetzen“

Herxheim/Speyer- Kirchenpräsident Christian Schad zum mutmaßlichen Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in Herxheim und die im selben Gebäude verortete Kleiderkammer für Asylbewerber

„Die Nachricht vom mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Herxheim sowie die im selben Gebäude verortete Kleiderkammer für Asylbewerber hat mich tief erschreckt. Den bei den Löscharbeiten verletzten Angehörigen der Feuerwehr gelten meine besten Genesungswünsche.

Diese Tat verletzt zugleich alle, die sich für eine Willkommenskultur und die Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden vor Ort und in unserem Land einsetzen. Gerade in Herxheim engagieren sich inner- und außerhalb der Kirche viele Menschen, die für die Rechte und Würde der Flüchtlinge und Asylsuchenden eintreten. Hier und an zahlreichen anderen Orten spüre ich in dieser Stunde die Entschlossenheit, sich umso mehr dafür einzusetzen, dass Flüchtlinge und Asylsuchende bei uns würdig empfangen und aufgenommen werden. Die in der Flüchtlingshilfe Engagierten sind für mich Vorbilder in Sachen Humanität, die wir gerade jetzt ganz besonders brauchen.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, noch heute Abend die Flüchtlingsunterkunft zu besuchen und damit mit denen solidarisch zu sein, die unmittelbare Opfer des Brandanschlags sind, und mit denen, die dem Hass gegenüber Fremden in unserem Land entschlossen widerstehen. Uns bleibt, nach diesem Anschlag den oft mühsamen Weg der Hilfe und des Dialogs konsequent weiterzugehen. Das Gebot zum Schutz der Fremden im eigenen Land zieht sich durch die ganze Bibel und ist für uns Christen die Richtschnur unseres Handelns: ‚Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen, wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst‘ (3. Mose 19,33 f.).“ lk

10.12.2015


Bischof Wiesemann verurteilt Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Herxheim

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannZweites Feuer innerhalb weniger Tage – Justiz ermittelt wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung – BDKJ und Jugendkirche LUMEN laden zu Friedengebet ein

Speyer-  Als „abscheuliche Tat“ verurteilt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Brandanschläge auf zwei Flüchtlingsunterkünfte in Herxheim. „Die Menschen, die vor dem Krieg und dem Terror in ihren Heimatländern geflohen sind und bei uns Schutz suchen, werden hier erneut Opfer von Vorurteilen und Gewalt. Wer einen solch niederträchtigen Anschlag auf schutzlose Menschen verübt, tritt die christlichen und die demokratischen Grundwerte mit Füßen.“

Ende vergangener Woche hatten die Täter drei mit einer unbekannten Flüssigkeit gefüllte Kanister über ein Oberlicht in das Gebäude einer geplanten Flüchtlingsunterkunft geworfen. Die Kanister waren in Flammen aufgegangen, Decke und Böden wurden verschmort. In das Haus sollten bis zu 800 Asylsuchende einziehen.

In der Nacht zum heutigen Donnerstag hat es erneut in einer Einrichtung für Flüchtlinge gebrannt. Das Feuer ist in einer Kleiderkammer im obersten Stock einer ehemaligen Gaststätte am Herxheimer Waldstadion ausgebrochen. Im Stockwerk unterhalb der Kleiderkammer wohnen neun Flüchtlinge in ehemaligen Fremdenzimmern. Sie konnten sich in Sicherheit bringen und blieben glücklicherweise unverletzt. Integrationsministerin Irene Alt sagte auf einer Pressekonferenz, man müsse damit rechnen, dass der neue Brand einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe, auch wenn es noch keine konkreten Hinweise darauf gebe. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung aufgenommen.

Der Diözesanverband Speyer des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Jugendkirche LUMEN laden aus aktuellem Anlass für Freitag (11. Dezember) um 19 Uhr zu einem Friedensgebet die Jugendkirche LUMEN in Ludwigshafen ein. Sie befindet sich in der Unterkirche der Herz-Jesu-Kirche in der Mundenheimer Straße 216 und ist vom Berliner Platz und S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte in nur fünf Minuten Fußweg erreichbar. Das ursprünglich geplante Angebot „eat.share.pray“ wurde aufgrund der Brandanschläge in Herxheim durch ein Friedensgebet ersetzt. is

10.12.2015


24.000 Euro Bauhilfe für das Bistum Speyer

Bonifatiuswerk beschließt Fördermittel für 2016

Paderborn/Speyer- Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken fördert im Jahr 2016 Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Bistum Speyer mit 24.000 Euro. Das hat der Generalvorstand des Diaspora-Hilfswerkes in Paderborn mitgeteilt. Insgesamt fördert das Bonifatiuswerk im kommenden Jahr Projekte in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora mit insgesamt 14 Millionen Euro.

Im Bistum Speyer wird die Kirchenstiftung St. Josef in Bayerfeld mit 24.000 Euro unterstützt. Bei der fast 250 Jahre alten Pfarrkirche ist es dringend notwendig das Dach zu sanieren. Die Dachfläche weist starke Verformungen auf, die Ziegel sind alt und defekt, die Dichte der Dacheindeckung ist so an mehreren Stellen nicht mehr gewährleistet.

„Wir möchten, dass der christliche Glaube in Deutschland eine Zukunft hat. Daher unterstützen wir Katholiken dort, wo sie in ihrem direkten Umfeld nur selten eine Glaubensgemeinschaft erleben. Gerade in der Diaspora ist es schwierig, den Glauben an die kommende Generation weiterzugeben“, sagte der Präsident des Bonifatiuswerkes, Heinz Paus.

Die gesamten Fördermittel in Höhe von 14 Millionen Euro verteilen sich auf die vier Hilfsarten des Bonifatiuswerkes: die Bau-, die Verkehrs-, die Glaubens- sowie die Kinder- und Jugendhilfe.

Im Bereich der Bauhilfe werden 58 Projekte mit insgesamt 3,43 Millionen Euro gefördert. Davon sind 350.000 Euro für eilbedürftige Baumaßnahmen vorgesehen. In Deutschland werden 36 Bauprojekte mit 1,775 Millionen Euro, in Nordeuropa elf Bauprojekte mit 750.000 Euro und in Estland und Lettland elf Bauprojekte mit 550.000 Euro gefördert.

Projekte der Kinder- und Jugendhilfe und der Glaubenshilfe werden unterstützt mit 2,85 Millionen Euro. In Deutschland fließen 1,69 Millionen Euro in die Kinder- und Jugendhilfe, in Nordeuropa 270.000 Euro und in Estland und Lettland 60.000 Euro. Auf die Glaubenshilfe entfallen 680.000 Euro, 150.000 Euro werden den Diözesan-Bonifatiuswerken zur Verfügung gestellt. Schwerpunktmäßig werden Tageseinrichtungen für Kinder in Ostdeutschland, Religiöse Kinderwochen, Projekte in der Kinder- und Jugendpastoral und Projektstellen gefördert.

Die Verkehrshilfe investiert 900.000 Euro in neue BONI-Busse. Seit der Gründung der Verkehrshilfe 1949 wurden bereits mehr als 3.400 Fahrzeuge gefördert, jährlich kommen 40 bis 45 BONI-Busse dazu.

Ähnlich wie im Vorjahr (2,1 Millionen Euro) werden 2016 missionarische Projekte und Initiativen zur Neuevangelisierung sowie die religiöse Bildungsarbeit gefördert. Hierzu gehören u.a. die Erstkommunionaktion, die Firminitiative und die Förderung christlichen Brauchtums durch Kampagnen. Zudem leitet das Bonifatiuswerk zweckgebundene Fördergelder des Diaspora-Kommissariats in Höhe von 4,74 Millionen Euro für Projekte in Nordeuropa weiter.

„Mit unserer Unterstützung als Hilfe zur Selbsthilfe möchten wir eine Zukunft mitgestalten, in der unser Glaube und unsere Werte erfahren und erlebt werden. Wir sind aufgefordert, auf aktuelle Herausforderungen in der Pastoral zu reagieren, gerade in einer Zeit, in der Millionen von Menschen aus Angst vor Krieg und Terror ihre Heimat verlassen und Schutz suchen“, sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Daher werden verstärkt Personalstellen in Gemeinden der Diaspora unterstützt, die eine gelebte Willkommenskultur fördern und die Integration vor Ort erleichtern sollen.

Information zum Bonifatiuswerk

Das Bonifatiuswerk unterstützt Katholiken überall dort, wo sie als Minderheit ihren Glauben leben und fördert Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum. Von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt, sammelt das Werk Spenden und stellt diese u.a. für den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, für die Kinder- und Jugendseelsorge und für sozialkaritative Projekte als Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung. Gefördert werden so die Weitergabe des Glaubens, Orte der Begegnung und der Gemeinschaft sowie die pastorale Begleitung.

Bildunterzeile: Der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, und Präsident Heinz Paus haben in Paderborn mitgeteilt, dass das Bonifatiuswerk im kommenden Jahr Projekte in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora mit 14 Millionen Euro unterstützt. Text und Foto: Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

10.12.2015


Im Kampf gegen den Terror gibt es keinen ethischen Königsweg

Plädoyer des Kirchenpräsidenten für Gewaltfreiheit – „Flüchtlingskrise ist ein Weckruf“

Speyer/Bad Dürkheim- Mit einem Plädoyer für den „Vorrang des Zivilen, des Politischen und der Gewaltfreiheit“ hat sich der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad gegen militärische Aktionen im Syrien-Konflikt und im Kampf gegen den so genannten „Islamischen Staat“ ausgesprochen. Militäreinsätze würden keine Konflikte lösen. „Im Gegenteil. Sie beschleunigen die Eskalation, potenzieren den Hass und verursachen vor allem Opfer unter der Zivilbevölkerung“, sagte Schad mit Blick auf den vom Bundestag beschlossenen Bundeswehr-Einsatz in Syrien.

„Es geht um ein Kernthema des christlichen Glaubens“, sagte Schad beim traditionellen „Pressetee“ der Evangelischen Kirche der Pfalz am Dienstag in Bad Dürkheim. Der Terror stelle Politik, Kirche und Gesellschaft vor Optionen „jenseits eines ethischen Königsweges. Man kann hier eigentlich nicht nicht schuldig werden“. Auf Kirche und Diakonie komme angesichts der durch Armut, Klimawandel und Kriege ausgelösten „beispiellosen Massenvertreibungen“ eine wichtige Rolle zu. In seiner Ansprache vor rund dreißig Medienvertretern bezeichnete Kirchenpräsident Schad die Flüchtlingskrise als epochale Herausforderung und erteilte gleichzeitig einer Politik der „Abschottung ins vermeintliche Schneckenhaus des Nationalstaates“ eine Absage. „Es gibt Probleme, die machen vor Staatsgrenzen keinen Halt.“

Gerade im Hinblick auf das Schwerpunktthema 2016 der Reformationsdekade, „Reformation – und die Eine Welt“, bekomme der Begriff „Globalisierung“ eine besondere Bedeutung. „Die ‚Eine Welt‘ bringt es mit sich, dass Menschen sich auf den Weg machen, weil sie in ihrem eigenen Land keine Zukunft mehr sehen. Das fordert uns heraus.“ Die Flüchtlingskrise sei ein „Weckruf“, sagte Schad und forderte zum gewaltfreien Kampf gegen die Hauptursachen für Flucht und Vertreibung auf. Dazu zählen nach seinen Worten auch Rüstungsexporte u.a. in Länder, die die Menschenrechte verletzten. „Wir dürfen nicht aufhören, für solche Zusammenhänge ein Bewusstsein zu schaffen.“

„Als Christen nehmen wir die Herausforderung an, unsere zunehmend multiethnische, multireligiöse und multikulturelle Gesellschaft mit zu gestalten. Unser ur-evangelisches Modell von Einheit, von Gemeinschaft in versöhnter Verschiedenheit kann und soll uns dabei leiten“, führte Kirchenpräsident Schad aus. Er forderte eine solidarische Verteilung der Zuflucht Suchenden auf viele Länder, in denen den Flüchtlingen ein würdiges Leben und die Integration in die Gesellschaft ermöglicht werden solle.

Die Landeskirche sei bereit, nicht nur mit guten Worten, sondern handfest Hilfe zu leisten, erklärte der Kirchenpräsident und verwies auf das von der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz verabschiedete Konzept zur Hilfe bei der Eingliederung von Flüchtlingen und Migranten. Gleichzeitig schlössen Rechte immer auch Pflichten ein. „Wer von unserer freiheitlichen Ordnung Gebrauch machen will, muss sie bejahen“, sagte Schad in seiner Ansprache beim „Pressetee“. Dieser bietet Kirchenleitung und Journalisten Gelegenheit, gegen Ende des Jahres intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen. lk

09.12.2015


Nikolaus ist Schutzpatron der Binnenschiffer

Eintreten wo Hilfe gebraucht wird

Assmannshausen- Die Verehrung des heiligen Nikolaus hat in Assmannshausen lange Tradition und so hat auch in diesem Jahr der örtliche St. Nikolaus Schifferverein wieder eine Schiffsprozession zum Binger Riff ausgerichtet. In Höhe der dortigen Nikolauskapelle bitten die Prozessionsteilnehmer den Schutzpatron der Binnenschiffer um seinen Schutz und schließen die Wasserbauer, Feuerwehrleute und Schutzpolizisten mit ein.

Der St. Nikolaus-Schiffertag beginnt mit einem festlichen Gottesdienst am Morgen in der Pfarrkirche Hl. Kreuz Assmannshausen, unter der Mitgestaltung des Gesangvereins Cäcilia. Als Zelebranten konnte Friedrich Bauer vom Ortsausschuss Pfarrer Kurt Weigel, den Bezirkspräses Mittelrhein, Pfarrer Hans Jörg und Diakon Waldemar Eichholz begrüßen.Die Statue des Nikolaus auf einem der an der Prozession teilnehmenden Schiffe

In seiner Predigt zitierte Pfarrer Weigel auch den erkrankten Diakon Günter Johannes Barth von der Schifferseelsorge Mannheim-Ludwigshafen. Nikolaus sei einer der meist verehrten Heiligen der Ost- und Westkirche. Als Bischof von Myra begleiten ihn zahlreiche Legenden und er sei als einer der 14 Nothelfer Trost und Stärke für Menschen in Not, für Kinder und Schwache. Keines der Kinder solle verloren gehen, so Nikolaus, sonst gehe die Welt verloren. Wie Pfarrer Weigel betonte, haben die Menschen durch Nikolaus wieder zu Menschenfreundlichkeit und Güte zurückgefunden. Und der St. Nikolaus Schifferverein in Assmannshausen könne darauf Stolz sein, einen solchen Schutzpatron zu haben.

Weihbischof Otto Georgens aus Speyer sprach vor den Gläubigen an der Nikolauskapelle in Assmannshausen.Bei der abschließenden Andacht an der St. Nikolauskapelle in der Rheinuferstraße sagte der Weihbischof von Speyer, Otto Georgens, vor einer großen Anzahl von Prozessionsteilnehmern, dass der heilige Nikolaus gerade in unserer heutigen Zeit fälschlich als Weihnachtsmann dargestellt werden. „Kein Weihnachtsmann taugt zum Schutzpatron der Binnenschiffer“, so der Weihbischof, der auch darüber sprach, dass der Bischof von Myra meist unerkannt große Hilfe gegenüber den Armen geleistet habe. Und er zeige sich auch noch heute als ein großer Helfer in der Not. Armut habe viele Gesichter, auch in unserer Zeit. Für die Christen sei es daher gerade in der Advents- und Weihnachtszeit angesagt, dort einzutreten, wo Hilfe gebraucht wird.

Die St. Nikolaus Schiffsprozession wurde von der Winzerkapelle Rüdesheim musikalisch gestaltet. Beamten der Wasserschutzpolizei, Feuerwehrleute des Binger Feuerlöschschiffes, Vertreter des Wasserbaus und der Stadt Rüdesheim sowie Schiffervereine aus Bingen und Kamp-Bornhofen befanden sich unter den Prozessionsteilnehmern, die auf den Schiffen der Bingen-Rüdesheimer Personenschifffahrt und des Charterliners van de Lücht zum Binger Riff fuhren. Text und Foto: ASS Verlag

08.12.2015


Viel mehr als nur Gottesdienst

Erhebung zur Ministranten-Arbeit in der Diözese Speyer

Speyer- Im Bistum Speyer gibt es derzeit etwa 7.000 Messdienerinnen und Messdiener. Viele von ihnen treffen sich nicht nur zum Gottesdienst, sondern sind darüber hinaus als Jugendgruppen in der Pfarrei organisiert. Eine aktueller Erhebung der Ministrantenreferate der südwestdeutschen Bistümer zeigt: Die Zahlen gehen etwas zurück, das Engagement der Mädchen und Jungen ist aber nach wie vor sehr groß.

Die Ministrantenarbeit hat sich verändert. Das machen die Ergebnisse der Studie deutlich. Immer weniger Ministrantengemeinschaften bieten regelmäßige, altersspezifische Gruppenstunden an. Die Zahl sank auf knapp 20% der Pfarreien. Dennoch blieb die Zahl der Mädchen und Jungen, die Altardienst tun unter Berücksichtigung des demografischen Wandels stabil. Viele Gruppen treffen sich regelmäßig (86,4%). Im Vordergrund stehen dann Freizeiten, Bildungsveranstaltungen, soziale Aktionen oder Gebet und Besinnung. Fast alle Ministrantengruppen (91%) gaben an, sich im Rahmen der jährlichen Sternsingeraktion zu engagieren. 

Die Gruppen werden oftmals durch hauptamtliche Leitungskräfte organisiert (64%) . Hierzu zählen Pfarrer, Diakone und Pastoral- oder Gemeindereferenten, aber auch Pfarrsekretärinnen und Küster. In etwa einem Drittel der Fälle leiten Jugendliche oder Erwachsene ehrenamtlich die Ministrantenarbeit in den Gemeinden. 

An der von Mai bis September 2015 durchgeführten Umfrage nahmen im Bistum Speyer 65 von 70 Pfarreiengemeinschaften teil. Die Auswertung dient auch der zukünftigen Schwerpunktsetzung der Abteilung Jugendseelsorge im Bereich der Ministranten-Seelsorge. So wurde etwa deutlich, dass die Kooperation einzelnen Ministrantengemeinschaften auf Dekanatsebene noch deutlich verstärkt werden kann. Derzeit liegt sie bei etwas 11%. Im Zuge der Umstrukturierung der Pfarreien wird ein tragfähiges Kooperationsnetzwerk aber immer wichtiger werden. Ralf Feix, Referent für Ministrantenpastoral, plant zur Stärkung der Dekanatsebene in Kooperation mit den Jugendzentralen verstärkt Ministrantentage. Ihm ist es auch ein wichtiges Anliegen, für die Schulungsangebote vor Ort in den Pfarreien zu werben. Im direkten Austausch mit den Messdienerinnen und Messdienern ist es Feix besonders wichtig, Dank für den Dienst zum Ausdruck zu bringen: "Ich habe großen Respekt vor jeder und jedem Einzelnen, der mit Freude und Überzeugung seinen Dienst tut. Es ist einfach schön zu erleben, dass Messdiener-Sein nicht allein auf den Dienst am Altar beschränkt ist, sondern viele gemeinsame Aktionen darüber hinaus stattfinden, so das Miteinander gestärkt wird und Freundschaften entstehen. Das zu sehen erfüllt mich mit großer Dankbarkeit."  

Alle Umfrageergebnisse finden sie grafisch aufbereitet auf der Homepage der Abteilung Jugendseelsorge www.jugend-bistum-speyer.de.

Text: BDKJ Speyer; Foto: © Abteilung Jugendseelsorge

08.12.2015


Caritasverband bekommt eine neue Zentrale

Umzug in die Nikolaus-von-Weis-Straße für Anfang 2017 geplant

Speyer- Der Caritasverband für die Diözese Speyer bekommt eine neue Zentrale. Nach langer Suche steht nun fest: Ein Neubau wird es werden, und zwar auf dem Gelände des Institutes St. Dominikus in der Nikolaus-von-Weis-Straße.

Wie der Caritasverband mitteilt, baut die „Gewo Wohnen GmbH Speyer“ das neue Haus und vermietet es an den Caritasverband. Dem hat der Aufsichtsrat der Gewo bei seiner letzten Sitzung zugestimmt.  

Voraussichtlicher Baubeginn ist Anfang 2016. Der Umzug der rund 140 Mitarbeiter der Zentrale soll Ende 2016 erfolgen. „Für uns ist das ein idealer Standort“, so der Vorsitzende des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, „er eröffnet uns alle Möglichkeiten. Der Neubau wird komplett barrierefrei sein und hat eine sehr gute Verkehrsanbindung.“

„Wir veräußern das Areal, da die Arbeit des Caritasverbandes dem Grundauftrag unseres Ordens entspricht und auch dem Anliegen unseres Gründers Bischof Nikolaus von Weis“, äußerte sich die Generalpriorin des Instituts St. Dominikus, Schwester Gertrud Dahl, über die Pläne.

Alfred Böhmer, der Geschäftsführer der Gewo, sagte zu dem neuen Projekt: „Es freut uns, dass wir als Investor vom Caritasverband angesprochen wurden.“

Für den Vorsitzenden des Caritasrates und früheren Oberbürgermeister von Speyer, Werner Schineller, geht mit dieser Entscheidung ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. „Es war mir ein großes Anliegen, den Umzug des Caritasverbandes in ein ausreichend großes, funktionales und nachhaltiges Gebäude auf den Weg zu bringen“, so Schineller.

Nachdem der ursprüngliche Plan nicht verwirklicht werden konnte, gemeinsam mit dem Priesterseminar in das Bistumshaus St. Ludwig zu ziehen, geht mit der Entscheidung für den Neubau an der Nikolaus-von-Weis-Straße für den Caritasverband eine lange Suche zu Ende. Der aktuelle Standort in der Oberen Langgasse, der so genannte „Seppelskasten“, ist für die 140 Mitarbeiter schon länger zu klein, und es müsste dort sehr viel Geld in die Hand genommen werden, um das Gebäude, das arg in die Jahre gekommen ist, von Grund auf zu sanieren.

Die Nachbarschaft mit dem Caritas-Zentrum, der Beratungsstelle in der Bahnhofstraße, endet schon Anfang 2016. Das Beratungszentrum zieht um in die Ludwigstraße 13a.

Stichwort Caritas-Zentrale

In der Zentrale des Caritasverbandes für die Diözese Speyer (DiCV) sitzt der Spitzenverband als Berater und Vertreter der Interessen aller kirchlich-caritativen Träger der Diözese. Die Referenten der so genannten „Abteilung Soziales“ verantworten die politische Lobbyarbeit in den Bereichen Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Altenhilfe, Hospiz- und Palliativberatungsdienste, Wohnungslosenhilfe, Suchthilfe, Schwangerenberatung, Migration- und Integration, Schuldnerberatung und soziale Sicherung und die Fachberatung der katholischen Kindertagesstätten. Als Träger ist der DiCV verantwortlich für zwei Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und vier Warenkorb-Sozialkaufhäuser sowie für die acht Caritaszentren für die Dekanate im Bistum Speyer. Die 100prozentige Tochter des DiCV, die CBS Caritas Betriebsträgergesellschaft Speyer, ist Träger von 15 Altenhilfe- und sieben Behindertenhilfe-Einrichtungen sowie einer Einrichtung der Jugendhilfe.

In der Caritas-Zentrale in Speyer befindet sich außerdem das Personal-Servicezentrum, das für nahezu 3000 Mitarbeiter des DiCV und der CBS  und anderer caritativer Träger zuständig ist. Auch die Immobilien und Finanzen des Verbandes werden von Speyer aus verwaltet und betreut. Text und Foto: Caritasverband der Diözese Speyer

07.12.2015


Gebetskette erstreckte sich über das gesamte Kirchenjahr

Bischof Wiesemann dankt allen Teilnehmern der Gebetskette, die den Prozess „Gemeindepastoral 2015“ mit ihrem Gebet begleitet haben – Fortsetzung der Gebetskette im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Speyer- Vom ersten Advent 2014 bis zum ersten Advent 2015 haben Gruppen und Personen aus dem Bistum Speyer durchgängig für die Anliegen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ gebetet. Die Gebetskette des Bistums erstreckte sich über alle Tage des vergangenen Kirchenjahrs.

„Es ist beeindruckend zu sehen, dass das Anliegen einer geistlichen, inhaltlichen und strukturellen Erneuerung des Bistums an jedem einzelnen Tag vor Gott gebracht wurde“, bringt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann seinen Dank an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gebetskette zum Ausdruck.

„Ganz unterschiedliche Menschen, Gruppen, Gebetskreise und Pfarreien unseres Bistums haben sich im Gebet miteinander verbunden und haben den Weg zur Neugründung der Pfarreien begleitet“, würdigt er den Gebetseifer der Gläubigen. Er verbindet damit den Wunsch, dass „der Heilige Geist uns auch weiterhin zu einer starken Gemeinschaft verbindet und uns erfüllt, damit wir froh und mutig als Christen den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können.“

Ein positives Resümee zieht auch Liturgie-Referent Clemens Schirmer, der die Gebetskette organisiert hat. Im Online-Kalender zur Gebetskette wurden über 500 Eintragungen vorgenommen. Die Karmelitinnen aus Hauenstein haben täglich für den Prozess „Gemeindepastoral 2015“ gebet. Zehn Gruppen haben sich während des gesamten Jahres einmal oder mehrmals in der Woche zum Gebet getroffen. Clemens Schirmer weiß, dass viele die Gebetskette zusätzlich unterstützt haben, ohne sich in den Online-Kalender auf der Internetseite des Bistums einzutragen. Für den Liturgie-Referenten hat die Gebetskette ein Stück weit sichtbar gemacht, dass in vielen Pfarreien Gruppen und Gebetskreise bestehen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Beten treffen. Clemens Schirmer sieht darin ein positives Zeichen, dass die Spiritualität als eine von vier leitenden Perspektiven im neuen Seelsorgekonzept des Bistums eine tragfähige und weiter ausbaufähige Grundlage in den Pfarreien und Gemeinden hat.

Das Bistum hat entschieden, die Gebetskette im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit fortzusetzen. Es wird am dritten Adventssonntag mit einem Pontifikalamt im Dom zu Speyer eröffnet.

04.12.2015


Verdienstorden des Landes für Kirchenpräsident i.R. Eberhard Cherdron

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Einsatz für Gemeinwohl ist gelebte Solidarität

spk. Speyer. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Stresemannsaal der Mainzer Staatskanzlei den früheren Kirchenpräsidenten der Evangelischen Landeskirche der Pfalz, Eberhard Cherdron, mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet. Wie Dreyer bei dieser Gelegenheit hervorhob, habe sich Cherdron in all seinen beruflichen Herausforderungen mit großem Engagement für den Dialog zwischen den Kirchen und der Gesellschaft eingesetzt. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit sei dabei der Aufbau und die Pflege von Kontakten mit der evangelischen Jugendarbeit in der früheren DDR gewesen, für die er vielfältige Begegnungen initiiert habe. Im „Vereinigungsjahr“ 1990 habe Cherdron dann den Prozess der Zusammenführung der kirchlichen Jugendarbeit in Ost und West mit wertvollen Impulsen begleiten und zum Erfolg führen können.

„Eine Gesellschaft braucht engagierte Menschen wie Sie, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und etwas verändern wollen - Menschen, die mitgestalten, bewegen und andere inspirieren können“, betonte die Ministerpräsidentin in ihrer Laudatio auf den verdienten Kirchenmann. Engagement sei ein unverzichtbarer Bestandteil jeder bürgerschaftlichen Gemeinschaft. Demokratie lebe davon, dass es immer wieder Menschen gebe, die ihre Zeit und Tatkraft einsetzten, um sich einem gemeinnützigen „Herzensprojekt“ zu widmen. „Über viele Jahre hinweg haben Sie so dieses Land und seine Zukunft nachhaltig mitgestaltet und sind darüber zum Vorbild geworden. Dafür gebührt Ihnen heute unser besonderer Dank“, so die Ministerpräsidentin.

Der 1943 in Speyer als Sohn eines Pfarrers geborene Theologe wuchs gemeinsam mit drei Geschwistern in Hochstadt/Pfalz und Kandel auf und studierte nach dem Abitur von 1963 bis 1967 Theologie an den Universitäten in Tübingen, Heidelberg, Göttingen und Mainz. Sein anschließendes Vikariat und seine erste Pfarrstelle waren in den saarpfälzischen Kirchengemeinden in Bexbach und Homburg/Saar. Ab 1970 studierte Eberhard Cherdron in Mannheim zusätzlich zur Theologie Volkswirtschaftslehre und schloss dieses Studium im Jahr 1974 als Diplom-Volkswirt ab.

Von 1974 bis 1977 hatte Cherdron dann die Pfarrstelle in Neuhofen/Pfalz inne, ehe er zum Landesjugendpfarrer der Pfälzischen Landeskirche nach Kaiserslautern berufen wurde.

Ab 1984 leitete er dann das „Diakonische Werk der Pfalz“ in Speyer, bis ihn die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz 1989 zum Oberkirchenrat in Speyer wählte, wo er die Funktion des Personaldezernenten übernahm. Neun Jahre später, im Jahr 1998, wurde Cherdron dann von der Landessynode zum Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche der Pfalz gewählt und trat damit die Nachfolge von Werner Schramm an, der damals aus Altersgründen in den Ruhestand wechselte.

Nach Beendigung seiner ersten, zunächst siebenjährigen Amtszeit wählte ihn die Landessynode 2005 mit 55 von 64 Stimmen erneut zum Kirchenpräsidenten. Damit konnte er im September 2005 seine zweite Amtsperiode antreten, die er bis zum 30. November 2008 ausfüllte, als er im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand wechselte. Zu seinem Nachfolger wählte die Landessynode im Mai 2008 Cherdrons damaligen Stellvertreter, Oberkirchenrat Christian Schad.

Heute lebt Eberhard Cherdron, der in seiner Freizeit Klavier, Blockflöte und Gambe spielt und u.a. auch in der „Kantorei an der Gedächtniskirche“ als Chorsänger mitwirkt, zusammen mit seiner Frau Dorothea, mit der er vier Kinder hat, wieder in Speyer. Ein profiliertes Pfarrerleben rundet sich also....

Gemeinsam mit Eberhard Cherdron zeichnete die Ministerpräsidentin übrigens an diesem Tag noch elf weitere verdiente Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz aus, die sich durch ganz unterschiedliche Engagements verdient gemacht hätten - von der Förderung kultureller und geschichtlicher Projekte über die Forschungsförderung und soziale Hilfsprojekte bis hin zum Natur- und Umweltschutz. „All dies spiegelt die Pluralität und den Reichtum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens wider, für die Rheinland-Pfalz steht. Ihre Leistungen sind deshalb eine große Bereicherung für unser Zusammenleben“, so die Ministerpräsidentin abschließend.

Wie die Staatskanzlei weiter mitteilte, engagieren sich derzeit in Rheinland-Pfalz mehr als 1,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab einem Alter von 14 Jahren im Ehrenamt. Das seien 42 Prozent aller Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer - so viele, wie in fast keinem anderen Bundesland. „Ich bin deshalb stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem die Menschen zusammenhalten“, so die Malu Dreyer. Die Förderung des Ehrenamtes sei deshalb auch eines der vorrangigen Politikfelder der Landesregierung.

Was ehrenamtliches Engagement zu erreichen vermöge, habe sich gerade erst wieder in diesem Jahr gezeigt, in dem das Land den größten Zuzug von Flüchtlingen seit dem Zweiten Weltkrieg erlebe. „Hier leisten die zum großen Teil ehrenamtlich tätigen Helfer und Helferinnen Herausragendes für unsere Gesellschaft und für diejenigen Menschen, die aus Not zu uns geflüchtet sind“, betonte die Ministerpräsidentin anerkennend.

Der Landesverdienstorden wurde in diesem Jahr bereits zum 34. Mal verliehen. Er wird seit 1982 vergeben und ist die höchste rheinland-pfälzische Auszeichnung, mit der herausragende Verdienste um das Land Rheinland-Pfalz und seine Bürgerinnen und Bürger gewürdigt werden. Seit 1982 wurde er 1.086 Mal verliehen. Foto: stk-rlp

03.12.2015


Vorlesespaß in der Prot. Kita Arche Noah in Speyer

Speyer- Der bundesweite Vorlesetag am 20. November war für die Prot. Kita Arche Noah in Speyer Anlass, in der Kita-eigenen Bücherei drei Tage lang fast rund um die Uhr vorzulesen.

In gemütlicher Atmosphäre lasen Eltern und Erzieherinnen den Kindern Bilderbücher und Geschichten zum Thema „Alle Kinder dieser Welt“ vor. Die Buchauswahl stellte der Spei’rer Buchladen zur Verfügung. So konnten die Kinder andere Kulturen und Feste kennenlernen.

Die Bücherei der Prot. Kita Arche Noah wird in den wöchentlichen Ausleihzeiten von Eltern betreut. Im Alltag ist sie für die Kinder und Erzieherinnen eine Bereicherung. Dank des großen Engagements der Eltern z.B. beim weihnachtlichen Plätzchenverkauf können kontinuierlich neue Bücher angeschafft werden.

Text und Foto: Protestantische Kindertagesstätte Arche Noah

02.12.2015


Rund 500 Teilnehmer bei Klimapilgerweg durch die Pfalz unterwegs

Gemeinsames Eintreten der Weltreligionen entfacht Dynamik im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Paris  – Weltkirchen-Referent Christoph Fuhrbach bei Abschlussveranstaltungen der verschiedenen internationalen Klima-Pilgerwege in Paris

Speyer- Mit einem starken Zeichen haben Vertreter/innen der Weltreligionen kurz vor dem Start der 21. Weltklimakonferenz in Paris (COP 21) den Druck auf die politisch Handelnden erhöht: sie übergaben 1.780.528 Unterschriften für ein verbindliches Klimaschutzabkommen an Christiana Figueres, der Leiterin des UN-Klimasekretariats.

Als Vertreter des ökumenischen Klima-Pilgerweg-Abschnitts “Ludwigshafen – Metz” und des gesamten deutsch-französischen Klima-Pilgerweges „Geht doch!“ von Flensburg über 1470km nach Paris nahm Christoph Fuhrbach vom Referat Weltkirche des Bistums Speyer an den Abschlussveranstaltungen der verschiedenen internationalen Klima-Pilgerwege in Paris teil. „Frau Figueres zeigte sich emotional gerührt, weil alle Weltreligionen erstmals in dieser existentiellen Frage einheitliche und zudem klare sowie verbindliche Forderungen an die Politik erhoben“, berichtet Fuhrbach. Figueres bezeichnete den Klimawandel als die „zentrale Herausforderung dieser Generation“, die nun entschieden angegangen werden müsse.

Die Attentate in Paris vor zwei Wochen hatten Auswirkungen auf den Abschluss der internationalen Klima-Pilgerwege vor dem Start der COP 21 in Paris: Einige Veranstaltungen wie eine große Demonstration für ein verbindliches Klimaschutzabkommen wurden aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Paris abgesagt. Viele weitere Events mussten verlegt oder verkürzt und einige Sicherheitskontrollen eingehalten werden. Banner und Fahnen durften aufgrund des Demonstrationsverbots nicht ausgerollt werden, Gesang war nur in geschlossenen Räumen erlaubt. Zudem hatten sich etliche Pilgernde in den vergangenen zwei Wochen für das Finale in Paris abgemeldet. Gleichzeitig freuten sich die Menschen in Paris, dass dennoch so viele Klima-Pilgernde in ihre Stadt kamen, was sie auch als Solidaritätsbekundung in ihrer aktuell nicht einfachen Situation deuteten.

Die verschiedenen internationalen Klimapilgerwege aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Schottland, England, Niederlande, Ukraine, Ungarn, Österreich und Italien sowie aus den Philippinen und von Ostafrika kamen alle am Freitag in Paris an. Selbst in vielen Metro-Stationen wurde auf die Ankunft der Klimapilgernden mit Plakaten hingewiesen. Aufgrund dieses Anlasses gab es diverse Empfänge, Gebetszeiten und thematische Veranstaltungen in der ganzen Stadt.

Aus dem Veranstaltungsreigen ragte ein interreligiöses Gebet in der Kathedrale von St. Denis mit muslimischen, jüdischen, buddhistischen und christlichen Gläubigen heraus. Direkt im Anschluss gab es ein Treffen von Vertreter/innen aller Klimapilgerwege und der Weltreligionen mit bei der  COP 21 zentralen Persönlichkeiten: Pilger/innen berichteten mit Hilfe von mitgebrachten Symbolen über ihre im Laufe der Pilgerwege gemachten Erfahrungen und Einsichten. Religiöse Würdenträger/innen stellten klare Forderungen an die bei der Weltklimakonferenz politisch Handelnden. Dabei wurde klar, dass es hier keine religiösen Grenzen gibt, sondern dass – zum ersten Mal - alle großen Weltreligionen sich einig sind, dass der Klimawandel und ein an Klimagerechtigkeit ausgerichtetes Handeln eine der wesentlichen Herausforderungen der gesamten Menschheit im 21. Jahrhundert sein wird. Erzbischof Thabo Makgoba rief daher alle Gläubigen und alle politisch Handelnden auf: „Wir können, wir müssen, wir werden handeln“, um den Klimawandel zu begrenzen und Klimagerechtigkeit zu schaffen.

Viele weitere religiöse Würdenträger/innen wie z.B. der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, seine Stellvertreterin Annette Kurschus (Präses der Evangelischen Landeskirche von Westfalen), Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg. Vorsitzender der Kommission Weltkirche bei der Deutschen Bischofskonferenz) und Bischof Bernabe Sagastume (Guatemala) als „Stimme der Menschen im globalen Süden“, waren vor Ort in Paris. Er hat in den vergangenen Tagen auch im Bistum Speyer sowohl über seinen Einsatz gegen große Bergbauprojekte mit massiven negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur, über die Auswirkungen des Klimawandels in Mittelamerika als auch über seine Hoffnungen auf ein verbindliches Klimaschutzabkommen in Paris berichtet.

Etliche Zehntausende Klima-Pilgernde waren auf dem Weg nach Paris unterwegs, allein zwischen Ludwigshafen und Metz waren es gut 500. Zusätzlich wurden viele weitere Menschen auf dem Klima-Pilgerweg durch die Pfalz und das Saarland mit öffentlichen Veranstaltungen in Kirchen, Gemeindehäusern, Fußgängerzonen erreicht. Die Evangelische Landeskirche der Pfalz als auch das Bistum Speyer haben damit einen Beitrag geleistet, dass der Druck auf die Politisch Handelnden, bei der COP 21 ein verbindliches Klimaschutzabkommen zu erreichen, erhöht wurde. Text: is; Foto: Evangelische Kirche von Westfalen

01.12.2015


Segnung und Aussendung für den Dienst in den neuen Pfarreien

Delegationen aus den Pfarreien bekamen beim Pontifikalamt im Speyerer Dom am 28. November die Errichtungsurkunden der neuen Pfarreien und das künftige Pfarrsiegel überreicht

Speyer-  Dieser Tag geht in die Geschichte des Bistums Speyer ein: Zu einem Segnungs- und Sendungsgottesdienst kamen am Samstag, den 28. November, Delegationen aus allen Pfarreien des Bistums Speyer zusammen. Beim Pontifikalamt im Speyer Dom wurde das Bistum als eine große Gemeinschaft aus allen Teilen der Pfalz und des Saarpfalzkreises erfahrbar, als eine Gemeinschaft von Gläubigen, die mit „Herzblut, Leidenschaft und großer Liebe zu ihrer Kirche stehen“, wie Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Begrüßung der rund 1.200 Gottesdienstteilnehmer betonte.

In seiner Predigt wandte sich der Bischof dem Prozess „Gemeindepastoral 2015“ unter dem Leitwort „Der Geist ist es, der lebendig macht“ zu. „Es geht dabei nicht zuerst um eine Veränderung der Strukturen, sondern um eine geistliche Erneuerung, mit der wir auf die Herausforderungen der Zeit Antwort geben“, so der Bischof. Das Leitwort sei ein Appell, „nicht das Tote zu hüten, sondern das Lebendige zu fördern“. Im Blick auf die Bedrohung durch den Terror rief er die Gläubigen dazu auf, mit Mut für die christlichen Werte und die Würde des Menschen einzutreten. Zugleich warb er für eine offene und solidarische Haltung gegenüber den Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Terror in Europa Schutz suchen. „Es ist das Kennzeichen, gleichsam die Signatur des Christlichen, dass wir uns dem Notleidenden öffnen und ihm Anteil an unserem Leben geben, als wäre es Christus selbst.“

Die Kirche sei heute vor die Aufgabe gestellt, das Dienen neu zu lernen. Nur im Dienst und in der Hingabe zeige sich die Kraft des Glaubens. Die erste Frage bei der Erstellung eines pastoralen Konzepts in den neuen Pfarreien dürfe nicht lauten „Welchen Besitzstand wollen wir wahren?“, sondern „Wem wollen wir dienen?“ Der Bischof ermutigte zu einem Wechsel vom Versorgungsdenken zur Eigeninitiative. Der Blick der Seelsorge müsse darauf gerichtet sein, wo die Charismen und Begabungen wachsen - und das „über die Grenzen der Kirche hinaus im ökumenischen Schulterschluss und im Schulterschluss mit all denen in der Gesellschaft, die sich ebenfalls von der Not der Menschen anrühren lassen“. Notwendig sei ein Umdenken von der Institution zur Jüngerschaft. „Fragen wir uns vor allem: Wo wächst das Reich Gottes? Denn Kirche ist nicht um ihrer selbst willen eingesetzt, sondern als Hinweis auf das Reich Gottes“, hob Bischof Wiesemann hervor und zeigte sich davon überzeugt, dass der Funke Jesu niemals klein zu kriegen sei. „Im Gegenteil, seine Kraft ist größer als alles, was wir planen können.“

Die leitenden Pfarrer, die gemeinsam mit dem Bischof, den Mitgliedern des Domkapitels und den Dekanen um den Hochaltar versammelt waren, sprachen das Glaubensbekenntnis und legten ihren Amtseid als Pfarrer der neuen Pfarreien ab. Darin versprachen sie unter anderem, die Gemeinschaft mit der Kirche zu bewahren und den Bischöfen in Treue zur Seite zu stehen. Nach dem Schlussgebet wurden die Delegationen aus den Pfarreien von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Weihbischof Otto Georgens und Generalvikar Dr. Franz Jung für ihren Dienst in den neuen Pfarreien gesegnet und ausgesandt. Den Delegationen aus den Pfarreien gehörten die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger und die Vertreter der neu gewählten Pfarrgremien an. Sie erhielten zugleich die Errichtungsurkunde der neuen Pfarrei und das neue Pfarrsiegel.

Dem Gottesdienst wohnten mehrere Ehrengäste bei, darunter der emeritierte Speyerer Bischof Dr. Anton Schlembach, die rheinland-pfälzische Kultusministerin Vera Reiß sowie die Leiter der katholischen Büros von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes Dieter Skala und Prälat Dr. Peter Prassel. Der evangelische Kirchenpräsident Christian Schad musste krankheitsbedingt absagen.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten der Mädchenchor der Dommusik und die Sängerinnen des Domchors unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori übernommen. Aufgeführt werden die „Messe brève“ von Leo Delibes und John Rutters „The peace of God“. Die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Delegationen in der Event-Halle des Speyerer Technik-Museums zu Gesprächen, Begegnung und zur Stärkung mit einem Mittagessen. Text: is; Foto: Klaus Landry

29.11.2015


Weltweite Verschwendung von Lebensmitteln stoppen

Pfalzweite Eröffnung von „Brot für die Welt“ – Kirchenpräsident prangert Ungerechtigkeiten an

Speyer/Kirchheimbolanden- Zum Auftakt der Spendenaktion „Brot für die Welt“ für die Pfalz und Saarpfalz appellierten der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad und Wolfgang Seibel von der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden an die Christen, das eigene Konsumverhalten zu überdenken. „Viel zu viel wird produziert für den vermeintlichen Bedarf in den Industrienationen. Und dabei werden weltweit mehr Lebensmittel verschwendet, als nötig wären, alle Hungernden dieser Erde zu ernähren, sagte Schad im Gottesdienst am ersten Advent in der Peterskirche in Kirchheimbolanden. Die 57. evangelische Spendenaktion hat das Motto „Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung“.

Kirchenpräsident Schad bezeichnete es in seiner Predigt als „schreiende Ungerechtigkeit“, dass die einen „ein leichtes Leben voller Annehmlichkeiten führen“, während in anderen Weltgegenden die Menschen ausgeschlossen seien von Bildung und Brot, vom Zugang zu Land und zu sauberem Wasser. „Wer die Welt in Ehrfurcht bewahrt, wer sie allen Menschen zugute kommen lässt, erkennt: Wir leben in der einen Schöpfung Gottes“, sagte Schad in dem von der Landeskirche und den südwestdeutschen Mennonitengemeinden gemeinsam gestalteten Gottesdienst.

Die Spendenaktion stellt in diesem Jahr das Thema Mangelernährung und deren Folgen in den Mittelpunkt. Brot für die Welt unterstützt Partnerorganisationen, die die Bevölkerung über die Bedeutung einer vielfältigen, gesunden und bezahlbaren Ernährung aufklären. Die Spenden aus der Pfalz und der Saarpfalz kommen dabei zwei Projekten in Indien und in dem afrikanischen Land Burkina Faso zugute. Kirchenpräsident Schad betonte, dass die Brot-für-die Welt-Projekte eine der Ursachen für weltweite Fluchtbewegungen – nämlich den Klimawandel und seine Folgen – in den Blick nehme und Menschen dabei helfe, ihren Lebensraum zu erhalten und ein Leben in Würde zu führen. So würden Kleinbauern in Burkina Faso beispielsweise dabei unterstützt, Brunnen und Regenwassertanks zu bauen, damit das in der Sahelzone gelegene Land auch in der Dürreperiode genügend sauberes Wasser zur Verfügung hat.

Das Motto „Satt ist nicht genug“ wurde im Gottesdienst nicht nur durch das Wort thematisiert, sondern auch visuell und tänzerisch umgesetzt, um den Besuchern möglichst viele Zugänge zu bieten. So machten etwa kleine Säckchen, die die Evangelische Jugend mit Reis und Getreidekörnern gefüllt hatte, deutlich, mit wie wenig Nahrung ein Mensch in den armen Regionen unserer Erde täglich auskommen muss. Die Säckchen trugen die Aufschrift „Weniger ist leer“. An dem erstmals von den südwestdeutschen Mennonitengemeinden mitgestalteten Gottesdienst zur Eröffnung von Brot für die Welt wirkten u.a. auch Dekan Stefan Dominke, Asylbewerber und der syrische Künstler Nadal Alawar mit. Die musikalische Leitung hatte Bezirkskantor Martin Reitzig. dwp/lk.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr haben die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz 1.037.445 Euro für Brot für die Welt gespendet. Das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland wurde 1959 gegründet. Wirkliche Hilfe muss dem Armen helfen, sich selbst zu helfen, lautete ein entscheidender Grundsatz, der bis heute gilt.

29.11.2015


Aus der spirituellen Begegnung mit Papst Johannes Paul II. Kraft schöpfen

Gedanken von Gerhard Cantzler

Speyer- Wer damals, am 4. Mai 1987, persönlich mit dabei war auf der Speyerer Maximilianstraße oder auf den Domplätzen, als der bei Alt und Jung so sehr geliebte Papst Johannes Paul II. der Stadt und dem Bistum die Ehre gab, für den hat sich dieser so gar nicht frühlingshafte, nasskalte Tag tief in das Gedächtnis eingegraben. Denn wer sich heute noch bewusst an dieses Ereignis erinnern kann, das damals für einige wenige Stunden die Domstadt Speyer schlaglichtartig in den Blickpunkt des Weltgeschehens rückte, der muss inzwischen bereits mehr als 40 Jahre alt sein.

Von daher war wohl auch die Frage von Gesprächsleiterin Rebecca Blum an ihre beiden Gäste, Bischof emerit. Dr. Anton Schlembach und Oberbürgermeister a.D. Werner Schineller an diesem denkwürdigen Abend nur zu verständlich, ob sie sich denn heute eine stärkere Verankerung dieses Ereignisses im Bewußtsein der Menschen in Speyer und in der Diözese wünschen würden.

Denn erinnern wir uns: An diesem 4. Mai 1987 war die Welt noch strikt in Ost und West aufgeteilt - stand in Berlin noch eine schier undurchdringliche Mauer - waren die ersten Anzeichen eines Ausgleichs zwischen den monolithisch aufgestellten, politischen Systemen nur andeutungsweise zu erkennen.

Einer, der damals durch sein Wort und sein Gebet maßgeblich dazu beigetragen hat, dass schon wenige Monate nach diesem Besuch in der Pfalz die Mauer in Berlin fallen, die Grenzen zwischen Ost und West ihren Wert verlieren und die Menschen auf beiden Seiten des so überflüssig gewordenen „Eisernen Vorhangs“ glückselig ihre Wiedervereinigung feiern konnten, war er: Papst Johannes Paul II., der unter anderem mit seiner Unterstützung der christlich geprägten Gewerkschaft „Solidarnosc“ in seiner polnischen Heimat den ersten Stein aus der bis dahin undurchdringlichen Mauer zwischen Ost und West brach und mit seinem Ruf „Habt keine Angst!“ alle Menschen guten Willens in der Welt dazu ermutigen wollte, diesen Weg in eine bessere Zukunft mit ihm gemeinsam zu gehen.

Doch haben sich diese politischen Hoffnungen des inzwischen zu Recht heilig gesprochenen Papstes erfüllt?

Seit 1987 haben sich Art und Umfang des Terrors in der Welt mit geradezu besorgniserregender Geschwindigkeit weiter gesteigert. Denken wir nur an den 11. September 2001, als erstmals eine neue Eskalationsstufe der Gewalt überschritten und ein seit Anbeginn der Welt gültiges Tabu gebrochen wurde, indem drei mit unschuldigen Menschen vollbesetzte Flugzeuge in die „Twin-Towers“ von New York und in das amerikanische Verteidigungsministerium bei Washington gestürzt wurden. Und denken wir im weiteren an die in kurzer Folge durchgeführten, brutalen Anschläge von Paris, die die Welt mit neuen Formen des Schreckens überzogen. Dazwischen gab es unzählige Kriege und Gewalttaten in der Welt und in ihrer Folge immer größere Wellen von -zig Millionen Flüchtlingen.

Ein vermeintlich undurchbrechbarer Teufelskreis scheint sich in Gang gesetzt zu haben und sich immer schneller zu drehen.

Als Johannes Paul II. 1987 in Deutschlandund in Speyer weilte, da galt sein Besuch in erster Linie der von ihm so hochverehrten, zwischenzeitlich gleichfalls heilig gesprochenen jüdisch-deutschen Wissenschaftlerin und Karmelitin Edith Stein, die im Bistum Speyer vom Judentum zum Katholizismus konvertiert war und deren Seligsprechung Papst Johannes Paul II. 1987 bei seinem Aufenthalt in Köln vornahm.

Diese Heilige – „Benedicta vom Kreuz“, Edith Stein - hat durch ihr Leben ein Zeugnis dafür gegeben, wie Menschen auch mit scheinbar ausweglosen Situationen umgehen und leben können – so wie sie im KZ Auschwitz mit einer finalen Situation umgehen musste, wo sie schon kurz nach der Ankunft ihres Transports aus Holland gemeinsam mit ihrer Schwester im Gas starb.

Terror und Gewalt beherrschen auch heute wieder oder noch immer und vielleicht sogar noch mehr, die Welt. Damit umgehen und leben zu können, erfordert Mut und große Vorbilder. Der heilige Papst Johannes Paul II und die Heilige Edith Stein taugen bestens als solche Vorbilder.

Sie beide hatten Kontakte zu Speyer – die eine über mehrere Jahre hinweg als Lehrerin im Kloster St. Magdalena, der andere nur wenige Stunden. „Können wir es überhaupt zureichend einschätzen, gemeinsam mit einem Heiligen am Altar gestanden zu haben – ihm die Hand gereicht zu haben?“, fragte jetzt Bischof Dr. Anton Schlembach nachdenklich und voller Ehrerbietung seine bewegten Zuhörer im dicht besetzten Speyerer Ratssaal.

Deshalb: So wie es sie schon mit der in Speyer seßhaften „Edith-Stein-Gesellschaft“ gibt, wäre wohl auch eine institutionalisierte Form des Gedenkens an Papst Johannes Paul II. und an seinen Besuch in Speyer eine gute Idee, weil ihm dort die ihn verehrenden Menschen, wie 1987 der Speyerer Bischof in Realität, zumindest im Geiste die Hand reichen und so aus der spirituellen Begegnung mit ihm Kraft und Hoffnung schöpfen können – trotz allem. Fotos: gc

28.11.2015


Auf dem Weg zu einer „neuen Art von Pfarrei“

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannBischof Karl-Heinz Wiesemann ermutigt in seinem Hirtenbrief zum ersten Advent die Gläubigen dazu, sich auf den Weg des Lebens in den neuen Pfarreien einzulassen

Speyer-  Die Einführung des neuen Seelsorgekonzepts „Gemeindepastoral 2015“ steht im Mittelpunkt des Hirtenbriefs von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum ersten Advent. „Soll die Reform gelingen, müssen wir das wirklich Neue an den nun umschriebenen pfarrlichen Lebensräumen erkennen“, schreibt Bischof Wiesemann im Blick auf die 70 neuen Pfarreien. „Wir wollen uns auf den Weg zu einer neuen Art von Pfarrei machen: Sie lebt in unterschiedlichen Gemeinden, die fest miteinander verbunden sind, so dass sie sich gegenseitig ergänzen in der Vielfalt der Charismen, die ihnen gegeben sind.“ Es komme nicht darauf an, an jedem Ort alles anzubieten, sondern miteinander den Reichtum der Vielfalt zu entdecken. Keiner schafft das allein. „Wir brauchen einander, um den ganzen Christus in der Welt sichtbar werden zu lassen.“ Das erfordert aus Sicht des Bischofs Offenheit, aufeinander zuzugehen, Bereitschaft, miteinander Schwerpunkte zu setzen, und Freude daran, sich Neuem und Unerwartetem zu öffnen.“

Die Neuwahlen der pfarrlichen Gremien im Oktober hätten vielerorts einen Generationenwechsel hervorgebracht. Manch einer, der sich über lange Jahre mit Leidenschaft für seine Pfarrgemeinde vor Ort eingesetzt habe, wolle sich diese grundlegende Veränderung in seinem ehrenamtlichen Engagement nicht mehr zumuten. Andere seien neu angezogen worden von der Unterschiedlichkeit der Mitwirkungsmöglichkeiten, die die neuen Räte auf der Pfarrei- wie konkret auf der Gemeindeebene bieten. Der Bischof ermutigt die Gläubigen, „sich mit dem Wagemut und der Zusage des Evangeliums auf den Weg des gemeinsamen Lebens und Wirkens in unseren neuen Pfarreien einlassen.“

Die Einführung des neuen Seelsorgekonzepts im Bistum Speyer treffe mit zwei herausragenden Ereignissen zusammen. Bischof Wiesemann bezieht sich einerseits auf den Beginn des außerordentlichen Heiligen Jahres, das Papst Franziskus als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat und mit dem er die Kirche von innen her erneuern möchte. Zum anderen richtet er seinen Blick auf die Flüchtlinge, die aus Angst vor Terror und Krieg, aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit an unserer Tür anklopfen. Hier werde der innerste Kern von Barmherzigkeit, von „misericordia“, angefragt: „Das eigene Herz für die Elenden zu öffnen und das Leben mit ihnen zu teilen.“ Die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge betrachtet er als eine Bewährungsprobe für das Zeugnis der Christen. „Was wir aktuell erleben, ist bei allen berechtigten Sorgen nicht der Untergang des christlichen Abendlandes. Das könnte nur geschehen, wenn wir ihm nicht mehr das Angesicht unseres menschenfreundlichen Gottes geben würden.“ So werde das Jahr der Barmherzigkeit zum konkreten Auftrag und zur Sendung in die Welt.

Der Hirtenbrief des Bischofs wird in den Gottesdiensten zum ersten Advent in allen Pfarreien des Bistums verlesen. Erstmals steht er auch in Form eines Videobeitrags auf der Internetseite des Bistums Speyer zur Verfügung. Bischof Wiesemann wendet sich darin aus der Kapelle des Bischofshauses direkt an die Gläubigen im Bistum. is

Das Hirtenwort als Video: http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/leitung/bischof/hirtenwort-zum-ersten-advent/

28.11.2015


Reparatur der Orgel der Heiliggeistkirche geht voran

Bereits 1.000 Euro gespendet

Speyer- Pünktlich zum Advent und rechtzeitig, vor Weihnachten, erklingt das Trompetenregister der Orgel in der Heiliggeistkirche wieder. Damit bekommt die Advents- und Weihnachtszeit den nötigen festlichen Klang.

Möglich ist das durch die Spenden der Speyerer geworden. Bereits 1 000 Euro von den benötigten 10 000 Euro sind beisammen.

Auch bei der Andacht am Sonntagabend wird wieder Gelegenheit sein, für die Reparatur der Orgel zu Spenden. An der Orgel spielt dieses Mal Gerhard Nußbaum festliche Orgelmusik zum Advent. Henri Franck

26.11.2015


Erinnerungen an den Papstbesuch 1987 in Speyer

Werner Schineller, der frühere Speyerer Bürgermeister und Oberbürgermeister, hatte Erinnerungsstücke mitgebracht. Rechts neben ihm Bischof em. Anton Schlembach Werner Schineller, der frühere Speyerer Bürgermeister und Oberbürgermeister, hatte Erinnerungsstücke mitgebracht. Rechts neben ihm Bischof em. Anton Schlembach.

Bischof em. Schlembach und Oberbürgermeister a.D. Schineller berichten in der Reihe „Lebendige Erinnerung“ über einen denkwürdigen Tag

Speyer- Der 4. Mai 1987 war ein großer Tag für Speyer, als Papst Johannes Paul II. das Bistum und die Stadt besuchte. Bischof em. Anton Schlembach hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche in die Domstadt eingeladen. Werner Schineller, damals Bürgermeister, zeichnete von städtischer Seite für die Organisation des Großereignisses verantwortlich. Am Dienstag blickten beide Zeitzeugen in der Reihe "Lebendige Erinnerung" im historischen Ratssaal in Speyer zurück und ließen den denkwürdigen Tag vor 28 Jahren und die ganzen Vorbereitungen Revue passieren.  

Wie lädt man einen Papst überhaupt ein, fragte Rebecca Blum, Schülerin des Speyerer Edith-Stein-Gymnasiums, die die Moderation übernahm. Schlembach berichtete ausführlich, wie die Idee geboren wurde, er einen Brief an den Sekretär des Papstes schickte, über die Zeit, in der er und das Domkapitel auf eine Zusage hofften, an die sie eigentlich gar nicht glaubten. Schlembachs Grundgedanke: Wenn der Papst Edith Stein in Köln selig sprechen wird, passt Speyer, wo sie gewirkt hat, dazu. Am 26. Juni 1986 kam die Zusage in Speyer an – rund sechs Wochen, nachdem Schlembach die Einladung gesandt hatte. Der Bischof berichtete, wie der damalige Oberbürgermeister Christian Roßkopf alles andere als begeistert war: "Er ist erschrocken", rief Schlembach den rund 70 Zuhörern zu. Der Rathauschef hatte Bedenken, die Stadt könne solch einen Ansturm von Menschen nicht verkraften.

An diesem 4. Mai war die Stadt Speyer wahrlich im Papst-Fieber. Rebecca Blum lieferte die Zahlen: 1000 Polizisten, über 1000 ehrenamtliche Helfer, mehr als 300 Journalisten und nicht zuletzt 60.000 Gläubige waren auf den Beinen. Aber bis zu dem historischen Tag hatten Ordinariat und Stadt viel zu tun. Wo landet der Hubschrauber des Papstes? Welche Route nimmt der Papst in die Stadt? Es gab eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften, die sich von Parkplatzfragen bis hin zur Liturgie beschäftigen, zeigte Werner Schineller die Spanne auf. Der frühere Bürgermeister hatte einige Erinnerungsstücke mitgebracht, etwa Schriften und Medaillen, die anlässlich des Papstbesuches herausgegeben wurden. Lacher erntete er, als er das "saukalte Wetter" an diesem 4. Mai in Erinnerung rief.

Bischof em. Anton Schlembach gab detailreiche Einblicke in den Tagesablauf. Alles lief nach Protokoll, angefangen von der Begrüßung am Landeplatz beim heutigen Kolb-Schulzentrum. Er sprach von der eindrucksvollen Fahrt von Johannes Paul II. über die Maximilianstraße. Das Bistumsarchiv, das die beiden Zeitzeugen gemeinsam mit dem Forum Katholische Akademie zu der Veranstaltung eingeladen hat, lieferte einen Zusammenschnitt der Fernsehberichterstattung.

Einig waren sich Schlembach und Schineller, dass der Papstbesuch bis heute nachwirkt und das Andenken in der Stadt gepflegt wird. Mit Unverständnis reagierten sie auf die gegenwärtige Situation in Europa, bemängelten die fehlende Solidarität der Staaten. "Ich habe mir das Europa anders vorgestellt", erklärte Schineller. Ende der 80er Jahre habe Europa einen großen Aufschwung erfahren, heute würden die Grenzen wieder geschlossen. "Die Grundwerte sind heute nicht weniger gefährdet als damals beim Papstbesuch", fügte Anton Schlembach hinzu, der Johannes Paul II. als begeisterten Europäer bezeichnete und auf dessen Beitrag bei der friedlichen Lösung des Ost-West-Konfliktes hinwies.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Sängerinnen des Mädchenchors am Dom unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Bei der Reihe "Lebendige Erinnerung" arbeiten das Bistumsarchiv, das Speyerer Stadtarchiv, das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, das Historische Museum der Pfalz, der Historische Verein der Pfalz sowie das Speyerer Seniorenbüro zusammen. Text/Foto: Yvette Wagner

26.11.2015


Diözesane Eröffnung des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“

Pontifikalamt im Speyerer Dom am dritten Adventssonntag

Speyer- Mit einem Pontifikalamt am dritten Advent (Sonntag, 13. Dezember) um 10 Uhr im Speyerer Dom eröffnet Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ im Bistum Speyer.

Das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr soll dazu beitragen, „das Zeugnis der Gläubigen stärker und wirkungsvoller zu machen", heißt es in der Verkündigungsbulle mit dem Titel „Antlitz der Barmherzigkeit“. Der Papst fordert die Kirche darin auf, verstärkt auf das Wesentliche zu schauen und „Zeichen und Werkzeug von Gottes Barmherzigkeit“ zu sein. Die Barmherzigkeit sei der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott den Menschen entgegentritt, und zugleich „das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht und den Blick bestimmt, wenn er aufrichtig auf den Bruder und die Schwester schaut, die ihm auf dem Weg des Lebens begegnen.“ Barmherzigkeit öffne das Herz für die Hoffnung, dass „wir trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld für immer geliebt sind“, so Papst Franziskus. Traditionell werden zu Beginn eines Heiligen Jahres die Heiligen Pforten des Petersdoms und der drei weiteren päpstlichen Basiliken in Rom geöffnet.

Öffnung des Otto-Portals als „Heilige Pforte der Barmherzigkeit“

Zum ersten Mal in einem Heiligen Jahr gibt es in jeder Bischofskirche eine „Heilige Pforte“. Einen Höhepunkt des Gottesdienstes im Speyerer Dom am dritten Adventssonntag stellt die Öffnung des Otto-Portals im Südosten des Domes als „Heilige Pforte“ dar. Es ist dem heiligen Bischof Otto von Bamberg gewidmet, der beim Dombau mitgewirkt hat.

Zu Beginn des Gottesdienstes wird Bischof Wiesemann Ausschnitte aus der Verkündigungsbulle „Misericordiae vultus“ (Antlitz der Barmherzigkeit) von Papst Franziskus zum außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit verlesen. Mit den Worten „Das ist das Tor zum Herrn: Durch dieses Tor treten wir ein, um Barmherzigkeit und Vergebung zu erlangen“ wird er das Portal öffnen und dann mit den Konzelebranten in die Kathedrale einziehen.

Domorganist Markus Eichenlaub und die Schola Cantorum Saliensis unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori werden den Gottesdienst musikalisch gestalten. Unter anderem wird die „Messe brève no. 5 aux seminaires“ von Charles Gounod zu hören sein.

„Weg der Barmherzigkeit“ im Dom zu Speyer

Im Heiligen Jahr lädt ein „Weg der Barmherzigkeit“ in der romanischen Kathedrale die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich eingehender mit der Barmherzigkeit Gottes zu befassen. An vier Stationen – dem Otto-Portal, der Taufkapelle, dem Hauptportal und vor dem Marienbild – erhalten die Gläubigen spirituelle Impulse, um die Barmherzigkeit als „das Geheimnis des christlichen Glaubens“ (Papst Franziskus) zu entdecken und zu betrachten. Im Seitenschiff findet der „Weg der Barmherzigkeit“ seinen Abschluss. Dort besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sowie zum Empfang der Beichte. Es liegen Blöcke und Stifte bereit, um eigene Eindrücke und Gedanken zu notieren oder an einer Pinnwand für andere Besucher zu hinterlassen.

Für den „Weg der Barmherzigkeit“ sollte man sich etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen. Infotafeln vor dem Dom und im Inneren des Domes machen auf das „Heilige Jahr“ und den „Weg der Barmherzigkeit“ aufmerksam. An den Eingängen liegen Faltblätter bereit, die auch von der Internetseite des Domes heruntergeladen werden können. Geplant ist, auch die Audioguide-Führung durch den Speyerer Dom durch Hinweise auf das „Heilige Jahr“ und den „Weg der Barmherzigkeit“ zu erweitern.

Zahlreiche Angebote im Bistum Speyer zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit

Im Bistum Speyer wird das „Außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ mit mehreren Aktionen, Anregungen und Initiativen begangen. Sie verstehen sich als Einladung an alle, das Heilige Jahr für den eigenen Weg als Christin, als Christ persönlich oder in der Gemeinschaft von Pfarrei, Gemeinde, Verband oder Gruppe fruchtbar zu machen.

Heilige Pforten in mehreren Wallfahrtskirchen des Bistums Speyer dienen als Anstoß, die Barmherzigkeit Gottes im eigenen Leben konkret zu erfahren. Für Pfarreien, Verbände, Gruppen und Einzelpilger bietet das Pilgerbüro Speyer eine große diözesane Romwallfahrt vom 8. bis zum 15. Oktober 2016 mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann an. Auch das Domweihfest am 2. Oktober 2016 wird durch das Heilige Jahr eine besondere Prägung erfahren. Geplant ist eine „Nacht der Barmherzigkeit“ vom 1. auf den 2. Oktober mit Taizégebet, eucharistischer Anbetung und der durchgängigen Möglichkeit zu Gespräch, Segnung und Beichte. Die Brüder aus Taizé haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Weitere Informationen zum „Jahr der Barmherzigkeit“:

http://www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/heiliges-jahr-der-barmherzigkeit/

www.dbk.de/heiliges-jahr/home/

www.iubilaeummisericordiae.va/content/gdm/de.html

Öffnungszeiten des „Wegs der Barmherzigkeit“ im Dom zu Speyer:

werktags November bis März 9 – 17 Uhr

werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr

sonntags ganzjährig 12 – 18 Uhr

Text und Foto: is

25.11.2015


Alte Mauern in neuem Licht

Stadt und Domkapitel unterzeichnen Vertrag zur Erneuerung der Außenbeleuchtung des Doms

Speyer- Die Stadt Speyer und das Domkapitel Speyer haben am 11.11.2015 einen Vertrag unterzeichnet, der die Finanzierung für Aufbau und Unterhalt der neuen Außenbeleuchtung des Doms regelt. Die Anschaffung und der Aufbau der Anlage wird bestritten aus einem Zuschuss der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer in Höhe von 300.000 Euro und einem Zuschuss der Stadt Speyer in Höhe von 80.000 Euro. Bislang wurde die Beleuchtung mit Unterstützung der Stadt und der Stadtwerke Speyer betrieben. Mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung teilen sich Domkapitel und Stadt weiterhin Kosten und Verantwortung für die Außenbeleuchtung der Kathedralkirche.

Seit 2011 gab es Pläne, die Illumination der romanischen Kathedrale zu erneuern, um sie auf einen aktuellen technischen Stand zu bringen und die ästhetische Wirkung zu verbessern. Was fehlte, war das Geld zur Finanzierung der neuen Anlage. Zwei große Einzelspenden aus den Reihen der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer sowie Mittel aus den Stiftungserträgen in einem Volumen von je 100.000 Euro ermöglichen nun die Realisierung des neuen Lichtkonzepts. Spender sind der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Dr. Dr. h.c. Manfred Fuchs und Isolde Laukien-Kleiner, deren Mann Horst Kleiner als ehemaliger Vorsitzender des Vorstandes der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG Mitglied im Kuratorium der Stiftung ist. Die Stadt Speyer beteiligt sich mit 80.000 Euro. Die Kosten für Energie, Instandhaltung und Wartung werden auf 10.000 Euro geschätzt und unter Stadt und Domkapitel aufgeteilt.

2011 gewann das Ingenieurbüro Bamberger einen Wettbewerb zur Neukonzeption der Außenbeleuchtung. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb vom Domkapitel Speyer. Der wissenschaftliche Beirat fungierte als Jury, so dass die Belange des Denkmalschutzes von Anfang an Berücksichtigung fanden. Ziel war es, die plastische Wirkung des romanischen Baukörpers stärker heraus zu arbeiten und verschiedene Beleuchtungsszenarien zu ermöglichen. Gleichzeitig soll die in die Jahre gekommene technische Infrastruktur erneuert sowie die Energieeffizienz erhöht und damit der Stromverbrauch um bis zu achtzig Prozent verringert werden. Letzteres sieht das Domkapitel auch als wichtige Maßnahme im Sinne einer ökologischen Verantwortung, wie sie Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ fordert. Erreicht wird dieser Effekt durch den Einsatz moderne LED Technik und einer dynamischen, das heißt den Nachtzeiten und Lichtverhältnissen angepassten Steuerung der Beleuchtung. Das Lichtspektrum wird so gestaltet, dass Insekten und Vögel nicht irritiert werden.

Die Beleuchtung erfolgt durch etwa fünfzig Bodenstrahler, Lichtmasten an sechs bereits bestehenden Positionen, neu anzubringenden Strahlern auf zwei gegenüberliegenden Gebäuden sowie einigen wenigen in den Türmen positionierten Leuchten. Die geplanten Maßnahmen erfordern umfangreiche Bodenarbeiten rund um den Dom. Die Bauplanung hierfür läuft derzeit. Text: is; Foto: spk

25.11.2015


Nachhaltig predigen zum Thema „Heimat-los“

Predigtanregungen greifen im Kirchenjahr 2015/16 ein hochaktuelles Thema auf

Speyer- Im zehnten Jahr ihres Erscheinens hat die ökumenische Predigthilfe „nachhaltig predigen“ ein aktuelles Schwerpunktthema: „Heimat-los“ – unter diesem Motto sind die Predigtanregungen unter www.nachhaltig-predigen.de rechtzeitig zum Beginn des neuen Kirchenjahres 2015/16 am 1. Advent online.

„Indem wir die Ursachen für Flucht und Vertreibung aufgreifen, weisen wir auch auf den Zusammenhang von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung hin“, erklärt die Umweltbeauftragte der pfälzischen Landeskirche, Bärbel Schäfer. Das ökumenische Kooperationsprojekt wird von rund 20 Landeskirchen und Bistümern in Deutschland und der Schweiz getragen, darunter die Evangelische Kirche der Pfalz. Mehrere Pfälzer Autoren haben an den Predigthilfen mitgearbeitet.

Bei der Auswahl der Bibelstellen orientieren sich die Autoren an der evangelischen Perikopenordnung und an der katholischen Leseordnung für die Sonntage. „Im neuen Kirchenjahr werden die Herausgeber von ‚nachhaltig predigen‘ versuchen, Zusammenhänge, Ursachen und christliche Perspektiven in ihrem Schwerpunktthema „Heimat-los“ zusammenzubringen“, erklären die Initiatoren. Dazu gebe es auf ökumenischer Grundlage Anregungen und Impulse, um die Bibeltexte des jeweiligen Sonntags in den globalen Zusammenhang nachhaltigen Lebens und Handelns einzuordnen.

Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung seien Anliegen, die in der biblischen Überlieferung tief verwurzelt seien und heute eher noch an Aktualität gewonnen hätten, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad in seinem Grußwort. In diesem Sinn unterstütze ‚nachhaltig predigen‘ die Kirche auch dabei, ihr Wächteramt wahrzunehmen, „wie im Blick auf eine globalisierte Wirtschaft soziale und ökologische Maßstäbe zu beachten sind“.

„Nachhaltig predigen“ wird gefördert von Brot für die Welt und dem Katholischen Fonds.

Mehr zum Thema: www.nachhaltig-predigen.de. lk

25.11.2015


„Es hilft uns vor allem Berührungsängste zu nehmen"

Das Schulsozialarbeiter-Team Speyer mit Thomas Stephan (4. v. rechts) Das Schulsozialarbeiter-Team Speyer mit Thomas Stephan (4. v. rechts)

Schulsozialarbeiter würdigen diözesanes Angebot zur Trauerarbeit

Speyer- 12 Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter Speyerer Schulen haben Mitte November die Fortbildung des Bistums Speyer zu „Trauerarbeit an der Schule“ in Speyer besucht. Koordinatorin Bettina Baldauf, Abteilung Jugendförderung der Stadt Speyer, hatte das Angebot gebucht: „Ich habe davon durch Lehrer erfahren, die mir erzählt haben wie hilfreich es für sie war, auch im konkreten Fall als ein Kind an der Schule gestorben ist.“ Dipl.-Sozialpädagogin Baldauf und ihr Team erhielten bei der Fortbildung „ein gewisses Handwerkszeug“, Professionalität für ein schwieriges und sehr persönliches Thema oder wie die Koordinatorin sagt: „Es hilft uns vor allem Berührungsängste zu nehmen.“ Referent Thomas Stephan schätzt die Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern sehr. Sie seien durch ihre hohe Präsenz vor Ort wichtige Ansprechpartnerinnen und -partner.

„Trauerarbeit an der Schule“ ist ein Angebot der Schulpastoral der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen, Bildung des Bistums Speyer. Referent Thomas Stephan ist Notfallseelsorger und als Trauerbegleiter qualifiziert in der Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Kontakt für Fortbildungen und aktuelle Anfragen im Trauerfall an Schulen im Bistum Speyer:

Thomas Stephan, thomas.stephan@bistum-speyer.de, Tel: 0160 94791037

Text: is;  Foto © Schulabteilung des Bistums Speyer 

24.11.2015


Preisträger im Wettbewerb „Bistumshaus St. Ludwig“ vorgestellt

Erste Entscheidung für weitere bauliche Entwicklung auf echtem „Filet-Stück“ der Speyerer Innenstadt

spk. Speyer- In dem Entwicklungsprozess über die zukünftige Nutzung eines der absoluten „Filet-Stücke“ in der Speyerer Innenstadt ist eine wesentliche Vorentscheidung gefallen: Im Planungs- und Investorenwettbewerb zum ehemaligen Bistumshaus St. Ludwig hat jetzt die vielköpfige Jury ihr Votum abgegeben und vier der insgesamt neun eingereichten Konzepte als „preiswürdig“ erachtet, die im Rahmen eines Pressegespräches in den Räumen des „Gemeinnützigen Siedlungswerkes“, das auch die fachliche Begleitung des Entwicklungsprozesses übernommen hat, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie Architekt Andreas Kaupp, der mit seinem Mannheimer Architekturbüro den Wettbewerb betreut hat, bei dieser Gelegenheit mitteilte, hätten in dem Wettbewerb neben der städtebaulichen und der architektonischen Qualität der Entwürfe insbesondere auch „ihre Angemessenheit in der Nachnutzung sowie ihre soziale und kulturelle Einbindung ins Stadtgefüge“ Beachtung gefunden.

Der Jury selbst hätten sieben Preisrichter und sechs Stellvertreter angehört, die von zehn ausgewiesenen Fachleuten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen - von der Architektur über die Denkmalpflege bis zur Stadtentwicklung - beraten wurden. Auch Vertreter der vier „großen“ Fraktionen im Speyerer Stadtrat – von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und SWG - seien mit jeweils einem Vertreter in der Jury vertreten gewesen.

Von der frühzeitigen Mitwirkung der wesentlichen politischen Kräfte in der Stadt sowie der Einbeziehung der Stadtplanung von Speyer versprechen sich die Verantwortlichen zudem eine nennenswerte Verkürzung des späteren Genehmigungsverfahrens.

Wie Andreas Kaupp sodann bekanntgeben konnte, habe die Jury nach eingehender Beratung den ersten Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 8.000 Euro, den Stuttgarter Architekten Dieter Blocher und Wolfgang Mairinger zuerkannt. Ihr Entwurf sieht eine Nutzung des Areals mit
Wohnungen für mehrere Generationen vor, in die auch ein Stützpunkt für Pflege und betreutes Wohnen eingeplant sei.

Der ehemalige Kirchenraum schließlich solle nach diesem Konzept künftig als Veranstaltungsraum genutzt werden.

Durch eine Angleichung der Gebäudehöhen – dazu sollen übrigens auch die bestehenden Fassaden in ihrer Höhe und Formensprache erhalten bleiben - solle zudem ein klares Erscheinungsbild des baulichen Ensembles erreicht werden.

Hinter diesem Planungsentwurf steht als Investor die „Diringer und Scheidel Wohn-Gebewerbebau GmbH“ aus Mannheim, die als international agierender Familienkonzern weltweit unterwegs ist..

Wohnbebauung soll auch im Mittelpunkt des zweitplatzierten, mit einem Preisgeld von 6.000 Euro prämierten Entwurfs der Mannheimer Architektengemeinschaft „Motorlab Architekten“, „United Architecture GmbH“ und „Wewer Landschaftsarchitektur“, Frankfurt/Main stehen. Sie möchten diese Entwicklung allerdings mit einem Hotel und einem Gastronomiebetrieb verbinden.

Für die denkmalgeschützte Kirche St. Ludwig sieht auch ihr Konzept eine Nutzung als Zentrum für kulturelle Begegnungen vor. Dazu solle durch die Schaffung eines neuen Zugangs von der Großen Greifengasse aus ein besonderer Akzent durch einen öffentlichen Vorplatz mit Sitzstufenanlage gesetzt werden. Der so entstehende Innenhof solle durch die Rekonstruktion des historischen Kreuzgangs als „Ort der Ruhe“ genutzt werden können. Dieser Teil des Planungsentwurfes wurde übrigens von der „Bock Baukunst Development GmbH“ aus Frankfurt/Main ergänzend zu der Planung beigesteuert.

Den dritten Platz, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro, konnte der Entwurf der „Arbeitsgemeinschaft Bistumshaus“ aus den Saarbrücker Architekten Oliver Brünjes und der „Khp Ingenieure GmbH“ aus Steinfeld gewinnen. Ihr Entwurf sieht ebenfalls Wohnungen vor, ebenso kombiniert mit einem Hotel.

In dem bisherigen Kirchenraum würde diesem Konzept zufolge ein Restaurant eingerichtet. Dieser Planungsentwurf wurde von der „SÜBA Bauen und Wohnen GmbH“ aus Karlsruhe eingereicht.

Den vierten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro vergab die Jury schließlich für den Entwurf des Mannheimer Architekten Andreas Schmucker, der ebenfalls eine Wohnnutzung vorsieht, jedoch zur künftigen Nutzung des Kirchenraumes keine Aussage macht. Hier tritt als Investor die „Quadriga Projektentwicklung GmbH und Co. KG“ aus Speyer auf.

Das Bistum wird Gespräche mit den zwei Erstplatzierten führen und rechnet noch im Dezember auf endgültige Entscheidung.

Nachdem die Entwürfe auf den Plätzen eins und zwei nach Meinung der Jury sehr dicht beieinander lägen, seien sie von der Jury intensiv weiterdiskutiert und dabei auch Ideen und Ansatzpunkte für mögliche Verbesserungen aufgezeigt worden. Das berichtete der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bistums Speyer, Domkapitular Peter Schappert. Das Domkapitel wolle deshalb jetzt mit den beiden favorisierten Planverfassern in weitergehende Gespräche zur Feinabstimmung ihrer Entwürfe eintreten. „Danach treffen wir dann unsere endgültige Entscheidung und der ausgewählte Investor kann dann seinen Bauantrag an die Stadtverwaltung stellen“, erläuterte Schappert die nächsten Verfahrensschritte.

Die neun Nutzungskonzepte, die der Jury zur Bewertung vorgelegt worden waren, sind vom 23. November bis zum 4. Dezember in den Geschäftsräumen des Gemeinnützigen Siedlungswerks in der Oberen Langgasse 18 in Speyer öffentlich ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind werktags (ohne Mittwoch) von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, Freitags ist der Besuch nur vormittags möglich.

Mitglieder der Jury im Planungs- und Investorenwettbewerb zum Bistumshaus St. Ludwig waren:

Ordentliche Mitglieder im Preisgericht:

·Professor Dipl. Ing. Dietrich Gekeler, Architekt, Karlsruhe (Vorsitzender)

·Professor Dipl. Ing. Bernhard Hort, Heidelberg

·Bernd Reif, Leiter Stadtentwicklung und Bauwesen, Stadt Speyer

·Domkapitular Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien, Bistum Speyer

·Baudirektor Dipl. Ing. Stephan Tschepella, Bistum Speyer

·Dompfarrer Matthias Bender, Bistum Speyer

·Gerhard Müller, Geschäftsführer Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH

Stellvertretende Mitglieder des Preisgerichts

·Dipl. Ing. Alexandra Ruffing, Bischöfliches Bauamt, Bistum Speyer

·Daniela Welter, Stadtplanungsamt Speyer

·Architekt Dipl. Ing. Joachim Becker, Neustadt

·Finanzdirektorin Tatjana Mast, Bistum Speyer

·Kanzleidirektor Wolfgang Jochim, Bistum Speyer

·Prokurist Gerhard Löchel, Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH

Sachverständige Beraterinnen und Berater

·Dipl. Ing. Willi Hildebrandt, Landschaftsarchitekt, Karlsruhe

·Diözesankonservator Dipl. Ing. Wolfgang Franz, Bistum Speyer

·Dr. Ulrich Himmelmann/Helmut Stickl , Bodendenkmale, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

·Dr. Ulrike Weber, Landesdenkmalpflege, Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

·Benjamin Schmitt, Leiter der Abteilung Liegenschaften, Bistum Speyer

·Sabrina Platz, Sachbearbeiterin Abteilung Liegenschaften, Bistum Speyer

·Dipl. Ing. Kerstin Trojan, Stadtentwicklung und Bauwesen, Stadt Speyer

·Dipl. Ing. Architekt Jürgen Alshuth, Denkmal- und Stadtbildpflege, Stadt Speyer

·Steffen Schwendy, Grünflächenamt, Stadt Speyer

·Dipl. Ing. Architekt Thomas Andres, Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer GmbH

Vertreter der vier großen Fraktionen im Speyerer Stadtrat

·Dirk Theobald, Mitglied im Bau- und Planungsausschuss, CDU-Fraktion

·Klaus Seither, Mitglied im Bau- und Planungsausschuss, SPD-Fraktion

·Irmgard Münch-Weinmann, Stadträtin, Fraktion Grüne

·Michael Neugebauer, Mitglied im Bau- und Planungsausschuss, Fraktion SWG


Foto: gc/ Bistum Speyer

23.11.2015


25 Jahre Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz

Ulrike Dietz-Frübis und Naomi Hettich lassen die Puppen Max und Lisa sprechen.Caritas-Kinderschutzdienst feiert sein 25-jähriges gemeinsam mit Kindern der Kindertagesstätte St. Elisabeth und dem Haus für Kinder St. Hedwig mit einer Luftballon-Aktion

Speyer- „Vor was müssen Kinder denn beschützt werden?“, ließ Ulrike Dietz-Frübis, Mitarbeiterin der Kinderschutzdienste des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, die Handpuppe Max fragen. „Wenn sie geschlagen werden“, meinte ein Junge, „oder wenn man sich streitet“, sagte ein Mädchen, die sich in einer kleinen Gruppe in der Kita St. Elisabeth zusammengefunden hatten. „Stimmt, aber auch, wenn ich nicht mitspielen darf und wenn andere sagen, dass ich doof bin“, warf Handpuppe Lisa ein, gespielt von Naomi Hettich vom Kinderschutzdienst. „Man darf sich Hilfe holen, wenn man ausgegrenzt wird,“ findet Puppe Lisa.

Die beiden Expertinnen in Sachen Kinderschutz machten Mut: „Ihr dürft ‚Nein‛ sagen, zum Beispiel wenn Euch Eure Tanten mit Schlabberküssen begrüßen und Ihr das nicht wollt.“ Manchmal werde ein ‚Nein‛ aber leider nicht gehört, bemerkte Naomi Hettich in der Rolle von Lisa. „Dann üben wir das jetzt mal alle gemeinsam“, schlug Max alias Dietz-Frübis vor und forderte die Kinder auf, gemeinsam laut und deutlich „Nein, das will ich nicht!“ zu sprechen.

Um auf die Rechte von Kindern auch außerhalb der Kita aufmerksam zu machen, ließen die Kinder gemeinsam mit den Erzieherinnen und im Beisein der Mitarbeiter der Kinderschutzdienste um 11 Uhr gelbe Luftballons in den Himmel über dem Kita-Garten in der Langensteinstraße steigen.  

Kinder lassen Luftballons steigen.Der Einsatz von Handpuppen sei eine Möglichkeit, insbesondere die kleineren Kinder für ihre eigenen Grenzen, aber auch für die anderer Kinder und im Umgang mit Erwachsenen zu sensibilisieren, so Sabrina Wöhlert, Leitern der Kita St. Elisabeth. Sie war Gastgeberin für die Jubiläumsfeier der Kinderschutzdienste. „Für unsere Erzieher sind die Kinderschutzdienste eine wertvolle Unterstützung, wenn wir Auffälligkeiten im Verhalten unserer Kinder entdecken“, sagt sie.

Auf Anfrage etwa von Kitas oder Sportvereinen würden Fachkräfte der Kinderschutzdienste eingeschaltet, führt Pascal Thümling, Leiter des Caritas-Zentrums Speyer, weiter aus. „Unsere Mitarbeiter beobachten die Kinder zunächst neutral. Wenn sich der Verdachtsfall erhärtet, bieten wir den Kindern und Jugendlichen Beratung an, auch – insbesondere bei den älteren Kindern – ohne das Wissen der Eltern“, sagt er. Dabei gehe es darum, den Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen in ihrer jeweiligen Situation Handlungsoptionen vorzuschlagen. „Wir besprechen zum Beispiel, wohin ein Kind oder ein Jugendlicher sich wenden kann, wenn es zu Hause zu Konfliktsituationen am Wochenende kommt und Beratungsdienste nicht erreichbar sind“, erläutert er eine Möglichkeit des individuellen ‚Notfallkoffers‛. Grundsätzliches Anliegen sei,  neben der Beratung der Kinder ein niederschwelliges Angebot an Familien zu machen, um Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu fördern.

„Oft merken wir, wenn es zu Überforderungen in den Familien kommt, etwa durch Scheidung der Eltern oder der Schwierigkeit, als alleinerziehendes Elternteil Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen. Wir Erzieher versuchen präventiv gegenzusteuern, bevor eine Situation eskaliert, und zeigen Unterstützungsangebote auf“, sagt Kita-Leiterin Wöhlert. „Im Multifamilientraining zum Beispiel, das von der Caritas Ludwigshafen angeboten wird, lernen Eltern, sich gegenseitig zu beraten“, fügt Thümling hinzu.

„Auch der Zuzug von Flüchtlingsfamilien und Kindern ohne Elternbegleitung stellt die Kinderschutzdienste in Zukunft vor neue Herausforderungen“, sagt der Caritas-Zentrums-Leiter. Ziel sei es in jedem Fall, betroffene Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass aus ihnen widerstands- und handlungsfähige Erwachsene werden. Dazu diene auch die Qualitätssicherung, die ein interdisziplinäres Team von qualifizierten Fachkräften garantiere. Die Kinderschutzmitarbeiter würden unter anderem durch Supervision und Fortbildungen in ihrer Arbeit unterstützt. Text und Fotos: Monika Stumpf

23.11.2015


Erklärung zum Buß- und Bettag 2015 von Kirchenpräsident Christian Schad

Speyer- „60 Millionen Menschen sind gegenwärtig auf der Flucht. Not und Perspektivlosigkeit zwingen sie, ihre Heimat zu verlassen. Sie suchen Schutz und Beistand auch bei uns. Indem wir für sie beten, bitten wir Gott um Hilfe. Gleichzeitig ist unser Gebet ein Protest gegen das Vergessen. Es stellt uns auch die Fluchtursachen vor Augen.

Ursachen der Flucht sind Kriege, Verfolgung und der Zusammenbruch staatlicher Ordnungen sowie Auswirkungen des Klimawandels. Durch unfaire globale Handelsbedingungen, die Nichtbeachtung von Menschenrechts- und Umweltstandards, Waffenlieferungen in Spannungsgebiete sowie einen rücksichtslosen Ressourcen- und Energieverbrauch tragen auch wir, trägt auch unser Lebensstil, zu den Ursachen von Flucht bei.

Buße, Umkehr heißt in dieser Situation konkret: die Fluchtursachen zu bekämpfen. Wir müssen umsteuern! Deutschland ist einer der größten Waffenexporteure der Welt. Adressaten sind auch Länder, die die Menschenrechte verletzen. Dabei führt der Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung von Waffenproduktion in unserem Land in die Irre. Die Arbeitskraft der in der Rüstungsindustrie beschäftigten Menschen wird vielmehr in Wirtschaftsfeldern gebraucht, die dem Leben dienen. Wir brauchen gewaltfreie Lösungen der internationalen Konflikte. Wir müssen Hilfe leisten beim Aufbau stabiler demokratischer Strukturen. Je erkennbarer wir Christen als globale Friedenskraft werden, desto deutlicher wird der Ruf, dass Krieg und Terror nicht siegen dürfen.

Eine weitere Fluchtursache ist der anhaltende Klimawandel. Wir Menschen in den wohlhabenden Ländern des Nordens zerstören Lebensraum, den Gott der Menschheit als Ganzer geschenkt hat. Die Folgen tragen zu allererst die Länder des Südens. Aber es gibt keinen Grund dafür, dass Menschen in anderen Teilen der Welt weniger Recht auf Nutzung der Ressourcen dieser Erde haben sollten als wir selbst. Wie extrem unterschiedlich die Anteile gegenwärtig sind, zeigt die jährliche Pro-Kopf-Emission von CO₂. In Deutschland sind es zehn Tonnen, in Ruanda 0,05. Um diese Situation zu verändern, braucht es eine große Transformation bei Produktionsprozessen, Regulierungssysteme und eine Umkehr im Blick auf unseren ganz persönlichen Lebensstil: Welche Produkte konsumieren wir? Wie leben wir, ohne die Umwelt zu zerstören? Wie nehmen wir unsere ökologische Verantwortung wahr?

Wir bekennen Gott als den Schöpfer der Welt. Daraus folgt das Engagement für die natürlichen Lebensgrundlagen, damit die, mit denen wir diese Welt teilen und auch zukünftige Generationen die Möglichkeit zu einem guten Leben haben.“ lk

18.11.2015


„Gewalt ist niemals religiös zu rechtfertigen“

Bischof Wiesemann bringt in einem Brief an Bischof Pansard die Verbundenheit mit dem französischen Partnerbistum angesichts der Terroranschläge von Paris zum Ausdruck

Speyer- Nach den Terroranschlägen in Paris hat der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in einem Brief an Bischof Michel Pansard von Chartres das Mitgefühl und die Verbundenheit der Katholiken des Bistums Speyer mit den Menschen in dem französischen Partnerbistum zum Ausdruck gebracht.

„Die barbarischen, unmenschlichen Terroranschläge von Paris haben die Menschen auch im Bistum Speyer tief erschüttert. Unser Mitgefühl gilt besonders den Opfern und ihren Angehörigen. Wir trauern mit ihnen und allen Menschen, die unter diesem so menschenverachtenden und brutalen Terror leiden.“

Die Anschläge richteten sich gegen die freiheitliche Kultur, die Menschlichkeit, die Freiheit und die Grundwerte unserer Gesellschaft. Die Täter missbrauchten die Religion um ihren Hass und ihre Zerstörung zu begründen. „Aber Gewalt ist niemals religiös zu rechtfertigen“, betont Bischof Wiesemann in dem Schreiben.

„Wir treten für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen ein - überall.“ Es sei falsch, sich durch die Terroristen in einen Kampf der Kulturen oder einen Religionskrieg treiben zu lassen. Stattdessen gehe es darum sich darauf zu besinnen, „dass Haltungen der Friedfertigkeit, des Gewaltverzichts und der Dialogbereitschaft für alle Religionen eine grundlegende Bedeutung haben.“

Weltweit zeigten Menschen als Reaktion auf den Terror Courage, Solidarität und Mitmenschlichkeit und setzten so ein Zeichen dafür, dass sie sich nicht dem Terror beugen wollen. „Das bestärkt auch uns im Vertrauen auf Gott diesen Weg weiterzugehen.“

Weiter schriebt Wiesemann an seinen französischen Amtsbruder: „Wir beten mit Ihnen für die Opfer und ihre Angehörigen. Wir beten darum, dass der Geist Christi, der Geist der Versöhnung und Liebe sich durchsetzt und den Hass vertreibt.“

Text und Foto: is

16.11.2015


Begleiter des Bistums in historischer Zeit

Bereits im 95. Jahrgang: Pilger-Kalender 2016 liegt vor

Speyer- Der Pilger-Kalender 2016 liegt vor. Er erscheint bereits im 95. Jahrgang und gehört damit zu den traditionsreichsten Veröffentlichungen in der Pfalz und Saarpfalz. Breiten Raum im aktuellen Kalender nimmt das Heilige Jahr ein, das Papst Franziskus für 2016 ausgerufen und unter das Leitwort Barmherzigkeit gestellt hat. Beiträge ermöglichen einen Blick in die Geschichte des Heiligen Jahres, beleuchten seine Bedeutung für die Katholiken in der Welt und stellen die Angebote im Bistum Speyer vor. Denn auf Wunsch von Papst Franziskus findet das Heilige Jahr nicht nur in Rom, sondern in allen Diözesen der Weltkirche statt. Besonders einbezogen sind dabei die diözesanen Wallfahrtsorte.

Als weiteren inhaltlichen Schwerpunkt stellt der Pilger-Kalender 2016 alle Patrozinien der 70 neuen Pfarreien des Bistums Speyer vor, die im Rahmen der historischen Neuordnung der Seelsorge gebildet werden. Ein informativer Grundsatzbeitrag über Geschichte und Bedeutung von Patrozinien sowie eine Bistumskarte mit allen 70 neuen Pfarreien und Pfarrsitzen komplettieren diesen Teil des Kalenders. Der Pilger-Kalender beinhaltet wie immer eine breite Themenpalette von interessanten religiösen, historischen und hintergründigen Beiträgen.

Der traditionsreiche Bistums- und Heimatkalender für die Pfalz und Saarpfalz erscheint ab der aktuellen Ausgabe 2016 wieder vollständig unter dem Dach der Peregrinus GmbH in Speyer, die auch die Bistumszeitung „der pilger“ herausgibt. Text und Foto: is


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Peregrinus GmbH – „der pilger“, Hasenpfuhlstraße 33, 67346 Speyer, Telefon 06232/31830, Fax 06232/ 318399, Mail: info@pilger-speyer.de.  Der Pilger-Kalender 2016 hat 132 Seiten und kostet 4,80 Euro (zzgl. 1,65 Euro Porto und Verpackung).

16.11.2015


Gegen das Vergessen protestieren

Christen rufen am Buß- und Bettag zu Solidarität und Umkehr auf

Kaiserslautern/Speyer-  Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad fordert die Christen dazu auf, am Buß- und Bettag ihre Stimme gegen weltweite Kriege, Verfolgungen und die Auswirkungen des Klimawandels zu erheben. „Wir müssen umkehren und die Fluchtursachen bekämpfen“, erklärt Schad. „Unser Gebet ist ein Protest gegen das Vergessen.“ Der Buß- und Bettag ist in der evangelischen Kirche ein Tag der Besinnung und Neuorientierung. In der Kaiserslauterer Stiftskirche findet am 18. November um 17 Uhr ein ökumenischer Solidaritätsgottesdienst zum Thema „Wer ist denn mein Nächster?“ statt.

„Umkehr heißt konkret, die Fluchtursachen zu bekämpfen “, erklärt Kirchenpräsident Christian Schad anlässlich des Buß- und Bettages. „Durch unfaire globale Handelsbedingungen, die Nichtbeachtung von Menschenrechts- und Umweltstandards, Waffenlieferungen in Spannungsgebiete sowie einen rücksichtslosen Ressourcen- und Energieverbrauch trägt unser Lebensstil zu den Ursachen von Flucht bei.“ Wer sich zu Gott als den Schöpfer der Welt bekenne, müsse sich für die natürlichen Lebensgrundlagen engagieren, „damit die, mit denen wir diese Welt teilen und auch zukünftige Generationen die Möglichkeit zu einem guten Leben haben“.

Für die Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtages, Barbara Schleicher-Rothmund (Rheinzabern), ist der Buß- und Bettag „ein Tag, der Raum für Besinnung, Hinterfragen, aber auch für Dankbarkeit“ gibt. Das Anliegen des Feiertages, zu Umkehr und Gebet aufzurufen, müsse immer und unabhängig von politischen oder gesellschaftlichen Ereignissen gelten, meint Schleicher-Rothmund. Die Rolle der Kirche sei es, zu handeln, zu raten und zu mahnen und die Richtung vorzugeben, erklärt die SPD-Politikerin, die der letzten Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz als berufenes Mitglied angehörte.

Den Vorsteher der Diakonissen Speyer-Mannheim, Günter Geisthardt, erinnert der Buß- und Bettag „an die Notwendigkeit, persönliche Fragen und aktuelle Probleme im Zusammenhang des Glaubens zu bedenken und zu fragen, wo wir unter Umständen persönlich oder gesellschaftlich auf einem falschen Weg sind – auch im Gebet“. Die konkreten Anlässe und Herausforderungen wandelten sich, doch das ursprüngliche Anliegen des Buß- und Bettages bleibe aktuell, erklärt der Theologe, „gerade wenn Herausforderungen wie der globale Klimawandel oder die Flüchtlingsströme zum Beten, Umdenken und Handeln nötigen“. Dabei habe die Kirche der Politik keine konkreten Problemlösungen vorzuschreiben. „Aber sie hat die Chance, unter Rückgriff auf die biblischen Überlieferungen andere Perspektiven und Erfahrungen in öffentliche Debatten einzubringen als andere Akteure. Dies gilt aktuell ganz besonders für den Umgang mit Flüchtlingen, der schon im Alten Testament ein wichtiges Thema ist.“

Am Buß- und Bettag, dem 18. November, feiern die evangelische und die katholische Kirche zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund in Kaiserslautern zum zehnten Mal einen ökumenischen Solidaritätsgottesdienst. Im Mittelpunkt der Feier, die um 17 Uhr in der Stiftskirche beginnt, steht die Frage „Wer ist denn mein Nächster?“. Kanzelredner ist Jörg Köhlinger, Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte. Der Gottesdienst wird mitgestaltet von Pfarrer Sascha Müller, Pastoralreferent Thomas Eschbach, Dekanin Dorothee Wüst und DGB-Regionalvorsitzendem Michael Detjen. Claudia Botzner sorgt an Orgel, Saxofon und Klarinette für den musikalischen Rahmen.

Der Buß- und Bettag wurde 1532 erstmals in Straßburg eingeführt und in der Bundesrepublik 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag abgeschafft. In diesem Jahr wird der Buß- und Bettag am 18. November begangen. Damit endet auch die Friedensdekade 2015. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Grenzerfahrungen“.lk

14.11.2015


Karl Gerhard Wien wird 80

Am 14. November feiert Pfarrer Karl Gerhard Wien, langjähriger Leitender Direktor der Diakonissen Speyer-Mannheim, seinen 80. Geburtstag.

Speyer- Der Theologe stand dem sozialdiakonischen Unternehmen von 1972 bis 2001 vor, begleitete in seiner Amtszeit zahlreiche Erweiterungsbauten im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer, die Einrichtung des Hospizes im Wilhelminenstift als erstes stationäres Hospiz in Rheinland-Pfalz, die Neugestaltung von Bethesda Landau, die Einweihung der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Ludwigshafen sowie die Einweihung von Seniorenzentren in Speyer, Kirchheimbolanden und Homburg. Wien führte außerdem erste richtungsweisende Gespräche, die drei Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit zur Fusion des Evangelischen Diakonissenkrankenhauses mit dem städtischen Stiftungskrankenhaus führten. Der gebürtige Speyerer arbeitete zunächst mit Oberin Diakonisse Hildegard Kalthoff im Vorstand, ab 1976 mit Sr. Ilse Wendel, anschließend mit ihrer Nachfolgerin Sr. Elfriede Brassat.

Der Jubilar hat außerdem in verschiedenen Gremien und Gesellschaften mitgewirkt. Er hatte beispielsweise den Vorsitz im Hauptausschuss des Diakonischen Werks Pfalz, war Mitglied im Vorstand und Präsident der Generalkonferenz des Kaiserswerther Verbandes, Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz und Mitglied im Vorstand der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Bis heute ist Karl Gerhard Wien dem Mutterhaus eng verbunden. Er singt im Chor, pflegt Kontakte zu den Diakonissen und feiert seinen Geburtstag mit einem Benefizkonzert im Mutterhaus. Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

12.11.2015


900 000 Euro für zusätzliches Personal in der Flüchtlingshilfe des Bistums Speyer

Caritasverband richtet 15 neue Stellen in der Beratungsarbeit und Ehrenamtskoordination ein  

Speyer-
Der Caritasverband für die Diözese Speyer plant 15 neue Personalstellen in der Flüchtlingsarbeit und investiert dafür rund 900.000 Euro. Das Geld stammt aus dem 1,5 Millionen Euro-Topf des Bischofs, mit dem dieser die diözesane Hilfsaktion „Teile und helfe“ im September ausgestattet hatte. Die Aktion ist die Antwort des Bistums Speyer und seines Caritasverbandes auf die aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit.

Damit steigt der Verband zum einen in die Asyl-Verfahrensberatung in den Erstaufnahmestellen Speyer, Kusel und Zweibrücken ein. Zum anderen wird in den acht Caritas-Zentren die Flüchtlingsberatung in den Bereichen Schwangerschaft und Migrations- und Sozialberatung erweitert. Auch die Gemeindecaritas für den Bereich Ehrenamtskoordination wird verstärkt.

Für die Begleitung von Flüchtlingen in einem Stadtteil von Kaiserslautern, in Landstuhl und im nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis stellt der Verband eigene Sozialarbeiterinnen ein. Auch in den Warenkorb-Kaufhäusern, wo sowohl die Menge der Sachspenden als auch deren Nachfrage stark angestiegen sind,  wird es personelle Verstärkung geben.

Über die vom Caritasverband selbst eingebrachte Summe hinaus werden diese Stellen teilweise durch die Kommunen oder Landkreise und über Fördermittel des Deutschen Caritasverbandes, des Bundes und der Europäischen Union gefördert.

Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer

11.11.2015


Broschüre zu neuem Seelsorgekonzept des Bistums Speyer

25-seitige Publikation macht Grundlinien des neuen Seelsorgekonzepts deutlich – Anregungen für die bisherigen Pfarrgemeinden zum Zusammenwachsen in der neuen Pfarrei

Speyer- Das Bistum Speyer hat eine Broschüre zur Einführung in sein neues Seelsorgekonzept veröffentlicht. Auf 25 Seiten werden die wesentlichen Inhalte des Konzepts mit dem Titel „Der Geist ist es, der lebendig macht“ dargestellt. „Die Broschüre ist eine Einladung, die frischen Impulse im neuen Seelsorgekonzept zu entdecken und daraus neue Freude am Evangelium zu schöpfen“, empfiehlt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Lektüre.

Das Heft beinhaltet eine Einführung in die Grundlagen, die verschiedenen Dimensionen und die leitenden Perspektiven der Seelsorge im Bistum Speyer. Es erläutert das neue Modell der „Pfarrei in Gemeinden“ und liefert eine Übersicht zu den 70 neuen Pfarreien, die zu Beginn des Jahres 2016 anstelle der bisher 346 Pfarrgemeinden im Bistum Speyer errichtet werden. Beschrieben werden unter anderem die Zusammensetzung und die Aufgaben der Gremien in den neuen Pfarreien. „Durch die Vereinbarung von Standards für die Seelsorge haben die Pfarreien eine verlässliche Hilfe und Orientierung bei der Entwicklung ihrer eigenen pastoralen Konzepte“, erklärt Bischof Wiesemann. Neben Informationen zur Vermögensverwaltung und den zentralen Pfarrbüros wird auch die Funktion der neuen Regionalverwaltungen dargestellt. Sie sollen die Pfarreien künftig von Verwaltungsaufgaben entlasten.

Außerdem vermittelt das Heft Anregungen, wie die bisherigen Pfarrgemeinden in der neuen Pfarrei zusammenwachsen können. „Wir geben Impulse, wie die Gemeinden über den eigenen Kirchturm hinaus Kontakte knüpfen und als größere Gemeinschaft in der neuen Pfarrei zusammenfinden können“, erläutert Domkapitular Franz Vogelgesang, der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats. Mehrere Vorschläge und Aktionsideen, zum Beispiel zum Bibel-Teilen, sollen eine Begegnung und vertiefte Auseinandersetzung mit den theologischen Schwerpunkten des neuen Seelsorgekonzepts ermöglichen. is

Die Broschüre „Einführung in das neue Seelsorgekonzept“ ist erhältlich bei:

Bischöfliches Ordinariat
Kleine Pfaffengasse 16
67346 Speyer
Telefon 06232 / 102-209
info@bistum-speyer.de

10.11.2015


"Unsere geschundene Schöpfung braucht Klimapilger"

v.l.: Weihbischof Otto Georgens (Bistum Speyer), Dekan Alban Meißner (Katholisches Dekanat Ludwigshafen), Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner (Evangelische Kirche der Pfalz), Dekanin Barbara Kohlstruck (Protestantischer Kirchenbezirk Ludwigshafen), Hr. Sawatzki (Mennonitengemeinde Ludwigshafen). v.l.: Weihbischof Otto Georgens (Bistum Speyer), Dekan Alban Meißner (Katholisches Dekanat Ludwigshafen), Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner (Evangelische Kirche der Pfalz), Dekanin Barbara Kohlstruck (Protestantischer Kirchenbezirk Ludwigshafen), Hr. Sawatzki (Mennonitengemeinde Ludwigshafen).

Ökumenischer Gottesdienst zum Auftakt des Klimapilgerweges von Ludwigshafen nach Metz vom 8. bis 14. November

Ludwigshafen- „Geht doch!“ ist das Motto der Aktion "Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit" und es war der Titel des ökumenischen Gottesdienstes am Samstagabend in der Kirche St. Ludwig in Ludwigshafen. Hier feierten Vertreter der katholischen und protestantischen Kirche sowie der Mennonitengemeinde gemeinsam einen facettenreichen Auftakt für die Etappe von Ludwigshafen ins französische Metz, die am heutigen Sonntagmorgen startete. Für die katholische Kirche wirkten Weihbischof Otto Georgens und Dekan Alban Meißner mit, für die Evangelische Kirche der Pfalz Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner und Dekanin Barbara Kohlstruck.

Mit dem Klimapilgern soll ein Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung, für den Klimaschutz und für mehr globale Gerechtigkeit gesetzt werden. Auf ihrem Weg machen die Pilger an geistlichen Orten halt und bei vorbildlichen Klimaschutz-Projekten, stoppen aber auch an ökologischen "Schmerzpunkten", die zeigen, dass sich die Menschen weiter intensiv um Klimaschutz kümmern müssen. Mitte September starteten Pilger in Flensburg in Richtung Paris. Dort beginnt am 30. November die UN-Klimakonferenz, wo ein neues internationales Klimaabkommen beschlossen werden soll. Die Etappe von Ludwigshafen nach Metz ist der südliche Zulauf des Klimapilgerwegs. Die Aktion Klimapilgern wird von einem breiten Bündnis aus Landeskirchen, Diözesen, christlichen Entwicklungsdiensten, Missionswerken und (Jugend-)Verbänden, einzelnen Personen, Gruppen und Jugendgruppen getragen.

Weihbisch Otto Georgens (rechts) mit Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner bei der Predigt.Weihbischof Otto Georgens und Oberkirchenrat Michael Gärtner, die die Predigt in Dialogform hielten, spannten einen weiten Bogen von Jesus bis in die Gegenwart. Sie erinnerten daran, dass Jesus selbst zum Handeln aufrief. Seine Jünger folgten der Aufforderung und bewegten Großes: Durch Worte und Taten schufen sie eine weltumspannende Gemeinschaft. Der Missionsbefehl, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden, gilt nach wie vor, betonte Gärtner. Um das zu verdeutlichen, beriefen sich der Oberkirchenrat und der Weihbischof auf Franz von Assisi, der zu allen Geschöpfen – auch Blumen und Tieren – gepredigt habe. Sie nannten ihn ein Vorbild. "Das Evangelium verkünden – das geht nur ganzheitlich, mit Blick auf die Einmaligkeit und Würde eines jeden Geschöpfes", brachte es Otto Georgens auf den Punkt. "Gottes Heil betrifft nicht nur meine Seele, sondern die ganze von Gott geschaffene Welt." Gärtner knüpfte an: Franz von Assisi habe die Menschen nicht aufs Jenseits vertröstet, sondern im Jetzt gehandelt, weil er an Gott glaubte. Beide machten deutlich, dass das Klimapilgern als Antwort auf Jesu Missionsbefehl zu sehen ist. Der Weg der Klimapilger "ist ein echter Pilgerweg: religiös motiviert und missionarisch ausgerichtet", betonte der Weihbischof. Gärtner fuhr fort: "Wer als Klimapilger unterwegs ist, macht ernst mit dem Wort Jesu: 'Geht und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.'"

Die Mitwirkenden spenden den Segen (von links): Dekan Alban Meißner (Katholisches Dekanat Ludwigshafen), Weihbischof Otto Georgens (Bistum Speyer), Dekanin Barbara Kohlstruck (Protestantischer Kirchenbezirk Ludwigshafen), Oberkirchenrat Dr. Michael Gärtner (Evangelische Kirche der Pfalz), Hr. Sawatzki (Mennonitengemeinde Ludwigshafen).Georgens und Gärtner wünschten sich zahlreiche Klimapilger. "Unsere geschundene Schöpfung braucht Klimapilger", sagte der Weihbischof. Die Welt brauche Menschen, die auf den Zusammenhang von gravierenden Umwelt- und gesellschaftlichen Probleme aufmerksam machen und die die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zum Umdenken aufrufen.

Anschließend sprach ein Klimapilger aus dem Rhein-Main-Gebiet über seine Erlebnisse und gab symbolisch den Staffelstab an die Ludwigshafener weiter. Vertreterinnen der evangelischen Jugend Hessen und Nassau berichteten von ihrer Jugend-Klimakonferenz. Gemeinsam mit jungen Leuten aus vielen verschiedenen Ländern hatten sie sich über nachhaltige Projekte informiert. Die Ideen, die sie sammelten, packten sie symbolisch durch verschiedene Dinge in einen kleinen Karton und übergaben ihn den Pfälzern mit dem Auftrag, ihn mit nach Paris zu nehmen.

Was Georgens und Gärtner in ihrer Predigt darlegten, spiegelte sich in den Fürbitten wider, so der Wunsch, Gott gebe den Menschen den ernsthaften Willen, die Schöpfung zu bewahren und dass er die Menschen erkennen lässt, welche Verantwortung sie tragen. Auch in den Fürbitten kamen die Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet und Hessen zu Wort.

Dekanin Barbara Kohlstruck vom Protestantischen Kirchenbezirk Ludwigshafen lobte ausdrücklich die Band "Sanctos & Frieds" für die musikalische Gestaltung. Text und Fotos: Yvette Wagner

08.11.2015


Erklärung von Kirchenpräsident Christian Schad zur Entscheidung des Deutschen Bundestages über die Sterbehilfe

Bremen/Speyer (lk). Ich begrüße die Entscheidung des Bundestages, die ein Verbot organisierter Hilfe bei der Selbsttötung ausspricht – und so Sterbehilfevereinen die Grundlage ihres Handelns entzieht. Damit wird der geschäftsmäßigen Werbung für den Suizid und den auf Wiederholung angelegten Angeboten ein Riegel vorgeschoben. Niemand darf Geschäfte mir der Not von Menschen machen.

Anders würde der oft verzweifelte und ambivalente Todeswunsch nicht mehr als Hilferuf verstanden, sondern es gäbe eine generelle Norm, ihm zu entsprechen. Der Weg zur Tötung auf Verlangen wäre, wie die Niederlande und Belgien zeigen, geebnet.

Ich heiße die Entscheidung des Bundestages auch deshalb der Situation sterbender Menschen angemessen, weil sich damit die Rechtslage für Ärzte, die in tragischen Ausnahmefällen Suizidassistenz leisten, nicht verschärft hat. Somit ist die Differenz zwischen einer generellen Norm bzw. einem verbrieften Anspruch auf Suizidassistenz einerseits und einer individuellen Einzelentscheidung andererseits gewahrt.

Auch ist es ein entscheidender Unterschied, ob der behandelnde Arzt, der ein Vertrauensverhältnis zum Patienten aufgebaut hat, eine solche Entscheidung trifft, oder ob eine Organisation durch unbekannte Dritte in bewusst anonymer Atmosphäre Suizidassistenz leistet.

Dieses Urteil leitet auch dazu an, die Beweggründe, die zum Ruf nach assistiertem Suizid führen, ernst zu nehmen. Also die Angst, vor langem, einsamen Sterben bzw. die Angst vor einer medizinischen Maximalversorgung, die das Sterben unnötig verlängert. Statt Beihilfe zum Suizid ist vielmehr Hilfe und Nähe beim Sterben gefordert; auch der situationsgerechte Übergang von einer Therapie zum palliativen Beistand im Sterben.

Insofern plädiere ich für eine Intensivierung der Palliativmedizin und eine flächendeckende Versorgung durch ambulante Hospizdienste bzw. stationäre Hospizhilfe.

06.11.2015


Restaurierungsmaßnahmen am Dom erfolgreich beendet

Sakristei-Außenwand und Fenster des Mittelschiffs gereinigt und ausgebessert

Speyer- Während der Sommermonate waren die Gerüste an den Dom zurückgekehrt. Rechtzeitig vor dem Winter sind die Arbeiten im Außenbereich nun abgeschlossen und der Dom ist außen „gerüstfrei“. Ausgebessert und gereinigt wurden die Fenstern des Obergadens und die Südseite der Sakristei.

An der Außenwand der Sakristei erfolgte die Instandsetzung von Sandsteinen und Metallteilen, wobei auf die Verwendung historischer Materialien wie etwa Bleiwolle für Fugen wertgelegt wurde.

An der Südseite wurde geschädigter Sandstein ersetzt und Fugen neu verbleit. Witterung oder Rostsprengung hatten dem Sandstein hier zugesetzt. Auch Schäden, die durch Baumaßnahmen früherer Jahrhunderte entstanden waren, wurden gemildert:Bei den jüngsten Arbeiten war an Hand von Resten deutlich geworden, dass die Außenfassade der Sakristei vormals reich mit Gesimsen verziert gewesen sein muss. Durch das Abschlagen dieser Gesimse wurde die Wasserableitung gestört. Mittels neuer Solbänke und nach innen verlegten Fenstergittern wurde der Versuch gemacht, die Situation zu verbessern. Am Türmchen der Sakristei wurde der zum Teil hohl liegende Zementputz abgenommen und durch einen Kalkputz ersetzt.

So wie die Fenster eines Wohnhauses dann und wann der Sanierung bedürfen, ist dies auch bei einer Kathedrale notwendig. Die Obergadenfenster des Speyerer Doms wurden zuletzt im 19. Jahrhundert komplett erneuert und nun von Grund auf überarbeitet: gebrochene Glasscheiben wurden erneuert, die Fenster gereinigt, lose Scheiben fixiert und die Scheiben im Anschlussbereich der Gewände neu eingeputzt, wobei der Farbton dem der umliegenden Mauersteine angepasst wurde. Bei den Arbeiten an den Metallelementen wurden die nach 1960 ergänzten unteren Bereiche der Fenster in Form und Verbleiung den oberen, älteren Bereichen angeglichen um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erreichen. Im Rahmen der Restaurierung wurden auch alle Fenster gereinigt, was bei Wintersonne besonders gut zur Geltung kommt.

Beide Maßnahmen, die an der Sakristei und an den Fenstern des Mittelschiffs, gehören zu immer wiederkehrenden Bauaufgaben am Dom. „Turnusmäßig und ohne große Überraschungen“ sind die Arbeiten, laut Dombaumeister Mario Colletto, verlaufen. „Dabei weisen die neuesten Maßnahmen, nämlich die der Restaurierungen der 1960er Jahre, heute die meisten Schäden auf. Etwa der Zementputz des Sakristeiturms oder die Verfugungen aus dieser Zeit“ berichtet der Dombaumeister.

Bedingt durch die Größe der Fläche, aufwendiger Bauuntersuchungen, der Verwendung historischer Techniken und der Notwendigkeit, große Gerüste zu errichten, sind Baumaßnahmen am Dom mit hohen Kosten verbunden. Finanziert wurden Maßnahmen des Jahres 2015 durch das Domkapitel Speyer und die Diözese Speyer, wobei die im Dom erhobenen Eintrittsgelder in diese Mittel einfließen. Unterstützung gewährte das Land Rheinland-Pfalz und der Dombauverein Speyer. „Besonders wertvoll ist für uns das Engagement des Dombauvereins, der uns regelmäßig und zuverlässig unterstützt“, so Domkustos Peter Schappert. „Die verlässliche finanzielle Zuwendung des Vereins hilft uns, auch außerhalb großer Einzelprojekte eine wichtige Kontinuität beim Bestandserhalt zu erzielen“.

Foto: Domkapitel Speyer

06.11.2015


3.297 Jahre gelebte Diakonie

Jubilare mit Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt (l.)

Speyer- 115 Mitarbeitende verschiedener Einrichtungen der Diakonissen Speyer-Mannheim feiern in diesem Jahr ihr mindestens 25jähriges rundes Mitarbeiterjubiläum. Viele von ihnen ließen sich am 4. November im Speyerer Mutterhaus für ihre 25-, 30-, 35-, 40- oder gar 45jährige Betriebszugehörigkeit ehren. Zusammen bringen sie es auf 3.297 Jahre in dem sozialdiakonischen Unternehmen.

Vorsteher Pfarrer Dr. Günter Geisthardt zollte den Jubilaren Anerkennung dafür, dass sie ihre Arbeit in den jeweiligen Berufen „mit Sachverstand, Empathie und Freundlichkeit“ ausfüllen – auch im Angesicht äußerer Einflüsse, die den Arbeitsalltag belasten könnten. „Auch diakonische Unternehmen müssen sich auf dem Markt behaupten“, erklärte Geisthardt bei der Ehrung der langjährig Mitarbeitenden, brachte aber gleichzeitig Beispiele für das besondere Miteinander gerade in diakonischen Unternehmen an.

„Stolz, dass es die Diakonissen Speyer-Mannheim mit ihren vielfältigen Mitarbeitenden gibt“ sei das Diakonische Werk, betonte Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr, der den Jubilaren Kronenkreuze in Gold als höchste Anerkennung der Diakonie Deutschland überreichte. „Sie leben das, was gepredigt wird: Das Vertrauen in Kirche lebt von diakonischer Arbeit“, sagte Bähr, bevor Michael Hemmerich die Glückwünsche der Mitarbeitervertretungen der Diakonissen Speyer-Mannheim und ihrer Gesellschaften überbrachte und der Abend zu Klängen des Saxofonquartetts „Sax4Fun“ ausklang.   Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

06.11.2015


Gisela Büttner verstorben

Trauer um ehemalige Beiratsvorsitzende der „Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind“

Speyer/Kaiserslautern-. Im Alter von 88 Jahren verstarb am 3. November Gisela Büttner, ehemalige Beiratsvorsitzende der „Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind“ im Bistum Speyer. Die frühere Vizepräsidentin des rheinland-pfälzischen Landtages und CDU-Landtagsabgeordnete aus Kaiserslautern war jahrzehntelang nicht nur politisch und gesellschaftlich sondern auch kirchlich engagiert. Sie setzte sich besonders für die Förderung von Ehe und Familie und den Schutz ungeborener Kinder ein. Im Zuge der Neuordnung der kirchlichen Schwangerenberatung im Jahr 2000 übernahm sie den Vorsitz der damals neu gegründeten „Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind“, den sie bis 2010 inne hatte.

In einem Nachruf würdigt Marlies Kohnle-Gros, Vorsitzende des Beirates der „Bischöflichen Stiftung für Mutter und Kind“, das Engagement von Gisela Büttner:

„Sie hat diese Aufgabe sehr ernsthaft wahrgenommen und alle Sitzungen des Beirats akribisch vorbereitet und selbst geleitet. Bei der Themenauswahl lag ihr ganz besonders der Lebensschutz von Anfang an am Herzen. Politische Entscheidungen, die den Lebensschutz aufweichen sollten, hat sie stets kritisch, fachlich fundiert aber bestimmt kommentiert, in den Beiratssitzungen, in der Presse und auch durch Briefe an die politischen Entscheidungsträger. Damit hat sie dem Lebensschutz eine Stimme verliehen.

Die Beiratsmitglieder hat sie immer wieder damit überrascht, dass sie an persönlichen Ereignissen wertschätzend Anteil nahm und den Beirat anlässlich der turnusmäßigen Dezembersitzung in Kaiserslautern im Anschluss mit ausgesuchten Köstlichkeiten bewirtete.

Der Beirat der Bischöflichen Stiftung ist tief betroffen und dankbar für zehn Jahre intensive Zusammenarbeit und das gemeinsame Ringen um Positionen und Stellungnahmen, die der Würde und den Rechten der schwangeren Frauen und der Würde und dem Recht des ungeboren Lebens dienten.“

Für ihr kirchliches Engagement erhielt Gisela Büttner 1996 den päpstlichen Silvesterorden. 2002 wurde sie von Papst Johannes Paul II mit dem päpstlichen Gregoriusorden geehrt. Sie war im Diözesansteuerrat und im Diözesanpastoralrat aktiv. Anlässlich ihres 80. Geburtstages überreichte Weihbischof Otto Georgens Büttner das „Ehrenzeichen des Deutschen Caritasverbandes in Gold“. Sie war außerdem Trägerin der Pirminiusplakette. is

05.11.2015


Kirchengerichtshof verwirft Beschwerde

Rechtsstreit: Landauer Mitglieder können an Sitzungen der Landessynode teilnehmen

Speyer- Die Beschwerde des Landauer Pfarrers Friedhelm Hans gegen die Eilentscheidung des Verfassungs- und Verwaltungsgerichts der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist vom Kirchengerichtshof der EKD verworfen worden. Somit können die Synodalen des Kirchenbezirks Landau, Volker Janke, Eberhard Rau und Ulrich Sarcinelli, bis zu einer endgültigen Entscheidung im laufenden Klageverfahren weiterhin an den Sitzungen der Landessynode teilnehmen. Der Kirchengerichtshof habe sich für nicht zuständig erklärt, teilte Oberkirchenrätin Karin Kessel am Dienstag mit.

In dem Rechtsstreit geht es um die drei von der Bezirkssynode Landau in die Landessynode gewählten Vertreter – den Landauer Dekan Volker Janke, Chefarzt Eberhard Rau und Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli. Die Wahlen waren von Hans u.a. mit der Begründung angefochten worden, die beiden weltlichen Vertreter gehörten keinem Presbyterium an und dies sei in der Wahlsitzung nicht bekannt gewesen. Dies entspreche nicht dem Wesen der pfälzischen Landeskirche.

Sowohl Landeskirchenrat als auch Kirchenregierung hatten den Einspruch des Landauer Pfarrers als unbegründet zurückgewiesen. Eine Entscheidung über die hiergegen erhobene Klage steht noch aus. Die neu gewählten Landauer Landessynodalen sollten jedoch erst in ihre Ämter eingeführt werden, wenn das Verfahren vor dem Verfassungs- und Verwaltungsgericht der Landeskirche abgeschlossen sei. Dagegen wiederum hatten die drei Betroffenen mit einem Eilantrag vor dem Verfassungs- und Verwaltungsgericht um einstweiligen Rechtsschutz nachgesucht. Das Gericht hatte ihrem Begehren antragsgemäß stattgegeben und die drei Synodalen vorläufig zur Landessynode zugelassen. lk

03.11.2015


Schad: Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen und Migranten abbauen

Dekan Peter Butz (links) und Kirchenpräsident Christian Schad gestalteten den Reformationsgottesdienst in der Alexanderskirche in Zweibrücken Dekan Peter Butz (links) und Kirchenpräsident Christian Schad gestalteten den Reformationsgottesdienst in der Alexanderskirche in Zweibrücken

In seiner Predigt am Reformationstag ruft der pfälzische Kirchenpräsident zur Nächstenliebe auf

Zweibrücken- Anlässlich des Reformationsfestes hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad die Protestanten dazu aufgerufen, Mauern und Vorbehalte abzubauen und den Kontakt zu Flüchtlingen und Migranten zu suchen. „Laden wir die neuen Bürger in unsere Gemeindehäuser ein. Feiern wir miteinander und beten wir für sie“, sagte Schad laut Redemanuskript in seiner Predigt im Reformationsgottesdienst in der Zweibrücker Alexanderskirche. Im Anschluss an den Gottesdienst besuchte Schad die Flüchtlingsaufnahme-Einrichtung auf dem Zweibrücker Flughafen.

Das Reformationsfest sei ein Fest der Freiheit, sagte der Kirchenpräsident. Christus befreie dazu, andere mit den Augen der Liebe zu sehen. Freiheit bedeute auch Einsatz für den Nächsten in Not. Schad appellierte daher an die Gläubigen, den Flüchtlingen hier Lebenschancen zu ermöglichen. „Die herrliche Freiheit der Kinder Gottes ist keine Ellbogenfreiheit. Wer von Freiheit redet und sich damit die soziale Verpflichtung vom Leib halten will, kann sich ganz bestimmt nicht auf den christlichen Glauben berufen“, sagte Schad.

Die Freiheitsbotschaft des Evangeliums gelte auch für jene, die ihrem Glauben und Gewissen folgen wollten, aber daran gehindert würden; die auf der Flucht seien und an Leib und Seele bedroht würden, sagte Kirchenpräsident Schad. Zu lange hätten auch Christen zugeschaut, wie sich in vielen Regionen der Welt Kriege ausbreiteten und Menschen zur Flucht gezwungen worden seien. Der Kirchenpräsident sprach denjenigen seinen Dank aus, die den Flüchtlingen Hilfe leisteten und ihnen ihre Herzen und Türen öffneten: „So können wir für diese Menschen Heimat werden, damit sie bei uns neue Wurzeln schlagen.“ Text und Foto: lk

31.10.2015


Gemeinsames Wort der Kirchen zum 75. Jahrestag der Deportation nach Gurs am 22. Oktober 1940

Wenn wir in diesem Jahr der Deportation jüdischer Mitmenschen nach Gurs vor 75 Jahren gedenken, dann tun wir dies nicht nur, um die Erinnerung an diese schrecklichen Geschehnisse wach zu halten, sondern auch um dafür zu sensibilisieren, dass solche Gräueltaten nie wieder geschehen dürfen. Gerade auch die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie der Blick in andere Länder fordern uns heraus, uns zu Wort zu melden, wenn die Würde des Menschen angetastet oder gar mit Füßen getreten wird.

Am frühen Morgen des 22. und 23.Oktober 1940 wurden über 6.500 badische, pfälzische und saarländische Juden und Christen jüdischer Abstammung von den Nazis festgenommen, in Züge verfrachtet und in das Internierungslager Gurs am Fuße der südfranzösischen Pyrenäen verschleppt. Dieser Ort wurde so für die jüdischen Mitmenschen aus unseren Städten und Gemeinden für Alte, Kranke, Männer, Frauen, Kinder und Babys zum Ort des Verderbens.

Mit dieser verbrecherischen Aktion wurde das jüdische Leben in Baden, der Pfalz und im Saarland langfristig und grundlegend zerstört, Mitbürgerinnen und Mitbürger ihrer Heimat beraubt.

Was damals geschah, vollzog sich vor aller Augen. Als die Gauleiter Badens und der Saarpfalz ihre Gaue stolz als „judenrein“ meldeten, erhoben sich kein Sturm der Entrüstung und kein wahrnehmbarer Protest. „Der Abtransport ging in aller Ordnung vor sich“, so notierte lapidar der Freiburger Polizeibericht. Längst hatte sich angebahnt, was dann bei der berüchtigten Wannsee-Konferenz 1942 auf den Begriff der Endlösung gebracht wurde. Für Tausende jüdischer Menschen endete ihr Leidensweg nach Gurs schließlich in Zügen in die Vernichtungslager von Majdanek, Sobibor oder Auschwitz.

Die Schwestern und Brüder des jüdischen Gottesvolkes feierten in jenen Tagen, in denen sie die Deportation erleiden mussten, das Laubhüttenfest: die Bewahrung des Volkes Israels auf seinem Zug durch die Wüste, aus der Knechtschaft ins Land der Verheißung. Doch die Oktobertage des Jahres 1940 verkehrten diesen jüdischen Freiheitszug in einen Trauermarsch der Diffamierten und Entrechteten.

Anlässlich des diesjährigen Jahrestages der Deportation erkennen und bekennen wir: Kirchen und Christenmenschen haben zur Bedrohung und Vernichtung jüdischen Lebens in der deutschen Geschichte allzu oft geschwiegen oder sie gar befördert. Auch vor 75 Jahren war das nicht anders. Tatenlos standen die Kirchen dem Geschehen gegenüber, wo entschlossenes Handeln gefragt gewesen wäre; sprachlos dort, wo der Aufschrei der Kirchen hätte hörbar werden müssen.

Im Gedenken an die Opfer bekennen wir heute ohne Wenn und Aber unsere Schuld.

In ökumenischer Verbundenheit suchen wir heute Wege, um unsere Beziehung zu Israel und zum Judentum zu erneuern. Dabei trägt uns die Einsicht in die unverbrüchliche Geltung des Bundes Gottes mit seinem Volk. Die Kirchen, die zu „Gurs“ geschwiegen haben, erheben heute ihre Stimme gegen Antisemitismus und Rassismus, treten ein für die Rechte anderer und rufen auf zu politischer Wachsamkeit und Zivilcourage.

Unsere Kirchen in der Pfalz und in Baden begrüßen und fördern nach Kräften Initiativen und Einrichtungen, die sich der Neugestaltung des Verhältnisses von Judentum und Christentum widmen und Begegnungen zwischen jüdischen und christlichen Menschen ermöglichen.

Sie unterstützen die Bemühungen aller Menschen guten Willens, das menschenverachtende Geschehen von Gurs nicht dem Vergessen zu überlassen. Hoffnungsvoll blicken wir auf die Bereitschaft vieler junger Menschen, das Wahrnehmen und Aufarbeiten der Schuld in der Vergangenheit mit einem Erinnern zu verbinden, das auch die Gegenwart und die Zukunft Israels und des Judentums im Blick hat. Dafür steht als Beispiel das Ökumenische Jugendprojekt Mahnmal in Neckarzimmern.

Möge das Gedenken an „Gurs“ im Jahre 2015 ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu gegenseitiger Achtung, zu Respekt und Geschwisterlichkeit zwischen jüdischen und christlichen Menschen werden. Möge der Wunsch aus Psalm 122 in Erfüllung gehen: Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit.

Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh  Evangelische Landeskirche in Baden

Erzbischof Stephan Burger Erzdiözese Freiburg

Kirchenpräsident Christian Schad Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)

Bischof Dr.Karl-Heinz Wiesemann Diözese Speyer

24.10.2015


Joachim Weller wird neuer Domkantor am Speyerer Dom

Auf den Nachfolger von Alexander Lauer warten vielfältige musikalische Aufgaben

Speyer- Jochim Weller wird zum 1. September neuer Domkantor am Speyerer Dom. Das hat das Domkapitel beschlossen. Joachim Weller tritt die Nachfolge von Alexander Lauer an, der zum Domkapellmeister am St.-Paulus-Dom in Münster berufen wurde.

Joachim Weller (26) stammt aus Steinebach/Sieg im Westerwald. Ab 1998 erhielt er Klavierunterricht bei Prof. Natalie Zinzadse in Aachen. Mit zwölf Jahren nahm er den ersten Orgelunterricht.

Im Dezember 2004 wurde er mit dem „Förderpreis für junge Musiker“ der „Arndt-Adorf-Stiftung“ in Betzdorf/Sieg ausgezeichnet. Von 2005 bis 2009 war Joachim Weller Jungstudent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Johannes Geffert im Fach Orgel. Zudem ist er mehrfacher Preisträger auf Landes- und Bundesebene des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ in den Kategorien Orgel Solo, Duowertung und Klavierbegleitung.

Nach dem Abitur absolvierte Joachim Weller ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Kölner Dommusik/Musikschule des Kölner Domchores. Außerdem ist er Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Siegen. Derzeit studiert er im Masterstudiengang Kirchenmusik sowie Lehramt Musik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln in der Orgelklasse von Prof. Johannes Geffert und Domorganist Prof. Dr. Winfried Bönig, sowie in der Chorleitungsklasse von Prof. Robert Göstl und Prof. Reiner Schuhenn.

Regelmäßige Orgelkonzerte - unter anderem als Solist gemeinsam mit dem Heidelberger Kantatenorchester und im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz - ergänzen seine musikalische Ausbildung. Von 2010 bis 2014 wirkte er als Organist und Chorleiter in der Pfarrei „Sankt Marien“ in Hachenburg im Westerwald. Seit Januar 2014 leitet Joachim Weller den Kammerchor Essen-Kettwig und arbeitet seit Februar 2014 als musikalischer Assistent des Domkapellmeisters Prof. Eberhard Metternich am Hohen Dom zu Köln.

Als Domkantor gehört Joachim Weller dem Team der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori an. Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Organisation der Kantorendienste in der Domliturgie, die Unterstützung der Probenarbeit im Domchor, die Mitarbeit in der Domsingschule und bei der Stimmbildung der Chöre, die Betreuung von Gastchören und -ensembles und die Stellvertretung des Domkapellmeisters. Text und Foto: is

22.07.2015


Mit Handwerk und Herzwerk Menschen stark machen

Die frisch examinierten Erzieherinnen und Erzieher mit Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter (rechts) und Michael Wendelken, Leiter des Diakonissen Ausbildungszentrums Gesundheit und Soziales (links) Die frisch examinierten Erzieherinnen und Erzieher mit Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter (rechts) und Michael Wendelken, Leiter des Diakonissen Ausbildungszentrums Gesundheit und Soziales (links)

Speyer- 107 Schülerinnen und Schüler der Diakonissen Fachschule für Sozialwesen haben in dieser Woche ihre Abschlüsse in den Bereichen Erziehung und Sozialassistenz gefeiert.

82 Erzieherinnen und Erzieher haben am 21. Juli ihre Examen an der Diakonissen Fachschule für Sozialwesen gefeiert, darunter erstmals auch Schülerinnen und Schüler der berufsbegleitenden Ausbildung. Bereits einen Tag zuvor erhielten 25 Sozialassistentinnen und –assistenten ihre Zeugnisse.

Die Sozialassistenten hätten in ihrer zweijährigen Ausbildung an einer evangelischen Schule gelernt, den ganzen Menschen mit Körper, Geist und Seele wahrzunehmen, betonte Schulleiter Pfarrer Matthias Kreiter anlässlich der Zeugnisvergabe im Mutterhaus der Diakonissen Speyer-Mannheim. Den Erziehern gab er nach dreijähriger Ausbildung mit auf den Weg: „Sie beherrschen Ihr Handwerk und Ihr Herzwerk. Mit Ihrem Können machen Sie Menschen stark, Sie fördern die Eigenständigkeit, das Selbstbewusstsein, die Freude am Leben und an der Gemeinschaft mit anderen Menschen.“ Stellvertretend für den Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim hob auch Oberin Sr. Isabelle Wien das Engagement der Absolventinnen und Absolventen für die Fragen des Lebens von Kindern und Jugendlichen hervor. Sie verlieh ihrer Freude darüber Ausdruck, „dass in unserer Schule neben allem Fachlichen auch das Diakonische lebt.“

Sechs Schülerinnen und Schüler wurden vom Förderverein der Fachschule, vertreten durch Vorsitzende Hannelore Heidelberger, für herausragende Noten oder besonderes soziales Verhalten ausgezeichnet, bevor die frisch Examinierten mit Familie, Freunden, Lehrern und Praxisanleiterinnen ihren Schulabschluss feierten.

Informationen zur Ausbildung: www.diakonissen.de Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

22.07.2015


Flüchtlingshilfefonds des Bistums stark nachgefragt

Mit Mitteln aus dem Flüchtlingshilfefonds des Bistums werden auch Ehrenamtsprojekte, wie Sprachpatenschaften für Kinder finanziert. Mit Mitteln aus dem Flüchtlingshilfefonds des Bistums werden auch Ehrenamtsprojekte, wie Sprachpatenschaften für Kinder finanziert.

Finanzierung von Sprachkursen mit 42.000 Euro

Speyer-
 Vor einem Jahr hat der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, einen Hilfefonds für Flüchtlinge aufgelegt und zunächst mit 50 000 Euro ausgestattet. Mittlerweile sind rund 143 000 Euro in den Fonds gespendet worden. Derzeit sind noch rund 72 000 Euro im Topf und weitere Anträge auf Unterstützung sind gestellt. „Der Topf darf niemals leer werden“, hatte Wiesemann sich bei der Einrichtung des Fonds gewünscht.

„Da Flüchtlinge ohne Aufenthaltstitel kein Anspruch auf Sprachförderung haben, entfällt der größte Teil der finanziellen Unterstützung auf Sprachkurse“, erklärt der Vorsitzende des Caritasverbandes, Karl-Ludwig Hundemer. Der Caritasverband verwaltet den Fonds und entscheidet über die Vergabe der Mittel.

„Bisher haben wir mit rund 42 000 Euro 30 Sprachkurse anbieten können und so rund 500 Flüchtlingen die ersten Schritte in die deutsche Sprache möglich gemacht.“ Ein weiterer großer Posten entfalle auf Familienzusammenführungen. „Mit etwa 14 000 Euro konnten wir elf Familien helfen, wieder zusammenzuleben. Da fallen dann auch Reisekosten und Anwaltskosten drunter“, so der Caritasvorsitzende.  Rund 10 000 Euro entfielen auf Rechtsanwaltskosten im Zusammenhang mit Asylrechtsfragen. Einzelfallhilfen, wie zum Beispiel die Überführung eines Leichnams in die Heimat kosteten rund 8500 Euro und Projekte Ehrenamtlicher zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit schlugen mit rund 8000 Euro zu Buche.

„Die Mittel in dem Fonds kommen aus ganz unterschiedlichen Quellen“, freut sich der Bischof. So spendete der Katholische Krankenpflegeverein Friesenheim 5000 Euro, aus der Kollekte der Katholikentags kamen 4600 Euro rund 2800 Euro spendeten alleine in diesem Jahr Leser der Kirchenzeitung „Der Pilger“ über die Aktion Silbermöwe. „Und natürlich kommen auch immer wieder kleinere Spenden von Einzelpersonen, über die ich mich auch sehr freue“, sagt Wiesemann. „Denn für manchen sind die zehn Euro, die er gibt, viel Geld.“

„Für den Fonds gibt es Vergaberichtlinien, nicht allen Anträgen können wir stattgeben“, beschreibt der Caritasvorsitzende Hundemer. „Partizipieren können alle bei uns lebenden Flüchtlinge. Es werden Gruppenangebote, Ehrenamtshilfen und Einzelfallhilfen gewährt.“ Vor einer Antragstellung an den Fonds müssten aber alle anderen Rechtsansprüche und daraus resultierende finanzielle Hilfen ausgeschöpft werden. „Sind staatliche Sozialleistungen beantragt, aber noch nicht gewährt, können Mittel aus dem Fonds ausbezahlt werden. Diese sind aber  nach Erhalt des Geldes zurückzuzahlen“, erklärt Hundemer. Und: Anträge müssen von katholischen Initiativen in der Diözese Speyer, die sich um Flüchtlinge kümmern, sowie von Mitarbeitern der Caritas-Zentren kommen.

Die Flüchtlingshilfe ist mittlerweile auch in den Pfarreien des Bistums angekommen. In allen Dekanaten sind Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit engagiert.  Von ärztlicher Betreuung von Flüchtlingen über einen kostenlosen Friseur, Hilfe bei Wohnungsrenovierung, Sprachpatenschaften für Kinder, Begleitung zu Ärzten und Ämtern, bis hin zu  Hochschulberatung für zugewanderte Akademiker, internationale Kochfeste und Fahrradwerkstätten reicht das ehrenamtliche Engagement, für das auch Mittel aus dem Flüchtlingshilfefonds zum Einsatz kommen.

Text und Bild: Caritasverband f. d. Diözese Speyer, CariNet

20.07.2015


Neue Synode bestätigt mit „überwältigender Mehrheit“ Impulspapier des Vorgängergremiums

„Ermutigende und wichtige Signale gesetzt“

Speyer- (lk). Zum Abschluss der konstituierenden Sitzung der in Speyer tagenden 12. Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz haben Synodalpräsident Hermann Lorenz und Kirchenpräsident Christian Schad es als „ermutigend“ bezeichnet, dass die Synode das von dem Vorgängergremium erarbeitete Impulspapier „Mutig voranschreiten“ mit überwältigender Mehrheit bestätigt habe.

Damit greife die neue Synode auch die Impulse zur Weiterentwicklung des Dekans- und des Pfarramtes auf und bringe den Umwandlungsprozess in der Landeskirche voran, sagten Lorenz und Schad. „Die Synode hat wichtige Signale gesetzt und es ist spürbar, dass wir jetzt zur Tat schreiten können“, sagte Schad. Das Konzept des Papiers, von bisher nebeneinender stehenden „Säulen“ zu einer Vernetzung der kirchlichen Arbeitsfelder zu kommen, finde seine uneingeschränkte Unterstützung, erläuterte Lorenz.

Der am zweiten Verhandlungstag zum neuen Synodalpräsidenten gewählte 67-jährige Jurist Hermann Lorenz fühlt sich durch das Abstimmungsergebnis getragen „auf einer Welle des Vertrauens“. „Ich strebe nicht nach persönlichen Ehren. Ich möchte dem Ganzen dienen“, sagte der 67-jährige Rechtsanwalt im Ruhestand aus Kaiserslautern.

Die 12. Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz nach 1945 hatte von Donnerstag bis Samstag in Speyer getagt. In der konstituierenden Sitzung waren u.a. das Präsidium mit dem Synodalpräsidenten sowie die synodalen Mitglieder der Kirchenregierung gewählt sowie  die Ausschüsse besetzt worden, die für besondere Sachgebiete zuständig sind. Bild und Text: Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Presse 

19.07.2015


Zahl der Gläubigen im Bistum geht um rund 7.000 zurück – Austritte auf neuem Höchststand

Statistische Angaben für das Jahr 2014 liegen vor

Speyer- (is). Das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat die aktuelle Statistik für das Jahr 2014 veröffentlicht. Die Zahl der Gläubigen im Bistum Speyer lag der Statistik zufolge bei rund 550.000 Katholikinnen und Katholiken. Das sind rund 7.000 Gläubige weniger als im Jahr zuvor. Der Anteil der Gottesdienstbesucher hat sich von 8,9 Prozent im Jahr 2013 auf 9,3 Prozent im Jahr 2014 leicht erhöht.

Bei den Taufen, Erstkommunionkindern, Firmungen, Trauungen und Bestattungen bewegen sich die Zahlen in etwa auf Vorjahresniveau. Auch die Zahl der Eintritte und Wiederaufnahmen sind auf niedrigem Niveau stabil geblieben. Dagegen erreicht die Zahl der Austritte mit rund 5.400 ausgetretenen Gläubigen einen neuen Höchstwert, der die Zahl des Vorjahres um rund 1.000 übersteigt. „Die Entwicklung im Bistum Speyer spiegelt den bundesweiten Trend wider“, erklärt Pressesprecher Markus Herr. Das Bistum bedauere die hohe Zahl von Menschen, die im Jahr 2004 aus der Kirche ausgetreten sind, „weil sie sich offenbar nicht mehr ausreichend angesprochen und beheimatet gefühlt haben“. In der hohen Zahl der Austritte zeigt sich nach seiner Einschätzung eine rückläufige Kirchenbindung, aber auch die kumulierte Wirkung der Debatten, die zu den Themen Missbrauch und kirchliches Vermögen in den vergangenen Jahren geführt wurden. „Wir gehen davon aus, dass der Trend durch das neue Erhebungsverfahren der Kirchensteuer auf Kapitalerträge zusätzlich verstärkt wurde“, so Markus Herr.

Als Konsequenz will das Bistum Speyer die Evangelisierung und die Öffnung über die Kerngemeinden hinaus, wie sie im neuen Seelsorgekonzept des Bistums vorgedacht sind, weiter vorantreiben. „Mit dem Modell der ‚Pfarrei in Gemeinden‘ haben wir als Bistum einen Weg gewählt, der die Kräfte auf der Ebene der Pfarreien bündelt und gleichzeitig ein aktives kirchliches Leben vor Ort in den Gemeinden ermöglicht“, so der Bistumssprecher.

Lesen Sie auch hier den Flyer als PDF                                                  PDF und Text: Bistum Speyer, Presse

19.07.2015


Alessa Holighaus und Dominic Blauth als Jugendvertreter in die Landessynode berufen

Studenten vertreten Belange der Jugend

Speyer- (lk). Die 24–jährige Studentin Alessa Holighaus aus Kaiserslautern und der 26-jährige Student Dominic Blauth aus Ludwigshafen sind am Freitag von der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz als Jugendvertreter in das Kirchenparlament berufen worden.

Holighaus und Blauth waren dafür von der Evangelischen Landesjugendvertretung vorgeschlagen worden. Die Synode folgte den Berufungen der beiden Jugendvertreter einstimmig. Holighaus studiert Theologie in Mainz, Blauth Physik und Theologie in Heidelberg. Beide gehören u.a. dem Landessprecherkreis der evangelischen Jugend an.

Alessa Holighaus ist seit 2004 in der Evangelischen Jugend auf Pfalz- und auf Landesebene aktiv. Als berufene Jugendvertreterin freue sie sich darauf, die Interessen der Evangelischen Jugend in der Landessynode vertreten zu können, so Holighaus.

Dominic Blauth ist über seine Mitarbeit in der evangelischen Jugend Ludwigshafen in den Landessprecherkreis gekommen. Auch er will in der Landessynode die Belange junger Menschen einbringen. Dies sei eine „spannende Aufgabe“, findet der Student.

Zu den Stellvertretern von Alessa Holighaus und Dominic Blauth in der Synode wurden Caroline Theobald (21) aus Schifferstadt, Isabelle Werz (24) aus Gommersheim, Katharina Hoffmann (19) aus Kaiserslautern und Stefan Behrens (24) aus Ludwigshafen bestimmt. Bild und Text: Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Presse

19.07.2015


Sehnsucht nach der Einheit der Christen immer stärker gewachsen

Domkapitular Franz Vogelgesang spricht Grußwort zur Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz / Bischof Wiesemann sendet persönliche Glückwünsche an neu gewählten Synodalpräsidenten

Speyer- (is). Die ökumenische Bewegung ist nach den Worten von Domkapitular Franz Vogelgesang mit der sichtbaren Einheit der Kirchen noch nicht abgeschlossen. „Das ist nicht das letzte Ziel“, sagte Vogelgesang in einem Grußwort anlässlich der konstituierenden Sitzung der 12. ordentlichen Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz, die derzeit in der Evangelischen Diakonissenanstalt in Speyer stattfindet. Die Sorge um das gemeinsame Haus der Schöpfung und der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit seien die Orte, „an denen Kirche ihre wahre Bestimmung findet und sich bewähren muss“. Das Reformationsjubiläum 2017 als gemeinsames Christusfest werde „ökumenische Hoffnungszeichen“ setzen, sagte Vogelgesang. „Noch vor zwei Generationen waren wir wie Gefangene in Vorurteilen gegenüber den anderen Konfessionen.“ Seitdem sei die Sehnsucht nach der Einheit der Christen immer stärker gewachsen. „Mag uns der ökumenische Weg bisweilen wie eine Steilwand erscheinen – wir sind entschlossen, ihn gemeinsamen zu gehen“, so Vogelgesang.

Zum neuen Präsident der Synode wurde der Jurist Hermann Lorenz aus Kaiserslautern gewählt. Er tritt die Nachfolge von Henri Franck an, der nach zwei Legislaturperioden in diesem Amt nicht mehr kandidiert hatte. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann gratulierte dem neu gewählten Synodalpräsident in einem persönlichen Schreiben und wünschte ihm „persönlich wie auch im Namen aller katholischen Schwestern und Brüder im Bistum Speyer Gottes reichen Segen für seine neue, verantwortungsvolle Aufgabe“. Im Verlauf der letzten Landessynode haben Landeskirche und Bistum aus Sicht des Bischofs „wichtige ökumenische Schritte auf dem Weg hin zur sichtbaren Einheit aller, die in Christus glauben, zurückgelegt“. Mit dem Ökumenischen Kirchentag 2015 in Speyer sei ein „begeisterndes Zeugnis unserer Auferstehungshoffnung und unseres Glaubens an den Leben spendenden Gott“ gegeben worden. Der „Leitfaden für das ökumenische Miteinander“, der im Rahmen des Ökumenischen Kirchentags unterzeichnet wurde, habe der Ökumene auf Ebene der Kirchengemeinden und Pfarreien eine höhere Verbindlichkeit und neue Impulse verliehen. „Auf diesem Weg wollen wir auch in den kommenden Jahren weiter vorangehen, getragen von der Überzeugung: Der Weg unserer Kirchen in die Zukunft muss durch und durch ökumenisch geprägt sein. Nur so können wir als Christen in unserer Welt glaubwürdig bleiben“, so der Bischof, der in seinem Schreiben an Synodalpräsident Hermann Lorenz den Wunsch des Bistums Speyer nach einer weiteren „Förderung und Vertiefung der guten ökumenischen Beziehungen“ unterstreicht.

Bild und Text: Bistum Speyer, Presse

18.07.2015


Hermann Lorenz ist neuer Synodalpräsident

Jurist aus Kaiserslautern tritt die Nachfolge von Henri Franck an – Präsidium gewählt

Speyer- (lk). Hermann Lorenz aus Kaiserslautern ist neuer Präsident der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz. Der 67-jährige Jurist ist am Freitag mit 50 von 61 abgegebenen Stimmen gewählt worden. Vier Stimmen waren ungültig, sieben Synodale haben mit Nein gestimmt. Lorenz war einziger Kandidat. Er tritt damit die Nachfolge von Henri Franck an, der nach zwei Legislaturperioden in diesem Amt nicht mehr kandidiert hat. Lorenz versteht das Amt des Synodalpräsidenten als Dienst an der Kirche, die ihm „sehr am Herzen“ liege. Diese Aufgabe werde er gewissenhaft erfüllen.

Hermann Lorenz ist seit 2003 Mitglied der Landessynode, 2013 wurde er zum Vizepräsidenten gewählt. In den letzten beiden Legislaturperioden gehörte er dem Ausschuss für Recht, Kirchenordnung und Gleichstellung an, seit 2009 war er stellvertretendes Mitglied der Kirchenregierung.

Als Vorsitzender der Bezirkssynode Kaiserslautern und als Prädikant ist Lorenz in kirchlichen Ehrenämtern aktiv. Er stehe voll hinter dem presbyterial-synodalen System der Landeskirche, so Lorenz anlässlich seiner Wahl. „Ich bin aus der Mitte der Synode heraus gewählt worden und bleibe Synodaler – nur mit besonderer Funktion. Nicht mehr und nicht weniger.“ Neben seinen kirchlichen Ehrenämtern ist der Rechtsanwalt im Ruhestand auch begeisterter Sänger: Im ökumenischen Kirchenchor Kindsbach, der von seiner Frau Gisela Glas-Lorenz geleitet wird, und im Vokalensemble Kaiserslautern.

Fünfköpfiges Präsidium gewählt

Als Synodalpräsident leitet Lorenz das fünfköpfige Präsidium, dessen Mitglieder für die Amtsperiode 2015 bis 2020 ebenfalls gewählt wurden. Neuer erster Vizepräsident ist der Otterbacher Dekan Matthias Schwarz. Der 50-Jährige erhielt 54 Ja-Stimmen, sechs Synodale votierten gegen ihn, es gab eine Enthaltung. Zum zweiten Vizepräsidenten wählte die Synode den 59-jährigen Juristen und Ministerialbeamten Joachim Schäfer aus Birkenheide im Kirchenbezirk Bad Dürkheim. Auf Schäfer entfielen 46 Ja- und 13 Nein-Stimmen, eine Stimme war ungültig, es gab eine Enthaltung. Als Beisitzerinnen fungieren Daniela Freyer aus Homburg und Rommi Keller-Hilgert aus Finkenbach-Gersweiler im Kirchenbezirk Donnersberg.

Nach der Verfassung der Landeskirche leitet der Präsident oder einer der Vizepräsidenten die Verhandlungen der Synode Das Präsidium beschließt den Arbeitsplan und sorgt für den ordnungsgemäßen Ablauf der Synodaltagung.

Der 12. ordentlichen Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz nach 1945 gehören 62 Mitglieder an, davon 22 Geistliche. Ihre Amtszeit beträgt sechs Jahre. Als Volksvertretung der Landeskirche trifft sie Entscheidungen in den geistlichen, rechtlichen und finanziellen Bereichen der Landeskirche. Unter anderem genehmigt sie den Haushalt der Landeskirche und wählt den Kirchenpräsidenten sowie die fünf Oberkirchenräte. Zu Beginn ihrer Amtszeit bestimmt sie aus ihrer Mitte ein Präsidium und die synodalen Mitglieder der Kirchenregierung.

Hinweis: Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz tagt bis Samstag, 18. Juli, in der Evangelischen Diakonissenanstalt in Speyer, Hilgardstraße 26. Die öffentliche Plenarsitzung am Samstag beginnt um 11 Uhr. Mehr zum Thema auf www.evkirchepfalz.de. Bild und Text: EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Presse

18.07.2015


Synode eröffnet: „Sich mit Gottvertrauen den Herausforderungen stellen“

Ansprache des Kirchenpräsidenten – Flüchtlingsfrage als epochale Herausforderung benannt

Speyer- Der Umgang mit Flüchtlingen ist nach den Worten von Kirchenpräsident Christian Schad nicht nur eine „epochale Herausforderung“ für Europa, sondern auch eine zentrale humanitäre Aufgabe für die evangelische Kirche. In seiner Ansprache zur konstituierenden Sitzung der zwölften Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz und in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst sagte Schad am Donnerstag, es sei Aufgabe der Kirche, „an die ethischen Grundorientierungen zu erinnern, die unser Zusammenleben ausmachen“. Der Kirchenpräsident ging vor der in Speyer tagenden Synode auch auf die zwei Höhepunkte dieser Legislaturperiode ein: das Reformationsjubiläum 2017 und das Unionsjubiläum 2018. Den Ehren- und Hauptamtlichen in den Presbyterien und den Bezirkssynoden sowie in der Landessynode sprach er seinen Dank dafür aus, dass sie bereit seien, Leitungsverantwortung zu übernehmen. „Ihr Engagement ist beispielhaft und ermutigend!“

Die pfälzische Landeskirche müsse sich nüchtern den anstehenden Veränderungen stellen, führte Kirchenpräsident Schad aus. Auch diese Synode werde sich mit der Frage beschäftigen, wie die Kirche trotz zurückgehender Mitgliederzahlen ihre äußere Handlungsfähigkeit behalten und ihre Ausstrahlungskraft verstärken könne. „Wir müssen nicht zu den Gewinnern zählen, wir müssen nicht mit allen Trends mithalten können, wir unterliegen auch nicht einer Wachstumsideologie“, sagte Schad. Der Synode empfahl er „Gottvertrauen zum Aufbruch“: Wichtig sei es deshalb, den Transformationsprozess innerhalb der Landeskirche auch als geistliche Aufgabe zu begreifen, so der Kirchenpräsident. Den Mitgliedern der neuen Synode empfahl er, zu getroffenen Entscheidungen zu stehen und sie vor Ort auch zu vermitteln.

„Nur wer seine Wurzeln kennt, wer weiß, woher er kommt und was die eigene Sicht prägt, kann Vorstellungen für die Zukunft entwickeln“, sagte der Kirchenpräsident mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 und die Feier zum 200-jährigen Bestehen der Pfälzischen Kirchenunion 2018. Dies seien Anlässe, kritisch auf sich selbst und die eigene Geschichte zu blicken, aber auch, sich über die Wiederentdeckung des Evangeliums zu freuen. Die beiden Jubiläen seien herausragende Gelegenheiten, darüber nachzudenken, „wie die Kraft des christlichen Glaubens die Welt verändern kann, und wie wir aus dem reformatorischen Erbe leben und glauben können“, sagte Kirchenpräsident Christian Schad.

Der zwölften Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz gehören 62 Mitglieder an, drei weniger als der vorigen. Dies liegt an der zurückgegangenen Zahl der Kirchenbezirke von 20 auf 19, da die Bezirkssynoden die Mitglieder der Landessynode wählen. Auch der Frauenanteil ist zurückgegangen: Waren in der Legislaturperiode 2009 bis 2014 noch rund die Hälfte (47,7 Prozent) der Mitglieder Frauen, beträgt deren Anteil jetzt mit 32,3 Prozent nur noch ein Drittel. Zum Vergleich: 2003 hatten die Frauen in der Landessynode einen Anteil von 35,71 Prozent, 1997 lag die Quote bei 37, 93 Prozent. Etwa ein Drittel der Mitglieder ist neu in dem Gremium.

Das Durchschnittsalter der Mitglieder der Landessynode beträgt 53 Jahre. Jüngstes Mitglied dieser Landessynode ist der 19-jährige Student Felix Matthias Stutz aus Homburg. Senior ist mit 74 Jahren Hans Höh aus Höhmühlbach im Kirchenbezirk Pirmasens. Für Höh, der seit 1981 den Presbyterien seiner Heimatgemeinde angehört, ist dies die dritte Amtszeit als Landessynodaler.

Die Amtszeit der Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz beträgt sechs Jahre. Als kirchliche Volksvertretung ist sie Inhaberin der Kirchengewalt. Sie trifft wesentliche Entscheidungen in den geistlichen, rechtlichen und finanziellen Bereichen der Landeskirche. Unter anderem genehmigt sie den Haushalt der Landeskirche und wählt den Kirchenpräsidenten sowie die fünf Oberkirchenräte. Zudem wählt die Landessynode zu Beginn der Amtszeit aus ihrer Mitte ein Präsidium und die synodalen Mitglieder der Kirchenregierung. Die Entscheidungen der Landessynode werden in Ausschüssen vorberaten, die für besondere Sachgebiete zuständig sind: Recht, Kirchenordnung und Gleichstellung; Theologie, Seelsorge, Liturgie und Kirchenmusik; Finanzen; Jugend, Schule und Bildung; Diakonie, Mission und Verantwortung in der Welt; Öffentliche Verantwortung. Daneben gibt es einen Nominierungsausschuss.

Hinweis: Die konstituierende Sitzung der 12. ordentlichen Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz nach 1945 findet vom 16. bis 18. Juli 2015 in der Evangelischen Diakonissenanstalt in Speyer, Hilgardstraße 26, statt. Am Freitag wählt die Synode u.a. das Präsidium und den Synodalpräsidenten sowie die synodalen Mitglieder der Kirchenregierung und ihre Ersatzleute. Die öffentlichen Plenarsitzungen beginnen am Freitag und Samstag jeweils um 9 Uhr. Mehr zum Thema auf www.evkirchepfalz.de.

Mehr zum Thema auf www.evkirchepfalz.de, www.twitter.com/evkirchepfalz und www.facebook.com/evkirchepfalz.

Text und Foto: lk

16.07.2015


Speyerer Dom ab sofort auch im Internet daheim

Mehrsprachiges, umfassendes Online-Angebot mit vielen aktuellen Informationen für Touristen und Domfreunde freigeschaltet

cr./is. Speyer- Der altehrwürdige, bereits vor mehr als 950 Jahre geweihte Speyerer Kaiser- und Mariendom – er präsentiert sich jetzt seinen zahllosen gegenwärtigen und zukünftigen Besuchern unter der Adresse www.dom-zu-speyer.de in moderner und zeitgemäßer Form mit einem eigenen, gut gemachten Internetauftritt im weltweiten Netz. Bei einem Pressegespräch im „Blauen Salon“ der Bischöflichen Finanzkammer stellten dazu jetzt der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und sein Weihbischof, Dompropst Otto Georgens, gemeinsam mit dem für die Liturgie und die Dommusik zuständigen Domdekan Dr. Christoph Kohl und dem „summos custos“ der Kathedrale, Domkustos Peter Schappert das von Friederike Walter, der Leiterin des Kulturmanagements am Dom zu Speyer koordinierte Internet-Portal vor.

In seinem Eingangsstatement bezeichnete Bischof Dr. Wiesemann dabei den neuen Internet-Auftritt als „zeitgemäßen Zugang zu einem Ort der Begegnung mit Gott“ und als „ein Signal des Willkommens“ an alle Menschen, die jetzt wirksam über das weltweite Netz erreicht werden könnten. Dass sich der Kaiserdom dabei in insgesamt acht Sprachen, darunter in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und sogar in Chinesisch präsentiere, werde den Kreis der Freunde der Kathedrale weltweit sicher noch weiter erhöhen.

Weihbischof Otto Georgens, als Dompropst zugleich Vorsitzender des Domkapitels, betonte, dass der Dom keine „stille Gedenkstätte“ sei, sondern ein Ort, in dem sich „das ganze Kirchenjahr über das Leben in seiner ganzen Fülle“ zeige. Dazu zählten deshalb z.B. auch Berichte über den erst kürzlich wieder überbrachten „Weinzehnt“ und die Freude der Menschen darüber. „Die Dom-Homepage will den Dom in all seinen Facetten darstellen und zeigen, dass dies ein wahrhaft lebendiger Ort ist“, so der Weihbischof. „Dabei lässt sie erkennen, dass es das Anliegen des Domkapitels und seiner Mitarbeiter ist, Menschen mit Augen, Ohren, Herz und Verstand für den Dom zu begeistern.“

Domdekan Dr. Christoph Kohl erinnerte daran, dass es in diesem Gotteshaus seit seiner Weihe Gottesdienste gebe und dass seitdem auch festliche Kirchenmusik darin erklinge. „Wir werden deshalb für das Internet sicher nichts „Neues“ erfinden, sondern nur all das in neuer, übersichtlicherer Form präsentieren, was auch heute schon - z.T. an ganz unterschiedlichen Stellen - veröffentlicht wird und deshalb für so manchen Nutzer auch nur schwer zu finden ist“. Informiert werden solle deshalb über alles, was im Dom stattfindet. Dazu zählten vor allem Gottesdienste und Wallfahrten, aber - aktuell – auch das Patroziniums Fest am 15. August.

In einem eigenen Konzertkalender würden daneben aber auch - datums- und uhrzeitgenau – alle Chor- und Orgelkonzerte veröffentlicht. Die betreffenden Seiten möchten aber auch einladen zum Mitmachen in Domchor und Dommusikschule, so der Domdekan, wo Kurse bereits für Kinder im Vorschulalter angeboten würden. Und selbst der „Förderverein für die Dommusik“ habe hier seine eigenen Seiten.

„Wir laden deshalb alle Menschen dazu ein, in Gottesdienst und Konzert zu sich selbst zu kommen und die Nähe Gottes zu spüren“, resummierte Dr. Kohl die Ziele von Liturgie und Dommusik.

Abschließend in dieser ersten Runde der Statements erinnerte Domkustos Peter Schappert, verantwortlich für die Erhaltung des UNESCO-Welterbes „Kaiserdom zu Speyer“, daran, dass heute schon jährlich viele 100.000 Menschen den Speyerer Dom besuchten. „Die Stadt Speyer geht davon aus, dass jährlich über zwei Millionen Menschen in die Stadt kommen, von denen wohl jeder zweite auch den Dom besucht“, machte er eine Rechnung auf. Für diese Gäste sei es wichtig, vorab schon Informationen über Gottesdienste, Öffnungszeiten und besondere Angebote wie den Turmaufstieg zu erhalten, erläuterte der Domkustos, der die konzeptionelle und redaktionelle Verantwortung für den Internetauftritt trägt. Die Website biete einige Basisinformationen zur Geschichte und zur baulichen Gestaltung des Domes. Darüber hinaus würde sie den Besucher aber auch zum Gebet einladen und dazu, den Dom in seiner geistlichen Bestimmung wahrzunehmen.

Wichtig sei es deshalb auch gewesen, entsprechende Bildergalerien in das derzeit 99 Seiten umfassende Kompendium aufzunehmen und die „Dom-Homepage“ in zwei unterschiedlichen Fassungen – einer „kurzen“ für den Kurzzeitbesucher, der sich rasch informieren wolle, und einer „langen“ für all jene, die sich intensiver mit dem Bauwerk auseinandersetzen und der ihm innewohnenden Spiritualität begegnen wollten. Wichtig sei zudem gewesen, dass die Kurzfassung auch auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets abgespielt werden könne, ohne dass diese vor den gewaltigen Datenmengen „kapitulieren“ müssten.

Übrigens: Ein „W-Lan-Hotspot“ befindet sich derzeit schon in der Vorhalle des Domes – um weitere bemühe sich das Domkapitel derzeit gemeinsam mit der Stadt Speyer.

Zu der Konzeption der Homepage luden die Gesprächspartner sodann zu einem kleinen Rundgang durch die Seiten ein. Auf der Startseite finden sich dabei verschiedene Teaser-Menüs mit Nachrichten rund um den Dom, Nachrichten aus dem Bistum mit einem Link auf das aktuelle Wetter in Speyer sowie mit Ausschnitten aus der Bistumszeitung „der Pilger“. Hierdurch solle der Vernetzungsgedanke zum Tragen kommen, der möglichst viele Informationsangebote auf dieser Seite zusammenführen will.

Neben Daten und Fakten beinhaltet die Website auch einen Rundgang durch den Dom in Form einer Bildergalerie - dazu einige Hörbeispiele, etwa mit Sequenzen aus dem Audioguide. In einem speziellen Downloadbereich können neben Infobroschüren auch eine mp3 Datei mit dem Glockengeläut des Domes herunter geladen und, falls gewünscht, auch als Klingelton installiert werden.

In den nächsten Wochen und Monaten soll die Nutzung der Seite intensiv begleitet, ausgewertet und weiter optimiert werden. Federführend für die Umsetzung der Website ist die Speyerer „Peregrinus GmbH“.

Die konzeptionelle Idee, die sich die offizielle Dom-Webseite zunutze mache, sei mit einem „Baukasten-System“ vergleichbar, erläuterte Friederike Walter abschließend, denn Technik und Grundstruktur der neuen Internetpräsenz basierten auf der „Webseiten-Familie“ des Bistums Speyer. Mit diesem integrativen Konzeptansatz werde derzeit in der Diözese Speyer die Onlinekommunikation – angefangen von der Pfarrei- über die Dekanats- bis hin zur Bistumsebene – strategisch völlig neu ausgerichtet.

Besucher würden so von einer einfachen Orientierung profitieren - wechselseitige Verlinkungen zu einer besseren Vernetzung und damit zu mehr Reichweite führen. Durch die gemeinsame Nutzung von Nachrichten und Datenbankinformationen entstünden zudem weitere Synergien, beispielsweise bei der fortlaufenden Aktualisierung.

Die Konzeptentwicklung für die neue Dom-Webseite und die Webseiten-Familie im Bistum Speyer hat die „Peregrinus GmbH“ geleistet, in deren Verlag auch die Bistumszeitung „der Pilger“ und das neue „Pilger Magazin“ erscheinen. Als Dienstleister für Medien und Kommunikation im Bistum Speyer kann „Peregrinus“ im Bereich Internetkommunikation auf vielfältige Erfahrungen und Referenzprojekte verweisen.

Sehen Sie mehr unter www.dom-zu-speyer.de

Ergänzend zur Konzeption der Webseiten-Familie für das Bistum Speyer und der neuen Dom-Webseite zählen hierzu z.B: www.kaiserdom-virtuell.de, www.pilgerreisen-speyer.de und www.gutesleben-fueralle.de.

Fotos: gc/ Domkapitel

15.07.2015


Ehemalige Oberin Diakonisse Ilse Wendel gestorben

Nur wenige Wochen nach ihrem 89. Geburtstag ist Oberin i. R. Diakonisse Ilse Wendel am 7. Juli in Speyer gestorben

Speyer- 1954 als Diakonisse eingesegnet, war Sr. Ilse von 1976 bis 1997 als Oberin im Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim wesentlich an der Entwicklung der Diakonissenanstalt zu einem diakonischen Unternehmen beteiligt. In diese Zeit fielen unter anderem der Bau des Schwesternwohnheims in Speyer und die Einweihung des Hospizes, außerdem etwa die Inbetriebnahme von Seniorenzentren in Landau, Kirchheimbolanden und Homburg.

Vor ihrer Zeit als Oberin begleitete die gebürtige Landauerin junge Probeschwestern, hielt Diakonische Kurse ab, unterrichtete an der Krankenpflegeschule und war bereits seit 1956 als Stellvertreterin von Oberschwester Else Krieg in die Anstaltsleitung einbezogen.

Über das Speyerer Mutterhaus hinaus engagierte sich Sr. Ilse für die Kaiserswerther Tradition im In- und Ausland und pflegte Kontakte zu anderen Mutterhäusern. Auch im Ruhestand bemühte sie sich um die Wahrung der schwesternschaftlichen Tradition und nahm regen Anteil an der Weiterentwicklung des Unternehmens. „Den Rückgang der Zahl der Schwesternschaft nahm sie bedauernd wahr, freute sich aber, dass Mitarbeitende die Arbeit weitertrugen. Ihr war außerdem sehr an der Fortentwicklung der Diakonischen Gemeinschaft gelegen“, sagt Oberin Diakonisse Isabelle Wien. Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz betont: „Sr. Ilse war eine gebildete Frau, die bis ins hohe Alter regen Anteil am kulturellen und gesellschaftlichen Leben nahm. Sie sah sich auch in den letzten Jahren ein bisschen als Garant und Sachverwalter der Identität des Mutterhauses und der Diakonissen-Tradition in allen notwendigen Veränderungen, die sie wahrnahm und begleitete.“

Die Trauerfeier für Diakonisse Ilse Wendel findet am 14. Juli um 9.45 Uhr in der Mutterhauskapelle mit anschließender Beisetzung auf dem Speyerer Hauptfriedhof statt. Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

10.07.2015


Dom rüstet sich wieder für die Zukunft

Die „gerüstfreie“ Zeit ist zu Ende – Arbeiten an der Außenwand der Sakristei und im nördlichen Seitenschiff

Speyer- Zwei Jahre lang war der Speyerer Dom nach allen Seiten in seiner vollen Schönheit sichtbar. Kein Gerüst oder Bauzaun verstellte den Blick. Um die Schönheit des Doms weiterhin zu bewahren, sind allerdings seit einigen Tagen wieder Gerüste am und im Dom nötig.

An der Außenwand der gotischen Sakristei werden Sandsteinarbeiten durchgeführt und Putzschäden beseitigt. „Diese Arbeiten haben längst nicht nur kosmetischen Charakter“, erläutert Dombaumeister Mario Colletto, „sondern sind notwendig, um die Bausubstanz dauerhaft zu erhalten.“

Im nördlichen Seitenschiff wird derzeit ein weiteres Gerüst aufgestellt. Malerarbeiten, die vor etwa 10 Jahren unterbrochen wurden, sollen nun abgeschlossen und Putzrisse beseitigt werden. „Geeignete Putze sind unverzichtbar“, erklärt Dombaumeister Colletto, „sie sorgen für eine Pufferung der Feuchte, insbesondere in den Übergangszeiten, in denen die Luftfeuchte im Rauminneren ansteigen kann, oft bis zu 90 Prozent. Dies ist eine wichtige Maßnahme zum Bauerhalt.“

Die Maßnahmen sind in ein Revisionskonzept eingebunden, das fortlaufend Renovierungs-, Reinigungs- und Kontrollarbeiten beinhaltet. Das Außengerüst wird noch bis Ende September 2015 benötigt, die Arbeiten im Innenraum sollen bis voraussichtlich April 2016 abgeschlossen werden. Text und Fotos: Friederike Walter

08.07.2015


Religion ist mehr als Wissen

Bischof Wiesemann hat „Missio Canonica“ an 51 Religionslehrerinnen und Religionslehrer verliehen

Speyer-  Am Freitag hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann 51 Männern und Frauen aus der gesamten Diözese in der Kirche St. Joseph in Speyer die „Missio Canonica“, die kirchliche Lehrerlaubnis für das Schulfach katholische Religion, verliehen. Zwei von ihnen sind die Grundschulpädagogin Isabelle Schreiner und der Hauptschullehrer Christian Jochem. Beide sind sich einig: Das Fach ist ein besonderer Unterricht.

Anders als in „Wissensfächern“ geht es nicht um Noten, sondern um Fragen, die das Leben betreffen oder wie Schreiner sagt, um „Herzens- und Gewissensangelegenheiten“. „Man lernt die Schüler noch einmal von einer ganz anderen Seiten kennen“, ist ihre Erfahrung. Zurzeit unterrichtet die 25-Jährige an der Grundschule in Hördt (Kreis Germersheim) und wird ab dem neuen Schuljahr in der Speyerer Klosterschule eine dritte Klasse übernehmen.

Der Religionsunterricht beschert den Lehrern immer wieder Überraschungen: Beim Thema Gottesbilder fragte eine Erstklässlerin Isabelle Schreiner, ob Gott auch ein Mädchen sein könnte. „Es ist toll, dass Schüler darüber nachdenken“, freut sich die Lehrerin und ist immer wieder beeindruckt, wie sehr die Kinder mitfühlen und mitdenken. „Manchmal stellen sie tief greifende Fragen, die große theologische Themen berühren“, hat sie erlebt. Ihre Grundschüler staunten zum Beispiel, warum die Menschen traurig waren, als Jesus gestorben ist – obwohl sie wussten, dass er weiterlebt. Schreiner ist begeistert: „Das sind Momente, die nur der Religionsunterricht bietet.“ Religion ist ihr Lieblingsfach. Sie wählte es im Studium als Schwerpunkt. In ihrem Heimatort Edesheim ist die fröhliche junge Frau in der Gemeinde fest verwurzelt und engagiert.

Isabelle Schreiner gestaltet den Religionsunterricht mit verschiedenen Methoden. Ihre Schüler sitzen nicht nur auf den Stühlen. Sie spricht mit den Mädchen und Jungen über Bilder und pflegt gerne Rituale, etwa indem sie eine angezündete Kerze im Kreis herumgibt. Dabei sollen die Kinder sagen, was ihnen gut tut oder sie anderen wünschen.

Von bewegenden Momenten berichtet auch Christian Jochem. Sein Ziel: Religionsunterricht soll Menschen etwas mit auf den Weg geben. Er selbst hat auf dem Speyerer Nikolaus-von-Weis-Gymnasium einen Religionsunterricht erfahren, „der mich geprägt hat“. Nach dem Lehramtsstudium für Hauptschulen in Landau mit der Fächerkombination Deutsch, Geschichte und Religion absolvierte der heute 36-Jährige in Dudenhofen sein Referendariat und arbeitete sieben Jahre an einer Wormser Schule. Im vergangenen Jahr kam er zurück ins Bistum Speyer und ist seither an der Burgfeld-Realschule plus in Speyer tätig. Hier teilt er sich den Religionsunterricht mit einer Kollegin.

In Religion werden Themen diskutiert, „die den Menschen im Kern betreffen“, erklärt der Lehrer. Mit einer neunten Klasse sprach er über den Tod und spürte das Interesse – auch, wenn sich manche Schüler nicht aus der Deckung trauten, weil es uncool wirken könnte. Religionsunterricht fordert Christian Jochem. „Es ist ein Fach, in dem die Schüler sehr viel von sich preisgeben und bei dem man als Lehrer authentisch wirken muss.“ In anderen Fächern seien Lehrkräfte weniger emotional eingebunden. Er erhalte Einblicke in Familien, die in schwierigen Situationen stecken. „Ich glaube, oftmals ist es besser, Verständnis zu zeigen und nicht den moralischen Zeigefinger zu heben.“ Jochem hat beobachtet, dass Schüler Halt suchen, gerne seine Meinung wissen wollen. Deshalb könne man sich im Religionsunterricht nicht vor eine Klasse stellen, „wenn man nicht überzeugt ist.“  Text und Foto: Yvette Wagner

06.07.2015


„Sie waren das Gesicht der Polizeiseelsorge im Bistum Speyer“

Diakon Hartmut van Ehr als Beauftragten der Polizeiseelsorge verabschiedet

Von Franz Gabath

Böhl-Iggelheim- Würdig und in großem Rahmen wurde der Beauftragte für die Polizeiseelsorge im Bistum Speyer, Diakon Hartmut von Ehr, in der Katholischen Pfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus in Iggelheim, verabschiedet. Schier endlos war die Liste der geladenen Gäste, welche die Leiterin der Abteilung Besondere Seelsorgebereiche beim Ordinariat, Susanne Laun, abarbeiten musste. Beginnend beim Hausherren, Pfarrer Thomas Pfundstein, über Bürgermeister Peter Christ aus Böhl-Iggelheim, über hohe und höchste Repräsentanten aus den Rheinland-Pfälzischen Polizeidienststellen, so wie dem Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur, bis zu Domkapitular, Franz Vogelgesang  - alle drückten mit ihrem Kommen die große Wertschätzung aus, die Hartmut von Ehr, während seiner Zeit in der Polizeiseelsorge genossen hat.

„Sie waren das Gesicht der Polizeiseelsorge im Bistum Speyer. Sein Herz schlägt für die Polizei!“ In sehr persönlichen Worten zeichnete Domkapitular Franz Vogelgesang  den Weg von Hartmut von Ehr nach, der seit 1979 in der Diözese Speyer in mehrere Stationen im seelsorgerischen Bereich tätig war. Nach dem Theologiestudium waren die erste Station in Harthausen. Danach schnupperte er, als Pastoralreferent der deutschen Gemeinde in Tokio, Auslandsluft. Nach der Rückkehr in die Heimat führte sein Weg direkt in die Polizeiseelsorge, welche Domkapitular Vogelgesang als eine Herzensangelegenheit von von Ehr bezeichnete. „Steht auch seine Familie immer an 1. Stelle, so gibt es keinen großen Zwischenraum zur Polizeiseelsorge“ betonte Vogelgesang. Als Beispiel nannte  der Domkapitular die Besuche, welche von Ehr bei den verschiedensten Revieren gerade am Hl. Abend und Weihnachten durchführte.

Hartmut von Ehr war maßgeblich am Aufbau der Polizeiseelsorge beteiligt, gründete mit die ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft und die Landesarbeitsgemeinschaft. Nach dem verheerenden Flugzeugunglück in Ramstein 1988 war von Ehr einer der Gründer und Initiatoren des so genannten  Kriseninterventionsteams das sich schon bei vielen regionalen und nationalen Einsätzen beßtens bewährt hat und große Wertschätzung genießt. Diese Team, dem Psychologen und Seelsorger angehören, steht Beamten offen, die nach kritischen Einsätzen Hilfe und verständnisvolle Gesprächspartner brauchen.

Die Arbeitsgruppe „Post-Shooting, für Beamte, die von der Schusswaffe Gebrauch machen mussten, ist ein „Kind von Hartmut von Ehr.

Supervision – eine Hilfe für Beamtinnen und Beamte in Krisensituationen – dies hat Diakon von Ehr noch als  letztes Projekt und Aufgabe auf den Weg gebracht und wird, nach den Worten vieler im Polizeidienst Verantwortlicher,  weiter intensiv verfolgt werden. Nicht zu vergessen den Krankenbesuchsdienst, der auf Anregung von Diakon von Ehr eingeführt wurde und der bei vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer offene Ohren und Herzen gefunden hat. Ein Dienst, den die oder der sehr zu schätzen weis, wenn er denn bei Krankheit freundschaftliche Unterstützung erfährt.

Der Polizeiseelsorge-Beirat des Bistums und der protestantischen Landeskirche, in ihm sind gewählte Beamte aus den Reihen der Polizisten vertreten, ist in dieser Form einmalig in der Bundesrepublik und genoss die besondere Beachtung von Hartmut von Ehr.

Hartmut von Ehr ist ein begeisterter Pilger, hat Polizeiwallfahrten ins Leben gerufen und ist selbst schon auf dem Jakobsweg, dem Camino“ in Spanien, nach Santiago de Compostella, unterwegs gewesen. „Geh den Weg als Seelsorger mit den Menschen weiter – geh weiter den Pilgerweg mit und zu Gott – denn Gott ist da -  diese Botschaft gilt es zu verkünden“ waren die aufmunternden Worte von Domkapitular Franz Vogelgesang an den scheidenden Polizeiseelsorger.

„Mit ganzen Herzen den Beamtinnen und Beamten gewidmet“ - „Ein leidenschaftlicher Streiter – wer etwas will – findet auch einen Weg“ - „bei den unzähligen Begegnungen immer das rechte Wort gefunden“ - „ein leidenschaftlicher Streiter auch für die Ökumene“ - nur einige Zitate die in den zahlreichen Grußworten immer wieder so, oder in abgewandelter Form anklangen.

Hartmut von Ehr dankte, in sehr persönlichen Abschiedsworten, Allen, die ihn in den 25 Jahren bei der Polizeiseelsorge begleitet und in vielfältigster Weise unterstützt haben. Seinem Nachfolger, Patrick Stöbener, wünschte der scheidende Seelsorger die Unterstützung welche er selbst erfahren hat, viel Freude in diesem wichtigen Dienst und Gottes Segen.

Vor der Verabschiedung feierte Domkapitular Franz Vogelgesang eine würdevolle Eucharistiefeier. Bettina Oster musizierte an der Orgel.

Eucharistiefeier und Verabschiedung wurden vom, musikalisch hochkarätigen, Holzbläserquintett des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz, unter der Leitung von Bernd Schneider, gestaltet. Bild:fg

04.07.2015


Partner aus Papua auf Rundreise in der Pfalz

Begrüßung der Gäste im Landeskirchenrat in Speyer. Begrüßung der Gäste im Landeskirchenrat in Speyer.

Austauschprogramm mit Missionsfest und Empfang im Landeskirchenrat

Speyer- Weitgereister Besuch im Landeskirchenrat: Oberkirchenrat Manfred Sutter hat am Donnerstag eine achtköpfige Delegation der protestantischen Partnerkirche in Papua, Gereja Kristen Injili di Tanah Papua (GKI-TP), in Speyer empfangen. Die Papuaner halten sich anlässlich des Missionsfestes zum 200. Jubiläum der Basler Mission zu einem Austauschprogramm in der Pfalz auf.

„Wer einmal in Papua war, lässt immer auch ein Stück vom Herzen da“, begrüßte Sutter die Gäste. Der Ökumenedezernent der Landeskirche hatte Papua vergangenes Jahr zur offiziellen Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages besucht. Damals habe er eine überwältigende Gastfreundschaft erlebt. „Ein bisschen was davon wollen wir Ihnen hier zurückgeben.“

Unter der Leitung von Jürgen Dunst vom Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) Pfalz sieht das Austauschprogramm u.a. den Besuch mehrerer Kirchengemeinden und Einrichtungen sowie des Missionsfestes am 5. Juli in Kaiserslautern-Erfenbach vor. Partnerschaftliche Beziehungen mit der GKI-TP bestehen seit 1993. Sie werden schwerpunktmäßig vom Papua-Arbeitskreis im Kirchenbezirk Rockenhausen und der Kirchengemeinde Erfenbach in Kooperation mit dem Missionarisch-Ökumenischen Dienst getragen.

Die 1815 gegründete Basler Mission ist Teil der Evangelischen Mission in Solidarität, einer Gemeinschaft von evangelischen Kirchen und Missionsgesellschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika. Das Missionsfest beginnt am Sonntag um 14 Uhr in der Kreuzsteinhalle Kaiserslautern-Erfenbach mit einem Gottesdienst. Die Predigt hält Oberkirchenrat Manfred Sutter, die Liturgie gestalten Pfarrer Hartmut Eder sowie die Vertreter der Partnerkirche aus Papua. Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr als Vorsitzender der Basler Mission Pfalz wird durch das Programm des Missionsfestes führen.

Text und Foto: lk

03.07.2015


Kirchentagstasche - Eine Idee mit großer Tragweite

„Aufstehen zum Leben“: Frankenthalerinnen haben aus Schal Umhängetasche gefertigt

Frankenthal- Eine Idee mit großer Tragweite: Christiane Rößler und ihrer Mutter Helga Kauffmann aus Frankenthal ist es zu verdanken, dass das Motto des regionalen Ökumenischen Kirchentages (ÖKT) – „Aufstehen zum Leben“ – womöglich noch lange in alle Welt getragen wird. Die 88 Jahre alte Dame hat aus dem magentafarbenen Schal mit dem markanten Aufdruck, der beim ÖKT der Tochter als kleidsames Accessoire diente, eine praktische Umhängetasche „mit Wiedererkennungseffekt“ gefertigt.

Der Einfall, das Motto des regionalen Kirchentages auf diese Weise weiterzutragen, kam der Presbyterin der Frankenthaler Lutherkirchengemeinde und Bezirkssynodalen Christiane Rößler während des Kirchentagbesuches an Pfingsten in Speyer. Ihre Mutter habe ihn dann mit Nadel und Faden in die Tat umgesetzt. Christiane Rößler sieht darin auch einen Beitrag zum Umweltschutz: „Der Schal landet nicht früher oder später in der Altkleidersammlung und man kann auf Plastikbeutel verzichten, wenn man diesen Kirchentagsbeutel beim Shoppen dabei hat.“ lk; Foto: Privat

01.07.2015


Wein-Präsentation mit beglückendem Rahmenprogamm

„2014er Sausenheimer Riesling trocken“ aus dem Weingut Gaul soll helfen, neue Beleuchtung in der Gedächtniskirche zu finanzieren

cr. Speyer- Es ist ein trockener Sausenheimer Riesling, Jahrgang 2014, aus dem Weingut Karl-Heinz Gaul, den jetzt der Bauverein der Speyerer Gedächtniskirche als seinen „Wein des Jahres 2015“ in Anwesenheit von Oberbürgermeister Hansjörg Eger bei einer Präsentation im Historischen Ratssaal der Stadt vorstellen konnte. Auge, Nase, Zunge und Gaumen – alle Geschmackssinne seien im Spiel gewesen, als eine kleine, fachkundige Abordnung des Bauvereins unter der Leitung von Dekan Markus Jäckle diesen Wein ausgewählt habe. Die anwesenden Mitglieder des Bauvereins und ihre Gäste, die zu diesem Anlass in Speyers „guudi Stubb“ gekommen waren, konnte diese Wahl nur loben, sprachen sie doch nach der musikalisch überzeugend umrahmten, verbalen Vorstellung dem „köstlichen Tropfen“ genießerisch zu.

Als Dekan und Pfarrer der Gedächtniskirchengemeinde obliege es ihm nicht allein, seine Nase ins Weinglas zu tauchen, um im Interesse und zum Wohle seiner „Schäfchen“ den besten Wein für sie auszuwählen, erklärte Dekan Jäckle in seiner Begrüßung – nein, als gelernterTheologe habe er seine Nase natürlich auch in die Bibel gesteckt und dort den Begriff „Wein“ - real und allegorisch - an gleich 220 Stellen wiedergefunden. Vom „Wein, der des Menschen Herz erfreut“ bis hin zu dem Gleichnis, in dem Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock – Ihr seid die Reben“ - viele Zitate belegten, dass Jesus „kein Kostverächter“ gewesen sei und auch einen „guten Tropfen“ durchaus zu genießen verstanden habe.

Dies habe der Heiland mit dem großen Reformator Martin Luther gemeinsam gehabt, von dem so deftige Aussagen stammen sollen wie die:„Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang“. Und weil er gerade so schön am 'Zitieren' war und es so gut in seinen Duktus passte, schob Jäckle noch eine weitere Sentenz hinterher, die ihm zugegebenermaßen noch kurzfrisrig eingefallen sei: „Wer Wein trinkt, dem geht ein Licht auf – und so manchem sogar ein ganzer Kronleuchter!“. Und damit war der Geistliche auch schon bei dem nächsten größeren Projekt zugunsten der Gedächtniskirche angelangt, für das in diesen Tagen die Planung abgeschlossen werden soll: Eine komplett neue Beleuchtungsanlage für das Innere des Gotteshauses, für die die bauausführende Firma schon mit dem Eingravieren der Namen der „edlen Spender“ auf den Kronleuchtern begonnen habe. Bis Weihnachten, so erhofft es sich Dekan Jäckle, könne die einem komplexen Beleuchtungskonzept folgende Gesamtmaßnahme wohl abgeschlossen sein und so die Kirche, rechtzeitig zur Feier der Geburt Christi, in „neuem Licht“ erstrahlen.

Je zwei Euro des 8,50 Euro pro Flasche kostenden „Sausenheimer Rieslings“ werden in die neue Beleuchtung fließen, so der Dekan – bei zunächst 1.000 abgefüllten Flachen also 2.000 Euro – sicher nicht zuviel, damit „den Frommen das Licht aufgeht“, wie es in Psalm 112 und bei Felix Mendelssohn-Bartholdy heißt.

Den Wein selbst präsentierten im Anschluß an Jäckles Ausführungen die Schwestern Karoline und Dorothee Gaul, die nach ihrem Studium an der international renommmierten Weinbauhochschule in Geisenheim im Rheingau vor vier Jahren den Betrieb ihres inzwischen verstorbenen Vaters Karl-Heinz Gaul übernommen hatten – die eine verantwortlich für den vier Hektar Rebfläche mit je 4.500 Rebstöcken umfassenden Betrieb und für den Keller - die andere zuständig für die Vermarktung der im Hause Gaul erzeugten „edlen Tropfen“

Dorothee Gaul stellte sodann den ausgewählten Riesling für den Bauverein der Speyerer Gedächtniskirche als eine „trockene“ Kreszenz vor - „puristisch und selbstbewußt und mit einem fein-edlen Apfelgeschmack“, in dem sich der „sehr kalkhaltige Boden“, auf dem die Trauben zur Reife gelangen, auf das Feinste wiederfindet.

Zu soviel guten Worten und einem derart köstlichen Wein gehörte - als gelungene Abrundung eines anspruchsvollen Programms - natürlich auch eine erlesene Musik. Und auch hier landete der Bauverein einen „Volltreffer“, hatte er doch mit den beiden Gitarristen - der aus Brasilien stammenden Instrumentalistin und Sängerin Ignez Carvalho und dem Speyerer Wolfgang Schuster zwei Vertreter ihres Genres eingeladen, die höchst einfühlsam und mit virtuoser Technik ihre Parts meisterten. Ausgewählt hatten die beiden dazu emotionsstarke Stücke, in denen sich klassische Gitarrenkunst beglückend mit südamerikanischen Rhythmen vereinen. Viel Beifall für einen kurzweiligen Abend, an dem alle Sinne der anwesenden Menschen angerührt wurden. Foto: gc

30.06.2015


In der Krypta einen kühlen Kopf bewahren

Im Speyerer Dom herrschen im Hochsommer auch ohne Klimaanlage angenehme Temperaturen

Speyer-  Bis zu 38 Grad soll es in den kommenden Tagen in Teilen Süddeutschlands heiß werden. Glücklich, wer in Speyer ist, denn hier gibt es jede Menge Eiscafés, ein Freibad und den Dom. Was der Dom mit der Hitze zu tun hat? Der riesige, massive Innenraum sorgt ganz von allein, ohne Klimaanlage, dafür, dass es hier immer angenehm kühl bleibt. Noch frischer ist es in der Krypta, dort sind es durchschnittlich 4 Grad weniger als im Hauptschiff.

Für einen kühlen Kopf sorgen in der Krypta aber nicht nur die angenehmen Temperaturen, sondern auch die klare geometrische Gliederung der Krypta. Diese Klarheit wird durch die wechselnde Farbgebung der Gewölbebögen noch betont und vermittelt ein Gefühl göttlicher Ordnung. Die Unterkirche ist der älteste Teil des Doms und seit fast 1000 Jahren beinahe unverändert erhalten. Das Wort Krypta kommt aus dem Griechischen und bedeutet „verborgen“. Die Bezeichnung kommt daher, dass Krypten größtenteils unterirdisch angelegt und nicht gleich von Außen erkennbar sind. Die Krypta im Speyerer Dom ist eine der größten ihrer Art und erstreckt sich unter dem gesamten Querhaus, Chor und Apsis des Doms. Ihre Mauern sind sehr dick, da sie die gesamte Auflast der darüber liegenden Gebäudeteile tragen müssen. Diese gewaltigen Mauern und die Lage unter der Erde sorgen auch im größten Hochsommer für angenehm kühle Temperaturen. Ein kühles Lüftchen weht im Speyerer Dom auch immer: und zwar 60 Meter höher auf der Aussichtsplattform im Südwestturm.

Besucher sind herzlich eingeladen, die Kühle des Ortes zu genießen und im Dom zu verweilen.

Öffnungszeiten:

werktags April bis Oktober 9-19 Uhr

werktags November bis März 9-17 Uhr

sonntags ganzjährig 12-18 Uhr 

Krypta und Kaisergräber

Die Krypta öffnet und schließt eine Viertelstunde nach bzw. vor den regulären Öffnungszeiten.

Kaisersaal und Aussichtsplattform 

werktags April bis Oktober 10-17 Uhr

sonntags 12-17 Uhr

Auf Grund liturgischer Feiern kann es kurzfristig zu Einschränkungen bei den Besichtigungsmöglichkeiten kommen. 

Text: is; Foto: GDKE – Landesmuseum Mainz, Ursula Rudischer © Domkapitel Speyer

30.06.2015


Land und Bischof würdigen kirchliche Religionslehrer

Im Rahmen einer Feier im Kloster Esthal wurde 66 Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Kirchendienst im Bistum Speyer der staatlich anerkannte Titel verliehen. Im Rahmen einer Feier im Kloster Esthal wurde 66 Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Kirchendienst im Bistum Speyer der staatlich anerkannte Titel verliehen.

Feier zur Titelverleihung im Kloster Esthal

Esthal- Der Bischof von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesemann, hat am Donnerstag im Kloster St. Maria in Esthal 66 Religionslehrerinnen und Religionslehrern im Kirchendienst einen staatlich anerkannten Titel für ihre Tätigkeit in der Schule verliehen.

Alle Gemeindereferentinnen und -referenten, die hauptamtlich im Religionsunterricht eingesetzt sind, erhalten den Titel „Religionslehrer oder Religionslehrerin im Kirchendienst“. Pastoralreferentinnen und -referenten, die hauptamtlich als Religionslehrer arbeiten, sind ab sofort „Studienrat oder Studienrätin im Kirchendienst“.

Bischof Wiesemann ermutigte die Ernannten: „Es ist meine christliche Hoffnung, dass die Menschen immer auch abklopfen, wer und was wirklich hinter einer Sache steht.“ Hinter diesen Überzeugungen zu stehen im Bildungsgeschehen und für die Fragen der Schüler von heute da zu sein, sei der große Verdienst von Religionslehrern, dankte der Bischof. „Die Sinnfrage ist der Urtypus von Überzeugungen“, erklärte Wiesemann. Der Titel für die kirchlichen Mitarbeiter an Schulen belege diesen Einsatz der Diözese nun auch im Amtsgeschehen.

Regierungsschulrat Thomas Brill, Vertreter der staatlichen Schulbehörde (ADD Neustadt), dankte im Grußwort für das Land Rheinland-Pfalz. Der kirchliche Einsatz sei ein wichtiger Dienst an den Schulen. Mit den Titeln werde das bereits seit langem geleistete gewürdigt und mache in Zukunft die Tätigkeit eindeutig für die Lehrerkollegien.

Alle neuen Titelinhaber erhielten eine Flasche „Religionslehrerwein“ nach einer Idee von Cäcilia Weis aus Landau, Vorsitzende des Vertreterrats der kirchlichen Religionslehrer an Grundschulen. Die Flasche ziert das biblische Zitat „Ihr seid das Salz der Erde“ (Mt 5,13).
Hauptabteilungsleiter Domdekan Dr. Christoph Kohl übergab allen den neuen Ökumenischen Leitfaden. Er dankte der zuständigen Abteilungsleiterin, Studiendirektorin im Kirchendienst Birgitta Greif.

Die beiden Amtsbezeichnungen haben innerkirchliche und staatliche Geltung. Mit der staatlichen Genehmigung zur Führung dieser Amtsbezeichnungen erkennen die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland erstmalig die offizielle Gleichwertigkeit von pastoralen Mitarbeitern und staatlich ausgebildeten Lehrern an. Von den rund 95 Frauen und Männern, die als kirchliche Lehrer im staatlichen Schuldienst arbeiten, haben 66 eine pastorale Ausbildung und deshalb den Titel erhalten. Alle anderen kirchlichen Religionslehrer sind staatlich ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. „Im Kirchendienst“ bedeutet, dass die Diözese Arbeitgeber ist, während die staatlichen Religionslehrer Landesbeamte sind. Im Bistum Speyer gibt es insgesamt rund 2.300 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach katholische Religion. Text und Foto: is

20.06.2015


„Starker Impuls für die notwendige ökologische und spirituelle Umkehr“

Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz WiesemannSpeyerer Bischof Wiesemann sieht in der Enzyklika „Laudato si“ auch eine Bestärkung für die Anliegen der Kampagne „Gutes Leben. Für alle!“ – Zeit für ein Überdenken des eigenen Lebensstils

Speyer- Als „starken Impuls für die notwendige ökologische und spirituelle Umkehr“ würdigt der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus. Der Bezug auf den Sonnengesang des Heiligen Franziskus weise auf die Schönheit der Schöpfung und zugleich auf die enge Verbundenheit aller Geschöpfe hin. „Der Klimawandel und die ökologischen Probleme unserer Zeit sind untrennbar mit den Fragen der sozialen und globalen Gerechtigkeit verbunden. Wir brauchen einen grundlegenden Mentalitätswandel“, macht Bischof Wiesemann deutlich.

Ihn beeindruckt besonders, dass der Papst nicht bei einer Analyse der aktuellen Umweltproblemen stehen bleibt, sondern die tiefergehenden theologischen und spirituellen Wurzeln der Krise beleuchtet. Inspiriert von dem Religionsphilosophen und Theologen Romano Guardini, kritisiert der Papst das „technokratische Paradigma“. Es habe dazu geführt, dass die Menschen bei allen Fortschritten auf dem Gebiet der Technik den Blick für das Ganze verloren haben. Durch einen falsch verstandenen „Anthropozentrismus“ sei das Bewusstsein für die Beziehung des Menschen zu seinen Mitmenschen und zu seiner Umwelt immer mehr in den Hintergrund getreten. Zur Überwindung der Krise hält der Papst die Religion für unverzichtbar. Nur der Glaube an einen Schöpfergott könne die Notwendigkeit einer umweltpolitischen und spirituellen Umkehr tiefer begründen.

In seiner Enzyklika ruft der Papst dazu auf, die Konsumorientierung und die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ zu überwinden. Gefordert sei die Entwicklung eines Lebensstils, der allen Menschen faire Zukunftschancen eröffnet, auch in den ärmeren Ländern und für die nachfolgenden Generationen. Bischof Wiesemann betrachtet die Enzyklika daher auch als Bestärkung und Ermutigung für die Anliegen der Kampagne „Gutes Leben. Für alle!“, die der Katholikenrat des Bistums Speyer, das Bistum Speyer und das katholische Hilfswerk Misereor im Jahr 2013 gemeinsam gestartet haben. Sie appelliert an die gemeinsame Verantwortung aller Menschen, dass die Erde auch für künftige Generationen bewohnbar bleibt. Die Kampagne gibt Anregungen, den eigenen Lebensstil so zu verändern, dass auch die Menschen in den Entwicklungsländern eine Perspektive haben. Der Einzelne, aber auch Gruppen und Einrichtungen sind eingeladen, das eigene Verhalten hinsichtlich der globalen Verantwortung kritisch unter die Lupe zu nehmen. Die Darstellung positiver Beispiele soll dabei zur Nachahmung motivieren. is

Link zur deutschsprachigen Fassung der Enzyklika und einer Inhaltsangabe:

http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=2831&cHash=b144d0b3f8d1c0f3e78b109486e662a8

Link zur Kampagne „Gutes Leben. Für alle!“:

http://www.gutesleben-fueralle.de/

19.06.2015


Dank für 800 Jahre Dienst am Nächsten

Die Jubilarinnen mit Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Sr. Isabelle Wien (hinten rechts). Die Jubilarinnen mit Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Sr. Isabelle Wien (hinten rechts).

Auf 800 Jahre Zugehörigkeit zur Diakonischen Gemeinschaft bringen es die 16 Diakonissen und Diakonischen Schwestern, die im Speyerer Mutterhaus an Christi Himmelfahrt traditionell Schwesternjubiläum feierten.

Speyer- Auf 70 Jahre Diakonissen-Leben blickten die dienstältesten Jubilarinnen zurück, die ehemaligen Speyerer Oberinnen Sr. Ilse Wendel und Sr. Elfriede Brassat sind immerhin seit 65 bzw. 50 Jahren Diakonissen. Auf die vielfältigen Lebenswege der Jubiläumsschwestern aus Speyer und Mannheim, die zum zehnten Mal gemeinsam Jubiläum feierten, ging Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz in seiner Predigt ein. Unter unterschiedlichen Voraussetzungen eingetreten, haben die Jubilarinnen die verschiedensten Tätigkeiten in Kranken- und Altenpflege, der Kinderbetreuung und vielem mehr ausgefüllt, allen gemeinsam ist, dass sie Diakonie im Alltag gelebt haben. „Ohne Sie wäre das Unternehmen Diakonissen Speyer-Mannheim heute nicht das, was es ist“, betonte Schwartz. Er hoffe, „dass Ihr Dienst auch Ansporn ist für uns, für die Mitarbeitenden heute.“

Dem schloss sich Oberin Sr. Isabelle Wien bei der Feier im Mutterhaus-Festsaal an, zu der sie zahlreiche Familienangehörige, Freunde und Weggefährten der Jubilarinnen sowie Mitarbeitende begrüßte. In festlichem Rahmen würdigte Pfarrer Dr. Werner Schwartz die Jubilarinnen in ihren Arbeitsfeldern, bevor Diakonisse Martha Brunner, die ihr 70. Schwesternjubiläum feierte, über ihren Glauben an Gott als Motivation für ihre Arbeit und ihr Tun sprach und sich im Namen ihrer Mitschwestern für das Fest bedankte. Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

15.05.2015


Domkapitular i. R. Otto Schüßler verstorben

Fast 20 Jahre Regens des Priesterseminars St. German in Speyer – Verantwortung für verschiedene Aufgabenfelder in der Bistumsleitung

Speyer-  Am 11. Mai ist Domkapitular i.R. Otto Schüßler im Alter von 77 Jahren in Speyer verstorben.

Der gebürtige Neustadter wurde 1964 zum Priester geweiht. Er wirkte als Kaplan in Pirmasens und St. Ingbert und war seit 1965 Präfekt des Studienheims St. Pirmin in Dahn. In Kusel und Otterstadt war er als Pfarrverweser eingesetzt, bevor er 1972 als Domvikar und Bischöflicher Sekretär nach Speyer gerufen wurde. Von 1987 bis 2006 war Otto Schüßler als Regens des Priesterseminars St. German in Speyer tätig. Er kümmerte sich nicht nur um die Priesteramtskandidaten, sondern auch um die Ausbildung der Ständigen Diakone und der Pastoralreferenten.

1979 wurde Otto Schüßler in das Speyerer Domkapitel berufen. Er gehörte der Speyerer Bistumsleitung rund drei Jahrzehnte an. Zunächst war er für die Referate Liturgie, Ordensfragen und Diaspora zuständig, dann übernahm er die Leitung der Diözesanstelle für weltkirchliche Aufgaben. In dieser Funktion brachte der Domkapitular maßgeblich die Partnerschaft zwischen dem Bistum Speyer und der Diözese Cyangugu in Ruanda mit auf den Weg. 2002 wurde er zum Päpstlichen Ehrenprälat ernannt und übernahm 2003 die Leitung des Dombauamtes. Als Domkustos war er Leiter der Abteilung Diözesanmuseum, der Domschatzkammer und Verantwortlicher für die Denkmal- und Kunstpflege im Bistum Speyer. Im Januar 2009 trat er in den Ruhestand. „Otto Schüßler hat seine vielfältigen Begabungen sehr segensreich für das Bistum Speyer eingebracht. Durch seine Tätigkeit als Regens hat er eine ganze Generation von Priestern entscheidend mitgeprägt“, würdigte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann das Wirken von Otto Schüßler.

Das Totenoffizium und Requiem für Prälat Otto Schüßler finden am Montag, den 18. Mai, um 13.00 Uhr in der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer statt. Anschließend wird der Verstorbene auf dem Kapitelsfriedhof beigesetzt.

Text und Foto: is

12.05.2015


Lautzkirchen Teil der Webseiten-Familie

v.r.: Pastoralreferent Steffen Glombitza und Pfarrer Eric Klein präsentieren den neuen Auftritt in Speyer. Links daneben steht der Projektinitiator der Webseiten-Familie und Geschäftsführer von Peregrinus GmbH, Marco Fraleoni. v.r.: Pastoralreferent Steffen Glombitza und Pfarrer Eric Klein präsentieren den neuen Auftritt in Speyer. Links daneben steht der Projektinitiator der Webseiten-Familie und Geschäftsführer von Peregrinus GmbH, Marco Fraleoni.

Mit Lautzkirchen ist ab sofort die erste saarländische Pfarreiengemeinschaft Teil der Webseiten-Familie im Bistum Speyer

Lautzkirchen/Speyer- Die Pfarreiengemeinschaft Lautzkirchen feiert Premiere. Ab sofort ist unter www.pfarrei-lautzkirchen.de der Internetauftritt online, der erstmals alle Ortschaften der Pfarreiengemeinschaft umfasst. Damit zählt Lautzkirchen zu den Vorreitern für die Neuausrichtung der Onlinekommunikation im Bistum Speyer. Denn die Pfarreiengemeinschaft ist als erster saarländischer Vertreter Bestandteil der stetig größer werdenden Webseiten-Familie. Das zentrale Ziel der Webseiten-Familie ist es, von der Pfarrei- über die Dekanats- bis zur Bistumsebene eine eng vernetzte Onlinekommunikation zu etablieren. Besucher der neuen Webseite sollen sich  zielgerichtet orientieren können. Hierzu zählt eine schnelle und professionelle Informationsaufbereitung mit aktuellen redaktionellen Inhalten aus der Pfarreiengemeinschaft.

Erstmals sind alle Ortschaften „online“ unter einem Dach

Damit die vielfältigen Angebote und Leistungen, die die katholische Kirche regional bietet, noch transparenter werden, umfasst der neue Internetauftritt mit Alschbach, Bierbach, Lautzkirchen, Limbach und Niederwürzbach erstmals alle Ortschaften der Pfarreiengemeinschaft. Gottesdienstzeiten, Termine für Veranstaltungen in den Gemeinden auf einen Blick, Angebote von Kindertagesstätten oder die Adresse des Pfarrbüros – dank der klaren Struktur, die sich an das identitätsstiftende Erscheinungsbild der neuen Webseiten-Familie anlehnt, kommen Interessenten nahezu intuitiv und mit wenigen Klicks ans gewünschte Informationsziel.

Ehrenamtliche liefern Informationen ans Redaktionsteam

Neue Homepage für die Pfarreiengemeinschaft LautzkirchenNachrichten aus allen katholischen Einrichtungen der Pfarreiengemeinschaft werden vom Team in der Onlineredaktion eingepflegt. Pfarrer Eric Klein und Pastoralreferent Steffen Glombitza erhalten die Informationen, Textvorlagen und Termine direkt von Ehrenamtlichen, die in der Gemeindearbeit und den katholischen Einrichtungen vor Ort aktiv sind. Als wichtige Informationsquelle für die Gemeindearbeit ist beispielsweise auch der Pfarrbrief online abrufbar.

Pfarrer Eric Klein sagt: „Dass Lautzkirchen der erste saarländische Vertreter der neuen Webseiten-Familie im Bistum Speyer ist, freut uns. Wichtiger für die Gemeindearbeit vor Ort ist jedoch die identitätsstiftende Rolle, die die Kommunikation für das Zusammengehörigkeitsgefühl schafft.“  

Zur besseren Orientierung sind die neuen Pfarreistrukturen, die aus dem Prozess „Gemeindepastoral 2015“ resultieren, bereits berücksichtigt. Was die Orientierung vereinfacht: Besucher können über die sogenannte Landkarten- und die zusätzliche Schlagwort-Navigation gezielt nach Inhalten suchen. Passgenaue Informationen rund um Kirchenthemen, wie zum Beispiel zu häufigen Suchschlagwörtern Hochzeit, Taufe oder Erstkommunion sind damit schnell zur Hand. Aktuelle redaktionelle Inhalte von „der pilger“ dienen als flankierende Zusatzinformationen, die den Newswert und die Attraktivität für Onlinebesucher erhöhen. Die Projektverantwortlichen wurden bei der technischen und redaktionellen Umsetzung umfassend begleitet und erhielten unter anderem eine dreiteilige Schulung für das Internet-Redaktionssystem.

Steffen Glombitza, Projektleiter in der Pfarrei, sagt: „Auf die Einarbeitung folgt schnell das Erfolgserlebnis, wenn man mit den technischen Möglichkeiten umgehen kann. Auch ist es eine schöne Bestätigung, dass unsere neue Homepage bereits bei ersten Vorabtests in der Gemeinde sehr gut ankommt!“  Die Konzeptentwicklung zur Erstellung der Webseiten und der Schulungen verantwortet die Peregrinus GmbH, der Verlag, in dem die Bistumszeitung „der pilger“ erscheint.

Text: is; Foto:  Peregrinus GmbH

10.05.2015


Kirche und Diakonie stellen 10.000 Euro Soforthilfe für Erdbebenhilfe zur Verfügung

Speyer- Die Evangelische Kirche der Pfalz und die Diakonie Pfalz unterstützen den Einsatz der  Diakonie Katastrophenhilfe für die Erdbebenopfer in Nepal mit 10.000 Euro Soforthilfe. Gleichzeitig rufen sie zu Spenden auf.

„Wie Haiti, das 2010 von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, trifft es auch in Nepal wieder eines der ohnehin ärmsten und darum am wenigsten selbsthilfefähigen Länder der Welt. Ein sehr armes Land ist niemals in der Lage, aus eigener Kraft solche Katastrophen schultern und bewältigen zu können. Die Menschen brauchen jetzt Ihre und unsere Unterstützung“, rufen Oberkirchenrat  Manfred Sutter und Diakoniepfarrer Albrecht Bähr zu Spenden auf.

Partner der Diakonie Katastrophenhilfe aus dem weltweiten kirchlichen Netzwerk der ACT Alliance haben unmittelbar nach dem Beben, Soforthilfe eingeleitet. Die Überlebenden mit Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser zu versorgen hatte dabei oberste Priorität. Da viele Häuser zerstört oder unbewohnbar geworden sind, arbeiten die Helfer unter Hochdruck daran, Notunterkünfte zum Schutz vor Regen und Kälte zu errichten.

„Die Menschen in Nepal werden sehr lange auf Hilfe angewiesen sein, bis sie die Folgen dieser Katastrophe bewältigt haben“, betonen Sutter und Bähr die langfristige Perspektive der Hilfsmaßnahmen.  Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge müssten Hand in Hand gehen und zusammen mit den Menschen vor Ort geplant und umgesetzt werden.

Info: Die Diakonie Katastrophenhilfe ist Mitglied im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe. Die großen Hilfsorganisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und Unicef Deutschland arbeiten im Bündnis zusammen. Alle Organisationen verfügen über anerkannte langjährige Erfahrungen in der Katastrophenhilfe, die sich jetzt auch im Einsatz für die Opfer des Erdbebens in Nepal bewähren kann.

Spendenkonto:

Diakonie Katastrophenhilfe

Evangelische Bank eG

IBAN: DE78 5206 0410 0000 0014 14

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Nepal

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

06.05.2015


„Baden schaut über den Rhein“

Konzert zu Gunsten des Speyerer Dom

von Franz Gabath

Speyer- Schon zum 12. Mal fand ein Konzert mit dem Titel „Baden schaut über den Rhein“ im Dom statt. Chöre und Orchester von der anderen Rheinseite konzertieren zu Gunsten des Kaiser- und Mariendom. Auch das diesjährige Konzert fand begeisterte Besucherinnen und Besucher. Der Dom war bis auf den letzten Platz gefüllt.

In diesem Jahr gestalteten der Männerchor Hanauerland, der MGV „Eintracht“ Mösbach, Der MGV Concordia Renchen-Ulm, Frauen der Chorgemeinschaft, der Kammermusikkreis Rastatt, so wie die Musikschule Gernsbach das Konzert.  Weit über 120 Sängerinnen und Sänger und ca. 80 Musikerinnen und Musiker füllten den Raum um den Volksaltar und die Treppen vor den Königschor. Willi Kammerer und Kreischorleiter des MSK, Friedemann Nikolaus leiteten die Chöre. Die Stabführung des Orchesters hatte Joachim Kölmel inne. An der Chororgel brillierte Holger Becker.

Ein gewaltiger, beeindruckender  Anblick bot sich den Gästen und den Ehrengästen unter ihnen der erem. Bischof, Anton Schlembach und Weihbischof Otto Georgens, die vom 1. Vorsitzenden des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer, willkommen geheißen wurden.

Ein buntes, breitgefächertes Programm durch die verschiedensten Stilrichtungen der Chormusik wurde den Zuhörern geboten.  „One Moment in Time“ von Whitney Houston, oder „Think of me“ aus der Feder von Andrew Lloyd Webber, vom Orchester interpretiert,  sind modernere Stücke, jedem eingängig und bekannt. Frederic Messner übernahm den Solotrompetenpart bei „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth und bei „Once upon a Time“ von  Ennio Morricone. „The Rose“ von Mc Broon ist wohl eines der meist gesungenen Stücke bei Chören aller Stilrichtungen. Ein besonderer Genuss hier die Piccolo Trompeten von Jürgen Langmaier und Armin Kühn. Eine Stecknadel hätte man hören fallen.

Von moderneren Stücken wie „Mashiti aus Südafrika, oder „My Lord what a morning, leiten die Männer gemeinsam mit den Frauen zu konzertanteren Weisen über. „Sancta Maria“ von Johann Schweitzer war genau so ein Hörgenuss wie “Ave Maria. Wenn ich ein Glöcklein wär“ aus der Feder von J. Siegel. Franz Schubert zeichnet für „Sanctus“ verantwortlich, Giuseppe Verdi für „La Vergine – die Macht des Schicksals“.

Im  Marienmonat, wurde besonders auch der Gottesmutter gehuldigt.   „Segne Du Maria, segne mich Dein Kind“ wurde von Chor, Orchester, Orgel und der gesamten im Dom versammelten Gemeinde angestimmt.

Domdekan Dr. Christoph Kohl dankte allen Mitwirkenden, die sich in den Dienst des Domes gestellt hatten und den Besuchern einen großen Kunstgenuss beschert hatten.

Einen besonderer Dank erhielt  Udo Heidt von Dr. Hissnauer. Die Konzertreihe „Baden schaut über den Rhein“ geht auf eine Initiative von Udo Heidt, selbst Mitglied im Dombauverein, zurück. Und seit 12 Jahren organisiert Udo Heidt dieses Konzert.

„Großer Gott wir loben Dich“, gesungen und gespielt von allen Mitwirkenden und den Besuchern, war der  krönende Abschluss eines großartigen Konzertes, das den Gästen sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird und schon eine Werbung für die Fortsetzung 2016 darstellt.

Die Besucher dankten mit einer großzügigen Spende von über 5 000 Euro für den Erhalt, für Viele, „IHRES DOM zu SPEYER“!

Bild:fg

05.05.2015


Kinderbetreuung mit Engagement und Qualität

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kindertagesstätten Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kindertagesstätten

19 katholische Kitas im Bistum Speyer haben Qualitätsmanagement eingeführt

Waldfischbach-Burgalben- In einer dreijährigen Projektphase haben 19 katholische Kindertagesstätten im Bistum Speyer ein Qualitätsmanagement eingeführt. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann übergab nun im Rahmen einer Feier im Bildungshaus Maria Rosenberg (Südwestpfalz) die Zertifikate, ausgestellt vom Bundesverband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). Die anderen 221 Kitas in kirchlicher Trägerschaft sollen in den nächsten Jahren folgen.

Wie der Bischof während seiner Predigt im vorausgegangenen Gottesdienst betonte, sei die Einführung des Qualitätsmanagements in den Kindertagesstätten bewusst eingebettet in die „Umbrüche unserer Diözese“ durch den Erneuerungsprozess Gemeindepastoral 2015, der zum Jahreswechsel 2015/16 in Kraft tritt. Den Kindertagesstätten komme in der neuen Struktur eine ganz besondere Funktion zu: Sie sollen „Lernorte des Glaubens“ sein, in denen authentisch die Botschaft Jesu gelebt und selbstbewusst in die Gesellschaft getragen, Glaube und Liebe in alltäglichen Dingen lebendig und die Liebe und die Sensibilität für die Kleinsten spürbar werde. „Das Kostbarste, was wir haben, sind unsere Kinder“, so der Bischof. Der Glaube solle daher nicht nur ein Baustein einer katholischen Einrichtung sein, sondern der rote Faden, der sich durch alle Bereiche zieht und zeigt: „Es ist Jesus Christus, der uns leitet.“ Dieser rote Faden solle immer wieder neu entdeckt und weiter in die Zukunft getragen werden, gab der Bischof den anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kindertagesstätten und den Vertretern der Trägerpfarreien mit auf den Weg.

Der Leiter der Abteilung Pfarrverbände und Kindertagesstätten im Bischöflichen Ordinariat, Joachim VatterDer Leiter der Abteilung Pfarrverbände und Kindertagesstätten im Bischöflichen Ordinariat, Joachim Vatter, der auch den Festabend moderierte, dankte in seiner Ansprache daher auch den pastoralen Begleitern für ihre Unterstützung in der Umsetzung. In dem Qualitätsprozess habe man großen Wert darauf gelegt, dass alle Akteure eng zusammenarbeiten und sich miteinander vernetzen. Als „einmalig“ würdigte er die Tatsache, dass sich einige pädagogische Berater und Verwaltungskräfte im Rahmen des Prozesses zu Qualitätsberatern hatten fortbilden lassen.

Die Vertreterin des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Abteilungsleiterin Regina Käseberg, stellte heraus, dass sich das Qualitätsmanagement in den Kindertagesstätten im Bistum Speyer zu einer „echten Marke“ entwickelt habe, auf die alle Beteiligten stolz sein könnten. Jetzt komme es darauf an, wie dies in der Praxis weiter umgesetzt werde. „Wir brauchen Engagement und Qualität“, betonte sie.

Oberkirchenrat Manfred Sutter von der Evangelischen Kirche der Pfalz wies auf die Vorreiterrolle hin, die die kirchlichen Kindertagesstätten in Sachen Qualitätsmanagement im Land innehaben. Auch die evangelischen Kindergärten sollen in den nächsten Jahren einen ähnlichen Prozess durchlaufen.

Der Geschäftsführer des KTK-Bundesverbandes, Frank Jansen, skizzierte die Inhalte des Bundesrahmenhandbuchs, das Grundlage des KTK-Gütesiegels ist. Dies sei zum ersten eine Orientierungs- und Arbeitshilfe für die Einrichtungen, um Arbeitsabläufe nach aktuellen Anforderungen zu bewältigen. Zweitens umschreibe es die inhaltliche Programmatik der katholischen Kindertagesstätten als Orte des Glaubens mit einem sozialdiakonischen Profil, die eine hochwertige Bildung und Erziehung sicherstellen. Und drittens sei damit auch ein „Riesenengagement“ des Kita-Personals verbunden. Immerhin seien über 200 Praxisindikatoren, die in neun Qualitätsbereichen zusammengefasst sind, zu beachten. Die nun zertifizierten Kindertagesstätten seien „kompetent in Glaubensfragen“ und somit in der Lage, „das Recht jeden Kindes auf Religion umzusetzen“.

Generalvikar Dr. Franz Jung wertete zum Abschluss des Abends die Umsetzung des Qualitätsmanagements auch als Zeichen dafür, dass die Kirche zur Veränderung fähig sei. Das Ende des Pilotprojekts sei in Wahrheit ein Anfang: Denn in vier Staffeln würden nun auch alle anderen katholischen Kindertagesstätten im Bistum Speyer dem „Speyerer Qualitätsmanagement“ (SpeQM) unterzogen. Die nun zertifizierten Einrichtungen sollen dabei als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und ihre Erfahrungen mit den anderen Kindertagesstätten austauschen. „Wir sind auf dem Weg“, so der Generalvikar, „aber der erste Schritt ist der allerwichtigste“.

Umrahmt wurde die Abschlussveranstaltung vom Elternchor „Schwarzkehlchen“ der Kindertagesstätte Hermersberg sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstellen, die sich in Sketchen dem Prozess des Qualitätsmanagements auf humorige Weise annahmen. Text/Fotos: Holger Keller

04.05.2015


Europaweit Kriegsgegner miteinander ins Gespräch gebracht

Der Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, Friedhelm Schneider, geht in den Ruhestand

Speyer- Für Friedhelm Schneider, den scheidenden Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz, darf es im Kernbereich friedensethischer Fragen keine Kompromisse geben: „Nein zum Krieg“ lautete sein bis heute unveränderter Leitsatz, als er 1983 das neu geschaffene Pfarramt für Kriegsdienstverweigerung und Zivildienst übernahm. 2003 wurde Schneiders Dienststelle um den Umweltbereich erweitert. Für den Friedenstheologen war das eine plausible Entwicklung, denn die Überwindung von Gewalt und die Bewahrung der Schöpfung sind „zentrale Anliegen christlicher Weltverantwortung“. Am 31. Mai wird der 65-Jährige von Oberkirchenrat Michael Gärtner in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst in der Auferstehungskirche Speyer beginnt um 14.30 Uhr, die Predigt zum Thema „Frieden braucht Perspektivwechsel“ hält Pfarrer Schneider selbst.

„Klar und klärend, differenziert und deutlich“ sollte nach Schneiders Worten die friedensethische Position der Kirche sein. Für den gebürtigen Aachener, der Theologie und Romanistik studiert und nach seinem Vikariat zunächst an der Berufsbildenden Schule in Ludwigshafen Religionsunterricht erteilt hat, ist es heute so wichtig wie vor 32 Jahren, dieses Anliegen im Bewusstsein vor allem der jungen Generation zu verankern. Angesichts von Gewalt-Konflikten weltweit, zunehmenden Auslandseinsätzen der Bundeswehr und enormen Rüstungsexporten („ein Skandal“) müsse die Kirche „ohne Wenn und Aber“ ihre gesellschaftliche Orientierungsfunktion wahrnehmen.

Bei dem Versuch, Menschen für friedensethische Fragen zu sensibilisieren, kann Schneider auf eine breite publizistische Tätigkeit zurückblicken. Hunderte von Broschüren und Artikeln hat er im Laufe der Jahre verfasst. 24 Jahre lang war er leitender Redakteur der EKD-Zeitschrift „zivil“, die alle 50.000 evangelischen Zivis erreichte. Über Jahrzehnte begleitete er Kriegsdienstverweigerer beim Prozess der Gewissensentscheidung. Der von ihm aufgebaute Auslandsdienst in Frankreich und Belgien half, Kriegsgegner aus benachbarten Ländern miteinander ins Gespräch zu bringen, Feindbilder abzubauen und europäische Perspektiven zu eröffnen.

Wenn Schneider erzählt, veranschaulicht er seine Aussagen gerne mit plakativen Beispielen: „Alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch eine Kugel aus deutscher Produktion.“ Oder: „Jede Minute werden in Deutschland 63.000 Euro für Rüstung ausgegeben“ und „automatisch handelnde Waffen und bewaffnete Drohnen gehören völkerrechtlich geächtet“. Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten, erinnert der Seelsorger an den Kernsatz der Friedensdenkschrift der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) von 2007. „Ich sehe die Entwicklung, dass Grundsätze christlicher Friedensethik in der politischen Praxis immer mehr relativiert werden, mit großer Sorge.“ Schneider regt an, dass die pfälzische Landeskirche hier ein Zeichen setzen könne mit einer „Neuauflage“ einer umfassenden friedensethischen Diskussion.

Seit Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht 2011 ist die Arbeitsstelle Träger für den Bundesfreiwilligendienst in der Landeskirche, sie ist national und international gut vernetzt mit Organisationen und Programmen zur Kriegsdienstverweigerung und Friedensbildung. Im Netzwerk Friedensbildung Rheinland-Pfalz koordiniert die Arbeitsstelle 19 vorwiegend kirchlich orientierte Friedensorganisationen und vertritt ihre Positionen in Schulen und in der Jugendarbeit. Schneider ist Mitglied in der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und Präsident des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung (EBCO). Keine Frage, dass ihn diese Aufgaben auch im Ruhestand weiter beschäftigen werden – seine Beratung als Experte auf diesem Gebiet ist sogar beim Europarat gefragt, in dessen Auftrag er u.a. in Armenien, Russland, der Türkei und Griechenland tätig war.

Vor zwei Jahren beging die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt dreißigjähriges Bestehen. Auch wenn schon viel erreicht wurde – „Friedensarbeit ist kein Selbstläufer, sie braucht einen langen Atem“, sagt Friedhelm Schneider. Und: „Sie kann einladend und auch humorvoll sein, wie beispielsweise bei der Anti-Kriegsspielzeug-Kampagne ‚Waffeln statt Waffen‘“. Der begeisterte Hobbyfotograf ist selbst ein Freund origineller und phantasievoller Bilder. Im Ruhestand will er einen Band mit Bildimpressionen herausgeben. Arbeitstitel: „Meilensteine der Friedensarbeit“.

Hinweis: Der Gottesdienst zur Verabschiedung von Friedhelm Schneider findet am Sonntag, 31.Mai, um 14.30Uhr in der Speyerer Auferstehungskirche (Am Renngraben) statt. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltet Viktor Bajlukov (Vibraphon). Im Anschluss ist ein Empfang im Gemeindezentrum vorgesehen. Mehr zum Thema unter www.frieden-umwelt-pfalz.de. Text und Foto: lk

04.05.2015


Katholische Kirche und französische Besatzungspolitik

Forum Katholische Akademie und Bistumsarchiv laden zu Vortrag ein

Speyer-
 „Katholische Kirche und französische Besatzungspolitik in der Pfalz nach dem Ersten Weltkrieg“ lautet das Thema eines Vortrags am Montag, 18. Mai (19.30 Uhr), im Friedrich-Spee-Haus (Edith-Stein-Platz 7) in Speyer. Referent der gemeinsamen Veranstaltung des Forums Katholische Akademie und des Bistumsarchivs Speyer ist Dr. Hans-Ludwig Selbach (Bergisch-Gladbach), Verfasser einer 2013 veröffentlichten Dissertation über die katholische Kirche und die französische Rheinlandpolitik.

Mit der Besetzung des linken Rheinufers nach 1918 strebte Frankreich letztlich eine deutliche Schwächung Deutschlands an. Paris hoffte vor allem auf die Unterstützung der katholischen Bevölkerung in diesem Gebiet, scheiterte jedoch auch im Südwesten an der klaren Haltung von Bischof Ludwig Sebastian (1862-1943), von Klerus und Gläubigen. Sie lehnten die Separatisten in der Pfalz Ende 1923/Anfang 1924 ab, während die katholischen Saarländer sich hartnäckig gegen eine Trennung von den deutschen Diözesen Speyer und Trier wehrten.

Weitere Information und Anmeldung (bis 13. Mai): Forum Katholische Akademie, Telefon 06 21/102-180. – Es wird ein Kostenbeitrag von fünf Euro erhoben. is

04.05.2015


Christian Schad bleibt Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen

(v.l.:). Christian Schad, Brigitte Andrae, Volker JungVerbindungsmodell von Lutheranern und Unierten im Mittelpunkt des Berichts vor der Vollkonferenz

Würzburg/Speyer- (lk). Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad ist erneut zum Vorsitzenden der Union Evangelischer Kirchen (UEK) gewählt worden. Die Entscheidung der Delegierten der UEK-Vollkonferenz in Würzburg fiel einstimmig. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Volker Jung. Weitere Stellvertreterin bleibt die Präsidentin des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Brigitte Andrae.

In seiner Vorstellungsrede betonte Schad, dass die unterschiedlichen konfessionellen Prägungen einander bräuchten, einander erforderten und einander beschenkten. „Es geht um Einheit – unter Anerkennung gestalteter Vielfalt. Als Unionskirchen bringen wir die Erfahrung ein, dass unterschiedliche konfessionelle Profile der Einheit der Kirche nicht im Wege stehen“, sagte Schad vor dem Plenum. Er wünsche sich „eine ausstrahlungsstarke evangelische Kirche“ mit Christus als der gemeinsamen Mitte.

In seinem Bericht des Präsidiums der UEK ging Schad auf die entscheidenden Weichenstellungen der vergangenen zwei Jahre ein. Im Vordergrund habe die Weiterentwicklung des sogenannten Verbindungsmodells von UEK und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) gestanden. Grundlage des Modells sei die die „Leuenberger Konkordie“, die eine Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen allen protestantischen Konfessionen ermögliche. „Es geht darum, dass wir als lutherische, reformierte und unierte Landeskirchen gemeinsam evangelische Kirche sind“, erklärte Schad.

Im Blick auf 2017 erinnerte er daran, dass neben dem Reformationsjubiläum auch die bevorstehenden Unionsjubiläen in den Mitgliedskirchen der UEK gefeiert würden. „Wenn wir im Jahr 2017 und in den umliegenden Jahren an ‚200 Jahre Union’ erinnern, kann dies auch der Besinnung darüber dienen, wie in der einen evangelischen Kirche nicht nur unterschiedliche konfessionelle Traditionen, sondern auch unterschiedliche Konfessionskulturen, soziologische Milieus, politische Optionen und Frömmigkeitsstile beheimatet sein können.“

Die Union Evangelischer Kirchen in der EKD arbeitet als Zusammenschluss evangelischer Kirchen mit Sitz in Hannover. Die Union der zwölf Mitgliedskirchen hat den Rechtsstatus einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Vollkonferenz, das Präsidium, die Ausschüsse und das Amt der UEK sind die handelnden Organe der UEK. Der UEK gehören folgende Mitgliedskirchen an: Anhalt, Baden, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Bremen, Evangelisch-reformierte Kirche, Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, Lippe, Mitteldeutschland, Pfalz, Rheinland und Westfalen. Kirchenpräsident Christian Schad steht seit 2013 an der Spitze der UEK.

Neben der UEK gibt es innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland weiterhin die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD). Der VELKD gehören sieben Landeskirchen mit insgesamt rund zehn Millionen evangelischen Christen an.

Mehr zum Thema: www.uek-online.de, www.velkd.de. Foto und Text: Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Presse

02.05.2015


Bistumshaus St. Ludwig: Wer hat das beste Konzept für eine neue Nutzung?

Bistum Speyer schreibt Planung- und Investorenwettbewerb aus – Preisgericht beurteilt die Konzepte im November

Speyer- Das Bistum Speyer schreibt einen Wettbewerb zur Nachnutzung des ehemaligen Bistumshauses St. Ludwig in Speyer aus. Die Ausschreibung wurde gemeinsam mit der Stadt Speyer erarbeitet und am 28. April im Bauausschuss der Stadt beraten.

Gesucht wird eine Nachnutzung für das rund 7.000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Korngasse und Johannesstraße. Sie soll das ehemalige Bistumshaus St. Ludwig bestmöglich in die Innenstadt integrieren, sowohl optisch als auch funktional, sozial und kulturell. Dabei sollen die denkmalgeschützte Kirche und der ehemalige Klosterhof erhalten bleiben. Der Wettbewerb richtet sich an Investoren, Bauträger oder Wohnungsbauunternehmen in Verbindung mit Stadtplanern und Architekten. Die Ausschreibung gibt Raum für innovative Ideen: Von Wohnprojekten über Ateliers, einem Hotel oder Gastronomiebetrieb bis zu Nutzungen im Bereich Kunst und Kultur ist vieles denkbar.

Der Wettbewerb ist in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase, die bis zum 23. Juni dauert, können potentielle Investoren ihr Interesse bekunden und müssen dazu Referenzen sowie eine erste Konzeptskizze vorlegen, aus der die angestrebte Nachnutzung ersichtlich wird. Ein dreiköpfiges Gremium wählt aus den eingegangen Bewerbungen bis zu zehn Arbeiten aus. Dem Auswahlgremium gehören Kerstin Trojan (Stadtentwicklung und Bauwesen der Stadt Speyer), Benjamin Schmitt (Abteilung Liegenschaften des Bischöflichen Ordinariats) und Architekt Thomas Andres (Gemeinnütziges Siedlungswerk Speyer) an.

Daran schließt sich in der zweiten Phase, die Anfang Juli beginnt, ein Planungs- und Investorenwettbewerb an. Die Aufgabenstellung: Bis Oktober sollen die Wettbewerbsteilnehmer ein überzeugendes und tragfähiges Planungs- und Nutzungskonzept vorlegen, verbunden mit einem Kaufpreisangebot. Die Konzepte werden durch ein siebenköpfiges Preisgericht beurteilt, das im November tagt. Ihm gehören Professor Bernhard Hort (Heidelberg), Professor Dietrich Gekeler (Fachhochschule Darmstadt) Bernd Reif (Stadtentwicklung und Bauwesen der Stadt Speyer), Baudirektor Stephan Tschepella (Bischöfliches Ordinariat), Domkapitular Peter Schappert (Bistum Speyer), Dompfarrer Matthias Bender und Geschäftsführer Gerhard Müller (Gemeinnütziges Siedlungswerk) an. Für jedes Mitglied des Preisgerichts wurde eine Vertreterin oder ein Vertreter benannt. 13 Sachverständige werden in dem Wettbewerb als Berater fungieren, darunter sind auch Vertreter des Speyerer Stadtrates.

Die Beurteilung der Konzepte erfolgt in vier Dimensionen. Bewertet wird ihre städtebauliche und architektonische Qualität. Hinzu kommen die Angemessenheit der Nachnutzung und ihre soziale und kulturelle Einbindung ins Stadtgefüge. Die Teilnehmer bleiben bis zum Abschluss des Preisgerichts anonym. Ausgelobt sind Preisgelder in Höhe von insgesamt 20.000 Euro, davon entfallen 8.000 Euro auf den Erstplatzierten. Der Wettbewerb wird vom Architekturbüro „Kaupp und Franck“ aus Mannheim betreut. Im Anschluss an das Urteil des Preisgerichts werden alle Wettbewerbsarbeiten im Gemeinnützigen Siedlungswerk in Speyer öffentlich ausgestellt. Text und Foto: is

Link zu den Ausschreibungsunterlagen: www.kaupp-franck-wettbewerb.de

29.04.2015


Diakonie ruft zu Spenden für Erdbebenopfer auf

Erdbebenopfer benötigen dringend Hilfe

Speyer- Nach dem schweren Erdbeben in der Himalaya-Region ruft die Diakonie Pfalz zu Spenden auf. Die Opfer benötigen vor allem Medikamente, Decken, Nahrungsmittel und sauberes Wasser. Die Zahl der Toten und Verletzten nach dem schweren Erdbeben in der Himalaya-Region steigt ständig. Heftige Nachbeben verängstigen die Überlebenden. Partner der Diakonie Katastrophenhilfe sind in Nepal für die Opfer der Katastrophe aktiv.

"Die größte Herausforderung für die Helferinnen und Helfer ist nun die Betroffenen schnell zu erreichen. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Es gab sowieso nur wenige asphaltierte Straßen und die Kommunikationssysteme sind überlastet. Nun wird der Einsatz zum Kampf gegen die Zeit", sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

Straßen zerstört - Täler unerreichbar

Langjährige Projektpartner der Diakonie Katastrophenhilfe haben Büros und Mitarbeiter in Nepal und starteten bereits am Samstag unmittelbar nach dem Beben erste Hilfsmaßnahmen. Das Notfallteam, das sich in Kathmandu aufhält, ist einsatzbereit und koordiniert die Hilfe vor Ort. Straßen sind zerstört, Kathmandu und 30 der 75 Distrikte im Westen und Zentrum Nepals sind von den Folgen des Erdbebens betroffen. Es wird Tage dauern bis alle Verletzten geborgen sind und alle betroffenen Regionen erreicht sind, um das gesamte Ausmaß der Katastrophe abzuschätzen.

Das Team von Diakonie Katastrophenhilfe steht im engen Kontakt mit den Projektpartnern in Nepal und in der Himalaya-Region. Um den Menschen schnell helfen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden.

Spendenkonto:

Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank eG
IBAN: DE78 5206 0410 0000 0014 14
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Nepal

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

www.diakonie-pfalz.de

27.04.2015


Mit der Aktion „Furchtlos“ für die Rechte von Frauen kämpfen

v.l.: Wolfgang Huber, Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens v.l.: Wolfgang Huber, Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens

„missio“-Präsident Wolfgang Huber zu Besuch bei Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens – Monat der Weltmission 2016 wird mit Gottesdienst in Speyer eröffnet

Speyer-  Die Zusammenarbeit zwischen dem katholischen Missionswerk „missio“ und dem Bistum Speyer stand im Mittelpunkt einer Begegnung des Präsidenten von „missio“, Monsignore Wolfgang Huber, mit Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und Weihbischof Otto Georgens, der als Bischofsvikar für die weltkirchlichen Aufgaben im Bistum Speyer verantwortlich ist. Es war der erste Besuch des früheren Münchner Dompfarrers Wolfgang Huber, der das katholische Missionswerk „missio“ München seit Mai des vergangenen Jahres leitet.

Missio München ist mit 177 Jahren das älteste Werk seiner Art in Deutschland. Die Organisation unterstützt Projekte in Afrika, Asien und Ozeanien. Das Werk geht auf den 1838 gegründeten Ludwig-Missionsverein zurück, der unter dem Protektorat des Bayernkönigs Ludwig I. stand. Seinen heutigen Namen erhielt es nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965). 2013 vergab missio München rund 13,3 Millionen Euro für Entwicklungshilfe. Von dem Geld profitierten 536 Projekte in mehr als 35 Ländern. Die Mittel wurden unter anderem als Hilfe nach der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen oder zur Unterstützung katholischer Kopten in Ägypten eingesetzt.

Monsignore Wolfgang Huber stellte den Speyerer Bischöfen die neue Aktion „Furchtlos“ vor. Sie hat das Ziel, auf Ungerechtigkeiten gegen Frauen hinzuweisen. Besondere Unterstützung erfahren im Rahmen der Aktion Projekte, die sich für die Rechte von Frauen stark machen. Pfarreien und Gemeinden können bei „missio“ ein Aktionspaket mit vielfältigen Materialien anfordern.

Ein weiteres Gesprächsthema war die bundesweite Eröffnung des Monats der Weltmission, die im kommenden Jahr in Speyer gefeiert wird. Dabei richtet sich der Blick auf die Philippinen als Beispielland. Projektpartner von den Philippinen werden bei Veranstaltungen und in Vorträgen über die Situation auf den Philippinen berichten.

Weitere Informationen: www.missio.de Text und Foto: is

27.04.2015


Detlev Besier wird neuer Pfarrer für Frieden und Umwelt

Stadtjugendpfarrer von Kaiserslautern wechselt in landeskirchliche Arbeitsstelle

Speyer/Kaiserslautern- (lk). Detlev Besier wird neuer Pfarrer für Frieden und Umwelt in der Evangelischen Kirche der Pfalz und Leiter der gleichnamigen Arbeitsstelle . Das hat die Kirchenregierung am Freitag in Speyer beschlossen. Der 55- Jährige ist seit 2010 Stadtjugendpfarrer in Kaiserslautern und engagiert sich seit 2002 in der Friedensinitiative Westpfalz, deren Sprecher er ist. Besier wird Nachfolger von Friedhelm Schneider, der Ende Juni in Ruhestand geht. Der in Hilden bei Düsseldorf geborene Besier hat in Bethel und Erlangen studiert und war Gemeindepfarrer in Reichenbach-Steegen und Landstuhl. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt ist die Fachstelle der Landeskirche für Frieden und Umwelt, ihre Schwerpunktthemen sind die Überwindung von Gewalt und die Bewahrung der Schöpfung, die als zentrale Anliegen christlicher Weltverantwortung miteinander verbunden sind. Zu den Aufgaben gehören friedensethische Beratungsangebote und die Begleitung von jährlich rund 40 jungen Menschen im Freiwilligendienst. Foto und Text: Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Presse

25.04.2015


„Proyecto Ija´tz“

„Stipendienwerk Samenkorn“ will guatematekischen Jugendlichen aus dem Volk der Maya Bildung und eine bessere Zukunft ermöglichen

spk. Speyer. Das „Samenkorn“, das vor inzwischen mehr als 20 Jahren in Form eines Stipendienwerks in die Erde des mittelamerikanischen Landes Guatemala gelegt wurde – es hat inzwischen längst eindrucksvoll bewiesen, dass es „reiche Frucht“ zu bringen im Stande ist. Jetzt machten vier der derzeitigen Stipendiaten von „Samenkorn e.V.“ – zwei Oberschüler und zwei Universitätsstudenten - gemeinsam mit ihrem Projektleiter, dem aus Kaiserslautern stammenden und auf Menschenrechtsfragen spezialisierten Juristen Christian Stich im Rahmen ihrer sie in 20 Städte von Flensburg bis in den Südschwarzwald - von Aachen bis nach Berlin führenden, vierwöchigen Reise durch Deutschland beim Speyerer Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben, Weihbischof Otto Georgens, am Speyerer Edith-Stein-Platz Station, um in einem Gespräch, an dem auch der Leiter der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen des Bischöflichen Ordinariats in Speyer, Domdekan Dr. Christoph Kohl und der Pastoralreferent für weltkirchliche Fragen, Christoph Fuhrbach, teilnahmen, über die Arbeit und Ziele dieser Einrichtung zu berichten.

Bildung sei in Guatemala noch immer ein Privileg für eine reiche Ober- und allenfalls eine Mittelschicht, so Christian Stich. Nur jeder fünfte Jugendliche schaffe deshalb einen Schulabschluss der Sekundarstufe - nur einer von Fünfzig ein Examen an einer Universität. Besonders für die bis heute diskriminierten Jugendlichen aus dem indigenen Volk der Maya sei der Weg zu Bildung noch immer weitestgehend verschlossen, gäbe es nicht Einrichtungen wie das Stipendienwerk „Samenkorn“.
„Viele Kinder und Jugendliche müssen in ihren Familien schon frühzeitig schlimme Erfahrungen von Gewalt machen und Drogenmißbrauch durch ihre Eltern und Verwandten erleben“, berichtete Stich. Häufig müssten sie zudem von klein auf bei der Kaffeeernte mitarbeiten sowie bei der Betreuung ihrer oft zahlreichen Geschwister sowie im Haushalt mithelfen. Besonders für Mädchen gebe es deshalb meist kaum eine Chance auf eine höhere Bildung, so der Projektleiter. „Mädchen sollen heiraten und ihrerseits wieder Kinder bekommen“, so Stich, der vor gut fünf Jahren den Weg nach Guatemala fand. Damals habe er den Einsatz für das Stipendienwerk „Samenkorn“ als eine Möglichkeit für sich selbst entdeckt, gegen die Benachteiligung der indigenen Bevölkerung in Mittel- und Südamerika aktiv zu werden.

„Samenkorn“, so berichtete Stich weiter, vergebe seit fast zwanzig Jahren Schul- und Universitätsstipendien an begabte junge Guatemalteken aus armen Verhältnissen - vorzugsweise aus dem Volk der Maya. Damit sei der Name „Samenkorn“ zugleich „Programm“, wollten doch die Verantwortlichen in Guatemala und ihre Unterstützer und Förderer im gleichnamigen Verein „Samenkorn e.V“ im sauerländischen Lüdenscheid mit diesem Projekt die Saat legen für einen friedlichen Wandel in Guatemala. „Diese Saat soll durch Bildung und Ausbildung ausgestreut werden“, unterstrich Christian Stich sein eigenes„Credo“ und das seiner fünf vor Ort in Guatemala tätigen hauptamtlichen Projektmitarbeiter sowie ihrer zahlreichen Unterstützer in Deutschland.

Das Stipendienwerk selbst sei bereits vor etwas mehr als 20 Jahren von der deutschen Journalistin und Politologin Maria Christine Zauzich gegründet worden, die am 2. August 2009 leider bei einem Badeunfall an der guatemaltekischen Pazifikküste ums Leben gekommen sei.

In den zwei Jahrzehnten seit der Gründung von „Samenkorn“ hätten schon mehrere hundert Jugendliche auf den verschiedenen Ebenen – in der Sekundarstufe und an der Universität - erfolgreich ihre Abschlüsse machen können und arbeiteten heute als Ärzte, Lehrer, Rechtsanwälte oder Psychologen. „Unsere Arbeit ist von der Vision geleitet, die Gesellschaft Guatemalas durch Bildung schrittweise verändern zu können“, erläuterte Stich die Motivation von Team und Projekt. „Dabei wollen wir die bedrohte Kultur der Maya bewahren und durch Bildung den immer noch latent vorhandenen Rassismus und die Vorurteile in den Köpfen und Herzen überwinden“. „Samenkorn“ fördere dazu die Jugendlichen auf ihrem Bildungsweg und bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung. „Wer deshalb im Lande selbst eine Perspektive sucht, der braucht nicht ins Ausland oder in die USA zu fliehen, wie das immer noch viele tun, die im eigenen Land keine Bildungs- und Zukunftschancen für sich sehen“, so der Projektleiter.

Aktuell unterstütze „Samenkorn“ 35 Schüler und 20 Studenten – derzeit übrigens mehrheitlich Mädchen und junge Frauen. Dabei übersteige die Zahl der Bewerbungen für die Stipendien regelmäßig die Zahl der freien Plätze um durchschnittlich das Dreifache, so berichtete Christian Stich weiter.
Die Förderung für Schüler erstrecke sich dabei in der Regel über drei Jahre bis zum Abitur und sei pro Monat mit eine Stipendium von rund 100 Euro ausgestattet. Studenten würden in der Regel zwischen fünf und sechs Jahren gefördert und erhielten dazu monatlich etwa 180 Euro. Durch die zuletzt eingetretene Verschlechterung des Wechselkurses des Euro müsste derzeit jedoch höhere Förderbeträge in der Landeswährung, dem „Quetzal“ aufgewendet werden, um das gleiche Mass an Unterstützung zu gewähren.

Zu der finanziellen Unterstützung komme zudem ein begleitendes Bildungsprogramm, in dem „Samenkorn“ zum Beispiel die Sprachkenntnisse der Stipendiaten erweitere, die in ihrer Mehrzahl nur eine der gut zwanzig traditionellen Maya-Sprachen sprächen und bereits bei der Amtssprache Spanisch oft erhebliche Defizite aufweisen würden.

Aber auch Themen rund um Partnerschaft und Sexualität würden behandelt, um so die noch immer große Zahl der „Kindermütter“ zu verringern - Hilfen, die auch in die Familien und Dörfer ausstrahlten, aus denen die Jugendlichen kommen. Häufig berichteten die Jugendlichen in ihren Familien und Dörfern, was sie bei „Samenkorn“ an neuen Kenntnissen gewonnen hätten.

Jeder Stipendiat engagiere sich darüber hinaus für gemeinnützige Aufgaben in seinem Umfeld und verpflichte sich, hundert Stunden gemeinnützige Arbeit pro Jahr einzubringen, wenn sie/ er auch weiterhin die Förderung durch „Samenkorn“ erhalten wollten. „Darin sehen wir eine Möglichkeit, wie die Jugendlichen etwas von dem weitergeben können, was sie durch das Projekt erhalten haben“, erklärt Christian Stich. Viele ehemalige Stipendiaten wirken in dem Projekt zudem als Vertrauenspersonen für die jüngeren mit.

Das Jahresbudget von „Samenkorn“ liege derzeit übrigens bei etwa 125.000 Euro im Jahr und werde zum größten Teil von dem deutschen Unterstützerkreis „Samenkorn e.V“ aufgebracht. Gemeinsam mit Christian Stich arbeiten derzeit vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für „Samenkorn“ - alle aus dem Volk der Maya - unter ihnen auch eine Psychologin.

Für den 23-jährigen Erwin Calel, der mit Unterstützung von „Samenkorn“ Agrarwissenschaften in Guatemala studiert, hat das Projekt auch eine große gesellschaftliche Bedeutung: „Der geistige Horizont der einheimischen Bevölkerung endet häufig am nächsten Hügel“, stellte er fest. Wenn es deshalb gelinge, die Unwissenheit zu überwinden, dann könne daraus auch eine kritische Haltung gegenüber politischen Ungerechtigkeiten erwachsen, hofft er.

Für die 24-jährige Jura-Studentin Maria-Jose Xiloj sei die Begegnung mit „Samenkorn“ so etwas wie ein „Weckruf“ gewesen.Sie habe dadurch viel Selbstbewusstsein dazu gewonnen und glaube deshalb heute auch stärker als früher an sich und ihre eigenen Fähigkeiten. Schon jetzt unterstütze sie die Menschen in ihrem Dorf bei ihrer Korrespondenz mit Behörden und anderen offiziellen Einrichtungen. Wichtig aber sei für sie vor allem die Ermutigung, die sie durch „Samenkorn“ erfahren habe und die sie nun an andere weitergeben könne. „Du kannst das auch schaffen“ sei deshalb ein Satz, den die Menschen in ihrem Umfeld häufig von ihr zu hören bekommen würden.

Ein Satz, den wohl auch die 21jährige Ana Araceli oft gehört hat, die sich – eine Besonderheit im Bildungswesen in Guatemala - derzeit auf ihren Beruf vorbereitet, der sie gleichermaßen zur Arbeit als Grundschullehrerin wie zur Erzieherin qualifizieren wird. Ana hat eine typische guatemaltekische Karriere hinter sich: Schwester vieler Brüder und Schwestern - Eltern, die Bildung für Mädchen für überflüssig halten - da musste sie sich ihren Weg zu Ausbildung aus eigener Kraft erkämpfen.

Der 22jährige Annibal Garcia, der wie die anderen Mitglieder der Besuchergruppe dank des regelmäßigen Umgangs mit Christian Stich inzwischen durchaus brauchbar Deutsch spricht, will nach dem Abitur Ökonomie studieren. Was ihn mit seinen Kolleginnen und Kollegen eint, ist die feste Absicht, ihre dank „Samenkorn“ gewonnenen Kenntnisse ganz in den Dienst ihres Volkes, der Maya, zu stecken, das seit den Jahrhunderten der Unterwerfung durch ihre spanischen Eroberer unendlich viel zu leiden hatte.

Weihbischof Otto Georgens, der mit einer Delegation von „Adveniat“ das Land mit all seinen Problemen bereits selbst kennenlernen konnte, zeigte sich tief beeindruckt von diesem Projekt, das „in Menschen und ihre Bildung“ investiere. „Was als Samenkorn vor mehr als zwanzig Jahren in den Boden gelegt wurde, ist zu einem starken Baum emporgewachsen und trägt heute reiche Frucht“, betonte Georgens. Der Weihbischof verband schließlich seine Würdigung der Arbeit vor Ort in Guatemala mit der Hoffnung, dass die Unterstützung für dieses Stipendienprojekt in Deutschland nicht erlahmen möge.

Weitere Informationen: www.stipendienwerk-guatemala.de <http://www.stipendienwerk-guatemala.de Foto: gc

23.04.2015


Modernes Blockheizkraftwerk für Wärme und Strom

Sanierung und Umbau des Speyerer Priesterseminars tritt in ihre „heiße“ Phase ein

cr. Speyer- Mit der Demontage des alten, längst nicht mehr ausreichend leistungsfähigen und bereits vor Jahren von Öl auf Gas umgebauten Heizungskessels und dem Einbau eines neuen, modernen, mit Gas „befeuerten“ Blockheizkraftwerkes sind jetzt die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Speyerer Priesterseminar St. German im Vogelgesang im wahrsten Sinn des Wortes in ihre „heiße“ Umsetzungsphase eingetreten. Im Beisein des Hausherrn des Seminars, Regens Markus Magin und dem für die Planung und Bauausführung des Gesamtprojektes verantwortlichen Saarbrücker Architekten Oliver Brünjes hat heute nämlich Peter Molitor von dem mit dem Einbau der neuen Heizungs- und Warmwasserversorgung des Seminars beauftragten Ludwigshafener Heizungsbauunternehmens Willer GmbH Funktionsweise und Leistungsdaten der neuen Heizungsanlage erläutert.

Wie Molitor ausführte, leiste das neue Blockheizkraftwerk (BHKW), das neben dem Priesterseminar auch das benachbarte Karmel-Kloster mit Strom und Wärme versorgen wird, gleichzeitig 50 Kwh elektrische sowie 81 kwh thermische Energie. Angetrieben wird dieses BHKW durch einen stationären Gasmotor mit 145 KW Leistung. Die aus dem Kühlwasser des Gasmotors gewonnene Abwärme wird dabei ebenso in das Heizungssystem eingespeist wie die Wärme aus den vier zusätzlich für Bedarfsspitzen an kalten Tagen vorgehaltenen Brennwertkesseln, die sich je nach Bedarf kaskadenartig selbständig zuschalten.

Mit dieser Maßnahme zur Optimierung der Infrastruktur der Baukörper von Karmel und Priesterseminar gehen nach Aussagen von Regens Magin die Bauarbeiten langsam, aber sicher von der Phase der Vorbereitung in den eigentlichen Umbau über. Dazu wird das Priesterseminar am 1. Juli 2015 für voraussichtlich sechs Monaten seine Pforten komplett schließen, um die umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zu ermöglichen, über die der SPEYER-KURIER in seiner Rubrik „Kirchen“ bereits in seiner Ausgabe vom 13.11.2014 unter der Überschrift „Befreiungsschlag“ ausführlich berichtet hatte. Neben den derzeit bereits in vollem Gange befindlichen Ausräumarbeiten werden dazu die in den kommenden Wochen anstehenden Aushubarbeiten für die neu zu errichtenden Aufzugschächte sowie Gerüstbaumaßnahmen dazu nur erste „Vorboten“ sein.

Dann also allen Bauhandwerkern ein herzliches „Glückauf“ für ihre Arbeit in den kommenden Monaten..Foto: gc

22.04.2015


Oberkirchenrat i.R. Ludwig Scheib verstorben

Der langjährige Bau- und Finanzdezernent der Landeskirche wurde 92 Jahre alt

Speyer/Annweiler- Der langjährige Bau- und Finanzdezernent der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Oberkirchenrat i.R. Ludwig Scheib, ist am 7. April im Alter von 92 Jahren in Annweiler verstorben. Kirchenpräsident Christian Schad würdigt ihn als „aufrechten Repräsentanten der Evangelischen Kirche, dem wir zu tiefem Dank verpflichtet sind“. Große Verdienste habe er sich „bei der Weiterentwicklung des Haushaltsrechts, der Haushaltstransparenz und der Sicherstellung der Altersversorgung der kirchlichen Beamten und Angestellten sowie der Pfarrerinnen und Pfarrer“ erworben. Darüber hinaus habe er als Baudezernent der Landeskirche den Blick auf die Kunst gelenkt. „Viele künstlerische Gestaltungen im Bereich unserer Kirche sind unter seinem Einfluss entstanden“, betont Kirchenpräsident Schad: „Auch hat er vielen Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit gegeben, ihre Werke im Raum der Kirche aus- und darzustellen. Das betone ich gerade in diesem Jahr der Reformationsdekade, in dem das Thema ‚Bild und Bibel‘ im Mittelpunkt steht.“

Ludwig Scheib, 1922 in Bad Bergzabern geboren, hat das Bau- und Finanzdezernat der Landeskirche fast zwei Jahrzehnte – von 1968 bis 1987 – geleitet. Vor seiner Ernennung zum Oberkirchenrat war er in verschiedenen Funktionen der staatlichen Verwaltung tätig: Im Landratsamt in Worms, beim Rechnungshof Rheinland-Pfalz in Speyer sowie als Amts- und Verbandsbürgermeister in Kastellaun.

Der ehemalige Oberkirchenrat war zudem ein Verfechter der 1978 vollzogenen Namensänderung der Landeskirche in „Evangelische Kirche der Pfalz“. Auf ihn geht auch die landeskirchliche Tradition zurück, von regionalen Künstlern gestaltete Porträts früherer Kirchenpräsidenten im Landeskirchenrat in Speyer in einer Bildergalerie zu sammeln. Sprichwörtlich war Ludwig Scheibs dienstliches Schlusswort anlässlich seiner Verabschiedung im Jahr 1987: „Wer sich einsetzt, der setzt sich aus, nur wer nichts tut, macht auch keinen Fehler.“

Die Beerdigung findet am Montag, dem 13. April 2015, um 13 Uhr auf dem Landauer Hauptfriedhof statt.

Text und Foto: lk

09.04.2015


180. Geburtstag von Heinrich Hilgard

Hilgard-Büste vor dem Mutterhaus in der Hilgardstraße Hilgard-Büste vor dem Mutterhaus in der Hilgardstraße

Speyer- Am 10. April jährt sich der Geburtstag von Heinrich Hilgard, einem großzügigen Förderer zahlreicher Einrichtungen der Speyerer Diakonissen, zum 180. Mal. 50 Jahre alt war der gebürtige Speyerer, der 1853 nach Amerika auswanderte und dort zu einem der großen Unternehmer des 19. Jahrhunderts wurde, als er im Januar 1885 zur Einweihung des neugotischen Mutterhausgebäude an der Hilgardstraße nach Speyer kam. Bereits ein Jahr zuvor hatte er neben Pfarrer Karl Scherer, dem Mutterhausvorsteher, mit dem er in Zweibrücken die Schulbank gedrückt hatte, eine bemerkenswerte Rede anlässlich der Grundsteinlegung gehalten.

Wenige Jahre zuvor hatte ihn der damalige Rechtskonsulent Georg Süß, seinerzeit Mitglied im Verwaltungsrat des Mutterhauses, um Unterstützung für ein neues Mutterhaus gebeten. Die Schwesternschaft war auf neunzig Diakonissen angewachsen, die Ausbildungsarbeit wurde zunehmend stärker, das Mutterhaus an der Ecke Große Himmelsgasse/ St. Georgen-Gasse war zu klein geworden.

Zur Grundsteinlegung 1884 kam Hilgard mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn. Er hielt sich zur Rekonvaleszenz in Deutschland auf nach einem Schlaganfall, den er erlitten hatte, nachdem seine Aktien plötzlich allen Wert verloren hatten. Mit seinem Reichtum, den er sich durch den Verkauf von Eisenbahnaktien und als Erbauer und Präsident der Northern Pacific Railroad sowie dem Bau und Betrieb einer Schifffahrtslinie erworben hatte, war es zunächst vorbei. Das Geld, das er dem Mutterhaus gestiftet hatte, musste für den Neubau reichen, weitere Baupläne lagen zunächst auf Eis.

Erst später, als er erneut zu Wohlstand gekommen war, diesmal vor allem durch die Übernahme und den Ausbau zweier Firmen des Erfinders Thomas Edison, der Edison Machine und Lamp Company, aus denen später der große Industriekomplex General Electric hervorging, konnte das Diakonissenmutterhaus weiter von Hilgard profitieren. 1889 wurde das Wilhelminenstift an der Diakonissenstraße, benannt nach der Ehefrau Pfarrer Scherers, 1899 das Kinderheim an der Rulandstraße, damals das größte Kinderkrankenhaus in Deutschland, gebaut. Aus dem Nachlass Hilgards, der 1900 starb, konnte 1907 das erste Krankenhaus auf dem Gelände errichtet werden, das heutige Ärztehaus I.

2014 hat mit der Neugestaltung des Parks beim Mutterhaus eine Marmorbüste, die Heinrich Hilgard 1895 in New York herstellen ließ und nach Speyer schickte, ihren Platz vor dem Hilgardstift gefunden. Die Büste von Karl Scherer steht in Sichtweite im Park vor dem Wilhelminenstift. Beide zusammen haben mit vielen anderen Unterstützern den Ausbau des Diakonissenhauses in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wesentlich geprägt.

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

07.04.2015


„Voneinander lernen und miteinander Lösungen finden“

Neu im Presbyterium: Dirk Pohlmann aus Römerberg – Interesse auch an übergeordneten Gremien

Römerberg- Die ersten hundert Tage im Amt haben die „Neuen“ in den Presbyterien der Evangelischen Kirche der Pfalz schon hinter sich. Sie haben erste Erfahrungen gesammelt, den Sitzungsbetrieb kennengelernt, ihre thematischen Schwerpunkte gefunden. Die eine oder der andere hat bereits Interesse an übergeordneten Entscheidungsgremien in der Landeskirche angemeldet. So wie Dirk Pohlmann aus Römerberg im Kirchenbezirk Speyer. Der 45-Jährige ist vom Presbyterium in die Bezirkssynode gewählt worden und freut sich nun darauf „gemeinsam mit Synodalen aus anderen Gemeinden zu diskutieren, voneinander zu lernen und miteinander zu Lösungen für gemeinsame Probleme zu kommen“.

Pohlmann, von Beruf Pressesprecher bei einem Unternehmen in der Metropolregion, möchte – getreu dem Motto der Presbyteriumswahlen – in seiner Kirche etwas „bewegen“: „Ich denke, dass Kirche noch besser und gezielter vor Ort sichtbar sein sollte. Als Journalist und Öffentlichkeitsarbeiter fühle ich mich da gefordert. Zudem sind mir Musik und Liturgie wichtig, weil sie das Emotionale im Menschen ansprechen, Gott im Gottesdienst auch sinnlich erfahrbar machen.“ In Römerberg sei genau die Hälfte des Presbyteriums neu im Amt. „Das gibt ein schönes Miteinander aus wichtiger Erfahrung und neuem Schwung. Ich bin sicher, dass wir einiges werden bewegen können.“ Das Engagement sei jedenfalls groß: „Als es zum Beispiel um die Verteilung von Kirchendiensten ging, blieb keine Hand unten. Das finde ich ein tolles Zeichen!“

Kirchennähe ist dem Wahlpfälzer, der in Hessen aufgewachsen ist, sozusagen in die Wiege gelegt worden. „Meine Kindheit und Jugend waren kirchlich geprägt – mit Jugendgruppe, Konfirmandenbetreuung und Kindergottesdienst. Nach einer Zeit ohne aktive Beteiligung an Kirche, in der Beruf und Familie im Vordergrund standen, habe ich gemerkt, dass ich mich gerne wieder engagieren möchte. Da kamen die Wahlen Ende 2014 genau richtig.“ Das Presbyter-Handbuch, in dem auf 552 Seiten alles Wesentliche über die Landeskirche, ihre Gremien und ihre Aufgaben steht, hat er schon studiert. „Ich habe nicht jedes Wort gelesen, aber die wichtigsten Abschnitte. Ich finde dieses Buch als theoretische Begleitung wirklich gut“, sagt Pohlmann. Trotzdem sei praktische Erfahrung nicht zu ersetzen. Das gelte gerade für den Erfahrungsschatz der Presbyter, die schon die eine oder andere Amtsperiode hinter sich haben. „Da werde ich noch viel zuhören und nachfragen.“

Pohlmann ist verheiratet und Vater von drei Kindern zwischen vier und neun Jahren. Berufliches und ehrenamtliches Engagement könne er gut miteinander vereinbaren – weil die Familie mitspielt. Sie sei bereit, gelegentlich abends für Sitzungen und Veranstaltungen auf ihn zu verzichten. Nur bei den Wochenenden hoffe er, „dass es nicht zu viele werden, denn die Zeit geht dann echt vom Familienleben ab. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich immer ein Kompromiss findet, der allen gerecht wird – ab und an wird sicher auch die Familie den Vorrang haben.“ Wenn Kirchenpräsident Christian Schad am 26. September zum „Tag der offenen Tür“ im Landeskirchenrat in Speyer einlädt, will er jedenfalls dabei sein, am liebsten mit der ganzen Familie.

Hinweis: Die Bezirkssynode des Kirchenbezirks Speyer tagt zum ersten Mal in der neuen Legislaturperiode am Samstag, 18. April, 9 bis 13 Uhr, in Speyer. Zum Kirchenbezirk gehören 18 Kirchengemeinden – von Fußgönheim im Norden bis Römerberg im Süden. Der Kirchenbezirk Speyer hat rund 47.000 Mitglieder, Dekan ist Markus Jäckle.

Text und  Foto: lk

07.04.2015


„Ostern beginnt mitten in den Wunden dieser Welt“

Osterfeuer in der Vorhalle des DomesGläubige begehen mit feierlichen Ostergottesdiensten den Höhepunkt des Kirchenjahres

Speyer- Mehrere tausend Gläubige besuchten an den Ostertagen die festlich gestalteten Ostergottesdienste im Speyerer Dom. In der Osternacht feierten sie die Auferstehung Jesu als Höhepunkt des Karwoche und des gesamten Kirchenjahres.

„Ostern ist die Liebe, die in den Wunden dieser Welt leuchtet“, wies Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei seiner Predigt am Ostersonntag auf den inneren Zusammenhang mit den vorangegangenen Tagen hin. „Es gibt kein Ostern ohne Gründonnerstag und Karfreitag. Diese drei Tage bilden ein Geschehen.“ Was Auferstehung bedeutet, können niemals an den Wunden dieser Welt vorbeigehen. Wer Ostern von der Todesangst Jesu auf dem Ölberg und von dem gewaltlosen Erleiden eines gewaltsamen Todes am Karfreitag ablöse, ebne den Weg zu einer religiösen Banalisierung des Todes oder umgekehrt zu seiner Heroisierung. „Man kann den Auferstandenen nicht ohne seine Wunden sehen. Im Gegenteil: Man sieht ihn erst durch seine Wunden hindurch.“ Er erinnerte an die vielen Menschen auf der Flucht, „deren Ölbergstunden der Angst vor Terror und Gewalt kein Ende zu nehmen scheinen.“ Es falle in diesem Jahr nicht leicht, angesichts des Todes und der Gewalt in der Welt über die Freude der Auferstehung zu predigen. „Das Gewaltsame des Todes greift nach uns in der unbegreiflichen Tragik unschuldiger Schicksale, die er mit sich in den Abgrund zieht, und in der rücksichtslosen Brutalität, mit der er seine Wunden schlägt“, so Bischof Wiesemann auch im Blick auf die Opfer des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich. „Wir fühlen mit den Betroffenen, den Angehörigen der Opfer und auch des Täters.“

Entzünden der OsterkerzeDer Mädchenchor, die Domsingknaben, der Domchor und das Domorchester führten im Rahmen des festlichen Gottesdienstes die „Missa in C“ („Spaurmesse“, KV 258) von Wolfgang Amadeus Mozart und das „Halleluja“ aus dem „Messiah“ von Georg Friedrich Händel auf.

Neuer Raum für das Wirken Gottes

In seiner Predigt in der Osternacht betonte Bischof Wiesemann, die österliche Botschaft des leeren Grabes sei nicht nur der physische Beweis für die Auferstehung Jesu. Das leere Grab weise auch auf den neuen Raum für das Wirken Gottes hin, der alle geschlossenen Denkweisen des Menschen durchkreuze. Es schaffe ungeahnte Möglichkeiten der Freiheit Gottes, selbst über die Macht des Todes hinaus.

Der Bischof verwies auf die Taufbewerberin, die im Anschluss an die Ansprache das Sakrament der Taufe empfing. Aufgewachsen in der ehemaligen DDR, in einer Welt ohne Gott, habe sie im Westen zum christlichen Glauben gefunden. In ihrer Taufe werde sie – wie alle Getauften - neu hineingeboren in die Freiheit Gottes. „Das ist das Geheimnis dieser Nacht“, sagte Bischof Wiesemann.

Weitergabe des Osterlicht im DomBegonnen hatte der rund dreistündige Gottesdienst mit der Weihe des Osterfeuers und der Osterkerze in der Domvorhalle. Anschließend zogen die Gläubigen, darunter die Kommunionkinder der Dompfarrei, mit ihren Kerzen in die völlig dunkle Kathedrale und gaben das Licht, Symbol für den auferstandenen Christus, an alle Mitfeiernden weiter.

Für die musikalische Gestaltung des festlichsten Gottesdienstes des Kirchenjahres sorgten unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Markus Melchiori die Kantorenschola am Dom zu Speyer, die Dombläser, Domkantor Alexander Lauer, Domorganist Markus Eichenlaub sowie die Schola Cantorum Saliensis unter der Leitung des stellvertretenden Domorganisten Christoph Keggenhoff.

Weihbischof Georgens predigte bei Karfreitagsliturgie

„Die Feier des Leidens und Sterbens Christi öffnet uns einen Weg“, betonte Weihbischof Otto Georgens in der Karfreitagsliturgie. Christus nehme den Menschen bei der Hand, damit er lerne, wieder die Arme zu öffnen und sich von neuem darauf einzulassen zu lieben. In Zeiten der Trauer, in Erfahrungen von Trennung, Unverständnis, Verrat und Unrecht bestehe die Tendenz, sich zu verschließen und zurückzuziehen. „Das ist eine natürliche und verständliche Reaktion“, so Georgens. Doch sie könne zur Verbitterung führen. Christus habe dem Menschen einen anderen Weg aufgetan: „Vertrauen, dass das Leben, trotz aller Trennung, weitergeht, dass die Liebe alle Barrieren des Hasses überwindet, dass die Liebe den anderen befreit, dass die Treue stärker ist als der Verrat – viele Menschen gehen auf diesem Weg.“ Der Mädchenchor, die Domsingknaben und der Domchor sangen die „Johannespassion“ von Wolfram Menschick und Liedsätze von da Vittoria, Silcher, Mozart und Bach.

Predigt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am Ostersonntag im Wortlaut:

http://cms.bistum-speyer.de/www2/index.php?myELEMENT=279007&cat_id=31430&mySID=886e776742a7c70666253f3b273826d2

Predigt von Weihbischof Otto Georgens am Karfreitag im Wortlaut:

http://cms.bistum-speyer.de/www2/index.php?myELEMENT=279006&cat_id=31426&mySID=886e776742a7c70666253f3b273826d2

Text: is; Foto: Klaus Landry

05.04.2015


„Vertrauen überdauert den Tod, Hoffnung wächst in den Himmel“

Ostergottesdienst mit Kirchenpräsident Christian Schad in der Speyerer Gedächtniskirche

Speyer- Himmel und Erde, Göttliches und Menschliches sind nicht getrennt, sondern liegen nah beieinander: Das Ostergeschehen, wie es im Johannes-Evangelium geschildert wird, zeige, dass „das Vertrauen den Tod überdauert, Liebe Leid überwindet und Hoffnung in den Himmel wächst“, hat Kirchenpräsident Christian Schad im Gottesdienst am Ostersonntag in der Speyerer Gedächtniskirche gesagt. Die Szenen zwischen himmlischer und irdischer Wirklichkeit machten für die Menschen „einen Weg hinter dem Horizont“ sichtbar. Wo vorher die Welt am Ende zu sein scheine, erlebe sie einen neuen Aufbruch. Barmherzigkeit statt Verurteilung, Hochachtung statt Geringschätzung, Leben statt Resignation und Frieden statt Misstrauen seien möglich, sagte Kirchenpräsident Christian Schad in seiner Predigt.

Die biblische Ostererzählung von Maria am Grab Jesu sei an Zärtlichkeit und Behutsamkeit kaum zu übertreffen: „Eine Frau weint, wie Menschen weinen, wenn ihnen etwas genommen wird, was Hoffnung, Liebe und Leben versprach.“ Zwar gewinne der Tod umso mehr an Macht, je länger die Erde bestehe, und es gehöre „zu unser aller Wirklichkeit, dass wir uns vor dem Tod nicht drücken können“, sagte Schad. Aber gegen die Resignation stehe die Gewissheit: „Gott hat uns nicht nur ins Leben gerufen, als er uns erschaffen hat. Er ruft uns auch in der Verzweiflung beim Namen.“  Darum setzten Trauer, Träume, die Liebe, aber auch der Umgang mit Kunst und Musik Erfahrungen frei für die Ewigkeit. „Klug ist nicht nur, wer mit trockenem Auge die Wirklichkeit analysiert. Weise ist auch, wer in allem, was er erlebt, den Himmel offen stehen sieht.“ Mit der Auferstehung Jesu würden alle Wege neu beginnen, das Leid werde von der Liebe überwunden, so Kirchenpräsident Schad.

Die Liturgie des Ostergottesdienstes in der Speyerer Gedächtniskirche gestaltete Dekan Markus Jäckle. Das Kammerorchester an der Gedächtniskirche, die Kantorei Speyer und Vokalsolisten führten unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger die Kantate „Heut triumphieret Gottes Sohn“ von Dietrich Buxtehude auf.

Text und Foto: lk

05.04.2015


Bischof gratuliert Alt-Kanzler Helmut Kohl zum 85. Geburtstag

„Er hat sich in außergewöhnlicher Weise um den Erhalt des Weltkulturdenkmals Speyerer Dom verdient gemacht“

Speyer-  Heute am Freitag, den 3. April, wird Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl 85 Jahre alt. Der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wird ihn nach der Karfreitagsliturgie besuchen und ihm persönlich gratulieren. Kohl habe sich als Kanzler der Einheit und Architekt Europas herausragende Verdienste erworben, so der Bischof. Bis heute stehe er in einer lebendigen Beziehung zum Bistum Speyer und besonders zum Speyerer Dom, der für ihn ein religiöses, historisches und kulturelles Zeugnis der Einheit Europas darstellt.

In seiner Amtszeit hat Kohl zahlreiche ausländische Staatsgäste nach Speyer geführt, darunter Margaret Thatcher, Michael Gorbatschow, George Bush, Vaclav Havel, Boris Jelzin und König Juan Carlos. Am Beispiel des Domes habe er ihnen die Bedeutung der christlichen Wurzeln für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden in Deutschland, Europa und der Welt verdeutlicht. „Durch sein Engagement im Kuratorium der Europäischen Stiftung Kaiserdom, dem er bis heute vorsteht, hat er sich in außergewöhnlicher Weise um den Erhalt des Weltkulturdenkmals Speyerer Dom verdient gemacht“, würdigte Wiesemann Kohls Engagement. Als Geschenk überreicht er ihm ein Bronzekreuz des im Jahr 2011 verstorbenen Künstlers Klaus Ringwald, der auch die Erinnerungstafel zum Besuch von Papst Johannes Paul II. am Westportal des Domes geschaffen hat. Text und Foto: is

03.04.2015


Religion und Gewalt schließen sich aus

Kirchenpräsident wendet sich in seiner Karfreitagspredigt gegen Missbrauch des Glaubens

Otterbach- Als „Protest gegen alle Gewalt“ hat Kirchenpräsident Christian Schad den Tod Jesu am Kreuz bezeichnet. In seiner Karfreitagspredigt in der Protestantischen Kirche in Otterbach erklärte Schad, dass Gott in Jesus Christus die Spirale von Gewalt und Gegengewalt durchbrochen habe und „sich Religion und Gewalt seit Jesu Tod ein für allemal ausschließen“. Der Gott, der am Kreuz gestorben sei, sei von Menschen gefoltert und getötet worden, die einen Sündenbock gebraucht hätten, um ihre Macht zu sichern. In der Konfrontation mit Gott habe sich das Böse im Kreuz Jesu förmlich „aus-gewirkt, aus-getobt, im Sinne von: erschöpft“.

Beim Karfreitagsgeschehen gehe es folglich darum, das Unrecht aufzuheben. „Es soll Schluss sein mit der Gewalt unter Menschen im Kleinen, wie im Großen: dort, wo ein Einzelner die Hand gegen den Anderen erhebt ebenso wie dort, wo Staaten ihre Konflikte mit Waffengewalt zu lösen versuchen“, sagte Schad. Das Kreuz Jesu schärfe den Menschen auch heute ein, dass es ein Ende haben müsse mit dem bösen Gemisch von Religion und Gewalt. In der Ohnmacht des Gekreuzigten seien  die humanen, die Frieden stiftenden Kraftquellen aufzudecken, die alle Menschenfeindlichkeit überwinden könnten, erklärte der Kirchenpräsident.

Zwar dürfe man über das Unrecht der Menschen schon wegen der Opfer nicht einfach hinweggehen, „denn wenn Unrecht ungesühnt bleibt, dann triumphieren die Täter ein zweites Mal über ihre Opfer“, sagte Schad. Auch Gott mache deutlich, dass Unrecht gesühnt werden müsse, jedoch indem er die Strafe, die eigentlich Menschen gelten müsse, auf sich nehme. Wer auf Jesus schaue, setze an die Stelle der Gewalt die Liebe, an die Stelle der Habsucht die Bereitschaft zum Teilen.

Die Geschichte vom Kreuz spricht nach Auffassung des Kirchenpräsidenten „mitten in unsere Wirklichkeit hinein“ und verstecke das Leiden in der Welt und im persönlichen Leben nicht hinter religiösen Wellnessformeln.  Sie erzähle vielmehr von einem Gott, der selbst gelitten habe und der den Menschen „hält und trägt und frei machen will von dem, was ihn beschwert“.

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems. Der Name leitet sich von „karen“ (altdeutsch: wehklagen) ab. Die Gottesdienste, die an diesem Tag gefeiert werden, stehen ganz im Zeichen der Trauer. Der Gottesdienst in Otterbach wurde  von Dekan Matthias Schwarz und dem Protestantischen Kirchenchor mitgestaltet. lk

03.04.2015


„Christus lehrt uns, trotz Verwundungen immer wieder die Arme zu öffnen“

Weihbischof Otto Georgens ruft bei Karfreitagsliturgie im Dom dazu auf, nicht bei Enttäuschungen stehen zu bleiben

Speyer-  „Die Feier des Leidens und Sterbens Christi öffnet uns einen Weg“, betonte Weihbischof Otto Georgens in der Karfreitagsliturgie. Christus nehme den Menschen bei der Hand, damit er lerne, wieder die Arme zu öffnen und sich von neuem darauf einzulassen zu lieben.

In Zeiten der Trauer, in Erfahrungen von Trennung, Unverständnis, Verrat und Unrecht bestehe die Tendenz, sich zu verschließen und zurückzuziehen. „Das ist eine natürliche und verständliche Reaktion“, so Georgens. Doch sie könne zur Verbitterung führen.

Christus habe dem Menschen einen anderen Weg aufgetan: „Vertrauen, dass das Leben, trotz aller Trennung, weitergeht, dass die Liebe alle Barrieren des Hasses überwindet, dass die Liebe den anderen befreit, dass die Treue stärker ist als der Verrat – viele Menschen gehen auf diesem Weg.“ is

03.04.2015


Im Bistum Speyer wird es 376 Gemeinden geben

Künftige Pfarreien haben Anzahl ihrer Gemeinden mitgeteilt – Entscheidung hat auch Auswirkung auf die Wahl der Pfarrgremien im Oktober

Speyer- Im Durchschnitt gehören fünf bis sechs Gemeinden zu jeder der 70 Pfarreien, die im Bistum Speyer am 1. Januar 2016 gebildet werden. Insgesamt wird es im Bistum 376 Gemeinden geben. Das hat die Rückmeldung der Pfarreien an das Bischöfliche Ordinariat ergeben.

Die größte Zahl von Gemeinden, nämlich insgesamt zwölf, umfasst die Pfarrei Heiliger Petrus in Dahn. Am anderen Ende der Skala steht die Pfarrei Heiliger Disibod in Feilbingert, die keine Unterteilung in Gemeinden vornimmt. Die Zahl der Gemeinden wirkt sich unter anderem auf Wahl der Pfarrgremien im Oktober aus. Jede Gemeinde hat einen Gemeindeausschuss, der aus mindestens drei gewählten Mitgliedern besteht. Er hat die Möglichkeit, eigene Vertreter in den Pfarreirat und den Verwaltungsrat der Pfarrei zu entsenden. Im Pfarreirat ist die Gemeinde im Regelfall mit mindestens einem Mitglied vertreten, im Verwaltungsrat mit zwei Mitgliedern.

Die bisherigen Pfarrgemeinden waren im Juli dazu aufgerufen worden, darüber zu beraten, welche Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften, Kuratien oder Filialen in Zukunft eine Gemeinde sein sollen. Die Entscheidung darüber wurde von den derzeitigen Pfarrgremien zusammen mit dem Pastoralteam und den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pfarrei im künftigen Zuschnitt von „Gemeindepastoral 2015“ getroffen.

Das Verfahren der Gemeindebildung hatte sich auf Territorialgemeinden beschränkt. Das neue Seelsorgekonzept des Bistums ermöglicht in Zukunft auch, dass sich Gemeinden zusammenschließen oder dass neue Gemeinden gebildet werden. Auch die Bildung von Personalgemeinden soll möglich sein, dazu müssen jedoch erst noch die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. is

Hier die Übersicht der Gemeinden:

02.04.2015


Heilsame Unterbrechung des Alltags

Mit „spirituellem Weg“ Christen auf „Ökumenischen Kirchentag 2015“ in Speyer vorbereiten

spk. Speyer- Als ein Angebot, sich „Zeit in der Zeit“ zu nehmen und die vielfältigen Anforderungen des Alltags heilsam zu unterbrechen, haben heute der Präsident der Evangelischen Landeskirche der Pfalz, Christian Schad, der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ in der Region Südwest, Pastor Dr. Jochen Wagner, bei der Vorstellung von Plakat und Begleitheft zum „Ökumenischen Exerzitienangebot“ den spirituellen Wegbegleiter „Aufstehen zum Leben“ charakterisiert. Dieser spirituelle Weg solle der geistlichen Vorbereitung auf den „Ökumenischen Kirchentag“ am Pfingstfest 2015, am 23. und 24. Mai, in Speyer dienen, zu dem die christlichen Kirchen aus der Pfalz und der Saarpfalz ihre Mitglieder eingeladen haben.

An 35 Orten in dieser Region sollen sich dabei nach Angaben der Vorbereitungsgruppe rund 700 bis 800 Teilnehmer in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten an den ökumenischen „Exerzitien im Alltag“ beteiligen. Die gemeinsame Erfahrung und das Gespräch in den Gruppen könnten dabei helfen, das ökumenische Miteinander zu vertiefen, zeigte sich dazu Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann überzeugt. Auferstehung sei nämlich nicht nur als ein singuläres Ereignis zu verstehen, sondern als ein Weg, auf dem man gemeinsame Erfahrungen sammeln und teilen könne. Pastor Dr. Jochen Wagner hob die unterschiedlichen Traditionen der Kirchen hervor, deren Vielfalt auch für das geistliche Leben bereichernd sei. Kirchenpräsident Christian Schad unterstrich, dass das spirituelle Angebot Raum zur biblischen Meditation, zur Selbstreflexion, zur Hingabe an Gott und zur Besinnung auf den Nächsten bieten solle. „Aufstehen zum Leben“ bedeute deshalb darüber hinaus auch „sich einzusetzen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung“.

Mit täglichen geistlichen Übungen zu Hause, mit Glaubensgesprächen an fünf Abenden in einer der 35 Gruppen und mit der Möglichkeit zum Einzelgespräch mit einem Begleiter baue sich so für jeden Teilnehmer sein „spiritueller Weg“ für die 50 Tage zwischen Ostern und Pfingsten auf. Das erwarten sich übereinstimmend die Mitglieder der Vorbereitungsgruppe für diese bundesweit wohl einzigartige Aktion, von denen bei dem Pressegespräch neben dem Leiter der Abteilung „Spirituelle Bildung/ Exerzitienwerk“ beim Bischöflichen Ordinariat in Speyer, Dr. Peter Hundertmark, und seinem „Mitstreiter“ auf Protestantischer Seite, Oberkirchenrat i.R. Dr. Klaus Bümlein auch der Pfarrer der Protestantischen Kirchengemeinde Altrip, Bernhard Pfeifer, zu Wort kam. Bei .Mit diesem gemeinsamen Exerzitienangebot, so die Geistlichen, könnten sich die Teilnehmer in die Grundthemen des Glaubens hineinfinden und „intensive Erfahrungen mit unserem Gott machen, der sich gerne finden lässt“.

Leitmotiv dieses „spirituellen Weges“ sei dabei die biblische Geschichte der Emmaus-Jünger, die nach der Kreuzigung Jesu von Jerusalem aus in das Dorf Emmaus gingen und dabei dem auferstandenen Christus begegneten. Abweichend von den üblichen Darstellungen der Jünger, die sonst stets als zwei Männer gezeigt würden, habe man im heutigen gesellschaftlichen Verständnis ein Paar aus einer Frau und einem Mann gewählt.

Während des „Ökumenischen Kirchentages“, über dessen Ablauf zwischen Gedächtniskirche und Dom in Kürze noch gesondert informiert werden soll, werde dieser „spirituelle Weg“ nicht abgeschlossen sein, zeigten sich Bischof und Kirchenpräsident überzeugt. Heute nur schon soviel: Während der beiden Veranstaltungstage werde im „Friedrich-Spee-Haus“ am Edith-Stein-Platz im Zusammenhang mit dem „Ökumenischen Exerzitienangebot“ ein „Geistliches Zentrum“ eingerichtet, in dem neben einer Vielzahl weiterer Veranstaltungen auch ein „Raum der Stille“ geöffnet sein wird, in dem durchgehend ein Mitglied des Organisationsteams dieser so ganz besonderen Aktion des Kirchentages als Gesprächspartner anwesend sein wird, mit dem man an die Erfahrungen der Ökumenischen Kirchentage zur Jahrtausendwende und zum 950. Weihejubiläum des Domes im Jahr 2012 anknüpfen wolle. Foto: gc

Orte, Begleiter, Kontaktadresse

Bad Bergzabern, Christine Roth, T. 06340/5308
Bad Dürkheim, Pfarrer Thomas Diener, T. 06322/1865
Bellheim, Marianne Hetterich, T. 07272/2103
Blieskastel, P. Rafael Lotawiec, T. 06842/2323
Bolanden, Carmen Rossol, T. 06352/5496
Contwig, Paul Beyer, T. 06332/5716
Deidesheim, Harald Beeck, T. 06321/487544
Dirmstein, Pfarrer Alfred Müller, T. 06238/989292
Edenkoben, Clemens Kiefer, T. 06321/952781
Frankenthal, Annette Schulze, T. 06233/7713009
Hauenstein, Martin Fischer, T. 06392/993969
Homburg, Thomas Forthofer, T. 06841/9969226
Kaiserslautern, Pfarrer. Andreas Henkel, T. 0631/63173
Kaiserslautern, Andreas Braun, T. 0631/341210
Klingenmünster, Pfarrer Bernhard Pfeifer, T. 06349/9962559
Landau, Heilig Kreuz, Christine Klein, T. 06341/81120
Landau, St. Maria, Artur Kessler, T. 06341/968980
Lemberg, Pfarrer Klaus Westenweller, T. 06331/49205
Ludwigshafen-Maudach, Diakon Karlheinz Schwarz, T. 0621/553408
Ludwigshafen, Innenstadt, Dagmar Scherf, T. 0621/511255
Neustadt, Sieghard Jung, T. 06321/398931
Niederkirchen (Kreis Kaiserslautern), Pfarrer Manfred Roos, T. 0163/6012816
Pirmasens, Pfarrer Bernd Rapp, T. 06331/73280
Queidersbach, Ute Garth, T. 06371/46390
Rockenhausen, Pfarrer Markus Horbach, T. 06361/7949
Speyer, Dom, Ana Tanke, T. 06232/60300
Waldfischbach-Burgalben, Dr. Margit Maar-Stumm, T. 06333/77106
Waldsee, Doris Heiner, T. 06236/8212

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

spirituelle-bildung@bistum-speyer.de oder

info@institut-kirchliche-fortbildung.de

30.03.2015


Veränderungen mit der Kraft der Hoffnung vorantreiben

Kirchenpräsident Schad predigt im Berliner Dom: „Politik und Religion sind zu unterscheiden“

Berlin- Für eine klare Unterscheidung von Politik  und Religion hat sich der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz und Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Christian Schad, in seiner Predigt zum Palmsonntag im Berliner Dom ausgesprochen. Nur wer diese Unterscheidung beherzige, sei in der Lage, einerseits  „die dunklen Mechanismen aufzuspüren, die Religion zu einem zerstörerischen Potenzial machen, andererseits auch die Frieden stiftenden Kraftquellen der Religion aufzudecken“, sagte Schad.

Wer den christlichen Glauben ernst nehme, begebe sich auf den mühsamen Weg des Kompromisses, der Friedfertigkeit, der Gewaltlosigkeit und des offenen Dialogs. „Nicht Hass und Gewalt und Tod sollen das letzte Wort behalten, sondern Recht und Gerechtigkeit und die für alle Menschen unterschiedslos geltende gleiche Würde“, sagte Schad. Jesus unterscheide streng zwischen Gott und Menschen, zwischen göttlicher und weltlicher Macht, zwischen dem Reich Gottes und dem Ziel menschlichen Geschichtshandelns. „Wo diese Unterscheidung missachtet wird, schlägt Religion in Ideologie um, dient sie der Rechtfertigung totalitärer Machtansprüche“, erklärte Schad.

Die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem zeige, dass die Menschen in ihm den politischen Hoffnungsträger gesehen haben, der sie von der Fremdherrschaft durch die römische Besatzungsmacht befreien und aus dem gesellschaftlichen Abseits führen solle. „Sie fordern einen Systemwechsel, den sich auch heute viele von uns wünschen: angesichts der Dominanz der Wirtschaft über die Politik, der immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich und den damit verbundenen gesellschaftlichen Verwerfungen“, sagte der Kirchenpräsident. Dabei sei es berechtigt, für diese Anliegen in friedlichen Demonstrationen auf die Straße zu gehen.

Nicht nur zur Zeit Jesu erwarteten die Menschen von ihm die sofortige Lösung persönlicher Probleme und Gerechtigkeit für alle, erklärte Schad. Doch Jesus habe sich den Wünschen entzogen. „Er wollte zu keinem Zeitpunkt eine christliche Republik, nie eine Theokratie installieren. Der Einzug Jesu in Jerusalem unterscheide sich fundamental von allen Um- und Aufbrüchen in dieser Welt. „So wichtig revolutionäre Veränderungen sein mögen, so notwendig die Neugestaltung unseres gesellschaftlichen Lebens auch ist, dies sind Prozesse, die fernab von jeder religiösen Entscheidungsschlacht liegen“, sagte der Kirchenpräsident. Die Aufgabe der Christen heute sei es, die Veränderungen – die immer nur vorläufigen Charakter hätten – „in der Kraft der uns verheißenen Hoffnung voranzutreiben“.

Die Trauernden nicht im Stich lassen

Kirchenpräsident Schad ruft zur Fürbitte für die Opfer des Flugzeugabsturzes auf

Nicht die Allmacht Gottes, wohl aber die Allmachtsvorstellungen der Menschen werden durch die Ereignisse des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich in ihre Schranken gewiesen. Dies hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz und Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Christian Schad, am Palmsonntag im Berliner Dom erklärt. Gottes Allmacht könne man sich nicht so vorstellen, dass er all das Böse und Unbegreifliche im Vorhinein aus dem Lauf der Dinge „herausschneide“. Gottes Allmacht zeige sich in diesen Tagen vielmehr in der Ohnmacht, „mit der er uns zur Seite steht, mit der er sich uns Menschen zuwendet: schweigend, all das Unerträgliche mit aushaltend, damit wir uns an ihm orientieren“, sagte Schad.

Zwar wisse man, dass das Lebn zerbrechlich und immer vom Tod bedroht sei. „Aber wenn uns diese Wirklichkeit hautnah auf den Leib rückt, kann es uns den Atem verschlagen“, sagte der Kirchenpräsident. Das Evangelium des Palmsonntags, das vom Einzug Jesu in Jerusalem berichtet, zeige den Sohn Gottes, der den Menschen stumm entgegenkomme und Bilder und Zeichen für sich sprechen lasse. So bete man auch in diesen Tagen des umfassbaren Leids und der Trauer zu Gott, „dass er jetzt all die Trauernden nicht im Stich lässt, sondern ihnen entgegen kommt und ihnen aushalten hilft, was kaum auszuhalten ist und dass er ihnen Menschen zur Seite stellt, die das Unfassbare mittragen, und dass er die Opfer aufnimmt in sein ewiges Reich.“

Schad rief im Gottesdienst zur Fürbitte für die Opfer der Flugzeugkatastrophe und ihre Angehörigen sowie für die Rettungskräfte und Notfallseelsorger auf, die Tag und Nacht im Einsatz seien. Bereits am vergangenen Mittwoch hatten zahlreiche Menschen an einer Trauerandacht im Berliner Dom teilgenommen und sich in das Kondolenzbuch eingetragen, darunter auch der Regierende Bürgermeister von Berlin und der Präsident des Abgeordnetenhauses. lk

29.03.2015


Gustav Appeltauer in Ruhestand verabschiedet

Mehr als 20 Jahre beim Bischöflichen Ordinariat tätig, Baudirektor seit dem Jahr 2012

Speyer-  Nach mehr als 20 Jahren Mitarbeit beim Bischöflichen Ordinariat ist Baudirektor Gustav Appeltauer in den Ruhestand verabschiedet worden.

Domkapitular Peter Schappert, der Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien des Bischöflichen Ordinariats, würdigte ihn im Rahmen einer Feierstunde als kompetenten und verlässlichen Mitarbeiter, der die vielfältigen beruflichen Anforderungen mit hoher Fachkenntnis gemeistert hat. „Sie waren immer der Sache verpflichtet, gleichzeitig hatten Sie eine große Fähigkeit in der Vermittlung“, dankte er Appeltauer für sein Engagement.

An der Feier nahmen Generalvikar Dr. Franz Jung, zahlreiche Mitglieder des Domkapitels, des Diözesanvermögensverwaltungsrats und des Diözesan-Bauausschusses sowie eine große Zahl von Mitarbeitenden des Bischöflichen Ordinariats und des Domkapitels teil. Alexandra Ruffing dankte dem scheidenden Baudirektor im Namen der Mitarbeiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien: „Sie waren nicht nur fachlich, sondern auch als Mensch ein Vorbild.“

Gustav Appeltauer, der ursprünglich aus Rumänien stammt, hatte seine Mitarbeit beim Bistum Speyer im Jahr 1994 begonnen, zunächst als Gebietsingenieur für das Dekanat Donnersberg und den nördlichen Teil des Dekanats Bad Dürkheim. Im Jahr 2012 wurde er zum Baudirektor und Leiter des Bischöflichen Bauamtes ernannt. Text und Foto: is

29.03.2015


Frühlingsluft in 60 Meter Höhe schnuppern

Kaisersaal und Aussichtsplattform öffnen nach Winterpause wieder für Besucher

Speyer-  Ab 1. April kann man am Dom dem Himmel wieder ein Stückchen näher kommen: Kurz vor Ostern werden der Kaisersaal und die Aussichtsplattform in 60 Metern Höhe wieder für Besucher geöffnet. Witterungsbedingt bleiben die beiden Bereiche im Winterhalbjahr geschlossen. Die Zeit wurde für notwendige Restaurierungsarbeiten und einer Nachjustierung des Beleuchtungssystems genutzt.

In diesem Jahr fällt der Saisonstart fast auf den Tag mit dem Osterfest zusammen. „Wir freuen uns“, so der Leiter des Besuchermanagements Bastian Hoffmann, „wenn über die Ostertage viele Menschen zu uns kommen. Es wäre toll, wenn gleich zu Beginn der Saison das Wetter mitspielt, so dass die Menschen Lust bekommen, in 60 Metern Höhe Frühlingsluft zu schnuppern.“ Einen Überblick über die besonderen Öffnungszeiten während der Kar- und Ostertage gibt es auf der Homepage www.dom-zu-speyer.de.

Fresken und Fernsicht als Besucherattraktionen

Seit Oktober 2012 erwarten zwei neue Attraktionen am Speyerer Dom ihre Besucher. Die Ausstellung der Schraudolph-Fresken im neu gestalteten Kaisersaal und die Aussichtsplattform im Südwest-Turm bereichern die UNESCO-Welterbestätte und zogen bereits mehr als 70.000 Gäste aus nah und fern in ihren Bann.

Der über der Vorhalle des Doms gelegene Kaisersaal beherbergt eine Dauerausstellung mit neun monumentalen Fresken des Malers Johann Baptist Schraudolph. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhard von Clairvaux, des heiligen Erzmärtyrers Stephanus und des Papstes Stephan I. Ursprünglich waren die Fresken an den Wänden der Seitenschiffe des Domes angebracht. Von dort wurden sie im Zuge der großen Domrestaurierung der 1950er-Jahre entfernt. Voraussetzung für die neue Präsentation der Wandbilder war deren gelungene Konservierung und Restaurierung. Für die Präsentation wurde ein Bildraum mit moderner Formensprache geschaffen

Insgesamt 304 Stufen führen auf die Aussichtsplattform in rund 60 Metern Höhe. Dort erwartet die Besucher ein einzigartiger Rundblick über die Stadt Speyer, die Vorderpfalz und in die badische Nachbarschaft. An Tagen mit guter Fernsicht überblickt man eine Entfernung von mehr als 50 Kilometern. Der Blick reicht vom Pfälzer Wald im Westen bis zu Odenwald und Schwarzwald im Osten. Besonders reizvoll ist der Blick auf die Maximiliansstraße, die Fußgängerzone im Herzen von Speyer, die in einer leicht geschwungenen Linie den Dom und das mittelalterliche Stadttor „Altpörtel“ miteinander verbindet

Besucherinformationen Dom zu Speyer

Öffnungszeiten:
Dom: geöffnet werktags April bis Oktober 9 – 19 Uhr, werktags November bis März 9 – 17 Uhr, sonntags ganzjährig 12 – 18 Uhr.
Kaisersaal und Aussichtsplattform: Geöffnet werktags April bis Oktober 10–17 Uhr, sonntags 12 – 17 Uhr. Einlass im 20- Minuten-Takt.

Öffnungszeiten während der Ostertage:

01. April 2015:

Besichtigung bis 16.00 Uhr (17.00 Uhr Chrisammesse)

03. April 2015, Karfreitag:

Stille Besichtigung nur 12.00 - 14.00 Uhr ( 10.00 Uhr Kinderkreuzweg, danach Beichtgelegenheit bis 13.00 Uhr. 15.00 Uhr Karfreitagsliturgie, anschließend Beichtgelegenheit)

04. April 2015, Karsamstag:

Stille Besichtigung 10.00 bis 18.00 Uhr (21.00 Uhr Feier der Osternacht)

05. April 2015, Ostern:

Besichtigung 12.30 Uhr bis 16.00 Uhr (10.00 Uhr Pontifikalamt, 16.30 Uhr Pontifikalvesper, 18.00 Uhr Abendmesse)

06. April 2015, Ostermontag:

Besichtigung 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr (10.00 Uhr Pontifikalamt, 18.00 Uhr Abendmesse)

Während der Gottesdienste und bei Sonderveranstaltungen ist eine Besichtigung nicht möglich. Gesonderte Öffnungszeiten werden zeitnah auf www.dom-zu-speyer.de vermeldet.

Eintrittspreise:
Krypta und Kaisergräber: € 3,50, Ermäßigt € 1.-. Familien € 8.- Für Kinder bis 6 Jahre und Schulklassen sowie Schwerbehinderten mit Ausweis ist der Eintritt zur Krypta frei.

Kaisersaal und Aussichtsplattform: € 6.-, Ermäßigt  € 3.-,  Eintritt für Familien mit mehreren Kindern: € 15.-

Ermäßigung gilt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte mit Ausweis sowie Teilnehmer von FSJ und BuFdi.

Eintrittskarten sind am Kassencontainer an der Nordseite des Domes und am Kryptaeingang erhältlich.

Führungen durch Dom und/oder Kaisersaal:
Telefon 0 62 32/102-118 (Bürozeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr)
Fax 0 62 32/102-119
E-Mail: domfuehrungen@bistum-speyer.de

Audioguide:

Hörtouren für Kinder und Erwachsene sind in Deutsch, Englisch und Französisch erhältlich.

Dom-App

Die Dom-App ist im iTunes App Store und im Google Play Store zu finden und steht gratis zum Download zur Verfügung. Am Dom selbst wurden WLAN Zugänge für schnellen Download eingerichtet. 

www.dom-zu-speyer.de

Text: is; Foto: pem

28.03.2015


„Gott will das Vertrauen des Menschen gewinnen“

Weihbischof Otto Georgens blickt bei Pontifikalamt im Speyerer Dom auf 20 Jahre im Amt des Weihbischofs zurück

Speyer-. Das Fest der Verkündigung des Herrn hat für Weihbischof Otto Georgens eine zusätzliche Bedeutung: An diesem Tag vor 20 Jahren empfing er die Bischofsweihe. Am Mittwochabend zelebrierte er im Dom das Hochfest. In der Predigt ging Weihbischof Georgens auf sein Jubiläum ein und stellte das Vertrauen zwischen Gott und Menschen in den Mittelpunkt.

"Maria hat uns Gott gebracht", sagte der Weihbischof zu Beginn der Messe mit Blick auf die Verkündigungsgeschichte. "Sie hat jenes Spitzengespräch geführt, das Gipfeltreffen absolviert." Georgens unterstrich in seiner sehr persönlichen Predigt, wie wichtig die Verkündigung für die Gläubigen ist und was sie ihm selbst bedeutet. Vertrauen auf Gott sei dabei das Wesentliche. "Sollten wir das Evangelium vom heutigen Fest der Verkündigung des Herrn nicht einmal unter diesem Aspekt lesen und hören, unter dem Aspekt des Vertrauens?" Er schlug den Bogen zu seinem Bischofsamt, machte deutlich, dass die Weihe eine besondere Gabe ist: "Ich bin davon überzeugt: Was wir als Bischöfe und Priester sind, wurde uns geschenkt, weil Christus uns vertraut."

Gott will das Vertrauen gewinnen, achtet gleichzeitig die Freiheit der Menschen, erklärte Georgens im Hinblick auf die Verkündigung. Deshalb falle der Herr "nicht mit der Tür ins Haus". Stattdessen schickte er einen Boten, der Maria die Botschaft überbrachte. Der Engel bat Maria, die auch Rückfragen stellen konnte, um ihr Einverständnis. Im Gespräch fasste Maria Vertrauen und sagte schließlich: "Mir geschehe, wie du es gesagt hast."

Das Vertrauen ist wechselseitig, legte Otto Georgens dar. "Der Inkarnation geht das Vertrauen voraus: Der Vertrauensvorschuss Gottes und das Vertrauen eines Menschen auf seine Zusage." Gottes Vertrauen verbinde die Menschen und schlage eine Brücke zwischen Menschlichkeit und Glauben. Georgens betonte, wie sehr er während seiner Zeit als Weihbischof stets auf die Gnade Gottes bauen konnte: "Ich überlebe durch das mir geschenkte Vertrauen, indem ich aus den Quellen für das geistliche Leben schöpfe: die Stille, die Eucharistie, das Wort Gottes und die geistliche Begleitung."

Sein Jubiläum bezeichnete er als "wichtige Wegmarke, als Haltepunkt auf dem Weg, um zurück, aber auch nach vor zu schauen." Jetzt als 65-Jähriger habe er zwei Drittel seines Weges als Bischof zurückgelegt – wenn man davon ausgehe, dass Bischöfe mit 75 Jahren in den Ruhestand gehen. Georgens will diesen Weg bis dorthin gehen, "wenn mir Gott Gesundheit schenkt, wenn meine Kräfte bis dahin ausreichen, wenn ich geistig jung bleibe und den Humor nicht verliere, wenn ich Gefährten finde, die mich auf meinem Weg weiterhin begleiten, mich unterstützen und mir mit Rat und Tat zur Seite stehen". Er dankte vor allem seiner kürzlich verstorbenen Mutter, die ihn immer Mut gemacht habe. Seinen Dank richtete der Weihbischof ebenso an seine Weggefährten, mit denen er vertrauensvoll zusammenarbeitet.

Die Fürbitten galten dem Anlass entsprechend auch dem Weihbischof. Es sangen die Speyerer Domsingknaben und der Mädchenchor unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. An der Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Otto Georgens kam 1950 in Weisenheim am Berg im Kreis Bad Dürkheim zur Welt. Am 26. Juni 1977 wurde er in Speyer zum Priester geweiht. Bis 1986 war er als Sekretär des Speyerer Bischofs Friedrich Wetter und seines Nachfolgers Anton Schlembach tätig, anschließend als Pfarrer im südwestpfälzischen Eppenbrunn und 1994 als Dekan des Dekanats Pirmasens. Am 27. Januar 1995 ernannte Papst Johannes Paul II. Otto Georgens zum Weihbischof in Speyer. Am 24. März des gleichen Jahres empfing er durch Anton Schlembach die Bischofsweihe. Drei Tage darauf wurde Georgens zum Dompropst von Speyer ernannt.

2009 übernahm Weihbischof Georgens in der Diözesanleitung die Aufgabe des Bischofsvikars für die Caritasarbeit und war Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes. Nach der Emeritierung von Bischof Anton Schlembach wählte das Domkapitel den Weihbischof im Februar 2007 zum Diözesanadministrator. Dieses Amt übte er rund ein Jahr bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs Karl-Heinz Wiesemann aus. Seit Februar 2009 ist Georgens Bischofsvikar für weltkirchliche Aufgaben sowie für die Orden, die Säkularinstitute und die Gemeinschaften des Apostolischen Lebens im Bistum Speyer.

Daneben gehört Weihbischof Georgens der Kommission Weltkirche und der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz an. In der Pastoralkommission leitet er die Arbeitsgruppe Diakonische Pastoral, ist Beauftragter für die Behindertenpastoral und Ansprechpartner für die Gefängnisseelsorge. Als Mitglied der Kommission Weltkirche gehört er den Unterkommissionen für Kontakte mit Lateinamerika und für Entwicklungsfragen an. Als Delegierter vertritt er die Deutsche Bischofskonferenz bei der Vollversammlung der französischen Bischöfe.

Die Predigt im Wortlaut:

http://cms.bistum-speyer.de/www2/index.php?myELEMENT=278877&cat_id=31426&mySID=65ecbd1a8688b92ef99e394649b029b4

Text und Foto: is

26.03.2015


Amerikanischer Generalkonsul Kevin Milas besuchte den Kaiserdom

Generalkonsul Kevin Milas beim Eintrag ins Goldene Buch Generalkonsul Kevin Milas beim Eintrag ins Goldene Buch

spk.Speyer- Schon beim Betreten der Kathedrale zeigte sich Kevin Milas sehr beeindruckt von der gewaltigen Größe dieses Bauwerks. Sichtlich erfreut zeigte sich das Ehepaar über den von Domkapitular Peter Schappert begleiteten Rundgang.

Besonders historischen Ereignisse, wie dem Aufruf zum zweiten Kreuzzug durch Bernhard von Clairvaux oder inwieweit die protestantische Bewegung die Stadt Speyer beeinflusste interessierten den Generalkonsul..

Der Umstand dass der Dom zu Speyer schon damals die Menschen beeindruckte, die zum großen Teil in kleinen ärmlichen Häusern lebten, war für den Generalkonsul ebenfalls sehr interessant. Er sprach von &Generalkonsul;shared wealth" (geteilter Reichtum), da jeder getaufte die Kirche betreten durfte und an ihrem weltlichen und religiösen Reichtum teilnehmen konnte.

Dass die erste Bauphase des Doms lediglich 30 Jahre betrug, hat das Ehepaar Milas ebenfalls zum Staunen gebracht.

Selbstverständlich war der Eintrag ins Goldene Buch des Domes in dem sich sein ehemaliger Präsident George Bush Senior bei seinem Besuch im November 1990 ebenfalls verewigt hat. Von diesem Eintrag lies sich der Generalkonsul ein Foto als Erinnerung machen. .Foto: is 

22.03.2015


Kein Geld für bessere gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Diakonie kritisiert die Kabinettsentscheidung, die ursprünglich für die Eingliederungshilfe geplanten fünf Milliarden Euro für andere Aufgaben zu verwenden.

Speyer-  „Menschen mit Behinderung hoffen seit Jahren, dass die geplante Reform der Eingliederungshilfe ihnen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bringen wird", sagt Albrecht Bähr, Landespfarrer für Diakonie anlässlich der Kabinettsentscheidung. „Wir sind enttäuscht, dass die ursprünglich dafür vorgesehenen Mittel nun für andere Aufgaben eingesetzt werden sollen." 

Hintergrund ist, dass die Bundesregierung den Kommunen fünf Milliarden Euro versprochen hatte als Ausgleich für die steigenden Belastungen durch die Eingliederungshilfe. Im Gegenzug sollten die Kommunen der Reform der Eingliederungshilfe zustimmen, die die Versorgung und die Qualität der Leistungen für Menschen mit Behinderung verbessert.

„Ohne die Investitionen des Bundes wird die Reform der Eingliederungshilfe scheitern. Die Kommunen brauchen das Geld, um ihren Verpflichtungen nachzukommen“, betont Bähr. „Im Interesse der Menschen mit Behinderungen fordern wir die Bundesregierung auf, die Finanzzusagen an die Kommunen an das Reformvorhaben der Eingliederungshilfe zu koppeln“, sagt Bähr weiter: „Ohne eine Richtungsvorgabe des Bundes werden die Menschen mit Behinderung angesichts der Vielzahl kommunaler Aufgaben den kürzeren ziehen.“ dwp

22.03.2015


Katholische Jugend trifft Ministerpräsidentin Dreyer

v.l.: Erik Niekisch (BDKJ Mainz), Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Felix Goldinger (BDKJ Speyer) und Susanne Kiefer (BDKJ Trier.) v.l.: Erik Niekisch (BDKJ Mainz), Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Felix Goldinger (BDKJ Speyer) und Susanne Kiefer (BDKJ Trier.)

Jugendpolitische Themen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Rheinland-Pfalz (BDKJ) in der Staatskanzlei | Ministerpräsidentin Dreyer im Gespräch mit Susanne Kiefer (BDKJ Trier), Felix Goldinger (BDKJ Speyer) und Eric Niekisch (BDKJ Mainz)

Mainz/ Speyer- Vertreter des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) trafen heute in Mainz Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Schwerpunkt des Gespräches war die jugendpolitische Strategie „U28 – Die Zukunft lacht“ des BDKJ, die derzeit bundesweit die Etablierung einer eigenständigen und ressortübergreifenden Jugendpolitik zum Ziel hat.

Ministerpräsidentin Dreyer freute sich über das Engagement der katholischen Jugend in den Bereichen Jugendpolitik, Nachhaltigkeit und Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Sie verwies im Gespräch auf den Demografie-Check der Landesregierung Rheinland-Pfalz, mit dem Gesetzesvorhaben auf Generationengerechtigkeit hin überprüft würden.

Felix Goldinger, Diözesanvorsitzender des BDKJ Speyer, sprach sich für die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre aus. Zugleich betonte er die Notwendigkeit breiterer Beteiligungsmöglichkeit von jungen Menschen in einer alternden Gesellschaft. Die Ministerpräsidentin unterstütze diese Forderung und warb für Solidarität zwischen den Generationen, die sich auch in der Ausgestaltung finanzpolitischer Entscheidungen niederschlage. Gleichzeitig betonte Dreyer, dass es eine Balance geben müsse, zwischen dem Abbau von Schulden einerseits und notwendigen Zukunftsinvestitionen andererseits. Eric Niekisch, Diözesanvorsitzender des BDKJ Mainz, bedankte sich ausdrücklich für die Erhöhung der Fördermittel im Bereich der sozialen Bildung. Diese Fördermittel für außerschulische Maßnahmen, etwa Kinder- und Jugendfreizeiten, kämen den Ortsgruppen und damit direkt Kindern und Jugendlichen zu Gute. Der Zugang zu Freizeit- und Bildungsangeboten müsse unbedingt auch Kindern und Jugendlichen aus asylsuchenden Familien erleichtert werden. Hierfür würden eigene finanzielle Mittel benötigt.

Susanne Kiefer, Diözesanvorsitzende des BDKJ Trier, machte darauf aufmerksam, dass Veränderungen in der Schul- und Hochschulpolitik zu einem erhöhten Leistungs- und Zeitdruck für Schüler und Studenten geführt habe. Vor diesem Hintergrund fordere der BDKJ etwa die 35-Stunden-Woche für Schüler und die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements während Ausbildungs- und Studienzeiten.

Ministerpräsidentin Dreyer warb für die Kooperation von Verbänden und Ganztagsschulen und zeigte Verständnis für die Forderung des BDKJ nach verstärkter Anerkennung des Ehrenamtes. Sie lobte zum Abschluss des Gespräches das jugendpolitische Engagement des BDKJ in Rheinland-Pfalz und wagte selbst den Blick durch die orangerote Aktionsbrille. 

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist Dachverband der katholischen Jugendverbände. In Rheinland-Pfalz vertritt er die Interessen von 36.000 Kindern und Jugendlichen. Die Diözesanverbände der rheinland-pfälzischen Bistümer Speyer, Mainz, Trier und Limburg koordinieren insbesondere ihre landespolitische Interessenvertretung aber auch Aktionen wie die 72-Stunden-Aktion über die BDKJ-Landesstelle Rheinland-Pfalz. Vorsitzender der Landesstelle ist Felix Goldinger. 

Text: BDKJ Speyer; Foto: (c) Staatskanzlei RLP 

21.03.2015


Kirche und Diakonie stellen 10.000 Euro Soforthilfe bereit

Millionen Menschen in Syrien und Irak auf der Flucht

Speyer- Die Evangelische Kirche der Pfalz und die Diakonie Pfalz unterstützen die Nothilfe für Flüchtlinge in Syrien, Irak und den Nachbarstaaten mit 10.000 Euro Soforthilfe. Gleichzeitig rufen sie zu weiteren Spenden auf. „Die Lage ist nach wie vor dramatisch. Flüchtlingsfamilien suchen in Syrien und den angrenzenden Ländern Zuflucht in Zelten, Bauruinen und Garagen. Sie benötigen unsere Hilfe, um zu überleben“, sagen Oberkirchenrat Manfred Sutter und Diakoniepfarrer  Albrecht Bähr.

Seit vier Jahren herrscht in Syrien Krieg. Infolge der sich weiterhin verschlechternden Sicherheits- und Versorgungslage innerhalb des Landes sind viele Syrerinnen und Syrer vor der Gewalt geflohen und haben in sicheren Regionen Syriens oder in den Nachbarländern Schutz gesucht. Die gewaltsamen Übergriffe seitens des Islamischen Staats (IS) und anderer Gruppierungen im Irak und Nordsyrien seit Juni 2014 sind ein zusätzlicher Konfliktherd, der die Sicherheit des gesamten Nahen Ostens zunehmend bedroht.

Mehr als 3 Millionen Menschen ließen sich in Syriens Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten nieder. Rund drei Viertel der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Insgesamt sind mehr als 12 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Seit Beginn des Krieges in Syrien und im Irak unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe mit etwa 16 Millionen Euro die Partnerorganisationen vor Ort und hilft damit über einer halben Million Menschen. Ein großer Teil der finanziellen  Mittel  wird vom Auswärtigen Amt bereitgestellt.

„Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern dringend auf Ihre Spenden angewiesen“, rufen Sutter und Bähr  die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz zu Spenden auf.

Spendenkonto:

Diakonie Katastrophenhilfe

Evangelische Bank eG

Konto 1414
Bankleitzahl  520 604 10

IBAN: DE78 5206 0410 0000 0014 14

Stichwort: Syrien und Irak

Schwerpunkt der Nothilfe der Diakonie Katastrophenhilfe in den Ländern Syrien, Jordanien, Irak, Libanon und Türkei ist die Versorgung der Flüchtlingsfamilien vor allem außerhalb der Camps sowie die Unterstützung von Gastgeberfamilien und Gemeinden. „Die Menschen benötigen dringend Unterkünfte, Kleidung, Decken, Öfen, Heizmaterial und Nahrungsmittel“, erläutern Bähr und Sutter. Zusammen mit ihren lokalen Partnerorganisationen verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe die genannten Hilfsgüter, unterstützt die Flüchtlinge aber auch mit Zahlungen von Mietzuschüssen sowie der Verteilung von Hygieneartikeln, Küchenbedarf, Bettwäsche und anderem Alltagsbedarf. Viele Projekte haben außerdem eine psychosoziale Komponente: Zusammen mit ihren lokalen Partnern unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe die Flüchtlinge bei der Bewältigung von Kriegstraumata. Außerdem bietet sie Unterstützung im Bereich der schulischen Aus- und Weiterbildung von Kindern und Erwachsenen an.

Hintergrund: Kostenbeispiele für konkrete Hilfe:

  • 1 Hygienepaket für eine Familie enthält u.a. Seife, Shampoo, Rasiercreme, Zahnpasta, Zahnbürsten, Badeschwämme, Bürsten, Toilettenpapier, Geschirrspülmittel, Waschpulver und kostet 24 Euro.
  • 1 Lebensmittelpaket für eine Familie enthält u.a. Reis, Zucker, getrocknete Bohnen, Mehl, Linsen, Salz und Tee und kostet 40 Euro. Dies dient der Nahrungsergänzung (+ 800 kcal). 
  • 1 Wasserfilter kostet 276 Euro.

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz

12.03.2015


Diakonie weist Vorwürfe des Landesrechnungshofes zurück

Speyer- In seinem jüngsten Bericht übt der Landesrechnungshof Kritik an den seiner Meinung nach zu hohen Kosten für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz. Der Landespfarrer für Diakonie und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz, Albrecht Bähr, kritisiert: „Der Bericht entspricht nicht den Tatsachen!“ Laut Landesrechnungshof zahle das Land Rheinland-Pfalz den Behindertenwerkstätten zu viel Geld – 30 Millionen mehr als andere Bundesländer im Schnitt. Allerdings basiere diese Berechnung auf den bundesweit ermittelten durchschnittlichen Fallkosten. „Nicht berücksichtigt ist, dass die Pflegesätze der neuen Bundesländer mit einfließen und dabei die Personalkosten in den neuen Bundesländern deutlich niedriger liegen als in den westlichen Bundesländern“, betont Bähr. Zudem seien in anderen Bundesländern mit niedrigeren Tagessätzen die Fahrkosten und die Sozialversicherungsbeiträge nicht enthalten und würden extra abgerechnet. Diese Kosten seien in Rheinland-Pfalz aber Bestandteil des Tagessatzes.

Auch die Kritik an der Höhe des Tagessatzes von 46 Euro für Menschen mit Behinderung sei falsch. „Ein Blick auf die Zahlen relativiert den hohen Kostenanstieg“, so Bähr. Das Durchschnittsentgelt, eine Rechengröße in der Sozialversicherung, habe sich von 1985 bis 2011 von 18.041 Euro auf 32.100 Euro erhöht.

Die Zunahme der Plätze von 5.000 auf 14.600 im Zeitraum von 1985 bis 2011 sei laut Consens-Studie zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung Ausdruck des steigenden Bedarfs. Die Flächenländer wiesen nach dieser Studie eine Ausstattung mit Werkstattplätzen von 3,52 bis 4,47 pro 1.000 Einwohner aus. Rheinland-Pfalz läge hier im Mittelfeld.

Der Landesrechnungshof kritisiert die pauschale Entgeltanhebung: Sie führe im Ergebnis zu überhöhten Finanzierungen. Das Gegenteil ist der Fall. Die fehlenden Vereinbarungen verhindern bedarfsgerechte Vergütungsverhandlungen. „Die pauschalen Entgelterhöhungen decken seit Jahren die Lohnkostensteigerungen nicht mehr ab“, erläutert Bähr.

Weiterhin spricht der Landesrechnungshof von nicht sachgerecht bemessenen Personalschlüsseln, da der rheinland-pfälzische Schlüssel über dem der Werkstättenverordnung liegt. Bei den in der Werkstättenverordnung festgelegten Schlüsseln handelt es sich um den minimalen Konsens aller Bundesländer. „Wir sind der Meinung: Die verbesserten Personalschlüssel führen zu einer individuelleren und differenzierteren Förderung, Bildung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen in Werkstätten. Ihr Streichen würde zu einem direkten Qualitätsverlust für die Menschen mit Behinderung führen. Darüber hinaus wäre die Höhe ihres Werkstattlohnes gefährdet. Aber auch der Verbleib in der Werkstatt wäre bei einigen Menschen mit Behinderung ohne den Einsatz von Zusatzkräften in Frage gestellt. Alternativ müssten sie eine Tagesförderstätte mit deutlich höheren Kosten als die Werkstattkosten besuchen“, sagt Bähr.

„Wir verwahren uns insgesamt gegen den vom Landesrechnungshof erweckten Eindruck, die rheinland-pfälzischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung seien überfinanziert und hier würden unkontrolliert Millionen an Steuergeldern versanden“, empört sich Bähr. Er sei mehr als irritiert darüber, dass es der Rechnungshof nicht als nötig erachte, die verschiedenartige Ausgestaltung der Tagessätze oder das Zustandekommen der Personalschlüssel und die damit erzielte qualitativ hochwertige Arbeit in den rheinland-pfälzischen Behindertenwerkstätten zu berücksichtigen.

Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse

10.03.2015


Woche der Brüderlichkeit: Verantwortung braucht Erinnerung

Kirchenpräsident fordert Solidarität mit Verfolgten heute - Christlich-Jüdische Gemeinschaftsfeier

Ludwigshafen- Nach den Worten des pfälzischen Kirchenpräsident Christian Schad darf unter die Erinnerung an das während des Naziregimes an der jüdischen Bevölkerung begangene Unrecht kein Schlussstrich gezogen werden. Vielmehr verpflichte der Rückblick auf die Geschichte und auf die eigene Mitverantwortung auch die Kirchen in besonderem Maße zur Solidarität mit den gegenwärtig zu Unrecht verfolgten Menschen. „Frauen, Männer und Kinder kommen in diesen Tagen bei uns an, weil die Gewalt sich immer mehr ausbreitet und sie an Leib und Leben bedroht. Helfen wir denen, die es nach schlimmen Erfahrungen zu Hause und auf der Flucht bis hierher geschafft haben und heißen wir sie unter uns herzlich willkommen“, sagte Schad zur bundesweiten Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“ am Samstag in Ludwigshafen.

Der Kirchenpräsident erinnerte in seiner Ansprache in der Christlich-Jüdischen Gemeinschaftsfeier im Pfalzbau daran, dass auch die evangelische Kirche im nationalsozialistischen Unrechtsstaat stumm geblieben sei: „Es gab keinen Aufschrei in unseren Kirchen. Es mangelte an Klarheit. Als Volk und als Kirche sind wir in einen ungeheuren Abgrund gestürzt.“ Die Scham über zugefügtes Unrecht, die Verantwortung für die Folgen vergangener Schuld und die Pflicht zur Erinnerung müssten heute das gemeinsame Handeln bestimmen.

Mit Blick auf den Leitgedanken der Woche der Brüderlichkeit „Im Gehen entsteht der Weg“ forderte der Kirchenpräsident dazu auf, dass nur in „wahrhaftiger Reue neue gemeinsame Wege entstehen können“. Die Belastung der Geschichte durch die Nazi-Zeit sei bleibend, sagte Schad. „Wir sind alle von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen.“ Dementsprechend habe die Evangelische Kirche der Pfalz bereits 1995 in ihrer Verfassung die Selbstverpflichtung festgeschrieben, jeder Form von Judenfeindschaft entgegenzutreten.

Impulse für die christlich-jüdische Begegnung setzten anlässlich der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit auch Schüler der Integrierten Gesamtschule Ernst Bloch aus Ludwigshafen. In einer Ausstellung präsentierten sie Bilder, Skulpturen und Objekte zum Thema „Im Gehen entsteht der Weg“. So entwarfen Abiturienten unter dem Leitgedanken „Religionen spielend lernen“ Spiele zu Judentum, Christentum und Islam für Schüler der Jahrgänge 9 und 10, wie Schulpfarrerin Anke Lind mitteilte. Schüler der zehnten Jahrgangsstufe hatten sich auch mit dem Schicksal heute verfolgter Menschen befasst, die im „Café Asyl“ der Protestantischen Kirchengemeinde Ludwigshafen-Mundenheim Hilfe und Unterstützung erfahren.

Die christlich-jüdische Gemeinschaftsfeier in Ludwigshafen wurde von Landesrabbiner Henry G. Brandt, Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Kirchenpräsident Christian Schad gestaltet. Die „Woche der Brüderlichkeit“ findet seit 1952 jedes Jahr statt. Sie wird getragen von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland. lk

08.03.2015


Dombauverein Speyer stellt neuen „Domführer für Kinder“ vor

Mit dem „Brezelferdinand“ auf Entdeckungsreise durch den Kaiser- und Mariendom

spk. Speyer. Welch hohen Stellenwert 'Kirche' heute dem Gewinnen der nachwachsenden Generation für ihre Glaubensziele zukommen lässt (oder vielleicht auch zukommen lassen muss), das wurde jetzt einmal mehr bei der Vorstellung des neuen Domführers für Kinder im Grundschulalter deutlich, den der „Dombauverein Speyer“ unter dem Titel „Ein Besuch im Speyerer Dom - der Brezelferdinand auf Entdeckungsreise“ herausgegeben hat. Denn der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Domdekan Dr. Christoph Kohl - im Domkapitel u.a. auch für alles zuständig, was mit Schule und Bildung zu tun hat und der „summus custos“ - der „oberste Hüter“ der romanischen Kathedrale, Domkapitular Peter Schappert, ließen es sich nicht nehmen, persönlich zu dem Pressegespräch des Dombauvereins in den höchst stil- und geschmackvolllvoll renovierten „Blauen Salon“ im Haus der Bischöflichen Finanzkammer dazuzukommen.

Dort stellte der Vorsitzende des Dombauvereins, Dr. Wolfgang Hissnauer, gemeinsam mit seiner Stellverterterin Gudrun Lanig und Schriftführerin, Dr. Barbara Schmidt-Nechl, das neue Büchlein vor, mit dem Kinder für den Dom begeistert werden und eine dauerhafte Beziehung zu der „Mutterkirche des Bistums“ aufbauen sollen. Dass diese Veröffentlichung möglich geworden ist, dafür dankte Dr. Hissnauer dem Geschäftsführer der „modus medien und kommunikation“ im südpfälzischen Offenbach, Udo Kuhn, den Sponsoren des Projektes, bei dieser Gelegenheit vertreten durch Beate Klehr-Merkl vom Erdöl-Explorations- und Förder-Konsortium „GDF SUEZ & Palatina GeoCon“ und, last but not least, den engierten MitarbeiterInnen der Schulabteilung und des Seelsorgeamtes des Bischöflichen Ordinariats, die die Konzeption des neuen Domführers übernommen hatten.

Der entscheidende Impuls für diese Veröffentlichung, so Dr. Hissnauer, sei von einem der letzten „Familientage“ des Dombauvereins ausgegangen, bei dem Kinder ihr großes Interesse an der Kathedrale zum Ausdruck gebracht hätten. Mit dem jetzt vorgelegten Domführer solle deshalb das Wissen der Kinder über den Dom gefördert und die visuelle Beziehung zu der Kathedrale aufgebaut und gestärkt werden.

Größte Herausforderung im Vorfeld der Veröffentlichung sei die Entscheidung darüber gewesen, welche der unzählig vielen Informationen über den Dom Eingang in das Büchlein finden sollten, um es einerseits nicht zu überfrachten, andererseits aber auch kein wichtiges Detail zu vergessen. In zahlreichen Sitzungen habe sich das Redaktionsteam dann auf die jetzt vorgelegten Inhalte verständigt und als Begleiter durch die Kathedrale den „Brezelbub Ferdinand“ ausgewählt, der schon in der kunstvollen Steinmetzarbeit des Bogens über dem mittleren Eingang zur Vorhalle des Domes verewigt worden sei. Mit der Einbeziehung eines das gesamte Büchlein begleitenden Quiz' erhalte der neue Domführer zudem auch einen dialogischen Charakter, so Dr. Hissnauer.

Auch Bischof Dr. Wiesemann lobte diesen interaktiven Ansatz, der Kinder in ihrer Form der Wahrnehmung ernst nehme, denn „Kinder sind oft weitaus bessere Beobachter als Erwachsene“, so der „Jugendbischof“ der Deutschen Bischofskonferenz, der es als eine der wichtigsten pädagogischen Aufgaben überhaupt bezeichnete, „Kinder das Sehen zu lehren – das Schauen und das Staunen“. Der Speyerer Kaiser- und Mariendom lade geradezu ein „zum Staunen und zum Wahrnehmen des Großen und des Kleinen“ - jener Mystheriologie, die diesem Bauwerk innewohne. Als Beispiel verwies Bischof Dr. Wiesemann auf das runde „Sonnenfenster“ in der Apsis des Domes, durch das an zwei Tagen im Jahr die Sonne direkt auf das Kreuz im Vierungsgewölbe der Kathedrale falle – nur eines von zahllosen Details in der Kathedrale, von denen die Wichtigsten in dem neuen Domführer zusammengefaßt seien. „Unsere Gesellschaft ist heute bestimmt von einer Überfülle von Eindrücken und Informationen“, stellte der Bischof fest; „deshalb brauchen wir auch die Reduktion auf das Wesentliche“. Dies gelte insbesondere auch für Kinder, die deshalb schon früh an die große Kultur- und Geisteswelt des Abendlandes herangeführt werden sollten.

Den Verantwortlichen des Dombauvereins dankte Bischof Dr. Wiesemann, dass sie sich mit dem neuen Domführer dieser Herausforderung gestellt hätten. Er freue sich sehr über dieses „überaus gelungene Werk“, dem er eine große Resonanz bei seiner jungen Leserschaft wünschte.

Auch Domdekan Dr. Christoph Kohl betonte, dass es wichtig sei „die Kinder auf Entdeckungsreise zu schicken und nicht auf alles eine bereits fertige Antwort zu liefern.“ Dadurch werde die Wahrnehmung geschult und größere Zusammenhänge könnten sich leichter erschließen.

Das handliche, 36 Seiten umfassende Büchlein ist wie eine Führung durch den Speyerer Dom angelegt. Auf einer ausklappbaren Übersicht sind die 13 darin erläuterten Stationen gekennzeichnet. Start ist am Hauptportal, wo der „Brezelferdinand“ die Kinder empfängt. Er ist die Leitfigur, die die Mädchen und Jungen gewissermaßen an die Hand nimmt und durch die Kathedrale begleitet.

Das Buch geht unter anderem auf die Baugeschichte ein und erklärt, warum der Grundriss des Doms die Form eines Kreuzes darstellt und welche Zahlensymbolik dem Bau zugrunde liegt. Der Kinder-Domführer zeigt die Grablege der Kaiser, die Afra-Kapelle sowie die große Orgel. Um die jungen Leser einzubeziehen, stellt der Domführer Fragen, etwa ob das Bronzeportal so schwer ist wie ein, drei oder fünf Autos. Im Anhang sind die wichtigsten Begriffe erläutert. Außerdem verweisen QR-Codes auf zusätzliche Informationen und verlinken zur Dom-App, zum virtuellen Kaiserdom, zu den Internetauftritten des Dombauvereins, des Bistums, der Dommusik und des Historischen Museums der Pfalz, in dem auch der Domschatz ausgestellt ist.

Die Texte sind kurz gehalten, damit Mädchen und Jungen sie leicht erfassen können. Viele Bilder illustrieren das Geschriebene. Der Domführer soll nicht nur Begleiter vor Ort sein, sondern auch Kindern das Bauwerk nahe bringen, die noch nicht im Dom waren.

Autoren sind Mitarbeiter des Bistums, Grundschullehrer sowie Dr. Wolfgang Hissnauer, Vorsitzender des Dombauvereins Speyer. Das Vorwort lieferte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.

Ein Besuch im Speyerer Dom. Der Brezelferdinand auf Entdeckungsreise“ (ISBN-Nummer 978-3-9816790-0-7) ist ab sofort zum Preis von 5 Euro in allen Buchhandlungen erhältlich. Fotos: gc

07.03.2015


Das Miteinander gestalten

Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz e.V. (ZIRP) unterstützt Bürgerinitiative „Respekt: Menschen“

Ludwigshafen- (zirp/lk). Die Aufnahme von Flüchtlingen erfüllt nach Auffassung von Kirchenpräsident Christian Schad einen genuin biblischen Auftrag und ist zudem eine große Bereicherung für die Gesellschaft insgesamt. „Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Religionen das Miteinander gestalten, ist dies eine Chance für die Zukunft unseres Landes“, sagte Schad bei der Übergabe einer Spende der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz e.V. (ZIRP) an die Bürgerinitiative „Respekt: Menschen“ in Ludwigshafen-Mundenheim. ZIRP-Geschäftsführerin Heike Arend betonte, dass eine gelebte Willkommenskultur die Ankunft von Menschen erleichtern könne, wie dies die Bürgerinitiative in vorbildlicher Weise zeige.

Schad und Arend lobten das Engagement der Ehrenamtlichen, die wichtige Hilfen im Alltag geben, wie zum Beispiel die Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen. „Die Menschen spüren, dass sie mit offenem Herzen empfangen werden und tatkräftige Unterstützung finden“, sagte der Kirchenpräsident. Freilich könne dies nur im Zusammenspiel vieler unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Akteure gelingen, von den staatlichen Verwaltungen über die Wirtschaft, die Kirchen und ihre Diakonie bis hin zu Bürgerinitiativen. Mit der Spende von 1.000 Euro wolle die ZIRP deutlich machen, wie wichtig eine sozial gerechte Zukunft sei, bei der der Mensch im Mittelpunkt stehe, erklärte Geschäftsführerin Arend.

Da die Teilnahme am Alltagsleben in Deutschland nur möglich sei, wenn die Flüchtlinge ausreichende Sprachkenntnisse besitzen würden, stellte der Kirchenpräsident spontan weitere 1.000 Euro für einen Deutschkurs zur Verfügung. „Die deutsche Sprache zu verstehen und sie sprechen zu können, sind Grundvoraussetzungen für gelingende Integration“, sagte der Kirchenpräsident.

Norbert Bensch, lange Jahre Vorsitzender des Presbyteriums der Protestantischen Kirchengemeinde Mundenheim betonte, dass man für die finanzielle Unterstützung sehr dankbar sei, ebenso für innovative Ideen. So sei neben der Einrichtung einer Fahrradwerkstatt auch an die Anlage eines Gemüsegartens gedacht. Christel Aderhold, eine der Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative, kündigte an, dass die Spende der ZIRP für die Arbeit im „Café Asyl“ im Mundenheimer Gemeindehaus verwendet würde.

Die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz e. V. (ZIRP) wird von rund 80 Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur getragen. Die ZIRP stärkt im gemeinsamen Engagement von Wirtschaft und Politik das Land als internationalen Wirtschaftsstandort und fördert seine Attraktivität als Lebens- und Arbeitsraum sowie als zentraler europäischer Ort der Kultur. Alljährlich unterstützt sie mit einer Spende ein beispielhaftes gemeinnütziges Projekt. Kirchenpräsident Christian Schad ist Mitglied des Vorstandes der ZIRP.

In der Initiative „Respekt: Menschen“ engagieren sich rund 20 Personen. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Flüchtlingshilfe im Haus der Diakonie in Ludwigshafen, dem Gemeindepädagogischen Dienst und der Protestantischen Kirchengemeinde Mundenheim hat „Respekt: Menschen“ das „Café Asyl“ eingerichtet, das jeden Dienstag Heimat suchenden Menschen die Möglichkeit zum Austausch bietet und es ermöglicht, hilfreiche Kontakte zu knüpfen. Inzwischen hat sich das „Café Asyl“ zu einem wöchentlichen Treffpunkt für ca. 80 bis 100 Menschen jeden Alters und jeder Herkunft entwickelt.

Hinweis: http://www.respekt-menschen.de/ 

Text und Foto: Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche), Presse

06.03.2015


Familienbund der Katholiken von geplanter Kindergelderhöhung enttäuscht

Kein Geld für Familien!

Speyer- Der Familienbund der Katholiken hat die heute bekannt gewordenen Pläne für eine Kindergelderhöhung als ungenügend und enttäuschend kritisiert. „Die geplante Erhöhung des Kindergeldes von vier und im nächsten Jahr zwei Euro bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Familien und den Versprechungen der Regierungsparteien zurück. Insbesondere Familien mit kleineren Einkommen hätten in Anbetracht der guten Steuerentwicklung jetzt spürbar entlastet werden können“ sagten Hede Metz-Strubel und Jeannette Sommer, stellvertretende Vorsitzende des Familienbundes der Katholiken im Bistum Speyer. In keiner Weise nachvollziehbar ist es, dass die bereits 2014 fällige Anpassung des Kinderfreibetrages und des Kindergeldes nicht mehr nachgeholt werden soll. „Die Erhöhung des Kindergeldes ist kein Geschenk für Familien, sondern verfassungsrechtlich zwingend geboten, wie die Bundesregierung selbst unlängst in ihrem Bericht über das steuerfrei zu stellende Existenzminimum festgestellt hat. Es darf nicht sein, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seinen Haushalt ausgerechnet auf dem Rücken der Familien ausgleichen will“.

 Die geplante Erhöhung des Kinderzuschlages für Geringverdiener sei gut und richtig, muss allerdings sofort und nicht erst Mitte kommenden Jahres erfolgen. Als überfällig bezeichnete Jeannette Sommer eine Erhöhung des Freibetrages für Alleinerziehende. Dieser sei seit zehn Jahren nicht erhöht worden, eine Anpassung dürfe nicht wieder verschoben werden. Der Familienbund fordert grundsätzlich die Anhebung des Kinderfreibetrages auf das Niveau der Erwachsenen und die entsprechende Erhöhung des Kindergeldes. „Familien sichern die Zukunft unserer Gesellschaft! Bei ihnen zu sparen, wäre das falsche Signal“, so Jeannette Sommer.

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands.

Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 15 Mitgliedsverbände an. Im Bistum Speyer gehören ihm 11 Verbände oder Einrichtungen an.

Text: Familienbund der Katholiken e.V., Presse

05.03.2015


Das goldene Buch des Mittelalters

Faksimile des Speyerer EvangeliarsVor 20 Jahren am 4. März 1995 wurde dem Dom zu Speyer eine Faksimileausgabe des Speyerer Evangeliars übergeben

Speyer- (is). Das Speyerer Evangeliar gehört zu den prachtvollsten Pergamenthandschriften des Mittelalters. Mönche des Klosters Echternach schrieben um 1045 mit goldener Tinte die Texte der vier Evangelien nieder. Das Evangeliar trägt daher auch die Bezeichnung „Codex Aureus“: Goldenes Buch. Gefertigt wurde das liturgische Buch im Auftrag des Kaisers Heinrich III. für den Speyerer Dom. Der Anlass zur Stiftung war die Weihe des Hochaltars im Jahr 1046. Das Dedikationsbild zeigt Maria, Patronin des Doms, im Zentrum, Heinrich III. und seine Frau Kaiserin Agnes links und rechts daneben. Die Medaillons zeigen die vier Kardinaltugenden Klugheit, Mäßigkeit, Stärke und Gerechtigkeit. In der oberen Bildhälfte ist der Speyerer Dom abgebildet – in vorweg genommener Vollendung, denn die Kathedrale war damals noch eine Baustelle. Die Stiftung Heinrich III. sollte die Verbindung zwischen der Himmelskönigin und der salischen Dynastie liturgisch bestätigen und bestärken und so das Werk seines Vaters, des salischen Domgründers Konrad II., fortsetzten.

13 ganzseitige und 43 halbseitige Bilder zieren die Handschrift. Hinzu kommen 12 Kanontafeln und eine große Zahl von Zierelementen, zusammen 141 Dekorseiten und 46 Miniaturen. Diese Verzierungen stehen ganz im Dienst der „Worte des Lebens“ und verleihen zusammen mit der Goldtinte der Würde des Textes Ausdruck. Als „Non-plus-ultra der mittelalterlichen Buchkunst“ bezeichnete es Bischof Dr. Anton Schlembach das Speyerer Evangeliar anlässlich der Übergabe eines Faksimiles vor 20 Jahren.

Da Original kam dem Speyerer Dom im 15. Jahrhundert abhanden. Wahrscheinlich als Geschenk des Pfalzgrafen und Bischofs von Speyer Georg an Kaiser Maximilian I. gelangte es über die Erbfolge schließlich bis nach Spanien. Der Codex ging für Speyer zwar verloren, fiel auf diesem Weg aber wenigstens nicht den Zerstörungen und Zerschlagung des Speyerer Domschatzes in späteren Jahrhunderten zum Opfer. 950 Jahre nach seiner Erschaffung schenkte der spanische König Juan Carlos I. dem Speyerer Dom eine Faksimile Ausgabe des Speyerer Evangeliars. Kurt Beck, der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz sprach anlässlich der Übergabe von einem „Symbol für das Zusammenwachsen Europas in Frieden und Freiheit“. Übergeben wurde es an den damaligen Bischof von Speyer Dr. Anton Schlembach von Julio de la Guardia García, Leitender Rat des Patrimonio Nacional. Die Herstellung gelang dem spanischen Verlag Testimonio, nachdem eine Faksimilierung in den 1980er-Jahren gescheitert war.

Je nach Betrachtungsweise nennt man die Pergamenthandschrift nach ihrem zugedachten Bestimmungsort, dem Dom zu Speyer, „Codex Aureus Spirensis” oder nach der Escorial-Bibliothek, die sie heute verwahrt, „Codex Aureus Escorialensis”. Der Codex zählt zu den Hauptwerken der ottonischen Buchmalerei und ist auch unter den Bezeichnungen Salisches Kaiser-Evangeliar oder Goldenes Evangelienbuch Heinrichs III. bekannt. Foto: Domkapitel Speyer

04.03.2015


Stephan Tschepella ist neuer Leiter des Bischöflichen Bauamtes

Diplom-Ingenieur und Architekt hat zum 1. März die Nachfolge von Gustav Appeltauer angetreten

Speyer- (is). Das Bischöfliche Bauamt hat zum 1. März einen neuen Leiter bekommen: Stephan Tschepella tritt die Nachfolge von Gustav Appeltauer an, der die Altersgrenze erreicht hat und in den Ruhestand geht. Im Rahmen einer kleinen Feier begrüßte Domkapitular Peter Schappert, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien, heute offiziell den neuen Baumamtsleiter und stellte ihn den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung vor. Dem bisherigen Diözesanbaudirektor i.K. Gustav Appeltauer dankte Schappert dafür, dass er noch bis zu seiner Verabschiedung Ende März für die Einführung seines Nachfolgers zur Verfügung steht.

Stephan Tschepella (40) stammt aus Reutlingen. Er hat an der Universität Karlsruhe Architektur studiert. Ein Auslandssemester führte ihn nach Florenz, in seiner Diplomarbeit befasste er sich mit dem neuen Hochgeschwindigkeitsbahnhof der norditalienischen (v.l.): Stephan Tschepella, Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien Peter Schappert sowie Diözesanbaudirektor i.K. Gustav Appeltauer.Metropole. Seine berufliche Laufbahn begann der Diplom-Ingenieur und Architekt als Projektleiter bei einem Karlsruher Architekturbüro. In den Jahren 2007 und 2008 nahm er zudem einen Lehrauftrag am Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen der Universität Karlsruhe wahr. Vor sieben Jahren wechselte Stephan Tschepella zur Kreisverwaltung Südliche Weinstraße nach Landau, wo er in der Abteilung Bauen und Umwelt einen Baubezirk leitete. Über mehrere Jahre engagierte sich Stephan Tschepella in der Architektenkammer und einem Karlsruher Bürgerverein.
Seine neue Aufgabe im Bischöflichen Bauamt bewertet er als Herausforderung, der er sich gerne stellt: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und die Herausforderung. Die Arbeit wird uns bei dem Gebäudebestand sicher nicht ausgehen.“
Text und Bild: Bistum Speyer, Presse

03.03.2015


Die Kirche: „Haus aus Steinen“ und „Haus aus Menschen“

Von Michael Landgraf ist ein neues Kinderbuch zum Selbstgestalten erschienen

Neustadt- (lk). Wenn von Kirche die Rede ist, dann sind einerseits die Gebäude, aber auch die Gemeinden und die umfassende Gemeinschaft gemeint. In seinem neuen Kinderbuch „Die Kirche“ schickt der Neustadter Autor und Leiter des Religionspädagogischen Zentrums, Michael Landgraf, junge Leser auf Entdeckungsreise durch das „Haus aus Steinen“ und das „Haus aus Menschen“. Kinder können mit Hilfe des Buches dem Schlüsselbegriff „Kirche“ differenziert auf den Grund gehen. Der Band ist in der Reihe „Kennst du…?“ erschienen und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Verlage Calwer, RPE und Verlagshaus Speyer GmbH.

Was ist eine Kanzel, ein Altar oder ein Gesangbuch? Wie kommen die Glocken in den Kirchturm und wie die Töne aus der Orgel? Anhand elementarer Texte und der Grafiken der Bad Dürkheimer Künstlerin Claudia Held-Bez gehen die jungen Leser auf Spurensuche in evangelischen und katholischen Kirchengebäuden. Das Buch erklärt christliche Symbole, beschreibt Formen und Elemente des Gottesdienstes und stellt die Kirchengemeinde mit ihren vielfältigen Aufgaben dar. Es enthält zudem einen Überblick über Konfessionen und Kirchengemeinschaften und zeigt auf, was sie unterscheidet und was sie eint.

Schon das Titelbild mit der Abbildung von Schere und Stift zeigt, dass auch dieser Band mehr ist als nur ein bebildertes Lesebuch: Es ist vielmehr ein Buch zum Selbstgestalten. „Der Betrachter wird dazu angeregt, genau hinzusehen und etwas auszuprobieren. Jedes Buch erhält so eine persönliche Note“, sagt Michael Landgraf. Am Ende können die jungen Leser ihr Wissen unter dem Stichwort „Wie war das noch?“ überprüfen. Der Band „Kennst du…? Die Kirche“ eigne sich für die Schule, für die Arbeit mit Kindern sowie die Kinderkirche „und für Neugierige, die selbst etwas entdecken wollen“.

Hinweis: Michael Landgraf: „Kennst du ...? Die Kirche. Ein Bilderbuch zum Selbstgestalten“, Speyer und Stuttgart 2015, 32 Seiten, mit Illustrationen von Claudia Held-Bez; 6,95 Euro, ab zehn Exemplaren 5,95 Euro, ab 25 Exemplaren 4,95 Euro; ISBN 978-3-7668-4345-6 (Calwer Verlag Stuttgart), ISBN 978-3-938356-60-9 (RPE Verlag Stuttgart) oder ISBN 978-3-939512-70-7 (Verlagshaus Speyer). Text und Bild: EVANGELISCHE KIRCHE DER PFALZ, Presse

28.02.2015


Starker Jahrgang: Neue Pfarrer treten Dienst an

v.l.: Michelle Scherer, Benjamin Leppla, Oberkirchenrat Gottfried Müller, Katherina Westrich, Robert Fillinger, Susanne Leingang, Markus Spreckelsen, Tobias Dötzkirchner, Anne Trautmann, Nicole Pusch, Janina Kuhn, Jan Meckler und Johannes Gerhardt. v.l.: Michelle Scherer, Benjamin Leppla, Oberkirchenrat Gottfried Müller, Katherina Westrich, Robert Fillinger, Susanne Leingang, Markus Spreckelsen, Tobias Dötzkirchner, Anne Trautmann, Nicole Pusch, Janina Kuhn, Jan Meckler und Johannes Gerhardt.

Ernennungsurkunden für Theologen – Personaldezernent freut sich über positive Entwicklung

Speyer-  Zwölf Theologen treten ab 1. März ihren Dienst als Pfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz an. Nach drei kleineren Jahrgängen kämen jetzt wieder größere in den Dienst, erklärte anlässlich der Verleihung der Ernennungsurkunden an die Pfarrerinnen und Pfarrer der Personaldezernent der Landeskirche, Oberkirchenrat Gottfried Müller. „Über diese positive Entwicklung freuen wir uns sehr.“

Der Oberkirchenrat wünschte den Pfarrern einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt: „Sie sind jetzt eine Person des öffentlichen Lebens.“ Denjenigen, die eine Gemeindepfarrstelle antreten, empfahl Müller, ein konstruktives Verhältnis zum Presbyterium zu schaffen, aber auch eigene Positionen zu vertreten. Der Pfarrberuf sei geprägt von persönlicher Ausstrahlung und Überzeugungskraft des gelebten Glaubens

Die frischgebackenen Pfarrerinnen und Pfarrer übernehmen Pfarrstellen in folgenden Gemeinden:

Im Kirchenbezirk Homburg teilt sich Tobias Dötzkirchner (30) die Pfarrstelle in Miesenbach mit seiner Frau Dorothea Dötzkirchner. Anne Trautmann (27) wird Pfarrerin in Landstuhl und Markus Spreckelsen (34) Pfarrer in Waldmohr. Im Kirchenbezirk Kaiserslautern übernimmt Katherina Westrich (29) die Pfarrstelle 2 der Christuskirchengemeinde. Im Kirchenbezirk Lauterecken wird Benjamin Leppla (46) Pfarrer in Wolfstein. Im Kirchenbezirk Ludwigshafen betreut Johannes Gerhardt (33) die Pfarrstelle 2 Ludwigshafen-Friesenheim in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Im Kirchenbezirk Zweibrücken wird Michelle Scherer (29) Pfarrerin in St. Ingbert, Martin-Luther-Kirche

Robert Fillinger (31) übernimmt die Vertretung als Religionslehrer am Burggymnasium in Kaiserslautern. Pfarrstellen zur Dienstleistung treten Janina Kuhn (29) in Kusel und Susanne Leingang (28) in Pirmasens (ab 1. Juni 2015) an. Jan Meckler (32) beginnt nach Ablauf einer Elternzeit voraussichtlich auf einer Gemeindepfarrstelle. Nicole Pusch (30) absolviert ein Volontariat beim Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken.

In der Evangelischen Kirche der Pfalz sind nach Auskunft von Oberkirchenrat Müller zurzeit 574 Pfarrerinnen und Pfarrer im Dienst. Auf der Liste der Theologiestudierenden befänden sich 49 junge Leute, Vikare gebe es 27. Text und Foto: lk

26.02.2015


Unterschiedliche Wege zum Glauben

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit einem der Taufbewerber aus dem Bistum Speyer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit einem der Taufbewerber aus dem Bistum Speyer
Zentrale Zulassungsfeier für erwachsene Taufbewerber in der Domkrypta in Speyer

Speyer-  Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat am Sonntag in der Krypta des Speyerer Domes 18 erwachsenen Taufbewerberinnen und Taufbewerbern (Katechumenen) aus dem Bistum Speyer offiziell die Zulassung zu den Sakramenten des Christwerdens erteilt. Die Frauen und Männer im Alter von 19 bis 50 Jahren werden in der Osternacht in ihren Heimatpfarreien getauft, gefirmt und empfangen zum ersten Mal die heilige Kommunion.

Die Taufbewerberinnen und Taufbewerber sind auf ganz unterschiedlichen Wegen mit dem Glauben in Kontakt gekommen: In einer längeren Zeit der Vorbereitung (Katechumenat) haben sie sich auf den Empfang der Sakramente vorbereitet. Unter Anleitung erfahrener Christen lernten die Taufanwärter im Katechumenat christlichen Glauben und Lebensstil kennen. Mit der Zulassung zur Taufe beginnt jetzt für die Frauen und Männer die letzte intensive Phase der Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente an Ostern.

In seiner Predigt ging Bischof Dr. Wiesemann zunächst auf das Schriftwort des Propheten Jesaja ein: „Seht das ist mein Knecht, den ich erwählt habe“. Gott sage zu jeder Taufbewerberin, zu jedem Taufbewerber mit diesem Schriftwort „Ich habe dich erwählt.“ Die Worte der Bibel seien nicht Menschenwort sondern Gotteswort und wirkten bis ins Heute. Weiter heißt es im Schrifttext: „Ich habe dich von den Enden der Erde geholt, aus ihrem äußersten Winkel habe ich dich gerufen.“ Bischof Wiesemann verwies darauf, dass geographisch gesehen auch die Katechumenen aus den entferntesten Winkel der Erde, von Kasachstan über Kleinasien, bis hin nach Kuba kommen. Aber es gehe nicht nur um die äußere Entfernung, sondern auch um die innere. Gott habe diese Katechumenen mit ihren Talenten und Charismen herausgerufen und erwählt, um in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen zu werden. Kirche heiße im Lateinischen ecclesia, die Herausgerufene. Mit der Taufe berufe Gott Menschen in die Gemeinschaft der Kirche und sende sie in die Welt, damit sie das Evangelium in Wort und Tat bezeugten. „Das ist nicht immer einfach, aber Gott sagt zu uns: 'Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir!'“, so Wiesmann.

Weiter verwies Bischof Dr. Wiesemann auf die besondere Symbolik des Ortes der Feier: In die Krypta muss man hinabsteigen, von außen ist sie nicht sichtbar, sie scheint verborgen im Innern des großen Domes. Sie bildet mit das Fundament des Domes. Und im Zentrum der Krypta steht der alte Taufbrunnen. Auf das Fundament der Krypta stützt sich der Altarraum, der Vierungsturm mit seinem gewaltigen Gewölbe, quasi der ganze Dom. Dieses Bild könne auch für die Menschen stehen: „Wenn der Glaube, auf den wir getauft werden, Fundament unseres Lebens ist, dann werden wir spüren welche Kraft und welche Perspektive uns Gott schenken kann." Dies sollten die Getauften immer wieder durch Wort und Tat in ihrem Leben bezeugen.

In der feierlichen Liturgie stellten die Glaubensbegleiter aus den Gemeinden die Taufbewerber dem Bischof vor und übergaben Empfehlungsschreiben, in denen die Gemeinden um die Taufe der Katechumenen bitten. Pfarrer Benno Riether berichtete stellvertretend über den Glaubensweg einer Bewerberin und eines Bewerbers.

Die Feier wurde musikalisch beeindruckend mitgestaltet durch ein Vokalensemble unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori und Domorganist Markus Eichenlaub.

Hintergrund
Das Wort "Katechumenat" leitet sich vom griechischen "katechein" her, das "entgegentönen", aber auch "unterrichten" bedeutet. Bis ins vierte Jahrhundert hat diese Form der Sakramentenvorbereitung das kirchliche Leben geprägt; sie erlebt seit gut einem Jahrzehnt eine Renaissance. Erwachsene Taufbewerber wurden – damals wie heute - durch Bürgen der Gemeinde vorgestellt und in einem ersten Ritus in den Katechumenat aufgenommen.
Katecheten trugen Verantwortung für einen Glaubensunterricht. Wenn in den Katechumenen die Entscheidung gereift war, sich in der folgenden Osternacht taufen zu lassen, wurden sie sechs Wochen zuvor, zu Beginn der Fastenzeit, vom Bischof feierlich zur Taufe zugelassen. Damit begann die letzte intensive Phase der Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente der Eingliederung in die Kirche (Taufe, Firmung, Eucharistie). An diese altkirchliche Tradition knüpft die heutige Praxis an. Text und Foto: is

23.02.2015


Bistumsarchiv Speyer mit geänderten Öffnungszeiten

Lesesaal des BistumsarchivsVerlängertes Angebot am Mittwochabend – Montags geschlossen

Speyer- Für den Lesesaal im Bistumsarchiv Speyer gelten ab 1. März geänderte Öffnungszeiten. Geschichtsinteressierte können die kirchliche Einrichtung in der Kleinen Pfaffengasse 16 in Speyer dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr, mittwochs von 9 bis 18 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr aufsuchen.

Eine Voranmeldung (Telefon 0 62 32/102-256, E-Mail: bistumsarchiv@bistum-speyer.de) ist aufgrund der beschränkten Platzanzahl empfehlenswert.

Der Lesesaal des Bistumsarchivs zählt jährlich rund 500 Nutzerinnen und Nutzer, die Archivalien zu familienkundlichen, ortsgeschichtlichen und wissenschaftlichen Fragestellungen einsehen. Das Archiv verwahrt Bestände zur Geschichte des Bistums Speyer vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Weitere Informationen unter www.bistumsarchiv-speyer.de. Text und Foto: is

23.02.2015


Zeit der bewussten Ausrichtung auf Gott

Weihbischof Georgens predigte am Aschermittwoch im Speyerer Dom - Gläubige mit Aschenkreuz bezeichnet

Speyer- „Fastenzeit ist keine Art von religiösem Trainingslager, sondern meint die bewusste Ausrichtung auf Gott“, erklärte Weihbischof Otto Georgens in seiner Predigt im Aschermittwochsgottesdienst im Speyerer Dom. Ausgangspunkt für diese Zeit der Umkehr und Buße sei nicht das Vertrauen auf die eigenen Selbstheilungskräfte sondern das Vertrauen auf Gott, so wie es auch im Tagesgebet formuliert werde: „Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir die vierzig Tag der Umkehr und Buße. Gib uns die Kraft zu christlicher Zucht, damit wir dem Bösen absagen, und mit Entschiedenheit das Gute tun.“ Dieses Gebet sei „Programm“ für die ganze Fastenzeit, so der Weihbischof.

Mit „christliche Zucht“ sei nicht eine Sammlung von Verhaltensmaßregeln zum „züchtigen“ des Menschen gemeint, sondern die Bereitschaft „sich von Gott anziehen zu lassen“ und ihn als die Grunddynamik des eigenen Lebens anzuerkennen. Wer sich davon faszinieren lasse, bekomme Kraft zur Umkehr, zu einem Leben, wie es Jesus gelebt habe.
Zur dieser Umkehr gehöre außerdem nicht nur „dem Bösen abzusagen“ sondern „mit aller Entschiedenheit das Gute zu tun“, betonte der Weihbischof. Mehr als alle anderen Zeiten im Kirchenjahr stehe die 40-tägige Fastenzeit im Zeichen des Kreuzes, Zeichen der Orientierung an Jesus. Er gab den Gläubigen die Anregung mit „in den vor uns liegenden 40 Tagen bewusster als sonst nach den Kreuzen in unserer Umgebung Ausschau zu halten. Nicht mit dem kontrollierenden Blick, der sehen will, ob sie noch da sind, sondern mit dem Blick, der uns neu entdecken lässt: Du, Jesus, bist die Orientierung meines Lebens.“

Während des Gottesdienstes zeichneten Weihbischof Georgens und Mitglieder des Domkapitels den Gläubigen - wie es seit dem elften Jahrhundert Tradition ist - ein Aschenkreuz auf die Stirn. Die aus geweihten Palmzweigen des Vorjahres gewonnene Asche gilt als äußeres Zeichen für Trauer und Buße. Mit dem Empfang des Aschenkreuzes beginnen die Gläubigen die österliche Bußzeit, an deren Ende Ostern, das Fest der Auferstehung, steht. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt.    is

19.02.2015


Weltgebetstag 2015 stellt Bahamas in den Mittelpunkt

Ökumenische Gottesdienste am 6. März auch in der Pfalz und der Saarpfalz

Speyer- Rund um den Erdball gestalten Frauen in über 170 Ländern am Freitag, 6. März, Gottesdienste zum Weltgebetstag. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Begreift ihr meine Liebe?“. Frauen von den Bahamas haben die Vorlage dafür gestaltet. Auch in der Pfalz und der Saarpfalz finden in den Kirchengemeinden Gottesdienste zum Weltgebetstag statt, vorbereitet und gestaltet von ökumenischen Gruppen.

Die 700 Inseln der Bahamas zählen mit ihren Traumstränden, Korallenriffen, glasklarem Wasser zu den touristischen Traumzielen. Der Inselstaat zwischen den USA, Kuba und Haiti ist nach Angaben der Weltgebetstagsbewegung das reichste karibische Land und hat eine lebendige Vielfalt christlicher Konfessionen. Aber das Paradies hat mit Problemen zu kämpfen: extreme Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und eine erschreckend verbreitete häusliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder.
Sonnen- und Schattenseiten ihrer Heimat – beides greifen Frauen der Bahamas in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2015 auf. Im Zentrum steht die Bibelstelle aus dem Johannesevangelium (13,1-17), in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht.

Weltweite Basisbewegung
Der Weltgebetstag ist eine weltweite Basisbewegung von christlichen Frauen. Traditionell wird der Weltgebetstag jährlich am ersten Freitag im März mit einem ökumenisch gestalteten Gottesdienst gefeiert. Als sichtbares Zeichen der Solidarität werden mit der Kollekte der Gottesdienste weltweit Projekte gefördert, die die Lebenssituation von Frauen verbessern helfen. Darunter ist auch eine Medienkampagne des Frauenrechtszentrums „Bahamas Crisis Center“ (BCC), die sexuelle Gewalt gegen Mädchen bekämpft.
Der Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Diese Frauen sind Mitglieder in unterschiedlichen christlichen Kirchen. Auch das Deutsche Weltgebetstag-Komitee wird von Frauenorganisationen und -verbänden christlicher Kirchen getragen. Mitglieder des Komitees sind nach eigenen Angaben zurzeit zwölf kirchliche Frauenverbände und -organisationen aus neun verschiedenen Konfessionen.

Film aus Haßloch zum Weltgebetstag

Ein Beispiel dafür, wie Frauen aus der Pfalz den Weltgebetstag vorbereiten, zeigt ein Film von Wilhelm Rieger. In der Christuskirche in Haßloch hat er wie in den letzten Jahren gemeinsam mit Judith Gerlach und Brigitte Schaaf aus dem ökumenischen Vorbereitungsteam einen Vorschaufilm gedreht. In dem Beitrag erklären die beiden Frauen worum es beim Weltgebetstag geht, informieren über die Situation der Frauen auf den Bahamas und laden zum Gottesdienst am 6. März (19 Uhr) ein. Der Film zeigt auch Bilder der Inselgruppe, unterlegt mit landestypischer Musik. is

Ab Mitte Februar ist der Beitrag mehrmals im „Offenen Kanal Weinstraße“ zu sehen. Auf youtube findet man den Film unter WGT2015Haßloch.

Hinweis: Der Offene Kanal Weinstraße zeigt den Film von Wilhelm Rieger wieder am 19. Februar (19.15 Uhr), am 20. Februar (18 Uhr) , am 21. Februar (18 Uhr), am 22. Februar (11 Uhr), 24. Februar (21.01 Uhr), am 26. Februar (18.22 Uhr), am 3. März (22 Uhr) und am 5. März (20 Uhr).

Link zu zum Film von Wilhelm Rieger auf youtube: http://youtu.be/4VELYuQLnll  oder WGT2015Haßloch

Weitere Informationen zum Weltgebetstag unter: www.weltgebetstag.de

18.02.2015


Konviktskirche St. Ludwig: Verkauf des Gotteshauses beschlossene Sache

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer- Was wird aus der Konviktskirche St. Ludwig  nach dem Verkauf des Bistumshauses? Diese Frage bewegt nicht nur die Katholiken, sondern auch viele protestantische Christen. Sie alle wehren sich gegen die Profanierung des zweitältesten Speyerer Gotteshauses und plädieren für eine Umwandlung in ein Kolumbarium, also eine Begräbnisstätte für Urnen. Ein Listen-Paket mit über 1600 Unterschriften übergaben nun Helga Schädler und Diplom-Theologe Klaus Pfeifer für den Bund katholischer Männer und Frauen bei einem von annähernd 100 Gläubigen besuchten Diskussionsabend im Ägidienhaus an Generalvikar Dr. Franz Jung. Im Anschreiben für  Bischof Karl-Heinz Wiesemann weist Pfeifer darauf hin, dass zu den Unterzeichnern acht Theologieprofessoren, 25 Pfarrer, zwei evangelische Pastoren und sogar 21 in Speyer wohnende Muslime gehören. Die hätten eindeutig Stellung bezogen: „Ein Gotteshaus in Speyer verkauft man nicht!“

Für alle Bistümer in Deutschland sei die Loslösung von Kirchengebäuden  ein großes Thema, warben der Generalvikar und Domkustos Peter Schappert unisono um Verständnis für die Finanznöte. „Der Abschied von der Immobilie im Herzen der Stadt tut sehr weh“, verwies Jung auf den „schmerzhaften Prozess“.  Da in Speyer aufgrund der Gemeindepastorale bis  2016 nur noch eine Pfarrei gebildet werde, gebe es in der Innenstadt auf engstem Raum  zu viele katholische Kirchen.  Der Verantwortliche der Diözesanverwaltung zählte neben dem zentralen Dom noch die St.Bernhardskirche, die Pfarrkirche St.Joseph sowie die Kirche des Magdalenenklosters im Hasenpfuhl auf. Bei St. Ludwig handle es sich ohnehin um keine Pfarrkirche. Darum sieht Jung keine Chance, vom Verkauf dieses Gotteshauses abzurücken. Die Losung für den aus seiner Sicht nötigen Einschnitt formulierte der Generalvikar so: „Es geht darum, Kirche zu erhalten und nicht Kirchen.“ Jung stellte überdies klar: „Es ist nicht Aufgabe der Kirche, Friedhöfe vorzuhalten.“

Dass die St.Ludwigskirche verkauft wird, bedeutet  für Helga Schädler noch lange nicht, dass sich die Diözese aus der Verantwortung für die einstige Dominikanerkirche stiehlt. Sie kann sich vorstellen, dass die Ludwigskirche aus der Ausschreibung für das Bistumshaus herausgelöst und einem Investor eine ökumenische Lösung, eventuell im Zusammenspiel mit der benachbarten und schon seit rund 30 Jahren für Ausstellungen, Theater- und Konzertveranstaltungen genutzten Heiliggeistkirche, schmackhaft gemacht wird. Für ein Kolumbarium sollten katholische und evangelische Kirche die Trägerschaft übernehmen. Dies auch um eine Kontinuität der Einrichtung zu gewährleisten, fügte Klaus Pfeifer hinzu. Es genüge, wenn einmal im Jahr eine Messe über den Gräbern gehalten werde. Als nachahmenswertes Beispiel führten die beiden Sprecher der St.Ludwig-Initiative die Klosterkirche der Protestantischen Kirchengemeinde Seebach an, in der 2008 ein Kolumbarium eingerichtet wurde. Auf diese Weise gelinge es, die Verstorbenen vom Rande der Stadt ins Zentrum zu holen. Schappert, Ökonom der Diözese,  räumte ein, die Idee eines Kolumbariums könne „so lange unterstützt werden,  so lange ein Investor  die Nachnutzung so sieht“. Kolumbarien in Aachen, Köln und Erfurt und hätten sich bewährt, eine weitere sei in geplant, informierten Schädler und Pfeifer.

Für eine kostendeckende Nutzung als Grabeskirche machte sich unter anderen auch der ehemalige Landrat Dr. Paul Schädler stark. Er legte dem Generalvikar ans Herz, sich pfalzweit um die Einrichtung von Kolumbarien einzusetzen. Um eine solche Begräbnisstätte für St.Ludwig zu bekommen, regte Pfarrer i.R. Bernhard Linvers das Bilden eines Arbeitskreises an, mit dem Ziel, dem künftigen Besitzer ein tragfähiges Konzept zur Hand zu geben. Ein Nutzungskonzept kann bei der sensiblen Vergabe des Bistumshaus-Komplexes nach Ansicht von Oberbürgermeister Hansjörg Eger schon von Vorteil sein. Er hält die  Gründung einer Stiftung für die beste Lösung.  Ob das Bischöfliche Ordinariat hierfür einen Millionen-Betrag einräumen könnte, ließen Jung und Schappert offen. Die erforderlichen Instandsetzungskosten für die  St. Ludwigskirche hatten die beiden Kirchenoberen mit zwei Millionen Euro beziffert.

Info: Die Kirche St.Ludwig stammt aus dem 13. Jahrhundert und bildete bis zum 17. Jahrhundert das geistige Zentrum eines Dominikanerklosters. Für den bisherigen Kirchenraum wird ein neues Nutzungskonzept gesucht, das der religiösen, kulturellen und stadtgeschichtlichen Bedeutung des Ortes Rechnung trägt.

Von hohem Wert sind ein Wandteppich  und der spätgotische Boßweiler Altar. Es handelt sich dabei um einen Flügelaltar aus dem Umfeld Martin Schongauers, der um 1485 entstand, sich früher im Dom befand und nun in St. Ludwig auf seinen künftigen Standort wartet. Er gilt als einer der wertvollsten und bedeutendsten mittelalterlichen Altäre der Pfalz.

Sehr beliebt waren wöchentliche Andachten in der Konviktskirche, besonders in der Adventszeit  als willkommene 20-minütige Verschnaufpause. Die Kirche  ist seit der Schließung des Bistumshauses verwaist.

17.02.2015


Kooperator Michael Paul wird neuer Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Geinsheim

Speyer/Waldsee/Geinsheim- Pfarrer Michael Paul, seit drei Jahren Kooperator in der Pfarreiengemeinschaft Waldsee, wurde von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum neuen Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Geinsheim ernannt.

Der 34-jährige Geistliche, der aus St. Ingbert-Hassel stammt, wird seine Stelle am 1. September 2015 antreten. Sein Studium hat er in Eichstätt absolviert, bevor er 2007 in Speyer zum Priester geweiht wurde. Zunächst war als Kaplan in Landau, dann als Domvikar in Speyer tätig.

Er wird in seinem neuen Wirkungsfeld, zu dem 8000 Katholiken in fünf Pfarreien gehören, unterstützt von Pater Gerhard Hemken aus dem Herz-Jesu-Kloster Neustadt, Diakon Johannes Hellenbrand sowie Pastoralreferentin Margareta Kirsch.
Michael Paul folgt auf Pfarrer Bernd Schneider, der im Dezember als Kooperator nach Rockenhausen gewechselt ist.

Durch die diözesane Strukturreform werden die fünf Pfarreien, aus denen derzeit die Pfarreiengemeinschaft Geinsheim besteht, ab 1. Januar 2016 in der neuen Pfarrei „Heilig Geist“ zusammengefasst. Zugleich hat Bischof Wiesemann die Bewerbung von Pfarrer Franz Ramstetter angenommen, der derzeit übergangsweise die Pfarreiengemeinschaft Geinsheim leitet, und ihn ebenfalls zum 1. September zum neuen Leiter der Pfarreiengemeinschaft Rodalben im Dekanat Pirmasens ernannt. Er folgt dort auf Dekan Martin Ehling, der im Mai letzten Jahres mit 57 Jahren plötzlich verstorben ist. Die Pfarreiengemeinschaft Rodalben, zu der knapp 10.000 Gläubige gehören, umfasst die Stadt Rodalben sowie die benachbarten Dörfer Clausen, Donsieders, Merzalben, Münchweiler und Leimen. is

16.02.2015


Domvikar Thomas Becker wird neuen Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Lauterecken

Speyer/Lauterecken-  Domvikar Thomas Becker wurde von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum neuen Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Lauterecken ernannt. Seine neue Stelle im Dekanat Kusel wird er am 1. September antreten.

Der 42-jährige Geistliche stammt aus Malsch bei Heidelberg, hat in Freiburg studiert und kann neben seinem Diplom in Theologie auch ein juristisches Staatsexamen vorweisen. Als Kaplan war er zunächst in Frankenthal tätig, bevor er 2012 nach Speyer wechselte, wo er seitdem Dompfarrer Matthias Bender bei der Seelsorge in der Dompfarrei und der Pfarrei St. Konrad unterstützt. Als Domvikar obliegt ihm auch die Aufgabe, als Zeremoniar die großen Liturgien an der Kathedrale vorzubereiten und zu begleiten.

Sein zukünftiges Wirkungsfeld gehört zu den Diasporagebieten der Diözese. Die ca. 2000 Katholiken seines zukünftigen Wirkungsfeldes verteilen sich auf die drei Pfarreien Lauterecken, Reipoltskirchen und Wolfstein. Unterstützt wird er dort in der Seelsorge von Kooperator Anton Ociepka (66), der derzeit übergangsweise die Pfarreiengemeinschaft leitet. Thomas Becker folgt auf Pfarrer Mathias Köller (54), der sieben Jahre im Lautertal tätig war und krankheitsbedingt im Dezember des letzten Jahres von der Leitung entpflichtet wurde.

Durch die diözesane Strukturreform werden die bislang drei Pfarreien zum 1. Januar 2016 in einer einzigen Pfarrei zusammengefasst, die den Namen des großen Jesuitenmissionars Franz Xaver tragen wird. is

16.02.2015


Professionelle Software für das neue Pfarrbüro

Kanzleidirektor Wolfgang Jochim (im Vordergrund) zusammen mit Stefan Knoblauch (links) und Kurt Werner Malter (rechts) von der Firma Compelec Kanzleidirektor Wolfgang Jochim (im Vordergrund) zusammen mit Stefan Knoblauch (links) und Kurt Werner Malter (rechts) von der Firma Compelec

Von der Adressverwaltung bis zur Pfarrbrieferstellung: Computerprogramm erleichtert vernetztes Arbeiten in der Pfarrei

Speyer- Wenn am 1. Januar 2016 im Bistum Speyer 70 neue Pfarreien errichtet werden, hat das weitreichende Konsequenzen auch für die tägliche Arbeit in den zentralen Pfarrbüros. Die Aktivitäten mehrerer Gemeinden müssen koordiniert werden, zugleich gilt es Aufgaben und Termine in den Pfarrgremien und im pastoralen Team aufeinander abzustimmen. Um die Zusammenarbeit zu erleichtern, stattet das Bistum Speyer die zentralen Pfarrbüros im Lauf des Jahres mit dem Software-Produkt „InGenius-Office“ aus.

„Kommunikation und Koordination sind Schlüsselfaktoren für die Arbeit in den neuen Pfarreien“, erklärt Kanzleidirektor Wolfgang Jochim. Die neue Software bietet dazu die technischen Voraussetzungen, von der Adressverwaltung und Terminplanung über das Erstellen der Gottesdienstordnung und der Dienstpläne bis hin zur einheitlichen Dokumentenablage. Der Zeitaufwand für die Erstellung des Pfarrbriefs wird deutlich geringer. Das Programm „InGenius-Office“ soll zugleich als zentrale Informationsplattform für die interne Kommunikation zwischen den verschiedenen Gremien und Gruppen der Pfarrei Anwendung finden. „Da es auch als App für Smartphones zur Verfügung steht, können die pastoralen Mitarbeiter auch unterwegs zum Beispiel auf den zentralen Terminkalender der Pfarrei zugreifen“, verdeutlicht Wolfgang Jochim. Ein einheitliches Verwaltungsprogramm in allen Pfarrbüros biete zudem den Vorteil, dass sich eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter beim beruflichen Wechsel in eine andere Pfarrei nicht erst mühsam auf ein neues Programm einstellen muss.

Die Mitglieder der im Zuge des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ gebildeten Arbeitsgruppe „Pfarrbüro“ hatten Verwaltungsprogramme mehrerer Anbieter intensiv getestet, bevor man sich für die Software „InGenius-Office“ entschied. Insbesondere die hohe Bedienerfreundlichkeit des Programms überzeugte. Positiv ins Gewicht fiel auch, dass mit der Firma Compelec ein erfahrener Kooperationspartner gewonnen wurde. Das mittelständische Unternehmen aus dem saarländischen Wadgassen ist seit rund 30 Jahren als Spezialist auf dem Gebiet der Datenbankentwicklung tätig. Mit einem Stamm von 16 Mitarbeitern garantiert es hinsichtlich der technischen Betreuung die notwendige Kontinuität und Verlässlichkeit. Das Programm „InGenius-Office“ kam vor zwei Jahren auf den Markt, inzwischen wird es von rund 100 Pfarreiengemeinschaften im Bistum Trier erfolgreich eingesetzt. Auch mehrere andere Bistümer haben bereits Interesse signalisiert. „Wir haben das Programm aus der Praxis heraus entwickelt, indem wir die täglichen Anforderungen in einem Pfarrbüro mit unserem langjährig erprobten Know-How aus der Datenbanktechnik zusammengebracht haben“, erklärt Kurt Werner Malter, Geschäftsführer der Firma Compelec.

Den Vertrag zur Zusammenarbeit haben das Bistum Speyer und die Firma Compelec bereits Ende des vergangenen Jahres geschlossen. Aktuell bereitet die Projektgruppe, der von Seiten des Ordinariats auch EDV-Abteilungsleiter Dr. Achim Knoll angehört, die Schulungen vor. In einem ersten Schritt sollen 15 Pfarrsekretärinnen für die Arbeit mit „InGenius-Office“ fit gemacht werden. Als Multiplikatorinnen sollen sie ihr Wissen später an die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Pfarrbüros weitergeben. Auch die Pfarrer, Pastoral- und Gemeindereferenten werden für die Arbeit mit der neuen Verwaltungssoftware geschult. „Nur wenn jeder über die nötigen Grundkenntnisse verfügt, entfaltet das Programm seinen vollen Nutzen, sorgt für Arbeitserleichterung und trägt zu einem spürbaren Mehr an Koordination und Vernetzung bei“, ergänzt Stefan Knoblauch von der Firma Compelec. Text und Foto: is

09.02.2015


Kindertagesstätten auf dem Weg zu „Qualität mit Brief und Siegel“

Bistum Speyer plant flächendeckende Einführung eines Qualitätsmanagements in den katholischen Kindertagesstätten / Bis zum Jahr 2018 sollen alle Einrichtungen gestartet sein

Speyer- Das Bistum Speyer plant die flächendeckende Einführung eines Qualitätsmanagements in seinen rund 240 katholischen Kindertagesstätten. 19 Einrichtungen stehen kurz vor dem Erwerb des Qualitätsbriefes des Bundesverbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK). Eine weitere Staffel mit 50 Einrichtungen macht sich dieses Jahr auf den Weg. Bis zum Jahr 2018 sollen alle Einrichtungen gestartet sein.

„Das Qualitätsmanagement soll helfen, die katholischen Kindertagesstätten auf der Grundlage des Leitbildes weiter zu profilieren“, erklärte Generalvikar Dr. Franz Jung beim Projektstart am 4. Februar in Kaiserslautern. Er sprach von einem ambitionierten Ziel, das zugleich die Bedeutung zeige, die das Bistum Speyer den Kindertagesstätten zuerkennt. Als Beispiele für das erweiterte Anforderungsspektrum an die Kindertagesstätten nannte er die Betreuung der Unterdreijährigen und der Unterzweijährigen sowie den Ausbau von Ganztagsangeboten. „Wir müssen lernen, angesichts veränderter Anforderungen und begrenzter Ressourcen unsere Arbeitsweise zu verändern“, warb er gegenüber Erzieherinnen, Kita-Leiterinnen und Trägervertretern für das Projekt.

Grundlage ist das KTK-Gütesiegel

Das Bistum Speyer hat sich für das Gütesiegel des Bundesverbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) als Grundlage seines Qualitätsmanagements entschieden. Das KTK-Gütesiegel ist ein bundesweit anerkanntes Qualitätsmanagementssystem, das Kindertagesstätten dabei unterstützt, die Qualität ihrer Arbeit zu reflektieren, weiterzuentwickeln und zu dokumentieren. Dazu werden neun Qualitätsbereiche – von „Kinder“ und „Eltern“ über „Mittel“ und „Personal“ bis hin zu „Kirchengemeinde“ und „Glaube“ – genau unter die Lupe genommen.

In zehn Ausbildungsabschnitten über einen Zeitraum von zwei Jahren machen sich die Trägervertreter, Leiterinnen und die Qualitätsbeauftragten der Kindertagesstätten mit den Grundsätzen und Methoden des Qualitätsmanagements vertraut. Dabei entwickeln sie auf der Grundlage des im Pilotprojekt erarbeiteten Einrichtungshandbuchs ein Qualitätshandbuch speziell für ihre Einrichtung. Nach drei Jahren schließt das Projekt mit dem Erwerb des KTK-Qualitätsbriefes ab, nach zwei weiteren Jahren besteht die Möglichkeit zur Zertifizierung mit dem KTK-Gütesiegel.

Kindertagesstätten starten in vier Staffeln

Für die Einführung des Qualitätsmanagements werden vier Staffeln gebildet, die sich jeweils aus rund 50 Kindertageseinrichtungen zusammensetzen und um ein Jahr zeitversetzt starten. Jede Staffel ist in vier Regionalgruppen unterteilt. Die fachliche Begleitung übernimmt ein 14-köpfiges Team von Mitarbeitern des Bischöflichen Ordinariats und des Caritasverbandes für die Diözese Speyer. Darin wirken die Bereichsleitungen für die katholischen Kindertagesstätten in den neu gebildeten Regionalverwaltungen, die Fachberatung des Caritasverbandes für die Diözese Speyer und zwei theologischen Referenten des Bischöflichen Ordinariats eng zusammen.

Die Einrichtungen können sich bis Ende März bei der Abteilung „Pfarrverbände und Kindertagesstätten“ des Bischöflichen Ordinariats für die Teilnahme in einer der vier Staffeln bewerben. Die Benachrichtigung über die Einteilung der vier Staffeln ist für Mitte April vorgesehen.

„Das Wesentliche rückt stärker in den Vordergrund“

v.l.: Petra Ruffing, Joachim Vatter, Heribert Brenk und Pfarrer Andreas Rubel.Die Erfahrungen der 19 Kindertagesstätten, die am Pilotprojekt zum Qualitätsmanagement teilgenommen haben, wurden bei der Veranstaltung in Kaiserslautern in einer Gesprächsrunde beleuchtet. „Das Qualitätsmanagement zieht sich jetzt wie ein roter Faden durch unsere Arbeit. Es führt im Ergebnis dazu, dass das einzelne Kind besser in den Blick kommt und die wesentlichen Fragen stärker in den Vordergrund rücken“, zog Petra Ruffing, Leiterin der katholischen Kindertagesstätte in Schönenberg-Kübelberg, eine erste Bilanz. Heribert Brenk, Mitglied des Verwaltungsrats der Pfarrei St. Maria Magdalena in Roxheim, schätzt vor allem den Zugewinn an Klarheit: „Es ist jetzt für alle nachvollziehbar geregelt, wer wofür verantwortlich ist. Außerdem können wir nach außen eindeutig kommunizieren, wer wir sind, was wir wollen und nach welchen Regeln in unserer Kindertagesstätte gearbeitet wird.“ Für Pfarrer Andreas Rubel aus Roxheim hat sich durch die Einführung des Qualitätsmanagements das Bewusstsein für die Zusammengehörigkeit von Kindertagesstätte und Pfarrgemeinde verbessert: „Wir haben gespürt, dass die Kindertagesstätte wirklich zur Gemeinde gehört und umgekehrt.“ Durch Patenschaften für das Essensgeld von Kindern aus einkommensschwachen Familien und Deutschkurse für Mütter von Kindern mit Migrationshintergrund wird ein starker caritativer Akzent gesetzt. „Das Qualitätsmanagement erfüllt das Leitbild der Einrichtung mit Leben“, so das Resümee von Pfarrer Rubel.

Text und Foto: is

06.02.2015


Dekanat Ludwigshafen ist ab sofort Bestandteil der neuen Webseiten-Familie im Bistum Speyer

v.l.: Dekan Alban Meißner, Brigitte Deiters und Marco Fraleoni beim offiziellen Startschuss v.l.: Dekan Alban Meißner, Brigitte Deiters und Marco Fraleoni beim offiziellen Startschuss.

Bistum Speyer unterstützt neue Onlinekommunikation: Gläubige, Mitglieder in den Gemeinden und Interessierte sollen im Web schneller an Informationen gelangen

Ludwigshafen/Speyer- Die Neuausrichtung der Onlinekommunikation im Bistum Speyer schreitet weiter voran. Nach dem erfolgreichen Online-Start der beiden Projekt-Pfarreien Germersheim und Queidersbach ist mit dem Dekanat Ludwigshafen seit Anfang Februar das erste von zehn Dekanaten integrativer Bestandteil der neuen Webseiten-Familie im Bistum Speyer. Das zentrale Ziel der Webseiten-Familie ist es, von der Pfarrei- bis zur Bistumsebene eine eng vernetzte Onlinekommunikation zu etablieren, sodass Gläubige und Gemeindemitglieder, ebenso wie Besucher mit einem weniger engen Kirchenbezug, schnell und zielgerichtet Informationen finden können. Damit die vielfältigen Angebote und Leistungen, die die katholische Kirche im Dekanat Ludwigshafen bietet, noch transparenter werden, umfasst der neue Internetauftritt unter www.kath-dekanat-lu.de die fünf künftigen Pfarreien sowie die katholischen Einrichtungen der Stadt.

Die Mitglieder des Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit Bernd Reiß, Gerd Hilbert, Dekan Alban Meißner, Brigitte Deiters, Georg Treuheit, Eugen Ennemoser und Michael Alter.Gottesdienstzeiten, Termine für Veranstaltungen in den Gemeinden auf einen Blick, Angebote von Kindertagesstätten oder die Adresse des Pfarrbüros – dank der klar strukturierten Informationsaufbereitung, die sich an das identitätsstiftende Erscheinungsbild der neuen Webseiten-Familie anlehnt, kommen Interessenten mit wenigen Klicks und intuitiv ans Ziel. Nachrichten aus allen katholischen Einrichtungen werden von der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Dekanats recherchiert und eingepflegt. Dekan Alban Meißner erklärt: „Da auch in Ludwigshafen die Räume für die Seelsorge größer werden, wollen wir mit dem zeitgemäßen Onlineauftritt die Vielfalt und Breite unserer Angebote und Leistungen bekannter machen, um – parallel zu besseren Kommunikation – weitere Anlässe für reale Begegnungen mit Menschen zu schaffen!“ Zur besseren Orientierung sind die neuen Pfarreistrukturen des Dekanats, die aus dem Prozess „Gemeindepastoral 2015“ resultieren, bereits berücksichtigt. Was die Orientierung vereinfacht: Besucher können über die sogenannte Landkarten- und die zusätzliche Schlagwort-Navigation gezielt nach Inhalten suchen. Passgenaue Informationen rund um Kirchenthemen, wie zum Beispiel zu häufigen Suchschlagwörtern Hochzeit, Taufe oder Erstkommunion sind damit schnell zur Hand. Text und Foto: Dekanat Ludwigshafen

Weitere Informationen:

In der neuen Struktur umfasst die Webseiten-Familie den Internetauftritt des Bistums Speyer, seiner zehn Dekanate und 70 Pfarreien. Um eine optimale Breitenwirkung und möglichst schnelle Wiedererkennung zu entfalten, richtet sich das freiwillige Angebot zur Projektbeteiligung zunächst an alle Dekante und Pfarreien im Bistum. Durch Verlinkungen und die gemeinsame Nutzung von Nachrichten und Datenbankinformationen entsteht in Schritten eine vernetzte „Plattform für Kommunikation“ mit immer größerer Reichweite. Vergleichbar mit einem „Baukasten-System“ sind die einzelnen Internetauftritte ähnlich strukturiert und als Teil der Webseiten-Familie leicht zu erkennen. Dank des neuen Konzepts werden die Orientierung und der Informationszugang vereinfacht und gleichzeitig der Nachrichtenwert erhöht. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass jede Pfarrei ausreichend Gestaltungsspielraum hat und die eigenen Seiten entsprechend regionalisieren und personalisieren kann. Um dieses Ziel zu gewährleisten, lassen sich alle Inhalte und Funktionalitäten sehr einfach mit einem Content-Management-System auf Typo-3-Basis einpflegen und anpassen. Das Bistum Speyer unterstützt die neue Onlinekommunikation. Die Konzeptentwicklung zur Erstellung der Webseiten und der Schulungen verantwortet die Peregrinus GmbH, der Verlag in dem die Bistumszeitung „der pilger“ erscheint. www.kaiserdom-virtuell.de, www.pilgerreisen-speyer.de und www.gutesleben-fueralle.de sind aktuelle Referenzprojekte im Bereich Internetkommunikation, die der Dienstleister für Medien und Kommunikation im Bistum Speyer federführend initiiert und konzipiert hat.

05.02.2015


Wissen, wo Kirche gebraucht wird

Pfarrer Pirmin Weber (l.) und Christian Anstäth sind stolz auf das pastorale Konzept der Pfarrei Homburg 1. Pfarrer Pirmin Weber (l.) und Christian Anstäth sind stolz auf das pastorale Konzept der Pfarrei Homburg 1.

Gemeindepastoral 2015: Projektpfarrei Homburg hat erstes pastorales Konzept im Bistum Speyer entwickelt – Pfarreianalyse zeigt hohe Altersarmut und gestiegene Zahl an alleinstehenden Männern

Speyer- Für die Projektpfarrei Homburg 1 steht jetzt schwarz auf weiß fest, was Seelsorge in ihren vier Gemeinden bedeutet – und zwar für die Bereiche Caritas, Katechese, Ökumene, Kindertagesstätten und Jugend. Von der Erfahrung des Projektteams um Pfarrer Pirmin Weber können die anderen 69 Pfarreien im Bistum Speyer profitieren. Aus Homburg kommen Tipps, wie man die Sache anpacken kann.

Zugegeben: In dem Papier steckt eine Menge Arbeit, sagen die Macher, doch es habe sich gelohnt. „Es war schon eine riesige Baustelle, die wir nun hinter uns haben“, erklärt Pfarrer Pirmin Weber. „Und es lief nicht immer harmonisch. Doch wir haben uns zusammengerauft und ein Ergebnis geschafft, auf das wir stolz sind und mit dem wir uns identifizieren.“ Es sei über das Gemeindeleben in der Pfarrei viel diskutiert worden, ergänzt Christian Anstäth, der als Pfarreiratsvorsitzender an dem pastoralen Konzept intensiv mitgewirkt hat. „Wir kennen unsere Pfarrei nun viel besser und wissen, wo wir pastorale Schwerpunkte setzen wollen.“

In Homburg leben noch echte Pioniere. Nicht nur, dass man dort im Sommer 2011 den Finger hob, als „Projektpfarreien“ gesucht wurden, also Pfarreien, in denen beispielhaft die neue Strukturreform umgesetzt wird. Anschließend waren sie auch die ersten, die sich daran machten, die neue Form mit Inhalt zu füllen. Will heißen: ein pastorales Konzept zu erarbeiten. Das war im Herbst  2012. Ziel war es, so ist in dem Konzept zu lesen, „einerseits einen verbindlichen Rahmen der Gemeinsamkeit und Einheit zu garantieren; und andererseits vor Ort den Gemeinden und Gemeinschaften Möglichkeiten und Freiräume einzuräumen.“

„Sehen, Urteilen, Handeln“

Die Saarländer gingen gemäß dem Dreischritt vor, den Bischof Karl-Heinz Wiesemann im Vorwort zur entsprechenden Arbeitshilfe beschrieben hat. Sehen bedeutet genau auf die eigene Pfarrei draufschauen: Wer genau lebt hier? Wie leben die Menschen – als Paar, in Familien oder allein? Wer ist (nicht) getauft? Solche und ähnliche Fragen beinhaltete die Situationsanalyse, die über eine rein kirchliche Betrachtung weit hinausging. „Mit den vielen Daten, Zahlen und Fakten wäre ich allein überfordert gewesen“, gibt Pfarrer Weber unumwunden zu. „Gut, dass ich in unserem Analyseteam Fachleute hatte, die hier den Karren gezogen haben.“ Dabei ist vor allem auch Christian Anstäth gemeint, der als Jugend-Sozialarbeiter mit soziologischen Kenntnissen solche Datensätze lesen und interpretieren kann. „In dieser Ausführlichkeit, wie wir das gemacht haben, ist das sicher nicht notwendig“, räumt er ein. „Es genügt zu wissen, von welchem Amt man die Informationen bekommt und was sie einem grundsätzlich sagen.“ Das dürfte viele andere Pfarreien, die sich auf den Weg hin zu einem pastoralen Konzept machen, beruhigen. Die Analyse bedeutet zwar Arbeit, ist aber auch ohne Statistikstudium machbar. Und eröffnet dem Analyseteam einen ganz neuen und wohl oft erhellenden Blick auf die eigene Pfarrei. „Für uns war das schon ein Aha-Erlebnis“, erklärt Christian Anstäth. „Über manche Zahlen und Prozente sind wir geradezu gestolpert und haben uns gewundert. Dass wir beispielsweise doch recht viel Altersarmut haben, war uns so nicht bewusst.“

Bei diesem zweiten Teil des Dreischritts, dem Urteilen, wird es für eine Pfarrei also spannend. Was sagen die nackten Zahlen aus? Wie beurteilen wir sie? Hier werden aus Zahlen Schicksale herausgelesen; aus Prozenten Lebenssituationen. In Homburg stutzte das Analyseteam nicht nur über die hohe Altersarmut, sondern auch über eine gestiegene Zahl an alleinstehenden Männern. Wie sieht ihr Leben aus? Wie können wir als Kirche ihnen beistehen und sie in die Gemeinschaft einbinden? Der Dreischritt gleitet nahezu automatisch vom Sehen übers Urteilen zum Handeln. Ein „Caritas-Ausschuss“ wurde gegründet, der sich der „pastoralen Männerarbeit“ annahm. Nach und nach sollen mit den Alleinstehenden zuhause Gespräche geführt werden, um zu erfahren, wie es ihnen geht – und nicht zuletzt um sie ins kirchliche Leben der Pfarrei (wieder) einzubinden. Dabei scheinen, zumindest ansatzweise, die vier Prinzipien leitenden Prinzipien für pastorales Handeln durch: Spiritualität, Evangelisierung, Anwaltschaft und weltweite Kirche.

Wichtig ist ein abgesteckter Zeitplan

Eine „Zielplanung“ hat das Homburger Analyseteam gemeinsam mit den jeweiligen Verantwortlichen nicht nur für den Bereich Caritas, sondern auch für die Bereiche Liturgie, Katechese, Kindertagesstätten, Jugend, Öffentlichkeitsarbeit, Ökumene und Immobilien erstellt – zusammengefasst in einem „Pastoralplan“ für die Pfarrei. Die weitere Herausforderung liegt nun vor allem darin, an den Themen dranzubleiben und aus den Zielen konkrete Maßnahmen zu machen. „Wir haben uns so manches ins Stammbuch geschrieben“, weiß Christian Anstäth. „Jetzt gilt es, uns auch daran zu halten.“

Anderen Pfarreien, die jetzt vor der Aufgabe stehen, ein pastorales Konzept zu entwickeln, empfiehlt Pfarrer Pirmin Weber einen strikten Zeitplan aufzustellen und dafür maximal ein dreiviertel Jahr zu veranschlagen. „Sonst geht das ins Uferlose. Und ein Konzept ist nie wirklich fertig. Irgendwann muss man sagen: Das haben wir jetzt gemeinsam erarbeitet, und das ist vorläufig auch so in Ordnung!“ Text und Foto: is

Hintergrundinterview mit Dr. Thomas Kiefer, dem Leiter der Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen:

Praktische Hilfe für den Alltag in der Seelsorge

Das Bischöfliche Ordinariat des Bistums Speyer unterstützt die Projektpfarreien Germersheim, Queidersbach, Kaiserslautern und Homburg wie auch die übrigen Pfarreien bei der Entwicklung ihrer pastoralen Konzepte. Zuständig ist die Abteilung Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen, die auch eine eigene Arbeitshilfe herausgegeben hat. Leiter ist Dr. Thomas Kiefer.

Herr Kiefer, was zeichnet die geleistete Arbeit in Homburg aus? Wie würden Sie das pastorale Konzept charakterisieren?

„Den Homburgern ist es gelungen, aufgrund einer gründlichen Analyse konkrete Ziele zu formulieren und dann in Folge konkrete Maßnahmen zu planen. Sehr schön sieht man dies beim Grunddienst Caritas: Die sehr hohe Zahl von alleinstehenden Senioren mit dem Schwerpunkt Männer hat zur Folge, dass hier ein neues Seelsorgefeld entstehen soll. Obwohl die Vorgaben und Schritte zur Konzepterstellung von uns im Bischöflichen Ordinariat erstellt worden waren, war ich dann doch erst einmal sehr beeindruckt: beindruckt von der Mühe und Arbeit, die investiert worden sind, aber auch von dem Ertrag.“

Was bringt es Ihrer Ansicht nach einer Pfarrei, ein pastorales Konzept zu haben?

„Ein solches Konzept hilft wirklich, den vielfältigen Alltag in der Seelsorge anzugehen. Der erste Schritt besteht in einem vertieften Sehen: Auf welcher Grundlage engagieren wir uns in der Seelsorge? Für welche Menschen mit welchen Bedürfnissen, Sorgen und Hoffnungen sind wir da? Nur auf der Grundlage dieses Sehens kann ich dann fragen: Was würde wohl Jesus Christus heute von uns erwarten? Und dann gilt es zu überlegen, welche Ziele künftig im Vordergrund stehen sollen. Gerade in einer unübersichtlicheren Gesellschaft wird auch die Seelsorge in gewisser Weise unübersichtlicher. Klare Zielformulierungen helfen dann, auf der Spur zu bleiben. Außerdem lässt sich dann auch festlegen, was wichtiger und weniger wichtig ist. Wir erhoffen von uns durch das Konzept eine Hilfe zur Konzentration und damit letztendlich auch zur Entlastung. Auch wenn die Erstellung des Konzeptes auch erst einmal Arbeit bedeutet.“

Was wünschen Sie sich von den anderen Pfarreien?

„Ich wünsche mir, dass sie das Konzept als ein wertvolles Arbeitsinstrument entdecken können. Und ich wünsche mir dann, dass die positiven Erfahrungen ausstrahlen auf die vielen anderen Pfarreien. Immerhin haben inzwischen 26 der zukünftig 70 Pfarreien ihre ersten Schritte in Richtung pastorales Konzept gemacht.“

05.02.2015


Planung für Dom-Besucherzentrum verändert

Domkapitel fasst Dompavillion als neue Lösung ins Auge

Speyer- Nach eingehender Beratung hat das Domkapitel beschlossen, die Planung für das Besucherzentrum zu verändern. Um möglichst viele Besucher effektiv zu erreichen, soll der Dompavillon auf der Südseite der Kathedrale künftig als Anlaufstelle für die zahlreichen Dombesucher aus aller Welt eingerichtet werden. Zuvor war geplant, das Besucherzentrum im so genannten Vikarienhof am Domplatz unterzubringen.

Bei der konkreten Planung einer Unterbringung im Vikarienhof hatte sich als nachteilig herausgestellt, dass die mit dem Erfordernis der Barrierefreiheit einhergehende räumliche Begrenzung für die Auf- und Abgänge keine größeren Besucherströme zugelassen hätten. Zudem wäre das Kellergeschoss, wo ein Shop und Gastronomie vorgesehen waren, nur eingeschränkt nutzbar gewesen.

Der Dompavillon hingegen stellt in mehrfacher Hinsicht eine günstigere Lösung dar. Bei einer Analyse des Besucherstroms zeigte sich, dass die Lage des Dompavillons am ehesten dazu geeignet ist, möglichst viele Besucher anzusprechen. Die Nähe zum Dom ohne eine Straße als Barriere sowie der ebenerdige Zugang sind weitere Vorteile des neuen Standorts. Auch im direkten Kostenvergleich schneidet der Dompavillion deutlich günstiger ab. Angesichts zu erwartender Rückgänge bei den Kirchensteuern werden Bauprojekte, die ein über Jahrzehnte anhaltendes Engagement erfordern, im Bistum Speyer in Zukunft eher die Ausnahme darstellen. Für die Unterbringung im Vikarienhof hätte die Bausubstanz, die derzeit in Form von Wohnungen angelegt und unterteilt ist, mit einem großen finanziellen Aufwand umgebaut werden müssen. Dagegen fallen die Investitionen und Unterhaltskosten für den Pavillon deutlich geringer aus.

Ziel der Einrichtung eines Besucherzentrums war und ist, dass Verkaufs- und Informationsangebote soweit wie möglich aus dem Dom ausgelagert werden sollen, wohingegen die Mittel zur Erschließung des Doms sowie alle seelsorglichen Angebote in der Kirche selbst verortet bleiben. Darüber hinaus verbindet sich mit dem neuen Standort aber auch die Absicht, die Angebote für Besucher des Domes und der Stadt künftig stärker zu vernetzen. So könnten Informationsmöglichkeiten auch in anderen Räumen der Kirche oder bei anderen Institutionen sowie, mittels Angeboten für mobile Endgeräte, im virtuellen Raum verortet werden.

Zurzeit ist der Dompavillon noch verpachtet. Mit dem derzeitigen Pächter wurde eine einvernehmliche Lösung erzielt, die eine vorzeitige Beendigung des Pachtvertrags zum November 2015 vorsieht. Text und Foto: is

04.02.2015


Bistum Speyer veröffentlicht Satzung für die neuen Pfarrgremien

Angaben unter anderem zu Aufgaben, Zusammensetzung und Arbeitsweise der neuen Pfarrgremien / Grundlage für die Wahlen am 10. und 11. Oktober 2015

Speyer-  Das Bistum Speyer erneuert seine pastoralen Strukturen: Am 1. Januar 2016 werden aus bisher 346 Pfarrgemeinden 70 neue Pfarreien gebildet. Jede Pfarrei wird künftig aus mehreren Gemeinden bestehen. Damit ändert sich zugleich die Rolle der pfarrlichen Gremien. Bei den Wahlen am 10. und 11. Oktober werden neben dem Pfarrei- und dem Verwaltungsrat erstmals auch Gemeindeausschüsse gewählt. Die unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkte werden in der Satzung für die Pfarrgremien im Bistum Speyer beschrieben. Sie wurde im Rahmen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“ neu gefasst und jetzt im Oberhirtlichen Verordnungsblatt des Bistums Speyer veröffentlicht.

Aus der Satzung gehen unter anderem die Aufgaben, die Zusammensetzung und die Arbeitsweisen der verschiedenen Pfarreigremien hervor. Betont wir ihre gemeinsame Verantwortung für ein aktives Pfarrei- und Gemeindeleben. Dem Pfarreirat kommt die Aufgabe zu, das Zusammenwachsen der Gemeinden zu fördern und ein gemeinsames pastorales Konzept zu entwickeln. Die Pflege des kirchlichen Lebens vor Ort ist hauptsächlich Aufgabe der Gemeindeausschüsse. Der Verwaltungsrat hingegen sorgt für die Finanzen und Immobilien der Kirchengemeinde und der in ihrem Gebiet gelegenen Kirchenstiftungen. Alle drei Gremien werden direkt durch die Gemeindemitglieder gewählt. Das geht aus der Wahlordnung für die Pfarrgremien hervor, die ebenfalls im Oberhirtlichen Verordnungsblatt veröffentlicht wurde. Sie erläutert die einzelnen Schritte, in denen die Wahl vorbereitet und durchgeführt wird: von der Bildung eines Wahlausschusses über die Erstellung einer Kandidatenliste bis zur Feststellung des Wahlergebnisses und zum Umgang mit eventuell eingehenden Wahleinsprüchen. is

Satzung und Wahlordnung für die Pfarrgremien im Bistum Speyer (OVB 2/2015):

http://cms.bistum-speyer.de/www2/index.php?cat_id=31350&mySID=59eaab1f6f72c81bfc5ad3a1ca84e79f

04.02.2015


Schülertage des Bistums Speyer gestartet

Schulrat i.K. Thomas Mann führt durch die Krypta500 Schülerinnen und Schüler aus 15 Schulen nehmen bis Freitag daran teil

Speyer- Gestern starteten im Bistum Speyer die Schülertage. Rund 80 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums in Maxdorf und des Edith-Stein Gymnasiums Speyer waren die Ersten, die die Chance nutzten mehr über die Diözese Speyer zu erfahren.

Erster Programmpunkt war der Besuch im Dom. In Kleingruppen lernten die Jugendlichen auch Bereiche der Kathedrale kennen, die nicht allen Besucherinnen und Besuchern offen stehen. Domorganist Christoph Keggenhoff vermittelte den Schülerinnen und Schülern einen Eindruck von der Orgel auf dem Königschor, Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer erklärte in der Sakristei die Geschichte des mittelalterlichen Codex Aureus und Schulrat i.K. Thomas Mann führte durch die Domkrypta.

Im Priesterseminar präsentierte anschließend Pressesprecher Markus Herr Informationen über die Diözese. Mitarbeiter der Caritas gaben einen Einblick in die Arbeit ihres Verbandes und stellten stellvertretend für das breitgefächerte Beratungs- und Hilfsangebot der Caritas die Bereiche Young Caritas sowie die Schwangerschafts- und die Suchtberatung vor.

Bischof Wiesemann stellt sich den Fragen der Schülerinnen und SchülerAm Nachmittag hatte die Schülerinnen und Schüler die Wahl zwischen fünf verschiedenen Workshop-Angeboten - von der Recherche im Bistumsarchiv, einem Gespräch mit Gefängnisseelsorger Johannes Finck zum Thema „Wie spreche ich mit einem Mörder?“, Angeboten zum Thema „Berufung“ mit Ordensleuten und Priesteramtskandidaten aus dem Bistum bis hin zu Informationen über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes. Zum Abschluss des Tages stellte sich Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann den Fragen der Jugendlichen.

„Es war ein interessanter Tag, vor allem das Workshop-Angebot. Ich war bei „He is calling“. Es war schön von Menschen erzählt zu bekommen, wie sie ihre Berufung gefunden haben“, berichtet die 18-jährige Sarah, Schülerin des Edith-Stein-Gymnasiums. „Ja das war ein sehr spannender Workshop“, bestätigt auch der 16-jährige Niklas aus Maxdorf und bewertet den ganzen Tag als „sehr gelungen“. Lea und Lea, beide 18 Jahre alt und Schülerinnen des Edith-Stein-Gymnasiums sind sich ebenfalls einig: „Es war alles sehr interessant und wir haben viel Neues erfahren“. Besonders gefallen hat ihnen das Gespräch in Kleingruppen mit einem Priesteramtskandidaten: „Es war ein sehr offenes Gespräch, wir konnten alle Fragen stellen und haben darauf auch Antworten bekommen.“

Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer zeigt den Codex AureusDie Schülertage werden in diesem Jahr zum dritten Mal angeboten. Bis einschließlich Freitag nehmen rund 500 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 15 Schulen - Gymnasien, Integrierten Gesamtschulen und Berufsbildenden Schulen - daran teil. Mitarbeiter aus insgesamt zwölf Bereichen des Bistums präsentieren ihre Arbeit. Fachleute des Caritasverbandes stellen ihre Beratungs- und Hilfsangebote vor, die Redakteure der Kirchenzeitung lassen sich bei der Produktion des „Pilger“ über die Schulter schauen. Neben Bischof Wiesemann stellen sich auch Generalvikar Dr. Franz Jung (am Mittwoch) und Domdekan Dr. Christoph Kohl (am Donnerstag) den Fragen der Jugendlichen.

Organisiert wird die Veranstaltung von der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung im Bischöflichen Ordinariat.

Teilnehmende Schulen:

  • Gymnasium Maxdorf (Montag)
  • Edith-Stein-Gymnasium Speyer (Montag)
  • Hugo-Ball-Gymnasium Pirmasens (Dienstag)
  • Maria Ward Schule Landau (Dienstag)
  • Berufsbildungszentrum St. Ingbert (Dienstag)
  • Burg-Gymnasium Kaiserslautern (Dienstag)
  • Carl-Bosch Gymnasium Ludwigshafen (Mittwoch)
  • Karolinen-Gymnasium Frankenthal (Mittwoch)
  • Integrierte Gesamtschule Berta-von-Suttner Kaiserslautern (Donnerstag)
  • Wilhelm-von-Humboldt Gymnasium Ludwigshafen (Donnerstag)
  • Integrierte Gesamtschule Mutterstadt (Donnerstag)
  • Goethegymnasium Germersheim (Donnerstag)
  • Albert Einstein Gymnasium Frankenthal (Freitag)
  • Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Neustadt (Freitag)
  • Eduard-Spranger Gymnasium Landau (Freitag)

Text: is; Foto: Klaus Landry; Bistum Speyer

03.02.2015


„Vorbehaltloses Ja zum Leben und zur Nächstenliebe“

Pfarrer Annweiler als Telefonseelsorger eingeführt – Vorgänger Seidlitz verabschiedet

Kaiserslautern- Ein uneingeschränktes und vorbehaltloses „Ja“ zum eigenen Leben und dem des Anderen, zu Nächstenliebe und zu Gott stellte Pfarrer Peter Annweiler in den Mittelpunkt seiner Predigt anlässlich seiner Einführung ins Leitungsteam der Telefonseelsorge Pfalz. Zum 1. Februar übernimmt der Pfälzer Pfarrer auf evangelischer Seite die Leitung der ökumenischen Einrichtung. Bei der Feier am Freitag in der „Kleinen Kirche“ in Kaiserslautern mit anschließendem Empfang ist Annweilers Vorgänger, der Psychologe und evangelische Theologe Heiner Seidlitz, in den Ruhestand verabschiedet worden. Seidlitz hatte die von der Evangelischen Kirche der Pfalz und dem Bistum Speyer getragene Telefonseelsorge 26 Jahre lang geleitet.

Oberkirchenrat Manfred Sutter würdigte Seidlitz als kompetenten und sensiblen Menschen, der die Telefonseelsorge Pfalz zu einer Einrichtung mit hohen Standards, sehr gutem Organisationsgrad und einer gut ausgebildeten und begleiteten Mitarbeiterschaft gemacht habe. „Dass die Telefonseelsorge Pfalz so großes Ansehen genießt, ist Ihr Verdienst und Ihre Lebensleistung“, sagte Sutter. Seidlitz sei es durch unermüdliche Vernetzungsarbeit gelungen, die Telefonseelsorge als gesellschaftlich wichtiges Angebot zu etablieren, um die seelische Gesundheit der Menschen zu erhalten und ihnen in persönlichen Krisen zu helfen. Deutlich sei dies durch die Gründung und Organisation der Nachsorgearbeit der Flugkatastrophe von Ramstein geworden. Einen ganz besonderen Dank für die kontinuierliche Begleitung und Hilfe sprach eine Vertreterin der Hinterbliebenen aus.

16.000 Anrufe gehen jährlich bei der Telefonseelsorge Pfalz ein. Diese Statistik zeige, dass viele Menschen sich vom Leben nicht angenommen fühlten, führte Pfarrer Peter Annweiler aus. „Das Nein kann sehr massiv sein.“ Gottes Ja umfasse indes alle Menschen. „Es gilt jedem von uns sieben Milliarden Menschenkindern auf dieser Erde, nicht nur den eigenen Leuten, der eigenen Religion, Nation oder Kultur. Selbst zu Verbrechern und Kriminellen sagt Gott Ja. Das Evangelium ist Liebeserklärung und Provokation gleichermaßen.“ Diese christlich grundierte Lebensbejahung sei universal und auch für die Arbeit am Telefon unentbehrlich: „Gottes Ja liegt wie ein Schutzmantel über unserem Leben, der nicht zerstört werden kann.“

Nach mehr als sieben Jahren als Citykirchen-Pfarrer in Mannheim und Schifferseelsorger ist Peter Annweiler an seinen früheren Wirkungsort Kaiserslautern zurückgekehrt. Bis 2007 war er Pfarrer an der Apostelkirche in Kaiserslautern. „Die seelsorgerliche Identität zieht sich wie ein roter Faden durch Ihre Biographie und ist Kennzeichen Ihrer Persönlichkeit und Grundhaltung als Geistlicher“, sagte Oberkirchenrat Manfred Sutter. Nur wer selbst für die geistliche Dimension offen sei und mit den Fragen des Glaubens und Zweifels ringe, könne einem anderen Menschen Seelsorger werden, betonte der Oberkirchenrat.

Die Ökumenische Telefonseelsorge Pfalz gibt es seit 1979. Träger sind die Evangelische Kirche der Pfalz und das Bistum Speyer. Im Leitungsteam der ökumenischen Telefonseelsorge Pfalz arbeiten neben den evangelischen hauptamtlichen Mitarbeitern auf katholischer Seite die Pädagogin Astrid Martin und die Theologin und Psychologin Ursula Adam. Rund 90 Personen sind derzeit im Ehrenamt tätig. lk

Mehr zum Thema unter www.telefonseelsorge-pfalz.de.

02.02.2015


Kirchentag: Mit Bike, Bus und Bahn in die Schwabenmetropole

„Erkundungstour“ nach Stuttgart mit der Geschäftsführerin des Landesausschusses Pfalz, Andrea Keßler (rechts) und dem Vorsitzenden Gert Langkafel (5. v. rechts). „Erkundungstour“ nach Stuttgart mit der Geschäftsführerin des Landesausschusses Pfalz, Andrea Keßler (rechts) und dem Vorsitzenden Gert Langkafel (5. v. rechts).

Christenfest in Stuttgart: Landesausschuss rechnet mit 1000 Pfälzer Teilnehmern

Speyer/Kaiserslautern/Stuttgart-  Andacht und Bibelarbeit, Gottesdienst und Konfitag, Markt der Möglichkeiten, Musik, Theater und Tanz: Zum 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) vom 3. bis 7. Juni in Stuttgart unter dem Motto „damit wir klug werden“ erwarten die Veranstalter rund 100.000 Menschen. Auch in der Pfalz laufen die Vorbereitungen für das Großereignis schon auf Hochtouren. Gert Langkafel und Andrea Keßler, die die pfälzische Teilnahme koordinieren, rechnen mit etwa 300 Mitwirkenden und 1000 Besuchern aus der Pfalz. Sportlich Ambitionierte starten am 1. Juni in Speyer zu einer von der Evangelischen Jugend Pfalz organisierten „Bike & Help“ Tour nach Stuttgart.

Gerade sind die Mitglieder des Landesausschusses Pfalz von einer „Erkundungsfahrt“ nach Stuttgart zurückgekehrt. 2.000 Veranstaltungen, darunter ein „Konfitag“ am 6. Juni, erwarten die Kirchentagsbesucher. Langkafel rät daher allen Interessierten, das Programm vorher genau zu studieren und „zu selektieren“. Unter den Pfälzer Mitwirkenden im Bereich Musik, Theater und Kleinkunst sind u.a. Posaunenchöre unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Syperek, die NewBrass Big Band aus Neustadt-Mußbach unter Leitung von Alexander Bähr und das Kirchenkabarett „Wollläuse“ aus Böhl-Iggelheim.

Der Migrationsbeauftragte der pfälzischen Landeskirche, Reinhard Schott, die Neue Arbeit Westpfalz im ökumenischen Gemeinschaftswerk Pfalz, das Diakonissen-Mutterhaus Lachen im Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband, der Missionarisch-Ökumenische Dienst Pfalz (MÖD) und Elke Pickard für den Verband Evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Pfarrer Andreas Große für die pfälzische Konfirmandenarbeit sind u.a. mit eigenen Ständen auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten. Langkafel ist seit 1998 Vorsitzender des Landesausschusses Pfalz des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Andrea Keßler ist seit 2001 Geschäftsführerin des pfälzischen Landesausschusses des DEKT. Ihre Aufgabe besteht vor allem in der Koordination, Planung und Finanzierung der auf dem Kirchentag vertretenen Pfälzer Gruppen.

Die von der Evangelischen Jugend Pfalz organisierte Bike & Help Tour startet am 1. Juni in Speyer. Am Vorabend kommen dort etwa 100 Teilnehmer aus der ganzen Pfalz in der Jugendherberge zusammen, um am Montagmorgen vom Landeskirchenrat aus gemeinsam los zu radeln. Wegen der großen Zahl seien die Fahrradfahrer in zwei Teams teilweise auf getrennten Strecken nach Stuttgart unterwegs, teilt das Landesjugendpfarramt mit. Die Tour führe über Mosbach und Murrhardt, bzw. Ludwigsburg. Die Teilnehmer der Bike & Help Tour sammeln mit jedem gefahrenen Kilometer für ein Hilfsprojekt der Aids Foundation South Africa (AFSA). Mitfahren können Jungen und Mädchen, Männer und Frauen ab 14 Jahren. Landesjugendpfarrer Florian Geith, der ebenfalls in die Pedale treten wird, sagt: „Ich freue mich, dass sich immer mehr Menschen finden, die mitmachen, und die Bewegung, Gemeinschaft und Solidarität miteinander verbinden möchten.“

Der DEKT verspricht ein „Kirchentag der kurzen Wege“ zu werden: Veranstaltungsorte und Quartiere seien mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Die meisten großen Veranstaltungen des Kirchentages finden in der Stuttgarter Innenstadt und rund um den Bad Canstatter Neckarpark statt. Dort wird auch der Markt der Möglichkeiten aufgebaut. Dazu kommen Kirchen und andere Orte im weiteren Stadtgebiet. Rund um den Neckarpark mit Großzelten gestaltet der Kirchentag ein eigenes Messegelände. Das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, der Schloss- und Marktplatz, der Hospitalhof, Stifts- und Leonhardskirche, der Cannstadter Wasen, die Hanns-Martin-Schleyer-Halle und die Porsche-Arena gehören zu den etwa 230 Orten, die nach Angaben der Veranstalter das Programm des Kirchentages beherbergen werden. Mitten im Geschehen, nämlich auf dem „Cannstadter Wasen“, schlägt die Jugend ihre Veranstaltungszelte auf. Die Eröffnungsgottesdienste finden am Mittwoch, 3. Juni, um 18. 15 Uhr am Schlossplatz, Rotebühlplatz und Marktplatz statt. Der Schlussgottesdienst mit Abendmahl wird am Sonntag, 7. Juni, um 10 Uhr im Cannstadter Neckarpark gefeiert.

Hinweis: Mehr zum Thema unter www.kirchentag.de und www.evkirchepfalz.de/landeskirche/kirchentag. Informationen über die Mitreise zum Evangelischen Kirchentag in Stuttgart erteilen auch Volker Steinberg vom Protestantischen Landesjugendpfarramt, Telefon 0631/3642-008, E-Mail: steinberg@evangelische-jugend-pfalz.de sowie Ruprecht Beuter von der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, Telefon 06361/5559, E-Mail: ruprecht.beuter@evkirchepfalz.de. Text: lk; Foto: Privat

28.01.2015


Bistum Speyer veröffentlicht Haushaltszahlen für das Jahr 2015

Konjunkturentwicklung wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kirchensteuer aus / Ausgaben für Instandhaltung kirchlicher Gebäude stellen starke Belastung dar

Speyer- Das Bistum Speyer hat die Haushaltszahlen für das Jahr 2015 veröffentlicht. Auf der Internetseite des Bistums wurden die aktuellen Haushaltspläne für das Bistum, den Bischöflichen Stuhl, das Domkapitel, die Pfarrpfründestiftung und die Emeritenanstalt publik gemacht.

Haushalt des Bistums

Das Bistum Speyer rechnet für dieses Jahr mit rund 121 Millionen Euro Einnahmen aus der Kirchensteuer. Das sind rund zwei Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Der Haushalt 2015 hat damit ein Gesamtvolumen von rund 142 Millionen Euro.

Im Haushalt des Bistums entfallen rund 54 Prozent der Ausgaben auf die Seelsorge in den Kirchengemeinden, weitere sieben Prozent auf die übergemeindliche Seelsorge. Knapp zwölf Prozent seiner Mittel setzt das Bistum Speyer für den Religionsunterricht und die katholischen Schulen ein. Weitere 8 Prozent wendet es für caritative Zwecke auf. Die Ausgaben für die Erwachsenenbildung und die katholischen Tagungshäuser schlagen mit knapp drei Prozent zu Buche.

Für die Instandhaltung kirchlicher Gebäude in den Pfarreien stellt das Bistum in diesem Jahr rund 8,2 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Zuschüsse für einzelne Bauprojekte. So ist zum Beispiel die Sanierung des Priesterseminars am Germansberg in Speyer mit 3,8 Millionen Euro eingeplant, der zweite Bauabschnitt des Hauses der Kirchenmusik mit 1,8 Millionen Euro. „Die Instandhaltung der kirchlichen Gebäude bereitet uns im Blick auf die Zukunft die meisten Probleme“, erklärt Diözesanökonom Peter Schappert. Zurzeit beschränke sich das Bistum auf besonders dringliche Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen. „Auf mittlere Sicht müssen wir unseren Gebäudebestand jedoch deutlich reduzieren.“

Haushalt des Bischöflichen Stuhls

Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die seit der Neuerrichtung des Bistums Speyer im Jahr 1817 besteht. Beim Vermögen des Bischöflichen Stuhls handelt es sich um ein langfristig angelegtes Stammvermögen, das nicht angetastet wird. Nur die Erträge werden verwendet, mit ihnen werden pastorale und caritative Projekte im Bistum Speyer gefördert.

Aus dem Vermögen des Bischöflichen Stuhls wird in diesem Jahr ein Ertrag in Höhe von rund 600.000 Euro erwartet. „Das anhaltend niedrige Zinsniveau führt dazu, dass wir bei Finanzanlagen mit deutlich tieferen Erträgen rechnen müssen“, verdeutlicht Tatjana Mast. Mit den Erträgen aus dem Bischöflichen Stuhl soll in diesem Jahr die Sanierung des Priesterseminars eine zusätzliche Unterstützung erhalten.

Haushalt des Domkapitels

Das Speyerer Domkapitel ist ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und trägt die Verantwortung für den Speyerer Dom. Dazu zählen die Gottesdienste und die Angebote der Dommusik, aber auch notwendige Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen am Dom.

Das Domkapitel rechnet in diesem Jahr mit Aufwendungen in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro, davon sind rund die Hälfte Personalkosten für die am Dom, im Dombauamt und der Dommusik beschäftigten Mitarbeiter. Für den baulichen Erhalt des Domes und der weiteren Immobilien des Domkapitels sind rund zwei Millionen Euro veranschlagt, rund 700.000 Euro mehr als im Vorjahr. „Da der Zuschuss des Bistums an das Domkapitel konstant 1,7 Prozent der Kirchensteuer beträgt, macht sich auch hier die positive Kirchensteuerentwicklung bemerkbar“, erklärt Domkustos Peter Schappert.

Haushalt der Pfarrpfründestiftung

Die Pfarrpfründestiftung hat den Zweck, die Diözese bei ihrer Aufgabe zu unterstützen, die Besoldung der aktiven Pfarrer sicherzustellen. Sie wurde im Jahr 2012 durch die Zusammenführung der lokalen Pfarrpfründestiftungen gegründet. Das Stiftungsvermögen ist als Stammvermögen fest angelegt und wird in seinem Bestand ungeschmälert erhalten. Die Erträge aus dem Stammvermögen werden für die Besoldung der Pfarrer verwendet.

Aus der Pfarrpfründestiftung erwartet das Bistum in diesem Jahr einen Beitrag in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro zur Bezahlung der Priester im aktiven Dienst. Die Erträge aus der Bewirtschaftung des Liegenschafts- und Finanzvermögen sind gegenüber dem Vorjahr um etwa 300.000 Euro tiefer angesetzt – „eine Folge des niedrigen Zinsniveaus“, wie Finanzdirektorin Tatjana Mast erläutert.

Haushalt der Emeritenanstalt

Die Emeritenanstalt ist die Rentenkasse für die Priester des Bistums Speyers. Sie sind nicht im staatlichen System rentenversichert, daher gibt es die Emeritenanstalt als eigenständige Rentenkasse. Ihr Zweck besteht darin, die Versorgungsbezüge der Priester im Ruhestand sicherzustellen. Die Priester des Bistums Speyer sind in der Regel bis zum 70. Lebensjahr im aktiven Dienst.

Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus sind die Erträge aus der Anlage von Wertpapieren und Festgeldern in diesem Jahr deutlich tiefer angesetzt: bei 1,6 Millionen Euro für 2015, gegenüber 4 Millionen Euro für 2014. Durch laufende Zahlungen wie auch durch eine jährliche Sonderzahlung des Bistums in Höhe von 5,3 Millionen Euro kann die Emeritenanstalt ihre Verpflichtungen derzeit zwar vollständig bedienen, Sorge bereitet auf mittlere Sicht jedoch eine Deckungslücke, die aktuell bei rund 37,5 Millionen Euro liegt.

Einsatz einer neuen Finanzsoftware

Die Haushaltspläne wurden mit Hilfe einer neuen Finanzsoftware aufgestellt. Mit ihr kommt das System der doppischen Buchführung zur Anwendung, die Rechnungslegung orientiert sich an den Vorschriften des Handelsgesetzbuches. „Der Vorteil liegt darin, dass wir Einnahmen und Ausgaben wesentlich besser steuern können und die Risiken besser im Blick haben“, hebt Tatjana Mast hervor. Im nächsten Jahr soll die Finanzsoftware auch für die Finanzverwaltung der Pfarreien eingesetzt werden. is

Link zu den Haushaltsplänen der diözesanen Haushalte und weitere Informationen zum Thema Bistumsfinanzen:

http://cms.bistum-speyer.de/www2/index.php?myELEMENT=277610&cat_id=&mySID=1ab3bf0b346bd310c8a1518679b06e0d

27.01.2015


Diakonisse Lieselotte Koch feiert 80. Geburtstag

Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Diakonisse Isabelle Wien gratulieren Diakonisse Lieselotte Koch (Mitte) zum 80. Geburtstag. Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwartz und Oberin Diakonisse Isabelle Wien gratulieren Diakonisse Lieselotte Koch (Mitte) zum 80. Geburtstag.

An ihrem 80. Geburtstag am 26. Januar ließ es sich Diakonisse Lieselotte Koch nicht nehmen, ihrer Leidenschaft dem Cello-Spiel nachzugehen und die Feier ihr zu Ehren selbst mit Musik zu untermalen.

Speyer- Die ehemalige stellvertretende Oberin des Speyerer Diakonissen-Mutterhauses ist gelernte Kirchenmusikerin: Nach einer Ausbildung an der Krankenpflegeschule der Diakonissenanstalt 1955 folgte sie als Pfarrersfrau ihrem Mann in seine Gemeinde, in der sie selbst in der Gemeindearbeit und im Religionsunterricht aktiv war, bevor sie Ende der 1970er Jahre kirchenmusikalische Seminare besuchte und die D- und C-Prüfung für Kirchenmusik ablegte. Nach dem Tod ihres Mannes arbeitete die gebürtige Wormserin in der Altenpflege, von 1988 bis 2000 war sie stellvertretende Oberin der Speyerer Diakonissen und begleitete im Kreis ihrer Vorstandskollegen zahlreiche Entwicklungen wie etwa die Einweihung der Kindertagesstätte Rulandstraße, der Hebammenschule, des Hospizes oder der Maudacher Werkstatt in Ludwigshafen.

Anlässlich ihres runden Geburtstags blickte Vorsteher Pfarrer Dr. Werner Schwarz auf den ungewöhnlichen Lebenslauf der „Diakonisse mit Enkeln“, die als stellvertretende Oberin vor allem für die Schulen mit ihren angeschlossenen Internaten verantwortlich war. Oberin Sr. Isabelle Wien gratulierte im Namen der Schwesternschaft und hob das vielseitige Engagement der Jubilarin für Mutterhaus, Diakonie und Gemeinschaft hervor. Die Vielfalt der Tätigkeiten machte auch Dekan i. R. Friedhelm Jakob deutlich, der in einem Grußwort auf das große Engagement von Sr. Lieselotte in der Gedächtniskirchengemeinde einging, bevor die Jubilarin selbst ein Geheimnis preisgab, warum es ihr gutgehe: „Es gibt Menschen, die sich als Boten Gottes um mich sorgen.“

Text und Foto: Diakonissen Speyer-Mannheim

27.01.2015


Familientreffen im Bistumsarchiv zum Geburtstag Elisabeth Stützels

Nachkommen des Architekten Albert Boßlet informierten sich über Nachlass - Rund 100 Kirchen geschaffen

Speyer-  Aus Anlass des 85. Geburtstages der langjährigen ehemaligen Speyerer Stadträtin Elisabeth Stützel fand am Samstagmorgen im Bistumsarchiv Speyer ein Familientreffen statt. Im Fokus stand dabei der Großvater Frau Stützels, Albert Boßlet (1880-1957), einer der bedeutendsten Kirchenarchitekten der Zwischenkriegszeit. Nachkommen des gebürtigen Frankenthalers, der im Bistum Speyer mehr als 40 Kirchen schuf, informierten sich über Leben und Wirken ihres Ahnen, dessen Nachlass seit 1979 in dem kirchlichen Archiv aufbewahrt wird.

Archivleiter Dr. Thomas Fandel und Archivarin Jutta Hornung präsentierten den Gästen aus Freiburg, München, der Region Frankfurt sowie der Pfalz Fotos, Zeitungsausschnitte, aber auch Pläne und Zeichnungen Boßlets. Auf besonderes Interesse stießen zwei großformatige Alben zum 70. und 75. Geburtstag des Architekten mit Glückwunschschreiben kirchlicher und weltlicher Prominenz, an der Spitze die Bischöfe Julius Döpfner, Joseph Wendel und Isidor Markus Emanuel. Schriftstücke aus dem familiären Umfeld sowie Fotos aus Boßlets Wohnung regten zum intensiven Austausch von Erinnerungen an.

Auf Boßlet gehen annähernd 100 Kirchenbauten zurück. Im Bistum Speyer schuf er unter anderem Kirchen in Ludwigshafen (St. Bonifaz, Herz Jesu und St. Maria), Frankenthal, St. Ingbert, Schifferstadt, Zweibrücken-Ixheim, Hornbach und Hauenstein. Als sein bedeutendstes Werk gilt die 1936/37 errichtete Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Sie wird auch „fränkisches Speyer“ genannt, da die Silhouette stark an die der romanischen Kathedrale erinnert. Der Architekt war auch außerhalb Europas tätig. So ließen die Zisterzienser von Itaporanga in Brasilien in den 1930er Jahren nach Boßlet-Plänen eine monumentale Klosterkirche samt Konvent errichten. Auf Boßlet gehen zudem zahlreiche Profanbauten zurück, beispielsweise Krankenhäuser und Schulen, aber auch das Weingut „Im Forstgärtel“ in St. Martin oder das Studentenheim St. Joseph in Speyer, heute Zentrale des Diözesan-Caritasverbandes. Text und Foto: is

25.01.2015


Diakonissen übernehmen Erziehungsberatung des Diakonischen Werks

Zum 1. Januar haben die Diakonissen Speyer-Mannheim die örtliche Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werkes Pfalz mit Sitz in Speyer übernommen

Speyer- Durch die Übernahme der Erziehungsberatungsstelle in der Speyerer Ludwigstraße sichern die Diakonissen Speyer-Mannheim dieses wichtige niedrigschwellige Angebot für Familien, Kinder und Jugendliche. „Ratsuchende können sich direkt an die Beratungsstelle wenden, sie ist damit eine gute Ergänzung und Erweiterung zu unseren bereits bestehenden ambulanten Betreuungsangeboten“, erklärt Rolf Schüler-Brandenburger, Leiter der Diakonissen Kinder- und Jugendhilfe, die neben stationären Wohngruppen etwa die Sozialpädagogische Familienhilfe und Schülerhilfe oder Erziehungsbeihilfe betreibt.

„Die Diakonissen Speyer-Mannheim verfügen über eine große Erfahrung auf dem Gebiet der Beratung und Betreuung von Familien, so dass die Beratungsqualität sichergestellt ist und der Charakter des Hauses der Diakonie als vernetzte Beratungsstelle mit unterschiedlichen Angeboten erhalten bleibt“, hebt Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr hervor.

Fünf Sozialpädagogen und Psychologen, eine Mototherapeutin sowie zwei Verwaltungsfachkräfte sind weiterhin mit ihrem jeweiligen bisherigen Arbeitsumfang in der Erziehungsberatungsstelle tätig. „Dadurch, dass Angebot und Ansprechpartner gleich bleiben, ändert sich für die Ratsuchenden durch den Trägerwechsel nichts“, betont Dr. Werner Schwartz, Vorsteher der Diakonissen Speyer-Mannheim. Lediglich die Telefonnummer ist neu: Die Erziehungsberatung im Haus der Diakonie ist nun unter 919499-0 zu erreichen.

Info:

Die Diakonissen Speyer-Mannheim stehen in der Tradition der Diakonissenmutterhäuser und betreiben mit rund 4.200 Mitarbeitenden Krankenhäuser, Einrichtungen für Senioren, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderung, Schulen und ein Hospiz in mehreren Orten in Rheinland-Pfalz sowie in Mannheim und Homburg/ Saarland.

Das Diakonische Werk Pfalz ist der soziale Dienst der Evangelischen Kirche der Pfalz. In den zwölf Häusern der Diakonie sind die unterschiedlichen Beratungsangebote gebündelt. Rund 250 Mitarbeitende sind im Diakonischen Werk Pfalz beschäftigt.

19.01.2015


Bekenntnis zur gemeinsamen Quelle des Glaubens

Am Altar (v.l.n.r.): Dompfarrer Matthias Bender, der Präsident der Landessynode Henri Franck, der Vertreter der Orthodoxen Kirche Argirios Giannios, Bischof Wiesemann, Kirchenpräsident Schad, Pfarrer Jürgen Wienecke, die Vertreterin des Katholikenrates Astrid Waller und Pfarrerin Christine Gölzer. Am Altar (v.l.n.r.): Dompfarrer Matthias Bender, der Präsident der Landessynode Henri Franck, der Vertreter der Orthodoxen Kirche Argirios Giannios, Bischof Wiesemann, Kirchenpräsident Schad, Pfarrer Jürgen Wienecke, die Vertreterin des Katholikenrates Astrid Waller und Pfarrerin Christine Gölzer.

Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Speyerer Dom

Speyer- Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde heute in Speyer die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet. Kirchenpräsident Christian Schad und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zogen mit gefüllten Wasserkrügen in den Händen gemeinsam mit Vertretern der in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) – Region Südwest zusammengeschlossenen Kirchen, der örtlichen Gemeinden sowie des Katholikenrates und der Landessynode in den Speyerer Dom ein. Am Altar füllten sie das Wasser aus den Krügen in einen symbolischen Brunnen. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen steht in diesem Jahr unter dem Thema „Gib mir zu trinken“ (Joh 4,7).

„Als Christinnen und Christen sind wir mit der Gabe des lebendigen Wassers beschenkt. Als Kirche haben wir den Auftrag, das lebendige Wasser auf alle Menschen überfließen zu lassen, um ihren Durst nach Leben und Gemeinschaft zu stillen“, erklärte Bischof Wiesemann in seiner Begrüßung. Im Blick auf das Motto des Gottesdienstes sprach er die Hoffnung aus, dass der Gottesdienst immer wieder „aufs Neue den Durst, die Sehnsucht nach der Einheit alle Christinnen und Christen wecken und vertiefen möge“ und allen „den rechten Mut, die nötige Kraft und die Haltung der Offenheit füreinander schenke, um auf dem ökumenischen Weg weiterzugehen“.Die Liturgen zogen mit gefüllten Wasserkrügen in den Dom ein.

Kirchenpräsident Schad: Jesus ist die wahre Quelle, aus der unterschiedliche Konfessionen schöpfen

In seiner Predigt über die biblische Geschichte von der Begegnung der samaritanischen Frau mit Jesus an einem Brunnen bezeichnete Kirchenpräsident Christian Schad, „Jesus als die wahre Quelle, aus der die unterschiedlichsten Konfessionen schöpfen“. Die verschiedenen Weisen, an diese eine Quelle zu glauben, sollten die Christen als Bereicherung erfahren und führe die ökumenische Gemeinschaft immer weiter zusammen. Nur im Miteinander könnten die Missverständnisse der vergangenen Jahrhunderte überwunden werden. Wer die Lebens- und Glaubensgeschichte des jeweils anderen verstehe, werde „ein Teilen und Heilen der Erinnerungen in Gang setzen“.

Diejenigen, die das Wasser des Lebens gefunden hätten, würden auch selbst zur Quelle für Andere, sagte Schad. Daher sei es Aufgabe der Christen, „hinauszugehen, um auch Anderen von ihrer Begegnung mit Jesus Christus zu erzählen. Das Wasser des Lebens stille nicht nur den eigenen Lebensdurst, sondern fließe über und reiche in ökumenischer Weite auch für alle Anderen aus. „Niemand ist davon ausgeschlossen. Jede und jeder bekommt davon. Alle Menschen brauchen es so nötig wie das tägliche Brot, wie den täglichen Schluck Wasser“, betonte Schad.

Erneuerung des Taufgedächtnisses

Alle Gläubigen waren dazu eingeladen, sich mit Wasser bekreuzigen zu lassen - zur Erneuerung des Taufgedächtnisses.Dass Wasser ein wichtiges Symbol für einen lebendigen Glauben und für die Verbundenheit aller Christen durch die Taufe ist, wurde bei der Erneuerung des Taufgedächtnisses der Gläubigen deutlich. Dazu waren alle Mitfeiernden eingeladen, sich einzeln von den Liturgen mit Wasser bekreuzigen zu lassen.

An dem gut besuchten Gottesdienst wirkten Vertreter mehrerer Kirchen mit, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossen sind: Argirios Giannios vertrat die orthodoxen Kirchen und Pfarrer Jürgen Wienecke die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche. Ebenfalls beteiligt waren Pfarrerin Christine Gölzer von der protestantischen Dreifaltigkeitskirchengemeinde und Dompfarrer Matthias Bender aus Speyer sowie Astrid Waller vom Katholikenrat im Bistum Speyer und der Präsident der Landessynode Henri Franck.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Evangelischen Jugendkantorei der Pfalz unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald und Domorganist Markus Eichenlaub an der Orgel.

Die Texte und die Liturgie zum Thema der Gebetswoche für die Einheit der Christen wurden in diesem Jahr von Christinnen und Christen aus Brasilien erstellt.
Seit 2009 findet zur Gebetswoche für die Einheit der Christen ein zentraler ökumenischer Gottesdienst in Speyer statt, bei dem abwechselnd die Landeskirche und das Bistum Gastgeber sind. Daran beteiligt ist außerdem die ACK in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Text: is; Foto: Klaus Landry

18.01.2015


Unterschriftenaktion geht weiter

Über eintausend Speyerer protestieren gegen den geplanten Verkauf der Konviktskirche St.Ludwig. 

Speyer- Das Führungstrio der Bürgerinitiative sammelt noch bis Mitte Februar weitere Unterschriften von Bürgern, die sich damit gegen die beabsichtigte Profanierung des Gotteshauses aussprechen (wir berichteten am 20.November 2014). Die Kirche gehört zum Bischöflichen Konvikt St.Ludwig, das zunächst saniert und umgestaltet, während das Priesterseminar am Germansberg abgerissen werden sollte.

Doch dann entschieden sich die verantwortlichen Gremien des Bistums Speyer  um und beschlossen den Erhalt des Priesterseminars. Das Geld für dessen Sanierung wollen Generalvikar  Dr.Franz Jung und Domkapitular Peter Schappert vom Verkauf des Konvikts generieren.

Vor allem die Stadtführerin Ursula Büchs legt Wert darauf, dass der spätgotische Boßweiler-Altar und der kostbare Wandteppich in diesem Gotteshaus bleiben. Unklar ist der Initiative auch, was mit den Gefallenentafeln vom ersten Weltkrieg und den gotischen Kirchenfenstern im Falle des Verkaufs passieren soll.  

Es ist geplant, die Unterschriften am 12.Februar an Generalvikar Dr.Franz Jung und Domkapitular Peter Schappert zu übergeben.  ws

Lesen Sie hierzu auch:

Interview mit dem Diplom-Theologe Klaus Pfeifer:     Kommentar von Werner Schilling:  

16.01.2015


„Aufstehen, wenn in der Kirche etwas falsch läuft“

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Speyer-  Nicht zusehen, wie ein Gotteshaus entweiht wird, wollen viele Speyerer Bürger, denen die zur Innenstadt gehörende Konviktskirche St. Ludwig am Herzen liegt. „Motor“ der Bürgerinitiative, die sich mit einem deutlichen Veto gegen den Verkauf ausspricht, ist Diplom-Theologe Klaus Pfeifer. Der pensionierte Gymnasiallehrer für Theologie und Latein am Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium hat zusammen mit Stadtführerin Ursula Büchs und dem  Protestanten Eberhard Jahner eine Unterschriftenaktion gestartet.

Unser Mitarbeiter Werner Schilling hat mit Klaus Pfeifer über seine Beweggründe  für den Kampf zum Erhalt der Kirche gesprochen.

Woher nehmen Sie den Mut, mit dem Thema in die Öffentlichkeit zu gehen und sich gegen eine Entscheidung der kirchlichen Obrigkeit zu wehren?

Pfeifer: Ich bin von Haus aus Diplom-Theologe und habe in München bei Prof. Mörsdorf, dem damalig führenden Kirchenrechtler, das Kirchenrecht studiert und weiß daher um seine Bedeutung. Im Canon 212 steht, dass ein Katholik das Recht und sogar die Pflicht hat aufzustehen, wenn etwas falsch läuft in seiner Kirche.

Was war der konkrete Anlass für den Protest?

Pfeifer: Bei einem Treffen ehemaliger Studienkollegen und zahlreichen Vertretern kirchlicher Verbände berichtete Helga Schädler von dem Aufruf von Professor Bucher: „Verkauft keine Kirchen!“ Ich selbst hatte am 12.Oktober 2014 beim Diözesanforum in Ludwigshafen den Antrag gestellt, beide christlichen Kirchen mögen beim Freiwerden einer Kirche sich Gedanken machen über ein Columbarium. Beides zusammen führte zu dieser Unterschriften-Aktion, die kein Selbstläufer war. Jeder Einzelne musste gefragt werden, ob er gegen den Verkauf von St.Ludwig ist.

Warum soll die Kirche erhalten werden?

Pfeifer: Sie liegt im Herzen von Speyer, war niemals Gemeindekirche, bewahrt aber eine lange Tradition: Im Tymbanon des Eingangs sind die Heiligen Drei Könige dargestellt. Es erinnert daran, dass die Gebeine der Könige 1164 von Reinald van Dassel, dem Kanzler des Reiches, vorübergehend hier in der Kirche aufbewahrt wurden. Das war ein Geschenk von Kaiser Barbarossa. Der Boßweiler Altar, das Antependium sind kostbare Zeugen des Mittelalters, und die wunderschönen Glasfenster in der Apsis laden ein zu Stille  und Besinnung. Auch die Orgel hat einen hervorragenden Klangkörper.

Wie kamen Sie auf die Idee  in einem Gotteshaus ein Columbarium, also eine Begräbnisstätte für Urnen, einzurichten?

Pfeifer: Im Jahr 2010 lag ich auf der Intensivstation eines Krankenhauses und hatte reichlich Zeit, um über den Tod und die Zeit danach nachzudenken. Diesen Columbarium-Gedanken trug ich auch unserem Bischof im Kreis von  katholischen Akademikern vor. Da war gerade der Mannheimer Katholikentag unter dem Motto „Neuen Aufbruch wagen“ zu Ende gegangen. Aber Bischof Wiesemann wollte damals diese Idee nicht aufgreifen. Es ging damals allerdings noch um das Gebäude und die Kirche des Priesterseminars auf dem Germansberg. Erst später entschied man sich ja das Gelände zu behalten und stattdessen das Bistumsgebäude aufzugeben.

Wie sehen andere kirchennahe Speyerer die Chance eines Columbariums?

Pfeifer: Prominente Unterstützer dieser Idee sind Speyers Ehrenbürger Dr. Bernhard Vogel, nach seiner Amtszeit in Rheinland-Pfalz lange auch Ministerpräsident von Thüringen. In Erfurt steht auch die Allerheiligenkirche,  nun ein Columbarium der Diözese Erfurt. Unterstützt wird der Gedanke unter anderem vom ehemaligen ZDF-Intendanten  Dr. Markus Schächter, selbst ehemaliger Bewohner des Konvikts. Auch acht Professoren, die eine enge Beziehung zu dieser Kirche haben, sowie emeritierte Priester aus dem ganzen Bistum befürworten die Columbarium-Idee. So hat auch Pfarrer Bernhard Linvers die Liste mit unterschrieben.

Welcher Gedanke steckt eigentlich dahinter?  

Pfeifer: Ich zitiere gerne, was Erzbischof Dr.Werner Thissen von Hamburg gesagt hat: „Wir holen auf diese Weise unsere Toten vom Rande der Stadt wieder ins Zentrum und beleben den frühchristlichen Brauch, dass die Heilige Messe über den Gräbern der Verstorbenen ermöglicht wird. Das ist auch ein Dienst an den Trauernden. Denn wer den Tod nicht verdrängt, der gibt dem Leben Raum. Die Hinwendung zu unseren Toten hilft uns zum Leben.“ Hamburg hat auch den Columbarium-Raum eindrucksvoll gestaltet. Auf einer Backsteinwand steht in goldenen Lettern: Freut euch, daß eure Namen im Himmel verzeichnet sind (Lk 10,29). Wir sind vor Gott keine namenlosen Wesen oder nur Nummern, sondern Gott hat jeden beim Namen gerufen (Jes.43,1) und eure Namen sind im „Buch des Lebens“ (Phil. 4,3) verzeichnet.

16.01.2015


Kommentar

Von Werner Schilling

Sehr geehrter Herr Bischof,

ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gekommen. Dieses wird Ihnen eine weitreichende Entscheidung abverlangen. Soll die Kirche St.Ludwig wirklich im Paket mit dem gesamten Bischöflichen Konvikt an einen Investor verkauft oder kann die Kirche vom Verkauf ausgespart werden? Zwei Dinge sind bei dieser Immobilie meiner Ansicht nach falsch gelaufen.  Zunächst der Beschluss, dass St. Ludwig verkauft werden soll. Dann die Art und Weise, wie dies beschlossen wurde. Denn es wurde meines Wissens keiner der ehemals für das Kirchengebäude Verantwortlichen in die Entscheidungsfindung miteinbezogen. Man hat keine Rücksicht genommen auf die Gefühlswelt der vielen Speyerer Hochzeitspaare, die sich in St.Ludwig das Ja-Wort gegeben haben und der Christen, die das innenstadtnahe Gotteshaus häufig zum Atemholen nutzen. Mich würde ganz nebenbei interessieren, ob denn von kirchlicher Seite aus ins Kalkül gezogen wurde, den gesamten Komplex als Auffanglager für Asylsuchende anzubieten. Aber dieser Zug ist vermutlich abgefahren, denn das Geld aus dem Verkauf wird ja zur Generalsanierung des Priesterseminars benötigt.

Bitte öffnen Sie sich den Argumenten der Christeninitiative und lassen Sie ihrem Generalvikar freie Hand, was den Verbleib des Gotteshauses beim Bistum betrifft. Es wäre ein starkes Signal dafür, dass sich die katholische Kirche nicht ausschließlich vom monitären Gedanken leiten lässt. Schließlich hat Papst Franziskus in seiner Weihnachtansprache  einen behutsameren Umgang mit allen Gläubigen angemahnt. Die Diözese sollte Betreiber des von der Initiative um den Theologen Klaus Pfeifer angedachten Columbariums sein, weil sie die Kontinuität garantiert, die ein Trägerverein nicht zusichern könnte. Sicher lässt sich ein freiwilliger, ökumenisch besetzter Helferverein bilden, der das Domkapitel bei der Arbeit unterstützt.

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort, lieber Herr Wiesemann.

Bild und Bibel: Ein spannendes und spannungsreiches Verhältnis

Birgit Weindl, Cornelia Zeißig und Gerlinde Wnuck-Schad (v. l.)vom landeskirchlichen Forum Kunst und Kirche. Birgit Weindl, Cornelia Zeißig und Gerlinde Wnuck-Schad (v. l.)vom landeskirchlichen Forum Kunst und Kirche.

Beim Neujahrsempfang geht Kirchenpräsident Schad auf das Schwerpunktthema 2015 ein

Speyer- Kunst und Kirche kommen nach den Worten des pfälzischen Kirchenpräsidenten Christian Schad ohne einander nicht aus – sie ergänzen sich und fordern zum Dialog auf. „Mir liegt die Wertschätzung der Kunst sehr am Herzen“, sagte Schad beim Neujahrsempfang am Donnerstag im Landeskirchenrat in Speyer. Gerade Bilder seien „Teil des kulturellen Gedächtnisses“. Sie hätten die Kraft, nicht nur innere Räume zu erschließen, sondern auch Kirchenräume immer wieder neu zu erkunden. Beim Neujahrsempfang stellte der Kirchenpräsident das diesjährige Thema der Reformationsdekade „Bild und Bibel“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache.

Beide stünden in einem „spannenden und spannungsreichen Verhältnis“ zueinander, sagte der Kirchenpräsident vor rund hundert Gästen aus Kirche, Kultur, Politik und Wissenschaft. Für das landeskirchliche „Forum Kunst und Kirche“ begrüßte Schad stellvertretend Birgit Weindl und Pfarrer Steffen Schramm vom Institut für kirchliche Fortbildung in Landau. Gott sei zwar nicht in Bildern zu begreifen, aber die Menschen könnten sich von den Bildern, die Gott ihnen gebe, ergreifen und mitnehmen lassen, sagte Schad. So sei auch der Protestantismus trotz seiner Kargheit voller Gleichnisse und Metaphern, die Bibel voller Bilder von Gott. „Sie malt uns Sprachbilder vor Augen. Auch da, wo nur etwas zu hören ist, gibt es etwas zu sehen.“ Im Gegensatz dazu stünden die, die sich selbst zum Idol machen, die Deutungshoheit des Göttlichen für sich in Anspruch nehmen und Absolutheitsansprüche notfalls mit Gewalt durchsetzen. Auch mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in Frankreich sagte der Kirchenpräsident: „Sich selbst die letzte Instanz sein zu wollen, ist uns heilsam untersagt!“

Beim Neujahrsempfang sprach der Kirchenpräsident auch denjenigen, die sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus den Krisengebieten engagieren, seinen Dank und seine Anerkennung aus. Stellvertretend nannte Schad den Migrationsbeauftragten der Landeskirche, Reinhard Schott, und für den „Treffpunkt Asyl“ in Speyer Pfarrer Uwe Weinerth und Dekan Markus Jäckle. „Frauen, Männer und Kinder kommen in diesen Tagen bei uns an, weil die Gewalt sich immer mehr ausbreitet und sie an Leib und Seele bedroht. Ich bedanke mich heute bei allen, die diejenigen, die es nach schlimmen Erfahrungen zu Hause und auf der Flucht bis hierher geschafft haben, bei uns herzlich empfangen und willkommen heißen“, sagte der Kirchenpräsident.

Der Neujahrsempfang wurde musikalisch umrahmt von Landeskirchenmusikdirektor Jochen Steuerwald und seiner Tochter Clara am Klavier.

Hinweis: Im Schwerpunktjahr 2015 ist die Evangelische Kirche der Pfalz mit mehreren Projekten und Veranstaltungen zum Thema „Bild und Bibel“ beteiligt: Unter anderem hält Professorin Irene Dingel vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (Mainz) am 12. März, um 19 Uhr in der Bibliothek und Medienzentrale der Landeskirche in Speyer einen Vortrag zum Themenjahr. Vom 1. Mai bis 30. Juni setzen sich Bildende Künstler in der Zwölf-Apostel-Kirche Frankenthal im Rahmen des Projekts „Lichtgestalten“ mit dem menschlichen Bedürfnis nach „Heldenbildern“ auseinander; am 19. Juni um 18 Uhr lädt Kirchenpräsident Christian Schad haupt- und ehrenamtlich im Bereich von Kunst und Kirche Engagierte und Künstler zu einem Empfang in die Stiftskirche Neustadt ein.

Text und Foto: lk

16.01.2015


„Achtung vor der persönlichen Meinungs- und Glaubensfreiheit ist ein Grundwert unserer Gesellschaft“

Bischof Wiesemann bringt in einem Brief an das Partnerbistum Chartres die Verbundenheit der Katholiken im Bistum Speyer angesichts der Terrorakte in Frankreich zum Ausdruck

Speyer- Auch in der Pfalz und dem Saarpfalzkreis habe diese „abscheuliche, aus religiösem Fanatismus begangene Tat“ allgemeines Entsetzen hervorgerufen. „Wir fühlen uns mit den Angehörigen der Opfer in Trauer vereint, darüber hinaus mit allen Franzosen und Menschen jedweder Nationalität, die diesen Akt barbarischer Gewalt verurteilen.“ Der Terroranschlag sei ein Angriff auf die Menschlichkeit, die Freiheit und die Grundwerte der Gesellschaft. Zugleich sei die Tat ein Missbrauch der Religion: „Denn Gewalt ist niemals religiös zu rechtfertigen.“

Die Gläubigen im Bistum Speyer stünden im Einsatz gegen Hass und Gewalt eng an der Seite ihrer französischen Schwestern und Brüder. „Entschlossen treten wir für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen ein.“ Aus Sicht des Bischofs wäre es falsch, „uns durch die Terroristen in einen Kampf der Kulturen oder einen Religionskrieg treiben zu lassen.“ Stattdessen wirbt er für Haltungen der Friedfertigkeit, des Gewaltverzichts und der Dialogbereitschaft. Die weltweiten Reaktionen auf die Terrorakte in Paris zeigen nach seiner Überzeugung: „Einschüchterung durch Terror und Gewalt darf in unserem Zusammenleben keinen Platz bekommen. Die Achtung vor der persönlichen Meinungs- und Glaubensfreiheit ist ein elementarer Grundwert unserer Gesellschaft.“

Der Bischof erinnert an das Vorbild Jesu, der seliggepriesen habe, wer „keine Gewalt anwendet“ (Mt 5,5). „Wir beten mit Dir und den Gläubigen der Diözese Chartres für die Opfer und ihre Angehörigen, dass die Liebe den Hass besiege“, schreibt Wiesemann an seinen französischen Amtsbruder. Text und Foto: is

15.01.2015


Schon über 210 Teilnehmer bei Gebetskette im Bistum Speyer

Seit dem 30. November 2014 wird jeden Tag für die pastorale Erneuerung des Bistums im Sinn von „Gemeindepastoral 2015“ gebetet / Fortsetzung bis zum 1. Advent 2015

Speyer- Ein Bistum verbunden im Gebet für die Anliegen des Prozesses „Gemeindepastoral 2015“: Diese Idee steht hinter der bistumsweiten Gebetskette, die am 1. Advent 2014 gestartet wurde und die noch bis zum 1. Advent 2015 andauern wird. Jeden Tag treffen sich an irgendeinem Ort des Bistums Gläubige, Gruppen oder ganze Pfarreien, um für die pastorale Erneuerung des Bistums Speyer im Sinn seines neuen Seelsorgekonzepts „Der Geist ist es, der lebendig macht“ zu beten.

Auf der Internetseite des Bistums haben sich schon mehr als 210 Personen, Familien, Gebetskreise, Ordensgemeinschaften oder andere kirchliche Gruppierungen eingetragen, die bei der Gebetskette mitmachen. „Die starke Resonanz freut uns sehr“, erklärt Liturgiereferent Clemens Schirmer, der die Gebetskette betreut. Viele Tage seien sogar schon mehrfach belegt, was aber kein Problem darstelle. Im Gegenteil: „Je mehr sich zur Teilnahme entscheiden, umso stärker wird die Verbundenheit im gemeinsamen Gebet.“ Die meisten Teilnehmer übernehmen einen bestimmten Tag. Einige beten wöchentlich zu festen Zeiten für die Anliegen des Bistums, manche – wie zum Beispiel die Schwestern im Karmelkloster St. Josef in Hauenstein – sogar täglich.

„Die Gebetskette ist ein starkes Zeichen, dass der Geist Gottes in unseren Pfarreien, Gemeinschaften und Gruppen lebendig bleibt. Die pastorale Erneuerung, die wir mit dem Stichwort ‚Gemeindepastoral 2015‘ verbinden, ist eben nicht nur eine Frage der Organisation und der Strukturen, sondern vor allem ein geistlicher Prozess“, erklärt Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann. Die Gebetskette sei daher ein zentraler Baustein der geistlichen Impulse für den Weg des Bistums und seiner Pfarreien zu „Gemeindepastoral 2015“.

Die Teilnehmer der Gebetskette erhalten für die Gestaltung der Gebetstreffen einen Modellablauf, der die Offenheit bietet, die Gebetsform an die Bedürfnisse vor Ort anzupassen. Wer möchte, kann beim Karmelitinnenkloster in Speyer eine passende Kerze mit der Aufschrift „Der Geist ist es, der lebendig macht“ bestellen. Die Gebetsanliegen werden vom Bistum ausgearbeitet und beinhalten eine Schriftlesung, Besinnungsfragen und Fürbitten. Jeden Monat wird ein anderer Schwerpunkt gesetzt. So stand zum Beispiel im Dezember die Perspektive der Evangelisierung im Mittelpunkt. Aktuell sind die Gebetstreffen dem Anliegen der Ökumene gewidmet. Als weitere Schwerpunkte sind unter anderem die Themen Spiritualität, Ehrenamt, Dialog, Leitung, Anwaltschaft, weltweite Kirche und Gemeinschaft vorgesehen.

Wer bei der Gebetskette mitmachen möchte, kann sich auf der Internetseite des Bistums in einen Terminkalender eintragen. „Damit erkläre ich meine Bereitschaft, mich als Einzelner oder als Gruppe an diesem bestimmten Tag mit meinem Gebet in die bistumsweite Gebetskette einzubringen“, verdeutlicht Liturgiereferent Clemens Schirmer. Er ist beeindruckt, wie viele sich bereits in die Liste eingetragen haben, und hofft, dass noch viele weitere Einzelpersonen oder Gruppen auf den Geschmack kommen, sich in Form der Gebetskette auf den Start des neuen Seelsorgekonzeptes einzustimmen. is

Link zur Gebetskette des Bistums Speyer:

http://cms.bistum-speyer.de/www2/?myELEMENT=275165&mySID=03cc794b95ba9b180e2f5cc527cb42a3

12.01.2015


Attentat: Französische Protestanten reagieren mit Entsetzen und Empörung

Stellungnahmen der französischen Kirchen bekräftigen Solidarität mit Opfern und ihren Familien

Paris/Straßburg-  Mit Entsetzen und Empörung haben die Union der Protestantischen Kirchen von Elsaß und Lothringen (Union des Églises protestantes d’Alsace et de Lorraine) und der Französische Protestantische Kirchenbund (Fédération protestante de France) auf das gegen die Redaktion der französischen Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ gerichtete Attentat in Paris am 7. Januar reagiert. Frankreich befinde sich in einem Schockzustand, erklärt der Generalsekretär der Konferenz der Kirchen am Rhein (KKR), der pfälzische Pfarrer Rudolf Ehrmantraut, in Straßburg.

In der von dem Präsidenten des Französischen Kirchenbundes, François Clavairoly, unterzeichneten Stellungnahme heißt es:

„In der Stunde, da ein schreckliches Attentat in den Räumen der Zeitung Charlie Hebdo begangen wurde, das bisher zwölf Todesopfer, zehn Journalisten und zwei Polizeibeamte forderte, wollen wir unsere Betroffenheit und vor allem unsere Anteilnahme und unsere Solidarität den Opfern, ihren Familien, den ihnen nahestehenden Personen und Freunden zum Ausdruck bringen.

Im Namen des Französischen Protestantismus bringen wir unsere Empörung zum Ausdruck und wir verurteilen diese verabscheuenswürdige Tat, die unsere Herzen und unser Gewissen berührt.“ Der Kirchenbund ruft in seiner Stellungnahme in Erinnerung „wie wertvoll menschliches Leben in den Augen Gottes ist.“ Es gebe für eine solche Tat keine Rechtfertigung, ganz gleich, auf welche Religion sich auch immer berufen werde. Weiter heißt es: „Wir bringen erneut deutlich zum Ausdruck, dass die laizistische Republik und ihre Werte, besonders die Gewissensfreiheit, die Werte der Demokratie und die Freiheit der Presse für uns Grundwerte unseres Zusammenlebens sind und bleiben.“

Die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft im Elsass, dem auch die Union der Protestantischen Kirchen von Elsass und Lothringen angehört, schreibt in einer offiziellen Stellungnahme:

„Die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft im Elsass und die Verantwortlichen der großen elsässischen Religionsgemeinschaften (Katholiken, Protestanten, Juden und Muslime) haben mit Entsetzen von dem widerlichen Attentat erfahren, das am Mittwoch, 7. Januar 2015, beim Sitz der Zeitung Charlie Hebdo das Leben mehrerer Personen kostete. Sie bringen ihre umfängliche Solidarität mit allen bei diesem Attentat betroffenen Personen zum Ausdruck. Sie ehren das Gedenken der Toten und versichern den Familien, die Trauer tragen, ihre tiefe Anteilnahme. Sie bringen ihre totale Verurteilung dieser Tat, die durch nichts gerechtfertigt werden kann, zum Ausdruck. Sie laden die Mitglieder der Religionsgemeinschaften ein, äußerste Wachsamkeit walten zu lassen, um aller Gewalt entgegenzutreten und den republikanischen Bürgersinn, die vollständige Achtung jeder Person und die Brüderlichkeit zu befördern.“

Evangelischen Kirche der Pfalz, Presse 

08.01.2015


Seelsorge bedeutet Nähe zu den Menschen

Pfarrer Peter Annweiler kehrt als Telefonseelsorger in die Pfalz zurück

Kaiserslautern- Nach mehr als sieben Jahren als Citykirchen-Pfarrer in Mannheim und Schifferseelsorger kehrt Peter Annweiler an seinen früheren Wirkungsort Kaiserslautern zurück. Zum 1. Februar 2015 übernimmt der Pfälzer Pfarrer dort auf evangelischer Seite die Leitung der ökumenischen Telefonseelsorge Pfalz. Telefonseelsorge sei ein wichtiger Bereich christlicher Arbeit und „ein Fenster zur Welt“, sagt der 52-Jährige. Während seiner Tätigkeit an der Kaiserslauterer Apostelkirche habe er gelernt, über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinauszublicken. „Die verfasste Kirche darf nicht nur in Gemeindestrukturen denken. Meiner Erfahrung nach bieten gerade Seelsorge und Diakonie direkte Anknüpfungspunkte an das Leben der Menschen.“

Noch vor der ersten Pfarrstelle hat Annweiler in New York eine pastoralpsychologische Ausbildung in klinischer Seelsorge absolviert und das dort erworbene Wissen in Kaiserslautern in die Praxis umgesetzt. Unter anderem war er im Kaiserslauterer Hospizverein tätig und am Aufbau der dortigen Notfallseelsorge beteiligt. „Seelsorge ist der rote Faden in meinem pastoralen Wirken. In der Seelsorge pflegen Mitarbeiter eine besondere Nähe zu den Menschen. In ihr bleibt die „Muttersprache der Kirche“ wirksam und erkennbar.“ Seine seelsorgerischen Kompetenzen vertieft Annweiler durch eine Weiterbildung in systemischer Beratung.

Bereits als Citykirchen-Pfarrer und Schifferseelsorger in Mannheim habe er auf sein zuvor erworbenes und angewandtes Wissen zurückgreifen können. „Kirche in der Stadt steht vor der besonderen Herausforderung, zu Begegnungen anzustiften“, führt der Theologe aus. Sein Motto: „Menschen zusammenbringen, die sonst nicht zusammen kämen.“ Gerade in Mannheim seien daher Diakonie, Kultur und besonders der interreligiöse Dialog wichtige kirchliche Arbeitsfelder. Kirche könne nur dort stark und glaubhaft bleiben, wo sie auch Brückenschläge zwischen Milieus fördere.

Auch in Mannheim engagierte sich Annweiler in der Notfallseelsorge. Zudem habe er die Begegnung mit Künstlern und Kunst als für die Gemeindearbeit sehr bereichernd erfahren. „Moderne Kunst stellt oft die Sinnfrage und ist mit ihren Ausdrucksformen eine Bereicherung für die Zeitgenossenschaft des Protestantismus“, erklärt der Seelsorger.

Nun freut sich Annweiler, mit neuem Arbeitsfeld an seine alte Wirkstätte zurückzukehren. „Die Telefonseelsorge ist ganz nah dran am Menschen. Anonym können Anrufer über ihre Nöte und Ängste sprechen“, erklärt der Seelsorger. Eine Herausforderung erkennt Annweiler in der medial-vernetzten Kommunikation. Neben der klassischen Telefonseelsorge bestehe auch die Möglichkeit, per E-Mail oder in einem Chat Beratung zu erhalten. „Solche niedrigschwelligen Angebote können  die Face-to-Face-Beratung selbstverständlich nicht ersetzen, sind aber eine wichtige Ergänzung“, führt der Theologe aus. Auch die Kirchen der Reformationszeit hätten „neue Medien“ genutzt. „Allerdings muss man die Grenzen kennen und die Medien sinnvoll und fachgerecht nutzen.“

Text: lk; Foto: privat

08.01.2015


„Kirche ist nicht Selbstzweck, sondern Werkzeug des Heils“

Pontifikalamt zum Fest der Erscheinung des Herrn im Speyerer Dom / Empfang im Friedrich-Spee-Haus für Mitarbeiter von Ordinariat und Caritasverband

Speyer-  „Die Kirche darf nicht um sich selbst kreisen. Sie ist Werkzeug in der Hand Gottes, um sein Heil allen Menschen zuzuwenden.“ Das sagte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann beim Pontifikalamt zum „Fest der Erscheinung des Herrn“ am 6. Januar im Speyerer Dom. Das „Licht der Welt“ sei Christus selbst, betonte er mit Hinweis auf das Zweite Vatikanische Konzil. Die Kirche habe die Aufgabe, dieses Licht widerzuspiegeln und es „hell leuchten zu lassen für die Welt“.

Das Fest Epiphanie rufe den einzelnen Gläubigen und die Kirche dazu auf, sich immer wieder auf den Weg zu machen, um „Christus neu zu entdecken und aus der Begegnung mit ihm Kraft und Freude für ihren Auftrag in der Welt zu schöpfen.“ Ein Aufbruch sei möglich, wo sich Christen als Empfangende und Dienende begreifen. Das Jahr 2015 nannte der Bischof ein „entscheidendes Jahr für die pastorale Erneuerung des Bistums Speyer“. Im Blick auf das neue Seelsorgekonzept des Bistums unterstrich er die wachsende Bedeutung der Aufgabe, das Leben im Licht des Evangeliums zu deuten. Zugleich mahnten die Perspektiven der Anwaltschaft und der Weltkirche zur Offenheit für andere. „Jedem Mensch kommt die unverlierbare Würde der Kinder Gottes zu. Wir bezeugen Christus als den Heiland aller Welt, also nicht nur unserer Diözese oder Pfarrei.“

Bischof Wiesemann zelebrierte den Gottesdienst am Dreikönigstag gemeinsam mit Weihbischof Otto Georgens, Generalvikar Dr. Franz Vogelgesang, Domkapitular Franz Vogelgesang und Dompfarrer Matthias Bender. Sternsinger aus der Dompfarrei brachten dem Dom ihren Segen. Die Dommusik gestaltete die Liturgie mit Kantorengesängen, die Orgel spielte Domorganist Markus Eichenlaub.

Generalvikar: Selbstbewusst für den Glauben in der Zeit des Umbruchs eintreten

Beim anschließenden Empfang für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bischöflichen Ordinariats und des Caritasverbandes im Friedrich-Spee-Haus ging Generalvikar Dr. Franz Jung auf den „Krippenstreit“ ein, der sich vor Weihnachten in Frankreich abgespielt hatte. Die Vereinigung der Freidenker hatte unter Hinweis auf den Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat erzwingen wollen, dass im öffentlichen Raum keine Weihnachtskrippen mehr aufgestellt werden dürfen. Der Bürgermeister von Castres bei Toulouse hatte den Freidenkern in einem öffentlichen Brief Paroli geboten. „Die Krippe ist auch ein Zeichen der Hoffnung für alle, die ohne Obdach sind.“ Sie stehe zugleich für einen arabischen, einen afrikanischen und einen asiatischen König, die sich bei einem Juden einfinden. „Ein hoffnungsfrohes Zeichen des Friedens in Zeiten, wo Zivilisationen aufeinander prallen und im Nahen Osten ein furchtbarer Konflikt tobt“, zitierte der Generalvikar aus dem öffentlichen Schreiben des Bürgermeisters.

Das Beispiel zeige, wie man heute selbstbewusst und mit einer gehörigen Portion Humor für den Glauben eintreten könne. Für die Verständigung mit einer zunehmend säkularisierten Welt brauche man eine andere Sprache als für fromme Insider. „Wir brauchen uns als Christen nicht zu verstecken, sondern können – ohne verletzend oder hochmütig zu sein – jedem Rede und Antwort stehen.“ Wenn dabei noch die Freude am Glauben spürbar werde, so „sind wir auf einem guten Weg zu „Gemeindepastoral 2015“, so der Generalvikar. Text und Foto: is

07.01.2015


Protestmarsch für Kinderrechte eröffnet Sternsingeraktion im Bistum Speyer

Protestmarsch durch die Speyerer InnenstadtJugendministerin Irene Alt und Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann unterstützen Forderungen der Sternsinger 

Speyer- Mit einem Marsch für Kinderrechte wurde heute die Sternsingeraktion im Bistum Speyer eröffnet. Etwa vierhundert Kinder und Jugendliche mit bunten Gewändern und Kronen waren unterwegs zwischen Dom und Altpörtel und warben lautstark und mit Plakaten für die Rechte der Kinder. Vorab hatten die Sternsingergruppen im Forum des Historischen Museums der Pfalz Plakate und Rufe vorbereitet, sich über das diesjährige Schwerpunktland der Aktion, die Philippinen informiert und gemeinsam den Marsch vorbereitet.  

Kundgebung am Altpörtel mit Jugendministerin AltDer Protestmarsch der kleinen und großen Könige wurde prominent unterstützt von Kinder- und Jugendministerin Irene Alt. Er endete mit einer Kundgebung am Altpörtel. Auf der Bühne machte Sternsingerkönig Jonas aus Erfweiler-Ehlingen deutlich, was sich hinter der Forderung nach besserer Ernährung für Kinder weltweit konkret verbirgt. Der Elfjährige ist überzeugt: "Wenn man immer Hunger haben muss, kann man nicht groß werden". Im Gespräch mit Christoph Fuhrbach (Referent für weltkirchliche Aufgaben) und Felix Goldinger (Diözesanvorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Speyer) unterstützte auch die zwöfjährige Kim aus Schifferstadt die Forderungen der Sternsinger: "Ohne Bildung gibt es kein Geld, keine Arbeit und keine Chancen auf eine gute Zukunft". Ministerin Alt freute sich über den Einsatz der Kinder und Jugendlichen. In ihren Grußwort betonte sie: "Gesunde Ernährung ist leider nach wie vor nicht selbstverständlich. In aller Welt – auch bei uns in Deutschland – gibt es Kinder, die nicht einmal jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen. Ich freue mich, dass die Sternsinger-Aktion auf das Kinderrecht hinweisen, das besagt, dass Kinder das Recht auf Gesundheit haben – hierzu gehört auch eine gesunde Ernährung."

Bischof Wiesemann bei den SternsingernBischof Wiesemann eröffnete noch am Altpörtel den Gottesdienst, der mit einem Schweigemarsch zurück in den Dom begann. Hier segnete der Bischof die Sternsinger und ihr Tun und gab damit offiziell den Startschuss für die Sternsingeraktion 2015. Die Könige nahmen neben dem bischöflichen Segen auch dessen Dank entgegen. In seiner Predigt sagte Wiesemann: "Ihr habt gesehen, dass es Kinder gibt, die jemanden brauchen, der für sie die Stimme erhebt. Das habt ihr getan. Ich finde es toll, dass ihr euch für die Rechte von Kindern einsetzt! Dafür möchte ich euch Danke sagen."

Im Bistum Speyer sind jährlich etwa 8.000 bis 10.000 Kinder und Jugendliche in den Pfarreien unterwegs. Träger der Aktion ist das Kindermissionswerk in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Referat Weltkirche des Bischöflichen Ordinariates Speyer. Die Sternsingeraktion hat in den letzten Jahren im Bistum Speyer jährlich etwa 1,3 Mio. Euro für Kinder und Jugendliche weltweit erbracht. Unterstützt werden durch die Sternsingeraktion insgesamt ca. 2.400 Projekte in mehr als 100 Ländern.  

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer ist Dachverband für sieben katholische Kinder-und Jugendverbände. Er vertritt die Anliegen von ca. 8.500 Kindern und Jugendlichen im Bistum Speyer.

Weitere Informationen zur unserer Kinder- und Jugendverbandsarbeit: www.bdkj-speyer.de.

Text und Foto: BDKJ Speyer

06.01.2015


Pfarrer Rudolf Gieser verstorben

Speyer- Am 31. Dezember ist Pfarrer im Ruhestand Rudolf Gieser im Alter von 84 Jahren verstorben.

In Ludwigshafen geboren, wurde er 1955 zum Priester geweiht. Er wirkte als Kaplan in Neustadt, Rheinzabern, Speyer, Kusel und Zweibrücken und als Kurat in Elschbach. 1970 wurde ihm als Pfarrer die Leitung der Pfarrei St. Jakobus in Schifferstadt übertragen. Ab 1984 war Pfarrer Gieser zugleich Leiter des Pfarrverbandes Schifferstadt. Er trat im Jahr 1975 in den Ruhestand.

Das Totenoffizium und Requiem finden am Donnerstag (8. Januar) um 12 Uhr in der Pfarrkirche St. Sebastian in Ludwigshafen-Mundenheim statt. Um 14 Uhr erfolgt die Beisetzung auf dem Mundenheimer Friedhof. is

05.01.2015


Den Anderen kennenlernen

Arbeitskreis Kirche und Judentum im Gespräch mit der jüdischen Kultusgemeinde

Kaiserslautern / Speyer- Vor den Gefahren einer zunehmenden Judenfeindschaft in der Bundesrepublik haben Vertreter des protestantischen Arbeitskreises „Kirche und Judentum“ und der jüdischen Kultusgemeinde in Kaiserslautern gewarnt. Bei einem Treffen im jüdischen Gemeindezentrum betonte Oberkirchenrat Manfred Sutter, Antisemitismus sei weder in der Kirche noch in der Zivilgesellschaft zu dulden. Er erinnerte an die Erweiterung der Kirchenverfassung aus dem Jahr 1995, nach der die Landeskirche „zur Umkehr gerufen, die Versöhnung  mit dem jüdischen Volk sucht und jeder Form von Judenfeindschaft entgegentritt.“

Arbeitskreisvorsitzender Stefan Meißner erklärte, dass viele Ressentiments darauf beruhten, „dass man den anderen nicht kennt. Dem wollen wir mit unserer Arbeit entgegen wirken“. Vorstandsmitglied Larissa Jantzewitsch und der Geschäftsführer der jüdischen Kultusgemeinde, Daniel Nemirovsky berichteten von Sachbeschädigungen zum Beispiel am Gemeindezentrum in Kaiserslautern. Auch sei es derzeit nicht ratsam, mit der Kippa, der klassischen jüdischen Kopfbedeckung, auf die Straße zu gehen.

Zu den Herausforderungen der kommenden Jahre gehört nach Angaben der Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde intern die Integration von Zuwanderern aus Osteuropa. Dabei sei eine Verschiebung des theologischen Spektrums in Richtung (Neu-)Orthodoxie festzustellen,  die sich u.a. in der Frauenfrage manifestiere. Dies bedeute unter anderem: Frauen nehmen im Gottesdienst keine aktive Rolle ein, in der Synagoge sitzen Männer und Frauen getrennt; eine Frau kann nicht zur Rabbinerin ordiniert werden. Die Gemeinden in der Rheinpfalz verstünden sich weiterhin als  Einheitsgemeinden, die sich durch eine gewisse Vielfalt religiöser Ausrichtungen auszeichneten, sagten die Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde.

Die Vertreter der Landeskirche und der Kultusgemeinde sehen sich als Institution vor ähnlichen Entwicklungen.  Beide seien betroffen vom demografischen Faktor, der viele Gemeinden schrumpfen lasse, sagten Sutter und Nemirovsky. Auch sei auf beiden Seiten die Tendenz zu beobachten, dass zahlreiche Gemeindemitglieder Gottesdienste nur an ganz bestimmten hohen Feiertagen besuchen würden: „Bei uns gibt es Chanukkajuden, so wie bei Ihnen Weihnachtschristen“, bemerkt Nemirovsky ironisch.

Text und Foto: lk

03.01.2015


Landeskirche stellt Teile der Arbeit in den sozialen Netzwerken ein

v.l.: Alexander Ebel und Mechthild Werner mit dem Internetbeauftragten der Evangelischen Kirche im Rheinland, Ralf Peter Reimann. v.l.: Alexander Ebel und Mechthild Werner mit dem Internetbeauftragten der Evangelischen Kirche im Rheinland, Ralf Peter Reimann.

Letzter Webtagebuch-Eintrag zum Jahresende – Regelmäßigkeit nicht mehr gewährleistet

Speyer-  Die Evangelische Kirche der Pfalz reduziert ihre Social-Media-Aktivitäten und stellt zum Jahresende ihr wöchentlich erscheinendes Blog ein. Das hat das Öffentlichkeitsreferat der Landeskirche in Speyer mitgeteilt. „Da soziale Medien Teile der realen Welt sind und aus lebendigen Menschen bestehen, brauchen wir personelle Ressourcen, die uns nicht mehr zur Verfügung stehen“, erklärte der Öffentlichkeitsreferent der Landeskirche, Kirchenrat Wolfgang Schumacher.

Mit dem Blog, dem Webtagebuch, verzichte die Landeskirche schweren Herzens auf ein Format, das die Nutzer zum Gespräch über Glaube, Kirche und persönliche Fragen eingeladen hatte und nicht nur junge Leute zueinander gebracht habe, sagte Schumacher. Durch das Blog habe man die Räume der Kommunikation erweitert und die Möglichkeit geschaffen, mit Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen seien, über religiöse und seelsorgerliche Fragen zu diskutieren.

Mit Pfarrerin Mechthild Werner und Pfarrer Alexander Ebel habe die Landeskirche seit dem Reformationstag 2011 regelmäßig „Gesicht gezeigt“. Das Blog sei kein „Verlautbarungsorgan“ gewesen, sondern Ort persönlicher Geschichten und Einschätzungen der Blogautoren. Nachdem beide „Social-Media-Pfarrer“ andere Aufgaben übernommen hätten, sei die für eine persönliche Kommunikation erforderliche „Verlässlichkeit und Regelmäßigkeit“ nicht mehr gewährleistet gewesen, erläuterte der Öffentlichkeitsreferent.    

Der Versuch, das freitägliche Webtagebuch auf die Schultern von insgesamt fünf Bloggern zu verteilen, habe sich nach Ansicht der Beteiligten nicht bewährt. Zwar seien die Abrufzahlen im Großen und Ganzen auf dem gleichen Niveau von monatlich 2000-2500 Seitenaufrufen geblieben, die Kommentardebatten dagegen deutlich zurückgegangen. „Der beste Teamwille genügt nicht, wenn Redaktion und thematische Absprachen mangels Zeit und koordinierender Person auf der Strecke bleiben“, sagt Pfarrer Alexander Ebel, der auch der Initiator der landeskirchlichen Social-Media-Arbeit ist.

Der vorläufig letzte Blogbeitrag ist unter http://blog.evkirchepfalz.de/ zu lesen. Dort finden sich auch die „beliebtesten“ Texte der vergangenen drei Jahre. Text und Foto: lk

02.01.2015


Grundvertrauen ist Kapital der Gesellschaft

Bischof Wiesemann hält Pontifikalamt zum Jahresabschluss

Speyer- Mit einem Appell, ein neues Grundvertrauen in der Gesellschaft zu schaffen, verband Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann am letzten Nachmittag des Jahres seinen Dank an den Herrgott, der die Menschen durch die vergangenen zwölf Monate geleitet hat. Voll besetzt war der Dom beim Pontifikalamt zum Jahresabschluss, der sowohl in Wort als auch Gesang den Gläubigen wichtige Botschaften mit auf den Weg gab.

Die Frage, wie ein kleines Kind in Windeln der Retter der Menschheit sein kann – wie in dem berühmten weihnachtlichen Kirchenlied „Stille Nacht“ beschrieben – beschäftigte Wiesemann in seiner Predigt. Die Ratlosigkeit, mit der viele vor diesem Phänomen stehen, machte er fest an dem Zwiespalt, in dem die Menschen stecken. Auf der einen Seite stehe die vom Herzen kommende Ergriffenheit des geborenen Christkinds wegen, auf der anderen nehme der Verstand Bilder von der Welt wahr, die nichts mit friedlichem Glanz zu tun haben.

Die Ukraine und die Krim nannte Wiesemann als Beispiele für das Wiederaufkeimen eines Kalten Krieges, seinen Blick richtete er auf die Millionen Flüchtlinge, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen müssen und